Neuvorstellung und meine Leidensgeschichte

  • Wird das Genital etwa nicht reduziert, indem Teile davon abgeschnitten werden?
    Ist das Entfernen eines (Teils eines) Körperteils keine Amputation?
    Handelt es sich nicht um Verstümmelung, wenn ohne medizinische Indikation oder gar aus religiotischem Wahn Amputationen vorgenommen werden?
    Und da es sich hier um einen für das sexuelle Empfinden wesentlichen Teil eines Genitals handelt, ist es per definitionem Genitalverstümmelung, sofern es gegen den Willen des Betroffenen und ohne gesicherten medizinischen Grund getan wird (und davon gibt es verdammt wenige). Selbst dann wird gern ALLES abgeschnitten, was erogen ist, auch gern das Frenulum bis rauf zur Harnröhre. Keine Verstümmelung?

    Insofern sind das rein deklarative Begriffe und sicherlich kein Agitprop, meinst nicht auch?

    Man sollte sich immer klarmachen, wobei es sich hier handelt. Eine "Beschneidung" verbinde ich eher mit einem Rosenstrauch, der dann wieder nachwächst.

    Edited once, last by bastian1978 (January 2, 2025 at 6:55 PM).

  • Burkhard: Ja, ich habe ein Problem in meinem Kopf, aber eben nicht in meinem Unterbewusstsein, sondern in meinem Bewusstsein und ich weiß auch ganz genau, woher dieses Problem kommt. Ich habe auch keinerlei Therapiebedarf, denn der Therapeut kann mir das Körperteil, das mir genommen wurde, nicht wiedergeben. Für mich gibt es nur einen Weg. Restaurierung oder Regeneration. Du kannst ja gerne mal ein Experiment machen: Lass dir ein Augenlied entfernen oder einen Teil deiner Lunge. Anschließend sprechen wir dann darüber, welche Psychotherapie für dich am geeignetsten ist, wenn du nichts mehr siehst oder schlecht Luft bekommst.


    Ich glaube, Du hast mich überhaupt nicht verstanden. Das Unterbewusstsein bestimmt unser Empfinden und fast alles was wir tun oder unterlassen. Wie das Wort "Unterbewusstsein" schon sagt, ist es uns nicht bewusst, aber doch ständig vorhanden. Denkst Du denn über alles nach was Du tust, jeden Handgriff? Weißt Du immer warum Du etwas fühlst?

    Sicher ist Dir bekannt, dass kleine Kinder ganz leicht eine fremde Sprache lernen können. Ihr Gehirn ist noch sehr formbar und das Unterbewusstsein spielt dabei die Hauptrolle. Erwachsene können das nicht so leicht und alte Menschen nur noch sehr schwer. Leider gilt das auch für Traumatisierendes.

    Was passiert mit einem Kind das beschnitten wird, welches diese Körpermodifikation vielleicht sogar traumatisiert? Oder danach durch der Umwelt negative Dinge erfährt? Verletztende Worte etwa?

    Hat das etwa keinen Einfluss auf das Bild vom eigenen Körper? Hat das keinen maßgeblichen Einfluss auf die spätere Sexualität?

    Auch die Selbstbefriedigung und der Sex erregen mich zwar emotional (Kopfkino) und mal mehr und mal weniger körperlich, aber das große Gefühlskino bleibt eben aus. Ich eifere immer relativ schnell auf den Orgasmus hin und kann mich nicht fallen lassen. Das führt dazu, dass ich verkrampfe und zwanghaft versuche, Abwechslung reinzubringen (Sex mit wechselnden Partnerinnen, übermäßiger Pornokonsum...). Ich merke trotzdem nach jedem Orgasmus, dass die Befriedigung nicht anhaltend ist. Ich habe immer das Gefühl, etwas hinterherzurennen, dass ich einfach nicht erreichen kann und wünsche mir nichts sehnlicher, als intakt zu sein. Jedes mal, wenn ich meinen Penis sehe, werde ich an diesen lebensverändernden Eingriff und das damit einhergehende Trauma erinnert.

    Befriedigung nach dem Orgasmus ist nie anhaltend, sonst wäre Sex eine einmalige Sache. Es gibt Männer, die täglich Sex haben und jede Möglichkeit nutzen, ohne beschnitten zu sein. Scheinbar hält die Befriedigung da auch nicht lange. Übermäßiger Pornokonsum ist übrigens auch nicht das "Privileg" beschnittener Männer.

