Posts by Staphylok

    Kurioser Netzfund: https://ohne-vorhaut.de/

    Nach eigenen Angaben handelt es sich um eine "Beschneidung - Initiative". Angeblich ein Einzelunternehmen in "Kooperation mit Praxen". Es werden "Express-Beschneidungen" in NRW vermittelt.

    Die Website wirkt als hätte die ein Schüler aus der fünften Klasse erstellt.

    Alle Aussagen auf dieser Seite sind derart grotesk, dass ich mich frage, ob es sich wohl um Sartire handeln soll?


    Ich bin mir nicht sicher, ob ich lachen oder weinen soll.

    2012 hat Frank Schwabe für das Beschneidungsgesetz gestimmt.


    Mir war dieser Mann bis jetzt nicht wirklich bekannt. Als ich mich nun über ihn schlau gemacht habe bin ich auf einen interessanten Aspekt gestoßen:

    Beschneidung war das Thema, das mich so sehr umgetrieben hat, wie kaum eines in den letzten 7 Jahren. Ich habe immer wieder hin und her überlegt und abgewogen. [...] Ganz am Ende hat bei einer so wichtigen Frage, die tief in die persönliche Situation von Kindern und Familien eingreift, auch meine Lebensgefährten einen entscheidenden Impuls gegeben.

    Ich selbst bin evangelischer Christ, der sich in den vergangenen Jahren im Glauben weiterentwickelt hat. [...] . Geändert hat sich das erst durch meine Frau. Sie stammt aus Nigeria. Für sie spielt der Glaube eine zentrale Rolle im Leben. Allerdings kommt sie von einer anderen Form von Religionsausübung, auch durch anders praktizierte Gottesdienste. Auf dieser Ebene mussten wir erst zusammenfinden – aber es ist gelungen.

    Ich lasse das jetzt mal unkommentiert;)

    Alleine die Überschrift "Nur ein kleiner Schnitt" ist schon dermaßen falsch und zeigt, dass sich die Redakteurin offensichtlich nicht ausreichend mit der Thematik beschäftigt hat.
    Bei einer nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführten Zirkumzision ist eine Vollnarkose mit Regionalanästhesie obligat. Die OP-Vorbereitung und Nachsorge sind umfangreich und absoult nicht zu vernachlässigen. Die eigentliche OP besteht nicht "nur" aus einem "kleinen Schnitt", sondern u.a. aus Hautschnitt, Präparation des äußeren Vorhautblattes, Lösung der physiologischen (!) Phimose, dorsaler Inzision, Durchtrennung des inneren Vorhautblattes, Freunulumplastik, Verband ... (in der Kurfassung). Die Komplikationsrate ist alleine schon unter den medizinisch korrekt durchgeführten Zirkumzision hoch, ganz zu schweigen von Zirkumzisionen die durch "rituelle Beschneider", die sich an keinerlei medizinischer Mindeststandards halten, vorgenommen werden. Hinzu kommen die lebenslangen, irreparabelen Folgen für die Sexualität des Kindes, bzw. Mannes.
    Die Mär von dem "kleinen", "harmlosen" "Schnitt" habe ich echt satt.

    Ich finde es auch sehr interessant, wie eine der Autorinnen, Esther Kogelboom, auf Kritik (hier von Intaktiv) reagiert:


    Quelle

    Wie viele Fälle von Personen mit Vulva gibt es denn, die nach der Beschneidung der Klitorisvorhaut "keinerlei sexuelle Lust mehr empfinden empfinden konnten und bei der Penetration und Menstruation unsagbaren Schmerzen ausgesetzt waren?". Eigentlich müssten diese drei Frauen doch auch glühende Verfechterinnen der Amputation der Klitorisvorhaut sein. Ist schließlich auch nur eine "kleine Operation" und analog zum männlichen Geschlecht bildet sich unter der Klitorisvorhaut auch das böse Smega. Aber das würde ja das weibliche Geschlecht betreffen, das geht natürlich für die drei "Feministinnen" gar nicht.

