Beschnitten auf Betreiben der Mutter

  • Ja, eine Paraphimose ist durchaus denkbar.

    Vor allem muss man aber mit dieser Frustration fertig werden, festzustellen, dass der Beschneidungsstil eine Wiederherstellung ausbremst, im Gegenteil die Dehnungsgeräte nur Schmerzen oder gar Wunden auslösen. Wir sind durch den Eingriff schon genügend "gebeutelt". Dann noch festzustellen, dass ein Restoring erfolglos ist, tut richtig weh.

    Das Argument mit der Familie kenne ich. Ich musste auch immer auf der Hut sein, nicht beim Einsetzen oder Tragen, Reinigen und Lagern der Geräte erwischt zu werden.

    Ich hätte nie gedacht, dass es einen „Beschneidungsstil“ geben kann, der neben dem maximalen Sensibilitätsverlust auch noch eine Wiederherstellung verhindert – leider muss ich diese Realität akzeptieren.

    Es müsste verboten werden, dass Ärzte solche Freiräume haben und Jungen derart beschneiden dürfen – hierzu gibt es offensichtlich keine gesetzliche Regelung – einfach unglaublich !

    Verstehe sowieso nicht wie ein Arzt, der sehr wahrscheinlich selber nicht beschnitten ist, so unsensibel und ohne echten Anlasse gegen mich vorgehen konnte, er musste doch wissen was er mir damit wegnahm ?

  • Über die Feiertage fand meine Frau Gelegenheit, Mutter zu unseren Beschneidungen zu befragen, und dabei kam heraus:

    Mein Bruder wurde wegen einer sich abzeichnenden Verengung beschnitten, nachdem seine Kinderärztin ihn untersuchte und befand, dass seine Vorhaut nach dem Zurückschieben nicht hinten blieb und wieder vor rutschte, und doch recht lang sei, auch wäre das Bändchen zu kurz, und es dadurch voraussichtlich in der Pubertät zu Problemen führen könnte; sie meinte, dass er früher oder später eine Verengung bekäme und dann eine Beschneidung sowieso notwendig würde, deswegen sollte man am besten gleich beschneiden, was auch hygienische Vorteile hätte; Mutter stimmte gleich zu, und erhielt eine Überweisung wegen relativer Phimose; ein Urologe beschnitt meinen Bruder vollständig, auch das Frenulum, jedenfalls hatte er von der Harnröhrenöffnung bis zur Beschneidungsnarbe eine tiefe Wunde, die Beschneidungsnaht selbst lag direkt hinter der Eichel.

    Während Heilphase entwickelte Mutter die Überzeugung, dass ein beschnittener Penis mit freiliegender Eichel pflegefrei sei und keine weitere Überwachung benötigt; so stellte sie unsere abendliche Kontrolle ein und mahnte, mich sauber zu halten.

    Eines Tages erwischte sie mich, als ich an meinem Hosenstall herum zupfte, und ich musste ihr meinen Penis zeigen – als sie meine Vorhaut zurückschob, roch es fürchterlich, nachdem ich mich offensichtlich tagelang nicht gewaschen hatte; Mutter war außer sich, und nachdem es mich am Penis juckte, ging sie von einer Entzündung aus.

    Die Kinderärztin meines Bruders war inzwischen in den Ruhestand gegangen, so ging sie mit mir zu verschiedenen Ärzten, bis sie von einer Ärztin eine Überweisung bekam, wegen Balanitis; diese war zwischenzeitlich abgeheilt.

    Sie ging mit mir zum gleichen Urologe, der auch meinen Bruder beschnitten hatte; der verließ sich auf die Diagnose der Ärztin, und fragte nicht weiter nach; wir bekamen einen Termin, und die Dinge nahmen ihren Lauf; Mutter war bei der Beschneidung dabei und achtete auf meine Kooperation.

    Daran dass ich trotz Betäubung Schmerzen beim Schneiden am Bändchen hatte, erinnert sie sich auch; und sie glaubt noch immer, dass meine Beschneidung notwendig und gut für mich war.

    Meine Beschneidung war medizinisch nach heutigem Standard grundlos - Wie ich es mir schon dachte.

    Ich hab ein paar Tage gebraucht, um das zu verdauen...

  • Hoffnung39 ,

    danke für deine Unterstützung !
    Frag lieber nicht in deiner Familie nach, dann ersparst du dir die Enttäuschung - hätte die Details zu meiner Geschichte eigentlich besser auch nicht erfahren, aber meine Frau war neugierig und nutzte die Gelegenheit, die sich ergab - nun ist es raus...
    Glückwunsch nochmals zu deinen Restoring Fortschritten !

