• Habe diese Artikel gelesen und mal überlegt, was in 20 oder 30 Jahren passieren könnte:

    http://www.derwesten.de/thema/bundesta…-id8451166.html
    http://www.spiegel.de/politik/deutsc…n-a-922896.html

    Aktuell steht Jürgen Trittin wegen einem Wahlprogramm aus den 80´er Jahren am Pranger, das situativ betrachtet richtig oder falsch gewesen sein kann. Wenn ein 19-jähriger sich in eine 13-jährige verliebt, wäre dies wohl nach dem Gesetz unter Umständen als strafbar anzusehen. Wenn ein 40-jähriger aber ein Verhältnis mit einer 18-jährigen eingeht, ist alles in bester Ordnung. Dass wohl auch den Grünen der Unterschied zwischen Pädophilie und Beziehungen zwischen Heranwachsenden bewusst gewesen sein muss, bestätigt, dass auch sie damals Kindesmissbrauch weiterhin als zu Recht strafbar eingestuft haben.

    Herr Trittin, der sich nicht mal mehr erinnern kann, stolpert nun wenige Tage vor der Bundestagswahl immer massiver über diese Aussage von vor 30 Jahren. Wenn man jetzt den großen Knüppel auspacken will, könnte man sogar sämtliche Wähler der Grünen aus den 80´er Jahren gleich mit an den Pranger stellen. Alle habe sich wohl damals was dabei gedacht, aber die Folgen für die Kinder nicht bedacht. Das Problem dieser Debatte hängt mit dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und der Pflicht des Staates zusammen, die zu schützen, welche sich nicht selbst angemessen wehren können.

    Was hat dies nun aber direkt mit der Beschneidung zu tun? Herr Trittin hat sich am 12.12.12 bekanntermaßen der Abstimmung enthalten. Auch dies zeigt keinen Bezug zwischen diesen völlig verschiedenen Themen.

    Die Verknüpfung für mich ist aber, dass sich hier das Bewusstsein der Bürger sehr verändert hat. Was damals toleriert oder sogar noch wählbar erschien, wird heute fast mit "Kinderschänder" gleichgesetzt. Heute ist der Bundestag bis auf 100 Abgeordnete der Meinung, dass man wehrlosen Kinder furchtbare Schmerzen zufügen darf, ihnen einen Teil ihrer Sexualität rauben darf und dies alles mit der Religionsfreiheit oder dem Erziehungsrecht schönreden könnte.

    Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass sich der Wind hier für unsere heutigen Protagonisten auch in 20 oder 30 Jahren gewaltig ändern wird. Vielleicht ließt man irgendwo mal, dass zwei Frauen daran maßgeblich schuld waren, dass Zwangsbeschneidungen in Deutschland sogar legal erlaubt wurden. Ein Minister sagte mal die Rente sei sicher und schon bei dem Satz kann jeder nur noch müde lächeln. Wenn ich nun an den Begriff "Komikernation" denke, kann ich zwar nicht lächeln, aber ich denke die Zukunft wird auch eine solche Aussage bestimmt nicht ungestraft lassen.

    Aufruf: Wer ein Gewissen besitzt, wird gebeten, von diesem am Sonntag auch Gebrauch zu machen ;)

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Was damals bei den Grünen in Sachen Pädos gelaufen ist, ist durch nichts zu entschuldigen.
    Es gibt noch eine weitere Parallele: Die Grünen zerfließen vor Verständnis für Minderheiten. Damals Pädos, heute Multikulti.
    Dabei bleiben die Kindern auf der Strecke - damals wie heute.
    Pädos können nichts dafür, dass sie so sind wie sind - aber Kinder müssen geschützt werden.
    Muslime und Juden (und Afrikaner(innen)!) können nichts dafür, dass sie glauben alte Traditionen / rel. Gebote einhalten zu müssen - aber Kinder müssen geschützt werden.

    Disclaimer: es liegt mir fern sexuelle und religiöse Ausrichtungen auf eine Stufe stellen zu wollen.

