"Gefühlt alle Jungs beschnitten oder aber bald fällig." - Nimmt die Beschneidungsrate immer weiter zu?

  • Unser Forennutzer das Etwas hat in einem anderen Thread dieses Forums eine Aussage getätigt. Die mich wirklich gesagt mit blanken Entsetzen gefüllt hat:


    Ansonsten aber sieht die Bilanz ziemlich trüb aus. Unterhaltet euch mal mit Eltern kleinerer Jungs im Bekanntenkreis. Gefühlt alle Jungs beschnitten oder aber bald "fällig". Die Kinderchirurgen erleben mehr denn je regelrechte "Wellen" in den Monaten vor den Einschulungsterminen

    Nun werden nicht alle das "Etwas" kennen, aber er ist nicht einfach irgendwer. Er ist seit vielen, vielen Jahren in Sachen Phimose/Beschneidung(svermeidung) aktiv, viele Jahre bevor es dieses Forum gibt und bevor die meisten hier, einschließlich mir auf dieses Thema aufmerksam wurden. Er beschäftigt sich insbesondere seit vielen Jahren mit dem Problem der Fehldiagnose Phimose und den fehlerhaft indizierten Beschneidungen.

    Deshalb kann ich seine Aussagen auch nicht einfach so abtun.


    Was ist eure Meinung dazu? Was sind eure Einschätzungen dazu?

    Hat "das Etwas" recht mit seiner Einschätzung - dass immer mehr Jungen beschnitten werden?


    Nun habe ich mich selbst immer als eiskalten Realisten betrachtet, und mir war sehr wohl klar, dass nach wie vor viel zu viele völlig gesunden Jungen wegen "Phimose" oder anderen fadenscheinigen medizinischen Gründen beschnitten werden, und uns da noch ein langer Weg vor uns liegt, aber ich habe zumindest den Eindruck - was die medizinisch indizierten Beschneidungen abgeht -seien wir auf dem richtigen Weg.

    Aber wenn das Etwas mit seiner Einschätzung recht haben sollte, dann müssen wir uns ersthaft fragen, ob das Sinn macht, was wir hier machen und die letzten Tage gemacht haben, dann müssen wir unsere Strategie und unser Tun radikal überdenken.

  • Nun - ich schrieb es bereits an anderer Stelle, bevor durch persönliche Hassreden durch andere vom eigentlichen Thema abgelenkt wurde - meines Erachtens nach macht es nur wenig Sinn, jeden kleinsten Schnipsel journalistischer oder politischer Berichterstattung aufzugreifen, egal wie schwer oder weit her geholt dieser sich überhaupt mit dem Thema Beschneidung/BGM in Assoziation setzen lässt. Das lässt nämlich für Außenstehende den Eindruck erwecken, dass uns die sinn- und inhaltvollen Argumente fehlen und wir einfach nur allgemeines "Rumgeheul" betreiben.

    Dahingehend fand ich den Aufbau von Phimose-Info weitaus sinnvoller, eine Mischung aus grundsätzlicher Aufklärungsseite - getrennt für Erwachsene und Eltern "betroffener" Kinder - und Forum für konkrete Problemanfragen einzelner (wiederum getrennt nach Eltern- und Erwachsenen/Jugendlichen-Bereich).

    Allerdings ist der allgemeine Trend leider, wie geschrieben, nicht zu verleugnen. Egal in welche Elternforen man rein schaut, teilweise seit Jahren wurde dort keine Anfrage zum Thema Phimose beim Filius mehr gepostet und wenn liest man vielfach "ja, war bei unserem auch ganz schlimm, er wurde dann mit 3, 4, 5 Jahren operiert und hat seitdem keine Probleme mehr". Ein trauriger Satz, der die Unversehrtheit des Kindes in einem Satz abfrühstückt und darstellt, wie lapidar diesbezüglich mittlerweile die Einstellung von Eltern und Ärzten zu dem Thema ist.

    Die Jugendlichen-Foren sehen nicht viel besser aus. Zahlreiche Beiträge ala "bin auch beschnitten und ist viel besser" (ein Hohn und Spott, eine solche Aussage von 13-, 14-, 15-Jährigen Bengels, deren einziger sexueller Kontakt bisher die rechte Hand i. V. mit schlecht gemachten Drittklass-Pornos auf xhamster & Co waren) zeugen davon, dass die heranwachsende Generation offenbar zahlreich unters Messer gelegt wurde. Private Unterhaltungen mit anderen Eltern oder Rückmeldungen von selbigen aus den extrem selten gewordenen Phimose-Anfragen zeichnen ein ähnliches Bild.


    Doch die wichtigste aller Fragen lautet: Was können wir konkret dagegen machen?

    Die Antwort lautet, ganz nüchtern betrachtet: Nicht viel!

    Phimose-Info beispielsweise war eine Institution, die in den Phimose-Anfragen von Eltern in diversen Foren damals als quasi universelle Informationsadresse verlinkt wurde, da es dort einen speziell für Eltern aufbereiteten Informationsbereich gab, in dem ganz klar die aktuellen Erkenntnisse in verständlicher Form (d. h. beispielsweise kein umherwerfen mit medizinischen Fachbegriffen, wie in den Leitlinien der Fall) niedergeschrieben waren.

    Ein solcher Bereich fehlt hier gänzlich!

    Ein weiterer Punkt war dort das Forum, aufgeteilt nach Eltern-, Jugendlichen- und Erwachsenen-Bereich. Politische, gesellschaftliche oder Journalistische "Ergüsse" wurden in der "Speakers Corner" thematisiert, das heißt in einem Forum gebündelt und auf einem erträglichen, den thematischen Zusammenhang zur Beschneidung ganz klar erkennbaren Maß gehalten.

    Dem gegenüber verliert sich dieses Forum geradezu in diversen Zitaten irgendwelcher Ergüsse irgendwelcher mitunter total unwichtiger Lokaljournalisten oder -politikern, vielfach auch noch fremdsprachig, so dass die Zahl der Interessenten daran sehr sehr begrenzt sein dürfte, und der Aufklärung/Information des uns überwiegend besuchenden Publikums (nämlich deutschsprachige Leute auf der Suche nach Information) auch nicht dienlich. Die wenigen Rat suchenden Beiträge gehen dahinter geradezu unter.

