Ich verstehe bis heute noch nicht so ganz, wie es sein kann, dass die Amputation eines Körperteils nur beim männlichen Genital das Allheilmittel schlechthin geworden ist.
Gibt es in der Medizin nicht normalerweise den Grundsatz, möglichst minimalinvasiv vorzugehen und Amputation ist immer nur die letzte Möglichkeit? Woher kommt diese Anomalie?
Sicherlich spielt die routinemäßige Normalisierung des Eingriffs durch die beiden Weltreligionen eine große Rolle.
Warum wurden und werden standardmäßig von vielen Kinderärzten Amputationen an den Genitalien von männlichen (Klein-)Kindern schulterzuckend als notwendig angesehen? Es leben doch tausende andere Säugetierarten mit gesunden Vorhäuten. Wie viele Kinder sind schon an verklebten oder verengten Vorhäuten verstorben?
Warum war es bis vor wenigen Jahren nicht bekannt, dass eine physiologische Phimose bei Kindern ganz normal ist und sich von alleine behebt, ohne dass eine Amputation durchgeführt werden muss?
Warum wusste das mein studierter und einfühlsamer Kinderarzt nicht und versuchte gewaltsam, mir meine beschwerdefreie Vorhaut im Alter von 4-5 Jahren zurückzuziehen? Warum wurde daraufhin von einem Chirurgen, der ebenfalls studiert hat, ein Teil meines Penis amputiert?
Hätte man das auch getan, wenn ich ein verklebtes Augenlid gehabt hätte? Oder hätte man mir bei einer Venentrombose mein Bein amputiert?
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