Vorstellung + Erfahrungsbericht, Beschneidung auf eigenen Wunsch mit 32 Jahren....

  • Guten Tag,

    bisher war ich stiller Mitleser. Ich möchte nun aber meine Geschichte teilen in der Hoffnung, den ein oder anderen zum Nachdenken anzuregen bevor(!) es zu spät ist. Zuerst möchte ich meinen Post aus dem Warzenschwein - Forum (Es geht dort um die Behandlung von Feigwarzen, ein weiteres schlimmes Übel...) zum Thema Beschneidung 1zu1 hier rein stellen, da bei mir der Warzen Befall letztendlich den entscheidenden Ausschlag zu meiner Entscheidung gegeben hat und dort andere ebenfalls über diese radikale Maßnahme nachdenken, um die lästigen Viecher unter der Vorhaut ein für alle Mal weg zu bekommen. Die Behandlung von Feigwarzen sowie die männliche Beschneidung haben eine große Gemeinsamkeit: Die dafür idR zu Rate gezogen Ärzte haben keine Ahnung! Ist leider so.
    Ich habe 5 Jahre meinen Penis nach Ärztewunsch behandelt und bin die Feigwarzen niemals vollständig los geworden, erst das Forum dort hat geholfen und hätte mir unangenehme Behandlungsmethoden inkl. Brandnarben auf dem Schaft erspart. Naja nun zum eigentlichen Thema zurück:

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    Edited 3 times, last by LongRun (May 12, 2022 at 11:40 PM).

  • Dieser Post dort ist nun einen Monat her und ich möchte darauf aufbauen. Die meisten "Ratschläge" daraus sind hier sowieso bekannt, ist mir bewusst. Seit meiner Beschneidung habe ich täglich dieses Forum und andere Quellen im Internet verschlungen. Warum nicht vorher???? Nunja, dumm könnte man sagen. Aber so einfach ist das nicht. Da ich ja grundsätzlich einen Entschluss gefasst hatte, wollte ich schon etwas zu dem Thema wissen. Ich hatte auch dieses Forum hier gefunden, fühlte mich aber nicht an der richtigen Stelle, da ich eher Fragen zur OP-Nachbehandlung hatte. Dass dieses Stück Haut weg sollte, stand für mich fest.
    Die "Probleme" die ich damit hatte, waren im Nachbetracht keine Probleme. Ja die Haut war mal zu eng, vernarbt und schmerzte immer noch beim vollständigen zurück ziehen bei erigiertem Zustand. Der "Rüssel" vorne führte beim Wasser lassen oft dazu, dass der Urin sonst wohin spritzte. Dazu diese lästigen Feigwarzen, die sich darunter so schlecht behandeln liessen. Diese plagten mich seit fünf Jahren. Ich wollte im wahrsten Sinne des Wortes einfach einen "Cut" machen. Das alles in Summe wirkte damals sehr belastend auf mich.

    So ging ich zum nächsten Urologen, der gute Bewertungen auf google hatte was Beschneidungen angeht. Ich wollte, dass er Erfahrung hat. Vermutlich hat der besagte schon tausende Penisse gehäutet. Im Nachhinein muss ich sagen, zum Urologen gehen und sich über eine Beschneidung beraten lassen ist wie als Schwein zum Schlachter zu gehen und zu fragen, ob eine Schlachtung ratsam wäre. Die verdienen damit einfach gutes Geld und somit sind sie befangen, meine Meinung! Eine Zweitmeinung, z.B. von einem Dermatologen wäre super schlau gewesen, tja. Der Urologe erzählte mir nur von all den tollen Vorteilen und was es für eine gute Entscheidung wäre, kennt man ja hier.
    Da es nie meine Absicht war, radikal beschnitten zu werden, sondern nur die Überlänge der Vorhaut los zu werden, inkl. der relativ engen, vernarbten und warzigen Stelle, fragte ich nach einer Teilbeschneidung, wovon der Urologe dringend abriet. Wie oben bereits erwähnt, war ich fest entschlossen diese Sache hinter mir zu lassen, also entschied ich mich kurzentschlossen für eine vollständige Beschneidung. Der Termin folgte vier Wochen später. Leider hatte ich es in der Zwischenzeit nur auf das Eurocirc Forum geschafft. Dort sind alle zu 100% pro Beschneidung und man gewinnt den Eindruck, es gäbe nichts Schöneres als sich 1-3 Mal Beschneiden zu lassen. Wirklich total krank aus heutiger Sicht. Ich befürchte dort werden viele Männer falsch beraten oder beeinflusst, so wie ich.
    Trotz keines klar guten Bauchgefühls nahm ich also den Termin wahr. Das hätte mich warnen sollen. Dank meiner minimal-Recherche wusste ich immerhin von den verschiedenen Beschneidungsstilen und hatte mir "high&loose" ausgesucht. Ich wollte so viel wie möglich der inneren Vorhaut behalten und das ganze sollte so nah wie möglich an eine Teilbeschneidung heran kommen. Ich habe es leider verpasst, mit dem Urologen das genaue Ergebnis vorher abzustimmen. Für mich war in dem Moment "high&loose" abgemacht und der wird das schon machen. Naiv...
    Vorab: Mein Frenelum hatte ich bereits vor vier Jahren von einem anderen Urologen entfernen lassen. Es war sehr kurz und in Kombination mit meiner damaligen Vorhautverengung total hinderlich, wie ich damals fand. Eine Entfernung verhalf auch tatsächlich zu Abhilfe, war aber natürlich trotzdem total dumm aus heutiger Sicht, da man auch hätte dehnen oder erweitern lassen können. Sowas wurde mir aber nicht angeboten und ich hatte keinerlei bedenken und habe nicht recherchiert.
    Nun lief die OP also. Es gab kurz Komplikationen beim vernähen der Stelle, wo bereits die Frenelum Narbe existierte. Dort ist jetzt ein ziemlicher Narbenwulst unterirdisch, ätzend. Nach zwei Wochen waren die Fäden raus, nach 4 Wochen alles verheilt. Tägliche Kamille-Extrakt Bäder. Narbenpflege sei nicht nötig, meinte der Urologe. Die Schwellung unter der Narbe begleitete mich wie oben erwähnt ein halbes Jahr. So viel zum Ablauf. Von der inneren Vorhaut wurde mir zum Glück ein guter Zentimeter gelassen, wo ich mir mehr gewünscht hätte, was ich aber ja nicht mit dem Arzt besprochen hatte, mein Fehler.

