Zahlen zu Zirkumzisionen in Deutschland

  • Development of circumcision rates in Germany since the approval of ritual circumcision : A population-based analysis from 2013 to 2018


    Ja, und letztere nehmen zu. Weil es "billiger" ist. Um so schlimmer.

    "After the passage of the circumcision bill in 2012, there was a significant increase of circumcisions in the age group of < 18 years in Germany." Dürften zu >95% Genitalverstümmelungen sein.

    Mit Mädchen wäre das nie passiert. So ein Dreck nennt sich "Gleichberechtigung".

    Interessant ist: "procedures in adults significantly decreased (p = 0.01) during the entire study period." Wo uns doch von geldgeilen Ärzten ständig verkündet wird, dass die Vorhautamputation der Hit bei Männern wäre.

    Ja, wer seine Vorhaut zu schätzen gelernt hat, der gibt sie nicht für eine Kiste Gold her. Es müssen nicht nur weibliche sonder alle Menschen selbst entscheiden können und dürfen.


    https://europepmc.org/article/med/37256411

    There is no skin like foreskin

  • Hier der Volltext auf Deutsch:

    https://link.springer.com/article/10.1007/s00120-023-02104-6

    interessant, dass der Volltext bei Springer veröffentlicht wurde. Das ist bei Springer total unüblich. Hört sich nach Sponsoring an.

    Dazu passt die Schlussbemerkung:

    Schlussfolgerung

    Quote

    Mit der Verabschiedung des Beschneidungsgesetzes in Deutschland im Dezember 2012 wurde Rechtssicherheit in Bezug auf Zirkumzision bei männlichen Minderjährigen geschaffen

    Falsch. Rechtsunsicherheit - für alle Jungen in Deutschland.


    Quote

    Zu den befürchteten deutlichen Steigerungen der Eingriffszahlen kam es jedoch nicht.

    Wie bitte?


    Quote

    Eingriffe die außerhalb des deutschen Gesundheitssystems durchgeführt wurden, konnten in unseren Daten nicht erfasst werden. Dies ist für nicht-medizinisch indizierte Beschneidungen sowie Eingriffe außerhalb von Deutschland relevant. Außerdem verfügen wir über keine Referenzdaten aus den Jahren vor 2013, sodass es uns nur möglich ist, den unmittelbar an den Gesetzgebungszeitpunkt vom Dezember 2012 angrenzenden Zeitraum zu beschreiben.

    Dann doch einfach nicht die Klappe so weit aufreißen.

    There is no skin like foreskin

  • Ich verstehe das nicht. Ich bin jetzt wieder niedergeschmettert.

    Ich dachte eigentlich, wir seien auf dem richtigen Weg und die Zahlen würden sinken.

    Laut dieser Veröffentlichung der Verbandszeitschrift des Berufsverbandes der Kinder und Jugendärzte [Edit Forenleitung: S. 125, bitte immer Direktlinks verwenden!] beruhend auf Daten der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sank! die Zahl der ambulant vorgenommenen Beschneidungen bei Jungen bis 15 Jahren im Zeitraum von 2012 bis 2018: Von 40 000 im Jahr 2012 auf 33 000 im Jahr 2018.


    Ich verstehe das wirklich nicht. Ich bin jetzt wirklich verzweifelt. Was ist da nur los? Inwiefern unterscheiden sich die Zahlen, die im Artikel zitiert werden von jenen, die in der Studie verwendet werden.

    Warum diese unterschiedlichen Zahlen?

    Edited 2 times, last by Sokrates (June 2, 2023 at 10:30 PM).

  • In dem Artikel heißt es ferner.

    Quote

    Allerdings weist die betroffene Altersgruppe sehr häufig eine Phimose auf und es besteht damit eine relative medizinische Indikation zur Zirkumzision. Bei auch aus kulturellen Gründen gewünschter Zirkumzision, wird die Indikation zum Eingriff in der Regel gestellt werden. Damit dürfte ein relevanter Anteil der kulturell gewünschten Zirkumzisionen als ärztlicher Eingriff aufgrund einer vorliegenden Phimose erfolgen.


