"In D muss es entweder Fotodokumentation oder einen histologischen Beleg geben. Sonst lehnen Kassen die Erstattung evtl. ab."
Wichtiges Thema. Hier zu 2019 und Genaueres zu wissen wäre interessant - zu Belgien Niederlande Deutschland usw.
Dient die offensichtlich hier und da vorgenommene Fotodokumentation ggf. nur zum Beweis, dass etwas getan worden ist ... sozusagen der Vorher-Nachher-Effekt?
Etwas vom Thema weg: die Paraphimose lässt sich per Foto dokumentieren, belegen.
https://www.urologielehrbuch.de/paraphimose.html
Auch ob der Operateur eine Vorhauterweiterung (In 1936 Welsh first described a triple incision preputioplasty) oder eine radikale Zirkumzision durchgeführt hat, kann er eindeutig per Foto belegen.
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.10…0X.2003.04354.x
Eine angeborene und altersgerechte kindliche Vorhautverklebung - Vorhaut-Adhäsion - hingegen lässt sich nicht fotografisch belegen. Da kann jedes Märchen einer medizinischen Indikation geglaubt bzw. erzählt werden.
Noch zum Thema Foto: Krankenkassen-Personal dürfte auch zu einer kindlichen Phimose-Diagnose - insbesondere zu einer fotografisch dokumentierten Schnürring-Bewertung eines männlichen Kindes - wenig bis nicht kompetent sein.
Uns muss also die gesamte große Grauzone interessieren, die Scheindiagnose Phimose - die Folge der leider immer noch weit verbreiteten Mythen von Leuten wie Iris Rübben oder Claudia Görner, dass die Vorhaut eines männlichen Kindergartenkindes oder Grundschülers retrahierbar / zurückziehbar sein müsse. Mit der Weltanschauung von Schnellbeschneidern wie Rübben / Görner usw. kann meines Erachtens einer Vielzahl von Jungen eine - angebliche! - medizinische Indikation zur Zirkumzision zugeordnet werden. Dann wird die Kasse m. E. bezahlen - denn welche Krankenkasse will dem Arzt / Operateur noch widersprechen. Und überhaupt: wenn die Vorhaut erst amputiert ist, wer will dem Operateur dann noch widersprechen, der seinem Tun ggf. eine medizinische Notwendigkeit attestiert hat.
Bei der thematisch verwandten - und gelegentlich zeitgleich mit der Zirkumzision mit-operierten - Frage nach einer Palmure (penoskrotale Schwimmhaut) stößt man auf das gruselige Wort Blickdiagnose
Die Palmure ist eine Blickdiagnose. ... In den meisten Fällen kann eine Palmure untherapiert bleiben.
https://flexikon.doccheck.com/de/Palmure
Das Beurteilen einer Vorhautenge ist bis heute eine reine Blickdiagnose. Das heißt, dass der erfahrene behandelnde Arzt, das äußere Genitale des Jungen untersucht. Auch wenn sich die Vorhaut zurückstreifen lässt, schließt das eine Phimose nicht aus. Der Arzt erkennt einen sich bildenden Schnürring durch Blickdiagnose.
https://www.kk-bottrop.de/Inhalt/Klinike…logie/index.php
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Was man zu D im Netz findet, beispielsweise:
Es geht um die oft ambulant durchgeführte Entfernung der Vorhaut (Beschneidung, Zirkumzision). Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) fordern eine Dokumentation für jeden Patienten, aus der hervorgeht, dass dieser Eingriff tatsächlich erbracht wurde, um die Abrechnung dieser ärztlichen Leistung kontrollieren zu können. Für diese bürokratische Anforderung verlangt die KV entweder eine Fotodokumentation oder einen pathologischen Befundbericht der entfernten Vorhaut.
https://www.urologenportal.de/fachbesucher/a…d12a58cb0a9eff6
Die medizinisch notwendige Beschneidung von Jungen, z.B. wegen einer Vorhautverengung, ist erlaubt. Die rituelle Beschneidung von Jungen ist unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, aber privat zu bezahlen. Die Beschneidung von Mädchen ist unter Strafe verboten. Die Krankenkasse trägt die Kosten von medizinisch notwendigen Beschneidungen sowie von Folgebehandlungen bei Komplikationen.
Beschneidungen von Jungen und Männern aus religiösen oder ästhetischen Gründen sind keine Krankenkassenleistung.
https://www.betanet.de/beschneidung.html
Eine Beschneidung aus medizinischen Gründen wird von der Krankenkasse übernommen. Ansonsten wird sie nach Gebührenordnung (GOÄ) abgerechnet und kann, je nach Umständen, zwischen 200-700 EUR kosten.
https://www.urologie-fuer-alle.de/die-kampagne/n…otwendig/page/3
Finnland
A non-medical circumcision is not covered by publicly funded health care, so it cannot be performed at a public health centre, and it must be paid by the party who is having it performed.
https://www.infofinland.fi/en/living-in-f…ildren-s-health
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PS
In Deutschland sollten die Verantwortlichen für die U8-Untersuchung (Kind ist schon fast vier Jahre alt), zwischen dem 43. und 48. Lebensmonat des Kindes, sowie für die U9 (um den fünften Geburtstag), im 60. bis 64. Lebensmonat, auf dem Stand der Wissenschaft zur genitalen Entwicklung auch des männlichen Kindes sein. Standard sind beispielsweise Øster (1968); Kayaba et al. (1996); Thorvaldsen and Meyhoff (2005). Zum Thema Phimose und U8 bzw. Phimose und U9 hat es im letzten Jahrzehnt immer wieder Fragen verunsicherter bzw. besorgter Eltern gegeben.