Verfahren gegen Teichtal eingestellt. Weitere Ermittlungen gegen Fleischmann.

  • Zitat

    Aus den Materialien zur Begründung des Gesetzesentwurfs zum § 1631d BGB ergibt sich aber, dass eine fachgerechte Durchführung des Eingriffs, eine effektive Schmerzbehandlung und angemessene hyeienische Rahmenbedingungen verlangt werden.


    Zitat

    Jedenfalls ergibt sich daraus (Video) nicht das Fehlen von schmerzverhindernden,bzw. - lindernden Maßnahmen. Dagegen ist in dem am 4.}därz 2013 im
    Tagesspiegel erschienen Bericht der vor Ort anwesenden Zeugin Keller sogar ausdrücklich davon die Rede, dass der Beschuldigte Fleischmann nach dem Eingriff eine ,,mit Betäubungsmittel getränkte Binde um die Wunde wickelte"


    Zitat

    Es ist ebenfalls zumindest nicht mit der für eine Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit nachzuweisen, dass - mit Einwilligung der Eltern - keine effektive Schmerzbehandlung stattgefunden hat.


    herrlich, ja so ein getränkter Lappen ist schon ne feine Sache, wirkt bei Amputationsschmerzen immer sehr gut - merkwürdigerweise nur bei bei Patienten, die sich nicht äußern können. Aber das soll uns nicht weiter stören. Denn:


    Zitat

    Der Gesetzgeber hat den Begriff für ,,Regeln der ärztlichen Kunst" dabei bewusst nicht definiert.


    ... wie praktisch.

    Art. 2 GG:
    (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Geschuldet der deutschen Vergangenheitsbewältigung gilt dieses Grundrecht ausdrücklich nicht, wenn die Person a) ein Kind und b) männlich ist, c) die Eltern entweder jüdischen oder muslimischen Glaubens sind und d) das kindliche Genital das Ziel der Versehrtheit ist.

  • Traurig ist das, einfach nur traurig.
    Das einzig Positive, das ich dieser Sache abgewinnen kann, ist, dass das Verfahren sozusagen aus Mangel an Beweisen eingestellt wurde.
    Nicht, weil die Unschuld der Angezeigten erwiesen wäre, sondern weil ihnen keine Schuld nachzuweisen war.
    Aber das ändert nichts daran, dass wir gerade einen sehr traurigen Tag erleben müssen.
    Gerechtigkeit sieht anders aus.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Ich bin wohl wieder hoffnungslos naiv, aber müssen denn nicht die Täter nachweisen, dass sie das Gesetz beachtet haben?
    Jeder operative Eingriff muss nachweisbar nach Regeln ablaufen, sonst ist er eine Straftat.
    Hier gesteht der ausführende Täter und eine Mullbinde soll eine ausreichende Betäubung sein.
    Ein steriles Umfeld ist auch nur Pipifax und überflüssig.

    Die Staatsanwaltschaft Berlin macht sich hier zum Gesetzesbrecher.

    Diese Entwicklung ist beängstigend.

  • Ich kann mir das auch nur mit der Regel "Im Zweifel für den Angeklagten" erklären. Solange nicht bewiesen ist, dass jemand "Täter" ist, ist er eben keiner. Bis Beweise vorliegen, ist man unschuldig. Die Unschuldsvermutung muss nun mal für alle gelten, insofern lief das schon richtig.


    Was ich allerdings bedenklich finde, ist, dass das bloße Auflegen einer Mullbinde auf den verletzten Penis als Vorhandensein einer adäquaten Schmerzbekämpfung gewertet wird.
    "Ich hack Dir ein Bein ab und anschließend leg ich ein Taschentuch mit Feenstaub darüber"  (Pino)
    Ob die StA hier richtig gehandelt hat, wage ich zu bezweifeln.

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  • Ich verstehe nur so viel: Der Wunsch zu diesem Ergebnis zu gelangen und kein Verfahren einzuleiten stand über allem. Das ist vergleichbar, als wenn zu Staatsanwalt einem Mann, der mit aufgesetzem Motorradhelm und Plastiktüten voller Geld aus einer Bank gerannt kommt während die Alarmanlage läutet, sagt, es könne ihm ja nicht nachgewiesen werden, dass das nicht sein eigenes Geld war. Und der Nachweis, dass die Pistole echt und kein Zigarettenanzünder war, ist auch nicht gegeben.

  • So kann man es natürlich auch sehen. Justitia ist ja blind, haben wir mal gelernt...

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  • Betäubungsmittel getränkter Lappen - Was für ein totaler Schwachsinn.

