Hallo zusammen, bin neu hier!

  • Guten Abend,

    ich muss euch schreiben, dass man mich nicht so leicht sprachlos macht bzw, erleben kann, aber euer Einsatz und Verständnis machen mich sprachlos. :thumbup: Danke!

    Ich habe hier alles Niedergeschriebene aufgesaugt und möchte euch dazu meine persönlich Meinung bzw. auch die mögliche Reaktion meines Mannes darstellen.

    Also ich kenne meinen Mann seit 23 Jahren, ja ich weiß, man war ich da jung :whistling: Seit dieser Zeit gehen wir durch dick und dünn. Aufgrund der kulturellen Unterschiede mussten wir beide viel erkämpfen. Jetzt nach Jahren, man es hört sich an, als ob wir schon alte Säcke wären, hat sich alles zu positiven gewandelt. Seine Familie macht kein Druck, er ist die treibende Person, was die Beschneidung es angeht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass meine Schwiegereltern mich recht gut kennen und wissen, dass wenn ich gegen etwas bin, ich es nicht aus Boshaftigkeit mache, sondern eher, dass ich dafür Gründe habe. Was ich aber definitiv sagen kann ist nämlich, dass mein Mann bestimmt, seinen Eltern nicht klipp und klar gesagt hat, dass ich gegen die Beschneidung beim Kind Bedenken habe. Ich soll meine Bedenken gegenüber seinen Eltern nicht äußern. Ich kann hier seine Unsicherheit nicht verstehen, er müsste nämlich ein Profi sein sich bei seinen Eltern durchsetzten zu können, schließlich hat er sich für Uns entschieden und hat seinem Papa die Stirn geboten. Ich sehe es in diesem Punkt aber ganz einfach, es ist unser Sohn also unsere Entscheidung.
    Nun zur den Ausführungen von Mou. Bitte verstehe mich nicht falsch, mein Mann ist in der Problembewältigung recht konservativ, ja nicht fremden Personen von möglichen Problemen erzählen und diese noch ins Netz stellen. Ich bewege mich hier grad auf einem sehr schmalem Grat. Ich muss das Gespräch suchen bzw. Argumente vortragen, welche ihn in seiner Meinung umstimmen oder wenigstens zur Überlegung anregen. Mein Mann ist einfach gestrikt, mit Paragraphen brauche ich ihm nicht kommen , dass sprüht nur Öl ins Feuer. Er ist in von seiner Bildung her kein Doktorträger :D ist aber für sein Wesen ein sehr guter Mensch.

    @Tarubenzucker, die von dir gestellten möchlichen Fragen meines Mannes, haben wir bis auf eine nämlich "wie habe ich meine Beschneidung erlebt" geklärt. Diese Fragen habe ich schon recht früh in unserer Beziehung angesprochen, aber da waren wir jung, dachten an keine Kinder usw.usw. Was seine Beschneidung es angeht, da konnte er oder wollte er nicht mit der ganzen Wahrheit rausrücken.

    Maria Werner, vielen Dank für die Links, werde mir diese anschauen und eine Strategie aufbauen.

    Gibt es denn vielleicht Aufzeichnungen z.B TV-Sendungen wo auch Muslime sich kritisch der Beschneidung äußern. Mein Mann ist eher ein Visualist. Ich habe im Netz gesucht, jedoch nicht fündig geworden, dafür bekomme ich Links in meinen Augen zu einem sehr sehr unseriösen Privatarzt Muhanad Abu Baker, dass solche Leute auf die Menschheit los gelassen werden, hier könnt ich (würg)

    Nochmals Danke

  • Trauma muslimische Beschneidung: Ali Utlu im Gespräch:
    http://youtu.be/1VQyLvhd28o

