Beiträge von thorsten35

    Hallo,

    qualvoll erlebte ich meine Zirkumzision als Kind nicht. Es lag auch damit zusammen, dass in dem damaligen ambulanten OP Zentrum, in dem ich vorstellig gemacht wurde, derartige Operationen wie am Fließband abzulaufen schienen und so routiniert, unter effektiver Schmerzausschaltung und tiefer narkotischer Betäubung die damals zeitgemäße ärztliche Kunst an mir wie an so vielen meiner Schicksalsgenossen entsprechend praktiziert wurde. Aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis blieb es mir jedenfalls in Erinnerung, dass man damals in meiner Gegend Anfang bis Mitte der 1980er Jahre mit entsprechender Stellung der Diagnose, die eine sofortige chirurgische Therapie nach sich zog, sehr großzügig zu sein schien. Somit wurde auch nur nebenbei, ganz beiläufig, meist von den Müttern erwähnt, dass dieser oder jener auch schon operiert worden sei. Die angeblich bessere Hygiene, da sich Jungs ja in diesem Bereich ohnehin nicht gerne waschen, sowie die Vermeidung von Krankheiten, nebst den lapidaren Satz "besser jetzt als später, will ja nichts versäumen als Eltern", wurden als Begründungen allgemein gerne angegeben.

    So "erwischte" es dann auch mich. Wortlos bekam ich als Kind meine Hose ausgezogen und es wurde von Seiten meiner Mutter versucht meine Vorhaut zurückzuziehen. Dies geschah dann in gleicher Weise bei meiner Kinderärztin. Bis heute ist mir genau diese Situation sehr suspekt. Der Umstand, dass es ohne irgendwelche Erklärungen, ganz nebenbei ablief, mir Schamgefühl und Intimsphäre nicht zugestanden wurden. Meine Beschneidung selbst mache ich niemanden zum Vorwurf: Es schien eben das damalige Credo zu sein, es sei gesünder und besser so für die Jungs und Männer.

    Vielleicht wäre es jetzt zuviel zu schreiben, dass auch ich geschändet worden bin. Aber wenn ich mich genau daran zurückerinnere, so geht es schon in diese Richtung. Aber ich weiß auch nicht so genau....

    Ich kann mich noch daran erinnern, dass im Kindergarten überhaupt nicht auf die Trennung der Geschlechter geachtet wurde. Als ich mich damals daraufhin weigerte mich untersuchen zu lassen, wurde kurzerhand meine Mutter telefonisch herbeizitiert. Das war dann natürlich noch um einiges peinlicher, da es von den anderen als "feige" angesehen wurde nicht dort mitzumachen.

    Schuluntersuchungen gab es auch. Mit einem verschmitzten Lächeln meinte unser Biologie Lehrer der uns damals darauf vorbereitete, dass die Mädels ihre Unterhosen anbehalten dürfen, während es bei den Jungs wohl eher nicht so sei. Diese Redensweise sorgte dann für allgemeines Amüsement.

    Die Musterung fand ich besonders schlimm: Ausziehen per Verwaltungsakt und dann das Fassen in den Schritt, was als EKG ("Eierkontrollgriff"), oder auch "Geiergriff" lustig abgetan werden sollte.

    Der Sinn dieser Untersuchungen hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Wichtiger schienen sie dennoch, im Gegensatz zu solchen elementaren Dingen wie beispielsweise einem großen Blutbild zu sein.

    Was ich allerdings nicht weiß ist, wie sich die heutige Situation für die davon heute unmittelbar Betroffenen darstellt, sprich: ob es immer noch so "Phimose-fixiert" ist, weil ich befürchte die Antwort lautet eher ja.

    Die Schulärzte damals verkörperten auch diese Einstellung, indem sie wohlwollend registrierten, bei wem es schon gemacht wurde, das Thema also erledigt sei, bei wem noch nicht.

    Auch daran kann ich mich noch gut erinnern. Die Schulärztin sagte unaufgefordert und mir äußerst peinlich immer, wie gut und gesund es doch für die Jungs sei, da sie es mit der Genitalhygiene meist ohnehin nicht so genau nehmen. Wie habe ich doch diese Zwangsuntersuchungen gehasst!

    Bei mir fing die Eichel an sich zu schuppen. Ich denke es kam daher, dass die Schleimhaut, die nicht mehr von der inneren Vorhaut befeuchtet wurde, austrocknete. In folge änderte meine Glans auch ihr Aussehen: Von einstmals fleischfarben-rot, hin zu gräulich.

    Hallo Phil.

    auch ich wurde genau wie Du gegen meinen Willen beschnitten.

    Das ganze Prozedere, insbesondere die ganzen Vor- und Nachuntersuchungen empfand ich als sehr entwürdigend, da auf mein Schamgefühl keinerlei Rücksicht genommen wurde. In Folge vermied ich es auch vor den Anderen längere Zeit nackt zu sein, was mir nicht gut gelang, da ich im Schwimmverein aktiv war und es dort nur Sammelumkleiden gab. Des weiteren wurden wir angehalten zum Duschen nach dem Training die Badehose auszuziehen.