    Ja, sehr häufig tritt eine physiologische Phimose auf. Diese ist allerdings ein natürlicher Entwicklungszustand, die bei allen Jungen auftritt und ist keine Indikation zu einer medizinischen Behandlung. Ich frage mich, wissen die Autoren eigentlich den Unterschied zwischen einer entwicklungsbedingten Nicht-Zurücktziehbarkeit und einer pathologischen Phimose.

  • Wie ihr vielleicht mitbekommen hat, wurde vor kurzem eine neue Studie veröffentlicht, der zufolge die medizinischen Beschneidungen bei Jungen unter 18 Jahren im Zeitraum 2013 bis 2018 zugenommen haben – von 50. 198 im Jahr 2013 auf 56. 011 im Jahr 2018.

    Die Daten beruhen auf den Daten der Innungs- und Betriebskrankenkassen, die dann auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet wurde.

    Demgegenüber werden in einem Artikel des "Kinder und Jugendarztes", der Zeitschrift des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, [Edit Forenleitung: S. 125, bitte immer Direktlinks verwenden!] die Daten der Kassenärztlichen Vereinigung genannt, die einen steten Abgang der ambulanten medizinischen Beschneidungszahlen bei Jungen unter 15 Jahren im selben Zeitraum zeigen - von 38 047 im Jahr 2013 auf 32.648 im Jahr 2018: Die Daten sind unten in der Tabelle angegeben.



    Natürlich ist klar, dass die Zahlen nicht identisch sind. Das verwundert mich. Die Altersgruppen sind ja auch nicht wirklich gleich.
    Aber trotzdem ist es verwunderlich, wenn zwei Satistiken völlig entgegengesetzte Trends und das über mehrere Jahre hinweg feststellen.

    Jetzt frage ich euch:

    Welche Zahlen sind jetzt verlässlich(er)?

    Auf welcher Basis werden die Daten der Kassenärztlichen Vereinigung eigentlich ermittelt?

    Edited 4 times, last by Sokrates (June 4, 2023 at 3:23 AM).

  • Bei den Kinder und Jugendärzten werden wenn ja nur die Überweisungen gezählt. Ich weiß nicht ob die Kinderchirurgen da mitgezählt werden.
    Wenn die Eltern ihre Söhne direkt zu einem Urologen oder Kinderchirurgen bringen tauchen die wohl gar nicht in der Statistik der Kassenärztlichen Vereinigung auf.

    Ich gehe ganz stark davon aus das dort ein Abrechnungsbetrug vorliegt.

  • Bei den Kinder und Jugendärzten werden wenn ja nur die Überweisungen gezählt. Ich weiß nicht ob die Kinderchirurgen da mitgezählt werden.

    Moment. Diese Zahlen aus den Artikeln stammen NICHT von den Kinder und Jugendärzten selbst. Die Kinder und Jugendärzte führen keine Stastistiken.

    Als Quelle für diese Zahlen des Artikels von 2020 wird Kassenärztliche Bundesvereinigung genannt.

  • 1. Es gibt keine verlässlichen Zahlen zu Zirkumzisionen an Jungen im Kindesalter weil es keine geben soll. Politisch unerwünscht.
    2. Es gibt keine verlässlichen Zahlen zu Zirkumzisionen an Jungen im Kindesalter weil es keine geben soll. Politisch unerwünscht.
    3. Es gibt keine verlässlichen Zahlen zu Zirkumzisionen an Jungen im Kindesalter weil es keine geben soll. Politisch unerwünscht.

    Wurde in Bezug auf Elternwunsch-Zirkumzisionen - ergo Genitalverstümmelungen - vom deutschen Bundestag am 12.12.2012 mit großer Mehrheit abgelehnt.
    Dito in Dänemark.

    Mit der Standard-Ausrede: Datenschutz.
    Datenschutz vor Kinderschutz. Bravo! <X

    Auch der regelmäßige Betrug an den Kassen-Beitragszahlern ist "politisch erwünscht" - aber Pssst!

