Urolüge:
Ich bin Beschnittener und habe jetzt 30 Jahre nach der Beschneidung einen Zustand erreicht, bei dem ich fast nichts mehr beim Sex spüre.
Da ich als Kind recht sparsam beschnitten wurde, und sich die Desensibilisierung bei mir erst über Jahre und Jahrzente hinweg so stark entwickelt hat, habe ich eine gewisse Vergleichsmöglichkeit. Wenige Jahre nach der Beschneidung, als Teenager war bei mir die Gefühlsintensität sehr stark, mit den Jahren wurde es dann immer schwächer. Bei intakten Männern ist - nach dem was ich gelesen und gehört haben - diese hohe Gefühlsintensität bis ins hohe Alter vorhanden. Bei Beschnittenen wird das wohl selten der Fall sein.
Für mich persönlich ist der kausale Zusammenhang mit der Beschneidung eindeutig, und darüber will ich mich auch nicht hinwegtäuschen.
Aus psychologischer Sicht ("Mindset") gebe ich dir allerdings Recht: Wenn man sich nur noch permanent auf ein Problem fokussiert und sich ständig mit anderen vergleicht, denen es in dieser Hinsicht besser geht, ist das unter Umständen der klassische Weg in eine Depression.
Was die Messbarkeit der Gefühlsintensität und von Orgasmen betrifft, kann man indirekt über Fragebögen die Zufriedenheit statistisch erfassen. Ich meine, dass diese dänische Studie, die zu dem Ergebnis kam, es gebe signifikante Unterschiede bei der Zufriedenheit beschnittener u. unbeschnittener Männer, mit dieser Methode gearbeitet hat. Rein von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus, glaube ich, dass man die Gefühlsintensität oder das Erregungsniveau auch direkt messen könnte, z.B. über physiologische Paramter wie Hirnströme, Nervenströne, Aktivität in bestimmten Hirnarealen mittels spezieller MRT-Aufnahmen in Echtzeit, Leitfähigkeit der Haut, Puls usw. Und ich bin der Meinung, dass solche Studien auch notwendig sind, um auf harten Fakten basiert gegen Beschneidungen argumentieren zu können. Ich hoffe, da wird noch viel mehr geforscht.