Ich habe mir gerade die Seite jungensprechstunde.de angesehen und mir auch mal den Beitrag vom SWR der dort unter Links zu finden ist angehört.
Was mir nicht gefällt ist wie so oft Vorhaut zu eng = am besten Beschneidung. Da hätte man meiner Meinung nach schreiben müssen das es Möglichkeiten zur Behandlung gibt ua. Beschneidung aber eben auch salbe oder Op mit vorhauterhalt. soviel Platz hätte das in der broschüre nicht gekostet. Eine OP zum Erhalt der Vorhaut oder salbe sind vielleicht garnicht mal günstiger als eine komplette Beschneidung. Durch Aufwand und Dauer der Behandlung vielleichtsogar teurer für die Krankenkasse, ein Schelm wer Böses dabei denkt...
Nur mal so zum drüber nachdenken, gibt ja oft genug Fälle wo die Kasse sagt, ist zwar besser aber teuer also wird das nichts..
Grundsätzlich, und da könnt ihr mir von mir aus den kopf für abreissen, was durch den PC schwierig wird finde ich den Ansatz der Jungensprechstunde nicht schlecht. In meiner Schulzeit, bin jetzt 30, so um 1998-2001 kam das Thema in der Schule dran wurde zwar auch schon offen gesprochen. Auch die J 1 Untersuchung gab es schon, nur die wurde dann bei vielen wohl nur durch zufall gemacht. Zumindest war ich da nie und soweit ich weiß auch meine Schwester nicht. Bei mir war das dann so mit ungefähr 9 oder 10 Jahren wurde ich mal komplett untersucht also auch Penis zeigen und Hoden abtasten. Danach war bis zur Ausbildung nichts mehr und da war nur Blutabnahme Bauch abtasten, Gelenke, Rücken und fertig. "Unten rum " hat dann der Arzt mal wieder geschaut als ich wegen der Feuerwehr zum Arzt musste, da war ich über 20.
In der Schule war die J 1 nie Thema, und sonst bekamen wir dann eine Broschüre. Auf einen Punkt gebarcht stand da drin: Mädels - Ihr solltet schon in der Pubertät vorsorglich zum Gynäkologen gehen, der wird euch Fragen beantworten. Im großen und ganzen solltet ihr auf Hygiene usw achten, ihr bekommt ja mal Kinder.
Zu den Jungs- alles halb so wild, ihr habt nen Penis und Hoden, Vorhaut zurückziehen und waschen, Hoden mal atasten viel ist da ja nicht. wenn ihr Schmerzen beim pinkeln habt oder sonst was weh tut geht zum Arzt. Krebsvorsorge zahlt die Kasse ab dem 35. Lebensjahr.
Da denkt man sich mit 15: "Cool Krebs bekommt man erst mit 35, dann mal fröhlich weiter." Aber trotzdem blieb immer ein Gefühl der Unsicherheit. "Soll ich mal zum Arzt, das der guckt ob alles okay ist ?.. ach wird schon nichts sein ! " Dazu kam das zum Urologen in meiner damaligenVorstelung immer nur ältere Männer gehen wenn sie nicht mehr pinkeln können.
Auf den Punkt gebracht: Ich hätte es nicht schlecht gefunden in der Pubertät die Möglichkeit zu haben in so eine Jungensprechstunde zu gehen. Einfach um zu wissen alles ist okay und der Arzt ist auf die Fragen die ein Junge in der Pubertät hat eingestellt. Wenn so etwas gezielt angeboten wird ist die Hemmschwelle hin zu gehen vielleicht doch geringer. Da bin ich auch ganz ehrlich, ich sage zwar es hätte mich gefreut die Möglichkeit zu haben, ob ich den Mut gehabt hätte es zu machen das weiß ich heute nicht. Zur Beschneidung hätte er mich ja nicht mehr schicken können, da wäre er 13 Jahre zu spät dran gewesen
Mit 15 wusste ich allerdings auch schon das es auch anders geht.
Was ich zum guten Schluß sagen möchte ist, eine gut gemeinte Sache sollte man nicht gleich schlecht reden. Aber man muss gucken das aus der gut gemeinten Sache auch eine gute Sache wird. Jungen und Männer sind eben Vorsorgemuffel, aber sie wurden auch dazu erzogen, ich denke der Ansatz das zu ändern ist schon gut. Abschmieren ist besser als schrauben, vorsorgen ist besser als heilen...
Und bevor jetzt Spekultionen ins Kraut schießen: Damit meine ich keine vorsorglichen Beschneidungen oder sonst welche Operationen ! Auch damit habe ich so meine Erfahrungen...