    Jetzt der wichtige Teil, die Folgen der OP und meine Schlüsse daraus:

    -Die ersten Wochen, während die Wunde abheilte war ich noch total sicher, dass alles toll sei. Die erste Ernüchterung folgte beim ersten Masturbieren. Das über die Eichel Rollen war nicht mehr wirklich möglich. Ok, davon hatte ich vorher gelesen und war einverstanden. Aber verdammt, das macht ja gar keinen Spaß mehr so! -> erster Minuspunkt
    -Beim ersten Samenerguss der nächste Dämpfer, während es vorher bei zurück gezogener Vorhaut einen Meter und weiter spritzte, plätscherte der Erguss nun nur noch so vorne raus. Musste an der noch bestehenden Schwellung liegen dachte ich, hat sich aber bis heute nicht sonderlich gebessert. Ich kann es mir immer noch nicht erklären, ggf. wurde bei den leichten Komplikationen an der Frenelum-Narbe in die Harnröhre gepiekst oder so? kA -> zweiter Minuspunkt, wenn auch sicher sehr untypisch
    -Dann fing ich endlich an, mich bei anderen Quellen im Netz einzulesen und stellte erstmals fest, wie ekelig sich im Laufe der Jahre bei ungeschützten Eicheln eine Hornhaut bilden kann. Oh man, dieser Punkte hätte mich glaube ich definitiv von einer vollständigen Beschneidung abgehalten!-> nächster Minuspunkt, erstmals das Gefühl, "Scheiße, du hast richtig Mist gebaut Junge..."
    -Weitere Recherche lehrte mich, was das Frenelum, die innere Vorhaut und das gefurchte Band so besonders machen. -> Das Gefühl, eine Fehlentscheidung getroffen zu haben wurde stärker
    -Der erste Sex und die Erkenntnis, ohne Gleitgel wird es echt super unangenehm! Gut, das kommt auch auf die Feuchtigkeit der jeweiligen Frau an, aber das natürliche Gleiten war nicht mehr so möglich wie vorher. Da bin ich den ganzen Pornos voll auf den Leim gegangen. -> ich fühlte mich immer beschissener
    -Die Wochen vergingen und so langsam sickerte mir durch, dass die Narbe so wie sie ist sich nicht mehr maßgeblich verändert. Dazu der Narbenschmerz, (der Gott sei Dank nach einem halben Jahr weitestgehend weg war)der einen täglich 24/7 an seine großartige Entscheidung erinnerte. Das Gefühl beim Orgasmus war auch nicht mehr wie vorher... Da hatte ich am meisten Angst vor gehabt, da mir Sex logischerweise wichtig ist. Deshalb ja auch immerhin eine nicht ganz radikale Beschneidungsart... Nur ohne Feinabstimmung.
    -Ich fühle mich dazu permanent nackt und entblößt. Im Eurocirc Forum berichten alle, wie männlich und erwachsen ein beschnittener Penis doch wäre. Wie kindlich ein Glied mit Vorhaut ausschaut. Wie "überlegen" sich einige unter der Gemeinschaftsdusche nun fühlen. Das trifft für mich alles genau im Gegenteil zu! Ich muss wieder eine Hülle um diese Eichel haben, das ist Fakt.

    Ich war an dem Punkt, wo man sagen kann: Wenn der Mensch keine Sorgen hat, macht er sich welche. Ohne gravierende Beschwerden (abgesehen von den Feigwarzen, welche über die Jahre auch massiv die Psyche belasten, für die es aber hätte super Behandlungsmöglichkeiten gegeben) habe ich mir ein gesundes Körperteil für 450€ entfernen lassen. Liest sich wie ein schlechter Deal, war es auch.
    Ich las immer mehr in Foren Betroffener. Irgendwann eben auch hier und dem Reddit Sub "foreskin_restoration". Eine neue Welt eröffnete sich mir, so viel Leid! Unfassbar. Wie konnte mir das vorher alles verborgen bleiben?