    Auch - und das muss aus mehreren Privatkontakten mit ehemaligen Fragestellern mal ganz deutlich betont werden - ist es ganz strikt zu vermeiden, insbesondere anfragende Eltern hier mit Formulierungen ala "lass die Vorhaut deines Jungen in Ruhe" oder ähnlichem zu versehen. Das versetzt denjenigen nämlich sofort und ohne Vorwarnung in eine Verteidigungshaltung, denn kein Elternteil möchte sich sagen lassen, es mache einfach nur so an der Vorhaut seines Jungen rum. Welche Blüten das treiben kann, hat die Diskussion, die letztendlich in eine Diskussion um sexuellen Missbrauch mündete, deutlich gezeigt. Diverse Beiträge dort schrammten sehr knapp am Stoff für eine Strafanzeige vorbei (und einer gar nicht mehr).
    Solche verbalen Angriffe haben gegen Rat suchende Fragesteller absolut zu unterbleiben. Diese kann man sich allenfalls vielleicht erlauben, wenn klar erkennbar ist, dass da jemand entweder seinen Beschneidungsfetisch verbal ausleben will, oder aber "Werbung" dafür betreiben will oder sich einfach absolut und völlig beratungsresistent zeigt. Aber auf gar keinen Fall in der Erstantwort auf die Frage, bzw. direkt im Anschluss.
    Gerade bei der Beratung Rat suchender Eltern ist es wichtig, da mit dem notwendigen Feingefühl gegen eine höchstwahrscheinlich schon erfolgte ärztliche Beeinflussung in Richtung Pro-Beschneidung an zu kommen. Denn das Gros der Eltern, die sich diesbezüglich überhaupt im Internet erkundigen und nicht gleich die Unterschrift unter den OP-Bogen setzen, will einzig und allein das Beste für seine Kinder - und nicht einfach mal gerne öffentlich thematisieren, dass man bald den Filius beschneiden lässt.

    Der "Kampf" gegen die Beschneidung wird also am ehesten an der Basis gewonnen, nämlich da wo sie entsteht - bei den jüngsten! Die "Irrtümer" zum Thema, wann eine Phimose überhaupt eine Phimose ist und wann sie behandelt gehört oder eben nicht, sind die ersten, die es auszumerzen gilt. Dann hat man schon verdammt viel erreicht.
    Damit hat man dann auch etwas, womit man gegen allzu zweifelhaft berichtende Journalisten oder anderweitige Möchtegern-Redner zu Felde ziehen kann.

    Das hohe Gut der religiösen Diskussion ist eine, an die wir uns mal noch ganz lange nicht dran wagen sollten, denn sie wird für alle Zeiten ein heißes Pflaster sein und selbst Nicht-Moslems oder Nicht-Juden mehr verschrecken als anlocken, bedenkt man, wie schnell man in unserem Land bei Stimmung GEGEN religiöse Beschneidung in der Antisemiten-Ecke sitzt. Das ist ein Faktum, gegen das WIR HIER auf gar keinen Fall ankommen. Dahingehend gilt es also - so wütend einen diese Praktiken machen - mit SEHR viel Fingerspitzengefühl vorzugehen, und erst, wenn das Grundgerüst für die "normalen" Anti-Beschneidungsthemen steht.

    So aber wird sich hier derzeit jedenfalls nur auf der Stelle gedreht. So erreichen wir gar nichts.

    Einmal editiert, zuletzt von Etwas (3. Oktober 2018 um 12:48)

  • Ich habe nicht alles von Etwas gelesen, viel zu lang.

    Da ich im Sommer oft am FKK war und im Winter in der Sauna und dabei viele Jungs gesehen habe, muss ich feststellen: Mindestens 80% (evtl. sogar 90%) aller Jungs sind UNBESCHNITTEN. Beschnittene sieht man nur sehr selten. Also keine Panik!

  • Scheint mir auch realistisch. Das sind natürlich nur ungefähre Schätzwerte. Allerdings - wenn es wirklich 80 statt 90 % wären, könnte das bereits eine Verdoppelung der Rate sinnloser Beschneidungen bedeuten! Dazu muss man noch bedenken, dass viele, wenn nicht gar die Meisten, denen das angetan wurde, sich gar nicht an solche Orte wagen, wo man ihren Status mitbekommt!

    Der erwähnte Fall mit 2 Intakten von wie vielen? 30? ist zweifellos ein Spezialfall, der näher untersucht werden sollte. Zeigt aber bereits, wie leicht die meisten Eltern von Demagogen beeinflusst werden können. Erschreckend. (würg)

  • Ich "schnüffel" auch mal gelegentlich in den Einschlägigen Elternforen rum und ich hatte nicht den Eindruck das es da eine Zunahme der Pro-Beschneidungs posts gibt.

    Was wir bei phimose-info.de aber hatten war das wir viele Elternberichte mit Ratschlägen hatten. Wenn also dort Eltern und Jungs aufgeschlagen sind brauchten sie nicht unbedingt einen neuen Thread eröffnen sondern konnten in einem bestehenden Thread lesen.
    Auch die Hauptseite hatte immer mehr direkte Infos. 2006 waren wir im Deutschsprachigen Netz Einzelkämpfer.
    Wir haben uns mit etlichen Pro-Beschneidungs-Trollen bei Forumromanum rumgeschlagen.
    2013 kam die Broschüre der Kinderärzte im Netz raus. Wäre mal gut zu wissen wieviele Kinderärzte die in den Fingern hatte und an Eltern weitergegeben haben.
    Fakt ist auch das die Phimose aus den U-Heften verschwunden ist.
    Ja es gibt noch manche Gebiete wo es Beschneidungswütige Ärzte gibt. Aber es werden weniger.
    Wir geben abgeklärt Contra wenn bei YouTube oder in Blogs von Ärzten positiv über Beschneidung oder falsch über die Vorhautentwicklung berichtet wird. Das sollten wir beibehalten.
    Hier könnte man vielleicht die Forumsstruktur ändern. Die Bereiche für Betroffene, Eltern, Jungen oben hinsetzen.
    Die neuesten Posts dann da drunter. Die ständigen Besucher finden sich zurecht. Die Neulinge die Rat suchen werden garantiert so besser empfangen.

