Beiträge von Anna

    Liebe Sabine,
    ich glaube auch nicht, dass irgendjemand hier so etwas denkt.

    Ich hatte aufgrund dieses Zitats von Dir angenommen, dass die Reli eine Rolle spielt:

    Zitat

    Ich merke erst jetzt, dass diese Thematik bei mir und meinem Mann für lange lange Gespräche sorgen wird. Derzeitig empindet mein Mann, meine negative Einstellung gegenüber der Beschneidung bei unserem Sohn, als ein Angriff auf seine Religion. Nur ich verstehe es nicht, er war und ist keiner der z.b 5 x am Tag betet, oder dass er jeden Freitag in die Mosche geht. Er glaubt an Allah, ist ein stolzer Mann,aber war nie
    fanatisch,ich mag das Wort nicht, aber es passt derzeitig betreffend derStimmung bei meinem Mann. Er verhält sich so borniert. Ich stehe nun daals ob ich seine Religion oder bessere gesagt die Bräuche nicht
    respektiere.

    Aber gut, dass es jetzt eine klare Aussage gibt. Es ist also die Tradition. Er schämt sich vor den Freunden....und macht sich selbst Druck...

    Hm...ich kann mir vorstellen, dass auf ihn der gleiche Druck lastet, wie auf viele, die in Mischbeziehungen stecken. So wie du befürchtest man würde von dir denken, du stehst unter der Fuchtel deines Moslems (typisches Klischee) befürchtet er möglicherweise man würde von ihm denken, er steht unter der Fuchtel "der Deutschen" (krass ausgedrückt). Da sind die Klischees auf beiden Seiten, die Eheleute in Mischehen stark verunsichern können. :(

    Ich hoffe er begreift, wenn erst mal das Unrechtsbewusstsein bzgl. Beschneidung da ist, dass sein Kind, die Gesundheit und das Wohlbefinden seines Kindes, wichtiger ist, als das was Freunde und Bekannte denken könnten.

    Religiöse Propaganda? Also bitte, wo mache ich denn Propaganda? In dieser Diskussion geht es um einem MUSLIM. Der die Beschneidung u.A. aus religiösen Gründen durchführen lassen möchte. Hier kann man die Religion einfach nicht raushalten.
    Und nein, es geht hier auch nicht um mein Befinden. Aber dieses Gefühl dem ZDE gegenüber habe nicht nur ich. Ich kenne bisher keinen Muslim, der diesem Verein positiv gegenüber steht. Wobei ich persönlich möglicherweise meine Meinung ändere, weil ich feststellen musste, dass ich mittlerweile schon in ganz vielen Punkten mit ihnen übereinstimme, nach weiterem Stöbern auf deren Website. Sie scheinen tatsächlich diffenzierter geworden zu sein.

    Aber das wissen sicher die wenigsten, schon gar nicht jemand der "einfach gestrickt" ist. Dieser Verein ist höchstwahrscheinlich den meisten Muslimen immer noch sehr suspekt. Und man kann keine Argumente von jemandem annehmen, dem man misstraut.

    Zitat

    Aber schöner wäre es sicher für alle Beteiligten, wenn dem Vater klar
    wird, dass es nicht um ihn oder seine Religion, sondern um seinen Sohn
    geht.

    Das wäre wünschenswert, ist aber in der Realität oft nicht so einfach zu erreichen. Sowas funktioniert meist erst über mehrere kleine Schritte.

    Ich muss noch dazu sagen. Als ich mich damals in dem Umdenkprozess befand, von Beschneidungsbefürworterin zur Gegnerin (das lief auch langsam und in ganz kleinen Schritten ab), habe ich dieses Video von Ali Utlu gesehen. Ich war geschockt von der Geschichte, aber der Punkt dass er deshalb den Glauben verlor, stach für mich sehr hervor und war ein wichtiger Punkt im Umdenkprozess. Und ich habe es damals so wahrgenommen, dass es wegen der Beschneidung war. Möglicherweise habe ich das "u.a." bemerkt, aber das rückte für mich wohl in dem Moment in den Hintergrund meiner Wahrnehmung, hat sich nicht so in meinem Gedächtis festgesetzt, wie der Beschneidungspunkt.

