Eine Kinderurologin, Claudia Görner, "klärt auf"

  • Ich glaube Allgemein sollte man mal die deutschsprachigen Youtbe-filme zu dem Thema durchforsten.

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    Altersangaben sind eine Katastrophe und es wird auch keine operative Alternative zur Beschneidung genannt.
    Positiv: Der Arzt erkennt den Wert der Vorhaut an und lehnt Beschneidungen aus nicht-medizinischen Gründen ab.

  • Zitat von Phil

    Ich glaube Allgemein sollte man mal die deutschsprachigen Youtbe-filme zu dem Thema durchforsten.

    Und genau deshalb müssen wir dringend etwas unternehmen. Gerade weil das Problem weit über die Magdeburger hinausgeht. Und zwar mehr als nur Kommentare unter Youtube-Videos zu setzen.

    Einmal editiert, zuletzt von Sokrates (15. Februar 2017 um 11:51)

  • Hallo zusammen,

    ich habe diese Ärztin mal dazu angeschrieben:


    "Sehr geehrte Frau Görner,

    mit Erschrecken habe ich das o. g. Video gesehen, in welchem Sie als junge Ärztin völlig veraltete medizinische Ansichten zur Therapie einer Vorhautverengung vertreten und weitervermitteln.

    Dieses Wissen widerspricht sowohl dem Recht auf körperliche Unversertheit, dem hippokratischen Eid, wissenschaftlichen Fakten, als auch den aktuellen Phimoserichtlinien (u. a. Prof. Dr. Maximilian Stehr und Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte).

    Anders als der Eindruck den Sie vermitteln, handelt es sich bei einer Phimose im Kindes- und Jugendalter keineswegs um eine Krankheit sondern um einen entwicklungsbedingten Normalzustand der (wenn ansonsten symptomfrei) zunächst keinerlei Behandlung bedarf.

    Nach den Richtlinien gibt es zudem auch keine festen Fristen bis wann die Vorhaut zurückziehbar sein muss. Die Zurückziehbarkeit der Vorhaut hat in erster Linie eine sexuelle Funktion.
    Die allmähliche Zürückziehbarkeit der Vorhaut ist also Teil der individuellen körperlichen Entwicklung.
    Eine nichtzurückziehbare Vorhaut ist demnach bis mindestens zur Pubertät als physiologisch also als nicht pathologisch anzusehen.

    Das Zurückziehen der Vorhaut darf außerdem nicht erzwungen (oder wie Sie sagen "beübt") werden, da es dann erst Recht durch Einrisse und Schnürringe zu pathologischen Verengungen kommt. Der einzige der die Vorhaut spielerisch kneten und vorsichtig zurückziehen sollte ist demnach der Betreffende selbst.

    Die von Ihnen empfohlene Ablösung durch eine Sonde kann Verletzungen der Eichel verursachen.

    Die Phimoserichtlinie empfiehlt die kindliche Vorhautverenge zu belassen und die natürlichen Wachstumsprozesse in der Pubertät abzuwarten. Es ist nachgewiesen, dass der Großteil aller Phimosen sich dadurch von selbst zurückbildet. Eine Behandlungsbedürftigkeit ist demnach relativ selten gegeben.

    Eine Behandlung sollte zunächst konservativ durch eine Dehntherapie mit Salben erfolgen die in den meisten Fällen zum Erfolg führt. Desweiteren haben sich auch frei verkäufliche Dehnungshilfen (Phimostop, Phimocure) sowie bei Entzündungen Sitzbäder bewährt.

    Eine operative Korrektur sollte erst danach durch eine Vorhautplastik (dorzale Inzision) erfolgen, bei welcher die Vorhaut lediglich erweitert wird.

    Eine radikale Beschneidung solle nur im letzten Schritt vorgenommen werden, wenn alle konservative Behandlungen nicht zum Erfolg führten oder bei Vorliegen schwerer Hauterkrankungen.

    Die von Ihnen empfohlene radikale Vorhautamputation bedeutet leider den größtmöglichen Eingriff (mit Gefahren durch die Narkose, Nachblutungen, Gefühlverluste und ästhetische Einbußen, Narbenbildung, Spannungsrisse, etc.) für ein außerordentlich geringes Problem.