  • Ich habe nicht alles von Etwas gelesen, viel zu lang.

    Da ich im Sommer oft am FKK war und im Winter in der Sauna und dabei viele Jungs gesehen habe, muss ich feststellen: Mindestens 80% (evtl. sogar 90%) aller Jungs sind UNBESCHNITTEN. Beschnittene sieht man nur sehr selten. Also keine Panik!


    Das ist zwar weit weniger katastrophal als die Erfahrungen von "das Etwas", und insofern auch beruhigend. Aber eine Rate von 20% wäre immer noch eine erschreckend hohe Zahl.

  • Nun - ich schrieb es bereits an anderer Stelle, bevor durch persönliche Hassreden durch andere vom eigentlichen Thema abgelenkt wurde - meines Erachtens nach macht es nur wenig Sinn, jeden kleinsten Schnipsel journalistischer oder politischer Berichterstattung aufzugreifen, egal wie schwer oder weit her geholt dieser sich überhaupt mit dem Thema Beschneidung/BGM in Assoziation setzen lässt. Das lässt nämlich für Außenstehende den Eindruck erwecken, dass uns die sinn- und inhaltvollen Argumente fehlen und wir einfach nur allgemeines "Rumgeheul" betreiben.


    Dem gegenüber verliert sich dieses Forum geradezu in diversen Zitaten irgendwelcher Ergüsse irgendwelcher mitunter total unwichtiger Lokaljournalisten oder -politikern, vielfach auch noch fremdsprachig, so dass die Zahl der Interessenten daran sehr sehr begrenzt sein dürfte, und der Aufklärung/Information des uns überwiegend besuchenden Publikums (nämlich deutschsprachige Leute auf der Suche nach Information) auch nicht dienlich. Die wenigen Rat suchenden Beiträge gehen dahinter geradezu unter.


    Ja, diese Kritik verstehe ich. Ich war schon immer der Meinung war, dass das Forum an sich, nichts bzw. nur sehr wenig ändern kann, weshalb dieses Forum aus meiner Sicht eine Kommuikations u. Vernetzungsplattform für Intaktivisten sein sollte, um konkrete Massnahmen und Aktionen in der Realwelt zu planen und zu koordnieren. Das war meine persönliche Idealvorstellung des Forums. Aber das kann ich eben schwer durchsetzen. Auch ist es ein Problem, dass womöglich nicht alle Forennutzer diese aktiontische Haltung verfolgen, sondern einfach nur reden, sprechen, oder diskutieren wollten.


    Dahingehend fand ich den Aufbau von Phimose-Info weitaus sinnvoller, eine Mischung aus grundsätzlicher Aufklärungsseite - getrennt für Erwachsene und Eltern "betroffener" Kinder - und Forum für konkrete Problemanfragen einzelner (wiederum getrennt nach Eltern- und Erwachsenen/Jugendlichen-Bereich).


    Ja, das ist richtig. Aber das "Beschneidungsforum" war niemals dafür gedacht, irgendetwas in der Art von "Phimose-Info" zu sein. Medizinische Beratung für konkrete Einzelfälle - diese Funktion sollte dieses Forum auch gar nicht erfüllen. Das war nie das Ziel. Genauso wenig wie die von mir favorisierte Funktion als Koordinationsplattform nie das Ziel war.

    Das "Ziel" war es ein allgemeines Diskussionsforum zu schaffen, für Personen, die sich für das Thema Beschneidung interessieren und dem Eingriff kritisch eingestellt sind, in dem ganz allgemeine Diskussionen zu allen Apekten dieses naturgemäß vielschichtigen Themas geführt werden konnten.


    Auch - und das muss aus mehreren Privatkontakten mit ehemaligen Fragestellern mal ganz deutlich betont werden - ist es ganz strikt zu vermeiden, insbesondere anfragende Eltern hier mit Formulierungen ala "lass die Vorhaut deines Jungen in Ruhe" oder ähnlichem zu versehen. Das versetzt denjenigen nämlich sofort und ohne Vorwarnung in eine Verteidigungshaltung, denn kein Elternteil möchte sich sagen lassen, es mache einfach nur so an der Vorhaut seines Jungen rum. (...)

    Solche verbalen Angriffe haben gegen Rat suchende Fragesteller absolut zu unterbleiben. Diese kann man sich allenfalls vielleicht erlauben, wenn klar erkennbar ist, dass da jemand entweder seinen Beschneidungsfetisch verbal ausleben will, oder aber "Werbung" dafür betreiben will oder sich einfach absolut und völlig beratungsresistent zeigt. Aber auf gar keinen Fall in der Erstantwort auf die Frage, bzw. direkt im Anschluss.
    Gerade bei der Beratung Rat suchender Eltern ist es wichtig, da mit dem notwendigen Feingefühl gegen eine höchstwahrscheinlich schon erfolgte ärztliche Beeinflussung in Richtung Pro-Beschneidung an zu kommen. Denn das Gros der Eltern, die sich diesbezüglich überhaupt im Internet erkundigen und nicht gleich die Unterschrift unter den OP-Bogen setzen, will einzig und allein das Beste für seine Kinder - und nicht einfach mal gerne öffentlich thematisieren, dass man bald den Filius beschneiden lässt.


    Ja, diese Kritik teile ich vollumfänglich. Es ist tasächlich so, dass wannimmer sich Rat suchende Eltern ans Forum gewandt haben – für das dieses Forum wie ich schon betont habe, nicht vorgesehen war – die Beratung aus meiner Sicht suboptimal verlief.