    Wenn Du dich beim Sex nicht fallen lassen kannst, wie Du sagst, dürfte das daran liegen, dass Du Dich dabei ständig selbst beobachtest, beurteilst und Dich dabei verkrampfst. Ist das so? Ist das Dein "freier Wille"? Ich glaube nicht, sondern ich vermute die Ursache im Unterbewusstsein. Du vertraust Deinem Körper nicht. Auch wenn Deine Eichel unempfindlicher ist, kannst Du doch "rein technisch" Geschlechtsverkehr haben?

    Genau bei solchen Problemen kann eine Sexualtherapie ansetzen. Für so etwas sind entsprechend spezialisierte und erfahrene Psychologen zuständig, nicht der Psychologe um die Ecke. Zwar kann das die Empfindlichkeit Deiner Eichel nicht erhöhen, aber es kann Dir helfen mit "dem was Du hast" eine befriedigende Sexualität zu haben. Mein Vorschlag mal in Richtung Sexualtherapie zu blicken und es kann ja nur ein Vorschlag sein, erscheint mir daher naheliegend.

    Deine Vorhaut ist nun mal weg und sie wird auch nicht wiederkommen, jedenfalls wenn Du radikal beschnitten bist (low & tight?). Da brauchst Du für (vielleicht) 3 cm Überdeckung der Eichel, 6 cm mehr Haut, denn die Vorhaut liegt doppelt. Das ist wirklich sehr ambitioniert. Restoren erscheint mir nur bei Teilbeschneidungen und Loose-Beschneidungen realistisch. Mess doch mal Deinen persönlichen Hautbedarf nach.

    Das ist meine ehrliche Meinung dazu und was anderes kann ich Dir nicht sagen und wenn Du nicht offen bist für andere Sichtweisen und andere Wege nicht in Erwägung ziehen willst, kann ich Dir auch nicht helfen. Es ist Dein Leben, nicht meins.

  • Hier meint also jemand, bei "fremdbestimmt" sei im Kopf etwas nicht in Ordnung. Ich glaube eher, bei fixierten Körpermodifikationsfetischisten könnte im Kopf etwas nicht ganz in Ordnung sein.
    Normal ist, dass man seinen gesunden Körper, wo wie er ist als Geschenk betrachtet und achtet. Und heil und ganz lässt. So, wie es die meisten Menschen und überhaupt die meisten Lebewesen halten.

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht die eigene Ehefrau zu schlagen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht die eigenen Kinder zu züchtigen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht andere Menschen vollzuqualmen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht auf geschlechtliche Diskriminierung (gibt es leider in einer Form immer noch, §1631d BGB)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht auf Körperverletzung (gibt es leider in einer Form immer noch, §1631d BGB)

  • Diese Personen als "genitalreduziert" zu bezeichnen finde ich stark abwertend

    Wer macht denn so etwas? Es bleibt jedem selbst überlassen, wie er sich mit dem, was ihm belassen wurde fühlt. Objektiv wird bei einer Zirkumzision das Genital reduziert, da beißt keine Maus einen Faden von ab.
    Aber man sollte Männer, denen solches widerfahren ist nicht als "reduziert" oder "verstümmelt" bezeichnen. Was soll das?
    Allerdings sind die Bezeichnungen "Beschnitten" und "Unbeschnitten" eben auch kritisch zu sehen. Allein das Wort "Beschneidung" ist irreführender Euphemismus. Da wächst nichts mehr nach. Da wird etwas ab-geschnitten und somit für immer zerstört.

    "Un-beschnitten" hat etwas von "unfertig", suggeriert, da wäre etwas vergessen worden, noch zu machen - dabei geht es um den natürlichsten Zustand der Welt, der normalerweise lebenslang anhält.

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht die eigene Ehefrau zu schlagen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht die eigenen Kinder zu züchtigen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht andere Menschen vollzuqualmen (gab es mal)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht auf geschlechtliche Diskriminierung (gibt es leider in einer Form immer noch, §1631d BGB)

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht auf Körperverletzung (gibt es leider in einer Form immer noch, §1631d BGB)

  • fremdbestimmt: Welche Art von Silikonhülle verwendest du (genaues Produkt). Ich bin immer noch auf der Suche nach was, das bei einem "Blutpenis" besser hält als Senslip oder. Manhood.

