Kinderkanal setzt pro-Beschneidungs-Propaganda auf Programm

  • Zitat von susanna

    Sollten die Geschichten von z. B. Faize oder Magda doch noch nach der gleichen Manier gebracht werden, überdenke ich mein Urteil gern.

    Da kannst du lange warten, susanna! Beim Kika ist die Welt nämlich ganz simpel und schwarz-weiß. Schwarz bei Mädchen, und weiß bei Jungen.
    Die werden niemals begreifen (weil sie das aus ideologischen Gründen nicht begreifen wollen), dass der Trick bei Mädchen ganz genauso funktioniert: die Erwachsenen, die ganze Umgebung redet ihnen von klein auf ein, dass das ganz normal ist, dass das mit allen Mädchen gemacht wird, dass nur so aus einem Mädchen eine "richtige" Frau werden kann, dass man sonst unrein ist... und die glauben das dann. Etwas anderes bleibt ihnen doch auch gar nicht übrig.
    Und von der Richtigkeit felsenfest überzeugt machen sie das später mit ihren Töchtern ganz genauso. Im Grunde ein ganz billiger "Bauernfängertrick", aber er funktioniert seit Jahrtausenden.

    There is no skin like foreskin

  • Der Name wurde gestern mal eingeblendet, ist aber anscheinend inzwischen verschwunden. Der sollte angeblich "Chefredakteur Kika Erfurt" sein. Ich finde da nichts zu.

    DAS müsste er sein:

    http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/politi…cher-2059414855


    Zitat

    "Nach meinem Theologiestudium arbeitete ich als Pfarrer, schied aber 1987 aus dem kirchlichen Dienst aus. Wir hatten Bibeln nach Russland geschmuggelt und in die baltischen Staaten. Ich erlebte dabei einiges und hatte mit dem Staat so nicht viel am Hut. Heute würde man sagen, nicht systemtreu. Doch damals habe ich mich so nicht gefühlt, sondern es einfach nur gemacht."

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Talk, ab 37:10
    Gehler: "Ich möchte bitteschön noch die Frage beantwortet haben, warum nicht gezeigt wurde wie der Junge danach leiden musste, und was für Schmerzen er hatte, nach der Beschneidung."

    Stumpf: "Es setzt ja schon voraus, dass das so ist. Da wir einen dokumentarischen Ansatz haben UND WIR das nicht gesehen haben gehe ich davon aus - und so muss ich das handwerken, und auch das Vertrauen in die Redakteure, die diesen Film machen, die das auch mit der Redaktion erarbeitet haben [wie erarbeitet man das, ich dachte, das ist eine Doku?] muss ich auch davon ausgehen, DASS ES DAS NICHT GAB, und wir haben ja auch am Schluss - oder ich zumindest habe einen Jungen gesehen, ich kann da nur von mir sprechen - ich habe ihn nicht als traumatisiert empfunden, ich habe es schon so empfunden, dass er auch einbezogen wurde in die Entscheidung Beschneidung ja oder nein - das ist in Ordnung, er hat die Angst gespürt, dass hatten sie ja auch schon gesagt, Frau Prof Fleischer klar ihm war's nicht ganz angenehm, aber es war für ihn eine Sache, eine Herausforderung, die er sich stellen wollte."

    Was für ein dämliches Geschwurbel. Eine Woche Beschwerden danach wurde einfach ausgeblendet, und dann wurde Tahsin wieder in Jeans gezeigt - das ist die typische Schnittechnik übelster Propagandawerke.

    Wenn es nicht hieb und stichfest bewiesen ist, dass der Junge Beschwerden hatte, dann muss man davon ausgehen, dass er ein weißer Rabe ist - dass er zufällig keine hatte! (Pino)

    Im geringsten Zweifel für die Annahme der postoperative Beschwerdenfreiheit! :thumbdown:

    Und dass ein 11-Jähriger Junge nach jahrelanger entsprechender Indoktrination und Druck von allen Seiten in die Entscheidung für eine Amputation "einbezogen" wird, das ist doch Pipifack. Eine Zumutung für denkende Menschen, was der Stumpf da stumpf von sich gibt.

    There is no skin like foreskin

  • Nicht vergessen werden sollte, dass Dr. Schweiger es ziemlich am Anfang wagte, "frech" zu werden. Er behauptete nämlich, dass die Komplikationsrate in Ländern, in denen nicht nach den deutschen ärztlichen Regeln beschnitten würde, die Komplikationsrate höher sei. Geistesgegenwärtig unterbrach ihn Chefredakteur Gehler mit der Bemerkung, dass andere Ärzte dies anders sehen würden.
    Das ging gerade noch mal "gut"...

