Sohn (8) beschnitten, wie am besten Eichel schützen?

  • Unser Sohn wurde jetzt mit 8 Jahren beschnitten. Ein Teil der inneren Vorhaut konnte auf unser Drängen erhalten bleiben, aber nicht viel. Was am Fremulum gemacht wurde sehe ich noch nicht. Es verheilt gerade.

    Er hat sich die Vorhaut immer sehr weit zurückgezogen und auch recht brutal (so sah es jedenfalls aus) Das hat zu vielen kleinen Narben geführt, sodass er jetzt mit 8 kaum noch urinieren konnte. Das Wasserlassen hat ewig gedauert. Vorher hatte er keine Phimose o.ä.

    Wir wollten keine Beschneidung, aber uns war selbst klar, dass in dem Fall nichts mehr hilft.

    Kortisoncreme hat bei den Narben natürlich nichts gebracht gehabt...

    Wie kann ich jetzt die Eichel am besten schützen und erhalten?

    Synthetik oder Baumwollunterhosen?

    Cremen? Ölen?

    Folie drummachen? Zumindest nachts?

    Restliche innere Vorhaut dehnen bzw ihn ermutigen das zu tun, wenn es verheilt ist?

    Mit 8 ist er natürlich 0,0 kooperativ...


    Ich bin dankbar für Erfahrungen und Ratschläge

    Eva

  • Hallo, wahrscheinlich hat er vorerst ganz andere Probleme, nämlich dass seine Eichel, die bisher gut durch die Vorhaut geschützt war, noch hyperempfindlich ist und er erst einmal damit zurechtkommen muss - wie ergeht es ihm dazu?

    Leider verhornt die Eichel, wenn sie freiliegt, was aber auch gegen die Überempflindlichkeit hilft;

    Ersatzhüllen wie Folien etc sind sicherlich hilfreich - aber ob Du das einem 8 - jährigen überhelfen kannst ? Stelle ich mir schwierig vor;

    Regelmäßiges Eincremen ist natürlich auch hilfreich - aber musst Du das machen oder ist er selbst dazu bereit ? Hast Du ihm in der Abheilphase bereits auch Wundcreme aufgetragen, und wie hat er sich dabei verhalten?

    Gut, dass Du dir bereits jetzt schon dazu Gedanken machst !

  • Danke dir für die Antwort.

    Natürlich stört ihn die Empfindlichkeit der Eichel jetzt....

    Sehr kooperativ ist er nicht, aber es braucht Geduld um Kinder an Neues zu gewöhnen.

    Trotzdem halte ich es für sinnvoll es für ihn zur Normalität zu machen, dass die Eichel etwas Pflege braucht. Dann könnte er sie zumindest dann ab Jugendalter mit den entsprechenden Hilfsmitteln besser pflegen und empfindsam halten/ machen.

    Was für Kinder Routine ist/wird, das wird dann gemacht. Wie Zähneputzen.

    Ich will es nicht zum Problem machen. Ich möchte es aber auch nicht "laufen lassen" falls ich jetzt schon die Möglichkeit habe, die Eichel bestmöglich zu versorgen.

    Was jetzt für ihn zim Normalen wird, ist es mit 16 dann auch. So denke ich.

  • Ganz ehrlich:
    Ihr solltet warten bis es vernünftig abgeheilt ist und wenn er dann in der Pubertät ist das vielleicht noch mal ansprechen
    Die Eichel kann auch später wieder gut sensibilisiert werden.
    Weil ich halte es für keine Gute Idee ein Kind dazu anzuhalten seine Eichel künstlich zu bedecken.

    Hab so den verdacht das die ursache auch Lichen Sclerosus sein könnte. Ich weiß ja nicht ob die Vorhaut danach zur Untersuchung eingeschickt wurde.

  • Ich hätte mir auch eine Mutter gewünscht, die sich damals um den weitestmöglichen Erhalt meiner Sensibilität gekümmert hätte, vielleicht hätte ich dann weniger Einschränkungen.

