• Guten Tag liebe Mitglieder des Forums.
    Ich bin Nik, 19 Jahre alt und wurde mit 10 Jahren beschnitten. Ich frage mich oft, ob dies denn überhaupt nötig war und wie es wohl wäre, wenn ich eine Vorhaut hätte. Ich lese seit einiger Zeit im Forum und habe mich nun entschieden, auch meine Geschichte hier zu veröffentlichen.

    Meine Mutter war immer sehr besorgt um mich und schleppte mich auch regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen. Ich hatte einen netten, älteren Kinderarzt. Dieser ging dann auch eines Tages in seinen verdienten Ruhestand und eine junge, engagierte Kinderärztin übernahm die Praxis. Fortan musste ich dann immer zu der neuen Ärztin.
    Als ich 10 Jahre alt war, stand für mich die U11 bei der Ärztin an, die U10 hatte, glaub ich, noch mein vorheriger Kinderarzt gemacht.

    Bei der Untersuchung stellte sie dann auch fest, dass meine Vorhaut nicht zurückzuziehen ist und das meine Mutter mit mir deswegen ins Krankenhaus müsste, um das operieren zu lassen. Ich war absolut nicht begeistert, als ich Krankenhaus und operieren hörte. Meine Mutter war natürlich gleich sehr besorgt und machte schnellstens einen Termin.

    Als der Tag der Operation gekommen war, fuhr meine Mutter mit mir ins Krankenhaus. Ich durfte vorher nichts mehr essen und trinken. Im Krankenhaus angekommen, wurden wir empfangen und mussten noch in einem Zimmer warten. Ich war sehr unruhig und je länger es dauerte, desto schlimmer wurde es. Ich wollte nicht in diesem Krankenhaus sein und erst recht nicht operiert werden. Irgendwann fing ich an zu weinen und zu schreien, dann kam eine Krankenschwester und brachte meiner Mutter eine Tablette, die sie mir geben sollte. Als ich diese geschluckt hatte, gingen bei mir gleich die Lichter aus. Als ich ziemlich benommen wieder zu mir kam, lag ich auf einer Liege in einem anderen Raum und eine Krankenschwester stand neben der Liege. Sie sagte dann, dass es gleich losgehen kann. Kurz darauf kam noch eine andere Person dazu und ich bekam eine Spritze in den Zugang, der mir in den Arm gelegt wurde, während ich benommen war. Schon wieder gingen bei mir die Lichter aus.
    Als ich wieder wach wurde, war meine Mutter bei mir im Aufwachraum. Ich musste dann noch eine Zeit lang da liegen bleiben und der Arzt schaute auch nochmal nach mir und ich musste vor ihm in ein Gefäß pinkeln. Danach durfte meine Mutter mit mir nach Hause fahren.
    Zuhause fingen die Schmerzen dann erst richtig an. Am nächsten Tag sollten wir wieder zur Kontrolle zum Arzt, da wurde erklärt, dass ich mich nicht so anstellen soll und ein bisschen Schmerzen normal sind. Nach einigen Tagen kam der Verband dann ab und ich spürte die Eichel bei jeder Bewegung. Dies dauerte auch noch einige Wochen, bis alles wieder „normal“ war.

    Ich frage mich heute nur, ob dies alles nötig gewesen ist. Ich hatte ja eigentlich keine Probleme. Die Vorhaut war wahrscheinlich zu eng, aber das hat mich ja damals nicht gestört. Ich verstand überhaupt nicht, warum ich deswegen operiert werden musste. Die Vorhaut wurde komplett entfernt und auch das Bändchen ist weggeschnitten worden.

    So, dass war meine Geschichte. Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag.

    Lg Nik

    Edited once, last by NikSerof (April 26, 2020 at 3:36 PM).

  • Hallo NikSerof,
    willkommen bei uns und hab Dank dafür, dass Du Deine Geschichte mit uns teilst. :)

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Hallo Nik,

    auch von mir noch ein herzliches Willkommen, und vielen Dank für das teilen deiner Geschichte hier im Forum.

    Deine Frage ob das nötig war...eine beschwerdefreie Phimose ist NIE behandlungsbedürftig...sagt auch die aktuelle Leitlinie. Leider ist das bis heute noch nicht bei allen Ärzten angekommen...