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Bezieht sich auf:
    Kinderkanal - nach der Ausstrahlung: Web-Talk und Promi-Chat

    Fleischmann, Metzger, Schneider, Fleischer - wir haben sie alle gehabt. Wie gut die Namen doch oft zum Programm passen!

    Zitat

    Das ist zwar jetzt ein Sohn, ne, aber, ne, das Kind hat einen großen Wert...

    Obwohl es doch ein Sohn ist, und gar kein Mädchen! Gar nicht dem edlen Geschlecht angehört. Hat trotzdem einen Wert. Nee, also so was!

    Und in dem großen "Wert" da steckt auch "Besitz", Eigentum. Verfügungsmasse. Der Eltern.
    Nur seine Vorhaut, die darf per definitionem keinen Wert haben, denn sie wird kaputtgemacht.

    Zitat

    Und dann sollte man gemeinsam auf Informationssuche gehen.

    Wer schmeißt denn da mit Lehm?
    Der sollte sich wat schäm'!
    Der sollte doch wat andres nehm' als ausjerechnet Lehm!

    Ja, ja, man sollte! Edel sei der Mensch... und dann kommt die Lebenswirklichkeit.
    Frau Fleischer hat offenbar weltfremde Idealvorstellungen von deutschen Familien. In vielen Familien werden Kinder vorm Fernseher abgestellt, per Fernsehen "ruhiggestellt" - so als "Kaugummi für die Augen". Der mediale Schnuller.
    Damit die Eltern ihre Ruhe haben, Zeit für sich und ihre Bedürfnissen haben. Ich kenne da ein "wunderschönes" Beispiel, ein wandfüllender Panorama-Bildschirm, und die Kinder hocken den ganze Tag davor - Kika.
    Und der Kinderchat straft ja die pipe dreams von Fleischer Lügen, das war ja wohl mehr als dürftig, was da als Feedback kam. Hauptsächlich auf dem Level von: "Anke. an Pferdegirl:Was meinst du denn mit Sommer- bzw. Winterpause?", "Mir geht es gut :D Ich hau mich weg vor Lachen Was machst du?"


    Zitat

    Wir haben ein Kind gesehen, was eingerahmt in Freunde...


    Newspeak: hänseln, mobben -> einrahmen

    Zitat

    Manches ist einfach nur a bissel komisch vielleicht...

    Komisch? Witzig, zum Lachen? Ist es vielleicht für eine Medienpädagogin und "Jugendschützerin", wenn einem Jungen 50% seiner erogenen Genitaloberfläche geraubt werden.
    Für Kinder, insbesondere Jungen ist das nicht komisch. Als ich als Kind davon das erste mal gehört habe, habe ich regelrecht einen Schmerz im Schritt gefühlt. "Das tut doch weh, das ist doch gemein!" habe ich gedacht. Und es tut auch weh, immer. Egal, wie es gemacht wird - es tut weh.
    Und man sollte Kindern nicht willkürlich weh tun, da sind wir wieder bei man sollte. Das sollte man eigentlich gerade als "Jugendschützerin" wissen, fühlen, denken, sagen, und danach handeln.

    Zitat

    ...und da würd' ich als Eltern einfach zusammen mit meinem Kind losgehen

    "würd"? "würd", das ist - irgendwie - Konkunktiv! ;)

    Zitat

    Es kann sein, viele Kinder haben die Sendung einfach gesehen , nehmen war, ach so was gibt's, PUNKT!, ja?
    'Ne einfache Information, ne?

    Es war aber keine "einfache Information", es war Verstümmelungskitsch. Rosaroter, gescripteter Verstümmelungskitsch. Mit Zuckerguss.
    Man hätte bei den Dreharbeiten GERNE Mäuschen gespielt. Zu gerne!

    Mit einem Vorurteil räumt Fleischer auf: wir brauchen eigentlich keinen Jugend, sondern Erwachsenenschutz!

    Zitat

    ...und wir sind oft erstaunt, ja, wie gut die das verarbeiten, ne, wie gut sie sich das merken, sich danach mitteilen, drüber diskutieren, sie zum Teil auch anders interpretieren als wir selbst, dass sie z.B. bei dem Kinofilm "kopfüber", der jetzt gerade im Kino ist , wo es um ADHS geht, ja, wo wir Erwachsene schon sehen, ach da ist gar kein Happy End, da ist gar keine Lösung, aber die
    Kinder sehen einen anderen Weg, ja?

