Petition "Keine Zufügung qualvoller Schmerzen durch Neugeborenen"beschneidung"

  • Feigenblatt in dem Sinne, dass etwas verdeckt werden sollte, was die Öffentlichkeit (und vor allem die Abgeordneten) nicht sehen soll. Dass es keine angemessene Betäubung für Neugeborene gibt.

    Das mit der EMA wird einfach ausgesessen. Ist ja kein Wunder, ist Angie doch Birnes Ziehkind. :thumbdown:

    There is no skin like foreskin

  • Ich warte immer noch auf den Aufschrei aus der Beschneidungsbefürworterszene wegen der Petition.
    Theoretisch müßte die Kommentarfunktion der Petitionsseite überquellen vor entrüsteten Kommentaren, müßte längst das JKB eine empörte Pressemitteilung herausgegeben haben folgt man den Warnern hier und anderswo.
    Doch nichts, keine Antisemitismuskeule, nicht das kleinste Keulchen.

  • Die Zahl der Unterzeichner ist hier völlig unerheblich. Die Panik, die hier im Forum verbreitet wurde war einfach unangemessen, das wollte ich sagen.

  • Aber was soll unter diesen Umständen gezieltes Bashing des Jüdischen Krankenhauses Berlin, das der Initiator dieser Petition übrigens seit Monaten (!) unter wechselnden Vorzeichen zu betreiben versucht?

    Das ist eine ziemlich dreiste Unterstellung.

  • Was für ein billiger Triumph:
    eine Petition zu sabotieren und sich dann über deren mangelnde Resonanz abfällig zu äußern. Armselig.

    Hier muß ich fragen: worum geht es denn eigentlich?

  • Um was geht es hier eigentlich?


    Das war eine rhetorische Frage. Das Thema ist hier schon abgefrühstückt worden.

    Die (zu) enge Abfassung der Petition auf die jüdische Beschneidung findet offensichtlich wenig Anklang.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Hat denn hier niemand Mitgefühl

    blanker Unsinn

    selbstbewußt

    selbstgerechte Empörung

    Stockholm-Syndrom

    Die Panik, die hier im Forum verbreitet wurde war einfach unangemessen

    reiste Unterstellung.

    eine Petition zu sabotieren und sich dann über deren mangelnde Resonanz abfällig zu äußern. Armselig.

    Ich finde die Petition schlecht formuliert und hab sie nicht unterzeichnet, ganz selbstbewusst.
    Kannst Du das akzeptieren?

    Ich würde mich freuen wenn du das Herumpöbeln unterlässt (siehe Zitate) und akzeptierst, dass man die Dinge anders sehen kann, ohne sich irgendwelchen Unterstellungen und impliziten Beleidigungen auszusetzen.
    Ist das möglich?

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Das Thema ist wirklich sowas von abgefrühstückt..
    Ich hätte den Wisch sofort unterschrieben, wenn er nicht so schrecklich reduziert gewesen wäre - auf ca ein Prozent der stattfindenden Verstümmelungen. D.h. doch, dass man 99% im Regen stehen lässt.
    Man hätte ja in einer generellen Petition durchaus auf besondere Problemfelder wie die Betäubung u.a. hinweisen können. Und natürlich auch auf die vorgeblich medinzinisch-indizierte Geld-Schneiderei.
    Der Ansatz war falsch, und die Ausführung dilettantisch.

    Ich frage mich immer noch, ob es nicht möglich wäre eine Petition zu machen, die den Bundestag auffordert den 1631d verfassungsrechtlich überprüfen zu lassen. So etwas muss dann aber auch gut organisiert sein - wenn das nur ein paar hundert Zeichner gib, dann klatscht sich die Gegenseite auf die Schnenkel. Das ist peinlich und kontraproduktiv.