    Tausende Menschen, die als Kind keine Wahl hatten. Und ich? Mache es freiwillig und zahle Geld dafür, mir einen lebenslänglichen physischen und psychischen Schaden zuzufügen. Meine Enttäuschung über mich selbst kannte kein halten mehr. Ich bin ein total positiver Mensch und dafür bekannt, immer mit einem Lächeln durch die Gegend zu laufen. Aber nun fühlte ich das erste Mal in meinem Leben depressive Gefühle. Ich würde es so beschrieben: Wenn sonst ein schlechter Tag war, bin ich ins Bett gegangen und am nächsten Morgen sah die Welt wieder schön aus. Das funktionierte auf einmal nicht mehr. Ich wachte morgens auf und realisierte nach drei Sekunden, dass ich in meinem Alptraum gefangen bin, jeden Morgen. Den ganzen Tag waren meine Gedanken besessen von diesem Thema. In irgendwelchen "wichtigen" Besprechungen auf der Arbeit oder sonst wo war ich im Kopf abwesend. Alles wirkte völlig belanglos im Vergleich zum bestehenden Problem. Furchtbar! Wirklich schlimm. Ich habe jetzt einen Eindruck davon, wie so etwas Menschen zu Grunde richten kann.
    Nach ca. 3 depri Wochen habe ich dann beschlossen, wieder die Kontrolle über mein Leben zurück zu erlangen. Geholfen hat mir dabei sicher auch die Existenz meiner kleinen Tochter. Sogar ohne Schwanz würde ich weiter machen, nur um sie groß werden zu sehen. Nichts desto trotz möchte ich hier mein Mindset einmal niederschreiben, vllt. hilft es ja auch anderen von euch!

    Erstens: Aufhören mit "hätte, hätte.." Es bringt leider nichts. Es ist wie es ist und nun gilt es damit zu arbeiten und das beste raus zu holen.
    Zweitens: Nicht des ganzen Tag dran denken und im Internet das Leid anderer durch lesen, das zieht leider runter. (Ist dennoch wichtig, aber irgendwann ist gut)
    Drittens: Sich auch wieder sonstigen Interessen, Hobbies und schönen Dingen des Lebens widmen.
    Viertens: Überlegen, wie man die aktuelle Situation verbessern kann.
    Fünftens: Sich einbringen und anderen helfen, mit Rat zur Seite stehen, das fühlt sich gut an und kann helfen.

    Edited 14 times, last by LongRun (May 12, 2022 at 11:55 PM).

  • Ich habe mich ins Thema Vorhaut restoring eingelesen und beschlossen, sobald die OP ein Jahr in der Vergangenheit liegt, mit diesem Prozess zu beginnen, da ich meine Eichel in schlaffem Zustand gerne wieder bedeckt hätte. Vermutlich wird mir dann erst bewusst werden, was für eine lange, schwere Reise mich erwartet. Dennoch ist sie für mich alternativlos.

    Fazit:
    Würde ich die OP nochmal machen? Auf gar keinen Fall! Aus ein paar Problemchen habe ich ein echtes, bzw. eher das größte Problem meines Lebens geschaffen. Das muss nicht für jeden so sein, aber sollte man wirklich auf sein Glück hoffen? Dieses Risiko einzugehen war naiv und dumm. Aber ich muss es akzeptieren. Alleine schon aus Rücksicht auf die vielen Männer, die unter ihrer Zwangsbeschneidung leiden, würde ich heute diese Entscheidung nicht nochmal treffen, da es mich sehr viel Demut gelehrt hat. Ich hätte mich glücklich schätzen sollen, so eine lange Vorhaut zu besitzen.

    Es macht mich, wie sicher viele, richtig wütend, wie falsch man beraten wird wenn man nach den Beschwerden einer Beschneidung sucht. Dieses Thema gehört an die Öffentlichkeit und dafür möchte ich mich in Zukunft auch einsetzen. Von psychischen Folgen ist nirgends die Rede.

    Zum Abschluss noch einige Fotos von vorher/nachher.

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    Tag der Beschneidung. Der überlange Rüssel und diese ständige Feuchtheit darunter waren für mich nicht mehr ästhetisch. Unglaublich aus heutiger SIcht...

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    Das ganze nochmal mit zurück gezogener Vorhaut. Wie ich diesen Anblick gehasst habe. Narbige, zum Teil noch warzige Haut. Gott, hätte ich sie gerne wieder!

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    ca. 3 Wochen nach der OP. Alles verheilt aber noch geschwollen.

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    Der Bereich unten. Leider existiert kein vorher-Foto. Da ist jetzt ein Gnubbel, weil vorher schon die Narbe der Frenelum-OP bestand.

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    So sieht es heute aus mit zurück gezogener Haut.

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    So liegt es von selbst.

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    So, wenn ich die Resthaut vor schiebe.

    Seit 2 Wochen benutze ich Manhoods, um die Eichel zu schützen und gleichzeitig die restliche Vorhaut vorne zu halten. Mein Fazit bisher: Super! Vor allem hat es die Narbe elastischer gemacht, seit die Haut wieder vorne über dem Eichelrand liegt.

    Ich muss abschließend noch sagen, dass ich einfach unfassbar dankbar dafür bin, noch einen Rest innerer Vorhaut zu besitzen. Bei all der Naivität meinte es das Schicksal nicht komplett schlecht mit mir. Der Gefühlsunterschied zur Schafthaut beträgt Welten. Mein großes Ziel ist es, diese auf ca. die doppelte Länge wachsen zu lassen, damit die Eichel wieder damit bedeckt ist. Aber dazu in einem anderen Thread mehr.

    Mir ist bewusst, dass es hier vielen von euch schlechter geht als mir und ich kann mir nur halbwegs vorstellen wie ihr euch fühlt. Es tut mir super Leid.

