Gyncast: Warum es noch Genitalverstümmelung gibt

  • Der "kleine Eingriff" an der männlichen Vorhaut und die Sexualität soll laut Podcast auch nicht eingeschränkt sein. Ich empfehle ihr einen Blick auf HuFo von Foregen. Nach der Entfernung der kompletten Vorhaut (zum "Glück" bleiben meiste noch Reste der inneren Vorhaut über) würde nur noch Schafthaut und eine hyperkeratinisierte Eichel bleiben und da soll die Sexualität nie eingeschränkt sein? Ich hoffe, dass es für uns Männer in Zukunft mehr Möglichkeiten geben wird hinsichtlich Operationen/regenerativer Medizin. Gesetzlich habe ich wenig Hoffnung und das hilft den aktuell Betroffenen auch nicht weiter. Sonst bleibt nur jahrelanges restoren, um den Schaden teilweise abzumindern. Ich brauche keine Frauen, die mir in einem Podcast meine erlebte Einschränkung der Sexualität absprechen wollen.

  • Ja Herrschaften! Was erwarten's denn? Mer san beim Tagesspiegel!

    Und der ist doch für seinen Polfilterblick und die "Unvergleichlichkeit" einschlägig bekannt.
    Von dem erwartet man doch überhaupt keine Geschlechtergerechtigkeit. Die sind da doch völlig abgedreht. Man erinnere sich nur als Beispiel unter vielen anderen an die unterirdischen Artikel vom Malte Lehming oder Harald Martenstein.
    Das sind Zwangshandlungen, die können nicht anders. Total fixiert. Aber das entschuldigt - gar nichts.

    Quote

    Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit rund 250 Millionen Personen von Female Genital Mutilation betroffen

    Aha! In der Zahl sind ganz offensichtlich die ca. 70 Millionen GGM-Fälle in Asien enthalten, die zum großen Teil in der Eingriffstiefe mit BGM vergleichbar sind und häufig unter medikalisierten Bedingungen stattfinden,

    Und dann kommt's:


    Quote

    Denn jede Vierte stirbt an den kurz- oder langfristigen Folgen.

    Bumm!

    Also langfristig - sterben wir alle. Dat is nun mal so.

    Wie nur jede Vierte? Nicht jede Zweite, oder JEDE?

    Warum so schüchtern? ?(

    Mit grotesken Übertreibungen und Statistik-Manipulationen beschädigt man nur das eigene, wichtige Anliegen.

    Eine Gesellschaft, bei der jedes vierte Mädchen in Folge einer "Tradition" stirbt hätte sich längst durch Selektionsdruck erledigt.

    Wie schrieb Tonio Walter in der ZEIT einst so treffend:

    Wie schafft man es, einen so harten Verstoß gegen das verfassungsmäßige Diskriminierungsverbot durchzusetzen? Indem man ihn verbrämt. Darin hatten die Verantwortlichen Übung, denn das mussten sie schon für die Legalisierung der Jungenbeschneidung tun. Und auch dieses Mal bedienen sie sich derselben rhetorischen Tricks.

    Erstens: Die Beschneidung von Mädchen heißt in allen Formen "Verstümmelung", die der Jungen stets nur Beschneidung. Zweitens steht für die Beschneidung von Mädchen das Säbeln der Klitoris mit einer Glasscherbe oder Rasierklinge in Afrika, unter der Beschneidung von Jungen stellen sich die meisten Menschen einen medizinisch einwandfreien Eingriff vor. Drittens gilt für religiöse und ethnische Motive, dass man vor ihnen bei der Jungenbeschneidung großen Respekt haben muss, während sie bei der Mädchenbeschneidung nur Scheinlegitimationen sadistischer Barbarei sind. Und daher sind viertens auch die mildesten Formen der Beschneidung von Mädchen stets etwas "völlig anderes" als noch die radikalste Beschneidung eines Jungen. Fünftens: Alle Formen der Mädchenbeschneidung führen zu schlimmsten körperlichen wie seelischen Schäden; alle Beschneidungen von Jungen verlaufen komplikationsfrei und haben keine nennenswerten Folgen. Mit der Wirklichkeit hat das alles wenig zu tun.

