Neuvorstellung und meine Leidensgeschichte

  • Hallo miteinander,

    nachdem ich nun seit langer Zeit stiller Mitleser dieses Forums bin, habe ich mich nun dazu entschlossen, hier einen Account anzulegen. Ich möchte zunächst den Erstellern dieses Forums ein großes Dankeschön aussprechen. Ihr gebt uns Betroffenen eine Stimme und das in einer im deutschsprachigen Raum einmaligen Form! Super.

    Nun zu mir:

    Ich bin 25 Jahre alt und komme aus Süddeutschland. Im Kindergarten- bzw. Grundschulalter konnte meine Vorhaut, so wie es eben normal ist, nicht zurückgezogen werden. Daraufhin wurde bei mir bei einer U-Untersuchung eine "Phimose" diagnostiziert. Ich weiß noch genau, wie der Kinderarzt dies mit meiner Mutter besprochen hat und mitteilte, dass es für diese "Erkrankung" eine gute medizinische Lösung gebe. Zunächst versuchte der Arzt, meine Vorhaut nach hinten zu ziehen, was nicht funktionierte. Er gab meiner Mutter die Aufgabe, mit mir zuhause regelmäßig die Vorhaut zurückzuziehen. Dies versuchten wir dann auch einige wenige Male, aber ohne Erfolg. Ich schrie jedes Mal vor Schmerz, fing an zu weinen und blockierte irgendwann komplett. Von Salben oder alternativen Eingriffen (Vorhauterhaltung etc.) war nie die Rede.

    Mein Schicksal war damit besiegelt: Ich wurde radikal beschnitten. Das genaue Alter, in dem ich beschnitten wurde, kann ich nicht sagen, ich schätze aber, dass ich so zwischen 8 und 10 Jahre alt gewesen sein müsste. Es fand in den Ferien statt und ich weiß noch genau, wie unbekümmert ich ins Krankenhaus gegangen bin und dass ich überhaupt nicht wusste, was mit mir geschehen wird. Man sagte mir zwar, was operiert wird, verstehen konnte ich es selbstverständlich in diesem Alter noch nicht. Die anschließenden höllischen Schmerzen beim Wasserlassen und den Verband um mein bestes Stück kann ich mir noch genau ins Gedächtnis rufen.

    Soweit verlief meine Kindheit und Pubertät erstmal normal. Ich erkundete meinen Körper und hatte noch vor der Geschlechtsreife die Selbstbefriedigung für mich entdeckt. Ich kann mich auch noch genau an meine ersten Orgasmen erinnern. Sie waren umwerfend und brachten meinen ganzen Körper zum Zittern. Ich konnte also zunächst nichts Negatives an der Funktionsweise meines Penis feststellen. Trotzdem schämte ich mich immer dafür, dass ich unten rum anders aussah als die meisten. Zwar waren andere Kinder in meinem Umfeld auch beschnitten, trotzdem konnte ich die Scham nie überwinden und meide heute noch z. B. Gemeinschaftsduschen, Saunas oder Pissoirs.

    Erst in der späteren Pubertät und mit dem Erwachsenwerden wurde ich neugieriger und informierte mich genauer über die Thematik. Am Anfang ließ ich mich von Aussagen wie es sei hygienischer, man könne länger im Bett, Frauen fänden es schöner, noch beruhigen, aber die Fassade bröckelte immer weiter, je mehr ich mich in das Thema einlas. Mich interessierten nur die wissenschaftlichen Fakten und die sind im Fall der Beschneidung sehr eindeutig. Auch die Selbstbefriedigung und der Sex erregen mich zwar emotional (Kopfkino) und mal mehr und mal weniger körperlich, aber das große Gefühlskino bleibt eben aus. Ich eifere immer relativ schnell auf den Orgasmus hin und kann mich nicht fallen lassen. Das führt dazu, dass ich verkrampfe und zwanghaft versuche, Abwechslung reinzubringen (Sex mit wechselnden Partnerinnen, übermäßiger Pornokonsum...). Ich merke trotzdem nach jedem Orgasmus, dass die Befriedigung nicht anhaltend ist. Ich habe immer das Gefühl, etwas hinterherzurennen, dass ich einfach nicht erreichen kann und wünsche mir nichts sehnlicher, als intakt zu sein. Jedes mal, wenn ich meinen Penis sehe, werde ich an diesen lebensverändernden Eingriff und das damit einhergehende Trauma erinnert.