    Es gab dann immer zahlreiche Nutzer, die ihren Senf dazu geben mussten, und deren Beiträge sich teilweise widersprachen, was die Eltern nur noch mehr verwirrt haben muss. Dazu waren einige Beiträge auch von dürftiger Qualität, sehr kurz und wenig begründet.

    Elternberatung ist eine hochsensibele Aufgabe, bei der besonders vorsichtig und behutsam vorgegangen muss. Ich persönlich tue mich da auch schwer.

    Die Antworten müssen immer in einem verständnisvollen, freundlichen Tonfall verfasst sein. Sie müssen ausführlich sein. (Dürfen aber andererseits eauch nicht zu lang und die Eltern mit allen möglichen Details zum Thema Beschneidung vollkotzen, die für die Anfrage nicht relevant sind) Sie müssen vor allem auch wohl begründet sein.

    Lapidare, feindseelige Kurzantworten im Stile "Lass die Vorhaut deines Jungen in Ruhe" gehen überhaupt nicht. Das ist ein Totalausfall und treiben die Eltern in die Arme der– nennen wir sie mal gutmütig "desinformierten" – Ärzte.

    Forennutzer ohne größeres Fachwissen zum Thema Diagnose und Behandlung von Vorhauterkrankungen oder die sich in diesen Thema unsicher fühlen, sollten sich da einfach heraushalten.


    Der "Kampf" gegen die Beschneidung wird also am ehesten an der Basis gewonnen, nämlich da wo sie entsteht - bei den jüngsten! Die "Irrtümer" zum Thema, wann eine Phimose überhaupt eine Phimose ist und wann sie behandelt gehört oder eben nicht, sind die ersten, die es auszumerzen gilt. Dann hat man schon verdammt viel erreicht.
    Damit hat man dann auch etwas, womit man gegen allzu zweifelhaft berichtende Journalisten oder anderweitige Möchtegern-Redner zu Felde ziehen kann.


    Das denke ich seit langer Zeit genau so. Es ist auch meine Meinung, dass wir uns in erster Linie auf die unberechtigterweise medizinisch indizierten Beschneidungen konzentieren müssen. Da können wir mehr erreichen. (Es hat ja auch wenig Sinn, wenn wir gegenüber Muslimen und Juden die Vorzüge der genitalen Intaktheit predigen, während gleichzeitig jedes Jahr viel mehr Jungen wegen fadenschneiniger medizinischen Begründungen unnötigerweise beschnitten werden als muslimische und jüdische Kinder zusammen.)

    Und dafür wiederum ist es unerlässlich, dass wir breitenwirksam für Klarheit sorgen, was eine behandlungsbedürftige Phimose ist und -vor allem- was nicht.
    Das ist der Knackpunkt.

    Einmal editiert, zuletzt von Sokrates (4. Oktober 2018 um 10:17)

  • Kann mir mal jemand erklären, warum "das Etwas" gesperrt wurde?

    Ich weiß, es hat eine kleine Auseinandersetzung mit einem anderen Forennutzer gegeben, aber deshalb muss man nicht gleich zu solchen Radikalmassnahmen greifen?

    Ich weiß, dass "das Etwas" rhetorischer Stil für manche hier gewähnungsbedürftig ist, auch für mich persönlich. Aber das hat auch seine Ursachen. Aus ihm spricht eine Frustration, die daher rührt, dass er beinahe seit zwei Jahrzehnte sich für eine genitale Unversehrheit von Kindern einsetze, gegen Mythen und Falschheiten angekämpft hat, sich Jahre lang abgemühte, und sich trotzdem nichts gebessert, sondern, so zumindest sein Eindruck sogar noch drastisch verschlimmert hat. Und das können wir doch nachvollziehen.

    Der Mann steht diesem Forum ohnehin nicht unbedingt freundlich gegenüber und er verirrt sich zudem nur selten in diesen Forum. Wenn ihr ihn mit solchen Massnahmen behandelt, dann verlieren wir ihn ganz.

    Ich hätte mich sehr gern mit ihm weiter unterhalten. Das kann ich jetzt nicht. Wenn ihr ihn bestraft, dann bestraft ihr auch mich unschuldig mit. Und vielleicht werde ich mich nie mehr mit ihm unterhalten können, weil er nach dieser für ihn sicher als demütigend Massnahme dem Forum womöglich für immer fern bleiben wird.

    Sein letzter Beitrag hier in diesem Thread war sehr ausführlich und enthielt viele wichtige Gedanken und Anregungen. Gedanken, die auch mir schon gekommen sind, und die wir alle beherzigen sollten. Besonders die letzten beiden Abschnitte.

    2 Mal editiert, zuletzt von Sokrates (4. Oktober 2018 um 10:47)

  • Kann mir mal jemand erklären, warum "das Etwas" gesperrt wurde?

    Sokrates, ich finde es kontraproduktiv wieder hier eine Diskussion einzuschieben die nichts mit dem Thema zu tun hat. Jetzt sollen sich die Gemüter beruhigen und dann sehen wir weiter.

    "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


    George Santayana (1863-1952)

  • Sokrates, ich finde es kontraproduktiv wieder hier eine Diskussion einzuschieben die nichts mit dem Thema zu tun hat. Jetzt sollen sich die Gemüter beruhigen und dann sehen wir weiter.


    Ja, ich weiß, aber so werdet ihr wenigstens auf mich aufmerksam. Ich möchte trotzdem darum bitten, das Etwas wieder zu entsperren. Wenn nicht für ihn, dann bitte mir zu Liebe.

  • Hallo Sokrates - quo vadis, wo willst du eigentlich hin.

    "Ich war schon immer der Meinung [...], dass das Forum an sich nichts bzw. nur sehr wenig ändern kann" - das ist nicht nur eine bemerkenswert hohe Dosis an Pessimismus, das sind auch nicht die Fakten. Beschneidungsforum hat so viel ereicht.

    "Aktionen in der Realwelt" - unterstellt das allen anderen Foristen, intaktivismusbezogen seit Jahren in einer Schweinwelt zu leben bzw. zu handeln?

