Noch eine Ergänzung zu meinem ersten Beitrag:
Hallo Nine84,
ich finde es sehr bedenklich, dass dieser Kinderurologe so ganz nebenbei eine Vorhautamputation ("Beschneidung") vorgeschlagen hat, offenbar ohne wirklichen Grund. Klar, er verdient natürlich seine Brötchen damit...
Wenn dann eine Mutter Bedenken äußert, rudert er natürlich zurück, er will sich ja keinen Ärger einhandeln. Hätte er das auch getan, wenn die Antwort einer uniformierten Mutter gelautet hätte: "Na ja, wenn Sie meinen, Herr Doktor..."?
Das was "Zipfelmütze" hier anspricht, ist auch mir sofort sehr negativ aufgefallen. Diese Diagnose verkürztes Frenulum bei einem 6-jährigen Jungen mit noch bestehender Vorhautverklebung ist schon - um es freundlich auszudrücken - extrem fragwürdig. Wie bereits gesagt: Das Leitsymptom eines Frenulum breves/verkürzten Vorhautbändchens ist die Behinderung des Zurückziehens des Vorhaut. Aber auch die Vorhautverklebung behindert vollständiges Zurückziehen der Vorhaut. Woher will der Arzt dann mit Sicherheit wissen, dass das Vorhautbändchen zu kurz ist?!
Aber dass er dann auch noch auf Basis dieser fragwürdigen Diagnose gleich eine radikale Beschneidung, eine vollständige Entfernung der Vorhaut – mit all den damit einhergehenden Risiken, Schmerzen und unumkehrbaren sexuellen Auswirkungen – ins Spiel bringt, setzt dem Ganzen dann noch sprichwörtlich die Krone auf.
Selbst wenn dein Sohn eine verkürztes Vorhautbändchen hätte, wofür ich in deinen Schilderungen keinen sicheren Anhaltspunkt entdecken kann, wäre das doch kein Grund gleich die ganze Vorhaut zu entfernen. Das wäre ungefähr so, als würde ein man wegen einem erkrankten Finger gleich die ganze Hand amputieren.
Ich muss dir ganz ehrlich sagen: Bei mir kommt zumindest mal ein Verdacht auf, dass dieser Urologe dich ganz einfach betrügen wollte. Dass er dir und deinem Sohn eine – das Erscheinungsbild, die Funktion und das Empfinden des Penis für immer verändernde – Genitaloperation aufschwatzten wollte, von der selbst ganz genau weiß, dass dein Sohn sie gar nicht braucht, und für die er dann eine passende Diagnose als Vorwand erfunden hat.