• Mich hat es schon immer sehr gewundert, dass meistens Mütter dafür sind, ihre Söhne beschneiden zu lassen. Ich habe mal in einem anderen Forum vor einiger Zeit versucht, die möglichen Gründe zu durchleuchten:

    http://www.med1.de/Forum/Vorhautprobleme/628700/

    Außer ein paar Anfeindungen kam da aber nicht viel. Schade.

    "The only thing necessary for the triumph of evil is for good men to do nothing"

  • Mich hat es schon immer sehr gewundert, dass meistens Mütter dafür sind, ihre Söhne beschneiden zu lassen.


    Ist das denn wirklich so? Gibt es belastbare Belege dafür?

    Ich habe mal in einem anderen Forum vor einiger Zeit versucht, die möglichen Gründe zu durchleuchten:

    http://www.med1.de/Forum/Vorhautprobleme/628700/

    Außer ein paar Anfeindungen kam da aber nicht viel. Schade.


    Na ja, was Du da als mögliche Motive gebracht hast, ist schon recht fragwürdig. Mag sein, daß das in Einzelfällen eine Rolle spielt, aber meist dürften profanere Gründe (angebliche medizinische Vorteile, angeblich bessere Hygiene) ausschlaggebend sein.

    Ein gerupfter Spatz verspottet das Gefieder seiner Artgenossen. (Sorbisches Sprichwort)

  • Ist das denn wirklich so? Gibt es belastbare Belege dafür?


    Nein, außer Vermutungen gibt es nichts, was das belegt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es solche krankhafte Motivationen gibt, wenn auch in kleiner Zahl.


    Warum lassen Mütter häufiger ihren Jungen beschneiden als Väter?
    Alleinerziehende Mütter treffen ihre Entscheidung überwiegend alleine. Da haben wir da noch die Tendenz, dass Frauen sich häufiger der Probleme (und seien sie eingebildet) ihrer Kinder annehmen. Dazu gehören bei manchen auch diese Phantasien, dass die Vorhaut eine Bedrohung für die Gesundheit darstellt. Dazu gehört auch das gesellschaftliche Rollenspiel, dass eben Mama den Jungen zu den U-Untersuchungen begleitet.


    Ich glaube nun nicht, dass es sich lohnt das Thema von dieser Seite zu beleuchten. Da die Zahl solcher psychischer Störungen niedrig sein dürfte, halte ich den Kampf gegen Beschneidung unter Zuhilfenahme dieses Themas für unsere Sache abträglich. Sehr viele Frauen dürften sich persönlich angegriffen fühlen, durch etwas, was sie als Unterstellung begreifen.


    Genauso gibt es Männer, die in jeder Lebenslage eine ausgesprochen machistische Haltung an den Tag legen, die darauf abzielt Frauen - wie auch immer - zu erniedrigen. Aus dieser Erniedrigung konstruieren diese Herren ihr Selbstwertgefühl einer Superiorität. Die Mehrheit der Männer möchte ebensowenig in Sippenhaft mit solchen gestörten Männern genommen werden, wie Frauen diese Vermutung der Penisfeindlichkeit für sich akzeptieren.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Soweit ich es mitbekam, mitbekomme geht die Entscheidung zur Zirkumzision des Sohnes immer alleine von der Mutter aus und das waren, sind keine Alleinerziehenden. Ich habe mich auch oft gefragt, warum das so ist. Eigentlich wäre es doch eher ein Bereich, der die Väter betrifft.

    Dazu gehört auch das gesellschaftliche Rollenspiel, dass eben Mama den Jungen zu den U-Untersuchungen begleitet.



    So lief es auch bei mir ab, ein festgefügtes Ritual, bei dem auch unnötigerweise meine Mutter die Kinderärztin immer wieder darauf ansprach meine Vorhaut zu kontrollieren. Ich denke schon, dass es in meinem Fall etwas von Obsession hatte. In den meisten Fällen wird es jedoch Gedankenlosigkeit und Ignoranz sein. Viele Jungs empfinden diese Art der "Vorsorgeuntersuchten" dann um so mehr als etwas Würde- und Respektloses, das sie wie in meinem Fall ungewollt ihr ganzes Leben begleitet.

  • Dem ist eigentlich nur noch hinzuzufügen, daß mir ein befreundeter Anästhesist einmal erzählt hat, daß er den Eindruck hat, die Frauen würden von ihren Männern "vorgeschickt". Das schien mir plausibel, weil das bei den Eltern aus dem Kulturkreis der Zeugen Jehovas auch so ist. Da sitze ich auch überwiegend den Müttern gegenüber, die von mir "auf gar keinen Fall Blut für mein Kind" gegengezeichnet haben möchten. Die Väter (incl. begleitendem Rechtsanwalt) kommen erst, wenn doch eine Bluttransfusion notwendig war und auch gegeben wurde.

    Und: Allein erziehende Mütter treffen ihre Entscheidungen nicht "überwiegend alleine". Auch die leben in ihrem sozial-kulturellen Umfeld. Und sind wegen der erhöhten Belastung (Arbeit, Familie, Verantwortung) vielleicht noch leichter unter Druck zu setzen.

  • Es kommt ganz auf den Kulturkreis und das Umfeld an. Bei mir wurde damals diese OP recht häufig vorgenommen und ich denke es waren eher die Mütter, die sich darüber austauschten. Dies wird auch der Grund gewesen sein, warum ich dann auch zirkumzidiert wurde, schließlich wollte man ja "nicht hintenanstehen". In meinem Fall lief es eher auf übertriebene mütterliche Fürsorge, denn auf Machtspielchen oder verkorksten Kryptofetischismus hinaus.

  • Das Problem ist ferner, dass es Eltern gibt, die ihre Söhne gar nicht beschneiden lassen wollen, dann aber von einem behandelten Arzt - aus welchen Gründen auch immer- erklärt bekommen, ihr Sohn habe eine Phimose oder eine anderer Erkrankung und braucht deshalb eine Beschneidung.
    Der Arzt muss noch nicht mal böswillig oder vorsätzlich handeln er kann auch einfach schlecht informiert sein.

    Und der Elternteil, der die Kinder in aller Regel zum Kinderarzt begleitet ist in den aller meisten Fällen die Mutter.

    Diese Mütter, die infolge der Empfehlungen ihres Arztes /Ärzte ihren Sohn beschneiden lassen wollen, und dann darüber im Web sprechen, sollte schon unterscheiden werden, von jenen, die dies ohne den Glauben an eine medizinische Notwendigkeit tun.

    Wenn wir also feststellen, dass es in Foren meistens die Mütter sind, die ihre Söhne beschneiden lassen wollen, müssen wie berücksichtigen, dass 1.) Mütter generell für die ärztliche Betreuung der Kinder zuständig sind 2. ) viele dieser Mütter ihre Söhne gar nicht beschneiden lassen wollen, sondern die Operation nur im Glauben an eine medizinischen Notwendigkeit anstreben.

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