  • Ich bin immer wieder fassungslos, wenn ich diese Berichte lese. Allein die Tatsache, dass sich der Arzt auf diesen "Deal" eingelassen hat, ist kaum zu glauben. Es hätte doch erkennen müssen, dass es keinen medizinischen Grund gibt, deine Vorhaut zu amputieren. Ein kleiner Trost: Man hat früher öfter von sog. "Rundum-Eingriffen" gehört. So wurden z.B. Operationen am Leistenbruch, Hodenhochstand etc. sehr gerne zum Anlass genommen, auch die Vorhaut der kleinen Patienten mit zu entfernen. Wenn ich an die Generation meiner Eltern denke, so traten diese Leute mit einer unnatürlichen Demut ggü. dem weißen Kittel auf und Widerspruch "schickte sich einfach nicht." Die heutige Generation geht mit diesem Thema anders und deutlich kritischer um.

    Was soll ich dir wünschen ? Ich weiß es nicht; versuche es zu akzeptieren. Eine Wiederherstellung der Vorhaut ist auch kein "Spaziergang", sondern erstreckt sich - wenn sie überhaupt mehr oder weniger gelingt - über Jahre oder oft Jahrzehnte. Und das "Original", das einst wie eine Zipfelmütze unsere Eicheln bedeckte, bekommt man nicht zurück.

  • Jetzt bin ich aber sprachlos: einfach so mit beschnitten ? Ohne Notwendigkeit ? Nur weil er schon mal auf dem Tisch lag und in dem Bereich sowieso operiert wurde ? Und ohne vorherige Zustimmung der Eltern ?

    Und wahrscheinlich auch die „alles ab“ - Variante...

    Einfach krass ! Ich kann es kaum glauben !

    Wie haben denn die Eltern dann reagiert ? Anzeige ? Klagen ? Und die Betroffenen Kinder / Jugendlichen ? Das musste ein Schock sein, als der Verband runterkam und das Massaker zum Vorschein kam, möchte mir das gar nicht vorstellen!

    Danke Dir nochmals für deine Restoring – Beratung aus deiner eigenen Erfahrung, und du hattest im Gegensatz zu mir gute Voraussetzungen - damit ersparst du mir sicherlich einiges an Zeit und Leiden – und ja: ich habe mich damit abgefunden, dass ich weder das Original noch eine Substitut - Vorhaut wiederbekomme, und werde es so lassen wie es ist;
    und wie schon mal erwähnt, ist auch meine Frau nicht dafür, wenn ich mit Restoring – Gerätschaften herum hantiere, zumal wir auch noch pubertierende Töchter im Haus haben; sie findet es gut, so wie es ist.
    Von daher konzentriere ich mich weiter auf die Resensibilisierung und deren Erhalt

    Mir ist inzwischen ziemlich bewusst geworden, dass bei mir beim Sex die Fantasie oder wie manche sagen, das sogenannte Kopfkino, eine große Rolle spielt, und das hängt vermutlich mit einer ausgeprägten Libido zusammen, welche die Unsensibilität meines Penis kompensiert – daher bin ich etwas besorgt, dass das mit höherem Alter abnehmen und dadurch Sex schwierig bis unmöglich wird ;

    Dazu habe ich gelesen, dass es Hormonpräparate geben soll, die das ausgleichen können, aber mit Nebenwirkungen verbunden sind – aber noch ist es nicht soweit, hoffe, dass es möglichst lange anhält.

    Ich wünsche ein schönes Wochenende !

  • Ja, das war leider so und wurde in diesem Forum auch schon häufig berichtet.

    Ich kann es insofern bestätigen, da mein Cousin im Rahmen einer Leistenbruch-OP im Alter von 5 Jahren auch beschnitten wurde. Nach der OP. hieß es dann " Da war 'was nicht in Ordnung und das haben wir gleich mit erledigt". Probleme hatte er bis dato nicht gehabt. Aber seine Eltern haben es akzeptiert.

    Deine Sorge mit dem Kopfkino und dem Libido kann ich nur bestätigen. Von Hormonpräparaten würde ich auch Abstand halten.

    Alles Gute weiterhin und liebe Grüße in das Frankenland.

  • Ja, das war leider so und wurde in diesem Forum auch schon häufig berichtet.

    Ich kann es insofern bestätigen, da mein Cousin im Rahmen einer Leistenbruch-OP im Alter von 5 Jahren auch beschnitten wurde. Nach der OP. hieß es dann " Da war 'was nicht in Ordnung und das haben wir gleich mit erledigt". Probleme hatte er bis dato nicht gehabt. Aber seine Eltern haben es akzeptiert.

    Danke für deine Einschätzung zu den Hormonpräparaten – habe dabei auch kein gutes Gefühl.

    Wie bitte, wirklich? Wie muss man sich das vorstellen ? Hatte dein Cousin denn vorher bekannte Probleme gehabt ? Oder haben die auf dem OP – Tisch nebenbei versucht, ihm die Vorhaut zurückzustreifen und dabei Probleme bemerkt ?