    Sehr bemerkenswert ist auch, dass sie schreibt "Zirkumzision ist nicht unser Thema". Schließlich erschien die Folge "Penis - alle harten Fakten", die sich fast ausschließlich mit dem männlichen Genital und auch der Zirkumzision beschäftigt, knapp zwei Monate nach dieser Aussage. Ganz zu schweigen von der Folge "Warum es noch Genitalverstümmelungen gibt", in der die Zirkumzision ja breit thematisiert wird . Oder der Folge "HPV – die Geschlechtskrankheit, die wir alle haben": "Übrigens beschnittene Personen leiden deutlich seltener unter diesen Condylomen, also Feigwarzen". Scheint also doch ihr Thema zu sein? Und das obwohl es sich Gyncast doch eigentlich "[...] über alles, was für Mädchen und Frauen im Laufe ihres Lebens wichtig ist – wissenschaftlich eingeordnet, klischeefrei und voller Neugier auf den weiblichen Körper." (Quelle) gehen soll.

    Die Gyncastfolge "Penis - alle harten Fakten" ("Fakten", von wegen) wurde nun auch auf Youte veröffentlicht:

    https://www.youtube.com/watch?v=urDHTK7JfAI&t=1342s

    Glücklicherweise ist die Kommentarfunktion (noch) geöffnet.

    In der Gefahr mich zu wiederholen zitiere ich erneut aus dieser Folge:

    "Vor allem kann sich unter dieser Vorhaut auch Smegma bilden [...] und dieses Smegma wiederum das ist so Nährboden für Bakterien Pilze und Viren auch und dort setzt sich zum Beispiel auch das HPV-Virus fest."
    "Und jetzt, wenn man weniger Smegma hat, wenn man keine Vorhaut hat, hat man auch weniger sexuell übertragbare Erkrankungen oder Infektionen z.B. weniger HIV, weniger Pilze, weniger Bakterien und weniger HPV. Und damit erniedrigt man also sein eigenes Erkrankungsrisiko."


    Nachfolgend wird dann die männliche Vorhaut weiter dafür verantwortlich gemacht, dass weltweit so viele Frauen an Gebärmutterhals sterben.

    "[...] und deswegen lohnt es sich schon darüber nachzudenken, wie wir also unsere Gesundheit als Gesellschaft erhöhen und das (die Beschneidung) könnte ein Aspekt davon sein."

    Hallo lieber Kollege!

    Ich (Assistenzarzt für Urologie) könnte mir das grundsätzlich sehr gut vorstellen und habe auch oft mit dem Gedanken gespielt. Allerdings befürchte ich in meinem derzeitigen Ausbildungsstand berufliche Nachteile. Leider ist es wie in fast allen Fächern der Medizin auch in der Urologie so, dass man in der Weiterbildung sehr stark von Obrigkeiten abhängig ist. Und da gibt es eben noch Chef- und Oberärzte, die noch vom alten Schlag sind und nicht gerade "vorhautfreundlich" sind, auch weil man damit teils ordentlich Kohle machen kann. Da manövriert man sich schnell ins Abseits, wenn man aufmuckt. Zumal wird man auch von seinen Assistentenkollegen teils überaus schräg angeguckt, wenn man nicht gerade geil darauf ist, sein Logbuch mit (nicht indizierten) Zirkumzisionen zu füllen. U.a. diese Faktoren haben in der Vergangenheit schon dazu geführt, dass ich mich dazu gezwungen sah, die Stelle zu wechseln.
    Mein Ziel ist es aber ohnehin in die ambulante Medizin zu wechseln, sobald ich meinen Facharzt in der Tasche habe. Dann sieht die Welt nochmal anders aus.

    Gruß

    Hallo,
    ich suche die Bezeichnung der Kortisonsalbe, welche der Urologe zwecks Rückbildung der Phimose verschreibt.
    Ich möchte meine kürzlich festgestellte Phimose selbst mittels Phimostop beheben. Die positiven Beiträge dieses threats geben mir Hoffnung dazu.