    Wäre ich dick, könnte ich abnehmen. Wäre ich ungebildet, könnte ich die Schulbank drücken. Aber mein Problem, unser aller Problem, lässt sich eben nicht mit etwas Willen oder ein paar Medikamenten beheben. Die Absolutheit dieses "Schicksals" ist das, was mich mit am meisten belastet. Man steht vor vollendeten Tatsachen, ohne, dass man diese selbst geschaffen hat.

    Mit Realisierung dessen begann für mich ein Teufelskreislauf aus Selbstzweifeln, mangelndem Selbstwertgefühl, teilweise emotionaler Abgestumpftheit, Ziellosigkeit und vielem mehr. Dazu kommt: von Jahr zu Jahr wird es schlimmer.

    Neben den oben genannten Problemen habe ich bis heute ein gestörtes Verhältnis zu Sexualität, Liebe und Partnerschaft. Ich fühle mich und meine Gefühle weder politisch noch gesellschaftlich ernstgenommen, sondern vielmehr belächelt und bagatellisiert. Es gibt niemanden im realen Leben, mit dem ich über mein Leiden sprechen kann und will. Ich weiß zwar, dass ich beschnittene Freunde habe, diese leben aber in glücklichen Beziehungen und ich möchte sie mit diesem Punkt nicht belasten, davon abgesehen wüsste ich nicht, wie deren Reaktion ausfällt. Sie können sogar Witze über Sexualität und ihren eigenen Penis machen (was für mich z. B. ein rotes Tuch ist). Wie heißt es so schön: Ignorance is bliss. Ich fühle mich als Teil einer Randgruppe einer Randgruppe (in Deutschland).

    Ich schreibe diesen langen Text vor allem, um meine eigenen Gedanken zu sortieren, in der Hoffnung, dass ich mich dadurch etwas beruhigen kann. Den richtigen "Coping-Mechanismus" habe ich nämlich noch nicht gefunden. Phasenweise wechseln sich meine Gefühle und die Intensität, mit der ich mich mit dem Thema beschäftige, ab. Mal ist es besser, mal ist es sehr schlecht (so wie momentan). Ihr kennt es vermutlich alle.

    Ich bin eigentlich ein ausgeglichener und optimistischer Mensch, merke aber zunehmend, dass mir die Leichtigkeit im Leben abhanden kommt und die einsamen Momente, in denen ich nur noch meine Ruhe haben möchte, zunehmen. Alleine die Zeit und Kraft, die es mich kostet, dass meine Gedanken und Handlungen in ruhigen Minuten ständig um dieses Thema kreisen, könnten an anderer Stelle so viel besser investiert werden. Aber ich hatte eben nie eine andere Wahl. Es war kein Unfall, es war nicht meine eigene Entscheidung, es war ein Zwang, der auf falschen und überholten medizinischen Annahmen beruht. Ich bin fest davon überzeugt, dass ohne diese Beschneidung meine derzeitige Lebenslage eine völlig andere wäre. Der richtige Arzt, eine Mutter, die sich unabhängig informiert, staatliche Aufklärung. Ein was davon hätte vielleicht schon gereicht...

    Ich habe derzeit nur zwei Hoffnungsschimmer: Foregen (die 2025 mit Versuchen an Menschen starten wollen) und die manuelle Wiederherstellung der Vorhaut. Hierzu gibt es glücklicherweise in amerikanischen Foren viele Infos. Darüber hinaus halte seit ca. einem halben Jahr meine Eichel dauerhaft mit einem Silkon-Überzug bedeckt. Der hält soweit recht gut und hat dazu geführt, dass zumindest die Eichel etwas dekeratinisiert und ich ein bisschen mehr fühlen kann.

    Danke an alle, die bis hier gelesen haben! Falls ihr Fragen habt, oder etwas hinzufügen wollt, würde ich mich über Kommentare freuen. :)

    Viele Grüße!

    „Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto größer ist sein Anrecht auf Schutz vor menschlicher Grausamkeit.“

    -Mahatma Gandhi-

  • Hallo, und vielen Dank für Deine Worte.

