Posts by Manulein

    Das Wichtigste ist, dass man die Haut mehrmals am Tag nach unten / hinten zieht, damit ausreichend Luft dran kommen kann. Puder oder Salbe würden dann beide ihren Zweck in gleicher Weise erfüllen. Alternativ könnte auch ein Tupfer helfen, den man dünn mit Creme einstreicht, und dann zwischen die Hautschichten legt, damit diese nicht zusammen wachsen.

    Wenn du erzählst, dass man an der Unterseite nichts mehr korrigieren kann, und du dich damit abfinden müsstest, dann schockiert mich das sehr. Denn du bist hier unverschuldet Opfer von Ärzten bzw deren schlechter medizinischer Leistung und Versorgung geworden, und das ist unverzeihlich. Da fühle ich sehr mit dir.

    Hallo Hulk, die Verklebungen dürften laut Foto jetzt gelöst sein, endlich hast du zumindest im anderen Krankenhaus die benötigte Behandlung bekommen. Jetzt ist es deine Aufgabe zu schauen, dass sich da nichts mehr verklebt. Deine Schmerzen kann ich gut nachvollziehen, wenn nur Emla verwendet wurde, weil diese ja nicht zwischen die verklebten Hautschichten gelangt.

    Wurde die Verklebung an der Unterseite auch gelöst, wie sieht es dort aus?

    Darf ich fragen, mit welchen Methoden die Ärzte die Verklebungen gelöst haben, mit einem Skalpell, oder mit Zangen?

    Das bestreite ich gar nicht. Aber beim "German Cut" sind die Dorsalnerven, das sind die Hauptnerven (!) zur EIchel, wesentlich grösserer Gefahr ausgesetzt, verletzt zu werden. Dann ist nämlich der "German Cut" noch viel mehr perfekt ausgeführt (Achtung, Ironie), als wenn "nur" die innere Vorhaut komplett abgetragen ist.

    "Uncut" ist das englische Gegenstück zu "unbeschnitten" und impliziert, dass etwas fehle, nämlich der "cut"

    Der Begriff "uncut" ist in amerikanischen Foren positiv belegt


    Ich sehe hier keine Gegensätzlichkeit. In den USA ist angekommen, dass der Erhalt der Vorhaut vorteilhaft ist, und damit "uncut" besser ist. Schau dich doch mal ein bisschen um, was dort abgeht. Wenn man die Interpretation nach dem allgemeinen Sprachgebrauch und dem vorherrschenden Zeitgeist anstellt, dürfte Wortklauberei aufgrund von Wort-zu-Wort-Übersetzungen nicht mehr notwendig sein.

    Was zwar von Ärzten gerne verschwiegen wird, aber dennoch in deren Fachkreisen bekannt ist, dass bei einem "German Cut" bzw dem Belassen von nur mehr einem "schmalen Saum laut Lehrbuch" signifikant häufiger Nerven verletzt werden, weil diese Nerven in der Nähe der Eichel besonders nahe an der Hautoberfläche verlaufen.
    Wenn ich manche Leidensgeschichten hier lese, dann kommt bei mir die Frage auf, ob diese nicht - zu den allgemein bekannten Folgen der Entfernung der Vorhaut und Frenulum - zusätzlich Opfer einer solchen Nervenverletzung geworden sind?
    Das können Neurologen mit bestimmten Geräten feststellen, und ist damit keine Fiktion.

    Der Begriff "uncut" ist in amerikanischen Foren positiv belegt, und bedeutet soviel wie "naturbelassen". Dort ist die Divergenz grösser, weil man dort aufgrund der hohen Beschneidungszahlen zwischen cut und uncut unterscheidet, während man in Europa "uncut" generell annimmt, und deshalb dieser Begriff auf einen Europäer eher befremdlich wirkt.
    Aber das Video zeigt besonders, wie stark sich die WHO für Beschneidungen einsetzt, und wenn man sich mit deren Skripten beschäftigt, stets zum "German Cut" angeleitet wird, weil angeblich das innere Vorhautblatt besonders anfällig für Infektionen und die Übertragung von Viren sei. Darauf sollte auch einmal besonders hingewiesen werden.

    @bastian1978

    Wenn der erwähnte Transgender-Chirurg auf den Fotos einen "verbliebenen schmalen Saum innerer Vorhaut laut Lehrbuch" sieht, dann besagt dies lediglich, dass seiner Meinung nach nicht in die Eichel genäht wurde, eben weil vor einiger Zeit in diesem Thread hier die Vermutung dazu aufgestellt wurde.

    In obigem Beitrag habe ich seine Aussage wertneutral und unverfälscht wiederzugeben versucht, und stellt daher keine persönliche Wertung meinerseits dar.

    Was dich triggert, ist die beinahe vollständig entfernte innere Vorhaut, und deshalb wirke ich dir gegenüber "schulterzuckend und unkritisch", wie du meine Weise in einem anderen Thread bezeichnet hast. Formell müssen dies die Experten klären, und subjektiv stellt sich diese Entscheidung gar nicht mehr, weil die OP bereits erfolgt ist.

    Wenn man die angehängte Grafik anschaut, latenter Zirkumfetischismus!

    Ansonsten: Man muss sich mit den persönlichen Hintergründen genauer auseinandersetzen, die zur OP geführt haben, und dazu müsste man auch den anderen Thread vom @Thomas_94 lesen. Er hat sich an uns wegen erwünschter Hilfestellung gewandt, und bei seinen derzeitigen Problemen muss ich ihm dazu raten, die bestehenden Hautbrücken operativ entfernen zu lassen. Ich finde den Hinweis vom @Andy67 gut, dass man die Hautbrücken weglasern kann, ansonsten geht es auch kostengünstiger mit dem Kauter, das macht dann der Urologe oder wahlweise auch der Dermatologe.