    Ich glaube dass das mit dem Bedecken in seinem Alter schwierig sein wird, und nachts ist es auch nicht so hilfreich, weil er sich da am wenigsten bewegt und somit kaum Reibung auf die Eichel kommt.

    Das mit dem Dehnen ist wahrscheinlich erst dann möglich, wenn er es selbst durchführen kann und will – das wird wohl kaum in den nächsten Jahren sein; hat man ihm wenigstens noch ausreichend bewegliche Haut gelassen (bei Erektion), womit er gute Voraussetzungen für ein zukünftiges Dehnen hätte?

    Insofern ist Cremen die vermutlich vorerst beste Option.

    Wie kommt er in seinem sozialen Umfeld mit der Veränderung zurecht ? Das war für mich damals die belastendere Situation...

  • Vorab tut es mir sehr sehr leid, was deinem Sohn widerfahren ist. Aber, so wie von dir beschrieben, war der Eingriff wohl alternativlos.

    Interessant wäre, ob die Vernarbung der Vorhaut eine Folge des LSA war.

    Der Heilungsvorgang benötigt eine gewisse Zeit, bei mir wurde damals Bepanthen eingesetzt, was sich m.E. auch bis heute bewährt hat. Wie bereits beschrieben, ist die verbliebene Vorhaut recht zügig verheilt. Anders verhält es sich mit der Eichel. Es dauert, bis sie sich an den "entblößten" Zustand gewöhnt hat. Hier ist schon eine gewisse Portion an Geduld und Verständnis gefordert - auch wenn es mal nachts ungewollt plötzlich zu einem EInnässen kommt. Das ist normal ! Und so bedarf es auch bei der Intimpflege größter Rücksichtnahme mit milden Pflegemitteln, vor allem wenn ein Teil der Vorhaut erhalten geblieben ist, die Eichel dort ihre natürliche Empfindlichkeit länger behalten wird. Die Verhornung kannst du nicht aufhalten, sie wird quasi mit jedem Schritt, mit jeder Pedalumdrehung auf dem Rad usw. forciert. Zweifellos sollte man dem Prozess etwas begegnen, indem man Pflegemittel, z.B. Palmers Kakaobutter, nach dem Duschen / Baden einsetzt und die Eichel nicht ihrem Schicksal überlässt. Folien hingegen sind m.E. contraproduktiv.

    Du hast dich sehr gut informiert - Respekt ! Eine Dehnung der Resthaut ist grundsätzlich möglich. Dazu muss der Heilungsvorgang aber komplett abgeschlossen sein. Du ziehst auch keine Backenzahn, um taggleich ein Implantat zu installieren.

    Man muss abwarten, wie dein Sohn zu seinem veränderten Penis steht, ob es ihm "unten ohne" - wie man so schön sagt - sogar gefällt oder er mit dem veränderten Aussehen Probleme bekommt. Oftmals trägt die Toleranz der Gesellschaft zu dem Umgang mit einer Beschneidung dazu bei. Es täte mir leid, wenn er - so wie andere in diesem Forum - dadurch in eine quasi Außenseiterrolle manöveriert würden.

    Wartet die Pubertät oder gar seine Volljährigkeit ab; wenn dein Sohn so gar nicht mit der Beschneidung leben kann, gibt es Wege und Möglichkeiten einer quasi Wiederherstellung durch konsequentes Dehnen - das kann und darf aber kein Thema der nahen Zukunft ein und sollte im Vorfeld - gerade bei der Frage nach LSA - mit einem Facharzt abgestimmt werden.

    Für deinen Sohn und euch alles Gute.

    😘

  • Ganz ehrlich:
    Ihr solltet warten bis es vernünftig abgeheilt ist und wenn er dann in der Pubertät ist das vielleicht noch mal ansprechen
    Die Eichel kann auch später wieder gut sensibilisiert werden.
    Weil ich halte es für keine Gute Idee ein Kind dazu anzuhalten seine Eichel künstlich zu bedecken.

    Hab so den verdacht das die ursache auch Lichen Sclerosus sein könnte. Ich weiß ja nicht ob die Vorhaut danach zur Untersuchung eingeschickt wurde.