    Das kannst du als Atheist bestimmt nicht nachfühlen. Aber für Gläubige gelten ganz andere Maßstäbe, was das Leben auf der Erde und das Leben nach dem Tod betrifft. Und da du das nicht nachfühlen kannst, verstehst du auch nicht, warum ich dieses Argument anführe.

    Würde es um eine Diskussion mit einem Atheisten gehen, würde ich selbstverständlich ganz anders vorgehen und keine "religiöse Propaganda" betreiben. :wacko:

    Damaged, es geht hier darum, einen Muslim davon zu überzeugen, sein Kind nicht beschneiden zu lassen. Mir ist klar, dass solche Argumente in den Augen von Atheisten sehr unschön klingen. Ich habe auch nicht die Absicht hier irgendjemanden zu verletzten. Aber eine Diskussion unter Gläubigen kann ganz anders ablaufen, als eine Diskussion zwischen Nichtgläubigen.
    Und hier geht einfach nur darum einen Gläubigen zu überzeugen. Da wiegen dann religiöse Argumente teilweise mehr als die "weltlichen". Kommt eben immer auf den jeweiligen Menschen an.

    Mit "gegen uns" meine ich gegen uns Muslime. Ich fühle mich da auch angegriffen. Auch wenn ich in ganz vielen Punkten nicht mit meinen Glaubensgeschwistern übereinstimme. Aber bei gewissen Aussagen von dieser Frau Ahadi habe ich mich echt angegriffen gefühlt, weil sie pauschalisiert hat und teilweise die Unwahrheit gesagt hat. Gut, ich muss sagen, es ist schon einige Jahre her, seit ich mich mit ihr beschäftigte. Vielleicht hat der Verein sich inzwischen geändert. Einiges deutet darauf hin. Ich war grad auf deren Website und finde die Aussagen gerade gar nicht schlecht. Vor ein paar Jahren fand ich noch ganz schlimm, was sie schrieben und sagten. Nun sehe ich viel Differenzierung. Mal schauen, ich werde mich doch noch mal intensiver mit ihnen auseinandersetzen. Und ja, ich kann dir gern per PN die Aussagen von ihnen schicken, die mich so sehr störten und dir erklären, warum das so war/ist. Gib mir nur ein wenig Zeit diese Artikel rauszusuchen.

    Ja, dann war es halt bei Ali Utlu nur unter anderem die Beschneidung, aber das ist doch jetzt in der Diskussion mit Sabines Mann nicht wichtig. Im Gegenteil, das könnte ihn verunsichern und noch in der Meinung bestärken, man wolle nur die Religion angreifen, verstehst du? Klar gibt es noch einiges mehr an den üblichen Islamauslegungen zu kritisieren, das ist hier aber nicht das Thema.

    Es geht hier in dieser Diskussion auch nicht um dein Befinden, sondern um Sabine, den Jungen und seinen Vater.

    Wow, diese Rede von Mohamed Louizi ist einfach wunderbar. Er ist ein Reformer. Ich stimme total mit ihm überein. Auch iche sehe die Hadithe sehr kritisch (Lustig, wie die Übersetzerin Hadithe ausspricht, das th wird eigentlich wie ein scharfes s gesprochen :) ).

    Solche Reformer sind in einigen Strömungen des Islam aber nicht gern gesehen. Deshalb liebe Sabine (du kennst deinen Mann und dessen Einstellung ja am besten) schau erst mal, wie viel von dem Video du deinem Mann zumuten kannst, ohne dass er gleich mit Ablehung reagiert. Denn das Hauptziel ist ja erst mal, die Beschneidung zu verhindern. Also, wenn du es für besser hältst, kannst du ihm ja auch nur die erste Hälfte der Rede zeigen und dann ausmachen, mit den Worten, dass das interessanteste nun gesehen wurde ;) . Du wirst ja sehen, wie offen er ist. Ob er generell offen dafür ist, die Religion bzw. die alten Gelehrten zu hinterfragen.