    There is no skin like foreskin

  • Ja, nachdem ich diesen Artikel 2013 in der ZEIT gelesen hatte, hatte ich große Stücke auf Tonio Walter gehalten.
    Aber dann kam er mit einem Gesetzesvorschlag, der ihm die Schamröte ins Gesicht hätte treiben sollen.

    Um die geschlechtliche Diskriminierung formal zu beenden ersetzte er nämlich "männliches Kind" durch "Kind"

    Und dann mit Zusazklauseln, von denen er sich wohl erhoffte, dass die Genitalverstümmelung sich dann in der Praxis in Deutschland wieder auf das "männliche Kind" beschränken würde. Trick 17.

    Ein völlig unpraktikabler (Religionsprüfung), irrwitziger Vorschlag.


    Quote

    Das Kind muss fähig
    sein, sich verständlich zu äußern; mündlich, schriftlich oder
    in einer Gebärdensprache. Schreien und Strampeln reicht da-

    für nicht.Und die Weigerung muss nachhaltig sein, das heißt
    das Kind muss sie wiederholt äußern, wenn man es erneut
    befragt.....


    .gilt es zu verhindern, dass jedwede Äußerung eines „Neins“ die Operation sofort unzulässig macht.

    Kinderrechtsdiskussion mit erschreckenden Mängeln - Welche Forderungen sind realistisch?

    Schade, schade - diese Entwicklung. Als ob er irgendwie zurückgepfiffen worden wäre.

    There is no skin like foreskin

  • Auf der Seite vom TSP ist auch ein Link auf einen Audio-Beitrag (heute muss man wohl Podcast sagen) wo es um supertolle Frauen und die supertolle Klitoris geht:

    https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/t…e/27684312.html


    Erstmal eine wahnsinnig spannende Story von einem Mann der auf Wunsch der Redaktion mal einen BH getragen hat.
    Und als Frau mit nackertem Busen Fahrrad fahren ist ganz toll!


    Und natürlich dieses penetrante Glottisschlag-Gestotter...


    Halleluja! Die Klitoris wurde wiederentdeckt! Sie ward verschollen gewesen!
    Und sie ist toll, so toll, ganz toll! "ein absolutes Power-Organ!"


    Ja freili. Gerne! Mein Penis ist auch ganz toll. Und alles was an ihm dran ist... Möchte ich kein Stück von missen.


    Die Klitoris ist "spektakulär" - ja bei manchen Athletinnen, nach viel Stanozolol. Oder, wenn man Röntgenaugen hat und die inneren Anteile sehen kann.

    .

    Quote

    "Da sehen wir ja beim Schwanzvergleich gar nicht schlecht aus, der durchschnittliche Penis ist nämlich nur 9cm..."


    Als ich das meiner Frau erzählt habe hat sie gesagt: "Nein, das glaube ich jetzt nicht" Und sie meinte damit nicht nur die Längenagaben, sondern vor allem diese Infantilität.


    Soll man lachen oder weinen? Was muss frau für Komplexe haben?!


    Quote

    Kein anderes Organ wurde so fulminant fehleingeschätzt, ausradiert, ignoriert.

    Ersetzt man das "wurde" durch "wird" passt es 1:1 auch für die Penis-Vorhaut. Man könnte noch "dämonisiert" hinzufügen.


    Quote

    Es fängt ja schon damit an, dass die Klitoris anatomisch als "Knöpfchen" beschrieben wird.


    Und die PenisVorhaut als winziges Stückerl (ein paar Millimeter) Haut

    "Und wer will das schon - eine selbstbestimmte Frau?" Oh Gott, was für Komplexe! Wer will schon einen dressierten Mann?
    Aber wer will das schon - dass Männer selbstbestimmt über einen Teil ihres sexuellen Erregungssystems verfügen? Der Tagesspiegel will es erkennbar nicht.