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

    2 Mal editiert, zuletzt von Weguer (4. Juni 2014 um 11:32)

  • Und hier noch Alex Bachl:
    Er ist Sohn eines Syrischen Vaters und wurde rituell beschnitten. In Rahmen der Debatte zum Gesetzentwurf des 1631d wurde er fürs Heute Journal interviewt und spricht über seine Probleme mit seiner Beschneidung.
    http://youtu.be/s_iXeZq1iW8

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  • "it can be...suicide...not to hide...but show one's...true colors...to those...who are anxious...to attack" R.L. CRUTCHFIELD'S DARK DAY - chameleon
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    vielen Dank. Werde mir die Sachen anschauen

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  • Liebe Sabine,

    ich habe so ein Bauchgefühl bekommen, als ich Deine Zeilen gelesen habe. Vielleicht hilft Dir das, wenn ich versuche dieses Empfinden in Worte zu bringen?

    Da sind zwei Aspekte, über die ich beim Lesen gestolpert bin. Zum einen die Unsicherheit bei Deinem Mann gegenüber seinen Eltern, die damit zusammenhängt, dass Du gegen die Beschneidung eures Sohnes bist. Und zum anderen schreibst du, dass die Frage, wie Dein Mann seine eigene Beschneidung erlebt hat, ja, dass er da nicht mit der ganzen Wahrheit rausrücken kann oder will.

    Was sagt Dein Bauchgefühl? Gehören die beiden Aspekte in seinem Verhalten vielleicht zusammen?
    Mein Bauchgefühl bringt mich dazu, diese Frage zu stellen.

    Wie kann Dein Mann für etwas sein, worüber er selber nicht mit der ganzen Wahrheit sprechen kann oder möchte? Da braucht es gar keine Argumente mehr, auch keine Videos von anderen Männern um ihn zu überzeugen. Es ist so offensichtlich, finde ich.

    Das Verhalten Deines Mannes zeigt, dass er in einem Konflikt steckt. Warum ist es wohl so schwer über die eigene Beschneidung zu sprechen und warum zeigt sich genau bei diesem Thema die Unsicherheit gegenüber den eigenen Eltern? Warum ist es für ihn schwer? Sein Verhalten drückt dies doch aus, oder täusche ich mich?

    Und auf der anderen Seite soll es für Euren Sohn leichter sein, jetzt beschnitten zu werden, nicht erst wenn er erwachsen ist und selber abwägen kann. Ja in diesem Fall soll nicht Euer Sohn entscheiden, sondern die Eltern, ganz so als hättet ihr das nicht schon damit geregelt, dadurch dass Euer Sohn später mal selbst seine Religionszugehörigkeit wählen soll. Das ist doch so offensichtlich widersprüchlich, oder nicht?

    Für mich zeigt Dein Mann mit seinem Verhalten und seiner Haltung einen Konflikt, es passt nicht zusammen.

    Und jemanden, der in einem Konflikt steckt, hilft es meist nicht so viel, wenn man ihn versucht von etwas zu überzeugen.

    Mein Bauchgefühl sagt mir, dass Dein Mann seine Not zeigt, die Not des kleinen Jungen in ihm, über den er nicht sprechen kann oder will. Er spricht nun doch, nicht mit Worten, so wie Kinder das halt tun, sondern man sieht es am Verhalten, das sagt mein Bauchgefühl. Und darin liegt eine große Chance. Der kleine Junge der damals beschnitten wurde, meinst Du nicht dass es da eine große Sehnsucht in Deinem Mann gibt, die Sehnsucht des kleinen Jungen in seiner Not.

    Wie hat er wohl seine Beschneidung erlebt, Dein Mann?

    Darum geht es! Das sagt mein Bauch. In erster Linie. Und nicht um die Beschneidung Eures Sohnes. Ich glaube, wenn der kleine Junge in Deinem Mann seine Geschichte erzählen kann und der erwachsene Mann zuhören will, dann hat sich das Thema mit der Beschneidung Eures Sohnes als Kind erledigt.