    Dennoch Leute, das Leben ist schön und man darf es sich nicht vermiesen lassen! Man hat es nur ein Mal!

    Edited 3 times, last by LongRun (May 12, 2022 at 11:59 PM).

  • Hallo LongRun,
    ich finde es tatsächlich auch sehr wichtig, dass man mit der Problematik an die Öffentlichkeit geht.
    Ich würde es sogar als langfristig für gerechtfertigt halten, dass man als "Opfer" dieser Behandlung grundsätzlich Entschädigungsansprüche und beim Restoring Unterstützung durch spreziell geschulte Ärzte erhält. Aber das ist wohl leider nur Wunschdenken von mir...
    Ich finde deine Schilderungen sehr klar und deutlich. Das liest sich so gut und verdeutlicht die ganze Thematik, dass man sich deine Schilderungen durchaus als Artikel in einer Zeitung vorstellen könnte.
    Vereinzelt gab es ja auch schon in Zeitungen Männer, die sich zu den Beschneidungsfolgen geäußert haben - ich glaube das war auch hier im Forum schon verlinkt.
    Vor allem die NOZ (Neue Osnabrücker Zeitung) scheint dem Thema gegenüber sehr aufgeschlossen zu sein. Da gibt es wohl einen Redakteur, der schon mindestens 2 Artikel dazu veröffentlicht hat.
    Ein Erfahrungsbericht, so wie du ihn geschrieben hast, müsste aus meiner Sicht unbedingt in eine Zeitung. Top!

  • entschied ich mich für den Beschneidungsstil „high&loose“. In erigiertem Zustand ist die Vorhaut dann allerdings komplett auf Spannung

    Meinem Verständnis nach, bedeutet tight dass bei einer Erektion keine/kaum Haut bewegbar ist, während bei loose sich die Haut noch herumschieben lässt. Ein erfahrener Arzt sollte das einschätzen können, wie sehr sich ein Penis vergrößern kann. Auf der Webseite eines amerikanischen Arztes habe ich mal gelesen (und Fotos gesehen), er spritzt ein Medikament welches eine Erektion herbeiführt um so genau die Schnittmarken zu definieren.

    Und auch unter 'high' würde ich mehr innere Vorhaut verstehen.

  • Ich habe mal nachgemessen. Besitze noch 14 mm innerer Vorhaut. Mies. Ich glaube es liegt zwar im Rahmen, (Meine irgendwo mal gelesen zu haben, unter „high“ definiert man 10-30 mm Resthaut innen) ist für mich aber zu wenig. Ich hätte mir 20-25 gewünscht. Leider habe ich das verpasst zu vereinbaren, da ich mir vorher nicht ausreichend Gedanken gemacht habe.

    Sollte sich also jemand für eine Beschneidung entscheiden (wovon ich abrate), beachtet solche Details unbedingt vorher, damit das Ergebnis zumindest euren Vorstellungen entspricht.

  • Hi LongRun,

    Danke für deinen tollen Bericht!
    Ich sehe auch ein weiteres Opfer von Feigwarzen. Auch ich hab die, seit fünf Jahren am Harnröhrenausgang. Nur musste meine Beschneidung durchgeführt werden, weil ich eine narbige Phimose aufgrund der Aldara Behandlung entwickelte.

    Wann wurdest du beschnitten?
    Hier mein Ergebnis, low-tight: https://ibb.co/B4BqBzH
    Um ehrlich zu sein, bewegt sich bei einer Erektion auch noch ausreichend viel, und im schlaffen Zustand rutscht die Vorhaut auch gern mal über den Eichelkranz. Alles in allem passts mir :)
    Wie hast du denn die lästigen Narben wegbekommen? Bei mir ist der Übergang zwischen Schafthaut und Narbe noch gern mal gereizt, besonders, wenn ich länger dran herumgewerkelt hab. Ich vermute wegen der Narbe.

    Grüße!

  • Hallo esteban,

    das mit den Feigwarzen ist riesen Mist und super lästig. Drüben im Warzenschwein Forum gibt es Leute die zum Teil seit 10 Jahren damit rum doktorn. Aldara Salbe hatte ich auch benutzt zwischendurch. Außer dass ich dachte, meine Hoden entzünden sich und fallen ab hat die aber nichts geholfen. 30 Stück wurden mir dann weg gemacht mit dem Elektrokauter. "Heilt vermutlich ohne Narben ab." Nein. Tat es nicht. Allerdings war ich zu dem Zeitpunkt so verzweifelt, dass es mir vermutlich auch egal gewesen wäre. Veregen Salbe ist gut, weil man damit flächendeckend behandeln kann. Allerdings ist die Tube super klein und dafür super teuer. Diese Salbe kann man aber günstig mit Vaseline + Grüntee Extrakt selber herstellen. Das wäre vermutlich auch die Lösung für eine langfristige Behandlung unter der Vorhaut gewesen. Riesen-Warzen gehen gut mit Essigessenz weg. (3 min feucht drauf drücken mit Wattepad) -> Ok, Offtopic Ende.

    Danke für das Teilen deines Fotos! Bei dir sieht es soweit gut aus. Es scheint (zum Glück) nicht super tight geworden zu sein. Sei froh, dass du noch etwas Haut bewegen kannst. Schön, dass du mit der Entscheidung gut leben kannst, das freut mich. Ich tue mich noch immer sehr schwer.