    Derselben Meinung ist übrigens der Beschneidungsgegner Edwin Reichhart: "Bei 50 Prozent der Beschneidungen gibt es hinterher Verwachsungen, die aber erst später kommen, das ist also nicht ein direktes Problem der Beschneidung, aber nicht für den beschneidenden Arzt, aber für den die Beschneidung Erhaltenden, und das müsste man dann nachoperieren. Es ist dann so, dass viele, die eine Beschneidung erlebt haben, dann da nichts mehr nachoperieren lassen wollen".
    (https://www.youtube.com/watch?v=rNMmRhZUOZE ab Minute 3:14, danke an @Phil21 für deine Hinweise zu diesem Video)

    Insofern müssen wir den @Thomas_94 ermutigen, seine Probleme behandeln zu lassen, damit er zumindest wieder Schmerzfreiheit erlangen kann, und nicht noch auf irgendwelchen früheren Wunsch-Vorstellungen einen Zirkumzisionsfetisch unterstellen oder darauf herumreiten.


    Display Spoiler

    Hallo Klausi1985, anhand von deinen Bildern kann ich sagen, dass dein Arzt ein sehr gutes optisches Ergebnis hinbekommen hat. Die Schnittführung ist gerade, und dafür, dass deine OP gerade erst vor 10 Tagen stattgefunden hat, ist auch der Heilungsverlauf schon sehr gut fortgeschritten. Man sagt, dass bis zu einem halben Jahr vergehen kann, bis die Schwellungen vollständig abgeklungen sind, und sich das optische End-Ergebnis erst nach einem Jahr vollständig ausgebildet hat. Daher zu deiner ersten Frage, ja es handelt sich hier um eine Schwellung an der Unterseite, die sich zurückbilden wird. Zu deiner zweiten Frage, weiss ich nicht genau, welche Kante du meinst. Ich sehe eine Kante zwischen Naht des ehemaligen Bändchens und dem Meatus (Harnröhrenöffnung). Wenn diese Kante stört, kann sie chirurgisch entfernt werden. Sollte in der Nähe deines ehemaligen Bändchens eine kleine offene Stelle sein, so heilt diese von selbst zu. Dein Operationsergebnis ist hervorragend im Heilungsprozess, sodass hier kein Eingreifen notwendig ist. Zu deiner dritten Frage, wenn du die Wulst meinst zwischen Beschneidungsnarbe und Eichel, so handelt es sich hier um die restliche belassene innere Vorhaut, die sich vor der Eichel staut, dies wäre dann normal. Auf jeden Fall wird sich die Beschneidungsnarbe und deren Umgebung glätten, sodass zwischen verbliebener innerer und äusserer Vorhaut ein glatter Übergang sein wird. Es wird empfohlen, auch selbstauflösende Fäden nach 10-14 Tagen ziehen zu lassen, weil sie ansonsten in die Haut einwachsen, und dort Abdrücke hinterlassen, die später optisch stören würden. Ich wünsche dir weiterhin einen guten Heilungsverlauf.

    Möchtest du uns erzählen, welche Probleme dich genau zur Beschneidung bewogen haben? Hattest du die Ursachen deiner wiederkehrenden Entzündungen beim Dermatologen abklären lassen? Wie war das Gespräch mit dem Urologen, hat er dich über die unterschiedlichen Beschneidungs-Stile aufgeklärt?