    Gruß Harald

    Hallo,

    da gibt es viele. Meiner Erfahrung nach (subjektiv) wird Betamethason (Konzentration ca. 0,05% bis 0,2%) Salbe am häufigsten verwendet. Andere Präparate wären z.B. Fluticason oder Clobetasol. Allen Präparaten ist allerdings gemeinsam, dass sie verschreibungspflichtig sind. Ob Du mit einem der rezeptfreien Präparate (die deutlich schwächer sind) weit kommst, mag ich zu bezweifeln. Der Gang zu einem Urologen, was ich auch empfehle, wird Dir also wohl nicht erspart bleiben.

    Gruß

    Hallo,

    ganz verstanden habe ich Deine Schilderung nicht. Selbst erhobene auffällige Tastbefunde des Hodens gehören aber unbedingt zeitnah in die Hand eines Urologen. Ob der Tastbefund tatsächlich auffällig ist, kann nur ein Arzt durch eine körperliche Untersuchung beurteilen. Sollte sich hier tatsächlich eine Auffälligkeit ergeben, so ist sowieso eine Sonographie des Hodens zwingend indiziert. All das lässt sich nicht über die Ferne und vor allem nicht über das Internet durchführen. Ich kann deshalb nur raten, ärztlich vorstellig zu werden.

    Viele Grüße

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    Sehr interessant: Das ursprüngliche Video wurde gelöscht und dann gestern erneut hochgeladen. Ob dies mit den kritischen Kommentaren zusammenhängt? Diese sind jetzt natürlich weg.

    Die Frau Professorin hat nun eine Stellungnahme zu den kritischen Kommentaren verfasst:

    Über 30 % der männlichen Weltbevölkerung sind beschnitten - zum großen Teil aus religiösen und kulturellen Gründen, zum Teil aus medizinischen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt die Beschneidung von Männern zur Infektionsprophylaxe.

    Mal wieder Fakten verdreht, so wie es passt. Die WHO hat für Deutschland gar nix derartiges empfohlen.

    Ich möchte nur anmerken, dass diese 30% der männlichen Weltbevölkerung sich wunderbar vermehren und offenbar keine Probleme mit ihrer Sexualität haben, sonst würden Religionen wie der Islam oder das Judentum nicht diese religiösen Beschneidungen durchführen. In der Tat liegen diese Probleme woanders.

    Wenn das stimmen würde, dann gäbe es auch keine weibliche Genitalverstümmelung mehr.

    Ich befrage alle meine Patienten, die alle aus freien Stücken zu mir kommen und eine Beschneidung wünschen. Keiner dieser Patienten hat über einen Gefühlsverlust geklagt. Ganz im Gegenteil, die Antworten liegen zwischen höhere Gefühlsintensität bis zu einem "anderen" Gefühl bei der Sexualität - aber nicht weniger Gefühl. Insofern ist es nicht statthaft, diesen Eingriff als verstümmelnd zu verteufeln.

    Natürlich sollte man sich erkundigen und einen Spezialisten suchen, der Expertise in der Beschneidung erwachsener Männer hat, so dass keine Gefühlsstörungen bis hin zum Sensibilitätsverlust der Eichel entstehen. Das ist höchstwahrscheinlich entweder eine Komplikation nach einer nicht-fachmännisch durchgeführten OP oder eine psychische Folge.

    Wenn man - wie der kommentierende Journalist - seine Hausaufgaben etwas gründlicher macht und die medizinische Literatur und wissenschaftlichen Artikel sich durchliest (https://www.youtube.com/redirect?event…fQJyz_dF4AaABAg, dann wird man feststellen, dass dieser Eingriff mit wenig bis keinen Nebenwirkungen einhergeht und große hygienische Vorteile hat, z.B. Vorbeugung vor HIV Infektion oder Übertragung von Geschlechtserkrankungen (https://www.youtube.com/redirect?event…fQJyz_dF4AaABAg. Ich hoffe, dass ich damit etwas Klarheit in diese z.T. sehr unfachmännische Diskussion bringen konnte.