    Ich wurde im November 21 beschnitten und habe die Narben gar nicht weg bekommen. Die sind so wie sie geheilt sind. Habe viel Narbenpflege mit Narbengel und Massagen gemacht. Aktuell Rizinusöl. Auf Reddit hat mir ein Amerikaner geschrieben, dass er seine Narben mit dieser Salbe nach einem Jahr von pink zu Hautfarben pflegen konnte:
    klick
    Gibt sicher etwas Äquivalentes bei uns! An sich sollte das aber ohnehin von alleine so geschehen irgendwann.

    Die Narbe braucht eben Zeit. Vor allem auch die Lymphen darunter. Durch die durchtrennten Nerven kann es bis zu einem Jahr dauern, bis sich genug neue Kanäle entwickelt haben, damit die Lymphen Flüssigkeit wieder ausreichend abfließen kann. Das ist aber bei jeder OP so.

    Mich belastet am meisten mein "Gnubbel" unter der Eichel, wo mal das Frenelum war. Da habe ich regelmäßig noch Schmerzempfinden was mich total runter zieht. Da musste der Doktor scheinbar tiefer verschließen oder so aufgrund der alten Narbe von der Frenelum OP, kA. Hätte er mehr innere Haut gelassen wäre diese unterirdische Stelle nicht erneut geöffnet worden denke ich. Naja.

    Ich habe mich die letzten Tage wieder zu intensiv mit dem Thema befasst. Die ganzen Restorer geben echte Hoffnung! Umso mehr ich über alles nach lese, desto mehr wird mir allerdings auch der Verlust bewusst. z.B. diese beiden Seiten:

    klick
    klick2

    Und wenn ich mir dazu die vielen Betroffenen mit Bildern und Geschichten ansehe, stimmt alles was da steht. Ich will dich damit nicht runter ziehen. Aber ich bewerte es als Fakt, dass die Eichel über die Jahre abstumpfen wird, eine Art Hornhaut bildet und jegliches Gefühl verliert. Davor habe ich Angst, weshalb ich restoren werde.

    Des Weiteren habe ich mich noch nie in meinem Leben so nackt gefühlt wie aktuell. Ich glaube das Gefühl, irgendwann die Eichel wieder in einer Vorhaut verpackt zu haben, wird mir grenzenlose Freude bereiten. Nunja ich muss noch einiges an Trauma-Arbeit überstehen scheinbar. Ich dachte letztens drüber weg zu sein aber das war eher nur eine ausgedehnte Ablenkung.

    An alle Unentschlossenen da draußen: Lasst eure Vorhaut dran Leute! Wenn die Natur keine Funktion mehr für diese vorgesehen hätte wäre sie schon lange verkümmert!

  • Hi LongRun,

    Ja im Warzenschweinforum war ich auch schon haha Ich glaub letzten Endes krieg ich sie nie mehr weg. Das ist halt so eine Sache, mit der ich leben muss. Manchmal hab ich wieder ein Tief, weil ich sehe, dass sie wieder da sind oder größer geworden sind. Aber letzten Endes ist der ausschlaggebende Faktor nur mein Kopf. Mein Arzt hat auch gemeint, dass die halt jetzt in der Schleimhaut sind die Viren, und da kann man nix dagegen tun. Ein Wiederauftreten sei sehr wahrscheinlich. Also warum mach ich mir so einen Kopf? Wenns wiederkommen, verwend ich irgendwas um sie wieder bisserl zu reduzieren usw. Meine Frau sieht das alles glücklicherweise sehr viel entspannter. Optional wäre noch das Weglasern, aber mir reichts mal mit OPs für dieses Jahr.

    Danke für den Tipp mit Rizinusöl! Ich werd mir das mal anschauen! Was sehr gut bei mir gerade hilft, ist einfache Vaseline. Die Eichelhaut ist dadurch nicht rau sondern so weich wie vorher. Ich schmiere aber auch konsequent drei, vier mal am Tag.

    Vllt noch einen Tipp, den ich dir geben kann bzgl deiner Vorhaut. Ich hab mir ganz altbacken den Leitspruch der AA zu Herzen genommen: Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich auch ändern kann, und die Weisheit, beide voneinander zu unterscheiden. Klingt saublöd, ich weiß. Aber lass es ruhiger angehen. Entspannter.

    LG

    PS: Ich war im Nov das erste Mal im Warzenschweinforum. Davor hab ich mir zwei Jahre lang keine Gedanke über die Feigwarzen gemacht. Und seitdem mach ich mich wieder komplett krank. Zu viel nachlesen ist echt nicht gut.

  • Ich bin absolut bei dir, dass man die Dinge absolut damit dramatisiert, solange man in der jeweiligen Bubble bleibt! Aber Beschneidung bzw. die Folgen dieser sind mMn keine Bagatelle, die man einfach weg ignorieren kann.

    Feigwarzen schon eher. Guck ma
    Hier:
    http://warzenschwein.forumprofi.de/t426f64-Mein-Schlachtplan.html

    Der hatte auch Warzen in der Harnröhre und hat sie irgendwie weg bekommen. Dass „die halt jetzt da sind“, ist zwar eine Aussage von deinem Arzt auf der man sich leicht ausruhen kann, wahr ist sie deshalb aber noch lange nicht. :P

    Das von dir erwähnte Zitat ist berühmt und natürlich total wahr. Einfach umzusetzen aber nicht. Ich werde mich aber bemühen!