    "Aber das kann ich eben schwer durchsetzen" - das ist vielleicht besser so, dass in einem Forum kein einzelner etwas "durchsetzt", sondern sich mit jedem anderen Menschen auf Augenhöhe bewegt. Aber geh doch mit gutem Beispiel voran und leiste etwas oder erzähle uns von deinen Ideen.

    Ziel von Beschneidungsforum, meinst du, sei dass: "ganz allgemeine Diskussionen zu allen Aspekten dieses naturgemäß vielschichtigen Themas geführt werden konnten" - warum vermeidest du, zu schreiben, dass es auch darum geht, die eine oder andere und eigentlich jede medizinisch unnötige Operation erfolgreich zu vermeiden, denn jede unnötige Beschneidung ist eine zuviel.

    Ein paar Anmerkungen zu diesem Satz hier:

    "in erster Linie auf die unberechtigterweise medizinisch indizierten Beschneidungen konzentrieren" - drängst du, Sokrates, dich (oder mich) damit nicht unnötig stark weg von den Millionen und Abermillionen religiösen bzw. traditionellen Beschneidungen weltweit, weg von den traditionell-afrikanischen Jungenbeschneidungen etwa bei nichtmuslimischen Familien in Nigeria oder Sierra Leone oder auch weg von den den US-amerikanischen Zirkumzisionen (die ich kulturelle Beschneidungen nennen möchte, nach historisch nur 100 Jahren in etlichen amerikanischen Familien psychisch beinahe ähnlich tief verankert wie die Beschneidungen (FGM oder MGM) in etlichen Teilen Afrikas)?

    Jeder von uns kann und, meine ich, sollte den Mut haben, einen Chirurgen oder ein Hospital zu kritisieren, der oder das falsch berät und unnötige Beschneidungen durchführt - und genau die entsprechend hohe Courage darf der Intaktivismus zeigen, wenn eine - welche auch immer - Tradition oder Religion die Zirkumzision bewirbt oder gar verlangt.

    Sokrates, willst du die AAP kritisieren und die Kairoer Al-Azhar nicht, wenn beide sagen, die Vorhaut des Jungen kann ab und sollte beim Mann ohnehin besser amputiert sein? Beklagst du lediglich die VMMC und sogar EIMC (early infant male circumcision) in Afrika und schweigst zur Ausbildung immer neuer sünnetçiler oder Mohalim Sg. Mohel?

    Ein Kind ist ein Kind - eine Beschneidung ist eine Beschneidung - wir wollen das unversehrte Genital für alle Kinder, für jedes Mädchen und jeden Jungen.

    Nehmen wir als Beispiel doch die weibliche Genitalverstümmelung (FGM), die schlimmes Unrecht ist ist, einerlei ob sie kulturell oder traditionell oder religiös rechtfertigt oder ob sie durch Tatjana Hörnle, durch Ringel und Meyer oder durch Kavita Shah Arora und Allan Joel Jacobs gelobt wird.

    "in erster Linie auf die unberechtigterweise medizinisch indizierten Beschneidungen konzentrieren" - Nein, jedes Beschneidungsmesser muss weg, nicht nur das im allgemeinen deutschen Medizinbetrieb, sondern auch das himmlisch inspiriert ersonnene und das fromm geführte Beschneidungsmesser.

    Noch so große Gottesfurcht kann kein Freibrief sein, ein Kind am Genital zu versehren. Zwischen profaner Menschenrechtsverletzung und sakraler Menschenrechtsverletzung sehe ich keinen Unterschied.

    Mein Kind ist nicht mein Eigentum. Meine Religionsfreiheit endet in einem deutlichen Abstand vor dem Genital meines Kindes.

    9 Mal editiert, zuletzt von Yolanda (4. Oktober 2018 um 22:42)

  • Sorry Yolanda,

    Aber ich weiß nicht, was ich dir auf diesen Beitrag noch antworten soll. Du interepretierst hier Sachen in meinen Text hinein, die ich so nie gesagt habe und reißt einzelne Sätze komplett aus ihrem Zusammenhang.

    Hallo Sokrates - quo vadis, wo willst du eigentlich hin.

    "Ich war schon immer der Meinung [...], dass das Forum an sich nichts bzw. nur sehr wenig ändern kann" - das ist nicht nur eine bemerkenswert hohe Dosis an Pessimismus, das sind auch nicht die Fakten. Beschneidungsforum hat so viel ereicht.


    Allenfalls haben Personen, die in diesem Forum aktiv sind, viel erreicht. Das mag stimmen. Das Forum an sich jedoch hat eine begrenzte Wirkung.

    Aktionen in der Realwelt" - unterstellt das allen anderen Foristen, intaktivismusbezogen seit Jahren in einer Schweinwelt zu leben bzw. zu handeln?


    Das ist eine abwegige Interpreation. "Realwelt" ist hier als Gegensatz zur virtuellen Welt des Internets gemeint. Sonst nichts. Eine Aktion in der Realwelt wäre z. B. eine Demonstration.

    "Aber das kann ich eben schwer durchsetzen" - das ist vielleicht besser so, dass in einem Forum kein einzelner etwas "durchsetzt", sondern sich mit jedem anderen Menschen auf Augenhöhe bewegt. Aber geh doch mit gutem Beispiel voran und leiste etwas oder erzähle uns von deinen Ideen.


    Ziel von Beschneidungsforum, meinst du, sei dass: "ganz allgemeine Diskussionen zu allen Aspekten dieses naturgemäß vielschichtigen Themas geführt werden konnten" - warum vermeidest du, zu schreiben, dass es auch darum geht, die eine oder andere und eigentlich jede medizinisch unnötige Operation erfolgreich zu vermeiden, denn jede unnötige Beschneidung ist eine zuviel.