    Quote

    ..er erahnte bereits den gesellschaftspolitischen Zündstoff der Klitoris.
    ..weil die Klitoris war und ist heute noch politisch.


    Und erst mal die Vorhaut!
    Deswegen hat die Politik sogar drei verschiedene Gesetze gemacht, für drei verschiedene Vorhäute!

    Quote

    Daraus kann man ablesen, als wie gefährlich die weibliche Lust angesehen wurde, wenn sie nicht direkt im Zusammenhang mit der Penetration gestanden hat.

    Und genau aus dem Grund hat man Jungen die Vorhaut geraubt. Weil man die Selbstbefriedigung als Sünde angesehen hat, was man aus dem alten Testament abgeleitet hat.

    Quote

    Und wissen, dass das eine nicht so brillante Idee ist, weil dabei auch Nerven durchtrennt werden und jegliche Operationen an der Vulva auch Narben hinterlassen...


    Ja, ja Nerven durchtrennen am Genital ist nicht so toll. Und Narben können ganz schön Probleme machen - aber natürlich nur bei Frauen!

    Quote

    Wie beim Navi... ihre Route (Rute) verkürzt sich *kicher*

    Wie infantil geht es noch? Ich kenne keinen Navi, der so etwas sagt. Eher "ihre Route wird neu berechnet" - und das bedeutet, dass sie sich verlängert, weil man von der optimalen Route abgewichen ist.
    Solche dämlichen Wortspiele sollte sich ein Mann über das weibliche Genital erlauben - geteert und gefedert!


    Quote

    ...für viele in noch immer schockierender Originalgröße.


    Warum sollte einen die Größe des inneren Teils der K. irgend wen schockieren? Beißt die?

    Quote

    Alice Schwarzer hat das mal in einem Artikel ganz pointiert ausgedrückt - es geht bei der Relativierung der Bedeutung des Koitus also um noch viel mehr als nur die Lust der Frauen - es geht um die Erschütterung des Sexmonopols von Männern über Frauen...


    Oh - das lässt sich wunderbar spiegeln! "es geht bei der Relativierung der Bedeutung der Vorhaut also um noch viel mehr als nur die Lust der Männer - es geht es geht um die Erschütterung des Sexmonopols von Frauen über Männer... wo kommen wir den hin, wenn Männer sich einfach mit dieser praktische und lustvollen Ersatz-Vagina "Vorhaut" einen von der Palme wedeln und auf Frauen pfeifen?
    Da muss man doch was machen, da muss man doch - abschneiden!" Und das ist ja auch genau die Linie von der Männerfeindin Schwarzer.


    "Smegma (unter der Klitrosvorhaut) ist komplett normal".

    Ja, bloß bei Jungen wird das als Grund für GM angegeben und ekelhaft genannt. Wenn man sich aber täglich wäscht - gibt es kein Smegma.
    Wenn die Sprecherin das "komplett normal" findet, lässt das Rückschlüsse auf ihre eigene Hygiene zu.


    Treten sie näher, meine Damen und Herren - jetzt kommt der spannende Moment, wo der Elefant das Wasser lässt:

    Quote

    Die Frage - kann eine zu dicke Klitorisvorhaut Grund sein schwer zum Orgasmus zu kommen?


    "Eher nicht, denn so wie beim Penis das auch so ist, dass durch die Vorhaut 'ne gewisser Schutz auch der Eichel zu Stande kommt und - nicht beschnittene Männer werden das wissen, dass ihre Eichel sensitiver ist, also beschnittene Männer haben häufiger dann weniger Nervenenden in ihrer Eichel.
    Die Klitorisvorhaut - wenn sie höher ist - dann schützt sie eben die Klitoris und dann findet sich darunter eine eher leicht erregbare Klitoris.
    Die Frage spielt darauf an auf sehr, sehr große Klitorisvorhäute, die Frage, ob man die operieren sollte - immer, wenn man an der Vulva operiert und das nicht nötig ist dann sollte man das ganz genau hinterfragen und besonders diese Klitorisvorhaut-Reduktionen, da kann man mal auf dem Profil von Jessica M. Simpson nachgucken... die hat sich son 'ner Klitorisvorhautoperation unterzogen ... und dadurch wurden die Nerven von ihrer Klitoris beschädigt und ist nicht mehr orgasmusfähig also das würde ich mir echt schwer überlegen..