    Ein natürliches Öl schmiere ich mir lieber permanent auf den Schwanz als Vaseline! Olivenöl soll ebenfalls gut sein für die Eichel.

  • Mal ein kleines Update hier.

    Mir ging es in letzter Zeit mental nochmal ziemlich mies. An einigen Tagen habe ich mich Abends ins Bett geweint. Aber ich glaube das ist langfristig gesünder, als sich immer nur vom Verlust/Schmerz abzulenken. Stand heute habe ich das Gefühl, mich wirklich mit der Sache abgefunden zu haben und nach vorne blicken zu können.

    Folgendes habe ich unternommen, um das Tal der Tränen nachhaltig zu verlassen und gute Emotionen zu sammeln:
    -kleine, monatliche Spende für Foregen eingerichtet. Das verdienen die alleine schon für die Hoffnung, die sie zehntausenden von Männern spenden. Ich halte es noch für viel Magie aber vllt. machen sie es ja eines Tages mit den regenerativen Vorhäuten. Heute starten übrigens die Tests an Schaafen… was auch immer die da genau testen.

    -habe einem guten Freund erzählt, dass es mir mies geht und ich bald mit ihm reden möchte, sobald ich kann. Er weiß noch nicht worum es geht aber wird mich nun darauf festnageln da er besorgt ist. Das war auch die Absicht, nun komme ich nicht mehr drum herum. Ich konnte mich bisher noch niemandem öffnen und das kann nicht richtig sein. Außerdem ist er Vater eines kleinen Sohnes, ich möchte also nicht nur mir helfen sondern ihn im besten Fall auch für dieses Thema sensibilisieren. Bin gespannt auf die Reaktion.

    -das Foreskinned Air Device ist die Tage angekommen. Ich besorge jetzt noch medizinisches Tape um die Harnröhren-Öffnung abzudichten und dann wird zeitnah getestet. Des weiteren habe ich ein Set Dichtungsringe (O-rings) bestellt, (Orangene aus Silikon, die sollen verträglicher sein als die schwarzen)die ich zum retainen verwenden werde. Damit scheint man später einen relativ original aussehenden „pucker“ generieren zu können, aber das ist noch weit entfernt.
    Zusätzlich suche ich noch nach einem
    dual-tension device, da manuelles Dehnen für mich im Alltag nicht regelmäßig genug möglich sein wird. Der DTR wird aktuell ja nicht nach DEU verschickt, daher hat sich mein Blick aktuell auf den relativ neuen Mantor-Restorer oder ein Foregestalt Device gerichtet. Mal schauen, ich werde berichten. Sobald meine Restoring Reise beginnt werde ich dazu aber einen separaten Thread eröffnen.

    -nachdem diese niederschmetternden Narbenschwellungen/Schmerzen so langsam (Gott sei dank…) wirklich vollständig abgeklungen sind, massiere ich nun zwei Mal täglich sehr intensiv die Beschneidungsnarbe, indem ich sie 5 Minuten mit relativ festem Druck zwischen Daumen und Zeigefinger rolle. Tag und Nacht klebe ich dann Narbenpflaster von Hansaplast drauf.
    Ich muss nach nun 10 Tagen berichten: Es zeigt Wirkung! Der zum Teil leicht erhabene, gnubbelige Narbenring wird deutlich weicher und der Übergang ist beim drüber streifen mit dem Finger kaum noch spürbar. Die Haut fällt auch geschmeidiger nach vorne auf den Eichelrand. Ein Traum! Ich freue mich derzeit jeden Tag darüber.

    Bis demnächst Leute, bleibt stark!

    Edited once, last by LongRun (June 24, 2022 at 8:17 PM).

  • Moin,

    es sind wieder einige Monate vergangen und ich wollte mal ein kleines Update rein stellen, da ich endlich mal wieder sexuell aktiv bin.

    Grundsätzlich beschäftigt mich das ganze immer noch massiv, aber die Zeit hilft einfach enorm beim verarbeiten. Das Trauma habe ich überwunden, meine Welt liegt nicht mehr in Scherben! Das ist schon so viel wert. Traurig über den Verlust bin ich dennoch nach wie vor massiv.

    Also ich habe eine Frau kennen gelernt die ich wirklich mag und wir daten seit einigen Wochen und hatten nun bereits einige Male Sex. Für sie ist es (wie erwartet) kein Problem, dass da unten etwas fehlt. Da sie sehr feucht wird beim Akt, wird auch die massiv eingeschränkte Beweglichkeit der Haut gut kompensiert, etwas Gleitgel/Spucke muss dennoch her halten. Dies würde aber vermutlich auch mit Vorhaut nicht schaden.

    Sensibilität:
    Ich trage 24/7 einen Silikon Retainer, da ich das Reiben der nackten Eichel in der Unterwäsche nicht gut ertrage und diese aber auch nicht abstumpfen lassen möchte. Dadurch resultiert, dass meine Eichel + die knapp 15 mm innere Haut die verblieben ist, nach wie vor sehr empfindlich sind. Ich spüre also noch was beim Akt, allerdings ist dies kein Vergleich zu vorher.
    Während vorher die Eichel auch erigiert immer bedeckt war und beim rein und raus kurzzeitig freigelegt wurde, ist diese nun permanent entblößt und dafür eigtl. zu empfindlich.