    Es ist aber sehr schwer. Ich habe in mir auch ein kleines Kind das beschnitten wurde und als ich mit seinem Schmerz in Kontakt gekommen bin, diesen Schmerz gespürt habe, da hat es mir die Füße unter dem Boden weggezogen und seitdem ist nichts mehr so wie vorher. Aber doch: was für eine Erlösung!

    Soviel zu meinem Bauchgefühl. Alles Gute für Dich und für Deinen Mann.

    PS: Ich bin nicht gegen die Videos, sie können Deinem Mann vielleicht helfen, mit dem Erleben seiner Beschneidung in Kontakt zu kommen.

    Achtsamkeit ist ein aufmerksames Beobachten, ein Gewahrsein, das völlig
    frei von Motiven oder Wünschen ist, ein Beobachten ohne jegliche
    Interpretation oder Verzerrung. (J. Krishnamurti)

  • Hallo liebe Sabine,

    ach ich wünsche Dir einfach von Herzen, dass Du es schaffst, mit Deinem Mann gemeinsam den Weg zu finden, dieses Problem anzugehen! Du hast nach Videos gefragt und ich klappere mal ab, was es auf deutsch gibt und auch nicht so hochtrabend ist.... sieb sieb sieb... wie wäre es hiermit? Naja, auch nicht soo optimal für Deinen Fall. Hm. Ich suche mal weiter.

    Ein Video in deutscher Sprache von (gläubigen) muslimischen Beschneidungsgegnern kenne ich leider nicht. Allzu viel Material gibt es eh nicht auf Deutsch. Die guten Sachen sind alle auf englisch, und ich nehme einmal an, dass das nicht so prickelnd ist für Deinen Mann.

  • Ja hab ich schon gesehen, Pizarro. Don't worry. ;) Dennoch. So richtig cool fände ich ein Aufklärungsvideo auf deutsch. So ein Gesamtpaket. Wobei Mohammeds Rede ziemlich gut ist, einfach weil er gläubiger Muslim IST.

  • Eins hab ich noch: Das ist zwar kein bewegtes, dennoch ein sehr bewegendes Bild: Ein Interview des türkischstämmigen Önder Özgeday aus Bochum.
    http://www.derwesten.de/staedte/bochum…-id7318904.html

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  • dafür bekomme ich Links in meinen Augen zu einem sehr sehr unseriösen Privatarzt Muhanad Abu Baker, dass solche Leute auf die Menschheit los gelassen werden, hier könnt ich (würg)

    Du hältst Abu Bakr tatsächlich für unseriös? Na, das lass den aber mal nicht hören... :D

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
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    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Ich finde eigentlich auch dieses Video sehr gut, aber ich weiss halt nicht, ob es für Deinen Mann in dieser Situation das Richtige ist, zumal sich nicht, wie gewünscht, ein Moslem äußert.

    Vielleicht könnte man ihn auch über die rein medizinische Seite für das Thema öffnen? Ich bin gespannt auf das Video von Prof. Dr. Stehr über dessen Vortrag auf dem Symposuim in Köln, das demnächst veröffentlicht werden soll.

    WIE er Zugang finden könnte, ist natürlich die große Frage. Traubenzuckers Ausführungen dazu finde ich sehr spannend.

  • Wow, diese Rede von Mohamed Louizi ist einfach wunderbar. Er ist ein Reformer. Ich stimme total mit ihm überein. Auch iche sehe die Hadithe sehr kritisch (Lustig, wie die Übersetzerin Hadithe ausspricht, das th wird eigentlich wie ein scharfes s gesprochen :) ).