    P.S.: Ich muss leider feststellen, wenn man auf die 50 zugeht, so rund 40 Jahre nach der Beschneidung, wird es mit dem Empfindungsmangel so gravierend, dass es schon schwierig wird überhaupt noch zu kommen. Der Sensibilitätsverlust war ein kontinuierlicher Prozess über Jahrzehente, aber mit zunehmendem Alter beschleunigt sich der Prozess. So jedenfalls mein Eindruck. Ist das bei anderen, bei denen die Beschneidung rund 40 Jahre zurückliegt auch so ein Problem?

  • Hallo
    Ich , 74 ..... habe jetzt nach 6 Urologen Besuchs Untersuchung im weiten Umkreis immer die Selbe Standart Erklärung bekommen : "weg damit - Total OP dann hast Ruhe für immer , bei Teilb. kommt die P. wieder zurück " Welch eine Demütigung bei dieser Weisen Zunft !!!
    Und wehe man giebt zu Bedenken :" hab in Foren Gelesen , möchte eine 2. Meinung usw-- " bei denen ist alles Majestäts Beleidigung -- Sie Besserwisser .... noch das Harmloseste .
    Mittlerweile weis ich warum die auf " Total Endf. " Abfahren .
    Im Falle einer zeitnahen OP wiederholung müssen die Ärzte ne Nachbeschn. selber Bezahlen !
    Jetzt habe ich in Kürze ein 7 . Vorgespräch mit einer evt. möglichen Teilbeschneidung .
    Leute ich hab in diesem Forum wichtige Aspekte u. Erfahrungen Kennen Gelernt .
    Darum Kämpfe ich für mein gutes - wichtiges stück V.Haut bis zur Erschöpfung .!
    Vor ca. 30 J. hatte ich schon mal eine T. Beschneidung ich weiss wofon ich Rede u. Schreibe !

  • fremdbestimmt: Welche Art von Silikonhülle verwendest du (genaues Produkt). Ich bin immer noch auf der Suche nach was, das bei einem "Blutpenis" besser hält als Senslip oder. Manhood.
    P.S.: Ich muss leider feststellen, wenn man auf die 50 zugeht, so rund 40 Jahre nach der Beschneidung, wird es mit dem Empfindungsmangel so gravierend, dass es schon schwierig wird überhaupt noch zu kommen. Der Sensibilitätsverlust war ein kontinuierlicher Prozess über Jahrzehente, aber mit zunehmendem Alter beschleunigt sich der Prozess. So jedenfalls mein Eindruck. Ist das bei anderen, bei denen die Beschneidung rund 40 Jahre zurückliegt auch so ein Problem?

    Ich nehme eine Art Plastikkappe für Fußzehen:

    https://www.amazon.de/Zehenkappen-Ze…=1&gad_source=1

    Hiervon nehme ich die für die großen Zehen. Die sind ein, zwei Tage recht eng und passen dann wie angegossen. Man muss sie natürlich täglich waschen und regelmäßig wechseln.

    Hab leider nirgends ausschließlich die Großen gefunden, sondern immer nur im Gesamtpaket.
    Habe keinen Vergleich zu anderen Produkten, aber meine Eichel schält sich und ist weicher geworden (mache das seit ca. 6-7 Monaten).

    Ich restauriere neuerdings auch manuell mehrmals täglich. Das sind beides Punkte, die mir enorm helfen.

    „Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto größer ist sein Anrecht auf Schutz vor menschlicher Grausamkeit.“

    -Mahatma Gandhi-


  • Ist es denn medizinisch unbedingt notwendig?
    Hast du schon alles andere versucht? (Cremes etc.)
    Geh mal zum Dermatologen und nicht zum Urulogen!

    „Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto größer ist sein Anrecht auf Schutz vor menschlicher Grausamkeit.“

    -Mahatma Gandhi-

  • Burkhard: Sicher spielt das bei fremdbestimmt mit rein, keine Frage, das lese ich so auch heraus.
    Aber es lässt sich nicht nur mit pyschologischen Problemen begründen. Auslöser bzw. Verstärker und Grund dafür ist eben immer noch auch zum großen Teil die Beschneidung.
    Und das kannst du nicht nur mit "Psychischen" Problemen negieren, das ist doch das Ding, woran sich alle hier aufhängen.

    Sicher spielt das eine zum anderen. Möglicherweise würde ihm eine Sexualtherapie eine neue Sichtweise ermöglichen und vielleicht auch seine Sexualität etwas bereichern.
    Aber wir kurieren hier etwas, was ohne Beschneidung überhaupt nicht entstanden wäre.

