Sind Ärztinnen die radikaleren Beschneider/Beschneidungsbefürworter?

  • Mal eine Frage: Fand die Darmspiegelung im selben Krankenhaus statt, wo auch die Beschneidung durchgeführt wurde!?

    @Sokrates

    So wie du das schreibst, klingt das nach einem Geschäftsmodell.

    Die Hausärztin hat die Praxis von ihrem Vorgänger, meinem alten Hausarzt, übernommen. Damals hat sie mir auch erzählt, dass sie vorher 15 Jahre in diesem städtischen Krankenhaus gearbeitet hat.
    Als nach der Magenspiegelung der Befund von der Gewebeanalyse nicht sofort da war, hatte ich schon den Eindruck, dass sie sich gefreut hat, in dem Krankenhaus anzurufen und die Oberärztin nach dem Befund zu fragen. Kann ich auch verstehen, sozusagen von Kollegin zu Kollegin, und jetzt dann auch aus der eigenen Praxis anzurufen.
    Für sie war es auch ganz klar, dass ich es in dem gleichen Krankenhaus in der Urologie operieren lasse (Wohnort). War bei dem Anruf nicht dabei, aber die Terminvereinbarung ging superfix, gleich eine Woche später war OP. Hatte irgendwie auch nicht richtig Zeit, darüber nachzudenken oder anderer Urologe zu fragen.

  • Ja genau, Innere und Urologie war beides hier im städtischen Krankenhaus.

    Bei der Magenspiegelung waren die echt top. War Montags bei der Hausärztin wegen üblen Magenschmerzen und die sofort im Krankenhaus angerufen. Zwei Stunden später war ich dort, Infusion, Blutwerte. Dann Bluttransfusion, am nächsten Morgen gleich die Magenspiegelung. Die Oberärztin hat vor der Untersuchung gefragt, ob ich Probleme mit der Prostata habe.

    Der Oberarzt von der Urologie hat im Vorgespräch die Sache gar nicht anschauen wollen. Meinte nur, die Hausärztin habe mit ihm telefoniert und man muss alles entfernen. Als er die Panik in meinem Gesicht sah, "man kann auch versuchen, nur einen Teil, endgültig entscheiden erst bei OP" und ich habe ihm dann gesagt, so wenig wie möglich....


    Oh Gott.

    Soll das etwa, heißen es fand gar keine körperliche Voruntersuchung vor der Operation durch die behandelnden Urologen im Krankenhaus statt?! Das ist kompletter Wahnsinn.

    Ich bin kein Anwalt und ich bin mir nicht sicher, ob dieses Verhalten nicht schon per se illegal ist; aber eine seriöse medizinische Praxis ist das ganz sicher nicht.

    Bei einer Operation muss eigentlich vorher das operierte Körperbereich vorab untersucht werden. Es hätte ja sein können, dass irgendwelche Fehlbildungen vorliegen oder sonstige Auffälligkeiten, die bei der Durchführung der Operation besondere Beachtung erfordern.

    Der "Sinn" der Überweisung an einen Facharzt besteht darin, dass durch eine eigene Befunderhebung (etwa spezielle fachärztlich Untersuchungsmethoden) eine fachärztliche Diagnose erstellt wird, und auf deren Grundlage dann Behandlungsoptionen zu besprechen und abgewogen werden. Ansonsten bräuchte es keine Fachärzte mehr. Dann könnten die Allgemeinmediziner alles alleine machen. Dass ein Facharzt (Urologe) hier die Diagnosen samt Behandlungsindikation einer Allgemeinmedizinern einfach so ungeprüft übernimmt, ist absolut unseriös.

    Letztendlich ist es auch der operierende Arzt, der die Indikation zur Operation gegenüber der Krankenkasse begründen und verantworten muss.

    Meinte nur, die Hausärztin habe mit ihm telefoniert und man muss alles entfernen

    Die Hausärztin darf - ohne dein Einverständnis - medizinische Befunde und Informationen ihrer Patienten nicht einfach an Dritte weitergeben. Das ist Verstoß gegen die medizinische Schweigepflicht.


    Also die Sache stinkt zum Himmel. Dass die Ärztin einfach mit dem Arzt unter Verletzung der Schweigepflicht über dein Genital geplaudert hat, dass der Urologe dann die Diagnose und Indikation zur Operation der Hausärztin quasi blind übernommen hat und gar keine eigene körperliche Untersuchung und Diagnose-und Indikationstellung durchführte, ist keine seriöse Praxis. Allerdings ist nicht alles, was medizinisch nicht korrekt ist, deshalb zivilrechtlich oder strafrechtlich unrechtmäßig. Im Zweifel entscheiden die Gerichte:


    Ich würde dir empfehlen, dich an einen guten Anwalt für Medizinrecht zu wenden. Darüber hinaus würde ich dir empfehlen, ggf. zusammen mit dem Anwalt, auch die Krankenkasse in Kenntnis zu setzen. Vielleicht gibt es da Auffälligkeiten bei anderen Patienten in diesem Krankenhaus und der Hausärztin.

    4 Mal editiert, zuletzt von Sokrates (21. November 2023 um 11:46)

  • Ja genau.