    Bei den von KJA vorgelegten Zahlen erscheint mir einiges rätselhaft.

    Vertragsärztlich finanzierte Jungenbeschneidungen, ambulant:

    2012: 70.081 davon <=15 Jahre: 40.629

    >17 Jahre wird man kaum vom Jungen sprechen, sondern von Männern.

    Das würde bedeuten: fast 30.000 Zirkumzisionen im schmalen Altersband 16-17 Jahre. Kaum glaublich.

    Ich vermute die Überschrift wurde falsch gewählt. Sollte wohl "Vertragsärztlich finanzierte Beschneidungen, ambulant" heißen.

    Also gehen wir mal von 70.081 insgesamt aus.


    Dazu ist interessant:

    Prof. Dr. Roland Rinner vom Wissenschaftlichen Institut der Techniker Krankenkasse (WINEG)
    hat für das Jahr 2011 mitgeteilt, dass die Techniker Krankenkasse 1.513 Mitglieder in stationärer
    Behandlung gehabt habe, bei denen eine Zirkumzision abgerechnet worden sei. Dazu kämen
    3.691 Patienten, die bei gleicher Diagnose ambulant im Krankenhaus, sowie 72.227
    Patienten die ambulant operiert worden seien

    77.000 alleine bei der TK

    Nun ist die TK zwar eine große, aber keineswegs die einzige Kasse. Da sind noch die AOK, die Barmer, BKKs u.v.a.m.

    Wie passt das zusammen? ?(

    In dem Artikel vom KJA heißt es:


    Quote

    Erfasst sind hier nur Beschneidungen,
    die von Vertragsärzten abgerechnet wur-
    den. Es fehlen also alle privatärztlichen
    Zirkumzisionen, alle Beschneidungen in
    Krankenhäusern....

    Das ist schon mal eine Fehlerquelle.

    Was auch nicht klar ist, was in dem Artikel überhaupt mit "Beschneidung" gemeint ist. Welche ICD-Schlüssel?

    Aufschlussreich ist der Artikel von 2013 von Birgitta vom Lehn in der FAZ:


    Die massive Ausweitung des ambulanten Operierens hat bei allen Vorteilen, die dies für Patienten im Einzelfall bedeutet, die Intransparenz eher befördert denn verringert. Denn was früher unter den Augen mehrerer, sich gegenseitig kontrollierender Fachkollegen in der Klinik stattfand, erledigt heute ein Arzt allein in seiner Praxis. Kontrollen bei Behandlung und Abrechnung finden so gut wie keine statt. Schon gar nicht wird kontrolliert, ob der Arzt auch tatsächlich das gemacht hat, was er aufgeschrieben hat. Abgerechnet wird jede Operation nach einem bestimmten Code. Für die Beschneidung gibt es einen anderen Code als für die vorhauterhaltende Operation, die sogenannte Vorhautplastik. Für die Plastik bekommt der Arzt gut 50 Prozent mehr Geld, immerhin 120 Euro extra. Welche Operation tatsächlich vorgenommen wurde, ist für die Kassen nicht nachvollziehbar: „Wir können in der Tat nicht überprüfen, ob der Arzt den falschen Code aufgeschrieben hat, sprich eine andere Behandlung durchgeführt hat als angegeben“, sagt eine AOK-Sprecherin. Und: „Das wäre dann Abrechnungsbetrug.“
    Fest steht aber, dass Ärzte den „lukrativeren“ Code im ambulanten Bereich bis zu zwanzig Mal häufiger abrechnen als den „billigeren“. Nur: In der Nachsorge stellen die Kinderärzte einen Befund fest, der dazu nicht passt. Kinderarzt Hartmann berichtet: „Eine Umfrage bei unseren Vorstandsmitgliedern und Landesverbandsvorsitzenden hat gezeigt, dass wir in unseren Praxen nach einer Operation eigentlich nur Kinder mit radikaler Beschneidung sehen, keine Kinder mit Vorhautplastiken.“


    Es gibt z.B.