    Hallo Hulk, danke, dass du uns auf dem Laufenden hälst. Es ist immer interessant zu lesen, wie sich dein Zustand entwickelt, oder wie der neueste Stand ist.
    Auch ich habe Neuigkeiten, denn ich hatte die Gelegenheit, mich mit einem Spezialisten für Transgender-Chirurgie auszutauschen. Er zaubert aus Penissen Vaginen, und bastelt aus Vaginen Penisse, und steht den ganzen Tag im Operationssaal. Keiner könnte besser Insider-Informationen zukommen lassen, als er. Im Folgenden schreibe ich in eigenen Worten jene Teile aus dem Gespräch, die eventuell zu deinen Fragestellungen aus dem bisherigen Verlauf interessieren könnten.
    1. Die erste Frage von mir an ihn war, weshalb Ärzte sich gegenseitig immer schützen, und niemand einen Fehler sehen will, obwohl in deinem Fall offensichtlich Probleme vorliegen. Er antwortete, dass ein niedergelassener Kassen-Urologe zwar ein Fachärzte wäre, aber in der Praxis eher wie ein Hausarzt arbeiten würde. Sein Wartezimmer wäre stets voll mit wartenden Patienten, und für jeden Patienten wären fünf bis höchstens zehn Minuten eingeplant. Daher wären ihm am liebsten solche Patienten, denen er einfach schnell ein Rezept für ein Medikament aushändigen kann, und sollten sich die Probleme nicht bessern, möge der Patient einfach zu einem neuen Termin wieder erscheinen. Solch ein Urologe würde für deine Probleme daher eine Cortisonhaltige Salbe verschreiben, und dir einen weiteren Termin vorschlagen, sollte sich in angemessenen Zeit keine Besserung eintreten. Würde er dir ein Problem attestieren, hätte er sich selbst gleich zwei Probleme aufgelastet: Einmal müsste er dich aufwendig behandeln, eventuell sogar selbst eine kleine OP in der Praxis durchführen. Aber auch, wenn er dich an einen anderen Arzt überweist, besteht die Möglichkeit einer Fehl-Diagnose seinerseits, zum Beispiel diagnostiziert er Verwachsungen, die aber doch keine sind, oder diese sich nach einer Zeit von selbst lösen. Davor haben die niedergelassenen Urologen am meisten Angst, dass sie sich vor ihren Kollegen blamieren könnten. Dies ist der Grund, weshalb sie sich so zieren mit Diagnosen, Gutachten oder auch Überweisungen zu anderen Spezialisten. Es ginge den Urologen daher nicht darum, anderen Kollegen kein Auge auszuhacken, sondern aufgrund ihrer eigenen Unsicherheit sich selbst vor einem schlechten Ruf von ihren Patienten und vor allem ihren Kollegen zu schützen.
    2. Ich habe ihn gebeten, deine Fotos anzusehen und zu beurteilen, die du hier in diesem Forum gepostet hast. Er meinte, dass er keinen Operationsfehler von Seiten deines Spitals sehe. Die OP wäre nach Lehrbuch ausgeführt worden, dh ein schmaler Saum der inneren Vorhaut wäre belassen worden, die Schnittlinie gerade, und der derzeitige Endzustand würde auf eine vollständige Abheilung der Beschneidungsnarbe hindeuten. Die Beschädigung der Eichel wäre durch die damalige Verwachsung der Vorhaut mit der Eichel wahrscheinlich unvermeidbar gewesen, hätte sich aber wieder zur Gänze abgeheilt, sodass er auf den zeitlich nachfolgenden Fotos keine Beschädigung mehr erkennen könne. Er meinte jedoch, dass die Fotos etwas unscharf wären, und es sich hier nur um eine Fern-Diagnose handle. Was er aber sehr klar sehe, sei eine Verwachsung der inneren Rest-Vorhaut mit dem Eichelkranz, und auf der Unterseite eine komplette Verwachsung mit der Unterseite des Penis. Auf meine Frage, wie er den Heilungsverlauf einschätze, meinte er, dass man anhand der Fotos nicht abschätzen könne, ob diese Verwachsungen voll-flächig sind, und daher nur mittels OP gelöst werden können, oder ob der Sulcus selbst nicht von der Verwachsung betroffen ist. Im letzten Fall besteht die Möglichkeit, dass durch Sexual-Praktiken, oder durch manuelles Bearbeiten (zb Dehnen, Ziehen, Massage), vor allem in Verbindung mit Feuchtigkeit (Baden, Cremes oder Salben) sich die Verwachsung nach und nach lösen würde. Sobald es blutet, empfiehlt er, eine Wund-Heil-Salbe aufzutragen auf die betreffende Stelle.
    3. Auf die Frage, bei wem er die Schuld sehe, für den derzeitigen inakzeptablen Zustand des Hulk, deutete er teilweise auch auf den niedergelassenen Urologen. Denn seine Aufgabe wäre es gewesen, Nachkontrollen anzubieten und durchzuführen, und damit Vorzugs-Termine dem Hulk einzuräumen. Generell hält er es für sinnvoll, einen Tag post OP und eine Woche post OP das Beschneidungs-Ergebnis kontrollieren zu lassen, und ungefähr 10-14 Tage post OP eventuell noch vorhandene Nähte zu entfernen. Dabei hätten die damals nur anfänglichen Verwachsungen bereits auffallen müssen. Aufgegangene Nähte hätte auch der niedergelassene Urologe neu setzen können, oder zumindest erneut in das Spital schicken. Er lenkte dann ein, dass auch das Spital in viel grösserem Umfang als wie beim Hulk geschehen aufklären hätte müssen, nicht nur über die Risiken der OP selbst, sondern auch eine ausführliche Anleitung zur Nachsorge erklären oder alternativ schriftlich aushändigen hätte sollen.
    3. Ob er eine Klage für aussichtsreich hält, darauf antwortete er, dass es auf die Argumentation ankäme, auf die Feststellung von Fakten durch Experten (Sachverständige, Gutachten, etc), und vor allem müsse man herausarbeiten, ob wirklich das Spital die gesamte Schuld am derzeitigen Zustand des Hulk zu suchen ist, oder doch der niedergelassene Urologen zumindest mitbeteiligt ist, sofern dieser die Aufklärung und Nachsorge übernimmt, und das Spital nur den eigentlichen (Routine-)Eingriff durchgeführt hat.

    Also lieber Hulk, sobald es einreisst und blutet, eine Wund-Heilsalbe verwenden. Hoffentlich bessert sich dein Zustand von selbst, eventuell können die ständigen Einrisse an unterschiedlichen Stellen dazu beitragen. Für die Einforderung von Schmerzensgeld möchte ich dich sehr ermutigen, denn du bist ganz klar Opfer von Spezialisten, die sich stets zuwenig um dich, deine Nachsorge und deinen derzeitigen Zustand kümmern und auch bisher gekümmert haben.

    @bastian1978 Ich trete dir gegenüber stets verständnisvoll und fair gegenüber, und wenn ich mich immer wieder von einem deiner bisherigen Beiträge angepöbelt gefühlt habe, bin ich darüber hinweggegangen, oder habe dir sogar zugestimmt. Deshalb kann ich nicht verstehen, weshalb du schon wieder auf eine so rechthaberische Weise meine Beiträge zerpfücken musst, als hättest du das zwanghafte Verlangen, mich besiegen zu wollen. Der Hulk hatte zum Zeitpunkt, als ich meinen Beitrag geschrieben habe mitgeteilt, dass er gefühlsmässig keine Probleme hatte. Nun könnte ich - in deiner Manier - behaupten, dass deine Beiträge ihn negativ beeinflusst haben, als sogenannte selbsterfüllende Prophezeihung. Es liegt einfach Zeit dazwischen, die es stets zu beachten gilt, in der sich Situationen verändern. Daher ist vor allem dein leztzer Beitrag wirklich unfair mir gegenüber. Wenn du dich schon so sehr auf diesen meinen von dir zitierten Beitrag versteifen möchtest, dann lese doch nochmals meinen letzten Absatz. Niemand will irgendwem etwas Böses, und wir alle sind uns einig, dass eine Beschneidung stets mit Problemen behaftet ist, aber musst du deswegen so rechthaberisch und beinahe angriffig mir gegenüber sein?