    Du hast exakt beschrieben, wie ich mich fühle, nur dass ich vermutlich noch ein paar Jahre älter bin als Du und daher - abgesehen von der abscheulichen Entstellung meines Penis - schließlich irgendwann derart abgestumpft war, dass es sich anfühlte wie ein Fleischdildo.

    Ich hatte dann angefangen zu restaurieren, und selbst diese kleine Bedeckung und Mobilität der Resthaut hat mir derart viel Gefühl zurückgegeben, dass ich nun eigentlich noch viel wütender als vorher bin. Denn wenn das kleine Bisschen schon so einen Unterschied macht, wie ist es dann erst, intakt zu sein? Mit Frenulum? Mit allen Nervenenden? Ohne Narbe? Mit weicher, feuchter, glänzender Eichel?

    Schau auch mal hier meinen Beitrag: Restaurierung schwierig und langwierig - Vorhautwiederherstellung und praktische Hilfe - Beschneidungsforum.de

    Übrigens, Foregen ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Scam ...

  • Hallo Bastian,

    danke für deine Antwort. Ich finde es super, dass du restaurierst. Hast du mal T-Taping versucht? In Reddit schwören viele auf diese Methode, da man sie auch sicher nachts anwenden kann. Man kommt dadurch auf viele Stunden permanenten Zug. Tagsüber würde ich sie nur im Homeoffice anwenden. Ich käme dann auf ca. 75-80 Wochenstunden.
    Ich selber plane, mit dieser Methode anzufangen und dann nach einiger Zeit auf ein „Restoring-Device“ umzustellen.

    Dass Foregen ein Scam ist, glaube ich ziemlich sicher nicht. Sie arbeiten zum Beispiel mit Dan mon O‘Dey zusammen. Ich denke, dass bei manch einem der Eindruck entsteht, weil Termine immer weiter nach hinten geschoben wurden oder Ankündigungen nicht eingehalten wurden. Das nervt natürlich, liegt aber bei dieser Thematik auch in der Natur der Sache.
    Ich habe jedenfalls schon einige Hunderter gespendet und werde das auch weiterhin tun. Mir tut das Geld an dieser Stelle nicht weh.

    Viele Grüße

    „Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto größer ist sein Anrecht auf Schutz vor menschlicher Grausamkeit.“

    -Mahatma Gandhi-

  • Sie arbeiten nicht mit dem zusammen, sondern haben sich mal getroffen und ein bisschen gequatscht. Ich glaube, der würde mehr pro Monat kosten, als die an Spenden insgesamt einbetteln.

    Wäre das, was die behaupten, möglich, so würde sich die ganze Industrie dafür interessieren und die Investoren würden Schlange stehen. Denn wenn man innervierte Vorhäute wieder nachwachsen lassen könnte, dann wäre es nur noch ein kleiner Schritt bis zu Fingern, ganzen Organen etc.

  • T-Tape habe ich versucht, aber nur tagsüber. Das ist auf Dauer schon etwas nervig mit dem Kleber, meine Haut hat das nicht gut gefunden...

    Das gute bei T-Tape ist, dass es mit kaum Resthaut funktioniert, während für viele Tugger doch etwas mehr Haut benötigt wird.

    Ich bin leider auch etwas pessimistisch, was Foregen angeht.

  • Hallo Rush,

    danke für deine Rückmeldung.
    Hast du von T-Tape Ausschlag bekommen oder hat es wehgetan?
    Restaurierst du mit einer anderen Methode?

    Momentan lasse ich mir die Hoffnung auf Foregen nicht nehmen. Ich denke, dass sich im Bereich der regenerativen Medizin die nächsten Jahre einiges ergeben wird.

    Ich versuche im neuen Jahr mal Dr. O‘Dey zu kontaktieren und ihn nach seiner realistischen Einschätzung zu Foregen zu fragen.

    „Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto größer ist sein Anrecht auf Schutz vor menschlicher Grausamkeit.“

    -Mahatma Gandhi-

  • Dr. O'Dey ist sicherlich seriös und eine absolute Autorität. Ich fürchte, Foregen wollte sich nur bisl mit dessen Namen schmücken. Die haben doch gar nicht die Mittel, den für irgend etwas zu beauftragen.