    Allerdings war Trittin - der sich gleich zu Anfang kritisch zur MGM geäußert hatte - mit seiner Enthaltung ja sogar noch ein "Bessergrüner"! Mehr als die Hälfte der Grünen hat zugestimmt.

    Wenn da mehr, viel mehr Katja Dörners gewesen wären - meine Stimme wäre den Grünen zugeflogen!

    There is no skin like foreskin

  • Nur mal so nebenbei, auch wenns mit unserem Thema nix zu tun hat : Die Pädophilie-Kampagne gegen Trittin ist durchsichtig und verlogen. Es steht außer Frage, dass es falsch war, Straffreiheit für pädophile Handlungen zu fordern- damals wie heute. Aber fragwürdige politische Haltungen und Forderungen hat es immer in allen Lagern gegeben. Die Union hat sich noch bis 1997 gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe positioniert - diese wurde dann gegen ihren Widerstand durchgesetzt. Sicher gibt es noch heute viele aktive Unionspolitiker, die diese Haltung damals unterstützt haben... alles Befürworter von ehelicher Gewalt ? Also, die sollten doch besser die Klappe halten...

  • Was damals bei den Grünen in Sachen Pädos gelaufen ist, ist durch nichts zu entschuldigen.

    Ok., dafür bin ich wohl noch zu "jung" bzw. ging ich jetzt davon aus, dass nur die Straffreiheit für Beziehungen zwischen Heranwachsenden das Ziel dieser Forderungen gewesen wäre. Hast Du hier aber Quellen, die belegen, dass tatsächlich Formen von "Kindesmissbrauch" aus heutiger Sichtweise von diesen Forderungen tatsächlich gedeckt waren?

    Was mich aktuell etwas ärgert ist, dass hier die Grünen als unwählbar dargestellt werden sollen, aber umgekehrt vergessen wird, was Frau Merkel oder Frau Leutheuser-Schnarrenberger im letzten Jahr in Sachen Zwangsbeschneidung angestoßen haben. Ich bin kein Freund von Herrn Trittin, aber aus meiner Sicht ist er nicht besser oder schlechter als die andern Abgeordneten, die am 12.12.12 das Unrecht von Zwangsbeschneidungen im BGB manifestiert haben.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Nur mal so nebenbei, auch wenns mit unserem Thema nix zu tun hat.

    In der Tat. Wenn man möchte, kann man sicher auch Eierlaufen und Sackhüpfen mit der Beschneidung in Verbindung bringen. Der Weg ist ja nicht weit...

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • In der Tat. Wenn man möchte, kann man sicher auch Eierlaufen und Sackhüpfen mit der Beschneidung in Verbindung bringen. Der Weg ist ja nicht weit...

    Die Verbindung ist aus meiner Sicht die Unbedarftheit gepaart mit Skrupellosigkeit, mit der hier Menschenrechte und der Schutz von Kindern beschnitten wird. Die Gesellschaft ist zwar aufgeklärter als im Mittelalter, aber dennoch schaffen es immer wieder einige, den Verhältnissen der Vergangenheit zu einer Renaissance zu verhelfen.

    Kraft Gesetz sind männliche Kinder Menschen zweiter Klasse geworden. Sie haben nicht das uneingeschränkte Recht auf eine körperliche Unversehrtheit, ganz zu schweigen von einer gewaltfreien (Religions-)Erziehung.

    Wir sollten übrigens bei der Diskussion nicht vergessen, dass Zwangsbeschneidungen nicht nur vorwiegend bei arabischen Religionen vorkommen, sondern eben auch bei Eltern mit krankhaften Sexualvorstellungen, die ihren Nachwuchs mit drakonischen Mitteln an der Selbstbefriedigung hindern möchten.

