HPV Impfung jetzt auch für Jungs

  • http://news.doccheck.com/de/blog/post/9…698&block=32618

    Damit entfällt ein weiteres Scheinargument der Vorhautamputation zur Prophylaxe. Eine Impfung schützt zuverlässig gegen die HPV-Erreger, verteilt die Aufgabe der Prophylaxe gerecht auf beide Geschlechter und erspart zudem lebenslange, negative Folgen für die Jungen und Männer.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Hat schon jemand den Kommentar von Herrn Licht, dem der Name "Finsternis" ehr zu Gesicht stehen würde, gelesen. So kann man dies dann natürlich auch bei allem und jedem sehen und sich darauf berufen, dass vor tausenden von Jahren alles besser war. Schön wäre es nur, wenn diese ewig Vorgestrigen dann auch die Medien dieser Zeit nutzen würden, die sie propagieren, statt hier im Internet ihren Blödsinn zu verbreiten.

    Aber wie Weguer schon schreibt, ist HPV nur eines der Scheinargumente, um sich mit allen Mitteln gegen jede Form der Weiterentwicklung zu stemmen. Wäre die Evolution genauso stur gewesen wie die Haltung von orthodoxen Glaubensanhängern, hätte es wohl nie eine Beschneidung gegeben bzw. würden wir dann wohl noch alle brav auf den Bäumen sitzen und Blätter kauen, statt uns um Menschenrechte Gedanken zu machen.

    Scheinargumente sind ja im Grunde nur der Beweis dafür, dass etwas verteidigt wird, von dem man selbst bereits weiß, dass es Unsinn bzw. Unrecht ist.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • ein weiteres Scheinargument

    Eben. Ein Schein-Argument. Es war nie wirklich ein Argument.

    Und deswegen ist diese Impfung eigentlich auch OT.

    Trotzdem, ich habe das mal überschlagen: Knapp 800.000 Geburten im Jahr 2016 in Deutschland. Wenn diese Kinder alle HPV-Geimpft werden, 3x2x150 Euro + sagen wir mal 100€ Artzkosten für die 6 Impfungen - das macht pro Jahr 800 Millionen Euro. Da geht es um sehr viel Geld!
    Das ist mehr als das Volumen des ebenfalls fragwürdigen Mammographie-Screenings. Wo es allerdings um erwachsenen Frauen geht.
    Und wenn es um so viel Geld geht, dann muss man grundsätzlich kritisch hinterfragen ob Nutzen und Risiken objektiv gegeneinander abgewogen wurden. Wir kennen das doch mit den interessengesteuerten medizinischen Studien zur Genüge.

    Eine solche Impfung bietet keinen sicheren Schutz vor einem Zervixkarzinom, andererseits lehnt der Staat die Finanzierung wichtiger Früherkennungsmaßnahmen ab:

    Zitat von WP

    Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt unter Berücksichtigung neuer Studien in ihrer aktuellen Leitlinie zum Zervixkarzinom, bei Frauen ab 30 Jahren auch bei unauffälligem Pap-Test routinemäßig einen Nachweistest für Papillomviren durchzuführen. Während der Pap-Test bei einmaliger Durchführung etwa die Hälfte der Krebsfälle oder direkten Krebsvorstufen übersieht, können mit der Kombination aus Pap-Test und Virusnachweis fast alle Krebsvorstufen erkannt werden

    Die Erstimpfung wir empfohlen für das 9.-14. Lebensjahr, es geht also um Kinder, die nicht selbst entscheiden können, weil sie sich von Risiken und Nutzen noch kein Bild machen können.
    Das kann man nur bei Krankheiten, die bereits im Kindesalter eine ernste Bedrohung für das Kind darstellen vertreten. Denn auch jede Impfung trägt das Risiko einer Komplikation in sich.

    There is no skin like foreskin

  • Die Impfung macht aber nur vor dem ersten GV Sinn. Und mit 13-14 kann man sehr wohl verstehen um was es da geht. Das Risiko gibt es immer, bei jeder Impfung. Aber bei einem Gesunden Kind praktisch nicht wirklich relevant. Meine Frau ist vom Verdacht Zervixkarzinom betroffen mit entsprechendem Eingriff schon hinter sich und das ist für die ganze Familie belastbar da es praktisch das ganze Leben über einem schwebt mit dem Bangen bei der Kontrolle jedes halbe Jahr. Wenn durch Impfungen das ganz stark eingedämmt werden kann ist Nutzen/Risiko Verhältnis sicher vertretbar.