    ICD N47 Vorhauthypertrophie, Phimose und Paraphimose Inkl.: Präputiale Adhäsion, Vorhautverengung

    Z41.2: Zirkumzision als Routinemaßnahme oder aus rituellen Gründen

    5-640.3 Frenulum- und Präputiumplastik


    Das wäre schon wichtig zu wissen, was davon mit den Zahlen gemeint ist. Eine Präputiumplastik ist keine Vorhautamputation. Aber eine als Präputiumplastik finanziell augehübschte Zirkumzison ist eine, und in vielen Fällen eine Genitalverstümmelung.


    Quote from von Lehn

    So ist die Zahl der Vorhautoperationen bei kleinen Jungen in den vergangenen Jahren offenbar rasant gestiegen. Das Wissenschaftliche Institut der AOK hat für die F.A.S. alle dort abgerechneten ambulanten und klinischen Fälle von Vorhauteingriffen bei Jungen bis fünf Jahren ermittelt. 2006 waren es noch 5.472 Eingriffe, 2011 dann schon 7.103 – 30 Prozent mehr. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung verzeichnet zwischen 2008 und 2011 sogar einen Anstieg um 34 Prozent – allein im ambulanten Bereich.


    Es scheint also möglich, dass ein starker Rückgang bei den "medizinisch-indizierten" Zirkumzisionen dank der neuen Leitlinie zu einem großen Teil durch Etikettenschwindel für Elternwunsch-Verstümmelungen aufgefressen wird.

    Aber es wird auf verschiedenen Ebenen getäuscht, getrickst und geschummelt - nichts genaues weiß man nicht. Sollen wir auch nicht wissen.

    Klar ist: jeder Junge hat ein Recht auf Vorhaut. Dieses Recht ist unteilbar. Man kann sich nicht damit beruhigen, dass ein Teil der Jungen von der neuen Leitlinie profitiert, wenn der Anteil der Traditionsverstümmelungen immer weiter zunimmt. Völlig jeder Kontrolle entzogen. Auf Wunsch des Bundestags.

    There is no skin like foreskin

  • Ok. Nochmal ganz langsam: Mir ist vollkommen bewusst, dass es keine vollständigen verlässlichen Daten gibt. Beide Datensätze sind nicht "vollständig" weder die Daten des Artikels vom KJA noch die Studie von Aksoy et al.

    Die Frage ist also, ob es - auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Zahlen unvollständig und fehlerhaft sind - der "Trend" nach oben oder nach unten ging. Denn auch unvollständige Daten können auf einen Trend hinweisen. Denn die Zahlen waren immer zu jedem Zeitpunkt unvollständig.

    Quote

    Erfasst sind hier nur Beschneidungen,
    die von Vertragsärzten abgerechnet wur-
    den. Es fehlen also alle privatärztlichen
    Zirkumzisionen, alle Beschneidungen in
    Krankenhäusern....

    Ja, die privatärztlichen Beschneidungen sind allerdings in beiden Zahlenreihen nicht enthalten - weder in der Studie von Aksoy et al. noch den Beschneidungszahlen aus dem Kinder- und Jugendarzt-Artikel.

    Beide Zahlenreihen sind, wenn ich es richtig verstanden habe, Krankenkassen-Zahlen, d. h. die Zahlen von Beschneidungen, die auf Kosten der Gesetzlichen Krankenkassen durchgeführt wurden.

    Bei den Beschneidungszahlen des KJA-Artikels fehlen auch die stationären Eingriffe. Sie sind allerdings vernachlässigbar.

    Diese Zahlen der stationär durchgeführten Beschneidungen kann man für den Zeitraum 2005-2017 in dieser Studie von Sochaczewsky et al (2021) nachlesen.
    Laut dieser Studie betrug die in diesem Zeitraum festgestellte Zahl aller Vorhaut-Eingriffe bei 0 bis 19 Jährigen etwa 10 000 (9418) pro Jahr und der der Zirkumzisionen etwa 5000 (4977). Tedenz fallend.