  • Danke sehr, torben12. Was mußte ich mich hier anfeinden lassen, nur weil ich stets sage, wie es ist. Denn leider ist es genau so, wie Du sagst.

    In einem Parallelthread ist jemand wegen einer schiefen Naht besorgt, realisiert aber scheinbar gar nicht, was man ihm wegen einer angeblichen Phimose da eigentlich angetan hat: der hat NOCH weniger innere Vorhaut als ich, nämlich exakt gar keine, die (zu kurze) Schafthaut direkt an die Eichel angenäht. Und natürlich auch kein Frenulum, nicht mal ein Rest noch vorhanden.

    Und da werden ihm dann Sachen geschrieben wie "jetzt kannst Du Dich besser auf die Stimulation der Eichel fokussieren", "freunde Dich damit an", "andere haben auch kein Problem damit". Später kam heraus, dass dem OP von vorn herein absolut nicht klar war, dass das, was man da getan hat, sadistische Genitalverstümmelung ist, aber ganz sicher keine indizierte Therapie für das vorher diagnostizierte Problem.

  • Ich habe mir lange Gedanken gemacht, weshalb sich einige User hier angefeindet fühlen, obwohl niemand einen Grund oder die Absicht dazu hätte. Daher würde ich gerne meine Gedanken mit euch teilen.
    Was für den User @fremdbestimmt gilt, hätte niemand besser formulieren können, als @torben12 in seiner Aussage, dass hier etwas kuriert wird, was ohne Beschneidung überhaupt nicht entstanden wäre - insbesondere weil hier keine nachweislich medizinische Indikation vorgelegen hat, und dieser Fall wieder verdeutlicht, wie gerne und voreilig Ärzte zum Skalpell greifen.
    Allerdings darf man den von @bastian1978 angespochenen Parallelthread nicht in einen Topf werfen, weil hier der Hintergrund sich ganz anders darstellt. Dort nämlich schrieb der User, dass sich das Gefühl nach der Beschneidung gut anfühle, er keinerlei Einschränkungen verspüre, und er froh wäre, dass das medizinische Problem nun gelöst wäre. Es bestand nämlich keine klassische Phimose, sondern eine extrem ausgeprägte Verklebung der Vorhaut mit der Eichel, die flächenmässig so gross war, dass eine im vergangenen Sommer stattgefundene OP diese Verklebung nicht vollständig lösen konnte. Der User war jedoch verunsichert, weil er seine Narbe als schief oder schräg verlaufend empfunden hat, und uns um Rat gefragt hat - leider erst im Nachhinein, nach erfolgter Zirkumzision. Ich wollte ihm mit meinem medizinischen und rechtlichen Fachverständnis beiseite stehen, und habe daher die von @bastian1978 oben zitierten Formulierungen verwendet. Dabei stellte ich mir folgende Frage: Wie soll ich antworten, um einerseits den User nicht zu sehr verunsichern, wenn er gefühlsmässig keine Probleme empfindet? Soll ich ihm Hoffnung und Mut zusprechen? Denn seine Frage betreffend schiefer Narbe hat sich insofernselbst beantwortet, als anscheinend während dem Abheilen sich die Beschneidungsnarbe erneut an die Eichel geheftet hat, und sich diese nun langsam von selbst ablöse. Soll ich ihm die Wahrheit sagen, oder so formulieren, dass er komplett verstümmelt wurde, ihn dadurch verunsichern, sodass er eventuell in ein psychisches Loch fällt? Wer fängt ihn dann auf? Hier spreche ich den Beitrag von @Burkhard an, dass Traumata und deren Folgen von Person zu Person in unterschiedlicher Intensität entstehen und erlebt werden können, und auch das Unterbewusstsein und die eigene Einstellung zu seinem Zustand nicht zu vernachlässigen sind. @bastian1978 hingegen meinte, man soll die Wahrheit sagen, gnadenlos, damit der Betroffene weiss, was ihm passiert ist, und dass er verstümmelt wurde. Wer hat nun recht? Wie lautet die richtige Antwort in diesem Fall?
    Ich glaube, dass der Grat sehr schmal ist. Alle Schreiber von hier teilen das gleiche Grundthema, jedoch ist die Herangehensweise unterschiedlich. Aus meiner Sicht gibt es 3 Arten von Herangehensweisen. Die erste ist, dass man die Problematik aus der medizinischen Sichtweise sieht, die nunmal Probleme schnell und kurzfristig lösen will, ohne jedoch an die Spätfolgen zu denken. Die zweite ist, dass man dem Betroffenen Mut zuspricht, wenn die OP bereits erfolgt ist, und er sich nicht vorher an uns gewandt hat, sondern uns erst im Nachhinein mit dem Ergebnis konfrontiert. Und die dritte ist, den User auf die Spätfolgen hinzuweisen, damit er über den Vorgang und den Sinn bzw Unsinn bescheid weiss, er rechtliche Schritte einleiten kann, und vor allem vorsorgen kann, um den zu erwartenden Gefühlsverlust im Laufe der Jahre möglichst hinauszögern zu können, zb durch Hilfsmittel oder dem Versuch von Restoren.
    Aus meiner Sicht ist ein Forum dazu da, um sich unterschiedliche Meinungen anhören zu können, um daraus das Passende für sich selbst entnehmen zu können. In der Psychologie gibt es mehrere Stufen er Trauerbewältigung (Prozess der Akzeptanz eines Problemes), und es hängt vom Betroffenen ab, in welcher Stufe er sich befindet, dh ob er überhaupt schon so weit ist, dass er einzusehen bereit ist, dass er eine Verstümmelung erfahren hat. Ich möchte damit sagen, dass Jeder von hier nur in positiver Absicht schreibt, und dennoch diese Aussagen von manchen als negativ oder feindlich angesehen werden, weil sich diese bereits in einem fortgeschritteren Stadium der Beschäftigung ihrer Situation befinden, viel mehr Erfahrung aus der Praxis mitbringen, die Auswirkungen intensiver erleben, und damit selbst aktuell mehr leiden.
    Ich glaube, wir alle sollten uns in diesem Forum hier zusammentun, und unser Wissen mit den Fragestellenden so teilen, dass ihnen in ihrer jeweiligen Situation geholfen wird, ohne schönzureden, aber auch ohne zu sehr zu verunsichern. Und falls sich @bastian1978 in einem meiner früheren Beiträge angefeindet gefühlt hat, so war dies zu keinem Zeitpunkt meine Absicht. Ich stimme ihm zu, dass es wichtig ist, dass man einen Betroffenen aufklärt und ihm Möglichkeiten aufzeigt, wie er seine Situation -wie erwähnt leider erst im Nachhinein an uns gewandt- in den Griff bekommt, verbessern und die Spätfolgen möglichst hinauszögern kann. Damit glaube ich, dass wir alle hier einen gemeinsamen Nenner haben, jeder seine Erfahrung und sein Wissen einbringen kann, um uns gegenseitig und neuen Usern zu helfen.