    Solche Reformer sind in einigen Strömungen des Islam aber nicht gern gesehen. Deshalb liebe Sabine (du kennst deinen Mann und dessen Einstellung ja am besten) schau erst mal, wie viel von dem Video du deinem Mann zumuten kannst, ohne dass er gleich mit Ablehung reagiert. Denn das Hauptziel ist ja erst mal, die Beschneidung zu verhindern. Also, wenn du es für besser hältst, kannst du ihm ja auch nur die erste Hälfte der Rede zeigen und dann ausmachen, mit den Worten, dass das interessanteste nun gesehen wurde ;) . Du wirst ja sehen, wie offen er ist. Ob er generell offen dafür ist, die Religion bzw. die alten Gelehrten zu hinterfragen.

    Liebe/r Demaged, Zentralrat der Exmuslime würde ich NIEMALS nehmen um einen Muslim von irgendwas überzeugen zu wollen. Das sind ja nicht einfach nur Exmuslime. Das wäre nicht weiter schlimm. Sie kämpfen aber aktiv gegen uns und unsere Religion. Sie sind für uns Muslime nicht vertrauenswürdig. Damit würde ich ganz ganz vorsichtig umgehen. Ich hab mir die Rede von dieser Frau Ahadi zwar jetzt nicht angehört, vielleicht ist sie gar nicht mal so schlecht...aber ich verspüre eine solche Abneigung gegen diese Frau, dass ich absolut kein Bedürfnis verspüre, noch irgendwas von ihr zu lesen oder zu hören....

    Liebe Sabine, Beschneidungsgegner unter Muslimen sind leider momentan nur eine kleine Minderheit. Zu viele Muslime sind noch zu ängstlich, trauen sich nicht die Religion und die Dogmen zu hinterfragen, weil ihnen von den großen alten Gelehrten eingehämmert wird, dass sie nicht hinterfragen DÜRFEN und Erneuerungen eine Sünde seien.
    Dabei sind das gar keine Erneuerungen. Eine Reform ist eigentlich nur eine Rückkehr zum Ursprung. Wir müssen herausfinden, was wirklich wichtig ist in der Religion und was nur Traditionen sind, die eigentlich keinen spirituellen Wert haben.
    Naja jedenfalls sind wir offenbar in der Minderheit und deshalb kann ich dir jetzt auch keine Links zu TV-Sendungen zeigen.
    Es gibt zwar schon jede Menge Reformer und auch Vertreter eines europäischen Islam, aber die haben sich bisher m.W.n. noch nicht zum Thema Beschneidung geäußert. Bzw. die meisten von ihnen.

    Ich kann dir nur Links zu Texten senden, wenn du magst. Ansonsten müssen wir eben versuchen, deinen Mann in Gesprächen durch Argumente zum Nachdenken zu bringen.

    Was meinst du, wo möchtest du ansetzen? Generell gegen Beschneidung argumentieren oder nur gegen Beschneidung im KINDESALTER? Ich weiß du möchtest deinem Sohn die Entscheidung überlassen, aber wie sollen die Argumente wirken?

    Gegen Beschneidung im Kindesalter kann man bspw. die ganzen Risiken anbringen. Die ganz schwerwiegenden Komplikationen, bis hin zum Tod. Hier war doch mal ein sehr bewegender Bericht verlinkt, von muslimischen Eltern, die ihr Kind dadurch verloren. Ich erinnere mich an das Foto der Eltern...Sowas könnte Wirkung zeigen.

    Und dann natürlich die Geschichten von Männern wie Ali Utlu. Erzähl deinem Mann ruhig, dass Ali Utlu kein Muslim mehr ist. Und zwar aufgrund der Beschneidung. Das ist nämlich aus religiöser Sicht besonders tragisch. Und es gibt viele von diesen Männern. Und dann fragst du deinen Mann, ob er das riskieren möchte? Ob er das Trauma eures Sohnes riskieren möchte, ob er riskieren möchte dass euer Sohn aufgrund des Schmerzes und des Leids, das er möglicherweise erfährt, an seinem Glauben zweifelt, ihn sogar verliert bzw. erst gar nicht dazu kommt? Möchte er daran Schuld sein?
    Frag ihn was aus seiner Sicht besser ist bei Gott, ein unbeschnittener Gläubiger oder ein beschnittener Mensch, der seinen Glauben verlor?