    Die Amputation der Vorhaut bedeutet den Verlust der nervenreichsten und damit sensibelsten und einzigartigsten Teile (Frenulum, Vorhautlippe, innere Vorhaut, äußere Vorhaut, Blutgefäße, Muskelgewebe, Nervengewebe, gefurchtes Band, frenulares Dreieck) ist mithin als Verstümmelung anzusehen. Der operative Aufwand mag gering sein. Die Folgen für die Betroffenen hingegen bleiben ein Leben lang.

    Eine radikale Behandlung vorzuziehen obwohl erwiesen ist, dass es schonende Behandlungsformen gibt, ist unethisch, widerspricht dem medizinischen Grundsatz "Vor allem nicht zu schaden" und der Ansicht, dass jedes Kind das Recht hat mit intakten Genitalien aufzuwachsen.

    Deshalb rege ich ein neues Youtube-Video an in dem Sie auf den zeitgemäßen Umgang mit der Phimose und konservative Therapieformen hinweisen.


    Mit freundlichen Grüßen

    Xxxxxx Xxxx"


    Heute morgen hat sie mir zurückgeschrieben:


    "Sehr geehrter Herr Xxxx,

    wir sprechen in dem Video von der Phimose als Erkrankung, wenn Symptome bestehen. Da das Video schon vielen aufgestoßen ist, werde ich es aus dem Netz nehmen lassen. Ich kann sie aber beruhigen, wir behandeln über 90 % der Kinder mit Problemen konservativ. Seit ich die Sprechstunde übernommen habe, werden pro Jahr kaum mehr als 3 Kinder mit wirklicher Symptomatik (Harnverhalt, rezidivierende Balanitis) beschnitten.

    LG Claudia Görner"


    Hier habe ich erneut eine Erfahrung gemacht, die ich häufig mache wenn man Urologen auf ihren anscheinend "Pro-Vorhautamputation-Standpunkt" anspricht.

    Es wird dann entgegnet, man würde damit ja nur auf die pathologischen Phimosen abzielen und selbstverständlich würden auch konservative Behandlungsmöglichkeiten angewendet.

    Dann frage ich mich aber warum hier z. B. hier in dem Video so eindeutig aber scheinbar missverständlich formuliert wurde.

    1. Entweder war es wirklich so gemeint.
    2.Es war nur eine Masche um zu beschwichtigen
    3. Die Ärztin hat sich mit ihrer schlechten Ausbildung ertappt gefühlt und denkt jetzt um.

    Ich hoffe auf die Möglichkeiten 1. und 3.

  • Danke Weguer!


    Update:

    Das Video wurde nicht entfernt sondern ist immer noch online.

    Ich spiele mit dem Gedanken das Video wegen gefährlichen, potentiell schädlichen Handlungen an Yt zu melden.

    Hat jemand Erfahrung mit Yt-Meldungen?

    Könnte ich dadurch Ärger bekommen?
    Bringt das überhaupt was?

    2 Mal editiert, zuletzt von Glatze Glatze (18. Dezember 2018 um 22:43)

  • Hör zu Guy,
    dein Kommentar ist weg!. Er ist nirgendwo unter dem Video zu finden. Vielleicht ist etwas beim Abschicken schief gelaufen. Oder er wurde gelöscht.

    Hä, aber das Video kann man doch (leider) gar nicht kommentieren. Die Kommentarfunktion ist (aktuell) doch deaktiviert!? ?(
    Oder hat die Klinik gemerkt wieviel negatives Feed-Back sie mit dem Video bekommt und die Kommentarfunktion dann erst nachträglich deaktiviert?

    Kann man denn als Yotuber überhaupt einfach so ohne Begründung (Beleidigung, etc.) Kommentare selbst löschen oder löschen lassen? ?(

    4 Mal editiert, zuletzt von Glatze Glatze (18. Dezember 2018 um 22:39)

  • Ich spiele mit dem Gedanken das Video wegen gefährlichen, potentiell schädlichen Handlungen an Yt zu melden.

    Hat jemand Erfahrung mit Yt-Meldungen?