    Mit den, laut eigener Aussage, 15000 bis 17000 Dollar im Monat, die die an Spenden erhalten, kann man nicht mal den Unterhalt eines Labors finanzieren. Geschweige denn Studien durchführen oder gar kompetentes Personal bezahlen. Da müßte man eine Null anhängen und dann mal 2, dann wäre es annähernd realistisch.

    Mein Argument, dass die Investoren Schlange stünden, wenn da was dran wäre, steht nach wie vor. Auch finde ich keine peer reviewed publications zu dem Thema.

    Ich bleibe dabei: es ist ein Scam.

  • @Bastian: Ich hatte dann angefangen zu restaurieren, und selbst diese kleine Bedeckung und Mobilität der Resthaut hat mir derart viel Gefühl zurückgegeben, dass ich nun eigentlich noch viel wütender als vorher bin. Denn wenn das kleine Bisschen schon so einen Unterschied macht, wie ist es dann erst, intakt zu sein? Mit Frenulum? Mit allen Nervenenden? Ohne Narbe? Mit weicher, feuchter, glänzender Eichel?

    ---> Da darf ich gar nicht dran denken. Da hab ich keine Chance mehr mit meinem Geschlechtsteil.

    Das ist tatsächlich: Wenn weg, dann weg. Die Empfindungen werden wir nicht spüren mehr wie andere. Deswegen ist der Vergleich auch schmerzhaft, schmerzhafter emotional.
    ich weiss man soll sich nicht mit anderen vergleichen, aber mal ehrlich: wie oft tun wir das im wirklichen Leben nicht doch, und sei es nur zur "Zielkontrolle".
    Aber das sollten wir Betroffenen nicht tun. Es hilft eher Aufklärung. Damit wir andere Retten können. Und es hilft, seine eigene Sexualität zu suchen für sich zu "erfinden", also: was tut mir noch gut, was hilft mir. Wir müssen auch noch viel genauer als die Unbeschnittenen mit unseren Partnern darüber sprechen, was uns gut tut. Weil , das wissen die einfach nicht. Das das Wichsen für uns vielleicht an manchen Stellen "schmerzhafter" ist also normal, oder wir einfach gar nichts oder nur ein vielleicht unangenehmes Gefühl spüren.

    Restoren hilft vielleicht auch, wer kann und die Vorraussetzungen dafür hat.

  • Hallo fremdbestimmt,

    leider habe ich Deinen Beitrag erst jetzt gelesen und darüber nachgedacht. Ich glaube, dass Du an falschen Stelle suchst, wenn Du meinst, dass Dein Problem an der fehlenden Vorhaut liegt.

    Kinder sind unterschiedlich sensibel und was der eine als kleine Operation sieht und sich keine großen darüber Gedanken macht, erzeugt bei anderen nagende Selbstzweifel und Angst vor sozialer Ausgrenzung. Sich vor anderen mit einem beschnittenen Penis nicht zeigen zu wollen, ist so ein Beispiel dafür.

    Solche Ängste sind aber nach meinen Beobachtungen weitgehend unbegründet. Weder in meinem Schuljahren, noch beim Wehrdienst habe ich jemals negative Äußerungen mitbekommen. Da ich erst seit 40 beschnitten bin, hätte ich als damals Unbeschnittener sicher mitbekommen, wenn hintenrum etwas darüber getuschelt worden wäre.

    Leider hast Du dir da etwas Negatives eingeredet und das hat sich tief in Deinem Unterbewusstsein eingegraben. Inzwischen suchst Du nach Bestätigung im Internet. Dinge wie "Keratinisierung der Eichel" und die "fehlenden 100.000 Nervenendigungen" sind für Dich zur Erklärung Deines Leidens geworden.

    Ich habe mir einige YT-Videos angesehen, von jungen Männern die vor ihrer Beschneidung bereits Geschlechtsverkehr hatten und über ihre Erfahrungen nach der Beschneidung berichteten. Die meisten sagen, dass sie zunächst einen Gefühlsverlust bemerkten, aber nach einem Jahr war ihr Sexempfinden bzw. die Befriedigung wieder wie vorher. Ihr Körper hat sich an die neue Situation angepasst. Vermutlich stoßen sie jetzt intensiver und länger. Die stärkere Einbeziehung anderer Sinnesempfindungen und die stärkere Fokussierung auf den Sexualpartner mögen auch dazu beigetragen haben.