    Und noch etwas: Immer wieder habe ich versucht, dich auch einzubeziehen, in Fragestellungen von anderen Beiträgen. Du kennst dich aus mit Restoren, eventuell mit Salben, oder auch, als du erzählt hast, dass du so viele Unterlagen über die in Internaten vollzogenen Zwangsbeschneidungen gesammelt hast. Dennoch kam trotz meines gezeigten Interesses bisher nie etwas von deiner Seite dazu, sondern immer nur monotone Wiederholungen von Gefühlsverlusten. So recht du auch hast, so gerne würde ich dich auch zu konstruktiveren Beiträgen einladen. Ich bin mir ganz sicher, dass du auch über solche Themen viel zu erzählen hast, weshalb versuchst du es nicht einmal damit?

    Hallo Andre, danke für deine vielen Infos. Ich finde es sehr lobenswert, dass deine Ehefrau dich so sehr verständnisvoll unterstützt und emotional zu dir hält, auch in all deinen Bedenken und Problemen. Ich finde es auch nett von dir, mit allem Respekt, welch positive Einstellung du deinem Urologen entgegen bringst, trotz all dem bisher Erlebten. Denn einige deiner Formulierungen sind anatomisch gesehen gar nicht möglich, wie zum Beispiel, dass der Arzt mal eben tiefer genäht hat als üblich, um noch etwas retten zu können. Ich frage mich daher, in welchem Umfang ich hier schreiben soll, weil ich keinesfalls verunsichern möchte, aber auf der anderen Seite wird es interessieren, weshalb auch nach drei Jahren post OP immer noch Verhärtungen, Schmerzen, Missempfindungen und ein Schnürring vorhanden sind. Manchen wird es auch interessieren, was ein Urologe während einer OP überhaupt alles falsch machen kann, vor allem dann, wenn wirklich alles Erdenkliche einen abnormalen Verlauf annimmt. Diese Infos können dann helfen, seinen eigenen Zustand besser zu verstehen, um damit die Eigentherapie besser planen und durchführen zu können, und auf der anderen Seite, um eventuell auch den Arzt damit konfrontieren zu können.
    Daher werde ich folgend zuerst die Anatomie kurz erklären, und danach, welche Folgen bei Beschädigung eintreten können. Vereinfacht besteht der Penis aus zwei Schwellkörpern und der Harnröhre, diese sind in mehrere Hautschichten eingebettet, die miteinander verwachsen sind. Vorne dran ist die Eichel. Dann gibt es noch die verschiebbare Haut, das ist jene Haut, die man von aussen sieht. Im Folgenden werde ich also die beiden Begriffe Penis, und verschiebbare Haut verwenden. Letztere ist Gegenstand der Zirkumzision. Es gibt mehrere Methoden zur Durchführung, aufgrund deines extremen Ergebnisses kam bei dir beinahe sicher die Freihand-Methode zum Einsatz. Mit einem Skalpell setzt der Arzt zwei zirkuläre Schnitte, einmal entlang deiner in deinem ersten Foto eingezeichneten roten Linie (Inzision äusseres Vorhautblatt), und einmal dort, wo jetzt die Beschneidungsnarbe ist (Inzision inneres Vorhautblatt). Die Haut dazwischen wird entfernt, und die Enden miteinander vernäht. Dadurch wird bereits jetzt klar, dass man gar nicht tiefer als üblich nähen kann, weil man würde dadurch die verschiebbare Haut an den Penis (Begriff siehe oben) fixieren, und dies ist keinesfalls gewollt.
    Wenn der Arzt nun doch nicht eine so ruhige Hand hat, anders als dir gegenüber behauptet, verletzt er die erste Schicht des Penis. Das blutet nur ganz leicht, so als wenn man sich mit einer Nadel gepikst hätte. Meistens kommt hier bereits der Kauter zum Einsatz, ein Gerät, das mit elektrischem Strom eine punktuelle Verbrennung erzeugt. DIe Blutung wird gestoppt, und die Verbrennung heilt aus.
    Wenn der Arzt etwas tiefer schneidet, verletzt er Nerven und Blutgefässe, und es blutet je nach verletztem Blutgefäss mehr oder weniger stark. Noch tiefer schneidet er in die Tunica. Diese gibt dem erigierten Penis seine Form. Viele Penisse sind erigiert leicht nach oben gebogen, dies ist von Natur aus so, und kann ohne invasiven Eingriff normal nicht verändert werden. Eine Inzision in die Tunica entspricht einer Penis-Ruptur, und wenn man dies nicht richtig versorgt, kann dies zu einer dauerhaften Penis-Deviation führen. Schneidet man noch tiefer, dann erreicht man den Schwellkörper, und es blutet, blutet, blutet...
    Damit habe ich jetzt die Anatomie vereinfacht dargelegt, und möchte nun auf die drei Möglichkeiten zur Blutstillung eingehen, wenn starke Blutungen aufgrund verletzter tiefer Schichten vorliegen. (1) Das Lehrbuch leitet den Operateur zum Nähen der Tunica an, je nach Schädigung mit einem selbstauflösenden oder permanenten Faden. (2) Der erschrockene, bequeme oder auch schlampige Urologe verwendet den Kauter. Dies ist vom Lehrbuch aus nicht vorgesehen, und in der Medizinwelt umstritten, weil bei mehr als punktueller Anwendung Narbengewebe am Penis, also im Inneren, entsteht. Dieses Narbengewebe erreicht nach spätestens 2 Jahren seinen Endzustand, bildet sich dann nicht weiter zurück, fühlt sich wie eine Verhärtung an und verursacht