    "Sehr unfachmännische Diskussion" bemängeln, dann aber die o.g. Aussagen treffen und zur Beschneidung sagen: "Es ist einfach chic"

    Nach folgenden zwei Tweets sind mir doch fast die Augen aus dem Kopf gefallen:

    Quelle

    Hierzu muss fairerweise gesagt werden, dass obiger Tweet in Bezugnahme auf die Proteste im Iran entstanden ist. Trotzdem eine harte Nuss, sich einfach plakativ für Werte und Prinzipien auszusprechen, die man selbst einfach hinterrücks mit Füßen tritt.



    Quelle

    Mal wieder: Mädchen scheinen für diese Organisation mehr Wert zu sein als Jungen. "Gleichberechtigung", "Rechte der Kinder" sowie die Abschaffung von "diskriminierenden Gesetzen", das alles soll offensichtlich nur für das weibliche Geschlecht gelten.

    Immer wieder erstaunlich: Man kann doch eigentlich voraussetzen, dass habilitierte Mediziner die Fähigkeit besitzen, sich in die jeweilige Studienlage einzulesen, bevor sie sich zu einem Thema äussern oder gar invasive Verfahren hierzu durchführen.

    Die Schwurbelei der Frau Professorin geht übrigens auf Ihrer Website weiter:

    Zudem ist das individuelle Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten und Hautkrankheiten für beschnittene Männer niedriger. Eine australische Studie ergab zudem, dass das Risiko einer HIV-Infektion oder einer HPV-Infektion für beschnittene Männer niedriger ist (siehe auch WHO Veröffentlichungen), da die Vorhautinnenseite normalerweise das Eintreten von HIV- und HPV-Viren fördert.

    und auch ein Klassiker:

    Leider wird in einigen vorwiegend afrikanischen oder asiatischen Ländern auch die Beschneidung von Mädchen und Frauen aus traditionellem Motiv trotz intensiver Aufklärung und Verbote bis heute durchgeführt. Das Entfernen der weiblichen Geschlechtsteile führt bei den Frauen nicht nur zu körperlichem, sondern auch seelischem Schmerz und ist hierzulande eine Körperverletzung, die strafrechtlich verfolgbar ist. Zahlreiche Organisationen setzen sich für ein Ende der medizinisch nicht notwendigen Beschneidung von Frauen ein.


    Interessant ist außerdem folgende Aussage:

    „Low and tight“
    In diesem Fall wird die gesamte Vorhaut, also sowohl inneres als auch äußeres Vorhautblatt, entfernt. Die Schafthaut wird anschließend direkt hinter dem Eichelkranz angenäht. Die Narbe befindet sich gleich hinter der Eichel und ist meist kaum sichtbar. Das ist auch der Grund, warum diese Operation am beliebtesten ist. Auch bei diesem Eingriff liegt die Eichel in der Regel komplett frei.

    Ich wage es sehr zu bezweifeln, dass low and tight so beliebt ist, weil man die Narbe weniger sieht. Was heißt hier überhaupt "beliebt"? Bei wem denn? Beim nicht urteils- und einsichtsfähigen Kind oder beim Chirurgen oder bei den Eltern des Kindes?

    Man gewinnt den starken Eindruck, dass für Claudia Roth das Wohlergehen des weiblichen Geschlechts deutlich wichtiger ist, als dasjenige des männlichen Geschlechts.

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    Claudia Roth:
    Männliche Beschneidung = Zeichen der Inklusion
    Weibliche Beschneidung = "Angriff auf die körperliche Integrität von Frauen"

    Der WDR hat mit Quarks neulich ja einen kleinen Beitrag über die Beschneidung veröffentlicht, der ganz in Ordnung war.
    Warum auch immer wurde jetzt auf Facebook ein Post veröffentlicht, der die Nachteile und vermeintlichen Vorteile der Zirkumzision bei Jungen (!) darstellen soll.
    Dieser ist leider absolut unterirdisch:

    Als Vorteil wird wieder mal das Hygieneargument angeführt, es würde sich weniger "Schmiere" an der Eichel bilden.

