Beschnitten oder nicht?

  • Hallo erstmal. :)

    Ich bin hier gelandet weil ich mich mehr durch Zufall mit dem Thema Beschneidung befasst habe. Im Prinzip dagegen war ich eigentlich schon immer, vor allem bei den Müttern die ihre Söhne aus optischen Gründen beschneiden lassen. Fand einfach die Entscheidung steht ihnen nicht zu. Inzwischen sehe ich das ganze natürlich noch viel gravierender!

    Ich einen 10 jährigen Sohn, der auch etwas Probleme damit hat die Vorhaut zurück zu ziehen. Hier mal danke an den Kinderarzt der immer gesagt hat abwarten. Hätte er gesagt es ist "medizinisch notwendig" zu beschneiden hätte ich vermutlich nicht daran gezweifelt und zugestimmt. Jetzt bin ich zum Glück auch aufgeklärt was das angeht und dem Kleinen seine Vorhaut sicher. :thumbup:

    Bei mir persönlich ist es kompliziert: ich hatte soweit ich weiß eine Vorhautverengung, vielleicht aber auch nur Verklebungen. Meine Eltern kann ich nicht fragen, weiß nur ich war deshalb dann mal im Krankenhaus und habe mitbekommen wie ein Arzt da an mir rummacht. Aber nicht in Deutschland und es ist auch schon fast 30 Jahre her. Jetzt ist da zwar schon noch eine Vorhaut dran, aber kürzer als normal denke ich. Sieht etwa so aus wie bei CI-6. Wobei ich jetzt gelesen habe das die auch ab Geburt so sein kann?! Narbe oder so ist gar nichts ersichtlich. Noch Tipps nach was ich da schaueb könnte ob das nun beschnitten ist oder nicht?

  • Schau dir mal deine Raphae an. Das ist die "Naht" die vom Frenulum über Penis und Hoden bis zum Damm verläuft.

    Ich denke wenn am Penis dort keine Unterbrechung ist würde ich sagen das du nicht beschnitten wurdest.

    Weisst du den wie alt du damals warst?
    Auch eine Teilbeschneidung sollte was die Abheilung und Schmerzen angeht einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

  • Unterbruch ist da eigentlich keiner. Aber mir fehlt vorne die Engstelle der Vorhaut, will heißen sie hat nicht wirklich halt und rutscht gern von selber zurück.

    Ich war vielleicht so 8-10 und kann mich nur erinnern das es sehr schmerzhaft war als der Arzt dort am machen war. Und am Eichelkranz sind ganz minimal Spuren zu sehen, als hätte man dort was gelöst. Kann mich dann nur daran erinnern das ich danach jeden Tag die Vorhaut ganz zurück ziehen musste damit sie nicht wieder verwächst.

  • Bin da noch auf was gestoßen, eine Methode bei Kindern wo die Vorhaut nur etwas vorgezogen wird und dann die Engstelle vorne mit einem Schnitt ab. Vermute sowas zusätzlich zum Lösen der Vorhaut, denn wie gesagt das fehlt bei mir. Und das heilt dann wahrscheinlich einfach ohne Narbe ab.

  • wo die Vorhaut nur etwas vorgezogen wird und dann die Engstelle vorne mit einem Schnitt ab.

    Und das heilt dann wahrscheinlich einfach ohne Narbe ab.

    Kannst Du mal per Link o. Ä. zeigen, was Du da gefunden hast? Denn ein Schnitt verursacht zwangsläufig eine Narbe, ich kann mir deshalb grad nicht recht vorstellen, was Du da genau meinst.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Bei Menshealth wird die Teilbeschneidung beschrieben.
    Im Urologenportal als letzte Möglichkeit die Triple Inzison oder der Dorsale Schnitt.

    Weisst du noch in welchem Land es gemacht wurde?
    Zumindest die Triple Inzision war vor 30 Jahren praktisch unbekannt.

    Ich glaube das bei keiner dieser Eingriffe zumindest im Deutschsprachigen Raum dies ohne Vollnarkose gemacht worden wäre.

  • Dann war es bei mir wohl ne Teilbeschneidung, im guten alten Ostblock. Nun da war alles eher rustikal, Mandeln wurden mir auch auf dem Schoß eines Soldaten entfernt, zum Zwecke der Fixierung... und das zwei mal weil nach dem ersten mal nachgewachsen.