    Die Grünen sind nun eine Partei, die sich für die gesellschaftliche Gleichstellung der Frau eingesetzt hat. Am 12.12.12 habe die Grünen wie auch die anderen Parteien mehrheitlich entschieden, dass der Gleichheitsgrundsatz keine grundlegende Bedeutung mehr haben soll. Der "Angriff" auf Herrn Trittin empfinde ich als Schlammschlacht, weil die Angreifer moralisch keinen Deut besser sind.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • ist NoCuts Gedankengang sehr interessant.
    Die heutigen Zwangsbeschneidungsbefürworter im Bundestag werden sich in Zukunft sicher ähnlich auf den "Zeitgeist" berufen und oder nichts gewußt haben wollen.
    Widerlich verlogenes Pack. Was sie allein aus diesem Forum an fachlichem und persönlichem Input bekommen haben, reicht locker, um sie als das zu entlarven, was sie sind.

  • Zeitgeist und Nichtwissen sind leider die Dornen im Fleisch unserer Geschichte, die sich immer wieder in neuen Facetten wiederholt.

    Das Besondere bei den Grünen ist nur, dass es sich hierbei wohl um die jüngste Partei im Bundestag handelt. Und ausgerechnet dieser wird der gewandelte Zeitgeist nun bereits zum Verhängnis. Die "älteren" Parteien täten daher gut jetzt nicht zu heftig in die Kerbe zu hauen. Die Quittung für den § 1631d BGB wird auch für sie noch kommen...

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Die Verbindung ist aus meiner Sicht die Unbedarftheit gepaart mit Skrupellosigkeit, mit der hier Menschenrechte und der Schutz von Kindern beschnitten wird. Die Gesellschaft ist zwar aufgeklärter als im Mittelalter, aber dennoch schaffen es immer wieder einige, den Verhältnissen der Vergangenheit zu einer Renaissance zu verhelfen.


    Wenn wir hier alle Beispiele aus der Geschichte diskutieren wollen, in denen der Schutz von Kindern beschnitten wurde, reicht der Tag nicht aus. Je abstrakter man wird ("die" Kinder, "die" Menschenrechte usw.), desto mehr kann man darunter subsumieren. Die Unterschiede verschwimmen dann bis zur Unkenntlichkeit und alles landet im selben Topf.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Hat denn heute einer den Titelblattkommentar des Parteiblattes der Grünen, der taz, gelesen?
    Mir kommt die Zeitung seit fast 25 Jahren ins Haus. Heute habe ich das Abo gekündigt.

    In „Kulturkampf von rechts“ ist noch einmal alles enthalten, was – in der Regel von der Boulevardpresse oder von Fundamentalisten – zur Diffamierung von Andersdenkenden eingesetzt wird:

    Daß die Grünen keinen Papst haben, ändert nichts an der Enthüllung im Stil Salamitaktik zur eigenen Pädophilie-Geschichte, die schon sehr an die katholische Kirche erinnert. Genau wie die katholische Kirche bis heute nichts aufgearbeitet hätte, wäre sie nicht von der schieren Größenodnung überrollt worden, haben die Grünen 20 Jahre lang ihre Geschichte nicht aufgearbeitet.

    Und Pädophile als „Lebensreformspinner“zu bezeichnen, verniedlicht und ignoriert auf fatale Weise, daß bei diesem sexuellen Mißbrauch Kinderseelen zerstört werden. Niemand kann einem ehemals sexuell mißbrauchten Kind erzählen, daß die – von ihm selbst verfaßte – Geschichte der offenen Hose Daniel Cohn-Bendits nur „Provokation“ und nicht wahr ist.

    Auch eine „junge“ Partei die „noch kein Zentrum“ hatte, besteht aus verantwortlichen Individuen mit einer moralisch-ethischen Verantwortung. Diese moralische Verantwortung halten die Günen für eine ihrer Kernkompetenzen. Dann müssen sie sich auch daran messen lassen. Sonst heißt so etwas „Scheinheiligkeit“.

    Aber Opfer sind eben bei den Grünen nur die Opfer der anderen. Und Menschenrechte nur so lange relevant, wie keine Wählerstimmen gefährdet sind – siehe Abstimmung der Grünen zum Beschneidungsgesetz.