    Ein paar Anmerkungen zu diesem Satz hier:

    "in erster Linie auf die unberechtigterweise medizinisch indizierten Beschneidungen konzentrieren" - drängst du, Sokrates, dich (oder mich) damit nicht unnötig stark weg von den Millionen und Abermillionen religiösen bzw. traditionellen Beschneidungen weltweit, weg von den traditionell-afrikanischen Jungenbeschneidungen etwa bei nichtmuslimischen Familien in Nigeria oder Sierra Leone oder auch weg von den den US-amerikanischen Zirkumzisionen (die ich kulturelle Beschneidungen nennen möchte, nach historisch nur 100 Jahren in etlichen amerikanischen Familien psychisch beinahe ähnlich tief verankert wie die Beschneidungen (FGM oder MGM) in etlichen Teilen Afrikas)?


    Nein das fordere ich selbstständlich nicht. Was ich aber fordere, ist strategisch vorzugehen,und sich zunächst auf das Erreichbare konzentieren.


    Was die Beschneidungen in den USA und in Afrika können wir hier in Deutschland leider so gut wie nichts bewirken. Die Amerikaner interessieren sich noch nicht mal dafür, was europäische Ärzteverbände sagen, warum sollten Sie dann auf deutsche Intaktivisten hören? Das müssen die US-amerikanischen Intaktivisten tun. Die amerikanische Intaktivisten-Bewegung ist 1 Million mal besser organisiert und zahlreicher als wir hier. Die haben mittlerweile sogar professionelle Anti-Beschneidungs-NGOs.

    Jeder von uns kann und, meine ich, sollte den Mut haben, einen Chirurgen oder ein Hospital zu kritisieren, der oder das falsch berät und unnötige Beschneidungen durchführt - und genau die entsprechend hohe Courage darf der Intaktivismus zeigen, wenn eine - welche auch immer - Tradition oder Religion die Zirkumzision bewirbt oder gar verlangt.


    Ein Kind ist ein Kind - eine Beschneidung ist eine Beschneidung - wir wollen das unversehrte Genital für alle Kinder, für jedes Mädchen und jeden Jungen.

    Nein, jedes Beschneidungsmesser muss weg, nicht nur das im allgemeinen deutschen Medizinbetrieb, sondern auch das himmlisch inspiriert ersonnene und das fromm geführte Beschneidungsmesser. Meine Religionsfreiheit endet in einem deutlichen Abstand vor dem Genital meines Kindes.


    Ich glaube, du hast mich völlig falsch verstanden. Ja, das sind alles Positionen, die ich teile. Ich verurteile selbstverständlich jedwede Art von Beschneidung wehrloser Kinder ganz gleich aus welcher Motivation. Daran ändert sich nichts.

    Das Ziel ist und bleibt das Gleiche. Aber wir müssen uns Strategien überlegen, wie wir dieses Ziel schnellstmöglich erreichen können.

    Mir geht es auch nicht, die rituelle Beschneidung oder die prophylaktische Beschneidung in den angelsächischen Ländern zu tolerieren.

    Worum es mir geht, strategisch vorzugehen, sich darauf zu konzentieren, was wir zunächst erreichen können, wo wir am ehesten Fortschritte erzielen können.

    Es gibt muslimische und jüdische Eltern, und Eltern aus anderen beschneidenden Kulturen, die unbedingt wollen, dass ihr Kind beschnitten wird.
    Und wir werden sie nicht daran hindern können.
    Der deutsche Gesetzgeber, wie jeder Gesetzgeber weltweit, macht die Eltern zu Herren über die Genitalien ihres Sohnes, gibt ihnen das Recht zu entscheiden, ob sie ihren vollständigen Penis behalten dürfen. Das ist der reine Wahnsinn, und ich finde das auf Deutsch zum Kotzen, aber es ist die Realität. Und an der wird sich so schnell nichts ändern. Dazu bräuchte es einen politischen Wandel.

    Anderseits gibt es Eltern, die ihre Söhne gar nicht beschneiden lassen wollen, die gar nie auf die Idee kämen, ihren Sohn beschneiden zu lassen, wenn sie nicht von – im besten Falle einfach nur desinformierten – Ärzten unter irgendeinem Vorwand dazu überredet würden.


    Einige der religiös und kulturell-motivieren Eltern können wir vielleicht durch gutes Zureden und Argumente überzeugen. Aber selbst das können wir in der Praxis nicht, weil wir gar keinen Zugang zu diesen Eltern haben. Das müssten die Ärzte machen. Die Ärzte, an die sich Eltern mit dem Ersuch nach einer rituellen Beschneidung ihrer Söhne wenden, müssten dieses Ersuch ablehnen und versuchen die Eltern davon überzeugen, von der Beschneidung abzusehen.

    Aber was machen sehr viele Ärzte stattdessen Sie versuchen auch noch diejenigen Eltern, die ihre Söhne gar nicht beschneiden lassen wollen, davon zu überzeugen, ihre Söhne einer Beschneidung zu unterziehen, ja sie diagnostieren ihnen sogar Krankheiten, die gar keine sind, um so einen Vorwand für eine Beschneidung aufzubieten.


    Du hast doch selbst berichtet, dass Du und dein Partner bei deinen drei Söhnen, gleich mehrere operationsfreundige Ärzte abwimmeln musstet, die mit irgendwelchen komplett abwegigen, von der medizinischen Literatur nicht gedeckten Diagnosen wie "rüsselförmige Phimose"ect daherkamen. Jetzt stell dir vor, was all diese Ärzte für Unheil und Schaden angerichtet haben an denjenigen Jungen, deren Eltern weniger resilient waren wie ihr.

    Zehntausendfach jedes Jahr werden völlig gesunde Jungen aufgrund falscher ärztlicher Behandlung beschnitten, obwohl ihre Eltern das eigentlich gar nicht wollen. Und daran müssen wir jetzt mal ansetzen.

    Das Problem der medizinisch-fehlindizierten Beschneidungen, hauptsächlich wegen der Scheindiagnose Phimose, ist das Grundproblem. Wir werden das Grundrecht auf körperliche Unversehrheit für alle Kinder und die Überwindung aller medizinsch unnötigen bzw. vermeidbaren Beschneidungen an Jungen niemals erreichen können, bevor nicht sicher geklärt und in der breiten Gesellschaft anerkannt ist, was eine medizinisch unnötige Beschneidung überhaupt ist.