permanent Missempfindungen, Schmerzen. Wenn der Operateur den Kauter falsch bedient, kann auch eine permanente Schädigung der Tunica eintreten, sodass hier das vom Kauter erzeugte Narbengewebe die Ursache für die spätere Deviation darstellt. Wenn der Arzt eine Stosswellentherapie anbietet oder empfiehlt, so wie in deinem Fall, dann hat dies mit der Beschneidung bzw verschiebbaren Haut nichts zu tun. Dem Arzt ist dann bereits klar, dass eine Schädigung der Tunica vorliegt, denn die Stosswellentherapie wird am Penis einzig dazu eingesetzt, um vorhandene Verhärtungen im Penis zu behandeln, je nach Patient mit unterschiedlichem Erfolg. (3) Will der Arzt die verschiebbare Haut nicht öffnen, bieten sich auch physikalische Verfahren zur Blutstillung an, das ist das Komprimieren mit Druck von aussen. Wenn du schreibst, dass bei dir zusätzlich mit Eispackungen gearbeitet wurde, dann liegt der Verdacht nahe, dass das von dir beschriebene Hämatom, welches auch nach 3 Jahren noch nicht gänzlich verschwunden ist, eher Erfrierungserscheinungen der verschiebbaren Haut sein könnten. Sollte der Harnstrahl nach der OP stark vermindert sein, wie du beschrieben hast, so deutet dies stets auf eine Verletzung hin, meistens des kleinen Schwellkörpers, der die Harnröhre umgibt.
    Damit habe ich nun beschrieben, welch Unmenge an unvorhergesehenen Problemen während einer Beschneidung im schlimmsten Fall eintreten können, und dass eigentlich alle zur Verfügung stehende Methoden zur nachträglichen Beseitigung (zb Blutstillung) stets dauerhafte Probleme mit sich bringen. Deshalb wird den Urologen im Unterricht bereits nahegelegt, sorgfältig zu arbeiten, und die höchste Aufmerksamkeit der Harnröhre zu geben, damit diese keinesfalls verletzt wird. Aber auch wenn man bedenkt, wie tief man schneiden muss, um überhaupt den Schwellkörper anzuritzen, dann kann hier nicht mehr von Zufall oder Unfall gesprochen werden, sondern von grober Fahrlässigkeit, die einem normal arbeitenden Arzt keinesfalls passiert. Auch der grossflächige Anwendung des Kauters muss stets eine gut vertretbare Begründung zugrunde liegen, zum Beispiel, um den Patienten vor starkem Blutverlust zu bewahren, weil hier Nervenschäden und Verhärtungen entstehen, die sich von selbst nicht wieder zurück bilden.
    Natürlich muss nichts von meinem Beitrag auf dich zutreffen, aber wieviel Phantasie braucht es denn, um sich ausmalen zu können, was während deiner OP vorgefallen sein könnte, wenn du von einem narbigen Schnürring im Inneren des Penis sprichst, von Missempfindungen, von einer Deviation nach rechts, von einem verringerten Harnstrahl, in Kombination mit der medizinisch unkorrekt ausgeführten Zirkumzision der verschiebbaren Haut. Abgeleitet von all dem dürfte die Hand deines Urologen zumindest am Tag deiner OP nicht besonders ruhig gewesen sein, sondern ziemlich gezappelt haben.
    Die Missempfindungen werden mit der Zeit immer weniger, und ich empfehle, dass man im schlaffen Zustand die Verhärtungen massiert, zuerst nur leicht, und dann immer fester. Natürlich sollte man auf die verschiebbare Haut achten, dass diese beim Massieren der Verhärtungen im Inneren des Penis nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Zirkumzisionsnarbe wird ausheilen, die Entzündungen werden immer weniger, und die Haut wird sich im Laufe der Zeit zumindest soweit dehnen, dass Erektionen ohne Schmerzen möglich werden.
    Mir sind Fälle bekannt, in denen sich die Verhärtungen im Inneren des Penis nicht mehr zurück gebildet haben, und eine Stosswellentherapie auch nur unterdurchschnittlichen Erfolg gebracht hat. Man könnte diese durch eine weitere OP behandeln, aber dazu muss man die verschiebbare Haut öffnen, Stichwort erneute Zirkumzision. Das selbe gilt für die operative Beseitigung der Deviation.
    Dein Fall scheint für mich sowas von einem Musterbeispiel, dass ich mich frage, welche Zufälle, welches Schicksal, welche Aneinanderreihung von Ereignissen überhaupt zusammentreffen haben können, um all das in nur einer einzigen OP zu vereinen.
    Wenn ich mich in deine Situation hineindenke, und mich frage, was mir hier helfen könnte, dann wahrscheinlich der Glaube und die Hoffnung an die Selbstheilung des eigenen Körpers. Jeder Körper verfügt über enorme Selbstheilungskräfte, aber man muss diese aktivieren. Der Glaube kann Berge versetzen. Aber zuerst einmal muss man wissen, was überhaupt vorgefallen ist, und mit meinem Beitrag wollte ich mit dir zumindest Gedanken teilen, was passiert sein könnte. Was genau passiert ist, das weiss vermutlich nur dein Arzt, und dieser wird diese Fakten zum Selbstschutz wohl für sich behalten wollen. Traumatherapie, Selbstfindung, Unterstützung durch deine Ehefrau, und dann Massage der Verhärtungen und schliesslich der Glaube an die Heilkraft des eigenen Körpers, das wird dir helfen, da bin ich mir ganz sicher.