    Bei einem 5 – jährigen besteht nach heutigem Stand der Wissenschaft ja noch kein Bedarf, dass die vollständig zurück streifbar ist...

    Oder lässt sich vermuten, dass die das einfach so mitgemacht haben ?

    Du hattest dazu mal geschrieben, dass die bei ihm auch alles (innere, Frenulum) entfernt haben, einfach krass.

    Da müssen doch die Eltern aus allen Wolken gefallen sein, als sie das erfahren haben – und wie hat er das verkraftet ?

    Hat er deswegen heute Probleme ?

  • Ich war damals selber erst 8 Jahre alt, als ich davon erfuhr.

    Als mein Cousin dann irgendwann in den Ferien bei uns war, habe ich seine Beschneidung zum ersten Mal wahrgenommen. Ob diese Verengung im Rahmen der OP diagnostiziert wurde, z.B. um einen Katheter nach der Leistenbruch-OP zu legen, vermag ich nicht zu beurteilen. Glücklich war er mit dem Ergebnis ganz gewiss nicht und später in der Schule war er der "Looser vom Dienst".

    Leider traf uns beide das gleiche Schicksal: Wir haben beide einen sog. "Blutpenis" und in beiden Fällen führte die Beschneidung leider zu einem sehr verhaltenen Wachstum, so als würde das verbliebene und zweifellos auch vernarbte restliche Vorhautgewebe den Wachstumsprozess ausbremsen.

    Das war schon schlimm, diesen Verlauf zu erleben zu müssen.

  • Das ist dann mehrfach dramatisch: ohne jegliche Vorbereitung, elterliche Zustimmung und vermutlich ohne Notwendigkeit beschnitten zu werden und dann noch von Mitschülern gemobbt zu werden - eine bodenlose Gemeinheit !

    Aber das mit dem Peniswachstum kann ich eigentlich kaum glauben – ja, ein Penis mit langer überstehender Vorhaut sieht nach einer Beschneidung sicherlich kürzer aus, und auch weniger voluminös – aber das er danach langsamer wächst ?

    Wahrscheinlich wird das mal wieder jeder Urologe abstreiten, wenn man ihn fragt, genauso, dass eine Beschneidung keinen negativen Einfluss auf die Penissensibilität hat...

    Und das vernarbtes Gewebe eine Rolle spielen kann, durchaus denkbar, ebenso kann ich mir bei einer Beschneidung, bei der übermäßig viel Vorhaut entfernt wurde, vorstellen, dass dadurch ein Penis im erigierten Zustand kürzer erscheint, wenn die Bauchdecke und Hodensack mit vorgezogen werden.

    Leider muss man dann damit leben.

  • Was meinst du, was wir mit unserem kurzen, beschnittenen Penis erlebt haben ? Wir waren immer in der Minderheit und mussten erleben, wie allgemein diskutiert wurde, ob wir "richtige Jungs" wären. Das ist noch harmlos - ich könnte Bücher zu dem Thema schreiben.

    Wir haben in der Familie unlängst noch einmal das Thema aufgegriffen; weil - wie geschildert - 2 weitere Cousins von mir auch beschnitten wurden.

    In meinem Fall war es - und insofern gibt es eine gewisse Parallele zwischen uns - meine Mutter, die sich an der wohl sehr langen Vorhaut gestört hat. Das führte zu einem gewissen Tröpfeln, bevor der Strahl sich bildete. Da der Ehemann einer Freundin OP-Pfleger war, hat sie ihr den Eindruck geschildert und auf den Ratschlag des Ehemannes folgte eine Vorstellung beim Chirurgen. Dass dieser ein Beschneidungsfanatiker war, konnte wohl niemand ahnen. ES wurden Probleme wie Zeugungsunfähigkeit etc. prophezeit und mit der globalen Ausrede "Ich habe es nur gut gemeint" auch Jahrzehnte später noch legitimiert. Wenn ich daran denke, wie lang und ausgeprägt die Vorhaut bei meinen Mitschülern früher war - vor allem natürlich nach dem Schwimmen - könnte ich verzweifeln.

    Auch bei meinem Cousin soll die Vorhaut übermäßig lang gewesen sein. Zu der Zeit war das offensichtlich ein K.O. Kriterium. Dass seine Eltern den Eingriff akzeptierten, lag sicher daran, dass sein Vater als Kind ebenfalls Probleme mit der Vorhaut hatte, die man zu der Zeit aber nicht operativ abstellte.

    Besteht ein Blutpenis dann überwiegend aus Vorhaut und wird beschnitten, so tritt wohl exakt der Effekt ein, den ich beschrieben habe. In Foren zum Thema Vorhautwiederherstellung posten andere Betroffene, z.B. aus USA, ähnliche Probleme, vor allem wenn der Eingriff nach der Geburt vollzogen wurde.

