Danke für die Antwort Weguer. Ja ich finds auch unfassbar!
Mein Beitrag als Feministin und Sozialarbeiterin
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Für mich persönlich ist das eine der schlimmsten Äußerungen in der ganzen Debatte v.a. auch aufgrund ihrer Position als Bundeskanzlerin.
Eigentlich ist es ja nicht nur ein Begriff, der damals gefallen ist:"Ich will nicht, dass Deutschland das einzige Land auf der Welt ist, in dem Juden nicht ihre Riten ausüben können. Wir machen uns ja sonst zur Komiker-Nation."
http://www.spiegel.de/politik/deutsc…t-a-844671.htmlFrau Merkel hat seinerzeit hinter verschlossenen Türen dem CDU-Vorstand unmissverständlich klar gemacht, wie dieses Urteil aus Köln aus der Welt zu schaffen sei. Von 218 CDU-Abgeordneten stimmten dann am 12.12.12 auch nur drei gegen den von Frau Leutheusser-Schnarrenberger erarbeiteten Gesetzesvorschlag, der offensichtlich die Umsetzung der im CDU-Vorstand geäußerten Forderung entsprach.
Der § 1631 d BGB wurde also hinter verschlossenen Türen von einer Frau initiiert, die selbst keine eigenen Kinder hat und von Frau Leutheusser-Schnarrenberger ausformuliert, die ebenfalls keine Kinder hat. Und dann der Begriff Komikernation. Da ist doch die Redewendung mit dem Bock und dem Gärtner nicht mehr weit. Jedenfalls haben hier zwei kinderlose maßgeblich dafür gesorgt, dass die Kinder von anderen auch weiterhin in ihren Grundrechten beschränkt werden dürfen.
Dazu noch der Umstand, dass Frau Merkel nur schlicht und ergreifend keine Ahnung hatte, dass man auch bereits in Israel schon viel früher versucht hatte, Zwangsbeschneidungen per Gericht zu verbieten:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/liberale-juden…ticle_id=219372Aber zurück zu Deiner Bachelor-Arbeit. Ich würde in einer wissenschaftlichen Arbeit keine subjektive Schlussfolgerung als Faktum darstellen. Im Grunde müsstest Du hier eine Umfrage durchführen, wie eine repräsentative Anzahl von Beschnittenen diesen Ausdruck wahrnehmen. Alternativ könntest Du Dich vielleicht auch auf damalige Presseberichte stützen und auf diese als Quelle verweisen. Ich persönlich würde vermutlich eher den Schritt gehen und eine Spekulation daraus machen bzw. sinngemäß schreiben, dass es wohl für viele Betroffenen "vermutlich" besonders hart war, was hier von dieser "Geheimsitzung" nach außen gedrungen war.
Übrigens hat Frau Merkel meines Wissens diese Aussage nie bestätigt, aber auch nie dementiert, was dafür spricht, dass diese richtig wiedergegeben sein müsste. Aber selbst dies ist bereits nur eine Annahme.
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Ich würde in einer wissenschaftlichen Arbeit keine subjektive Schlussfolgerung als Faktum darstellen.
Ja deswegen bin ich ja auch ein bisschen unglücklich mit der Formulierung. Vielleicht schreibe ich "viele Betroffene", dann ist es zumindest etwas abgeschwächt...
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Merkel hat damals 70% der Deutschen zu Komikern erklärt. Sie hat versucht, die Kritik an der Genitalverstümmelng von Jungen ins Lächerliche zu ziehen.
Jetzt ist Merkel ein Auslaufmodell, mit einer Verlängerung ihrer Restlaufzeit
ist nicht zu rechnen. Ihr "freundliches Gesicht" ist bei der Union nicht mehr gefragt.
Vor ihr liegen vermutlich lukrative Berater- oder Aufsichtsratsposten, jedenfalls hat sie ihre Schäfchen auf dem Trockenen.
Von daher gehe ich nicht davon aus, dass sie es in der ihr verbleibenden Zeit als Kanzlerin schaffen wird, jene verbale Entgleisung noch zu toppen.NoCut, bei der CDU herrschte wenn ich mich recht erinnere Fraktionszwang (was es lt. GG eigentlich gar nicht geben dürfte) - von daher ist der hohe Prozentsatz an "Ja" Stimmen nicht verwunderlich, eher, dass doch zwei drei auf den falschen Knopf gedrückt haben. Oder tatsächlich rebelliert haben.
Leutheusser-Schnarrenberger war bekanntlich zuerst der Meinung, das sei keine Sache des Gesetzgebers, sondern der Gerichte. Aber dann wurde ihr wohl von Merkel der Marsch geblasen. Hopp, hopp, hopp, aber im Schweinsgalopp -und sie hat funktioniert wie am Schnürchen.Luckylaschinski, ich bin sehr gespannt auf deine Arbeit!

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Hier ist sie endlich:

https://documentcloud.adobe.com/link/track?uri…c5-c44f5db0bcb3
Für euch sind das natürlich alles keine neuen Erkenntnisse, ich würde mich aber trotzdem freuen, wenn ihr die Arbeit lesen würdet und mir feedback geben würdet

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Vielen Dank für diese Arbeit, Luckylaschinski!
Ich hab sie bisher nur kurz überflogen, in den nächsten Tagen werd ich aber auf alle Fälle alles intensiv und "mit Verstand" lesen. Mein erster Eindruck ist schon mal sehr gut.

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Vielen Dank weguer!