  • Trotzdem, ich habe das mal überschlagen: Knapp 800.000 Geburten im Jahr 2016 in Deutschland. Wenn diese Kinder alle HPV-Geimpft werden, 3x2x150 Euro + sagen wir mal 100€ Artzkosten für die 6 Impfungen - das macht pro Jahr 800 Millionen Euro. Da geht es um sehr viel Geld!


    Das kann man nur bei Krankheiten, die bereits im Kindesalter eine ernste Bedrohung für das Kind darstellen vertreten. Denn auch jede Impfung trägt das Risiko einer Komplikation in sich.


    Ich kann mir denken, worauf Du hinaus willst. Eine Impfung bzw. die Injektion eines Fremdstoffes mit einer Hohlnadel stellt natürlich eine Körperverletzung dar. Noch dazu vor dem Hintergrund, dass dieser Fremdstoff in sehr seltenen Fällen massive Nebenwirkungen verursachen kann.

    Hier willigen die Eltern aber in eine Körperverletzung ein und diese Einwilligung wird nicht durch die moralische Weltsicht der Eltern beeinflusst. Es mag selbst zu Thema Impfen verschiedene Sichtweisen geben, aber diese sind weder durch sexualisierte Religonsdogmen oder andere Ideologien geprägt.

    Hinsichtlich der Kosten dürfte es übrigens eine entscheidende Rolle spielen, in welcher Menge dieser Impfstoff hergestellt wird. Jedenfalls kostet der Impfstoff z.B. in den USA nur die Hälfte. Auch müsste z.B. für Cervarix in weniger als 10 Jahren der Patentschutz auslaufen, was hier die Kosten nochmals deutlich senken würde. Am Rande sei bemerkt, dass es einen zweifach-, vierfach- und fünffachwirksamen Impfstoff gibt und hier dürfte dann mittel- bzw. langfristig ein Preiskampf entstehen, obwohl bereits der einfachste Impfstoff eine großen Teil abdeckt.

    Davon abgesehen muss man aber wohl auch betrachten, welche Kosten für eine entsprechende Krebsbehandlung entstehen. Und zusätzlich darf man nicht vergessen, dass wohl auch heute noch Jungen mit dem Argument beschnitten werden, dass man hierdurch Gebärmutterhalskrebs verhindern könnte. Die Zwangsbeschneidung als Vorsorge gegen Krebserkrankungen ist zwar rational betrachte reiner Schwachsinn, aber Leute wie Alice Schwarzer verbreiten wohl auch heute noch solche Märchen.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Natürlich kann man nun jedem der mit "aber HPV kann man durch Beschneidung eindämmen" den Wind aus dem Segel nehmen...

    Aber dem Risiko einer HPV Infektion setzt man sich doch nur aus, wenn man ungeschützten GV hat? Der kann sich genauso gut HIV einfangen?
    HPV impfen, damit man ungeschützten GV haben kann, und sich damit dem Risiko einer HIV Infektion aussetzen?

    Meine Kinder werde ich sicher nicht dagegen impfen lassen, sondern ihnen erklären, wie wichtig Safer Sex wegen Geschlechtskrankheiten ist, und das dies auch vor ungewollten Schwangerschaften schützt.

    Und wenn sie alt genug sind, sollen sie selber entscheiden, was, wie und ob sie sich impfen lassen...

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Die Impfung macht aber nur vor dem ersten GV Sinn.

    Aber doch nur, wenn dieser erste GV ungeschützt stattfindet?

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Meine Kinder werde ich sicher nicht dagegen impfen lassen, sondern ihnen erklären, wie wichtig Safer Sex wegen Geschlechtskrankheiten ist, und das dies auch vor ungewollten Schwangerschaften schützt.


    Safer Sex reduziert das HPV-Risiko um ca. 50%.

    https://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_humane-papi…eitung_913.html

    ___________________________________________________________________________________________________

    Ich denke man sieht hier mal wieder deutlich, dass eine Beschneidung auch hier ähnlich "gut" hilft wie bei der Eindämmung einer HIV-Infektion, nämlich so gut wie gar nicht. Nur Idioten sind daher so blöd, dass sie eine Beschneidung als "gesundheitlichen Benefit" anpreisen. Urologen, die solche Argumente vortragen, sollte man die Zulassung entziehen, Leute wie dem Ehepaar Gates, solle man Nachhilfeunterricht erteilen und Religionsangehörige, die solchen Quatsch verbreiten, sollte man mitleidig begegnen, aber in keinem Fall ernst nehmen.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Ich werde meine Kinder unter Garantie gegen HPV impfen lassen.