    Hallo Andre, danke, dass du deine Erfahrung mit uns teilst. Ich bin zutiefst schockiert, was dir widerfahren ist, insbesondere deshalb, weil du unfreiwillig und zu hundert Prozent Opfer geworden bist, und zwar schuldlos. Du hast dich ausreichend bei mehreren Urologen informiert, du hattest klare Vorstellungen von deinem Wunsch-Ergebnis, welches du wiederholt vorgetragen hast, sogar nochmals direkt vor deiner OP. Damit hast du alles getan, was in deinem Bereich möglich gewesen ist.
    Bei einer Korrektur-OP ist allgemein bekannt, dass die alte Beschneidungs-Narbe entfernt wird, dh es gehen mindestens 5mm vom inneren und ebenso 5mm vom äusseren Vorhautblatt verloren. Aber deshalb muss die Korrektur nicht radikal ausfallen, dh bei einer erfolgten Teilbeschneidung kann auch nach Korrektur weiterhin eine Teilbeschneidung verbleiben.
    Dass bei dir ein Ausmass von Haut entfernt wurde, welches über ein vertretbares Maximum hinausgeht, ist für mich unverständlich, zumal dieser Arzt ja zumindest kein Anfänger zu sein scheint. Dein Ergebnis kommt manchem Wunsch eines Fetischisten nach, aber auch in deren Foren liest man stets den Hinweis, besonders auf die Unterseite zu achten, damit eben kein Hodensegel entsteht. Aber genau dies ist bei dir passiert, und damit darf bereits hier von einem unverzeihlichen Kunstfehler gesprochen werden. Man kann ein Hodensegel zwar operativ korrigieren, aber die Haut des Hodensackes hat eine andere Beschaffenheit als jene der äusseren Vorhaut, sodass die Korrektur eher optischen als funktionellen Aspekten gerecht wird. Auch dass bei dir die Korrektur im Generellen so übertrieben radikal ausgefallen ist, kann bereits anhand vom Lehrbuch nicht vertreten werden, sodass auch hier ein klarer Kunstfehler vorliegt.
    Wie bereits von deinem Fachanwalt richtig bestätigt, liegt der Aufklärungsbedarf für eventuelle Risiken bei medizinisch nicht notwendigen OPs weitaus höher, sodass die Pflicht zur Aufklärung vor der OP weit ausgelegt werden muss. Wenn der Arzt nun eine umfangreiche Aufklärung behauptet, so kann einmal deine Frau als Zeugin bestätigen, dass von deiner Seite aus eine derart radikal durchgeführte Beschneidung niemals gewollt oder angestrebt war. Auch die Aufklärung an sich ist bereits mangelhaft, weil weder eine radikale OP für eine Korrektur notwendig ist, noch die Risiken deiner extrem starken Blutungen umfasst waren.
    Und damit komme ich zum wesentlichen Punkt, denn auch wenn die Haut noch so sehr spannt, muss der Penis bei einer maximalen Erektion gerade sein. Die spannende Haut würde nach vorne gezogen werden, sodass Hodensegel entsteht und der Schamhaarbereich nach vorne gezogen wird, aber bei maximaler Erektion tritt keine Deviation auf.
    Eine Deviation hat immer eine Schädigung der Schichten im Inneren des Penis als Ursache. Neben der Entstehung von Plaques, der Ursache für die erworbene Penisverkrümmung, kommt auch eine Verletzung der Tunica während oder nach der OP in Betracht. Bevor ich mir nun irgendwelche Ableitungen erlaube, möchte ich gerne fragen, mit welchen Methoden und Hilfsmitteln der Arzt deine extrem starke Blutung gestillt bekommen hat? Wie war der Ablauf genau? Kannst du diese vertieften und verhärteten Narben näher beschreiben, befinden sich diese auf der sichtbaren Haut, oder sind diese nur ertastbar, und befinden sich im Inneren des Penis? Wo genau befindet sich dieses schmerzende Hämatom, kann man dieses als Farbfleck auf der Haut des Penis beschreiben, oder wie sieht das bei dir aus? Und an welchen Stellen genau treten diese wiederkehrenden Entzündungen auf?
    Reine Psychotherapie mag zwar ein Anker für den Anfang sein, aber helfen würde dir eher etwas in Richtung Traumatherapie, denn du stehst vor der Hürde, dich mit einem Zustand anfreunden zu müssen, über dessen Entstehung du keine Kontrolle hattest. Schämen brauchst du dich für deinen Zustand keinesfalls, und auch die Zeit heilt Wunden, auch wenn dazu oft viel Zeit vergehen muss.