    Ich hoffe mal, dass durch diesen Eingriff damals nicht auch noch anderweitige Probleme für dich entstanden sind...

    Weiß nicht, ob das was für dich ist...aber diese Kinderärztin, existiert die noch? Wenn ja...könntest du dir vorstellen, zu ihr zu gehen, ihr das zu sagen, was du hier geschrieben hast, dazu noch auf die aktuelle Leitlinie zu Phimose verweisen? Oder auch nur per Mail und die entsprechenden Links vielleicht auch zum BVKJ Flyer "Mann oh Mann"? Ärzte wissen das meist nicht besser, haben es halt so gelernt...

    Aber nur wenn es keine Belastung für dich ist! Vielleicht kann anderen Jungen damit erspart bleiben, was dir wohl unnötigerweise widerfahren ist...

    Alles Gute, und nochmal meinen herzlichen Dank

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Außer, dass die Operation wahrscheinlich unnötig war und ich nicht verstand, warum dies gemacht werden musste, sind mir keine weiteren Probleme dadurch entstanden.

    Die neue Leitlinie gab es damals aber noch nicht, oder?

    Die Kinderärztin existiert bestimmt noch, da müsste ich mich schlau machen. Zuletzt war ich vor 3 Jahren dort, zur J2.

    Ich könnte mir vorstellen, ihr dies auch zu sagen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass dies viel bringt. Ein Versuch wäre es natürlich wert.
    Ich werde mich da mal schlau machen und mir dies überlegen.

    Lg Nik

  • Nun, diese aktuell gültige Leitlinie erschien im Herbst 2017. Es wird also in Bezug auf ihre damalige Diagnose nichts bringen. Jedoch kannst Du ihr damit zeigen, dass sie aus heutiger Sicht falsch lag und - sofern sie die neue Leitlinie nicht kennen oder beachten sollte - noch immer falsch liegt. Und für heutige Entscheidungen hat das sehr wohl Relevanz. Für ihre "Patienten", die mit den Folgen leben müssen als auch für sie, die sich dadurch eventuell Schadensersatzforderungen ausgesetzt sieht.

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  • Ich gehe mal davon aus, dass sie heute anders handeln würde. Die Leitlinie sollte sie ja kennen. Meines Wissens ist es aber auch nicht verpflichtend, nach einer Leitlinie zu handeln. Ich weiß nicht ob das was bringt und fände es sogar etwas anmaßend, wenn ich als Laie einer studierten Ärztin sagen sollte, wie sie zu handeln hat. Ich meine, wie soll das denn bei ihr ankommen, wenn ich da mit der Leitlinie ankomme und ihr das gebe? Das sieht dann doch so aus als würde ich sagen wollen, dass sie keine Ahnung von ihrem Beruf hat. So stößt man doch garantiert nicht auf offene Ohren.

  • Hallo NikSerof,

    willkommen hier im Forum.
    Weißt du, was mich schockiert? Es ist die Tatsache, dass sich hier in letzter Zeit Berichte von jungen Männern um die 20 häufen, die unter der Scheindiagnose "Phimose" im Kindesalter ihrer Vorhaut beraubt wurden. Ich habe bereits im Jahr 2000 sehr gut über die negativen Folgen einer Vorhaut-Amputation bescheid gewusst. Taylors Arbeit, die erstmals die nervale Ausstattung der Vorhaut unter die Lupe nahm, stammt aus dem Jahr 1997 und man konnte bereits um die Jahrtausendwende im Netz nachlesen, dass die Vorhaut sexuell äußerst wichtig ist und Beschneidungen im Kindesalter unnötig bzw. die meisten Vorhautverengungen vor Abschluss der Pubertät keiner Behandlung bedürfen. Ärzte haben den hippokratischen Eid geschworen. Sie dürfen demnach durch ihre Behandlung keinen Schaden anrichten und müssen nach ihrem besten Gewissen handeln. Dazu zählt es auch, dass man sein Fachwissen immer auf dem Laufenden hält. Genau das hat aber deine Kinder"ärztin", wie viele andere auch, offenbar unterlassen. Ich bin z.B. in der IT-Branche tätig. Obwohl ich keinen Eid geschworen habe und viel weniger Verantwortung trage, weiß ich, dass ich mein Wissen immer up to date halten muss, um auch morgen noch relevant zu sein. Sowas sollte man von Ärzten dann erst recht erwarten können, oder? Es gibt wirklich keine Profession, für die ich so wenig Respekt und so viel Verachtung übrig habe, wie die Medizin.