  • Zitat

    Warum die Partei das Problem auslagern will, versteht Koerfer nicht. Er will sich jetzt mit einem eigenen Vorschlag an die Grünen wenden: Mit der Familienpolitikerin Ekin Deligöz verfügten die doch bereits über eine Fachfrau: Deligöz vertrat die Grünen beim Runden Tisch Kindesmissbrauch. Die Abgeordnete selbst sagt, sie könne allenfalls politisch unterstützend wirken.

    aus
    http://taz.de/Gruene-und-Paedophilie/!123993/


    Mit Ekin Deligöz, die an vorderster Pro-Beschneidungs-Front stand, hat man die Richtige gefunden.

    Ach ja, hier die komplette Kampftruppe in Sachen Legalisierung der religiösen Beschneidung:
    http://www.gruene-bundestag.de/?id=4384752

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Nur mal so nebenbei, auch wenns mit unserem Thema nix zu tun hat : Die Pädophilie-Kampagne gegen Trittin ist durchsichtig und verlogen. Es steht außer Frage, dass es falsch war, Straffreiheit für pädophile Handlungen zu fordern- damals wie heute. Aber fragwürdige politische Haltungen und Forderungen hat es immer in allen Lagern gegeben. Die Union hat sich noch bis 1997 gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe positioniert - diese wurde dann gegen ihren Widerstand durchgesetzt. Sicher gibt es noch heute viele aktive Unionspolitiker, die diese Haltung damals unterstützt haben... alles Befürworter von ehelicher Gewalt ? Also, die sollten doch besser die Klappe halten...

    Die Grünen waren zu Beginn ein Sammelbecken aller möglichen politischen Strömungen und Interessengruppen jenseits des parlamentarischen Mainstreams. Dazu gehörten nicht nur Pädophile, die die Möglichkeit von einvernehmlichem Sex mit Kindern aus purem Eigeninteresse propagierten, sondern auch Anhänger einer totalen sexuellen Revolution, die völlige sexuelle Freiheit propagierten, auch gegenüber Kindern. Dazu gehörten so Ideen, dass Mama und Papa es z.B. nicht peinlich oder falsch finden sollten, wenn Kinder ihre Genitalien (also die der Eltern) berühren, das wäre gut für die sexuelle Entwicklung der Kinder. Das sieht man heute anders, aber das war damals eine in linken und alternativen Kreisen weit verbreitete Vorstellung. Wer es damals (in diesen Kreisen) anders sah, galt als prüde. Die Idee dahinter war wohl, Kinder nicht als sexuelle Objekte zu sehen, sondern die kindliche Sexualität zu respektieren, das Kind als ein Subjekt mit eigener Sexualität zu sehen. Was daraus gemacht wurde, war oft Mist, aber die Beweggründe dafür waren nicht verbrecherischer Natur. Und nicht alles, was daraus erwachsen ist, ist schlecht. Ich denke nämlich, dass auch die Ablehnung der Beschneidung zum Teil in dieser Tradition steht. Dass ein dreijähriger Junge kein asexuelles Wesen ist, dem man einfach so ein Teil seiner Genitalien abschneiden darf, dass selbst ein Baby ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung hat, das sind Ideen, die zum Teil in dem "Sumpf" wurzeln, den man heute den Grünen zum Vorwurf macht.

  • Typische Pädophilen-Argumentation, so leid es mir tut.


    Das macht sie nicht automatisch falsch (sonst landet man bei einem Pendant der Nazikeule).

    Ein gerupfter Spatz verspottet das Gefieder seiner Artgenossen. (Sorbisches Sprichwort)

  • Ich denke nämlich, dass auch die Ablehnung der Beschneidung zum Teil in dieser Tradition steht. Dass ein dreijähriger Junge kein asexuelles Wesen ist, dem man einfach so ein Teil seiner Genitalien abschneiden darf, dass selbst ein Baby ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung hat, das sind Ideen, die zum Teil in dem "Sumpf" wurzeln, den man heute den Grünen zum Vorwurf macht.