    Du solltest verstehen, dass Dir in Deiner jetzigen Situation auch eine intakte Vorhaut nicht weiterhelfen kann, weil das Problem tief im Unterbewusstsein liegt und nicht in Deinem Penis.

    Ich rate Dir dringend zu einer Sexualtherapie. Du bist jetzt 25 und hast noch viele Jahre mit vielen schönen sexuellen Erfahrungen vor Dir. Ich hoffe Du findest den Mut, den richtigen Weg zu erkennen und einzuschlagen und konsequent zu verfolgen.

  • Und schon wieder kommt Zikumfetischist Burkhard aus seinem Loch und schwadroniert von "Problemem im Kopf".

    Tausende Nervenenden werden amputiert. Das Frenulum und die innere Vorhaut werden abgeschnitten. Das sind die sensibelsten Teile! Dazu die Verhornung der Eichel. Und eine entstellende Narbe gibt's noch obendrein gratis dazu.

    Sag, würdest Du auch behaupten, die Probleme eines Einbeinigen beim Laufen seien in seinem Kopf? Nein? Ohh. Ist aber das gleiche. Ein funktionaler Körperteil wurde amputiert und fehlt nun. Das "intensiver und länger stoßen" ist nichts Erstrebenswertes, sondern durch die mangelnde Empfindsamkeit bedingt. Mit Sicherheit war auch "ihr Sexempfindung bzw. die Befriedigung" nicht wie vorher und wird es niemals mehr sein. Bitte nicht so einen Kokolores verbreiten!

    Eine Sexualtherapie bringt die Empfindsamkeit nicht zurück. Aber Restaurieren kann einen Teil zurückbringen. Und je früher anfangen, um so besser. So ab 35, 38 geht es sonst rapide bergab, bis der Penis sich irgendwann anfühlt wie ein Fleischdildo. Auch das hat mit Therapie nichts zu tun und schon gar nichts mit Problemen im Kopf.

  • Bastian, dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

    Wer es vehement nicht verstehen kann oder will, leugnet entweder die Realität oder ist intelligenzgemindert. In beiden Fällen ist eine eine Diskussion für mich nicht lohnenswert.

    Burkhard: Ja, ich habe ein Problem in meinem Kopf, aber eben nicht in meinem Unterbewusstsein, sondern in meinem Bewusstsein und ich weiß auch ganz genau, woher dieses Problem kommt. Ich habe auch keinerlei Therapiebedarf, denn der Therapeut kann mir das Körperteil, das mir genommen wurde, nicht wiedergeben. Für mich gibt es nur einen Weg. Restaurierung oder Regeneration. Du kannst ja gerne mal ein Experiment machen: Lass dir ein Augenlied entfernen oder einen Teil deiner Lunge. Anschließend sprechen wir dann darüber, welche Psychotherapie für dich am geeignetsten ist, wenn du nichts mehr siehst oder schlecht Luft bekommst.

    Die Psychologen-Termine lasse ich den Leuten, denen dort tatsächlich geholfen werden kann.

    „Je hilfloser ein Lebewesen ist, desto größer ist sein Anrecht auf Schutz vor menschlicher Grausamkeit.“

    -Mahatma Gandhi-

  • Ja, ich hatte gereizte Haut von T-Tape. Vielleicht hätte ich zwischendurch ein paar Tage Pause machen sollen und regelmäßig über Nacht eincremen müssen. An sich finde ich T-Tape aber gut, da günstig und weich (viele Tugger sind härter) und außerdem zieht man damit die Haut direkt über die Eichel Quasi - beim Tugger wird die Haut geklemmt. Ich habe schneller eine verbesserte Empfindlichkeit bei T-Tape wahrgenommen, denke wegen dem Haut-auf-Haut Kontakt.
    Tugger müsste ich noch den perfekten finden, wenn ich einen designen würde, dann mit sehr weichen Materialien und am besten ohne Metall (Rost).
    Dual-Tension fand ich nicht gut, wegen dem Druck auf die Eichel/Harnröhrenöffnung. Air habe ich nicht probiert, da mir das nicht geheuer war, eher würde ich wieder auf Zugkraft und/oder Gewichte setzen.