    Nachtrag: Es gibt hier einen User, der rechtliche Schritte geben seinen Verstümmler eingeleitet hat. Wie weit er gekommen ist, weiß ich nicht. Dazu möchte ich dir auch raten, auch wenn es dir nichts mehr hilft. Wer anderen unnötigerweise solch ein Leid zufügt, darf nicht ungeschoren davon kommen.

    "The only thing necessary for the triumph of evil is for good men to do nothing"

  • Ich gehe mal davon aus, dass sie heute anders handeln würde. Die Leitlinie sollte sie ja kennen. Meines Wissens ist es aber auch nicht verpflichtend, nach einer Leitlinie zu handeln. Ich weiß nicht ob das was bringt und fände es sogar etwas anmaßend, wenn ich als Laie einer studierten Ärztin sagen sollte, wie sie zu handeln hat. Ich meine, wie soll das denn bei ihr ankommen, wenn ich da mit der Leitlinie ankomme und ihr das gebe? Das sieht dann doch so aus als würde ich sagen wollen, dass sie keine Ahnung von ihrem Beruf hat. So stößt man doch garantiert nicht auf offene Ohren.


    Lieber NikSerof

    Ich will dich nicht zwingen oder nötigen etwas zu tun, was Du nicht tun möchtest. Ich kann mir vorstellen, einen Artz wegen einer Fehldiagnose zu konfrontieren, erfordert einiges an Mut und Überwindung, und ist für manchen auch ein in psychisch-seelischer Hinsicht schwieriges Unterfangen.

    Aber wenn es nur daran liegt, dass du glaubst, als Laie hättest Du kein Anrecht, eine studierte Ärtzin zu belehren, dann solltest Du Sie wirklich zu ihr gehen und mit ihr das Gespräch suchen. Also wenn das der einzige Hinderungsgrund ist, und du ansonsten keine Probleme hättest, zu deiner Kinderärtzin zu gehen und mit ihr das Gespräch zu suchen. Denn schließlich bist Du es, der mit den Folgen ihrer Diagnose leben muss - und das ein Leben lang.

    Edited 2 times, last by Sokrates (April 27, 2020 at 9:53 PM).

  • Also ich kenne nicht viele andere Jungs, die auch beschnitten sind. Von einer Häufung bin ich daher nicht ausgegangen.
    Natürlich hast du Recht und auch Ärzte müssten immer auf dem neusten Stand sein, um auch die richtige Behandlung durchführen zu können. Ich denke daher ja auch, dass sie heute anders handeln würde als noch vor knapp 10 Jahren.
    Was das damalige Fachwissen angeht, so weiß ich natürlich nicht, inwieweit sie da auf dem Laufenden war oder hätte sein müssen. Sie wollte da sicher alles richtig machen. Sie hatte die Praxis ja erst übernommen und hat daher auch alles bei mir genau untersucht um sicher zu sein, dass bei ihren neuen Patienten alles in Ordnung ist. Vielleicht war sie auch etwas übereifrig.

    Es gibt wirklich keine Profession, für die ich so wenig Respekt und so viel Verachtung übrig habe, wie die Medizin.

    Dies kann ich jedoch nicht nachvollziehen und teile diese Meinung auch nicht.


    Es gibt hier einen User, der rechtliche Schritte geben seinen Verstümmler eingeleitet hat. Wie weit er gekommen ist, weiß ich nicht. Dazu möchte ich dir auch raten, auch wenn es dir nichts mehr hilft. Wer anderen unnötigerweise solch ein Leid zufügt, darf nicht ungeschoren davon kommen.