    Diese Aussage scheint mir doch recht gewagt, auch wenn die Verteufelung der Masturbation ein Motiv für Beschneidung war (und ist). Ansonsten stimme ich Dir zu, die Enttabuisierung kindlicher Sexualität ist per se nichts Negatives. Erst wenn man das zum Anlaß nimmt, Erwachsenengelüste hineinzuprojizieren, ist eine Grenze überschritten.

    Ein gerupfter Spatz verspottet das Gefieder seiner Artgenossen. (Sorbisches Sprichwort)

  • Gestern sprach Frau Künast bei Anne Will über die Pädophilie und die Gründung der Grünen.

    Meine Hoffnung, dass man nur Beziehungen zwischen Heranwachsenden straffrei stellen wollte, hat sich somit zerstreut. Wie Kramer hier schreibt, war wohl eher die sexuelle Revolution die Antriebskraft und die hat zwar bunte, aber nicht nur schöne Blüten hervorgebracht.

    So wie Frau Künast sich aber hier für die Opfer entschuldigt hat, so werden wohl einige sich in ein paar Jahren für die Opfer der Zwangsbeschneidungen verantworten und entschuldigen müssen. Im Gegensatz zu den Grünen gehe ich aber davon aus, dass die "etablierten" Parteien die Schuld auf Personen abwälzen und diese dann aus der Partei mobben.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • @ picard_72

    Zitat


    Nur mal so nebenbei, auch wenns mit unserem Thema nix zu tun hat : Die Pädophilie-Kampagne gegen Trittin ist durchsichtig und verlogen. Es steht außer Frage, dass es falsch war, Straffreiheit für pädophile Handlungen zu fordern- damals wie heute. Aber fragwürdige politische Haltungen und Forderungen hat es immer in allen Lagern gegeben. Die Union hat sich noch bis 1997 gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe positioniert - diese wurde dann gegen ihren Widerstand durchgesetzt. Sicher gibt es noch heute viele aktive Unionspolitiker, die diese Haltung damals unterstützt haben... alles Befürworter von ehelicher Gewalt ? Also, die sollten doch besser die Klappe halten...

    Ich sehe das ähnlich und finde, dass das durchaus was mit unserem Thema zu tun hat: Es geht in beiden Fällen darum, dass Gewalt und Übergriffigkeit in einer bestimmten soziokulturellen Einbettung nicht als solche (an)erkannt werden.

    Eine Aufarbeitung ehemaliger Positionen täte allen Parteien einmal gut.

  • Wenigstens sind die Gesetze, was das Sexualstrafrecht (auch Vergewaltigung) angeht, heute völlig geschlechtssymmetrisch. Das war lange Zeit anders. Überhaupt sind über Jahrzehnte die Gesetze geschlechtlich symmetrisisiert worden (z.B. auch Eherecht), bis auf logischerweise den Komplex Schwangerschaft.

    Und jetzt macht man urplötzlich zwei neue geschlechtsspezifische Gesetze, das eine zum Vorteil von Frauen, das andere zum Nachteil von Männern. §226a StGB und §1631d BGB. Das ist eigentlich zu krass um wahr zu sein. Ist aber wahr. Die heilige Klitoris-Vorhaut, die vogelfreie Penis-Vorhaut! (Pino)

    Und hier zeigt sich die Scheinheiligkeit der Grünen (und der SPD) in ganzer Schärfe. Gleichstellung der Geschlechter - immer! Aber nur, wenn es zum Nutzen von Frauen ist! Nachteile für Frauen (auch per "feministischen Wissenschaften" herbeiphantasiserte) müssen um jeden Preis beseitigt werden, aber Nachteile für Männer - spielen keine Rolle. Bzw. werden vielleicht auch als "gerechter Ausgleich für Jahrtausende Unterdrückung der Frau" gesehen. (würg)