    There is no skin like foreskin

  • Es gab mal eine Zeit, da haben Mediziner behauptet, Säuglinge würden keinen Schmerz erleben. Dabei völlig über Schreien, Weinen und Gesichtsausdrücke der Säuglinge hinweggehend haben sie diese schmerzhaften Behandlungen unterzogen, ohne zu betäuben. Diese Zeit ist noch nicht sehr lange her, so dass man befürchten muss, dass hie und da noch Haudegen von der guten alten Zeit ohne die ganze Kinder-Verpamperung träumen. In diesem Zusammenhang erwarte ich von einem Lehrkrankenhaus der Charite, dass es sich in allen Handlungen klar gegen jegliche unnötige Schmerzzufügung an Säuglingen positioniert. In diesem Zusammenhang verstehe ich auch die Unterschriften von Kinderärzten unter der Petition, die ansonsten ja lediglich die Arbeit ihres Berufsverbandes gegen die MGM als solche unterstützen müssten.
    Bitte denkt auch daran, was über das Schmerzgedächtnis von Säuglingen nach Beschneidungen bekannt ist. Oder an die Erschütterung des Prof. Franz darüber, in was für einem Zustand sein Patient war, als er von seiner Beschneidung erzählte (dabei handelte es sich nicht um eine Säuglingsbeschneidung, aber es wurde offensichtlich ohne Betäubung verstümmelt).

    Deshalb finde ich es sinnvoll, darauf zu dringen, dass es sehr bald keinerlei extrem schmerzhafte Erfahrungen mehr durch mangelhafte Betäubungen bei Säuglingsbeschneidungen gibt.
    Obwohl auch ich es sehr traurig finde und die Menschenrechtsverletzung darin sehe, wenn einem Menschen das Genital MIT effizienter Schmerzbehandlung verstümmelt wird. Hinterher weiß man noch nicht mal, wie es eigentlich zuging, als man seine Intaktheit verlor. Oder man kriegt den Film von der OP zu sehen, aber die Vorhaut und der Gleitmechanismus sind wg. Ganz klar muss das ganz aufhören.

    Und hilft es eigentlich überhaupt nicht im Kampf gegen Beschneidungen an sich, wenn zunächst mal speziell die Neugeborenenbeschneidungen in Deutschland beendet würde?
    Zunächst möchte ich hinweisen auf die Situaiton von frischgebackenen Eltern - die stehen sicherlich oft vor Herausforderungen im Leben und sind verletzlich und unter Druck, alles auf die Reihe zu kriegen. Und so könnten sie versucht sein, zu einer vom sozialen Umfeld verlangten Beschneidung ihres Sohnes 'Ja und Amen' zu sagen, um ihre Ruhe zu haben, und wenn Beschneidung erst im dritten Lebensjahr erlaubt wäre, könnte ihre Entscheidung schon klüger ausfallen (habe viele Filme Youtube gesehen, wo es Eltern später bereuen, dass ihr Sohn beschnitten wurde, und einige beklagten sich über unzulängliche medizinische Informationen kurz nach der Geburt im Krankenhaus).

    Hier in Deutschland betrifft es nur wenige Säuglinge, aber in den USA ist, soviel ich weiß, das Problem der sehr frühen Beschneidungen ohne ausreichende Betäubung noch größer - und ein vollständiger Ausschluss dieser "Behandlungspraxis" in Deutschland könnte auf den "großen Bruder" ausstrahlen.

    Ferner denke ich an ein Argument von Selbstbestimmung: "es ging beim 1631d weniger um Muslime, sondern vielmehr um Juden. Und
    von denen sehen die meisten den 8. Tag als Imperativ an. Das mit EMLA
    war von Anfang an ein Feigenblatt, um das durchzudrücken, was nach den
    Regeln der ärztlichen Kunst eigentlich gar nicht geht.

    Wenn das jüdische Ritual "nicht mehr geht" ist der gesamte 1631d aus politischer Sicht witzlos."

    Sofern Selbstbestimmungs Analyse zutrifft, könnte doch im Umkehrschluss die Pro-Beschneidungs-Lobby den Mut zu kämpfen verlieren, sobald Beschneidung nur für die ersten zwei Lebensjahre ausgeschlossen sind.