  • Jetzt hab ich es wahrscheinlich auch kapiert nachdem ich mich da weiter eingelesen habe: einfach ein Stück Vorhaut ab ohne nähen geht nicht da ja zweischichtig. Nun da wird in meinem Fall wohl wirklich nur die Vorhaut gelöst worden sein und ich habe einfach eine etwas kurze. Wenn man sich so im Netz und bei Wikipedia Bilder ansieht hatte ich auch ein etwas falsches Bild von der "Standardvorhaut", war der Meinung normal ist mit Rüsselchen dran. Dem ist ja aber nicht so.
    Was ich aber als Lehre daraus gezogen habe ist sie so gut es geht immer vorgezogen zu tragen, der Eichel zuliebe. Bis jetzt habe ich es eher umgekehrt gehandhabt um die Eichel "abzuhärten" damit es irgendwann nicht mehr stört wenn sie frei liegt. :FP02

  • Unterbruch ist da eigentlich keiner. Aber mir fehlt vorne die Engstelle der Vorhaut, will heißen sie hat nicht wirklich halt und rutscht gern von selber zurück.


    Hallo "aspect",

    Das ist natürlich immer etwas schwierig aus der Ferne eine Diagnose zu stellen. Aber das deutet zumindest stark darauf, dass deine Vorhaut teilweise beschnitten wurde. Also "Normal" im Sinne von "die Regel" ist das nicht.

    Das Muskel-Gewebe in der Vorhaut bildet an der Spitze eine Art Schließmuskel (Medizinerlatein "Sphinkter"), der dafür sorgt, dass im Kindesalter die Vorhautöffnung, wenn man nicht uriniert, verschlossen ist (Siehe: Fig 2. http://www.cirp.org/library/normal/). Dieser Vorhautschließmuskel sorgt auch dafür, dass die Vorhaut vorne über der Eichel bleibt.


    Das ist, so weit mir bekannt ist, auch ein typisches Phänomen bei Männern, die ihre Vorhaut restorieren - also durch eine Dehnung die verbliebene Restvorhaut oder Schafthaut anwachsen lassen: Die restorierte "Vorhaut" bleibt nicht so richtig an Ort und Stelle vor über der Eichel und rutscht leicht mal vor und zurück.


    Aber wie Betonung liegt auf "Deuten". Es ist auch denkbar, dass die Ärzte irgenetwas anderes mit dir gemacht haben oder dass deine Vorhaut, sei es nun infolge der Operation oder Veranlagung, ungewöhnlich locker ist.

    Edited 3 times, last by Sokrates (November 28, 2017 at 4:34 AM).

  • Das hört sich plausibel an. Kann es aber noch sein das bei mir und vielen anderen wo die Vorhaut zu früh von der Eichel gelöst wurde eine verstärkte Tendenz zu kurzer Vorhaut besteht weil sie nicht lange genug sozusagen am Penis mitwachsen konnte? Ich finde halt absolut keine Spuren irgendwelcher Narben und hab auch null Erinnerung das da nach dem Eingriff ne Weile was wund war und nachgesorgt werden musste. Sie rutscht jetzt gerne alleine zurück wenn ich weite Unterwäsche trage aber dann bleibt sie fest hinten. Leider, muss sie dann manuell wieder drüber ziehen.

  • Kann es aber noch sein das bei mir und vielen anderen wo die Vorhaut zu früh von der Eichel gelöst wurde eine verstärkte Tendenz zu kurzer Vorhaut besteht weil sie nicht lange genug sozusagen am Penis mitwachsen konnte?

    Das halte ich für eine sehr interessante und nachvollziehbare Theorie. Solange die Vorhaut mit der Eichel verklebt ist, wird sie bei Wachstumsschüben gedehnt und wächst mit. Gibt es diese Verbindung nicht mehr, könnte sich dies auf das Wachstum der Vorhaut auswirken.
    Durchaus möglich.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
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    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Sehe ich auch so. Bei dem Wachstumsschub in der Pubertät kann die Vorhaut ja gar nicht mitwachsen, wenn deren Öffnung dann schon sehr weit ist und auch keinerlei Verklebung mehr vorliegt.