    Liebe/r Demaged, Zentralrat der Exmuslime würde ich NIEMALS nehmen um einen Muslim von irgendwas überzeugen zu wollen. Das sind ja nicht einfach nur Exmuslime. Das wäre nicht weiter schlimm. Sie kämpfen aber aktiv gegen uns und unsere Religion. Sie sind für uns Muslime nicht vertrauenswürdig. Damit würde ich ganz ganz vorsichtig umgehen. Ich hab mir die Rede von dieser Frau Ahadi zwar jetzt nicht angehört, vielleicht ist sie gar nicht mal so schlecht...aber ich verspüre eine solche Abneigung gegen diese Frau, dass ich absolut kein Bedürfnis verspüre, noch irgendwas von ihr zu lesen oder zu hören....

    Liebe Sabine, Beschneidungsgegner unter Muslimen sind leider momentan nur eine kleine Minderheit. Zu viele Muslime sind noch zu ängstlich, trauen sich nicht die Religion und die Dogmen zu hinterfragen, weil ihnen von den großen alten Gelehrten eingehämmert wird, dass sie nicht hinterfragen DÜRFEN und Erneuerungen eine Sünde seien.
    Dabei sind das gar keine Erneuerungen. Eine Reform ist eigentlich nur eine Rückkehr zum Ursprung. Wir müssen herausfinden, was wirklich wichtig ist in der Religion und was nur Traditionen sind, die eigentlich keinen spirituellen Wert haben.
    Naja jedenfalls sind wir offenbar in der Minderheit und deshalb kann ich dir jetzt auch keine Links zu TV-Sendungen zeigen.
    Es gibt zwar schon jede Menge Reformer und auch Vertreter eines europäischen Islam, aber die haben sich bisher m.W.n. noch nicht zum Thema Beschneidung geäußert. Bzw. die meisten von ihnen.

    Ich kann dir nur Links zu Texten senden, wenn du magst. Ansonsten müssen wir eben versuchen, deinen Mann in Gesprächen durch Argumente zum Nachdenken zu bringen.

    Was meinst du, wo möchtest du ansetzen? Generell gegen Beschneidung argumentieren oder nur gegen Beschneidung im KINDESALTER? Ich weiß du möchtest deinem Sohn die Entscheidung überlassen, aber wie sollen die Argumente wirken?

    Gegen Beschneidung im Kindesalter kann man bspw. die ganzen Risiken anbringen. Die ganz schwerwiegenden Komplikationen, bis hin zum Tod. Hier war doch mal ein sehr bewegender Bericht verlinkt, von muslimischen Eltern, die ihr Kind dadurch verloren. Ich erinnere mich an das Foto der Eltern...Sowas könnte Wirkung zeigen.

    Und dann natürlich die Geschichten von Männern wie Ali Utlu. Erzähl deinem Mann ruhig, dass Ali Utlu kein Muslim mehr ist. Und zwar aufgrund der Beschneidung. Das ist nämlich aus religiöser Sicht besonders tragisch. Und es gibt viele von diesen Männern. Und dann fragst du deinen Mann, ob er das riskieren möchte? Ob er das Trauma eures Sohnes riskieren möchte, ob er riskieren möchte dass euer Sohn aufgrund des Schmerzes und des Leids, das er möglicherweise erfährt, an seinem Glauben zweifelt, ihn sogar verliert bzw. erst gar nicht dazu kommt? Möchte er daran Schuld sein?
    Frag ihn was aus seiner Sicht besser ist bei Gott, ein unbeschnittener Gläubiger oder ein beschnittener Mensch, der seinen Glauben verlor?

    Unsere Religion soll uns unser Leben erleichtern und nicht erschweren.

    Auch die Gelehrten machen Fehler. Und selbst die großen orientalischen Gelehrten sind teilweise offen genug, mit dem Fortschritt zu gehen und Fatwas zu widerrufen bzw. neue zu erstellen, wenn der Fortschreit zeigt, dass etwas falsch war. Das kannst du ihm anhand einer Fatwa von Yusuf al-Qaradawi belegen, die ich dir gern schicken kann. Berifft zwar die Beschneidung von Mädchen, aber es geht ja um Fortschritt und Wissen in Verbindung mit Religion. Diese Fatwas wollte ich ohnehin mal hier im Forum posten. Vergesse es nur immer wieder.

    Hallo Sabine,

    herzlich willkommen erstmal.