    Auch solle die Beschneidung ja bei manchen Erkrankungen nötig sein, wie z.B. Harnwegsinfekten. Das ist zum einen so Allgemein natürlich falsch (steht auch in der zitierten Leitlinie). Zudem ist es einfach eine gängige Unsitte, es als generelles Pro-Argument verkaufen zu wollen, dass der Eingriff in (seltenen) Fällen medizinisch nötig ist. Analog würde es ja auch dafür sprechen den Blinddarm bei Jungs zu entfernen, da hier auch "Bestimmte Erkrankungen bei Jungs gelindert werden können".

    Vollkommen absurd und hirnrissig ist auch dieses Pro-Argument:

    Wenn es soweit ist: kein schmerzhafter Geschlechtsverkehr bei einer zu enger Vorhaut

    Zitiert wird neben den Leitlinien und Stehr (wohl nicht richtig durchgelesen) u.a. auch Morris.

    Dieser Post ist eine absolute Frechheit von einem vermeintlichen "Wissenschaftsmagazin", finanziert durch Zwangsbeiträge.
    Das darf eigentlich nicht so stehen gelassen werden

    Quelle

    Der Hörfunksender WDR 5 des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat gestern am 07.09. im Rahmen der Wissenschaftssendung "Quarks" über die Beschneidung informiert. (Link, die Thematik beginnt ca. bei Minute 49:28).

    Nach der Einleitung des Moderators habe ich schon das Schlimmste befürchtet:

    Beschneidungen können auch sozio-kulturelle Gründe haben. Beispiel USA: Dort lassen sich junge Männer häufig beschneiden, weil sie es ästhetischer empfinden und auch hygienischer.

    Das sind ist natürlich völliger "Quark" (hehe). Richtig wäre: "Beispiel USA: Dort werden Säuglinge häufig beschnitten -ungeachtet von ihrem Empfinden-, weil die Eltern es als ästhetischer empfinden und auch hygienischer und weil so sie aussehen sollen wie der Vater und weil man das halt immer schon so gemacht hat."


    Erfreulicherweise bleibt es in dieser Sendung aber bei dieser einen Falschaussage.
    Es übernimmt die Quarks Reporterin (verstehe den Namen nicht):

    95 - 98% der Beschneidungen sind aus medizinischer Sicht überflüssig.

    Schon erschreckend.

    Die Reporterin gibt nun leitliniengetreu die medizinischen Aspekte der Beschneidung wieder. Sie weist auch darauf hin, dass die Hygienehypothese quatsch ist und dass in den letzten Jahren ein Umdenken bei den Urologen (leider nicht bei allen) stattgefunden hat, hin zu einer kritischeren Indikationsstellung.

    Interessant auch folgende Feststellung:

    Ein weiteres Problem bei Säuglingen ist, dass sie Schmerzen vermutlich schlechter verarbeiten können. [...] Da hat man doch in Studien deutliche Hinweise darauf gefunden, dass sie sehr wohl Schmerzen empfinden und vermutlich heftiger als Erwachsene [...] Das kann teilweise richtige Traumata machen.

    Der Moderator fragt verwundert, ob die Säuglinge denn nicht betäubt werden. Die Reporterin antwortet, dass laut Leitlinien eine Vollnarkose durchgeführt werden soll. Hier hätte ich mir einen Hinweis der Moderatorin darauf gewünscht, dass dies in vielen Fällen nicht eingehalten wird und die desolate Gesetzeslage auch eine Säuglingsbeschneidung ohne Schmerzbekämpfung erlaubt. Und dass die jüdischen Beschneidungen standardmäßig ohne wirksame Betäubung stattfinden.

    Schade auch, dass generell die rechtliche Lage nicht angesprochen wird.