    Bei mir war es genau umgekehrt: Ich hatte da eine relative Phimose mit Schnürring - um die sich zum Glück! niemand gekümmert hat, einer der vielen Fälle, wo ich um eine unnötige Verstümmelung herumgekommen bin, wie ich heute weiß - und da ist die Vorhaut durch den Zug mitgewachsen, ganz so, wie das mit dem Restoring funktioniert. Nachteil war, dass die Penishaut dadurch sehr dünn und empfindlich wurde, so dass ich zu meinem Leidwesen bestimmte Aktivitäten einschränken musste. :/
    Aber das gab sich nach einem halben Jahr. Die Phimose ging auch langsam weg, nur der Schnürring hat viele Jahre gebraucht, um zu verschwinden, da ich mangels Notwendigkeit dabei auch nicht nachgeholfen hatte. Das Endergebnis ist jedenfalls ganz so, wie man es sich wünschen kann - keine blanke Eichel bei nächtlichen Erektionen, was sonst bei der hohen Empfindlichkeit zu unangenehmen Gefühlen und Erwachen fühen könnte.

  • Ich konnte die weihnachtliche Familienfeier nutzen um doch mal mit meiner Mutter über den Eingriff damals bei mir als Kind zu reden. Viel wusste sie nicht mehr, war natürlich für sie auch nur "ein Stück Haut". Nach dem Gespräch ist sie aber natürlich sehr erleichtert das ich noch so davon gekommen bin: Laut ihrer Aussage wurde ich "kürettiert" (nannte man dort wohl so), also mit einem scharfen Löffel Verklebungen gelöst. Das ganze weil Vorhaut/Eichel oft entzündet waren und es dann auch zum Ballon beim Urinieren kam. Ich hatte aber mit dem Arzt wohl großes Glück, er war jung, hatte den Ruf fortschrittlich zu sein und hat sich wohl darum auch für dieses Vorgehen entscheiden. Die Frage ob nach dem Eingriff noch zuhause Nachsorge einer Wunde nötig war verneinte sie. Bin also wohl wirklich nur mit einer etwas kurzen Vorhaut soweit unversehrt aus der Sache gekommen.

  • Beneidenswert dass du so" davon" gekommen bist.
    Bei mir wurde da 1969 nicht lange gefackelt. Ich hatte laut meiner Mutter genau das selbe Problem wie du mit dem Ballon beim Pinkeln und Entzündungen. Nur der Kinderarzt hat da nicht lange gefackelt; meine Mutter zu jung und unerfahren, mein Vater teilnahmslos. Leider wurde mir nach einem halben Jahr die Vorhaut genommen ohne eine andere Möglichkeit anzubieten oder auszuprobieren.
    " Ist ja nur ein kleiner Schnitt, das geht ja ohne Narkose und ist danach alles besser".
    Ich muss wohl tagelang so geschrien haben, dass ich davon einen Leistenbruch bekam.
    In der Schule wurde ich dafür jahrelang gehänselt anders zu sein.
    Angefangen von Hose runter ziehen festgehalten von Mitschülern und "bewundert" von den Mitschüler und Mitschülerinnen weil man ja anders ist.
    Ich kam mir wie ein Außerirdischer vor.

    • Und da erzählt mir niemand was davon, wie toll das sein soll, beschnitten zu sein.
  • Nun es war bei mir Mitte der 80er im Ostblock, habe schon überlegt ob es aus Prinzip anders gemacht wurde als beim sehr "schneidefreudigen" Klassenfeind. Oder einfach wirklich nur aufgeklärter oder sogar nur Zufall.

    Hört sich schlimm an deine Geschichte, und wie man sowas ohne Betäubung machen kann ist unbegreiflich. xD

  • Ich glaube man war aufgeklärter. Man bedenke FKK war völlig normal.
    Bei mir wurde festgestellt, von einer Augemärztin aus dem Osten, dass ich mit dem einen Auge schlecht sehe und dadurch schiele. Sie meinte, da hätte man im Kleinkindalter das gute Auge abkleben müssen, dann hätte das Andere besser Sehen trainiert. Davon wusste mein Augenarzt nichts? Wohl auch mein Kinderarzt nicht wie man sieht Schnipp Schnapp Vorhaut ab.
    Pech mal wieder für mich und dein Glück.

  • Ist ja ein Zufall, das mit den Augen hatte ich auch. Richtige Diagnose zur richtigen Zeit bei mir aber leider hat man mich meinen Kindskopf durchsetzen lassen und ich habe das Auge zu selten verdeckt gehabt.

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