    Zunächst mal, bin ich nicht verstümmelt.
    Welche rechtlichen schritte sollte ich da bitte einleiten?
    Das die Operation unnötig war, werde ich nicht beweisen können und weiß es auch nicht mal. Ich kann es nur vermuten. Damit lacht mich jeder RIchter aus.


    einen Artz wegen einer Fehldiagnose zu konfrontieren, erfordert einiges an Mut und Überwindung

    Ich glaube weniger, dass die Diagnose Phimose falsch war. Nur die Operation war vielleicht verfrüht oder hätte sich vermeiden lassen. Das ist ja aber nicht klar.
    Unterhalten kann ich mich natürlich mit ihr, ich habe da keine Angst. Nur was soll ich ihr sagen?

    Aber wenn es nur daran liegt, dass du glaubst, als Laie hättest Du kein Anrecht, eine studierte Ärtzin zu belehren, dann solltest Du Sie wirklich zu ihr gehen und mit ihr das Gespräch suchen

    Natürlich habe ich das Anrecht. Aber sind wir doch mal ehrlich, wenn jemand zu dir kommt und dir sagt, dass du deinen Beruf, den du erlernt hast, falsch ausübst und derjenige wäre aus einer ganz anderen Branche. Was würdest du sagen/denken?
    Ich persönlich würde mir wahrscheinlich zurecht denken, der hat doch keine Ahnung.

    Denn schließlich bist Du es, der mit den Folgen ihrer Diagnose leben muss - und das ein Leben lang.

    Das stimmt natürlich. Aber ändern kann ich es ja auch nicht mehr. Vielleicht war es tatsächlich notwenig, dass weiß ich ja leider auch nicht. Ich kann sie darauf ansprechen, aber sie wird dann auch bestimmt sagen, dass es notwendig gewesen ist.

    Lg Nik

  • Hallo NikSerof,

    willkommen hier im Forum.
    Weißt du, was mich schockiert? Es ist die Tatsache, dass sich hier in letzter Zeit Berichte von jungen Männern um die 20 häufen, die unter der Scheindiagnose "Phimose" im Kindesalter ihrer Vorhaut beraubt wurden. Ich habe bereits im Jahr 2000 sehr gut über die negativen Folgen einer Vorhaut-Amputation bescheid gewusst. Taylors Arbeit, die erstmals die nervale Ausstattung der Vorhaut unter die Lupe nahm, stammt aus dem Jahr 1997 und man konnte bereits um die Jahrtausendwende im Netz nachlesen, dass die Vorhaut sexuell äußerst wichtig ist und Beschneidungen im Kindesalter unnötig bzw. die meisten Vorhautverengungen vor Abschluss der Pubertät keiner Behandlung bedürfen.


    Dass die Entwicklung der Vorhaut zur vollständigen Retrahierbarkeit und bis zum Abschluss der Pubertät andauern kann, ist sogar schon seit 1968 bekannt, als Dr. Jakob Øster mit seiner Studie "Further Fate of the Foreskin" die ersten Daten über die Vorhautentwicklung bis zum Ende der Pubertät veröffentlichte.


    Schon vor einigen Jahren übersetzte ich einen Artikel Østers, erschienen 1976 in der Zeitschrift "Clinical Pediatrics", in welchem dieser die Ergebnisse seiner vorigen Studie nochmals in klaren Worten zusammenfasste.


    Edited once, last by Sokrates (April 27, 2020 at 11:28 PM).

  • Ich glaube weniger, dass die Diagnose Phimose falsch war. Nur die Operation war vielleicht verfrüht oder hätte sich vermeiden lassen. Das ist ja aber nicht klar.Unterhalten kann ich mich natürlich mit ihr, ich habe da keine Angst. Nur was soll ich ihr sagen?


    Wenn wir hier von einer Fehldiagnose sprechen, dann meinen wir eine fehlerhafte Diagnose einer pathologischen, krankhaften Phimose, die dann einer Behandlung erfordert hätte. Dass Du damals, als 10-jähriger, eine nicht-zurückziehbare Vorhaut hattest, ist unbestritten. In der englischsprachigen Fachliteratur wird dieser Zustand heute in aller Regel physiologische Phimose bezeichnet. Aber genau das ist der springende Punkt: Eine nichtzurückziehbare Vorhaut ist noch lange kein Krankheit.

  • Die Unterschied zwischen physiologischer Phimose und pathologischer Phimose erkennt man ziemlich eindeutig an der Vorhautöffnung.