    Stell dir vor, über Nacht gäbe es ein Gesetz, das alle medizinisch unnötigen, rituell motivieren Beschneidungen an Minderjährigen unter Straße stellte. Glaubst Du es wird sich irgendetwas ändern? Möglicherweise ist alles, wozu solch ein Gesetz führen würde, dass die Zahl der Phimose-Beschneidungen bei Minderjährigen schlagartig in die Höhe steigen würden. Muslimische Eltern und andere müssten sich nur willfährige Ärzte suchen, und die gibt es in diesem Land. Schon heute sind zweifellos ein nicht-geringer Teil der medizinisch-indizierten Beschneidungen an Jungen versteckte rituelle Beschneidungen.

  • Lieber Sokrates,

    aus vielen Beiträgen von dir lese ich eine gewisse...Frustration? Das zu wenig gemacht wir, zu wenig erreicht wurde?

    Kann ich gut verstehen (wenn ich das richtig interpretier...), ich finde es geht auch langsam voran...aber es geht doch voran?

    Vor einer Weile las ich einen Artikel, in dem Stand das es ca. 30 Jahre braucht, bis sich neue med. Erkenntnisse allgemeingültig als Standard etabliert haben...glaube ich inzwischen...

    Die Bretter die wir zu durchbohren haben...ich glaube es sind keine Bretter, sondern ganze Baumstämme...

    Beschneidung, das dies unter den Teppich gekehrt und tabuisiert wird...ich glaube es ist nur ein krasses Symptom, an was wir und unsere Gesellschaft, unsere Welt leidet. In unserer Welt, zählen da nicht nur Sachen wie Erfolg, Geld, Macht? Doch wer Erfolg, Geld und Macht hat...sind diese Menschen nicht nur rücksichtslos, egoistisch, haben sich auf Kosten anderer bereichert? Rücksichtslosigkeit...wird das nicht schon in unserem Schulsystem gefordert und gefördert? Schon Kinder werden da rein "logisch, analytisch" bewertet...

    Ist das Grundübel in unserer Welt nicht, dass wir einander meist nur als Objekte sehen, und nicht als Subjekte, also eigenständige Menschen?

    Ist nicht auch ein Problem unser Schulsystem mit dem aussieben und bewerten? Was kommt dabei raus? Gerade in unserem Fall, bei Ärzten...wer kann Arzt werden? die mit einem Einser Abitur...menschliche Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen, Interesse und Freude daran Menschen zu helfen, zählen nichts...wieviele Menschen, die vielleicht Top Ärzte geworden wären, wird der Zugang zum Medizinstudium verwehrt, weil sie in Mathe, Französisch oder Deutsch nicht so top wahren? (Ein Anwalt für Medizinrecht meinte mal zu mir "Arzt aus meinen Schulkollegen wurden die größten A...löcher, die nur auf Noten paukten, die hat man nie beim spielen gesehen...menschlich gute Ärzte gibt es auch, aber die sind die absolute Ausnahme...)

    Wieviele von uns sind hier gelandet, weil Ärzte sie als Objekte, und nicht als Menschen mit Anstand und Respekt behandelt wurden?

    Neulich las ich in meiner Zeitung einen Kommentar, "Schüler müssen lernen, selbst zu denken", der Schluss:" Folglich muss das Klassenzimmer verstärkt der Ort sein, an dem aus Schülern selbst denkende Erwachsene werden-und keine Mitläufer" Hat das ganze nicht schon mal vor noch gar nicht so langer Zeit in unserem Land geklappt, dass die Menschen Rattenfängern mit ihren einfachen Wahrheiten und Lösungen auf den Leim gingen...so wie es momentan wieder zu funktionieren scheint?
    Aber war ja auch praktisch, den mit selbst denkenden Erwachsenen...wäre es da zu einem Schundgesetz gekommen, welches es eigentlich in unserem Rechtsstaat gar nicht geben dürfte?

    Ein wenig wirr alles was ich hier schreibe, sorry, aber dieser Vortrag, ich würde ihn dir (und natürlich auch anderen) empfehlen, vielleicht verstehst du dann was ich meine...

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Das es Schulklassen gibt, bei denen die Mehrzahl der Jungs (ohne kulturellen Hintergrund) beschnitten sind...glaub ich ohne weiteres, denn das was in Arztausbildung hierzulande geschieht...ich nenne es mal "Inzucht" und das da gerade in ländlichen Gegenden Mist rauskommt...meine Op war in einer ländlichen Gegend...der dortige Chefarzt meinte mal zu mir, weil ich fragte ob das immer so invasiv wie bei mir (Totalentfernung innere vorhaut und Frenulum) gemacht werden müsse, dass er schon oft bei jüdischen Beschneidungen zugegen war und die Beschneider da peinlichst darauf achten, dass dies alles entfernt werden müsse...

    Später war ich mal bei einem Urologen, hab den auch das gefragt, und der meinte, wenn er in seiner Ausbildung da zuviel über ließ, er vom Chefarzt in den Senkel gestellt wurde...dreimal dürft ihr raten wo der gelernt hat...

    Ich kenne im Umkreis von 30km keinen Urologen, der nicht in dieser Klitsche seine Ausbildung gemacht hat...

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Das es Schulklassen gibt, bei denen die Mehrzahl der Jungs (ohne kulturellen Hintergrund) beschnitten sind...glaub ich ohne weiteres, denn das was in Arztausbildung hierzulande geschieht...

    Nun, Du kannst und darfst freilich glauben was Du willst. Aber wäre das der Fall, wäre das eine Katastrophe. Und es würde bedeuten, dass wir in den letzten Jahren nichts im Endeffekt erreicht hätten.

    Es würde bedeuten, dass wir das Land mit der höchsten nicht-rituellen Beschneidungsrate in Europa wäre und eine höhere Beschneidungsrate aufweisen würden als z. B. Länder wie Kanada oder Australien mit "Routine-Beschneidungs-Tradition".