    Bei den Grünen sind damals schon krasse Sachen gelaufen. Und es ging um "einverständlichen" Sex zwischen Kindern und Erwachsenen. Und das ist ein schlechter Witz. Das ist ebenso "einverständlich", wie wenn sich ein Sechsjähriger auf den Behandlungsstuhl des Beschneiders setzt. Erwachsene sind Kindern turmhoch überlegen und können sie beliebig manipulieren.
    Um das zu kapieren braucht es nur "gesunden Menschenverstand", da braucht man kein Wissenschaftler für zu sein.
    Ich erinnere mich, vor einer Landtagswahl in NRW, da hatten die Grünen beste Aussichten erstmalig ins Parlament zu kommen. Dann kamen prominente NRW-Grüne mit der "progressiven" Idee, den selbsterfundenen "einverständlichen" Sex zwischen Kindern und Erwachsenen zu legalisieren. Völlig zu Recht wurden sie bei der Wahl vom Wähler gnadenlos abgestraft.
    Normalerweise sollte man auch erwarten, dass eine Partei einen glühenden Verehrer der Erotik von fünfjährigen Mädchen am Kanthaken aus der Partei schleift. Das Kapitel Cohn-Bendit ist ein besonders düsteres.

    NoCut

    Zitat

    Wenn ein 19-jähriger sich in eine 13-jährige verliebt, wäre dies wohl nach dem Gesetz unter Umständen als strafbar anzusehen.

    Nur am Rande, auch wenn es OT ist:

    Liebe ist nicht strafbar. Strafbar ist Sex mit Kindern. Und zwar in dem skizzierten Fall nicht "unter Umständen" sondern 100%ig.
    Und das ist richtig. Irgendwo muss eine Grenze sein. Und die ist in D bei 14.
    Jedes Schutzalter ist ein Kompromiss, der im Einzelfall problematisch sein kann. Aber 14 ist in meinen Augen ein ganz ordentlicher Kompromiss. Zumal es ja noch ergänzende Gesetze gibt, die unter bestimmten Umständen auch Jugendliche schützen.
    Es wäre auch strafbar, wenn der Junge 18 oder 17 wäre. Soweit ich weiß, sind drei Jahre Altersunterschied Voraussetzung für Strafbarkeit. Ist doch auch logisch, dass man Sex zwischen einer 13,99-Jährigen und einem 14,01-Jährigen nicht bestrafen kann.
    Wahrscheinlich kommen viele Menschen in ihrer Kindheit/Jugend mal in "grenzwertige" Situationen, was das Verhältnis noch-Kind/schon-Jugendlicher angeht- sei es als jüngerer oder älterer. Und selbst wenn der drei Jahres-Abstand mal knapp erreicht wird - es läuft meistens nach dem Motto: Wo kein Kläger, da kein Richter. Und das ist in den meisten Fällen wohl auch ganz gut so. Vor dem Kadi wird manches dann erst richtig schlimm. (Man denkt noch mit Schaudern an den Fall "Marco und Charlotte" (auch wenn das in der Türkei war)) .
    Zwischen Kindern und Erwachsenen - ganz etwas anderes!
    Wenn ein 17-Jähriger eine Sechsjährige missbraucht ist aber auch "Schluss mit lustig".

    There is no skin like foreskin

  • Zitat

    Ich erinnere mich, vor einer Landtagswahl in NRW, da hatten die Grünen beste Aussichten erstmalig ins Parlament zu kommen. Dann kamen prominente NRW-Grüne mit der "progressiven" Idee, den selbsterfundenen "einverständlichen" Sex zwischen Kindern und Erwachsenen zu legalisieren. Völlig zu Recht wurden sie bei der Wahl vom Wähler gnadenlos abgestraft.

    Dazu gab es einen interessanten Artikel im Spiegel aus dem Jahr 1985 der belegt, daß es sich nicht um einen allgemeinen Zeitgeist gehandelt hat, wie es heute einige Grüne erklären wollen.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13513384.html

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