    Könnte ich dadurch Ärger bekommen?
    Bringt das überhaupt was?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass so eine Meldung bei YT Erfolg hat, denn dazu müsste YouTube die medizinischen Hintergründe einschätzen können. Und das tun die bestimmt nicht. Solange vor der Kamera niemand abgemurkst wird oder weibliche Brustwarzen gezeigt werden, bleibt das Video online.
    Ärger kannst Du damit nicht bekommen, es wäre Deine freie Meinungsäußerung, dass dieses Video potenziell schädlich ist.
    Aber bringen wirds wie gesagt nichts.

    Kann man denn als Yotuber überhaupt einfach so ohne Begründung (Beleidigung, etc.) Kommentare selbst löschen oder löschen lassen?

    Ja. Auf Deiner eigenen Pinnwand bist Du Herr über die Kommentare, die dort stehen. Man kann die Kommentarfunktion für eigene Videos zulassen oder abschalten. Bei fremden Videos geht das natürlich nicht.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Danke für deinen Einsatz, statze Buur - ja, das Video muss scharf kritisiert werden.

    Die Frau selbst ist leider offensichtlich lernresistent - und handelt ohnehin auf Befehl von oben:

    die in Sachen natürliche Phimose, natürlicher Ablösungsverlauf sowie sensorisch-sexuelle Bedeutung der penilen Vorhaut überwiegend ahnungslose Claudia Görner macht sozusagen die Öffentlichkeitsarbeit für ihren Arbeitgeber ... die Klinik für Urologie / Kinderurologie der Universität Magdeburg - per YouTube wird und will man die breite Bevölkerung erreichen.

    Die unvermindert so wichtige Kritik muss vor allem auch ihrem Auftraggeber zu Ohren kommen, der

    Klinik für Urologie und Kinderurologie – Otto von Guericke Universität Magdeburg

    http://urologie.med.uni-magdeburg.de/Team/Fach%C3%A…rner-p-524.html

    http://www.med.ovgu.de/News/Archiv+20…lter-p-318.html

    Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. med. Martin Schostak
    Stellv. Direktor Priv.-Doz. Dr. med. Uwe-Bernd Liehr

    - auch die drei dortigen Oberärzte sind vielleicht noch nicht auf dem Stand der Wissenschaft, haben vielleicht noch nichts gehört über die maßgebende Untersuchung zur penilen Sensitivität und deren Minderung nach einer Zirkumzision (Fine-touch pressure thresholds in the adult penis. Morris L. Sorrells, James L. Snyder, Mark D. Reiss, Christopher Eden, Marilyn F. Milos, Norma Wilcox and Robert S. Van Howe) und über die dänische Studie zur negativen Auswirkung der Beschneidung auch auf Ehe und Partnerschaft (Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark. Morten Frisch, Morten Lindholm and Morten Grønbæk).

    http://urologie.uni-magdeburg.de/Team.html

    .

    Zur dichten Verzahnung mit der örtlichen Uni.

    Wünschenswert wäre, an die beiden o. g. Dozenten sowie an die Magdeburger Studenten der Medizin heranzukommen - denn auch die werden desinformiert, solange bzw. falls sich der unwissenschaftliche, gesundheits- und kindeswohlgefährdende Inhalt von Claudia Görners "Informations- und Lehrvideos" in Curriculum und Vorlesungsstoff wiederspiegeln sollte (prüfungsrelevantes Wissen).

    Einer neuen, nächsten Generation von deutschen Kinderurologen / Urologen darf so ein Unfug einfach nicht vermittelt werden.

    5 Mal editiert, zuletzt von Saimaa (20. Dezember 2018 um 14:30)

  • Auch ich bin sehr verärgert über den Beitrag, der für mich sowohl bzgl. der Diagnose "Phimose" als auch hinsichtlich ihrer "quasi alternativlosen" Behandlung oder sagen wir lieber Beseitigung in die 60er und 70er Jahre gehört.

    :thumbdown:

  • Man kann es ganz pragmatisch und einfach machen:
    So lange die Phimose keine Beschwerden macht, gibt es auch keinen Grund eine OP anzustreben. Bis zur Pubertät kann man das belassen. Gute Intim-pflege-Salbe kann halfen bei der Dehnung. Mit den Jugendlichen lässt sich dann eine Therapie auch besprechen und ggf. Auch die Form einer Operation entscheiden.

    Die genannten Altersgrenzen sind völlig wilkürlich und ohne jeden wissenschaftlichen Boden!


    Lieben Gruß

    Thomas

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