    Ja schön, wenn man sich das überlegen darf! Wenn man nicht einfach seiner Vorhaut beraubt wird. Wie es bei Jungen - und nur bei Jungen legalisiert wurde.


    "nicht beschnittene Männer werden das wissen, dass ihre Eichel sensitiver ist" Bullshit!


    Erst mal - es gib keine "nicht beschnittenen" Männer und Frauen. Aber es gibt intakte Männer und Frauen .


    Das wissen sie erst dann, wenn sie sich die Vorhaut haben amputieren lassen. Aber ohne massive Beschwerden - so dämlich ist kaum ein Mann.


    Was aber die allermeisten intakten Männer wissen, ist dass die Vorhaut sensibel ist und zur Erregung beiträgt.

    Und dann im nächsten "Podcast", der Hammer:

    Quote from Rush

    Der "kleine Eingriff" an der männlichen Vorhaut und die Sexualität soll laut Podcast auch nicht eingeschränkt sein

    Passt wie Faust auf's Auge. Aber so ist das halt beim Tageszerrspiegel.


    Quote

    "Jetzt besitze ich auch eine wunderschöne, goldene Klitoriskette"


    Amen!


    Was wohl zu einem Mann gesagt würde, der eine wunderschöne, goldene Peniskette tragen würde?


    Vermutlich "Geiler Macho!" "Widerlicher Sexist!"


    "Die sind schon weiter im Olymp der Klitoris, aufgestiegen..." und dann noch schnell ein bisschen Werbung - Geld muss fließen.

    There is no skin like foreskin

  • Wenn ich sowas lese oder höre beschleicht mich immer das Gefühl die Autorin muss ganz schön frustriert sein. Frauen mit einer erfüllten Sexualität haben es doch nicht nötig bzw. besseres zutun als sich so komische Dinge auszudenken. Vor allem würden sie nicht so "klitorisgeil" sein denn sie wüssten auch wie vieles mehr an ihrem Körper ihnen Höhenflüge bescheren kann als nur die Klitoris.

  • Auf der Seite vom TSP ist auch ein Link auf einen Audio-Beitrag (heute muss man wohl Podcast sagen) wo es um supertolle Frauen und die supertolle Klitoris geht:

    https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/t…e/27684312.html


    Treten sie näher, meine Damen und Herren - jetzt kommt der spannende Moment, wo der Elefant das Wasser lässt:

    Weniger Nervenenden in der Eichel ist ja auch quatsch. Klar, es bildet sich eine Schicht auf der Eichel, aber das hat nichts mit Nervenenden zu tun?! Sie erwähnt nicht, dass die Vorhaut bei uns Männern sehr empfindlich ist. Vorhaut oder Vorhautreste können für Stimulation sorgen, auch ohne Einbeziehen der Eichel. Das mag die Dame aber nicht erwähnen?

    Das wäre eventuell eine lehrreiche Fortbildung für Doktor Mandy Mangler:

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  • Es sei an dieser Stelle an einen Artikel der EMMA verwiesen.

    Die Beschneidung der Klitoris ist nicht zu verwechseln mit dem, was "Beschneidung des Penis" genannt wird. Bei der Beschneidung von Männern wird lediglich ein Teil der Vorhaut gelöst, aber das Organ wird weder entfernt noch verstümmelt (eine Sitte, die ursprünglich hygienische Gründe hatte, weil sich unter der Penisvorhaut Bakterien sammeln). Bei der Klitorisbeschneidung hingegen wird das sexuelle Hauptorgan der Frau ganz entfernt und der gesamte Genitalbereich auf das schwerste verletzt und verstümmelt. Denn die Klitoris ist physiologisch gesehen das weibliche Pendant zum männlichen Penis: In ihr laufen die meisten für sexuelles Empfinden zuständigen Nerven zusammen. Das Gegenstück zur Beschneidung der Klitoris wäre also beim Mann die Kastration, das gänzliche Entfernen des Penis.