    Schlimm waren auch die Vorsorge- und Schuluntersuchungen, bei denen ich immer auf die Beschneidung angesprochen wurde und wie gut das doch sei. Ich war jedoch da ganz anderer Ansicht. Gesagt habe ich das so jedoch niemals.

    Meinen Partnerinnen war meine Beschneidung eigentlich immer egal. Wenn doch mal ein diesbezüglicher Kommentar fiel, so war er immer voll des Lobes, da es so doch viel besser und hygienischer sei. Naja ... :(

    Jetzt wo ich das von Dir geschriebene lese, fällt mir auch auf, dass ich beim GV meist derjenige bin, der zuletzt zum Orgasmus kommt. Manchmal bedarf es schon recht heftigen Anstrengungen und ich muss meine Partnerin heftig und hart penetrieren um den Höhepunkt zu erreichen. Jedoch hat sich darüber noch nie Eine beschwert, im Gegenteil, es gefiel ihnen sogar. Aber ich möchte eigentlich auch mal sanfter vorgehen. Jedoch komme ich dann wie gesagt nicht zum Höhepunkt. Ich denke das die fehlende Sensibilität, verbunden mit der verminderten Feuchtigkeit, aufgrund der ausgetrockneten Schleimhäute der Eichel für viele schon ein Problem darstellen kann.

    Ich denke die Vorhaut ist eben kein unnützer Lappen Haut, der den Jungs nur Probleme bereitet. Besonders entwürdigend fand ich es dann auch, wenn meine Mum oft im Beisein von anderen über meine Operation da unten an der Vorhaut sprach. Vielleicht sollte man die Vorhaut einfach in Ruhe lassen und alles andere würde sich natürlicherweise von selbst ergeben.

    Alles ganz easy. Stimmt mich nachdenklich mit welcher Selbstverständlichkeit auch eine "deutsche Mutter", also ohne den kulturellen Hintergrund der männlichen Vorhautbeschneidung, die radikale Zirkumzision bei ihrem Sohn als etwas ganz selbstverständliches beschreibt. Ein Marketinggag, oder kommt so etwas wirklich vor? Was meint ihr?

    Es kommt ganz auf den Kulturkreis und das Umfeld an. Bei mir wurde damals diese OP recht häufig vorgenommen und ich denke es waren eher die Mütter, die sich darüber austauschten. Dies wird auch der Grund gewesen sein, warum ich dann auch zirkumzidiert wurde, schließlich wollte man ja "nicht hintenanstehen". In meinem Fall lief es eher auf übertriebene mütterliche Fürsorge, denn auf Machtspielchen oder verkorksten Kryptofetischismus hinaus.

    Soweit ich es mitbekam, mitbekomme geht die Entscheidung zur Zirkumzision des Sohnes immer alleine von der Mutter aus und das waren, sind keine Alleinerziehenden. Ich habe mich auch oft gefragt, warum das so ist. Eigentlich wäre es doch eher ein Bereich, der die Väter betrifft.

    Dazu gehört auch das gesellschaftliche Rollenspiel, dass eben Mama den Jungen zu den U-Untersuchungen begleitet.



    So lief es auch bei mir ab, ein festgefügtes Ritual, bei dem auch unnötigerweise meine Mutter die Kinderärztin immer wieder darauf ansprach meine Vorhaut zu kontrollieren. Ich denke schon, dass es in meinem Fall etwas von Obsession hatte. In den meisten Fällen wird es jedoch Gedankenlosigkeit und Ignoranz sein. Viele Jungs empfinden diese Art der "Vorsorgeuntersuchten" dann um so mehr als etwas Würde- und Respektloses, das sie wie in meinem Fall ungewollt ihr ganzes Leben begleitet.

    Wundheilungsstörungen. Wie Nachblutungen unliebsame Komplikationen, die von den Fetischisten gerne verdrängt werden. Sensibilitätsverlust wird erst gar nicht eingestanden, weil er ja nicht visuell in Erscheinung tritt.

    Der Überraschungsmoment löste Schockwellen aus, paralysierte den Körper und ließ die Gesichtszüge erstarren. Alsdann löste sich die Kinnlade aus ihrer Verankerung und fiel ungebremst bis zum Anschlag nach unten. Dabei traten auch beträchtliche Mengen an Speichel aus. Schockiert - verwundert wurde darauf gestarrt und auch die Augen drohten aus den Höhlen zu fallen. Und leise ertönte die Klage: "oh, der Wahnsinn dieser Sauna da, des Freitag abends ..."

    Solche Fakes wie diese Pseudo - Internatsleiterin sind plump und primitiv gemacht, so dass sie mit etwas Intelligenz leicht zu enttarnen wäre. Ob das Verfassen bloßer Texte nun schon alleine Anlass zu realen Straftaten ist mag ich zu bezweifeln, da die Grenzziehung zwischen noch nicht einmal klar artikulierbaren Wunsch und der Realität für die Mehrheit bestehen bleibt, Schranken nicht fallen werden.

    Für mich wäre es interessant definitiv in Erfahrung zu bringen, ob der hier beschriebenen Fetischismus und seit er auch nur in Gedanken wirklich auftritt.