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Gefällt mir sehr gut, eine wirklich sehr facettenreiche und gut recherchierte Arbeit

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Vielen Dank picard!
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Tolle Arbeit, hat mir sehr gut gefallen. Vielen Dank dafür

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Danke dir

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Sehr gut gemacht.
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Hallo mal wieder,
es ist soweit: Mein Buch ist seit heute ganz frisch erhältlich

https://tredition.de/autoren/melani…perback-121202/
Ich würde mich sehr über ein bisschen Werbung freuen

Meine Bachelorarbeit wurde übrigens in den Ausschuß für die besten Arbeiten eingereicht

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Großartig!

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Schon geordert, das Buch! Tausend Dank!

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Rezension von Dr. Bruno Köhler: Weibliche und männliche Genitalbeschneidung im Vergleich
Das Buch von Melanie Klinger ist ein sehr gutes Buch und es kann jedem empfohlen werden, der sich mit dem Thema männliche Beschneidung auseinandersetzen will. Die Autorin geht darin ausführlich der Frage nach, inwieweit männliche mit weiblicher Beschneidung verglichen werden kann und legt damit den Finger mit jeder Buchseite tiefer in die offene Wunde unserer sozialen Haut, die die überwältigende Mehrheit des Deutschen Bundestages an jenem Tag im Dezember 2012 gerissen hat, als sie kleine Jungen erbärmlich im Stich ließ. Durch die fundierten Quellenangaben ist das Buch für die wissenschaftlich arbeitende Person ebenso geeignet wie durch seine verständliche Sprache auch für den interessierten, unbedarften Neuling.

Ich kann es auch nur empfehlen!
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Hallo es ist zwar nett, dass du darüber ein Buch schreiben willst aber wenn so etwas eine Frau macht ist dies in etwa so als würde ein Blinder, von Erzählungen anderer, über Farben schreiben. Mach das mit deiner Bachelor Arbeit aber das mit dem Buch wie du es aktuell vor hast, halte ich für keine gute Idee. Denn du bist davon nicht betroffen, von daher wenn du so etwas schreibst, solltest du es neutral machen und auch medizinische Indikationen oder Probleme mit der Vorhaut mit einfließen lassen, sonst machst du dich angreifbar. Natürlich solltest du dann den Bogen spannen das Beschneidung von Jungen aus religiösen und einfach so auf Elternwunsch ein No Go ist. Allerdings solltest du vielleicht auch mal anprangern, dass man Jungs in gewissen Alter die beschnitten wurden als Eltern auch Infos, Freiraum und z.b. Gleitgel an die Hand geben sollte, damit diese später weniger sexuelle Probleme haben.
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Dad Buch ist längst geschrieben und es ist sehr gut geworden. Und deinen Einwand kann ich nicht ganz nachvollziehen. Darf man über Brustkrebs schreiben, ohne davon betroffen zu sein? Darf man über Gewalt gegen Kinder schreiben, ohne von seinen Eltern verprügelt worden zu sein? Lies das Buch erstmal und dann kannst du immer noch Kritik äußern.
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aber wenn so etwas eine Frau macht ist dies in etwa so als würde ein Blinder, von Erzählungen anderer, über Farben schreiben.
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Denn du bist davon nicht betroffen
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solltest du es neutral machenDiesem Argument kann ich ganz und gar nicht folgen.
Würde ein intakter Mann so ein Buch schreiben, könnte man ihm vorhalten "Du kannst nicht mitreden, weißt nicht, wie sich ein beschnittener Mann fühlt". Schreibt ein Betroffener, kann man ihm unterstellen, er hätte eine eingeschränkte Sicht, sähe nur die negativen Folgen. Egal, wie man es macht, es gibt immer einen Punkt, an dem man angreifen kann. Wie berechtigt so ein Angriff ist, ist allerdings die Frage.
Als Frau ist die Autorin übrigens maximal neutral. Sie weiß weder, wie ein Mann mit Vorhaut empfindet noch ohne. Sie ist in sofern also erstmal maximal neutral, wenn eine Frau über dieses Thema schreibt.
Überdies geht es in ihrem Buch aber weniger um Empfindungen und Sichtweisen. Es ist das Anliegen des Buches, chirurgische Eingriffe in die Genitalien von Kindern gegenüber zu stellen, zu vergleichen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus zu stellen. Die Autorin arbeitet dabei übrigens wissenschaftlich fundiert und belegt akribisch mit Zitaten und Querverweisen.oder Probleme mit der Vorhaut mit einfließen lassen, sonst machst du dich angreifbar.
Das ist nicht Thema des Buches. Es geht nicht um medizinische Indikationen. Das Thema sind medizinisch nicht indizierte Eingriffe in die Genitalien von Kindern und ihre Folgen.
Allerdings solltest du vielleicht auch mal anprangern, dass man Jungs in gewissen Alter die beschnitten wurden als Eltern auch Infos, Freiraum und z.b. Gleitgel an die Hand geben sollte, damit diese später weniger sexuelle Probleme haben.
Auch dies ist nicht Thema des Buches. Ist es denn klug, sich einen Aspekt eines Themas herauszusuchen und dann über etwas völlig anderes zu schreiben?
Ich schlage vor, Du liest Dir dieses Buch mal durch und urteilst dann

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Dad Buch ist längst geschrieben und es ist sehr gut geworden. Und deinen Einwand kann ich nicht ganz nachvollziehen. Darf man über Brustkrebs schreiben, ohne davon betroffen zu sein? Darf man über Gewalt gegen Kinder schreiben, ohne von seinen Eltern verprügelt worden zu sein? Lies das Buch erstmal und dann kannst du immer noch Kritik äußern.
Du kannst ja gerne ein Buch über deine Posttraumatische Störung beim Vietnamkrieg schreiben das wird genauso glaubwürdig, wie wenn jemand den es nicht betrifft über psychologische Auswirkungen schreibt und das gilt auch für Brustkrebsbücher die Männer schreiben. Find ich geht gar nicht und Punkt.
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