    Orgasmus:
    Wir haben es eine Nacht wirklich übertrieben und gute 5 Stunden mit kleineren Pausen Sex gehabt. Ich bin insgesamt 2x gekommen. Das erste Mal musste ich schon wirklich drauf hin arbeiten und das zweite Mal
    War ein purer Krampf bzw. erzwungen. Als Rahmen Bedingung noch: Ich hatte vorher gute 4 Tage keinen Orgasmus und stehe wirklich auf die Frau. Wir haben kein Kondom benutzt und ich war nüchtern.
    Vor einem Jahr, vor dem Cut, wäre ich bei diesem Pensum Mindestens 4x gekommen, das kann ich sehr gut beurteilen. Probleme nach kurzer Pause weiter zu machen habe ich glücklicherweise nie gehabt.

    Unabhängig von der Orgasmus Häufigkeit ist aber ja die Intensität viel mehr von Bedeutung, und diese ist in meinem Fall absolut mies. Mit Vorhaut waren heftige Ganzkörper-Orgasmen keine Seltenheit. Diese wo man danach richtig benebelt für einige Minuten einfach nur da liegt.(das waren immer die schönsten Momente :() Nun ist es oft eher eine lokale, auf die Eichel begrenzte Geschichte. Es passiert halt. Das ist absolut frustrierend. Ich hoffe wirklich das ändert sich noch, oder ist doch etwas Kopfsache, ich glaube aber eher nicht.

    Jetzt möchte ich nochmal ein paar Pro Circ Argumente entkräften:
    -man kann länger vögeln -> Das mag bei vielen zutreffen, bei mir ist es kein signifikanter Unterschied. Ich komme seltener ja, aber vorher konnte ich den Orgasmus viel besser steuern. Und selbst wenn, ist es wirklich so toll das stumpfe Teil da rein zu hämmern ohne wirkliches Gefühl? Mit der Aussicht, dass sich dieser Zustand noch jährlich verschlechtert? Sehr kurz gedacht.

    -weniger Infektionsrisiko weil sich Mikrorisse in der Vorhaut bilden wo Viren etc. besser eindringen können
    -> wir haben es zwar wild aber nicht völlig unnormal getrieben und ich hatte eine Wunde Eichel + Wunde Schafthaut ca. in der Mitte des Penis mit ordentlich Mikrorissen in der Haut. Das Argument lasse ich also nicht gelten. Das ist wie den kleinen Finger abschneiden damit er nicht brechen kann, aber die anderen Vier behalten.

    -Der Orgasmus ist heftiger, weil länger drauf hin gearbeitet wurde. (Prinzip wie beim Edging)
    -> Klingt in der Theorie plausibel, kann ich aber nicht bestätigen. Ich muss länger drauf hin arbeiten und er ist schwächer als früher. Viele berichten davon, ich habe jedoch den Eindruck die meisten sind als Kind beschnitten worden und reden sich das ein.

    Was bleibt? Man sollte das positive raus ziehen. Sex macht immer noch Spass! Allerdings fühlt es sich anders an. (Weniger gut) Eine Vorhaut ist einfach fantastisch. Die Gleitmechanik ist essentiell und eine Beschneidung zerstört die ganze Stimmulationsmechanik des Penis. Ein Erhalt ist um jeden Preis erstrebenswert.

    Ich kann immer noch nicht fassen, was der Urologe mir für eine Scheisse erzählt hat. Aber ich habe mir die Entscheidung mittlerweile verziehen.

    Habe jetzt 3 Wochen lang mit dem Restoring begonnen und 12 Std/ Tag geschafft. Es ist hart aber ich versuche mal 3 Monate durch zu halten und dann schauen. Das macht wirklich Hoffnung, es kann nur besser werden.
    Werde bei Zeiten einen eigenen Thread dazu erstellen.

    Edited once, last by LongRun (December 28, 2022 at 12:35 AM).

  • „Ich kann immer noch nicht fassen, was der Urologe mir für eine Scheisse erzählt hat. Aber ich habe mir die Entscheidung mittlerweile verziehen“.

    Dein Urologe sollte diesen Text unbedingt zu lesen bekommen.

    Der braucht meiner Meinung nach das Feedback. Man sollte ihm sagen, dass er „Scheiße“ erzählt hat.

  • LongRun:

    ich finde Deinen Beitrag mit dem Vorher – Nachher – Vergleich bedrückend, aber auch extrem wertvoll, weil er doch die wirklichen Veränderungen und Verluste zeigt – du bist eben noch nahe genug an dem „Vorher“ dran, und kannst es aus erster Hand beurteilen.

    Und fast schon erschreckend, nachdem Du trotz Beschneidung auf deiner Eichel noch immer sehr sensibel bist und auch noch einige innere Vorhaut hast, und trotzdem diese starken Unterschiede merkst.

    Wie krass muss der Unterschied bei einer verhornten Eicheloberfläche und einer low – Beschneidung erst sein ?

    Eigentlich gehört ein solcher Vorher – Nachher Vergleich auf jeden Aufklärungsbogen, den der Patient vorgelesen bekommt und dann unterschreiben muss – ebenso auch die Eltern, welche ihre Söhne ohne wirklichen medizinischen Anlass beschneiden lassen wollen.

    Bedauerlich ? - oder glücklich ? , wer den Vorher – Nachher – Vergleich nicht erleben kann, weil er vor dem ersten Mal beschnitten wurde ?