    Unsere Religion soll uns unser Leben erleichtern und nicht erschweren.

    Auch die Gelehrten machen Fehler. Und selbst die großen orientalischen Gelehrten sind teilweise offen genug, mit dem Fortschritt zu gehen und Fatwas zu widerrufen bzw. neue zu erstellen, wenn der Fortschreit zeigt, dass etwas falsch war. Das kannst du ihm anhand einer Fatwa von Yusuf al-Qaradawi belegen, die ich dir gern schicken kann. Berifft zwar die Beschneidung von Mädchen, aber es geht ja um Fortschritt und Wissen in Verbindung mit Religion. Diese Fatwas wollte ich ohnehin mal hier im Forum posten. Vergesse es nur immer wieder.

  • Liebe/r Demaged, Zentralrat der Exmuslime würde ich NIEMALS nehmen um einen Muslim von irgendwas überzeugen zu wollen. Das sind ja nicht einfach nur Exmuslime. Das wäre nicht weiter schlimm. Sie kämpfen aber aktiv gegen uns und unsere Religion. Sie sind für uns Muslime nicht vertrauenswürdig. Damit würde ich ganz ganz vorsichtig umgehen. Ich hab mir die Rede von dieser Frau Ahadi zwar jetzt nicht angehört, vielleicht ist sie gar nicht mal so schlecht...aber ich verspüre eine solche Abneigung gegen diese Frau, dass ich absolut kein Bedürfnis verspüre, noch irgendwas von ihr zu lesen oder zu hören....

    Mir ging es darum zu zeigen, dass es Menschen gibt, die muslimisch erzogen oder in einem muslimisch geprägten Umfeld aufgewachsen sind und sich gegen die Beschneidung von Jungen aussprechen. Ob Sabine diesen Beitrag Ihrem Mann zeigen möchte, bleibt ganz ihr überlassen. Und ob der Zentralrat aktiv gegen Euch (wer ist "Euch"?) und den Islam kämpft, dafür möchte ich gerne konkrete Belege haben (gerne per PM, auf keinen Fall in diesem Thread, gehört hier nicht her).

    Und dann natürlich die Geschichten von Männern wie Ali Utlu. Erzähl deinem Mann ruhig, dass Ali Utlu kein Muslim mehr ist. Und zwar aufgrund der Beschneidung. Das ist nämlich aus religiöser Sicht besonders tragisch. Und es gibt viele von diesen Männern. Und dann fragst du deinen Mann, ob er das riskieren möchte? Ob er das Trauma eures Sohnes riskieren möchte, ob er riskieren möchte dass euer Sohn aufgrund des Schmerzes und des Leids, das er möglicherweise erfährt, an seinem Glauben zweifelt, ihn sogar verliert bzw. erst gar nicht dazu kommt? Möchte er daran Schuld sein?
    Frag ihn was aus seiner Sicht besser ist bei Gott, ein unbeschnittener Gläubiger oder ein beschnittener Mensch, der seinen Glauben verlor?

    Hier geht mir die Hutschnur hoch, ich finde Deine Aussagen ziemlich anmaßend und perfide!

    Es geht einzig und allein um die körperliche Unversehrtheit und den Schutz des Sohnes und nicht darum, ob er wegen oder trotz der Beschneidung zu irgendeinem Gott findet oder sich abwendet. Das bleibt sowieso einzig und allein die Angelegenheit des Sohnes, was seine Eltern darüber denken oder sich wünschen ist irrelevant. Über den Glaubensstatus des Sohnes wurde hier im Übrigen noch keine Aussage getroffen, vielleicht tendiert er ja sogar eher zum Christentum? Oder zum Atheismus? Außerdem möchte ich sehen, wie eine Atheistin einen Muslim davon überzeugt, dass der gemeinsame Sohn vielleicht nicht zu seinem Gott findet, wenn er ihn beschneiden lässt. Finde den Fehler...Viel wichtiger ist doch, dass der Vater seinen Sohn so liebt, wie er ist, und nicht, welchen Gott er jetzt oder später anbetet.

