Der Ägypter Zacharia spricht über seine Beschneidung

  • Poah! Das ist wirklich ein schonungslos deftiges, wenn man seinen kulturelen Hintergrund betrachtet aber auch extrem mutiges Statement welches dieser verzweifelte junge Mann abgibt.
    Doppelt verheerend, wenn in einer frauenfeindlichen Religion/Kultur die MGM diesen Hass noch derart verstärkt.

    Meiner Meinung nach ist die Beschneidung nur in zwei Dingen wirklich erfolgreich:
    1. Die Sexualität negativ verändern (wobei die männliche natürlich noch viel stärker betroffen ist als die weibliche)
    2. Einen massiven Keil zwischen die Geschlechter treiben (sowohl auf physisch-sexueller, wie auch auf emotionaler und gesellschaftlicher Ebene)

    Der Mann bräuchte wirklich dringend kompetente, professionelle Hilfe um dieses gravierende Trauma verarbeiten zu lernen.
    Was er in seinem beschneidungseifrigen Kulturkreis leider wohl kaum finden wird...

    Jeder der noch zu behaupten wagt, MGM sein im Vergleich zu FGM relativ harmlos, sollte man dazu verdonnern sich dieses Video reinzuziehen!

  • Dieser Film ist in der Tat ergreifend. Ich stehe in Kontakt mit diesem Mann, er hat mir schon vor Wochen angekündigt, diesen Film auf youtube veröffentlichen zu wollen und hat mir gestern den Link zugeschickt.
    Ich bin immer wieder zutiefst gerührt, wenn ich seine Nachrichten lese, diese tiefe Trauer und die Verzweiflung, die oft aus seinen Worten spricht, sind schlicht erschütternd.
    Dabei denke ich vor allem an die Mauer des ungläubigen Schweigens und des Unverständnisses, auf die er stößt.
    Ich hoffe sehr, dass die Angriffe, denen er jetzt als "Nestbeschmutzer" ausgesetzt sein wird, nicht zu schlimm werden.
    Vor seinem Mut, angesichts seines kulturellen Hintergrundes dieses Medium zu wählen, bewusst sein Gesicht und seine Stimme zu präsentieren, anstatt anonym nur zu schreiben, kann ich nur den Hut ziehen.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Zacharias Leidensgeschichte in Textform:

    "Message from Circumcised Young Man to History & Message to My Mother"
    Video Tape Link : https://www.youtube.com/watch?v=IqsK14axa0w
    ----------------------------

  • Danke für den Fund!

    Wie schrieb die Regierung im Gesetzentwurf?


    Quote

    Die Beschneidung ist einer der ältesten und weltweit am meisten verbreiteten chirurgischen Eingriffe. ...
    Weltweit sollen in etwa ein Drittel aller Männer über fünfzehn Jahren beschnitten sein.

    Dann muss das ja wohl völlig problemlos sein!

    Dieses erschütternde Video hätte man im deutschen Bundestag vorführen sollen. Wie sich das mit dem weltweit verbreiteten Eingriff so verhält. Und die Photos aus Ulwaluko. Dazu noch diese grauenhaften Photos, nicht aus Afrika, aus Dänemark:

    Morten Frischs Blog


    Man merkt Zacharia an, was für eine Überwindung ihn das kostet. Und wie tief das steckt. Sehr traurig. ;(

    Wie soll man nach einem solchen Vertrauensmissbrauch - von der eigenen Mutter, von der eigenen Familie - noch jemandem vertrauen können?

    There is no skin like foreskin

  • Wie soll man nach einem solchen Vertrauensmissbrauch - von der eigenen Mutter, von der eigenen Familie - noch jemandem vertrauen können?

    Das ist eine berechtigte Frage. Ich kann sie nur für mich selbst beantworten: Die Genitalverstümmelung war für die Beziehung zu meinen Eltern sowas wie der Sargnagel. Natürlich war sie nicht der einzige Grund, der zum endgültigen Bruch geführt hat. Sie passt aber ins Bild und zum restlichen narzisstischen Missbrauch, der in meiner Kindheit stattgefunden hat. Man muss es halt auch klar sagen: Wer wirklich ohne Not, von sich aus, einfach aus Spaß an der Freude und ohne kulturellen Druck mit Sohnemann zum Arzt fährt und eine Vorhautamputation einfädelt, hat massive charakterliche Defizite. Ich darf mich in naher Zukunft einigen komplizierten chirurgischen Eingriffen unterziehen, daher weiß ich, wie viel Überwindung sowas normalerweise kostet.

    Einem Kind allein schon dem Erlebnis einer Vollnarkose auszusetzen, ohne das durch Leid Handlungsdruck vorhanden ist, geht sämtlichen elterlichen Schutzinstinkten komplett entgegen. Gesunde, normal entwickelte Eltern tun sowas ihren Kindern nicht einfach an.

    Ich wusste schon seit der frühen Kindheit, dass mit meinen Eltern was nicht stimmt. Die Genitalverstümmelung hat das Fass nur zum Überlaufen gebracht. Die durch jahrelangen, narzisstischen Missbrauch entstandenen charakterlichen Defizite in einer Therapie aufzuarbeiten, ist eine echte Mammutaufgabe. Es ist hart, aber man wächst ständig dabei. Mittlerweile bin ich an einem Punkt, an dem ich verstanden habe, dass meine Eltern auch nur ein Produkt ihrer Zeit und Umwelt sind. Die Boomergeneration, der meine Eltern angehören, wurde von schwer traumatisierten Kriegsopfern großgezogen. Da war für die Entwicklung von Empathie wenig Platz und NPS und antisoziale Persönlichkeitsstörung oft das Resultat, zumindest bei meinen Erzeugern.

    "The only thing necessary for the triumph of evil is for good men to do nothing"

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