    Ich sehe die Problematik im derzeitigen Verlauf, dass man sich vollständig und einzig auf die zukünftige Klage des Hulk versteift, und sich damit emotional komplett abhängig macht vom späteren Urteil. Insbesondere kommen mir Zweifel, wenn ich beispielsweise den Beitrag Nummer 203 lese, aber auch einige eure anderen Beiträge. Stellvertretend für den Kläger und seinen Richter will psychologisch gesehen das Kind zu seinen Eltern laufen. Das Kind will Fotos und Beweise zeigen, und die Eltern sollen dann die Boshaftigkeit des Schädigers bestätigen, und das Kind in seiner Opferrolle bestärken.
    Die Praxis aber läuft so ab, dass der Richter absolut keine Ahnung hat von irgendetwas, und der Vorzug von Eltern-Kind-Beziehung eben nicht vorhanden ist. Er liest die Klageschrift des Anwalt vor, fragt einmal zum Schädiger, dieser wird sein eigenes Gutachten vorlegen, und vielleicht zwei Sätze dazu sagen. Dann sagt der Hulk zwei Sätze dazu, gibt Fotos und weitere Beweise ab, und der Richter tut nichts anderes, als das Gehörte in sein Diktiergerät zu sprechen. Das Urteil ergeht meist schriftlich, und stützt sich einzig auf die vorgelegten Gutachten oder Befunde.
    Aber auch wenn ein Arzt bestätigt, dass Probleme tatsächlich vorliegen, und eine Revision zu empfehlen sei, wird der Gegner weiterhin versuchen, sich in Unschuld zu waschen, indem er mangelnde Nachsorge durch den Hulk unterstellt, oder dass der Zustand erst im Nachhinein entstanden ist, und dies mit dem Geschick des Operateurs nicht in Verbindung gebracht werden könne. Wie fühlt man sich nach so einem Verlauf? Das Spital hat abgelehnt, der Urologe hat abgelehnt, der Richter lehnt eventuell auch ab. Man fühlt sich dann komplett abgelehnt und mit seinen körperlichen Problemen, aber vor allem auch emotional, gänzlich im Stich gelassen.
    Ich sehe, dass sich viele Betroffene hier emotional zu stark abhängig machen von einem zukünftigen Urteil, und sich eventuell später noch weniger verstanden fühlen könnten. Genau dann entsteht nämlich diese bekannte Wut, die sich aber bei manchen Betroffenen auch gegen sich selbst richtet. Ich möchte damit sagen, dass die Klage nur eine Säule sein darf, auf die man sich emotional stützt. Aber man braucht dringend noch weitere Säulen oder Standbeine, falls nämlich eine Säule nicht hält, damit die Psyche trotzdem stabil bleibt.
    Ich finde es gut, dass der Hulk von dieser Urologin bestätigt bekommen hat, dass eventuell eine Revision zu machen wäre. Hier sollte sie ihm aber viel genauer erklären, wie das genau zu machen wäre, und eventuell könnte sie vom Gericht im Sinne des Hulk eingeladen werden.
    Ich habe in den letzten Beiträgen auch vermisst, was der Urologe bzw die Urologin zum Zustand auf der Unterseite gesagt hat, wurde überhaupt danach gefragt? Weshalb wird dem Kortison im Fall Hulk so eine Wunderheilung unterstellt, kann Kortison Verklebungen lösen?
    Ja, Ärzte reden schön, und angehende Medizinstudierende werden sogar auf Empathielosigkeit in den Aufnahmeprüfungen getestet, denn man will später nur solche Ärzte, die auch in Extremsituationen einen klaren Kopf behalten. Der Rest ist Arzthumor, wenn es schon sonst nicht viel zum Lachen gibt, wenn man die gegenwärtige Überlastung und Überarbeitung in Betracht zieht. Auch darf der Ärztezusammenhalt nicht vergessen werden, sodass die Leidtragenden immer die Patienten sind.
    Die beste Methode wäre aus meiner Sicht, so lange nach Ärzten zu suchen, bis man jemanden findet, der einem wohlgesonnen ist, der einen versteht und auch wirklich weiterhelfen will. Dann nämlich kann man sich zurücklehnen, und dem Ausgang der Klage gelassen entgegen sehen.
    Ich bezweifle jedoch, dass die Klage die bisherigen Ärzte zum Umdenken bringen wird, und genau deshalb sollte die Klage mMn nicht als Wundermittel zur Rettung der Welt angesehen werden.

    @bastian1978 Ich vermute, dass die von dir angesprochenen Probleme tatsächlich unbehebbar sind, insbesondere wenn es um jene Folgen geht, die eine Beschneidung generell mit sich bringt. Meine Argumentation hat sich deshalb auf die vorgebrachten Aspekte in diesem Thread beschränkt, und das ist einmal die Möglichkeit einer juristischen Klage, und einmal die Möglichkeit der Beseitigung von eventuellen Verwachsungen. Nur hier wollte und kann ich mein Wissen einbringen und mit euch teilen, und dachte, dass die bisherigen Fragestellungen auch dahingehend formuliert wurden. Sollte beim Hulk aus medizinischer Sicht keine weitere OP notwendig sein, dann verringert sich aus meiner Erfahrung auch die Chance auf eine aussichtsreiche Klage, und dann gelange ich an einen Punkt, an dem andere Betroffene wesentlich mehr befähigt sind, mit ihren Erfahrungen und Empfehlungen weiter zu helfen.

    @bastian1978 ja, ich verstehe deine zynische Bemerkung, und ja, so denken viele Mediziner, insbesondere auch Urologen. Der Jurist aber denkt stets anders herum (siehe einen meiner anderen Beiträge), und wenn man die gewünschten Beweise nicht selbst sammelt, obsiegt der Gegner. Diese leidvolle Erfahrung musste ich miterleben, und möchte ich jedem Anderen ersparen, vor allem, wenn er bereits unter seiner körperlichen Verstümmelung leidet, damit er sich dann nicht auch noch anhören muss, dass alles in Ordnung wäre - wie du sagst - Pinkeln und Fortpflanzung funktionieren noch. Damit sitzen wir beide im gleichen Boot.