    Zumindest laut der Beschreibung der Studienautoren waren die Daten für die stationären Vorhaut-Prozeduren in Krankenhäuser relativ verlässlich:

    In brief, the national hospital statistic became mandatory in 2002 for every hospital that is reimbursed via the German system of diagnosis related groups, any licenced hospital with all its somatic departments, excluding only psychiatric departments, and can be obtained from 2005 onward [6]. Due to the mandatory nature, missing data for discharge information—principal diagnoses, procedures, age, sex, and length of stay—of hospitalised patients are almost non-existent [6]. Coding of these data follows standardised formats. Non-coded or incorrectly coded procedures lead to lack of reimbursement [6].


    Laut der Studie von Aksoy et al. blieb der Anteil (nicht die absolute Zahl) der stationären Beschneidungen im Untersuchungszeitraum konstant bei 11%!

    Quote from Aksoy et al.

    Von 2013 bis 2018 wurden in Deutschland insgesamt 673.819 Zirkumzisionen durchgeführt. Der Anteil ambulanter Eingriffe lag im Studienzeitraum konstant bei 89 %.


    Man kann also bei den von Aksoy et al. ermittelteten Beschneidungszahlen jedes Jahr 11% abrechnen und erhält so die Zahl der ambulanten Beschneidungen.

    Edited 5 times, last by Sokrates (June 19, 2023 at 5:58 PM).

  • Ich muss gerade eines feststellen.

    Ich hatte bisher angenommen, dass die Zahl der "vertragsätztlich abgerechneten Beschneidungen" wirklich alle ambulanten Beschneidungen erfasst.

    Es scheint wohl doch so zu sein, dass diese Zahl nur auf die von niedergelassenen Ärzten durchgeführten Beschneidungen bezieht. Nicht enthalten sind die von Krankenhäusern ambulant durchgeführten Beschneidungen.

    In dieser Publikation (https://www.kbv.de/media/sp/IGES_AOP_Gutachten_032022.pdf S. 88) werden für das Jahr 2019 114.088 "Operationen am Präputium" angegeben (für alle Altersgruppen), die sich wie folgt verteilen 59% vertragsärztlich (niedergelassene Ärzte), 39% ambulant am Krankenhaus, und 9% stationär.


    D. h. das ganze Ausmaß der Beschneidungen ist noch viel, viel schlimmer, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte immer angenommen, die Zahlen aus dem Kinder- und Jugendarzt seien im Prinzip alle ambulanten Eingriffe in Krankenhäusern und Ärzten. Aber das ist gar nicht so.

    Jetzt kann es natürlich sein theoretisch sein, dass wenn die Zahlen im vertragsärztlichen, ambulanten Bereich sinken, die Zahlen der ambulant an Krankenhäusern vorgenommenen Beschneidungen ansteigen, sodass die Zahlen insgesamt ansteigen.

  • Ich wollte wissen, wie viele Jungen/Männer in Deutschland beschnitten sind. Dazu habe ich aber keine übersichtliche Quelle gefunden. Also habe ich mal selbst gerechnet. Kann das stimmen?

    „Von 2013 bis 2018 (also in 6 Jahre) wurden in Deutschland insgesamt 673.819 Zirkumzisionen in medizinischen Einrichtungen durchgeführt“ (Studie „Entwicklung der Zirkumzisionszahlen in Deutschland seit Billigung der rituellen Beschneidung“). In Deutschland gibt es etwa 677.000 Geburten jährlich (davon logischerweise etwa die Hälfte männlich). Also wird jeder dritte Junge (bzw. männliche Mensch) in Deutschland im Laufe seines Lebens in einer medizinischen Einrichtung beschnitten, hinzu kommen rituelle Beschneidungen (Weniger als 7 % sind Muslimen oder Juden, davon sind aber sicher auch einige in medizinischen Einrichtungen beschnitten und andere vielleicht auch gar nicht). Das ist schon extrem viel, im Hinblick darauf, dass das ja fast immer unnötig ist (je nach Studie so ein Prozent medizinisch indiziert).