    Edited 7 times, last by Manulein (January 17, 2025 at 2:25 AM).

  • Manulein: sehr gut alles auf den Punkt gebracht, was das Dilemma verdeutlicht in dem wir alle Stecken.

    Ich kann Bastian und seine Sichtweise genauso verstehen, wie frembestimmt. Und auch Burckhard seine, wenn er -wie ich vermute- nur helfen will,
    fremdbestimmt eine neue Blickrichtung aufzuzeigen.
    Und ja, nicht jeder sieht sich verstümmelt, wie ich z.B., wo das ja auch tatsächlich passiert ist, aufgrund grober Schnitzer des Arztes. Aber es gibt auch gut
    gemachte Beschneidungen, die optisch sehr gut ausgeführt wurden und in der Nachsorge hervorragend vom Arzt begleitet wurden.
    Ich werfe da nicht alle über einen Kamm.
    Ich bin gegen jede Beschneidung, die an nicht einwilligunspflichtigen Kindern und aus religiösen oder gesesllschaftlichen DrRuckgründen ohne medizinischen Grund vorgenommen werden, bitte mich nicht missverstehen. Und ich weiss, das jede Menge erogenen Material entfernt werden.
    ABer es gibt , das ist genauso wahr auch gute Urologen, die das um das wissen und eine gute Operation durchführen und so viel retten von dem was möglich ist. Genauso wie es Ärzte gibt, die nur an ihre Tasche denken und so eine OP anbieten ohne sie zu beherrschen.

    Und nicht bei allen Beschnittenen ist ein Leidensdruck da, auch da gibt es.
    Deswegen : Manulein Chapeau, besser hätte man es nicht auf den Punkt bringen können.