    Ich kann dich sehr gut verstehen, und auch deinen Mann. Bestimmt sitzt euch auch die Familie und das restliche soziale Umfeld auch noch im Nacken. Da steckt oft viel mehr als nur die Religion dahinter. Es ist sehr sehr schwer, sich gegen die Familie durchzusetzen und mit Traditionen zu brechen. Allein schon sich einzugestehen, dass diese Tradition überholt und sogar schädlich ist, ist alles andere als einfach.

    Zunächst muss dein Mann erst mal ein Unrechtsbewusstsein entwickeln. Er muss verstehen, dass die Nachteile der Kindesbeschneidung schwerer wiegen, als die Vorteile. Wenn er das verstanden hat, dürfte es kein Problem mehr sein, ihn auch religiös zu überzeugen. Das ist wie bei der Mädchenbeschneidung.

    Um aber überhaupt erst mal den Gedanken zulassen zu können, das die Beschneidung von Kindern schädlich sein könnte, wäre es gut, wenn er wüßte dass es durchaus schon Muslime gibt, die die Beschneidung ablehnen und das auch religiös begründen können. Denn viele, die religiös von etwas überzeugt sind, können den Gedanken gar nicht zulassen, es zu hinterfragen, weil es sich für sie wie "Gotteslästerung" anfühlt.

    Angriff auf die Religion...das wird den Gläubigen oft eingeredet, dass es ein Angriff auf die Religion ist, weil einige Hardliner das zu gern als Totschagsargument nutzen. Und weil es leider auch Menschen gibt, die das Thema tatsächlich nutzen um die Religion anzugreifen. Aber das ist eine Minderheit. Hauptsächlich geht es um das Selbstbestimmungsrecht des Kindes. Das muss ihm erst mal bewusst werden.

    Gut, dass Du Dich hier angemeldet hast. Wir werden Dich gern während der Gespräche mit Deinem Mann unterstützen. :)

    GLG

    Genau aus diesem Grund, den du zitiert hast, gibt es schon Fatwas islamischer Autoritäten, die die Mädchenbeschneidung komplett verbieten. Wenn es dich (oder jemand anderen) interessiert, kann ich die gern mal reinkopieren.

    Ich hoffe, dass es sowas auch bald bzgl. Jungenbeschneidung gibt. Nur leider gibt zu viele Mediziner, die die Jungenbeschneidung verharmlosen und zu wenige Studien, auf die Beschneidungsgegner verweisen können.

    Auch so....an einen "unverfälschten" Glauben glaube ich auch nicht. (An den unverfälschten Koran dagegen schon.)

    Ich hab auch was. Ich finde hier wird den Befürwortern der Beschneidung zu viel Raum geboten. Ständig stößt man auf deren Reden und deren Texte.

    Und ich finde es etwas unübersichtlich. Oft suche ich etwas, das ich hier irgendwann mal gelesen/gesehen habe, finde es aber nicht mehr. Auch nicht über die Suchfunktion. Obwohl es eigentlich schon gut aufgeteilt ist. Aber ich stoße halt eher auf die Argumente und Texte der Befürworter, als auf die der Gegner, was Links betrifft.

    Zu Deinem Vorschlag: Bilder sollten m.M.N. aber eher so gepostet werden, dass man weiß, was auf einen zukommt, wenn man das Thema öffnet. Nicht jeder will das sehen.

    Hallo Gustav,

    vielen Dank für deinen bewegenden Bericht.
    Schön, dass Du Dich letztendlich mit Deiner Mutter versöhnen konntest. Ich denke, ihre anfängliche "Gegenwehr" war eine Art Selbstschutz. Ich bin ja auch eine "Täter-Mama". Es ist ziemlich schmerzlich einsehen zu müssen, dass man einen Fehler gemacht hat, der noch dazu das eigene Kind betrifft, welches man ja sehr liebt und von dem man eigentlich jeglichen Schaden abwenden will. Dann erkennen zu müssen, dass man selbst für evtl. Schaden verantwortlich bzw. mitverantwortlich ist, kann schwierig und schmerzhaft sein. Sie wollte wohl zunächst sich selbst und auch Dich davon überzeugen, dass das alles gar nicht so schlimm ist. Weil sie mit ihrer Schuld und Deinem Leid überfordert war.

    Eigentlich ist es gut, dass sie es noch am selben Tag wirklich realisierte und sich entschuldigte. Ich kann mir vorstellen, das Andere da länger brauchen...