    Und ungefährlich ist das ganze auch nicht: Die „Mortalität nach Zirkumzision (…) (ist) in einer Studie mit etwa 0,013% angegeben (Korkes 2012)“ (siehe aktuelle Leitlinie). Das wäre nach meiner Rechnung einer von etwa 7.700 Jungen. Bei etwa 112.000 Eingriffen im Jahr, wären das also mehr als 14 Jungen pro Jahr in Deutschland. Aber die Datenlage ist bisschen mau und die Aussagekraft der Studie sei mal dahingestellt.

  • Ich kann anekdotisch etwas aus meinem Umkreis eines kleinen Dorfes in Oberbayern erzählen: 50 Einwohner, Hälfte männlich. Von diesen 25 weiß ich das ich beschnitten bin, mein Vater und ein Freund. Das sind auch alles „medizinische“ Eingriffe gewesen. Das wären bereits mehr als 10%. Und ich kenne ja nur diese drei Fälle. Wahrscheinlich ist die echte Zahl doppelt so hoch. Da war es kein Wunder das ich in dieser Region auch beschnitten wurde, scheinbar ziemlich viele schlechte Ärzte.

  • Also von meiner Kindheit im Ruhrgebiet bis zum Ende meiner Schulzeit 2001 habe ich genau 2 Jungen/Männer gesehen die beschnitten waren und nicht Muslime waren. Und wir waren mit gut 30 Jungs nach dem Schulschwimmen in einer Sammelumkleide.
    Auf der weiterführenden Schule 14 Jungs. Davon zwei Muslime. Die 12 anderen Intakt.

    Wann ist das noch mal aufgeflogen mit der Arztpraxis die bei manchen Jugen 3 mal oder öfters Beschneidungen abgerechent haben?

    Laut derm umfrage bei Jungsfragen sind gut 1/5 der Jungen beschnitten.

    jungsfragen – Niemand geht dumm ins Bett!
    jungsfragen.de ist das niedrigschwellige Angebot für Jungs ab ~12 Jahren zum Thema Pubertät und STI-Prävention.
    www.jungsfragen.de


    Ich hab ja die Theorie das als es noch nicht so viele Kinderchirurgen gab die Zahlen geringer waren. Mit den neuen Leitlinien sollten aber auch die Zahlen wieder runtergehen.

  • Es gibt keine verlässlichen Zahlen zu Zirkumzisionen an Jungen im Kindesalter weil es keine geben soll. Politisch unerwünscht.

    Im Änderungsantrag zum §1631d BGB von Burkhard Lischka und anderen gab es einen Passus:


    Dieser Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Man hatte Angst vor dem, was dabei herauskommen könnte. Man wollte verhindern, dass einem das Gesetz auf die Füße fällt.

    Man will es nicht genau wissen, weder die Zahl der Verstümmelungen noch die Zahl der schweren Komplikationen noch die Zahlen der Todesfälle.


    Umfragen, ganz besonders Online Umfragen können keine verlässlichen Zahlen liefern.


    Meine anekdotischen Erfahrungen:

    Aus der Kindheit: im elterlichen Garten gab es einen Swimming Pool. Da kamen Freunde und Nachbarskinder immer wieder gerne zu Besuch zum Baden. Wir Jungs haben uns gemeinsam umgezogen, nie habe ich einen vorhautlosen Jungen gesehen.

    Später, unter der Dusche im Leichtathletik-Verein: Von ca. 20 Jungen war einer vorhautlos. Der war katholisch. Muss wohl ein Fall von echter oder (wahrscheinlicher) fälschlicher medizinischer Indikation gewesen sein. Muslime gab es damals in unserer Kleinstadt vermutlich nicht, von Juden wusste man auch nichts. Am Gymnasium, in der Basketball-Abteilung: von den Jungen die anschließend duschten waren alle intakt. Im Basketball-Verein: dito. Noch später, beim Betriebssport (Volleyball): dito. Beim Squash: dito.

    OK, das ist lange her und die Verhältnisse sind heute in diverser Hinsicht anders. Bei dem Aspekt kann man nur sagen: leider! :(

    Seit dem 12.12.2012 Millionen Jungen sinnlos verstümmelt, dank:


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