    Ja, wir geben ihm natürlich alle Zeit zum Heilen.

    Lichen Sclerosus ist es mMn nicht. Da war nie etwas rot, nie etwas entzündet, völlig unproblematisch.

    Die Vorhaut konnte er irgendwann zurückschieben, wie das eben so ist.

    Nur hat er dann das immer sehr brutal und sehr weit nach hinten gezogen. Wir haben immer gesagt, er soll das sanfter machen, aber ... mit wenig Erfolg.

    Unser Kinderarzt hat bestätigt, dass die Vernarbung rundum selbstinduziert ist, bzw das es davon kommt und sonst nix vorliegt an Krankheiten.

    Der Urologe hat allerdings gesagt es sei eine Phimose. Weil es könne nicht sein, dass sowas selbstinduziert sei.

    Da aber der Penis voll funktionstüchtig war und nichts entzündet o.ä. und der Prozess frühzeitig dem Kinderarzt gezeigt wurde, wir das immer beobachteten, wissen wir sicher, dass Lichen und Phimose auszuschließen sind.


    Umso gröser unsere Gram, dass er sich das so selbst hingezaubert hat, ums positiv auszudrücken.

  • Ich hätte mir auch eine Mutter gewünscht, die sich damals um den weitestmöglichen Erhalt meiner Sensibilität gekümmert hätte, vielleicht hätte ich dann weniger Einschränkungen.

    Ich glaube dass das mit dem Bedecken in seinem Alter schwierig sein wird, und nachts ist es auch nicht so hilfreich, weil er sich da am wenigsten bewegt und somit kaum Reibung auf die Eichel kommt.

    Das mit dem Dehnen ist wahrscheinlich erst dann möglich, wenn er es selbst durchführen kann und will – das wird wohl kaum in den nächsten Jahren sein; hat man ihm wenigstens noch ausreichend bewegliche Haut gelassen (bei Erektion), womit er gute Voraussetzungen für ein zukünftiges Dehnen hätte?

    Insofern ist Cremen die vermutlich vorerst beste Option.

    Wie kommt er in seinem sozialen Umfeld mit der Veränderung zurecht ? Das war für mich damals die belastendere Situation...

    Danke für deine Worte.

    Ich kann schwer einschätzen was "viel/wenig" übergebliebene Vorhaut ist. Äußere Vorhaut ist ab. Von der inneren konnte etwas stehengelasden werden. Die Eichel bedeckt das aber nicht! Das reicht jetzt gerade 1,5 Wochen nach OP an die Eichel heran. Mehr nicht.


    Unser Umfeld ist lieb. Unsere Kinder sind homeschooler, fester guter Freundeskreis, da gibt es kaum/kein Mobbing.

    Also werde ich das Cremen wohl als Routine einführen und alles andere auf später in der Zukunft verschieben.👍

  • Zur Entstehung der Vernarbung habe ich gerade geantwortet, falls du es lesen magst.

    Danke dir für deine Zeilen!

    Ja, es ist wohl Abwarten angesagt und dann nochmals zur Pubertät das Athena aufgreifen. Und schauen wie er dazu steht und klarkommt.

  • Grundsätzlich finde ich es gut dass du dir zu dem Thema Gedanken machst und auch für den Erhalt von innerer Vorhaut gekämpft hast.

    Übertreibe es jedoch nicht mit dem Thema in dem du es immer wieder ansprichst und so Druck auf ihn ausübst. Selbst die regelmäßige Eichelpflege solltest du meiner Meinung nach nicht allzusehr forcieren. Am Ende trägt er noch einen psychischen Schaden davon.

    Ich kann schwer einschätzen was "viel/wenig" übergebliebene Vorhaut ist. Äußere Vorhaut ist ab. Von der inneren konnte etwas stehengelasden werden. Die Eichel bedeckt das aber nicht! Das reicht jetzt gerade 1,5 Wochen nach OP an die Eichel heran. Mehr nicht.

    Ich gehe davon aus dass die Haut aktuell geschwollen ist. Wieviel Haut wirklich nicht da ist, kann man erst in einigen Monaten sagen.