    Ja, ja, und 12,13-jährige Jungs, die schauen sich ohne mit der Wimper zu zucken Kettensägenmassaker an, da würde jede mittelalte Medienpädagogin in Ohnmacht fallen. Weil die dürfen sich nichts anmerken lassen, dann wären sie vor ihrer Clique "Weicheier". Das ist nämlich so bei Jungs, die müssen den anderen immer beweisen, was für harte Kerle sie sind. Das geht um die Rangordnung. Die Attribute der Männlichkeit, alles was ab 18 ist. Zigaretten, Alkohol, Pornos, Horror. Weil sie am liebsten gleich "Mann" wären. Weil Erwachsene alles dürfen, was Kinder nicht dürfen. Und weil das "Scheiße" ist.
    Gut ist das alles trotzdem nicht für sie. Deswegen ist auch Verkauf und Abgabe an Jugendliche verboten.
    Und wenn ihnen alle lange genug einreden - "du wirst sofort ein Mann, wenn du dich verstümmeln lässt, du musst nur diese "Bewährungsprobe" überstehen" - dann gehen sie problemlos auf den Leim. "Wie, du bist noch nicht, was bist du denn für 'ne Lusche?" Was für eine Chance hat ein Junge da schon?

    Auffällig ist dieses häufig eingestreute, bestätigungsheischende und Selbstunsicherheit ausstrahlende ",ja?".
    Wenn ich an meine Uni-Zeit zurückdenke, also ganz ohne Verklärung, solche Professoren habe ich nicht erlebt.
    Man fühlt sich an Müller-Lüdenscheidt, bzw. Loriot erinnert: "Akademiker wollen sie sein?"
    Was soll aus Deutschland werden mit solchen Professoren? Nein, Professorinnen!
    An der Uni Leipzig, wo Fleischer eine Vertretungsprofessur hat gibt es nur noch Professorinnen. 100%ige Professorinnenquote.
    Ganz ohne diskriminierendes Stümmel-I.
    Wegen der Geschlechtergerechtigkeit, da achtet frau in Leipzig nämlich streng darauf.
    Bei 100%iger Professorinnenquote, da kann natürlich die Frage nach einer eventuellen "Quotenprofessorin" gar nicht erst aufkommen.
    Sollte man nicht konsequenterweise "Frau Fleischerin" sagen?
    Ob die Wissenschaften dort auch schon gerechtisiert wurden? Z.B. die Biologie? Mauerseglerinnen, Zitronenfalterinnen?

    Aber in Erfurt, da ist man noch etwas rückständig. Da werden neben Professorinnen auch noch Professoren geduldet. Wenigstens die Studenten hat man aber abgeschafft.

    Zitat

    Mod: Wie gehe ich vor, wenn ich solche komplizierten - die doch komplizierte Themen sind, zumindest in unserem Kulturkreis hier

    Aha, die Deutschen mal wieder! Müssen die einfachsten Dinge der Welt verkomplizieren. Typisch!
    Schnipp, schnapp, 50% ab, ist doch so unkompliziert! Nehmen wir uns doch ein Beispiel am Orient, da können wir teutonischen SpießerInnen so viel lernen, nicht nur im Umgang mit Knaben, erst mal im Umgang mit Frauen!

    There is no skin like foreskin

  • Prof. Rübke:

    Wir versuchen gerade als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieses vollständige Bild von Religion zu rekonstruieren und zu sehen, wie sieht Religion in der Lebenswirklichkeit; es wird ein Lied gesprochen, äh,wird gesungen, es wird ein Gebet gesprochen. Das kommt hier auch vor, aber vielen geht es überhaupt nicht um diesen theologischen Diskurs, sondern da geht es um: ich werde ein Mann- was ist das denn?


    Dr. Schweiger:


    Unseren Jungs würde ich auch so ein wunderschönes Fest wünschen, aber es geht bei uns viel nüchterner zu.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Unseren Jungs würde ich auch so ein wunderschönes Fest wünschen, aber es geht bei uns viel nüchterner zu.