    Als die Hausärztin damals die Praxis von dem Vorgänger übernommen hatte, musste ich eine Erklärung unterschreiben, dass sie Daten mit anderen Ärzten/Krankenhaus austauschen darf. Fand ich auch sinnvoll, für eine optimale Behandlung. Genauso im Krankenhaus; ist ja sinnvoll bei Fragen zu Vorerkrankungen, Medikamenten.

    Vor dem Anruf bei der Oberärztin-Innere hat sie mich auch so fragend angeschaut, ob das für mich okay ist ---- ich war dafür dankbar, schließlich waren mir Infos wegen der Magenspiegelung wichtig.

    Beim Gespräch mit dem Oberarzt Urologie habe ich gesehen, dass in der Akte ein Fax mit der Überweisung war, wo sie handschriftlich noch einige Zeilen dazu gefügt hatte. Inhalt konnte ich leider nicht lesen.

    Frage an die Experten: Sind 2mm Rand innere Vorhaut normal? Eher Absicht oder eher Fehler? Der Chefarzt meinte ja, die Fachärztin wäre außerst erfahren, hat das schon über tausendmal gemacht. So von ihren Dienstjahren kommt das auch hin mit tausendmal. Aus dem OP-Bericht ergibt sich auch, dass sie operiert hat und kein Student oder Jungarzt.

    Mich nervt nur dieses Trio Oberärztin Innere mit der Diagnose ------ Hausärztin überredet mich ------ Fachärztin führt aus.......ob die Hausärztin vielleicht geschrieben hat, möglichst straff machen --- schließlich hat sie mich vor der OP in ihrer Praxis untersucht und bei mir gesagt: Ist doch nur Hautlappen, Hygiene, Frauengesundheit.

  • Mal allgemein zur Info. Man kann alle eigenen Personenbezogenen Daten vom Krankenhaus und den Ärzten banfordern und die sind zur herausgabe verpflichtet.

    Bekomme ich im Krankenhaus einen Arztbrief für den weiterbehandelnden Arzt lese ich mir den durch und mache mir eine Kopie bzw fotografiere den ab.

  • 2 mm Resthaut sind schon sehr radikal und durch eine erfahrene Operateurin hinzubekommen, kann eigentlich nur Absicht sein. Möglicherweise wollte sie dir was Gutes tun und hat das aus ästhetischen Gründen so gemacht, frag sie doch einfach mal.

    Und das mit dem „ist doch nur ein Hautlappen“ zeigt das Verständnis mancher Damen bezüglich der männlichen Sensibilität, scheinbar ist ihnen Hygiene wichtiger – daher vermutlich der straffe Schnitt.

    Anhand meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass manche Ärzte sehr eifrig sind – so damals meine Kinderärztin: Sie hat meine Mutter bedrängt, mich beschneiden zu lassen, obwohl ich nur eine leichte Entzündung der Vorhaut hatte, die längst abgeheilt war !

    Und der Urologe verpasste mir einen radikalen Schnitt mit schmaler Resthaut und herausgetrenntem Frenulum , keinerlei Spielraum bei Erektion – im Gegensatz zu dir ist mir das vor meinen ersten sexuellen Erfahrung passiert :(

    Inwieweit Kinderärztin und Urologe zusammengearbeitet hatten, weiß ich nicht, aber der Verdacht liegt nahe: Es gab damals einige Jungen in meinem Alter, die ebenfalls von ihr zu diesem Urologen zur Beschneidung geschickt wurden; von Jungen bei anderen Kinderärzten hatte man so was nie gehört.

    Und offensichtlich hat mich dieser Urologe entsprechend ihrem Geschmack beschnitten, anschließend fand sie, dass es doch hübsch geworden sei.

  • @brokendream
    Danke für die Info. Werde ich am Montag machen. Bin ganz gespannt auf die handschriftliche Notiz der Hausärztin auf dem Fax. Weiß noch genau wie mein erster Gedanke an dem Abend war: optimiert auf Hygiene, da kann sich keine Bakterie mehr verstecken.

    @Berkon
    Danke für die Info. Genau so ist es bei mir: radikaler Schnitt mit schmaler Resthaut und herausgetrenntem Frenulum, keinerlei Spielraum bei Erektion.

    Tut mir leid, was dir angetan wurde, echt übel. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, wenn man da von Hausärztin und Oberarzt vollgequatscht wird und die argumentieren mit "danach bessere Lebensqualität, Hygiene" ist es echt schwierig/unmöglich, sich dem zu widersetzen. So ging es mir jedenfalls. Bei einem Versicherungsmakler weiß man, dass es ums Geld geht, aber bei Ärzten habe ich bisher irgendwie nie in die Richtung Geld, eigenes Interesse statt Patientenwohl.

    Bei dir ist es ja echt eindeutig: andere Kinderärzte haben nie zur Operation geschickt (obwohl die ja auch solche Fälle wie dich hätten haben müssen), die Kinderärztin wusste genau von den anderen Patienten, wie der Urologe operiert bzw. die standen ja in Kontakt, und haben miteinander gesprochen, der Urologe wusste, wie die Kinderärztin das Ergebnis wünscht. Echt übel, wie man als Arzt so oberflächlich sein kann.

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