    So ein mit Betäubungsmittel getränkter Lappen gibt es meines Wissens überhaupt nicht. Davon habe ich noch nie irgendetwas gelesen.
    Was sind das eigentlich für verd....te Staatsanwälte Feige oder nur dumm?

  • Das ist vergleichbar, als wenn zu Staatsanwalt einem Mann, der mit aufgesetzem Motorradhelm und Plastiktüten voller Geld aus einer Bank gerannt kommt während die Alarmanlage läutet, sagt, es könne ihm ja nicht nachgewiesen werden, dass das nicht sein eigenes Geld war. Und der Nachweis, dass die Pistole echt und kein Zigarettenanzünder war, ist auch nicht gegeben.


    Auch kann nicht nachgewiesen werden, dass der Raub ohne Einwilligung der Bank erfolgt ist und der Raub nicht nach den Regeln der Raubkunst erfolgt ist. Das Auslösen der Alarmanlage könnte unbeabsichtigt erfolgt sein und die Geschwindigkeit des Räubers könnte damit zu erklären sein, dass er noch vor Ladenschluss beim Aldi sein wollte. Auch die Aussage des Täters in der Bank: "Hände hoch - dies ist ein Überfall!" kann von den Zeugen missverstanden worden sein. Es kann nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausgeschlossen werden, dass der Täter in Wirklichkeit sagte:"Ich hab' 'nen Knall und geh' gleich die Wände hoch!"

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Bei tödlichen Schussverletzungen ganz ähnlich. Kann man wirklich ausschließen. dass der Getötete der stillstehenden Kugel mit höchster Geschwindigkeit entgegen gerast ist? ;)

    Wenn das die Kllitoris-Vorhaut die eines Mädchens gewesen wäre, säßen beide schon in U-Haft - Fluchtgefahr, wegen der schwere des Verbrechens. Außerdem haben beide Verbindungen ins Ausland.
    Alle 400 Gäste wären intensivst vernommen worden. Private Videoaufnahmen sichergestellt.
    Und dann der große Prozess, von "hoher gesellschaftlicher Bedeutung", mit Alice & Blöd & allem pipapo!
    Aber - war ja nur ein Junge!
    Und - waren ja keine Afrikaner!

    Wen wundert es?
    Wir haben in diesem Land keine unabhängigen Staatsanwälte. Welcher Staatsanwalt möchte wegen so etwas seine Karriere knicken?

    There is no skin like foreskin

  • Ich habe das erwartet. Meines Wissens ist die Staatsanwaltschaft weisungsgebunden. Die Staatsanwaltschaft wird wahrscheinlich vom Justizministerium beauftragt worden sein, Gründe für die Niederlegung der Anzeige zu suchen. Schließlich hat sich das Justizministerium auch mit Experten darum bemüht, ein verfassungswidriges Gesetz zu formulieren, das trotzdem nicht leicht aus den Angeln gehoben werden kann.

  • kann wie es dieser Fall sehr stark andeutet, dann sollte das grundsätzlich jedem Bedenken geben selbst dem fanatischen Verteidiger der erzwungenen Beschneidung.

    Zuerst das Gesetz und nun diese eigenwillige Einstellung.

    Die sogenannte "Beschneidungsdebatte" ist, so denke ich, über das Thema der Beschneidung selbst hinaus gewachsen. Jetzt geht es um mehr als "nur" die Frage des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit von Kindern und der Schutz von Kindern vor Gewalt und chirurgischen Eingriffen, es geht mittlerweile auch um noch grundsätzlichere Fragen, etwa "wie steht es mit der Demokratie und dem Rechtsstaat in diesem Land".

  • Wenn das die Kllitoris-Vorhaut die eines Mädchens gewesen wäre, säßen beide schon in U-Haft - Fluchtgefahr, wegen der schwere des Verbrechens. Außerdem haben beide Verbindungen ins Ausland.
    Alle 400 Gäste wären intensivst vernommen worden. Private Videoaufnahmen sichergestellt.
    Und dann der große Prozess, von "hoher gesellschaftlicher Bedeutung", mit Alice & Blöd & allem pipapo!

    Exakt! :thumbup:

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.


  • Wir haben in diesem Land keine unabhängigen Staatsanwälte.

    Also, dem Eindruck, dass hier die Staatswälte nicht nur der Argumentation der Verteidigung zu 100% nachgekommen sind, sondern sie durch eigene Recherchen auch noch ausgebaut haben, möchte ich mit aller mir zur Verfügung stehenden Entschiedenheit auf das allerschärfste und allerunmissverständlichste zurückweisen. Nicht einmal im Traum könnte einer Staatsanwaltschaft eine derart absolut völlig abwegige Idee kommen.

    Oder?

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