    Synthetik oder Baumwollunterhosen?

    Baumwolle. Und welche wo nicht alles frei herumhängt (wie bei Boxers), sondern gut eingepackt ist, zB Trunks.

    Ich bin dankbar für Erfahrungen und Ratschläge

    Erfahrung aus meinem Leben: Ich musste mich mit 18 Jahren aufgrund einer stark vernarbten und entzündeten Phimose beschneiden lassen. Woher ich die Phimose hatte weiß ich nicht, ich weiß nur dass sie mit 14/15 Jahren auf einemal da war. Ich habe mich für eine Teilbeschneidung entschieden, wo ich noch ca. 2,5cm innere Vorhaut behalten konnte. Die ersten Jahre danach habe ich die Eichel immer eingeölt oder eingecremt, weil ich oft gelesen habe dass das empfohlen wird. Jedoch war mir das auf Dauer zu mühsam und habe nach einigen Jahren aufgehört. Mittlerweile sind 22 Jahre seit der OP vergangen und mir geht an Empfinden nichts ab. Bei Ruhe (schlafen/am Sofa) ist die Eichel oft zur Hälfte bedeckt, bei Bewegung rutscht die Vorhaut hinter die Eichel und ich nehme sie dann war. Nicht unangenehm, aber ich spüre den Unterschied. Ich dehne ab und zu mal bisschen, aber ohne Plan und großen Drang dazu verspüre ich auch nicht.

    Das Thema der Sensitivität nach Beschneidung hängt einerseits vom OP-Stil ab ist andererseits aber auch immer individuell.

  • Nein, ich übertreibe es nicht. Deswegen erkundigen ich mich ja hier, was Sinn macht im jungen Alter jetzt zu tun und was nicht. Damit ich es so schonend für ihn gestalten kann wies geht.

    Ich zwänge ihm nichts auf.

    Etwas Jojobaöl haben wir heute draufgeteopft. Das fand er angenehm.

  • IHallo, erstmal finde ich das sehr gut das du dir ein paar Gedanken dazu machst.
    Wenn ich das richtig verstehe dann ist die OP ja noch sehr frisch.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, ich wurde mit zwei Jahren beschnitten, daran kann ich mich nicht erinnern - ich weiß das weil ich es gelesen habe das ich zu dem Zeitpunkt zwei Jahre alt war.

    Woran ich mich erinnern kann, als Kind in die Badewanne zu gehen und dann war das Gefühl am Penis immer etwas anders - tat nicht direkt weh aber ich habe es eben gemerkt. Später ging ich eigentlich nur duschen und als ich als Teenager mal wieder in der Badewanne saß war dieses Gefühl nicht mehr da.
    Wie es sich schön anfühlt das habe ich zu Beginn der Pubertät sehr schnell herausgefunden, ich denke Jungs sind da sehr erfinderisch und was sich toll anfühlt wird gemacht. Ich wusste da auch überhaupt nicht dass es sich mit Vorhaut möglicherweise anders anfühlt.

    Wenn dein Sohn Jojobaöl angenehm findet ist das doch gut. Erstmal steht ja dann jetzt auch die Nachsorge im Vordergrund und wie er mit dem neuen Gefühl umgeht und der jetzt erstmal sehr empfindlichen Eichel.
    Meines Erachtens wird er eine gewisse Empfindlichkeit haben und auch herausfinden was ihm gefällt, bei mir war es zu mindest so der Fall.

    Ihr könnt ja versuchen die Nachsorge zu einer Pflege werden zu lassen die er dann machen kann. Kein „das muss so sein“ wie beim Zähne putzen, ich denke das ergibt sich dann auch einfach.

    Wichtig ist, dein Sohn muss sich wohlfühlen und nicht denken nur wegen der Operation MUSS ich das jetzt ständig machen.

  • Ja genau, so möchten wir das machen. Öl empfindet er als angenehm, fragt selbst danach. Von daher hat das Potenzial zur Routine zu werden.

    Danke für die Schilderung deiner Erfahrungen!

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