  • Ich habe mir einige YT-Videos angesehen, von jungen Männern die vor ihrer Beschneidung bereits Geschlechtsverkehr hatten und über ihre Erfahrungen nach der Beschneidung berichteten. Die meisten sagen, dass sie zunächst einen Gefühlsverlust bemerkten, aber nach einem Jahr war ihr Sexempfinden bzw. die Befriedigung wieder wie vorher. Ihr Körper hat sich an die neue Situation angepasst. Vermutlich stoßen sie jetzt intensiver und länger. Die stärkere Einbeziehung anderer Sinnesempfindungen und die stärkere Fokussierung auf den Sexualpartner mögen auch dazu beigetragen haben.

    Kannnst gerne die Videos zu Youtube verlinken.

  • Eurocirc?

    Die Menschheit war schon immer bereit, Themen im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Wichtigkeit zu diskutieren. Je mehr eine Frage uns alle berührt, umso mehr gilt daher, dass selbst kluge Menschen behaupten, die Frage existiert überhaupt nicht.--Samuel Butler--

  • Die Beschneidung wirkt sich nicht nur psychologisch, sondern auch physiologisch und sensorisch auf Betroffene unterschiedlich aus. Das hängt auch davon ab, wie die Beschneidung ausgeführt wurde, welche Nerven durchtrennt wurden und ob es zu Komplikationen kam.
    Das kann man überhaupt nicht über einen Kamm scheren.

    In diesem Forum darf jeder darüber berichten, dass und wie er unter den Folgen seiner Beschneidung leidet. Das ist sein gutes Recht.
    Wenn man dann sieht, dass es anderen ähnlich geht fühlt man sich nicht mehr so alleine mit seinen Problemen, man kann Tips austauschen, sich gegenseitig trösten und Mut machen. Dafür ist dieses Forum da und jeder dieser Männer ist hier willkommen.

    Was wir hier nicht brauchen sind Männer, die sich als Erwachsene freiwillig und ohne Leidensdruck haben beschneiden lassen, mit dem Ergebnis zufrieden sind, viel von "Ästhetik" und Beschneidungsstilen reden, Männern weismachen wollen, dass man die innere Vorhaut nicht überbewerten solle, sich in unverschämter Weise über ihnen unbekannte Frauen äußern, meinen, dass Männer Stolz auf ihre Beschneidung sein sollen, dass die Beschneidung eines negativ Betroffenen vielleicht gar kein Problem sei, sich das negative nur eingeredet haben, dass sich beim Sex vieles im Kopf abspielt, dass die Leidensgeschichten hier im Forum Gift für einen Betroffenen wären und die Diskussion über einen gesetzlichen Schutz nicht nur für Mädchen sondern auch für Jungen als reine Theorie abtun und auch noch von "Vorhautesoterik" reden.

    Also das übliche, bekannte Vokabular der Beschneidungsverfechter.

    Für die gibt es ein bekanntes einschlägiges Forum, in dem diejenigen sicher schon lange verkehren.

    There is no skin like foreskin

  • Zumal genau diese Männer genau wissen, wie sich intakter Sex anfühlt, und sich dann aber in 15, 20 Jahren Viagra verschreiben lassen ... weil's nicht mehr funktioniert, und der Arzt macht denen dann noch weis, es liege am Alter.

    Nie würden sie zugeben oder sich selbst eingestehen, dass es an der ach-so-geilen, schön straffen, ästhetischen Genitalverstümmelung liegen könne. Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf.

  • Allein die Begriffe "Genitalreduzierte", "Amputationen" und "männliche Genitalverstümmelung" zeigt mir was du davon haltest. Bei deiner Erfahrung damit kann ich das gut nachvollziehen.

    "beeinträchtigte Sexualität" trifft sicher auch zu, wenn man vorher keine Probleme hat.

    Dann gibt es Fälle wo es tatsächlich medizinisch notwendig oder sinnvoll ist, wie zB LS oder sehr starke Vernarbungen/nicht dehnbare Phimose. Natürlich sollte eine Beschneidung immer der letzte Ausweg und so sparsam wie möglich durchgeführt werden. Diese Personen als "genitalreduziert" zu bezeichnen finde ich stark abwertend und dass es für manche Personen es tatsächlich eine Verbesserung ist, möchtest du nicht akzeptieren, denn es kann nicht sein, was nicht sein darf.

    Edited 2 times, last by skynet1 (January 2, 2025 at 5:37 PM).

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