    @Hulk mir geht dein Fall einfach nicht aus dem Kopf. Erlaube mir, einfach meine Gedanken spielen zu lassen. Gibt es in Wien nicht diesen Genitalspezialisten Dr. Kuehhas, der bereits in diesem Forum mehrmals erwähnt wurde, und er sogar die kosmetische Beschneidungsvariante anbietet? Er hat hohe Honorare auf Privat-Leistung. Meine Idee wäre, ihm ein Mail zu schreiben, einfach zu behaupten, dass Verwachsungen vorhanden wären, dass du immer wieder einreisst, und ihm ein Foto gleich mitzuschicken. Mit dem Hinweis, dass ein Rechtsverfahren läuft oder angestrebt würde, und die dann entstehenden Kosten der OP der Gegner übernehmen würde. Daher würdest du anfragen, ob die erste Sitzung, also Diagnose und OP-Planung kostenfrei durchführbar wäre. Er hätte dadurch Aussicht auf ein sehr hohes und teures Honorar.
    Dies könntest du auch mit mehreren privaten Urologen versuchen. Kommt eine Antwort, kennst du die Kosten für ein Erstgespräch, aber vielleicht sind sogar Gratis-Gespräche dabei, in Ausblick auf ein später sehr teures OP-Honorar.
    Die erste Diagnose samt Aufklärung der medizinischen Möglichkeiten lässt du durchführen, und hast damit einen Arzt auf deine Seite gewonnen.
    Dann führst du Klage, und lässt die teure OP dein Spital bezahlen. Damit hättest du einen für dich kostenfreien Arzt auf deine Seite gewonnen, der deinen Zustand vor Gericht bestätigen wird, und könnte handwerklich eventuell sogar noch besser sein, als irgendwelche Krankenhaus-Ärzte.

    Hallo Hulk, ich verstehe deinen Gedankengang, dass du zuerst Klage einreichst, und dann das erhaltene Schmerzensgeld dafür verwenden möchtest, um damit einen fähigen Chirurgen zu bezahlen. Allerdings brauchst du für eine Klage sehr viele Fakten, die aber derzeit noch nicht belegt sind. Wenn du im derzeitigen Stand Klage einreichst, überlässt du dem Gericht sehr viel Spielraum betreffend Beurteilung, und dies wird dem Spital mit seinen gefühlt 1000 Ärzten, und damit Gutachtern, in dessen Hände spielen. Beachte, dass dein Spital medizinische Korrekturen ohnehin nicht durchführen will, und du dir deshalb medizinische Hilfe von anderen Ärzten holen musst. Es empfiehlt sich daher der umgekehrte Weg, zuerst Diagnosen und damit Fakten einzuholen, und danach erst dein Recht einzufordern. Sobald zumindest OP-Möglichkeiten aufgezeigt wurden, kannst du dann auf Übernahme der entstehenen oder entstandenen Kosten plus Schmerzensgeld klagen.
    Im ersten Schritt musst du daher Ärzte aufzusuchen. Urologen, Chirurgen, oder auch Hausärzte. Ja, auch Hausärzte sind kompetente Ansprechpartner für eine erste Diagnose, und können dich dann an Spezialisten weiter überweisen. Vielleicht hat sogar die Gesundheitskasse eigene Ärzte, die dich begutachten können. Ein anderes Spital, Krankenhaus. Eventuell sogar in einem anderen Bundesland.
    Ich würde hingehen, und sagen, dass du seit deiner Zirkumzision Probleme hast, die du vorher nicht hattest, und ob man sich das einmal ansehen könnte. Ich würde die Unterseite deiner Glans zeigen, und fragen, ob dies eine Verwachsung sein könnte. Frage den Arzt, wie man die diagnostizierten Probleme beseitigen kann, und wie genau die einzelnen Schritte einer möglichen OP aussehen. Je genauer du dir die einzelnen möglichen OP-Schritte erklären lässt, umso eher werden diese in deine Patientenakte einfliessen, und damit später vor Gericht Aussagekraft haben.
    Du brauchst einen Arzt, am besten auch mehrere unterschiedliche Ärzte, die dir sagen können, welche medizinischen Probleme vorliegen, und welche Möglichkeiten sich zur Behebung dieser anbieten. Für uns ist es aus der Ferne schwierig, auch nur unverbindliche Diagnosen zu stellen, und ich habe das Gefühl, dass nicht einmal du selbst dir sicher bist, ob Verwachsungen vorhanden sind, oder doch direkt an die Eichel genäht wurde. Erst nachdem Diagnosen und OP-Möglichkeiten von anderen Ärzten, und damit diagnostizierte Fakten vorliegen, ist es überhaupt sinnvoll, vor Gericht etwas erreichen zu wollen.

    Hallo bastian1978, wie würdest du das letzte Bild vom Hulk einschätzen? Für mich sieht es so aus, als wären die sichtbaren 2mm innere Vorhaut etwas erhöht. Ich frage mich, ob hier eine Verklebung mit der Eichel besteht. Dann könnte man wirklich nichts mehr nach hinten schieben. Sollte die Verklebung nicht bestehen, wäre vieleicht ein Verschieben nach hinten um weitere 1-2mm möglich, damit die corona glandis etwas mehr sichtbar wird. Ich dachte, dass man damit testen könnte, ob nun eine Verklebung vorhanden ist, oder nicht.
    Wie würdest du den Arzt auf eine Verklebung hinweisen, wenn er meint, alles wäre super und schön verheilt?

    Hallo Hulk, ich glaube, dass ein vielbeschäftigter Arzt bei nur einem ganz kurzen flüchtigen Blick auf dein letztes Bild wahrscheinlich sagen würde, super, alles gut verheilt. Denn verheilt sieht es oberflächlich gut aus. Man müsste versuchen, die Haut nach hinten zu schieben, damit der Rand der Eichel mehr sichtbar wird. Erst, wenn dies nicht gelingt, wird auch der Arzt ein Problem anerkennen müssen.
    Gilt eigentlich noch das Angebot deines operierenden Arztes, dass wenn in 2 Monaten die Verklebung noch immer nicht gelöst wäre, er das lösen würde? Da hast du, glaub ich, mal etwas kurz erwähnt?
    Auf jeden Fall möchte ich dich ermutigen, deine Pflege mit Pflegeprodukten fortzuführen, und auch bei den Ärzten nicht locker zu lassen. Würde mich freuen, wenn du uns weiterhin auf dem Laufenden hältst.