  • Alles richtig und korrekt, insbesondere @Manulein hat es definitiv auf den Punkt gebracht, somit sind endlich alle Mißverständnisse ausgeräumt. Jedoch, @torben12 - "gut gemachte Beschneidungen", "optisch sehr gut", da sehe ich schon wieder eine Präferenz. Was ist an Genitalverstümmelung gut oder sogar "optisch gut"?

  • Ach ja, es gibt noch einen Grund, warum man nichts beschönigen und nur die Wahrheit über die männliche Genitalverstümmelung schreiben sollte.

    Stellt euch vor, da bekommt jemand vom Arzt die Empfehlung, sich alles abschneiden zu lassen. Und der ist dann unsicher und sucht im Internet, stößt vielleicht auf dieses Forum. Und da liest er dann Dinge wie "nicht so schlimm", "andere haben das auch", "funktioniert doch noch alles", "Gefühl ist sogar besser". Und zack! Wieder ein Opfer mehr.

  • Alles richtig und korrekt, insbesondere @Manulein hat es definitiv auf den Punkt gebracht, somit sind endlich alle Mißverständnisse ausgeräumt. Jedoch, @torben12 - "gut gemachte Beschneidungen", "optisch sehr gut", da sehe ich schon wieder eine Präferenz. Was ist an Genitalverstümmelung gut oder sogar "optisch gut"?

    Es gibt seltene Fälle wo eine Beschneidung medizinisch Begründet ist. Und in diesen Fällen sollte halt vernüftig operiert werden. Und es gibt ja offensichtlich Ärzte die das nicht können oder wollen.

  • Allerdings darf man den von @bastian1978 angespochenen Parallelthread nicht in einen Topf werfen, weil hier der Hintergrund sich ganz anders darstellt. Dort nämlich schrieb der User, dass sich das Gefühl nach der Beschneidung gut anfühle, er keinerlei Einschränkungen verspüre, und er froh wäre, dass das medizinische Problem nun gelöst wäre

    Da warst Du wohl - erwartungsgemäß - ein wenig voreilig. Mittlerweile äußert er sich doch - ebenfalls erwartungsgemäß - ganz anders. Das ist wichtig, um Personen, die vor einer ähnlichen Entscheidung zu stehen, nicht aufs Glatteis zu führen.

  • @bastian1978 Ich trete dir gegenüber stets verständnisvoll und fair gegenüber, und wenn ich mich immer wieder von einem deiner bisherigen Beiträge angepöbelt gefühlt habe, bin ich darüber hinweggegangen, oder habe dir sogar zugestimmt. Deshalb kann ich nicht verstehen, weshalb du schon wieder auf eine so rechthaberische Weise meine Beiträge zerpfücken musst, als hättest du das zwanghafte Verlangen, mich besiegen zu wollen. Der Hulk hatte zum Zeitpunkt, als ich meinen Beitrag geschrieben habe mitgeteilt, dass er gefühlsmässig keine Probleme hatte. Nun könnte ich - in deiner Manier - behaupten, dass deine Beiträge ihn negativ beeinflusst haben, als sogenannte selbsterfüllende Prophezeihung. Es liegt einfach Zeit dazwischen, die es stets zu beachten gilt, in der sich Situationen verändern. Daher ist vor allem dein leztzer Beitrag wirklich unfair mir gegenüber. Wenn du dich schon so sehr auf diesen meinen von dir zitierten Beitrag versteifen möchtest, dann lese doch nochmals meinen letzten Absatz. Niemand will irgendwem etwas Böses, und wir alle sind uns einig, dass eine Beschneidung stets mit Problemen behaftet ist, aber musst du deswegen so rechthaberisch und beinahe angriffig mir gegenüber sein?

    Und noch etwas: Immer wieder habe ich versucht, dich auch einzubeziehen, in Fragestellungen von anderen Beiträgen. Du kennst dich aus mit Restoren, eventuell mit Salben, oder auch, als du erzählt hast, dass du so viele Unterlagen über die in Internaten vollzogenen Zwangsbeschneidungen gesammelt hast. Dennoch kam trotz meines gezeigten Interesses bisher nie etwas von deiner Seite dazu, sondern immer nur monotone Wiederholungen von Gefühlsverlusten. So recht du auch hast, so gerne würde ich dich auch zu konstruktiveren Beiträgen einladen. Ich bin mir ganz sicher, dass du auch über solche Themen viel zu erzählen hast, weshalb versuchst du es nicht einmal damit?

    Edited 2 times, last by Manulein (March 2, 2025 at 8:46 PM).

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