    Die Roma in Kesan könnten uns allen Vorbild sein! Dann würde Genitalverstümmelung auch hierzulande viel populärer, und, da sie hierzulande in dem Alter nicht mehr von irgendwelchen "Beschneidern", sondern nur von "richtigen" Ärzten durchgeführt werden darf, würde noch viel mehr Geld in die Kassen der sowieso bestens verdienenden Urologen fließen.
    Vom Stamm Nimmersatt.

    http://www.humanist-news.com/wp-content/upl…-finger-weg.jpg

    There is no skin like foreskin

  • Die "Rechtfertigungsrunde" war schon genial zusammengesetzt:

    der Verantwortliche für den Mist (Stumpf)
    Zwei Theologen
    Ein spätreligiöser Moscheevorsteher, der seinem Sohn schon 11 Tage nach der Geburt für immer die Vorhaut geraubt hat
    Ein Urologe von einem katholischen Krankenhaus "In christlicher Tradition Krankheiten heilen Leiden lindern"

    Zitat

    Besondere Versorgungsschwerpunkte der Fachabteilung
    ...
    Eingriffe am äußeren Genitale:
    - Vorhautumschneidung (Zirkumzision)


    Eine Medienpädagogin (wie nahe das schon phonetisch an "Mädchenpädagogin liegt :)) Für die "zwar-" Jungen "aber" doch einen Wert haben. Und wenn kein Blut gezeigt wird - kindertauglich!
    Fehlte eigentlich nur noch ein Rabbi. Oder ein "zentraler" Rat-schlaggeber. 8 Tage, 11 Tage, da kann man sich doch schon fast um den Hals fallen.

    Im Rechtsausschuss des Bundestages, da hatte man wenigstens noch einen "Alibi-Merkel" installiert. Wenigstens ein klitzekleines Feigenblatt. Aber das Risiko wollte man beim Kinderkanal offenbar nicht eingehen. Da hätte ja ein echte Diskussion aufkommen können. Und das verwirrt die Kinder doch bloß!

    Nachtrag: Warum das ganze? Die Intention ist klar, Kika entlarvt sich selbst:

    Zitat

    Unser Anliegen ist es, die Möglichkeit zu bieten, einen Einblick in diese Lebenswelt zu gewähren, denn erst diese erlaubt es dem Zuschauer, eine eigene Haltung zu diesem Thema zu entwickeln – Grundlage für eine sachliche Diskussion und kulturelle Toleranz.

    Unser Anliegen ist .... kulturelle Toleranz.

    Und das heißt dann eben in diesem Fall: Toleranz für eine Menschenrechtsverletzung. Dafür will Kika werben. Und die Leute sind unverbesserliche Überzeugungstäter.

    There is no skin like foreskin

    Einmal editiert, zuletzt von Selbstbestimmung (21. Januar 2014 um 10:58)

  • Zitat

    Der Ankündigung nach handelt es sich bei der Sendung „Tahsins Beschneidungsfest“ um eine unverantwortliche, unausgewogene Darstellung, die soziale Manipulationsmechanismen und archaische Vorstellungen als legitime Entscheidungskriterien präsentiert, und somit die zuschauenden Kinder in ihrer Entwicklung zu eigenständigen, verantwortungsvollen Persönlichkeiten behindert und den Nährboden für religiösen Fundamentalismus bereitet.

    Durchaus lesenswert:

    http://skydaddy.wordpress.com/2014/01/17/unv…nderkanal-kika/

    There is no skin like foreskin

  • Die Argumentation war ja, dass man die "harten Fakten" Kindern nicht zumuten könnte. Frage dabei ist immer, ob Kinder das durchschauen und ihnen klar wird, dass sie "pädagogisch" reingelegt werden sollen. Dann geht der Schuss natürlich nach hinten los. Im Allgemeinen wissen Kinder viel mehr als sich die Erwachsenen wünschen. Gerade in der heutigen Informationsgesellschaft. Bei Google "Beschneidung" einzugeben und auf "Bilder" zu klicken, dürfte ausreichen, um jede Menge Fragen aufzuwerfen...

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Meine obige Anmerkung zur inhaltlichen Gliederung galt insbesondere dem "Fall Schweiger". Der - so meine ich - verdient eben auch abseits der Diskussion um die KiKa Sendung spezielle Beachtung. Insbesondere eben auch wegen der Fundstücke von werner (Kids & Co Interview) und Sokrates (älterer Phimose-Info Beitrag).

    Die unhaltbaren Äußerungen Schweigers im Webtalk zusammen mit dem von werner gefundenen Traktat würden m.E. einen eigenen Thread für Schweiger rechtfertigen. Offensichtlich handelt es sich beim "Kleinen Schnitt mit grosser Wirkung" um eine Veröffentlichung im Familienmagazin "Kids und Co" des Cala-Verlages. Ich würde mir wünschen, dass Kids und Co. die antiquierten Vorstellungen des Herrn Professor anhand der modernen Empfehlungen beispielsweise des Verbandes der Kinder und Jugendärzte BVJK richtigstellt.