    Ich könnte mir vorstellen, dass hier im Forum Entwürfe für Petitionen zur Diskussion und zum Sammeln von Verbesserungsvorschlägen eingestellt werden, bevor sie dann nach einer "Perfektionszeit" verabschiedet werden. Dabei sollte derjenige, der einen Entwurf zur Diskussion stellt, keine Angst vor "Roll-mit-den-Augen"-Kommentaren haben müssen.

    ...Wir haben bis jetzt keine Freiheit des Einzelnen, des Individuums, des Bürgers. [Allen Menschen bei uns ist das Zugehörigkeitsgefühl] am wichtigsten. Sie sind Mitglieder der Nation oder Religion, aber nicht selbstbewusste und -verantwortliche Menschen.
    ein katholischer Theologe in einer Doku über Ex-Jugoslavien

    Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
    Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber. ...
    Khalil Gibran

  • @ Suchende: die Politiker wussten, was Beschneidung ist - zumindest hatte jeder von ihnen den Film "It's a Boy" von Victor Schonfeld mit deutschen Untertiteln erhalten. Dass sie sich nochmal zusammensetzen und irgend etwas neu beschließen wollen, noch dazu aufgrund eines derart einseitigen Petitionstextes, halte ich für ausgeschlossen.

    Natürlich ist Neugeborenenbeschneidung ein wichtiger Teilaspekt - niemand bestreitet das, und das Thema wird sehr oft besprochen. Wer sich auch nur ansatzweise mit dem beschäftigt, was wir als Beschneidungsgegner leisten, was hier im Forum besprochen wird und auch, was in der Wissenschaft darüber veröffentlicht wird, wird das nicht bestreiten können. Aber eine schlecht formulierte Petition, die sich nur dieses Thema herausgreift, wirkt im besten Falle albern, wenn nicht verdächtig. Glaubst Du denn ernsthaft, dass genau die Motivation, aufgrund eines Schuldkomplexes der jüdischen Gemeinschaft auf jeden Fall Genitalverstümmelungen von Jungen erlauben zu wollen, und zwar um jeden Preis, ungeachtet aller wissenschaftlicher Fakten, die zum Zeitpunkt der Gesetzgebung alle bekannt waren, würde eine schlecht formulierte Petition, die sich nur darauf konzentriert, den winzigen Bereich der Neugeborenenbeschneidung und das JKB zum Thema zu machen, etwas ändern? Im Gegenteil. Wer bislang jemals daran zweifelte, dass es Beschneidungsgegnern nur um das jüdische Ritual ginge und nicht um Kinderschutz - und dieser Vorwurf wird oft erhoben, wobei es sich nicht immer nur um eine Keule von Fanatikern handelt, sondern ggf. auch um ernstzunehmende Ängste seitens Teilen der jüdischen Gemeinschaft, ob das nun rational ist oder nicht - der wird durch diese Petition in seinen Vorurteilen bestätigt, ungeachtet der Frage, ob der Petent das so beabsichtigt oder nicht.

    WIR sind aber KINDERSCHÜTZER und uns geht es um Beschneidung an sich - zumal die Folgen für die Erwachsenen immer die gleichen sind, unabhängig davon, aus welchem Grund der Eingriff erfolgte. Ich habe jetzt schon zum zweiten Mal von einer Mutter gehört, dass in ihrer unmittelbaren Umgebung um die 50% aller Jungen aufgrund einer angeblichen Phimose beschnitten worden sind. Das sind gigantische Zahlen, auch wenn wir von regionalen Schwerpunkten ausgehen müssen. Den Gesamtkomplex auszublenden und sich nur auf das Judentum zu konzentrieren, mag etwas sein, was den Befürwortern wichtig ist, aber wir machen einen schweren Fehler, wenn wir es ihnen gleichtun.

  • Zitat

    Sofern Selbstbestimmungs Analyse zutrifft, könnte doch im Umkehrschluss die Pro-Beschneidungs-Lobby den Mut zu kämpfen verlieren, sobald Beschneidung nur für die ersten zwei Lebensjahre ausgeschlossen sind.