  • Nun, Du kannst und darfst freilich glauben was Du willst.

    In den Raum gestellt hat diese Möglichkeit ein anderer...das ich das nicht mal für so abwegig halt hab ich oben erklärt...das dies den Durchschnitt repräsentiert glaube ich nicht, mehr den Zahlen die Dr. Kupferschmid mal nannte, dass jedes Jahr ca. 28.000 Beschneidungen aufgrund der Diagnose Phimose unnütz an Jungen gemacht werden, ca. 10 % aller Jungs davon betroffen sind. Das es mal in einer Klasse zu einer Häufung kommen kann, auch ländlich, da lauter Ärzte, die schlecht ausgebildet, beschneidungsaffin sind, vielleicht auch schon viele Väter, die aufgrund Phimose unnötig beschnitten wurden, Mütter die sich untereinander über ihr Projekt "Kind" austauschen...warum sollte das nicht mal zu einer Häufung führen?

    Aber das wollte ich damit auf keinen Fall sagen:

    Es würde bedeuten, dass wir das Land mit der höchsten nicht-rituellen Beschneidungsrate in Europa wäre und eine höhere Beschneidungsrate aufweisen würden als z. B. Länder wie Kanada oder Australien mit "Routine-Beschneidungs-Tradition".

    Und es würde bedeuten, dass wir in den letzten Jahren nichts im Endeffekt erreicht hätten.

    Kannst du damit doch auch nicht rückschließen? Selbst wenn es diese Klasse gibt...wie alt sind diese Jungs, und wann wurden die beschnitten? Viele schon vor 2012?

    Wie auch schon weiter oben von mir gesagt, es ist ein Faktum das es Jahrzehnte dauert, bis sich neue med. Erkenntnisse als allgemeingültige Standards durchgesetzt haben. Auch wenn viele auf ein schnelles Ende hoffen (und ich mir dies auch wünsche...) ich glaube wir stehen erst am Anfang...aber es tut sich was...

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Kannst du damit doch auch nicht rückschließen? Selbst wenn es diese Klasse gibt...wie alt sind diese Jungs, und wann wurden die beschnitten? Viele schon vor 2012?
    Wie auch schon weiter oben von mir gesagt, es ist ein Faktum das es Jahrzehnte dauert, bis sich neue med. Erkenntnisse als allgemeingültige Standards durchgesetzt haben. Auch wenn viele auf ein schnelles Ende hoffen (und ich mir dies auch wünsche...) ich glaube wir stehen erst am Anfang...aber es tut sich was...


    Stimmt. Das habe ich noch gar nicht bedacht. Das ist tatsächlich ein Einwand. Allerdings bin ich sogar noch ein wenig länger aktiv als 2012. Aber nicht viel.


    Zitat von Urolüge

    mehr den Zahlen die Dr. Kupferschmid mal nannte, dass jedes Jahr ca. 28.000 Beschneidungen aufgrund der Diagnose Phimose unnütz an Jungen gemacht werden, ca. 10 % aller Jungs davon betroffen sind.

    Ich weiß natürlich nicht, woher Kupferschmidt diese Zahlen hat. Ich vermute aber er hat sie aus der KiGGS-Studie, deren Daten zwischen 2004 und 2007 erhoben wurden. Sie sind also mindestens 1 Jahrzehnt alt.

    Dieser Studie zufolge waren 9,9% der Unter-18-jährigen Jungen ohne Migrationshintergrund beschnitten. Die wahre Beschneidungsrate muss zu diesem Zeitpunkt allerdings viel höher gelegen haben. Es handelt sich bei den 9,9% nur um einen Mittelwert von Jungen aller Altersklassen. Dieser Wert enthält auch viele sehr junge Kinder, die noch nicht beschnitten waren, aber im Laufe ihres Lebens bis zum Erreichen des Erwachsenenalters es wahrscheinlich noch wurden. Der Wert gibt also nicht die Rate von Jungen an, die bis zu ihrem 18 Lebensjahr beschnitten wurden.

    Einmal editiert, zuletzt von Sokrates (8. Oktober 2018 um 19:19)

  • http://www.jungsfragen.de/statistik.php
    Ich glaube die Liste ist recht gut und man geht da von einer Gesamtquote von über 19% aus.
    Denke mal die Beschneidenden Religionen haben in Deutschland einen Bevölkerungsanteil von über 6%.
    Also gehe ich mal von 13% Quote aus.
    Jungsfragen hat allerdings auch die Beschneidungsgründe abgefragt. Ich hab aber keine veröffentlichten Daten dazu gefunden.

  • http://www.jungsfragen.de/statistik.php
    Ich glaube die Liste ist recht gut und man geht da von einer Gesamtquote von über 19% aus.
    Denke mal die Beschneidenden Religionen haben in Deutschland einen Bevölkerungsanteil von über 6%.
    Also gehe ich mal von 13% Quote aus.
    Jungsfragen hat allerdings auch die Beschneidungsgründe abgefragt. Ich hab aber keine veröffentlichten Daten dazu gefunden.

    Ja, ich kenne diese Liste schon seit längeren. Ich weiß noch, wie mich darüber entsetzt habe, dass der Anteil so hoch war.

    Auf alle Fälle sind es wahrhaft gigantische Anteile. Das ist eine Katastrophe. Ganz ehrlich.

    Einmal editiert, zuletzt von Sokrates (9. Oktober 2018 um 01:44)

  • Was ich erstaunlich finde ist das ca. 3% der Jungen eine Erweiterungsplastik hatten.
    Das wären über 2000 Jungen. Jetzt frage ich mich wie viele Krankenhäuser bzw. ambulante Chirurgen bieten das tatsächlich in Deutschland an. Vor ein paar Jahren konnte man die noch an einer Hand abzählen.
    Die aktuelle Google Suche sieht da schon besser aus.
    Vielleicht ist jetzt bei jedem Arzt noch nicht die Homepage auf dem neuesten Stand der Leitlinie aber es sieht schon besser aus.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!