  • Das ganze klingt für mich so, als ob Ihr in eurer Familie tatsächlich ein Problem gehabt zu haben scheint, aber weniger mit euren Vorhäuten, sondern eher mit dem Umgang der Müttern mit derselben – von daher tatsächlich Parallelen mit meiner Geschichte.

    Wo auch immer ich meine Beschneidung verbergen konnte, hatte ich Ruhe, bis es schließlich doch irgendwann auffiel, und dabei wurde dann oft festgestellt, dass ein beschnittener Penis komisch und auch kürzer aussieht.

    Leider führte die rücksichtslose Angewohnheit meiner Mutter, meine Beschneidung überall zu verbreiten, dazu, dass in Umkleiden und beim Duschen schon alle gespannt warteten, wenn es ans Um – und Ausziehen ging.

    Ich beschwerte mich damals bei Mutter über ihre Indiskretion, aber sie tat es damit ab, dass es dadurch doch keine Notwendigkeit des Versteckens mehr gäbe und ich mich freier bewegen könnte – welche ein Trugschluss.

    Und natürlich habe auch sie es gut gemeint – und ich hätte doch viele Vorteile durch meine Beschneidung... Was sollte ich da noch sagen.

    Dass das mit den langen Vorhäuten schon als Argument ausreichte – heute kaum vorstellbar.

    Und warum wurden die beiden weiteren Cousins beschnitten ? Haben sich die Tanten dazu etwa abgestimmt?

  • Ja, das war bei uns ähnlich. Meine Mutter musste "Jan und Mann" von meiner vermeintlichen Phimose berichten, die vermutlich nicht einmal eine war. Und ich stand oder saß wie ein "begossener Pudel" nachneben, und spürte, wie die Röte in der Kopf stieg. Selbst in Gegenwart meiner Cousinen nahm sie keine Rücksicht, so als sei eine Beschneidung nur Peanuts.

    Mein jüngerer Cousin wurde damals am Leistenbruch operiert, soll aber - so wie ich - eine sehr, sehr lange Vorhaut gehabt haben. Wenn dann Vorhautlänge und Frenulum in keinem angemessenen Verhältnis stehen, lässt sie sich wohl nicht oder nur bedingt zurückziehen. Und so wurde sie im Rahmen der OP mit entfernt. Im anderen Fall war es wirklich eine klassische Phimose mit einer stark verengten Vorhaut.

  • Quote

    Zur Motivation unserer Mutter sind wir noch heute unschlüssig – hat vielleicht jemand im Forum eine Erklärung?

    Eine Ex-Freundin hat beim Kinderarzt gearbeitet und mit der habe ich hin und wieder darüber geredet: Sie meinte, dass Mütter erstens oft nicht einschätzen können, was man da eigentlich wegschneidet und wie sich das anfühlt. Es ist sauberer und man hat keine Probleme mehr mit Entzündungen und das hat mich am meisten schockiert, man trifft das Klo besser, weshalb der Rüssel dann unbedingt weg muss.

    So wie ich das lese, operierte man dich in Vollnarkose, immerhin hast du da nichts mitbekommen.

    Und sei froh, dass man dir noch so viel Haut gelassen hat, damit hast du gute Chancen auf eine Wiederherstellung!

    Genau. Ich hab mich nur immer gefragt, ob bei nem Kinderarzt weniger entfernt worden wäre aber ändern kann ichs eh nicht mehr. Wiederherstellung hab ich aufgegeben, die Vorhaut ist zwar schon deutlich mehr geworden aber die liegt dann einfach hinter der Eichel und lässt sich relativ schlecht drübre stülpen. Vorne bleibt sie sowieso nicht, weil ich kein Bändchen mehr habe.

    Quote

    Du hattest mit deinem besten Freund immerhin einen Leidensgefährten.

    Geteiltes Leid ist halbes Leid, könnten auch mein Bruder und ich sagen, aber das ändert nichts an dem ungerechtfertigten Eingriff in unser Intimleben, wir sind beide sicher, dass bei uns alles in Ordnung war; ich verstehe bis heute nicht, dass Mutter den Ärzten versicherte, ich hätte Entzündungen gehabt, an die ich mich nicht erinnern kann und die ich bestimmt nicht hatte.

    Ja den hatte ich. Irgendwie hab ich mich aber sogar vor ihm geschämt mich nackt zu zeigen. Umgekehrt genauso.

    Den einzigen Trost, den ich habe: Ich hatte eine echte Phimose mit Problemen beim pinkeln. Wäre interessant, ob da eine Teilbeschneidung auch schon erfolgreich gewesen wäre.

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