    Das Beschneidungsgesetz von 2012 veranlasst möglicherweise sogar beschneidungsaffine Eltern, diesen Übergriff an den noch nicht einwilligungsfähigen Kindern (also vor 8 Jahren ) durchzuführen, damit diese nicht widersprechen können, und vielleicht aber auch eben deswegen, damit diese später nicht merken, was ihnen genommen wurde...

    Ich finde, dass es für diese betroffenen Kinder ein Schicksal ist !

  • @Kopfstil
    Ich vermute deine Frage richtet sich an den Thread-Ersteller LongRun, aber ich möchte trotzdem dazu was sagen.

    Ich bin selbst als Kind beschnitten, die Beschneidung war nicht sehr radikal, so dass sich bei mir ein starker Sensibilitätsverlust erst über 30 Jahre hinweg sukzessive entwickelt hat. Nach Beginn der Stimulation kommt normalerweise eine längere Phase intensiver angenehmer Gefühle (Plateauphase), die sich dann in Wellen immer weiter bis zu einem Maximum (Höhepunkt) steigert und dann in Kontraktionen übergeht.
    Ich selbst spüre nur noch kurz bevor die Kontraktionen beginnen etwas - und zwar nicht sehr intensiv. Man kann das bei mir nicht mehr als gefühlsmäßigen Höhepunkt bezeichnen und ein Gefühl von sexueller Befriedigung bleibt somit oft aus.

    Ich denke, das mit dem Ganzkörper-Orgasmus erklärt sich ganz einfach aus der hohen Gefühlsstärke, die ein unbeschnittener Mann erlebt.
    Am Beispiel von Schmerzen kann man sich das vielleicht folgendermaßen vorstellen:
    Bei einer leichten Verletzung hast du einen lokalen Schmerz an der Stelle der Verletzung. Wenn der Schmerz allerdings sehr stark ist, dann ist das Gefühl so stark, dass es dich und deinen Körper komplett ausfüllt, so stark, dass du vielleicht sogar vor Schmerzen schreist.
    Ich glaube entsprechend verhält es sich mit dem "Ganzkörper-Orgasmus" nur eben, dass das Gefühl dabei angenehm ist.
    D.h. wenn der Penis durch die Beschneidung sehr unempfindlich ist, ist das "Gefühl" nur schwach und du nimmst es daher nur lokal im Bereich der Eichel/Vorhaut wahr. Ein intakter Mann wird dagegen sehr starke Gefühle erleben, die seinen ganzen Körper ausfüllen.

    Vielleicht kann mich ja einer der (ehemals) intakten Männer ggf. berichtigen, falls ich mit der Beschreibung falsch liege.

    Zu Dir:
    Wurdest Du schon als Kind beschnitten? Wie ist es bei Dir mit den Empfindungen? Du spürst auch fast nichts vor den "Kontraktionen"?
    War es bei dir schon immer so?

    Edited once, last by Logo (January 1, 2023 at 11:16 PM).

  • Ein intakter Mann wird dagegen sehr starke Gefühle erleben, die seinen ganzen Körper ausfüllen.
    Vielleicht kann mich ja einer der (ehemals) intakten Männer ggf. berichtigen, falls ich mit der Beschreibung falsch liege.

    Ich kann leider nicht behaupten, daß es immer so ist, aber bei mir (intakt) dauert ein wirklich guter Orgasmus ca. 15-25 Sekunden und schauert von den Beinen bis über die Schädeldecke. Die Kontraktionen packen den ganzen Körper, in den Ohren rast der Puls, die "Gänsehaut" zieht vom Rücken über Nacken bis in den Schädel- es ist eigentlich unbeschreiblich.

    Die Plateauphase ist bei mir vom Gefühl her nicht so stark und sie zu knacken um in den Orgasmus zu kommen ist die eigentliche Herausforderung.

    Gruß
    Hickhack

  • Die Plateauphase ist bei mir vom Gefühl her nicht so stark und sie zu knacken um in den Orgasmus zu kommen ist die eigentliche Herausforderung.

    Deine Schilderung wundert mich ein bisschen. Weil das im Grunde dem entspricht, was m. E. beschnittene Männer oft erleben. Ich denke, viele Beschnittene spüren in der Plateauphase so wenig, dass sie sich durch die Plateauphase regelrecht hindurchzwingen müssen, um dann wenigstens einen "Orgasmus" zu spüren. Orgasmus habe ich bewusst in Anführungszeichen gesetzt, weil er für einige Beschnittene kein wirklicher gefühlsmäßiger Höhepunkt mehr ist, sondern eher eine reine Ejakulation. Ich glaube aber, die meisten intakten Männer und Frauen, genießen es vor allem die angenehme Plateau-Phase möglichst lange hinauszuzögern (sog. Edging). Und das macht natürlich nur Sinn, wenn man(n) auch was davon hat. Einem Beschnittenen, der dabei nichts spürt, bringt die Plateauphase halt nichts....

  • Plateau phase kenne ich nicht. Ich nann höchstens kurz vorm irgasmus stoppen das fühlt sich gut an ubd dann weitermachen aber mit Kondome sehr schwierig

    kann 4-5 orgasmen in 2 stunden haben wohl als Kompensation für die entgangene plateauphase

    was ich merke ist das wenn ich einen cockring verwende die innere vorhaut mehr frei liegt und gereizt wird da ich loose beschnitten bin wird die sonst übergangen beim sex

    welches onaholes etc verwendet ihr? Gubt es da für uns

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