    Und dieser Artikel ist von 1977!

    Und es sind im wesentlichen dieselben Falschinformationen, die auch in der "Gymcast"-Folge wie Dogmen genannt werden.

    Das ist natürlich damals wie heute falsch. Dieser Artikel ignoriert komplett die "milderen" Varianten der weiblichen Beschneidung.

    Nun, muss man natürlich sagen, 1977 war eine völlig andere Zeit - gerade was die Verfügbarkeit von Informationen angeht.

    Ich möchte Frau Caravello nichts unterstellen. Gut möglich, dass sie damals nichts von der Bandbreite der Beschneidungsformen bei Frauen wusste, oder aber dass die ihr damals zu Verfügung stehenden Quellen, wirklich nur die extremen Varianten beschrieben.

    Aber heute? Es ist wirklich traurig, wie wenig sich hier scheinbar in den letzten 40 Jahren getan hat.

  • Aber heute? Es ist wirklich traurig, wie wenig sich hier scheinbar in den letzten 40 Jahren getan hat.

    Das Wissen ist heute da. Religionen und Pharmaindustrie sind mächtig. Jeder der sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt wird erkennen, dass solche Eingriffe für beide Geschlechter schädlich sind. Dieses Thema und meine Erfahrungen damit am eigenem Leib (leider), lassen mich noch viel mehr Regierungen und Institutionen (wie z.B. die WHO) bezüglich ihrer Glaubwürdigkeit hinterfragen.

  • Entlarvend auch die Reaktion eine der Autorinnen auf die Kritik:

    Wenn du eine #gyncast-Folge über den Horror weiblicher Genitalverstümmelung machst, und jetzt melden sich richtig viele Männer mit richtig viel Zeit, die sagen: Beschneidung von Penissen ist aber auch schlimm. Vielleicht sogar schlimmer

    Ob sie den Aktivisten gegen die weibliche Genitalverstümmelung auch vorhalten würde, dass sie Frauen "mit richtig viel Zeit" sind?

  • Interessant. Das setzt dem noch einen Drauf. Und ist auch dreist. Sie hat halt nicht nur Podcast über den "Horror weiblicher Genitalverstümmlung" (wogegen wohl kaum jemand etwas einzuwenden hätte) gemacht, sie hat die männliche Beschneidung auch verharmlost.

  • Quote from Esther Kogelboom

    und jetzt melden sich richtig viele Männer

    Heissa! Das sollte einem doch eigentlich zu denken geben! :||

    2012 wurde dich immer von oben herab postuliert, es gäbe überhaupt kein Männer die sich über ihre Zwangsbeschneidung beschwerten.

    There is no skin like foreskin

  • Eine der drei Autorinnen des entsprechenden Gyncast, Frau Prof. Dr. Mandy Mangler (Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe), wurde nun mit dem "Berliner Frauenpreis" ausgezeichnet.
    Hier mal einige ausgewählte Zitate zur Preisverleihung von Presse und Preisverleiher:

    Mit Dr. Mandy Mangler zeichnen wir eine Frau mit dem Berliner Frauenpreis aus, die sich in der Medizin für Gleichstellung einsetzt – sei es in Bezug auf Führungsmodelle, Nachwuchs- und Expertinnenförderung oder bei der Vermittlung von medizinischem Wissen mithilfe ihres Podcasts.

    Mit ihrem Podcast "Gyncast" klärt sie offen über weibliche Körperlichkeit und Sexualität auf und leistet damit eine wichtigen Beitrag zur #Gleichstellung in der Medizin.

    Ihre Mission: alte, patriarchale Strukturen zu entstauben und sich für mehr Gleichberechtigung einzusetzen.

    [...] besser sei es, etwas Konstruktives daraus zu machen und denjenigen "eine Stimme zu geben, die keine Stimme haben" (PD Dr. Mandy Mangler).