    Das Sexleben meiner Kinder beschränkt sich hoffentlich nicht auf die "wilden Jahre" bis Mitte 20 sondern endet in einer guten, monogamen Beziehung mit Kindern (wir sind katholisch, also nix mit Laborbabies oder häufig wechselnden Sexpartnern). Und da ist ungeschützter Sex ein Grundbestandteil (ja, ich hatte eine Vasektomie genau aus diesem Grund).

    Das ich meine Kinder auf Kondome einnorde, solange sie in der Findungsphase sind bzw. "Risikosex" haben wollen, ändert ja nichts daran, daß wir die Weichen auch für alternative Beziehungsformen rechtzeitig stellen müssen.

    Gruß
    Hickhack

  • Ich werde meine Kinder unter Garantie gegen HPV impfen lassen.


    Wir sind hier einen etwas anderen Weg gegangen. Auch wenn Kinder natürlich keine Erwachsenen sind (Autofahren ist ja z.B. auch erst ab 18 erlaubt) und daher die Tragweite von solchen Entscheidungen noch nicht im vollen Umfang erkennen können, halte ich es für absolut wichtig, dass Kinder entsprechend ihrem Reifegrad in solche Entscheidungen einbezogen oder zumindest angehört werden.

    Unsere Tochter war von der Idee einer Impfung naturgemäß nicht sonderlich begeistert. Als wir bei Recherchen herausfanden, dass man die Impfung zwischenzeitlich auf zwei Impfdosen beschränken kann, kam bereits etwas Erleichterung auf. Wir haben aber auch das Thema angesprochen, dass eine solche Impfung in sehr seltenen Fällen zur lebenslangen Unfruchtbarkeit führen kann.

    Mein Argument für die Impfung war die Tatsache, dass ich mehrere Frauen kenne, die Gebärmutterhalskrebs bekommen haben und deshalb kein Kind bzw. kein weiteres Kind mehr bekommen konnten. Aber ich war natürlich auch so ehrlich und habe darauf hingewiesen, dass eine solche Impfung nie einen hundertprozentigen Schutz bieten kann.

    Warum reite ich jetzt aber so auf diesen Details herum. Wenn es ums Thema Zwangsbeschneidung geht, werfen wir den starrköpfigen Eltern vor, dass sie blind aus ihrer religiösen Überzeugung heraus handeln und damit sämtliche Nachteile ihres Kindes ausblenden. Die Kinder werden nicht in diese Entscheidung einbezogen bzw. ist es auch eher unwahrscheinlich, dass Eltern, wo der Mann selbst aus religiösen Gründen beschnitten ist, die sexuellen Nachteile einer Beschneidung thematisieren. Davon abgesehen werden es vermutlich noch viele Eltern den Schulen überlassen, ihre Kinder überhaupt aufzuklären, was ja die erste Voraussetzung für ein Gespräch wäre, dass auch nur annähernd auf Augenhöhe stattfinden könnte.

    Wir können nicht einfach die anderen ändern, aber wir können uns ändern und damit unseren Kindern das Selbstverständnis mitgeben, dass sie über Dinge, welche sie unmittelbar betreffen ein Mitspracherecht besitzen. Und wenn unsere Kinder dann mit Kindern zusammen kommen, deren Eltern eine Zwangsbeschneidung planen, können diese Kinder vielleicht ein Stück von den unsrigen lernen bzw. besser formulieren, dass sie dies nicht wollen. Wahrscheinlich wird dies nicht sofort in der ersten Generation dazu führen, dass Zwangsbeschneidungen ein Ende nehmen, aber der Widerstand innerhalb der Familien kann sich so von Generation zu Generation verstärken, bis irgendwann auch die verbohrtesten und orthodoxen Eltern kapieren, was sie da eigentlich anrichten.