    Trotzdem: Bis auf den Eingangspatzer ein sehr guter Beitrag. Empfehlenswert!

    Quelle

    Interessanter Netzfund:

    Der "Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e.V." hat diesen Monat einen "Leitfaden für Interessierte und Ehrenamtliche in der Hilfe für Geflüchtete" veröffentlicht.

    Darin wird unter dem Abschnitt "Gesundheit und ärztliche Versorgung" geschrieben:

    Nach § 6 des Asylbewerberleistungsgesetzes gibt es aber auch „sonstige Leistungen“, nach denen eigentlich nahezu der gesamte Umfang medizinischer Leistungen, analog zu denen der GKV, zur Verfügung stehen müsste, wie bspw.:
    [...] - Kosten, die notwendig mit der Wahrnehmungdes religiösen Existenzminimums entstehen, z. B.Kosten der männlichen Beschneidung, [...]

    Religiöse Vorhautamputation als Leistung der gestzlichen Krankenversicherung? Wäre mir (abgesehen von Gefälligkeitsdiagnosen) neu.
    Generell: "Notwendig" und "Existenzminimum" ist schon dreist, als würde man den Opfern einer Beschneidung sonst die Lebensgrundlage entziehen.

    Weiter wird ausgeführt:

    Wichtig ist, dass all diese Leistungen, leider, immer vor der Inanspruchnahme beim Sozialamt beantragt und genehmigt werden müssen.

    Tja, "leider" eher in dem Sinne, als dass es generell möglich ist, dies vom Amt bewilligen zu bekommen.

    Richtig interessant ist aber Folgendes:

    Diese Handreichung wird gefördert durch PRO ASYL, Förderverein PRO ASYL e.V.


    Schauen wir doch mal, was "PRO ASYL" zur Genitalverstümmelung sagt:

    Weibliche Genitalverstümmelung ist ein Asylgrund!

    Schutzmaßnahmen umsetzen!
    Es ist sicher richtig und notwendig, den Schutz der Frauen und Mädchen vor der Praxis der FGM weltweit einzufordern. Glaubwürdig wird das aber erst, wenn die Schutzmaßnahmen, die in der unmittelbaren Verantwortung deutscher Behörden liegen und die sehr einfach und wirkungsvoll umgesetzt werden könnten, auch realisiert werden, namentlich:
    - eine konsequente Anerkennung der erlittenen und drohenden FGM und deren auch psychischen und sozialen Folgen als geschlechtsspezifische Verfolgung durch das BAMF,
    - die Sicherstellung von Angeboten spezifischer qualifizierter Rechtsberatung und fachmedizinischer Betreuung schon vor einer persönlichen Anhörung der betroffenen Frauen und Mädchen, [...]


    Man könnte also wie folgt zusammenfassen:
    Möchte ein Asylbewerber sein männliches (!) Kind genitalverstümmeln, so soll dies mit staatlichen Mitteln gefördert werden. Ist ein weibliches (!) Kind bedroht von einer Genitalverstümmelung, so soll dieses Asyl bekommen und die Verstümmelung soll mit staatlichen Mitteln verhindert werden.

    Es ist schon eine paradoxe Welt, in der wir leben.

    Heute hat Dr. med. Hendrik Voßschulte (Leitender Oberarzt der Kinderchirurgie des evangelischen Klinikums Bethel) über Youtube einen kurzen Vortrag über die Vorhaut gehalten.

    Es werden die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse dargestellt, basierend auf der derzeit gültigen Leitlinie "Phimose und Paraphimose bei Kindern und Jugendlichen".

    Ein gesundheitlicher Nutzen der Beschneidung eines normalen Jungen ist heute in 1. Welt-Ländern fern von jeder wissenschaftlichen Evidenz!

    Fazit: Lasst die Vorhaut in Ruhe!


    Insgesamt sehr empfehlenswert.