    Suchende, du hast eins und eins von mir richtig zitiert, aber nicht richtig zusammengezählt.
    Eben aus dem Grund, dass es in der MGM-Frage aus politischer Sicht die Juden der entscheidende Faktor sind, wird es nie eine Regelung "Verstümmelung ab zwei Jahre" (bis - tja nach Hamm kann man sagen, ab sechs kann es schon wieder kritisch werden) geben. Aus politischer Sicht gibt es nur zwei Möglichkeiten: den §1631d BGB, oder den §223 StGB. Dazwischen ist nichts.
    Wenn man nun einseitig gegen die jüdische Variante vorgeht, dann kommt der "Ihr Antisemitendrecksäue!!"-Ruf mit Donnerhall. Kontraproduktiv.

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  • In diesem Zusammenhang erwarte ich von einem Lehrkrankenhaus der Charite, dass es sich in allen Handlungen klar gegen jegliche unnötige Schmerzzufügung an Säuglingen positioniert.

    Genau dies ist ein sehr wichtiger Punkt. Wir reden hier über ein Lehrkrankenhaus, dass somit ein Multiplikator darstellt.

    Die Forenleitung distanziert sich "mehrheitlich" von der Petition, was man aus meiner Sicht auch tolerieren muss. Ich bekenne mich ausdrücklich als Befürworter dieser Petition und kann daher z.B. die Ausführungen von Maria Werner in keiner Weise teilen.

    Wenn es um FGM geht, wird gerne die pharaonische Beschneidung als Paradebeispiel genannt. Aus meiner Sicht ist die Säuglingsbeschneidung praktisch das Gegenstück im Bereich der MGM. Schließlich hat sich die Vorhaut beim Säugling noch nicht von der Glans gelöst und diese Art der Beschneidung ist somit wohl auch die brutalste Art der Beschneidung. Hinzu kommt, dass eine aus medizinischer Sicht notwendige Schmerzbehandlung nicht möglich ist.

    Man kann daher darüber streiten, ob es sinnvoll ist, wie bei der FGM mit den "extremen" Beispielen die Bevölkerung wachzurütteln bzw. bei der MGM Kampagnen zu fahren, wo das Thema Säuglingsbeschneidung im Vordergrund steht. Ein solche Petition aber als "albern" zu betiteln ist für mich vom Begriff der "Komikernation" auch nicht allzuweit entfernt.

    Das Argument von Suchende, dass mit dem Wegfall der Säuglingsbeschneidung der § 1631d BGB seine politische Sinnhaftigkeit verlieren würde, teile ich ebenfalls. Frau Merkel hat sich ja damals wohl weniger Gedanken darüber gemacht, wie die arabische Welt im allgemeinen reagieren würde, wenn man in Deutschland Zwangsbeschneidungen generell verboten hätte. Vielmehr ging es hier primär darum, wie das Ansehen Deutschlands darunter leiden könnte, wenn eine einzelne Religionsgemeinschaft, die international hohes Ansehen genießt und auch ihren Einfluss ebenfalls international permanent geltend macht, daran gehindert würde, bei Säuglingen ohne medizinische Indikation und ohne Schmerzbehandlung die Vorhaut zu amputieren.

    Aus meiner Sicht machen wir aber hier den gleichen Fehler wie die Politik, wenn wir hier das Thema Religion überhaupt als Gegenstand des Themas betrachten. Es geht um Zwangsbeschneidungen und um Menschenrechtsverletzungen. Aufgrund der Grundrechte darf hier die Religion der Eltern keine Rolle spielen, ob wir es zulassen, dass ein Kind auf schmerzliche Art verstümmelt wird oder nicht.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Zitat von NoCut

    Das Argument von Suchende, dass mit dem Wegfall der Säuglingsbeschneidung der § 1631d BGB seine politische Sinnhaftigkeit verlieren würde, teile ich ebenfalls.


    Das stimmt ja auch, aber ihr müsst einen Schritt weiterdenken.

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