    Die physiologische Phimose kennzeichnet sich durch einen gesunde, nicht-narbige Vorhautöffnung. Wenn man bei einer physiologischen Phimose die Vorhautöffnung leicht vorsichtig zurückzieht, stüplt sich das innere Vorhautblatt nach außen, was an eine Nelken-Blume erinnern soll und in der englischsprachigen Fachliteratur über die Diagnose und Therapie der Phimose daher sehr häufig als "flowering" bezeichnet wird. Die Vorhaut ist in der Regel "geschlossen", das heißt die die Eichel und die Harnröhrenöffnung sind überhaupt sichtbar.

    Die pathologische Phimose hingegen kennzeichnet sich durch einen weißlichen, Rarbenring entlang der Vorhautöffnung, der mehrheitlich durch eine Hauterkrankung namens Lichen sclerosus verursacht wird. Eichel und Harnröhrenöffnung sind häufig selbst ohne Versuch zur vorsichtigen Retraktion sichtbar, weil der Narbenring die Vorhaut offen hält.

    Hier sind zwei Bilder aus einer Fachzeitschrift von einer physiologischen Phimose und einer pathologischen Phimose. Der Unterschied ist augenfällig. https://www.cfp.ca/content/53/3/445#F1

    Darüber hinaus wird eine physiologische Phimose in der Fachliteratur als behandlungsbedürtig bezeichnet, wenn die physiologische Phimose mit wiederkehrenden Balanoposthitiden (Entzündungen von Eichel und Vorhaut) oder wiederkehrenden Harntraktinfektionen einhergeht.

    Zusammengefasst sind also "Urolüges" Worte, dass eine beschwerdefreie (ohne Narbendring, Entzündungen und Infektionen) Phimose NIE behandlungsbedürftig ist, vollkommen richtig.

  • Wenn wir hier von einer Fehldiagnose sprechen, dann meinen wir eine fehlerhafte Diagnose einer pathologischen, krankhaften Phimose, die dann einer Behandlung erfordert hätte.

    Genau da ist ja mein Problem. Wie kann ich rausfinden, ob bei mir eine solche Phimose vorlag und man hätte behandeln müssen, oder ob es nicht notwendig war. Das möchte ich ja rausfinden.

    Die Unterschied zwischen physiologischer Phimose und pathologischer Phimose erkennt man ziemlich eindeutig an der Vorhautöffnung.

    Wo wir beim nächsten Problem wären. Ich bin schon beschnitten und erkenne es so nicht mehr. Gibts denn noch andere Möglichkeiten, damit ich rausfinden kann, ob es notwendig war?

    Lg Nik

  • Das wird mit Sicherheit schwierig werden. Zunächst mal solltest Du versuchen, Deine Krankenakte von damals zu bekommen. Sofern sie noch existiert, ist der damalige Befund dort eingetragen.
    Sollte dabei von einer stark narbigen Phimose oder dem Vorliegen von Lichen Sclorosus die Rede sein, war die OP wahrscheinlich tatsächlich medizinisch indiziert.
    Steht davon jedoch nichts und ist lediglich die Rede von Vorhautenge, steigt dagegen die Wahrscheinlichkeit, dass es keine echte medizinische Indikation gab. Sicher feststellen lässt sich das 9 Jahre später allerdings kaum mehr. Eine fotografische Dokumentation des Befundes macht ja leider so gut wie niemand.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Dass die Entwicklung der Vorhaut zur vollständigen Retrahierbarkeit und bis zum Abschluss der Pubertät andauern kann, ist sogar schon seit 1968 bekannt, als Dr. Jakob Øster mit seiner Studie "Further Fate of the Foreskin" die ersten Daten über die Vorhautentwicklung bis zum Ende der Pubertät veröffentlichte.

    Richtig, das macht die Sache ja eher noch schlimmer. Ich gehe davon aus, dass dieser Eingriff bei NikSerof etwa um das Jahr 2010 herum erfolgt ist. Das war bereits im Informationszeitalter und es gab zu diesem Zeitpunkt noch viele weitere Studien zu diesem Thema. Diese Ärztin hat den Stand der Wissenschaft offenbar ignoriert. Es kann natürlich sein, dass in diesem Fall wirklich eine Narbenphimose vorgelegen hat, was den Eingriff etwas stärker indiziert hätte. Eine Radikalbeschneidung mit Entfernung des Frenulums, so wie sie der TE beschreibt, hätte man sich aber sicher sparen können.


