Erstmal: sich gegen Antisemitismus einsetzen zu wollen ist ein hehres Ziel und sehr lobenswert!
Sich für ein Recht auf die genitale Autonomie von Kindern, für das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, für einen Schutz von Kindern vor Genitalverletzungen und Schmerzen einzusetzen ist auch ein hehres Ziel.
Ein Ziel, was aber manchen offensichtlich ein Dorn im Auge ist. Was manche meinen bekämpfen zu müssen.
Jüdisches Leben ist nicht nur Zwangsbeschneidung.
Ich würde von Traditionen und religiösen Geboten sprechen.
Das meiste davon erscheint den meisten Menschen hierzulande völlig belanglos und unkritisch.
Wer stört sich schon daran, dass manche Menschen meinen auf lecker Schweinebraten verzichten zu müssen? Oder eine bestimmte Sehne nicht verzehren zu dürfen, oder meinen Milchiges von Fleischigem trennen zu müssen? Mag vielen skurril erscheinen, aber juckt doch keinen! Das tut niemandem weh - ganz im Gegensatz zu BGM.
Oder sich regelmäßig in Gotteshäusern zum Gebet zu treffen? Daran stören sich wohl nur hard-core Atheisten bzw. Religionshasser - und die stören sich noch viel mehr an Kirchen, Glockengeläut, Moscheen, Minaretten, Muezzin-Rufen...
Kritik gibt es im wesentlichen an der Genitalverstümmelung von Jungen und am betäubungslosen Schlachten von Rindern, Schafen... und das wissen die Macher dieser Kampagne auch genau.
Das aber betrifft hundert mal mehr Muslime (und verwandte Religionen) als Juden. Und, was BGM betrifft überhaupt alle nicht indizierten Vorhautamputationen an Jungen, z.B. auch in den USA, Afrika...
Daraus "Antisemitismus" basteln zu wollen ist abwegig. Genau das erleben wir aber ständig.
Wenn also Kritik an BGM gebetsmühlenartig mit Antisemitismus assoziiert wird und jetzt durch Informationen über jüdische Traditionen bzw religiöse Gebote vermeintlicher Antisemitismus bekämpft werden soll muss man doch annehmen, dass es eben gerade um die umstrittenen Praktiken, also "Beschneidung" und betäubungsloses Schlachten geht.
Dies als selbstverständlich, problemlos, harmlos (oder sogar vorteilhaft (hygienisch, HIV)) darzustellen.
Uns genau so sieht es in der Praxis ja auch häufig aus:
RE: An unseren Schulen
Amnon Orbach (Jüdische Gemeinde Marburg) vor Elftklässlern eines beruflichen Gymnasiums: "Wer braucht (schon) eine Vorhaut?"
"Lehrplattform für Medienprojekte"
Die Indoktrination geht weiter
Ferienworkshop
MGM-Propaganda für die lieben Kleinen: CD "Unsere Religionen" von "Wieso? Weshalb? Warum?"
Die "heterogene Gesellschaft" muss sicher stellen, dass Genitalverstümmelung in Deutschland dauerhaft gewährleistet werden kann
Jüdisches Forum für…
Vom real existierenden Antisemitismus von Menschen (die meist selbst als Kind der Vorhaut beraubt wurden (sofern sie männlich sind)) die aus Ländern eingewandert in denen die Kinder schon in der Schule mit Antisemitismus geimpft werden und von Neonazis mit ihren bekannten Verschwörungstheorien ("Die Juden ziehen überall im Hintergrund die Fäden!", usw) lenkt das nur ab.
Sich gegen Antisemitismus einsetzen zu wollen ist ein hehres Ziel und sehr lobenswert!
Aber nicht auf die falsche Tour.
Dass die Parteien, die den Jungenverstümmelungsparagraphen zu verantworten haben diese Verharmlosung nach Kräften unterstützen ist aus ihrer Sicht natürlich logisch.