    Ich bin Krankenschwester, ich darf natürlich in die Akten sehen. Das ist sogar wünschenswert und bei den Planetten (Teil der Akte) auch obligatorisch. Ich darf nur nichts nach außen dringen lassen, wegen der Schweigepflicht. Aber das habe ich ja auch nicht getan. Ich habe keinen Namen genannt und wie Maria schon erwähnte, nicht mal den Namen des Krankenhauses.

    Identifizieren durch diese Geschichte könnten mich nur meine Kolleginnen, und das wäre auch nicht weiter schlimm, da ich ja nichts verbotenes gemacht habe.

    Ich war gestern noch mal auf dieser Station. Der Junge ist natürlich schon längst entlassen und somit ist auch die Akte längst weg.

    Ich hab die anderen Krankenschwestern noch einmal nach ihm gefragt. Er bekam dann noch eine Plastik und wird vermutlich tatsächlich ein Leben lang Probleme haben. Genaueres hat sie nicht gesagt, es ging dann schon wieder zu einem anderen Thema über, und ich wollte mich auch nicht zu sehr an diesem Jungen festbeißen und das Gespräch nicht ständig wieder darauf lenken. (Das ist dann peinlich, ihr versteht?)

    Jedenfalls erfuhr ich auch, dass dies ein weiterer völlig unnötiger Eingriff war. Der Junge wollte die Beschneidung aus ästhetischen Gründen, und wurde darin von seiner Familie, insbesondere der Mutter, die wohl ziemlich "speziell" gewesen sein soll, unterstützt.

    Positiv empfand ich, dass es von allen anwesenden Pflegekräften (Examinierte, Assistenten und auch Schülerinnen) zutiefst verurteilt wurde. Ich hatte mich nämlich erst auf eine Grundsatzdiskussion vorbereitet, war aber absolut nicht nötig.

    Liebe Grüße

    Ich muss weinen....was für eine tragische Geschichte. Wie kann sowas sein? So viel Fehler auf einmal. Unsensibles und offenbar inkompetentes Personal...und das kostet das LEBEN (!) eines Kindes! Aber da sieht man mal wieder, was aus einer Routine-OP werden kann...besonders tragisch, wenn diese OP eigentlich nicht notwendig gewesen wäre...

    Mit "hier" meinte ich dieses Forum. Hier sind ja die Experten.

    Danke, lieber Weguer *ebenfalls umarmunddrück* :)

    Ich hoffe, dass ich demnächst noch mal dort arbeiten kann. Irgendwie lässt mich das nicht so recht los. Wobei ich nach der Reaktion des Frühdienstes doch recht hoffnungsvoll bin, dass das alles nicht soooo endgültig ist, und sie mit ihm nochmal darüber redeten.

    Mal schauen, wann ich wieder auf dieser Station eingesetzt werde. Es ist nicht "meine" Station. Ich bin dort nur eingesprungen für eine einzige Nacht. Wenn ich noch mal dort arbeiten sollte und er dann auch noch dort ist, werde ich mich bemühen mal alles genau zu lesen...

    Aber hier scheint also solch eine gravierende Folge auch nicht bekannt zu sein....

    Das weiß ich leider nicht. Ich war auch schockiert. Wollte ja in der Akte nachsehen, kam nur leider nicht dazu, da die Nacht wirklich stressig war. In der Übergabe war nur von einer Komplikation nach Bescheidung die Rede, einem "Hautdefekt am Penis" und einer Infektion. Ich nehme an, dass es schon ein wenig gravierender war, da der junge Patient auch einen suprapubischen Katheter hatte (durch die Bauchdecke). Also nehme ich an, dass zumindest der Infekt nicht nur auf die Haut beschränkt ist. Aber wie gesagt, ich konnte den kompletten Verlauf nicht mehr nachlesen.

    Ich hatte aber auch den Eindruck, dass da ziemlich unsensibel mit dem Jungen umgegangen wurde. Das hat sich auch bestätigt, als ich das Ganze an den Frühdienst weitergab (die ihn schon kannten). Denn die reagierten auch ziemlich geschockt und sprachen davon, dass es Errektionsstörungen zur Folge haben KANN ober nicht MUSS.