    Aber man kann natürlich dann bei Bedarf einen neuen Thread speziell für ihn eröffnen und ggf. hierhin zurückverweisen.

  • Ich laufe keinen Halbmarathon und ich bin ein Mensch, der nicht bereit ist, seine Emotionen zu verstecken. Hätte ich keine Emotionen, wäre es mir ja auch egal, wenn hier kleine Kinder gequält werden. Habe mich dennoch bemüht meine Wut soweit möglich sachlich zu formulieren.


    Habe jetzt eine Antwort vom KiKa erhalten.

    Der beste Satz neben zahlreichen Worthülsen war folgender:

    "Wir respektieren Ihre Haltung und haben Ihre Ausführungen zur Auswertung an
    unsere Programmverantwortlichen weitergegeben."

    Allerdings taucht hier für mich eine Frage auf. Wenn es einen Programmverantwortlichen gibt, warum wurde die Sendung dann überhaupt ausgestrahlt oder war dieser wegen Urlaub oder Krankheit abwesend. Hier wird einem kleinen Jungen grundlos die Vorhaut amputiert und damit er nicht unentwegt schreit, wir er mit kleinen Geschenken manipuliert.

    Im Abendprogramm für Erwachsene kann man vielleicht so einen Unfug noch senden, weil man hier auch zumindest ansatzweise die geistige Reife unterstellen kann, dass der betreffende Zuschauer erkennt, dass hier ein kleiner Junge gequält wird, während seine Verwandten fröhlich feiern. In einer Sendung für Kinder ist dies jedoch eine völlig andere Situation.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Geistesgegenwärtig unterbrach ihn Chefredakteur Gehler mit der Bemerkung, dass andere Ärzte dies anders sehen würden.
    Das ging gerade noch mal "gut"...


    Interessant ist doch, dass Gehler jetzt auch noch medizinische Autorität ist - oder sich als eine aufführt.
    Wieviele Berichte "anderer Ärzte" über die Komplikationen der Beschneidung hat der Redakteur Gehler denn wohl gelesen? Ich nehme mal an überhaupt keinen.

  • Etwas überspitzt gesagt: er zeigte nicht SEINE Welt, sondern er zeigte, wie die Erwachsenen seine Welt interpretieren. Sie waren wahrscheinlich sehr stolz, dass er ihre Perspektive so glatt rübergebracht hat. In diesem Sinne ist er auf eine gewisse Art tatsächlich zum "Mann" geworden.

    Als eine Person, die genau das durchgemacht hat was der Junge durchgemacht hat kann ich bestätigen, dass das nicht die Perspektive seiner Eltern sondern tatsächlich seien Perspektive ist. Auch habe die Prozedur in einer ähnlichen Art über mich ergehen lassen. Ich fühlte mich nicht genötigt oder misshandelt, sondern fühlte mich als Held, der das "Sünnet" überstanden hat.

    Man darf hier eines nicht vergessen: es steht in der Türkei die ganze Gesellschaft dahinter. Die Eltern brauchen da nicht viel darüber zu erzählen um das Kind zu manipulieren. Wenn alle in der Schule Beschnitten werden, dann möchte man das selber auch machen. Die Manipulation findet hier nicht im Elternhaus statt, sondern auf Ebene der Gesellschaft. Und Kinder versuchen nun mal alles so zu machen wie es die Erwachsenen ihnen vormachen.

  • Und Kinder versuchen nun mal alles so zu machen wie es die Erwachsenen ihnen vormachen.

    Bist Du Dir da ganz sicher?

    Und: sollte das öffentlich-rechtliche Fernsehen diese Sichtweise pädagogisch vermitteln?

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Ich finde noskins Einlassungen sehr wertvoll und das perfide an der Konditionierung Tahsins ist ja gerade das, dass es tatsächlich seine Welt wird.
    Es fängt auf dem Spielplatz an, mit den Hänseleien der Spielkameraden, dann hat er selbst sicher schon Beschneidungsfeste gesehen und jetzt wird er der Mittelpunkt und kriegt aus allen Ecken gut zugeredet. Aus der Nummer konnte er nicht rauskommen und irgendwie muss er das als seine Welt akzeptieren, weil er ansonsten in schwerer Konflikte geraten würde.

    Andere würde das Ganze als Kollektivneurose abqualifizieren.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)

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