    @Hickhack
    Ich respektiere Deine Religionszugehörigkeit. Bedeutet aber Deine persönliche religiöse Einstellung auch automatisch, dass Deine Kinder diese zwangsläufig übernehmen müssen bzw. dass diese auch Deine Sexualmoral für sich als richtig empfinden müssen. Im Grundgesetz ist sowohl die sexuelle Selbstbestimmung wie auch die Religionsfreiheit verbrieft. Eltern haben zwar grundsätzlich 18 Jahre lang durch ihr Erziehungsrecht die Möglichkeit hier Einfluss zu nehmen, aber mehr auch nicht. Am Ende ist es doch vorallem wichtig, dass alle Kinder glücklich werden und wenn man an einen gütigen Schöpfer glaubt, wird auch der sich nichts anderes wünschen ;)

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Ich denke wir reden etwas aneinander vorbei. Natürlich kann ich meine Kinder nicht zwingen meine moralischen Vorstellungen weiterzuleben. Allerdings, WENN sie sich dazu entschließen sollten, sollten sie auch entsprechend darauf vorbereitet sein. Und z.B. die für diesen Lebensstil hilfreichen Impfungen intus haben.

    Gruß
    Hickhack

  • Und ich werde meine Kinder nicht impfen lassen...sondern sie aufklären darüber, und dann sollen sie selber machen...

    (off topic)

    Und da ist ungeschützter Sex ein Grundbestandteil (ja, ich hatte eine Vasektomie genau aus diesem Grund).

    Beißt sich das nicht irgendwie? Verhütung Tabu...aber eine Vasektomie?

    Mein Opa soll immer gesagt haben "Wenn man mit seiner Frau schläft, ist das keine Sünde...nur wenn man hinterher denkt: Hoffentlich ist nix passiert" ;)

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Also entweder man impft aus Überzeugung nicht aber warum man die HPV Impfung ausklammert erschließt sich mir nicht. Es ist einfach ne Infektion wie alle anderen auch nur das sie halt die Genitalien bzw. den Gebärmutterhals betrifft. Für Mädchen schon lange gang und gäbe, für Jungs jetzt zum Glück bald auch.

  • Und ich werde meine Kinder nicht impfen lassen...sondern sie aufklären darüber, und dann sollen sie selber machen...

    (off topic)

    Beißt sich das nicht irgendwie? Verhütung Tabu...aber eine Vasektomie?
    Mein Opa soll immer gesagt haben "Wenn man mit seiner Frau schläft, ist das keine Sünde...nur wenn man hinterher denkt: Hoffentlich ist nix passiert" ;)

    Im Prinzip ja, aber in diesem Fall kann es für eine Impfung sehr schnell zu spät sein. Deine Aufklärung in Ehren, aber hier halte ich das nicht für sinnvoll.

    Zum anderen: Dieses Märchen vom Tabu ist anscheinend nicht tot zu kriegen. In der Praxis muss man sich jeden Einzelfall anschauen, um zu einer verantwortbaren Entscheidung zu kommen. Nach drei Kindern und bei bestehendem erhöhten Mehrlingsrisiko, war die Entscheidung für mich ziemlich einfach.

    Gruß
    Hickhack

  • Und ich werde meine Kinder nicht impfen lassen...sondern sie aufklären darüber, und dann sollen sie selber machen...

    Über was möchtest Du Deine Kinder aufklären? Sollen sie jeden möglichen Partner immer vorher fragen, ob er/sie sich neben HIV auch auf HPV hat testen lassen? Davon abgesehen kann man sich HPV sogar im Dampfbad, der Sauna oder sogar im Schwimmbad einfangen. Sobald man sich angesteckt hat, ist eine Impfung ausgeschlossen.

    Was mir aber davon abgesehen an Deiner Einstellung sehr gefällt, ist die Überlegung, dass man nicht einfach über die Kinder hinweg entscheidet bzw. versucht Entscheidungen, die man aufschieben kann, ihnen nach Möglichkeit selbst zu überlassen. Ob eine Impfung besser ist als keine Impfung, ist hier tatsächlich OT, aber der Kern, dass man sich ernsthaft am Kindeswohl zu orientieren versucht und dabei die eigne Einstellung möglichst stark zu objektivieren versucht, ist die gleich Problematik wie bei der Zwangsbeschneidung.

    Ich denke wir reden etwas aneinander vorbei. Natürlich kann ich meine Kinder nicht zwingen meine moralischen Vorstellungen weiterzuleben. Allerdings, WENN sie sich dazu entschließen sollten, sollten sie auch entsprechend darauf vorbereitet sein. Und z.B. die für diesen Lebensstil hilfreichen Impfungen intus haben.


    Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, verstehe ich nicht, was Du unter "moralischen Vorstellungen" verstehst. Du findest es in Ordnung in jüngeren Jahren "wild rumzuvögeln", später Kinder zu zeugen und im Anschluss entgegen den Verlautbarungen der katholischen Kirche eine Vasektomie durchführen zu lassen (siehe Papst Pius XII).

    Ich persönlich habe es ja nicht so mit der Moral, weil diese eben nach meiner Auffassung irgendwo eine durch Religion "verhurte" Ethik darstellt. Und weil Moral oft "verhurt" ist, sollte die Ethik als Richtschnur dienen und Kindern ihre uneingeschränkte (sexuelle) Freiheit wie auch körperliche Unversehrtheit bewahren.

    In dem Punkt, dass Du eine HPV-Impfung als sinnvolle Prävention gegen eine Infektion betrachtest, sind wir uns dagegen vollkommen einig. Und genau hier unterscheiden wir uns wohl von denen, die beispielsweise mit einer Zwangsbeschneidung die Sexualität ihrer Kinder grundlos "beschneiden" wollen.

    @All
    Wie man jetzt praktisch sieht, ist es leichter über Themen zu diskutieren, die einen persönlich nicht so direkt betreffen als wenn es um die Frage der eigenen Kinder geht. So gesehen irgendwo auch für mich eine interessante Erkenntnis, weil ich jetzt etwas besser nachempfinden kann, welche Abwägungen wohl bei den Eltern stattfinden, welche ihre Kinder zwangsbeschneiden lassen. Der Grad zwischen richtig und falsch ist schmal bzw. wer sich hier zu sehr in der Moral einer Religion oder einer Tradition verhaftet sieht, trifft fast unweigerlich ein fatale und falsche Entscheidung.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Grundsätzlich finde ich HPV Impfung und Beschneidung haben nichts miteinander zutun, auch wenn hier versucht wird krampfhaft Parallelen zu konstruieren. Eine Impfung schützt und eine Bescheinigung nicht. Eine Beschneidung schadet immer, eine Impfung nicht. So einfach ist das.

  • Eine Impfung schützt und eine Bescheinigung nicht.

    Genau deshalb habe ich diesen Thread eröffnet.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Eine Beschneidung schadet immer, eine Impfung nicht

    Kann man das so pauschalisieren? Gibt es nicht ganz seltene Ausnahmen, wo Beschneidung tatsächlich das kleinere Übel ist, und der Betroffene von diesem Eingriff profitiert?

    Und eine Impfung schadet nie? Mein Bruder ist nach einer Pockenimpfung schier draufgegangen...zur selben Zeit wurde ein Mädchen in der Nähe nach derselben Impfung auch schwer krank und blieb behindert, bis sie als junge Erwachsene verstarb.

    Narkolepsie nach der Schweinegrippeimpfung?

    Es gibt keine Schäden durch Impfung, genauso wie Kinder nicht durch Beschneidung sterben, sondern weil sie danach verbluten, Narkoseprobleme hatten oder Entzündungen, halt konstitutionelle Probleme...aber nicht durch Beschneidung.

    Schäden durch Impfung... kann man die nicht auch genauso wenig beweisen wie Schäden durch Beschneidung? Ich versuche vor Gericht zu klagen, weil ich seither keine sexuelle Befriedigung mehr spüre, keinen Orgasmus erleben kann und Schmerzen an meiner Beschneidungsnarbe habe...aber beweisen oder nachweisen kann ich davon nichts...

    Meine Frau und ich haben abgewogen und entschieden, für uns ist der mögliche Schaden durch Impfung höher, als der mögliche Nutzen...und wir impfen keines unserer Kinder mehr...wenn die das mal wollen, sollen sie es selber machen.

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Das es bei der Pockenimpfung erhebliche Nebenwirkungen gab ist bekannt.
    Da würde es heute wahrscheinlich keine Genehmigung für den Impfstoff geben.

    Trotzdem haben sich Impfungen bei Masern, Kinderlähmung, Tetanus und Co über die Jahre bewährt.

    Gegen HPV wird meist zu beginn der Pubertät geimpft. Da kann man doch schon mit Kindern drüber reden.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!