    Wundert mich, dass das Video bisher noch nicht in diesem Forum thematisiert wurde. Ist schließlich schon mehr als sechs Jahre alt.
    Galileo (ProSieben, vor etlichen Jahren vielleicht mal respektables Wissenschaftsmagazin, heute: naja seht selber) hat ein vor einiger Zeit ein Video über die türkische Beschneidungsfeier eines Kindes auf Youtube gestellt.

    Hier mal ein "Worst of":

    [...] Kinderfeste wie aus Tausend und einer Nacht [...]

    Musafa feiert morgen seine Beschneidung [...] vergleichbar mit der Kommunion oder Konfirmation bei uns.


    Zwischendurch wird das Kind von fremden Leuten beklatscht.

    [...] Vorfreude erleben alle Kinder gleich.


    Die ideologische Verblendung des Kindes wird durch die folgenden Aussagen deutlich:

    Ich bin echt aufgeregt und kann es nicht glauben, dass ich morgen zu einem Mann werde. Ich möchte es einfach genießen.

    Ich freue mich [...]ich danke den Leuten, dass ich das hier alles erleben darf.


    Auch interessant: Die Vorhautamputation dient den Eltern als Investition in die Zukunft:

    Dann beginnt ein buchstäblicher Geldregen: Wie am Fließband bekommt Musafa Geldscheine an seinen Anzug gesteckt. Mit dem Geld wird nicht nur die Feier bezahlt, ein Teil wird für seine Ausbildung zurückgelegt.


    Generell wird in dem Video alle paar Sekunden deutlich gemacht, dass das Kind erst durch dieses Ritual "zu einem Mann" wird.
    Fazit, das ich aus dem Video ziehe: Es handelt sich bei der muslimischen Beschneidung wohl eher um einen durch eine sogenannte "toxische Männlichkeit" geprägten Initationsritus, als um ein religiöses Ritual.

    Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=3okBFKVPLqY&t=768s

    Auf Youtube wurde gestern eine Dokumentation über das Judentum mit Bärbel Schäfer (Fernsehmoderatorin und -produzentin sowie konvertierte Jüdin) hochgeladen, s.u.. Laut Videobeschreibung soll es sich hierbei um eine "humorvolle Entdeckungstour durch jahrtausende alte Traditionen, die heute in Deutschland endlich wieder gelebt werden" handeln. "Mit faszinierenden Ritualen". Gemeint ist hiermit wohl die gezeigte jüdische Beschneidung.

    Es wurde ja insbesondere im Rahmen der Beschneidungsdebatte immer wieder betont, dass Mohalim mit Ärzten vergleichbar befähigt sein würden und schließlich so viel Erfahrung hätten. In dem Video wird allerdings deutlich, dass von einem "lege artis" durchgeführten Eingriff nicht die Rede sein kann: "Desinfiziert" werden die Hände mit Sagrotan-Spray aus der Drogerie und kurz danach wird der unsterile Baumwollkittel angezogen. Von den Instrumenten ist nur die Klinge steril verpackt, die dann aber auch unsteril gemacht wird. Bei der Beschneidung werden keine Handschuhe getragen, mindestens zwei Dutzend Menschen gaffen ohne Mundschutze auf den Babypenis. Der eigentliche Eingriff wird natürlich nicht ganz gezeigt.

    Zwischendurch klopft der Mohel dann noch ein paar zynische Sprüche:

    Weißt du was wir machen jetzt? Eine Beschneidung. Wenn du weinst, wirst du beschnitten. Wenn du lieber nicht weinst, wirst du auch beschnitten. Also besser nicht weinen. Bist du einverstanden?

    Nach der Beschneidung kriegt er so einen Großen. [...] Wir machen keine Beschneidung, wir machen eine Verlängerung.


    Die Mutter des Babys meint nach der Beschneidung, die Schreie ihres Sohnes hätten ihr "im Herzen wehgetan", rechtfertigt den Eingriff aber folgendermaßen:

    Aus der Erfahrung wissen wir auch, dass sich die Kinder nicht mehr daran erinnern. Gott sei Dank!


    Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=jQK94gea9RE