    Eigentlich krass, oder? Da ist ein 14jähriger Junge, und man konfrontiert ihn knallhart mit einer solchen "Diagnose"?

    Ich hatte in den letzten Tagen einen Nachtdienst auf einer chirurgischen Station. Da lag auch ein vierzehnjähriger Junge mit Komplikationen nach einer Beschneidung. Das hat mich irgendwie so bewegt...

    In der Übergabe sagte mir der Spätdienst, dass es dem Jungen gerade sehr schlecht geht, weil man ihm erzählte, dass er ein Leben lang Errektionsstörungen haben würde. Ich fand es schockierend, nahm mir vor in der Nacht die Akte des Jungen mal genauer zu studieren...kam aber leider nicht dazu, da zu viel zu tun war. Als ich beim ersten Durchgang ins Zimmer schaute, lag er eingekuschelt in seine Decke im Bett vor dem Fernseher, schlief, oder tat so als würde er schlafen, um seine Ruhe zu haben. Später war dann ohnehehin nicht mehr die Zeit, um zu reden...

    Irgendwie muss ich ständig daran denken. Da waren jede Menge anderer Patienten mit viel schwerwiegenderen Problemen und Krankheiten, keine Ahnung warum mich gerade dieses Schicksal so bewegt.

    Aber, selbst wenn er wach gewesen wäre, wie kann man eigentlich am Besten mit einem Menschen in der Situation umgehen, kann man ihm überhaupt Trost spenden...so kurz nach der OP? Ich bin da so unsicher...

    LG

    Zitat von »Anna« Tz tz, also Werner... Das "Tz tz" gebe ich gern an die Kunden von Amazon weiter.


    Hihi...mach das mal. Dann haben die was zum aufregen. :D (Obwohl es von meiner Seite ja nur Spaß war)

    Ich hab jetzt auch mal ganz kurz auf die Amazon-Seite geschaut, aber nicht alles gelesen. Anscheinend glauben viele wirklich, dass Lego eingeknickt ist. Das finde ich irgendwie schon erstaunlich, denn diese Kunden haben doch bestimmt Kinder in der Familie und stehen öfter mal im Spielzeugladen. Also müssten sie doch eigentlich wissen, dass große Firmen wie Lego öfter ihr Sortiment wechseln. Playmobil macht das ja auch. Wenn man z.B. zu lange wartet, und nicht in einem bestimmten Zeitraum alles zu einem bestimmten Thema kauft (wie z.B. alles, was zur Polizeistation gehört) ist es irgendwann nur noch sehr schwer erhältlich. Dafür gibt es dann Neues. Kaufen die ihren Kindern sonst nie gutes Spielzeug? 8|


    Wenn ich jetzt eine Moschee sehe, denke ich unfreiwillig sofort an Jabba's Palast... 8| Ganz einfach deswegen, weil die türkische Gemeinde Österreichs diese komische Assotiation in die Welt gesetzt hat. "Moschee" + "Jabba". Darauf wäre vorher kein Mensch gekommen.


    Echt? Haha....da haben die ja was angerichtet. Ob das nun gut oder schlecht ist? Ich meine, so ein kleiner Hauch von Gefährlichkeit und Verruchtheit kann ja durchaus anziehend wirken. ;) :D

    Auf der Amazon-Seite von Jabbas Palace diskutieren Lego-Fans, ob sich eine Anschaffung des Sets unter dem Aspekt einer zukünftigen Wertsteigerung unter Sammlern lohnt. Sozusagen als Unikum der Zeitgeschichte.

    Also, Leute: zugreifen! ;)

    Tz tz, also Werner... ;)


    EDIT: Angeblich war die Produkteinstellung von Lego so geplant. Türken vs. Star Wars : Lego lässt "Jabbas Palast" verschwinden - Nachrichten Kultur - DIE WELT Ne, is klar

    Ich kann mir schon vorstellen, dass das tatsächlich so geplant war. Bin ja auch Mama von Lego- und Playmobil-Fans. Und es gibt öfter Spielzeug, das vom Markt verschwindet. Dafür gibt es dann ständig etwas Neues. Wäre ja auch langweilig für die Kleinen, wenn immer nur dasselbe im Spielzeugladen-Regal stehen würde. :)