    Genauso bezweifle ich, dass Ali "nur" aufgrund der Beschneidung kein Muslim mehr ist. In dem Interview sagt er "...seit der Sache mit der Beschneidung und auch vielen anderen Sachen fühle ich mich nicht als Moslem berufen..."

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  • Damaged, es geht hier darum, einen Muslim davon zu überzeugen, sein Kind nicht beschneiden zu lassen. Mir ist klar, dass solche Argumente in den Augen von Atheisten sehr unschön klingen. Ich habe auch nicht die Absicht hier irgendjemanden zu verletzten. Aber eine Diskussion unter Gläubigen kann ganz anders ablaufen, als eine Diskussion zwischen Nichtgläubigen.
    Und hier geht einfach nur darum einen Gläubigen zu überzeugen. Da wiegen dann religiöse Argumente teilweise mehr als die "weltlichen". Kommt eben immer auf den jeweiligen Menschen an.

    Mit "gegen uns" meine ich gegen uns Muslime. Ich fühle mich da auch angegriffen. Auch wenn ich in ganz vielen Punkten nicht mit meinen Glaubensgeschwistern übereinstimme. Aber bei gewissen Aussagen von dieser Frau Ahadi habe ich mich echt angegriffen gefühlt, weil sie pauschalisiert hat und teilweise die Unwahrheit gesagt hat. Gut, ich muss sagen, es ist schon einige Jahre her, seit ich mich mit ihr beschäftigte. Vielleicht hat der Verein sich inzwischen geändert. Einiges deutet darauf hin. Ich war grad auf deren Website und finde die Aussagen gerade gar nicht schlecht. Vor ein paar Jahren fand ich noch ganz schlimm, was sie schrieben und sagten. Nun sehe ich viel Differenzierung. Mal schauen, ich werde mich doch noch mal intensiver mit ihnen auseinandersetzen. Und ja, ich kann dir gern per PN die Aussagen von ihnen schicken, die mich so sehr störten und dir erklären, warum das so war/ist. Gib mir nur ein wenig Zeit diese Artikel rauszusuchen.

    Ja, dann war es halt bei Ali Utlu nur unter anderem die Beschneidung, aber das ist doch jetzt in der Diskussion mit Sabines Mann nicht wichtig. Im Gegenteil, das könnte ihn verunsichern und noch in der Meinung bestärken, man wolle nur die Religion angreifen, verstehst du? Klar gibt es noch einiges mehr an den üblichen Islamauslegungen zu kritisieren, das ist hier aber nicht das Thema.

    Es geht hier in dieser Diskussion auch nicht um dein Befinden, sondern um Sabine, den Jungen und seinen Vater.

  • Es geht nicht um mein Befinden. Wohl eher um Deins, denn Du hast geschrieben, dass Du eine Abneigung gegen Frau Ahadi verspürst und NIEMALS den Zentralrat der Muslime zurate ziehen würdest. Und wenn Du "uns Muslime" schreibst, pauschalisierst Du ebenfalls.

    Es geht darum, dass Du Dinge verkürzt und vereinfacht dargestellt hast, die so nicht zutreffen. "unter anderem die Beschneidung" ist schlichtweg was anderes als "aufgrund der Beschneidung".Und ich finde das schon wichtig. Denn bei allem was wir hier schreiben, sollten wir möglichst immer bei den Fakten bleiben und Sabine nicht manipulieren, egal in welche Richtung. Wir stellen das Buffet und sie bedient sich. Und ich hoffe, dass sie als Atheistin nicht zu den Halal-Speisen greifen muss, um Ihren Mann zu überzeugen. ;)

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