    Was die Gynäkologin motiviert? Mandy Mangler ist es wichtig, dass ihre Kinder, egal ob Söhne oder Töchter, eines Tages auf gerechtere Strukturen treffen – und genau deswegen müsse man Menschen das Thema jetzt angehen. „Das bin ich den nachfolgenden Generationen schuldig.

    Alles, was ich mir im Leben einer Frau angucke, ist ungerecht.


    Mit der diskutierten Folge des Gyncast hat sie ja nicht gerade zu den oben genannten Faktoren beigetragen.
    Weiß jemand, welche der drei Autorinnen im Podcast die Falschaussagen, verdrehten Fakten und die Verhamlosung über die Beschneidung verbreitet? Ich kann leider die Stimmen nicht den einzelnen Personen zuordnen.

    Edited once, last by Staphylok (March 23, 2022 at 5:43 PM).

  • Danke Sokrates für diesen Hinweis!

    Habe die entsprechende Stelle im Podcast angehört. Die Sache wird ja immer schlimmer!
    Anstatt auf die berechtige Kritik der "richtig vielen Männer mit richtig viel Zeit" einzugehen, bedinden sich die Autorinnen weiter auf Kreuzzug gegen die Vorhaut.
    So wird wieder behauptet, aus medizinischer Sicht gäbe es Gründe die Vorhaut zu entfernen ("kleiner Eingriff"), wie etwa die Prävention von HPV Übertragungen. Die Vorhaut wird von den Podcasterinnen dann dafür verantwortlich gemacht, dass weltweit Gebärmutterhalskrebs so "ein riesen Thema" ist und in Indien und Afrika so viele Frauen daran sterben. Deshalb kommen sie beim Thema Beschneidung zur Prävention von HPV zu der Feststellung:

    Deswegen lohnt sich schon darüber nachzudenken, wie wir also unsere Gesundheit als Gesellschaft erhöhen und das könnte ein Aspekt davon sein.

    Ist dieser Mandy Mangler eigentlich komplett entgangen, dass es gegen HPV eine wirksame Impfung (sowohl für Mädchen als auch Jungen) gibt? Zudem verweise ich auf Vorsorgeuntersuchungen, Verzicht auf Rauchen und Promiskuität, Genitahygiene etc. als wirksame Präventionsmaßnahmen gegen Gebärmutterhalskrebs. Ich zitiere hier die Leitlinien:

    Sie [Präventive Maßnahmen] sind auch nur dann sinnvoll, wenn es keine weniger invasive Methode gibt, dasselbe Ziel zu erreichen.

    Zudem:

    Die Inzidenz und Prävalenz sexuell übertragbarer Krankheiten kann durch eine Zirkumzision nicht wesentlich beeinflusst werden (van Howe 2013, Nayan 2021). [...] Die HPV-Prävention bzw. die Prävention von Gebärmutterhalskrebs erfolgen durch Impfung (Epidemiologisches Bulletin 34/2019). Daher kommt dem unzutreffenden Argument, der Weitergabe sexuell übertragbarer Krankheiten durch eine Beschneidung vorbeugen zu können, auch bei der Behandlung einer Phimose keine indikationsrelevante Bedeutung zu.

    Schon beim Gyncast über "weibliche Genitalverstümmelung" hat etwa Steffen Wasmund einer Autorinnen die Leitlinien zugeschickt. Trotzdem werden diese nach wie vor mit Füßen getreten.


    Am schlimmsten ist jedoch folgende Aussage eine der Podcasterinnen (Mangler?):

    Wenn man keine Vorhaut hat, dann hat man auch weniger sexuell Übertragbare Krankheiten oder Infektionen. Z.B. weniger HIV, weniger Pilze, weniger Bakterien und weniger HPV. Damit erniedrigt man sein eigenes Erkrankungsrisiko.

    Viellecht sollten wir Frau Mangler mal die Mastektomie (Entfernung der Brüste) als Präventionsmaßnahme gegen Brustkrebs, Mastodynie, Abszesse, Mastopathie etc. verkaufen. Ist schließlich genauso absurd.

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