    Quote from NickSerof

    Also ich kenne nicht viele andere Jungs, die auch beschnitten sind. Von einer Häufung bin ich daher nicht ausgegangen.

    Ich meinte damit natürlich eine Häufung der Berichte in diesem Forum in jüngster Zeit. Landesweit gesehen nimmt der Anteil überwiegend durch den Zuwachs an muslimischen Migranten zu. Ich persönlich kenne niemanden ohne Migrationshintergrund, der beschnitten ist. Bei den Fällen, die ich kenne, erfolgte der Eingriff ausschließlich aus religiösen Gründen. Innerhalb der indigenen Bevölkerung scheint der Eingriff zumindest hier in der Gegend ultraselten zu sein.

    "The only thing necessary for the triumph of evil is for good men to do nothing"

  • Zunächst mal solltest Du versuchen, Deine Krankenakte von damals zu bekommen.

    Also muss ich sowieso zur Kinderärztin? Die wird ja wohl die Akten haben von ihren Untersuchungen und Diagnosen, oder?


    Ich gehe davon aus, dass dieser Eingriff bei NikSerof etwa um das Jahr 2010 herum erfolgt ist.

    Das müsste hinkommen. Wenn ich mich richtig erinnere.

    Eine Radikalbeschneidung mit Entfernung des Frenulums, so wie sie der TE beschreibt, hätte man sich aber sicher sparen können.

    Davon gehe ich auch aus. Aber wissen kann ich das auch nicht und deshalb will ich das ja rausfinden.

  • Zunächst mal, bin ich nicht verstümmelt.
    Welche rechtlichen schritte sollte ich da bitte einleiten?
    Das die Operation unnötig war, werde ich nicht beweisen können und weiß es auch nicht mal. Ich kann es nur vermuten. Damit lacht mich jeder RIchter aus.

    Mit verstümmelt sind aber auch die negativen Folgen der Beschneidung gemeint. Wie unempfindliche Eichel und das man dadurch weniger spürt. Oder unschönes Narbengewebe. Oder das die Eichel wie hier im Bild schrumpeliger wird. Keine glatte Eichelschleimhaut mehr sondern eher Wellenförmig. Wenn man sich die Oberfläche der Eichel hier mal genauer anschaut.

    Display Spoiler

    Bei dir wird die Eichel bestimmt auch schon so ähnlich aussehen? Bei den roten Kreisen sieht man noch struckturen die aussehen wie leichte Risse, welche rot eingekreist sind. Hier auf dem Bild hat die Eichel schon eine dicke Hornhautschicht. Dadurch wird die Empfindlichkeit erheblich herab gesetzt. Und manche sagen halt Sie fühlen sich verstümmelt. Weil Sie durch die unempfindliche Eichel, nichts mehr fühlen beim Mastubieren. Ich selber vergleiche das schon eher mit einer starken Erkältung. Da hat man kein Geschmack und weiß nicht mal wie das Essen wirklich schmeckt. :( Und genauso ist es dann mit der unempfindlichen Eichel. Man spürt weniger bis gar nichts und die Eichel ist zu sehr abgehärtet. Manche Frauen haben sogar Schmerzen wenn Sie mit einen beschnittenen Mann Sex haben. Der Grund dafür ist das die Oberfläche der Eichel nicht mehr glatt ist sondern rauh wie Schleifpapier. Man sieht es auch im Bild. Und das scheuert dann ungemein in der Scheide. Weil die Oberfläche der Eichel ziemlich rau ist. Weshalb einige Frauen dadurch Schmerzen haben, NikSerof.


  • Ganz einfach? Hattest Du abgesehen von der fehlenden Zurückziehbarkeit irgendwelche Beschwerden - Infektionen oder Entzündungen?
    Hattest Du einen weißlichen Ring aus erhärtetem Narbengewebe an der Vorhautspitze? Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass eine Lichen-sclerosus bedingte narbige Phimose sehr selten auftritt. Also die Grundwahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich eine pathologische Phimose war, ist nicht sehr hoch.

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