Strafrechtsprofessor Edward Schramm

  • Zitat

    Daher sollte ein Gesetzgeber, der einen Straftatbestand zur weiblichen Genitalverstümmelung schaffen möchte, den Begriff der Beschneidung vermeiden, um nicht den Eindruck zu erwecken, er behandele Gleiches ungleich und benachteilige ohne sachlichen Grund Knaben.

    Der Mensch bringt es doch schön auf den Punkt, worum es geht: Um Verschleierung. Um Spin. Um Manipulation.

    Und genauso setzt es die Regierung ja auch um:

    Zitat

    Mit dem Gesetzentwurf der Fraktionen der CDU/CSU und FDP auf Drucksache 17/13707 soll ein eigenständiger Straftatbestand für die Verstümmelung der
    äußeren weiblichen Genitalien im Strafgesetzbuch (StGB) geschaffen werden.
    Dadurch sollen das Bewusstsein für das Unrecht der Genitalverstümmelung...

    Das Wort "Beschneidung" kommt im Gesetzentwurf in Bezug auf Mädchen/Frauen nur zweimal vor, jeweils im Kontext "Verstümmelung oder Beschneidung" das Wort "Verstümmelung" dagegen 24 mal!


    Und die Grünen setzen noch einen drauf:

    Nein, das hat nichts, gar nichts mit einander zu tun, da wird nur jeweils erogenes Gewebe von den Genitalien amputiert, da wird nur "desensibilisiert", aber diese Übereinstimmung, das ist völlig nebensächlich, und reiner Zufall! Und beides stammt rein zufällig aus einer archaischen Zeit, als Eltern - außer Totschlagen und Inzest - eigentlich ALLES mit ihren Kindern machen durften.

    Immer das selbe, Gebetsmühlenartig. Das Postulat der heiligen Unvergleichlichkeit...

    Jungens, die können das ab! Das sind doch eh alles Rabauken. Die müssen erst mal ordentlich zurechtgestutzt werden! "Ein Indianer weint nicht!" "Gelobt sei, was hart macht!" "Schmerz muss sein!" "Eisen erzieht" "Stell dich nicht so an! Du willst doch wohl ein richtiger Mann werden, oder? Du bist doch wohl keine Memme, keine Pussy?"

    Und sie "funktionieren" doch trotzdem noch! Sie bleiben doch zeugungsfähig, was will man mehr?

    Aber Mädchen, die sind doch so zart, so zerbrechlich - und so empfindsam! Denen darf man doch nicht wehtun, denen darf man doch nichts antun! Mädchen, die dürfen weinen! Und das wollen wir doch nicht!
    Da passen unsere Feministinnen schon auf! Kleine Jungs haben eine solche Lobby aber nicht. Und Frau Schwarzer findet das Jungenverstümmeln doch auch OK!
    Bei Mädchen ist das nämlich "patriarchalisch" (also per se böse), obwohl es i. d. R. von der Mutter ausgeht, und auch alleinerziehende afrikanische Mütter ihre Töchter verstümmeln.
    Bei Jungen ist das noch viel patriachalischer, jeder Vater möchte nämlich, dass der Sohn "nach seiner Art gerät". Aber das interessiert niemanden.

    Ja, Verstümmelung, das ist schlimm. Das darf man nicht mal bei Tieren, nicht mal bei Leichen! (obschon letztere nichts mehr davon merken, das ist aber eine Sache der "Pietät").

    Als da, ich glaube, es war in Afghanistan, ein paar GIs ein paar Leichen verstümmelt hatten (und so dämlich waren, sich dabei filmen zu lassen) - das gab vielleicht einen Zoff!

    Vor Leichen hat man mehr Respekt als vor männlichen Kindern!

    Dagegen "Beschneidung", das ist doch etwas Positives, oder? Das macht man, damit etwas nicht "ins Kraut schießt"!. Damit die Rosen zahlreicher blühen, die Weinstöcke besser tragen, die Hecken ordentlich aussehen, die Fingernägel nicht abbrechen..
    Wächst doch eh alles wieder nach!

    There is no skin like foreskin

  • Rechtsfalle Klitorisvorhaut

    Zitat

    Denn auch die Klitoris hat eine Vorhaut – auch wenn diese weniger bekannt ist als die des Penis. Und neben der Klitoridektomie (der Entfernung der Klitoris), und der Infibulation (dem teilweisen Zunähen der Scheide) zählt die Entfernung dieser Klitorisvorhaut zu den verbreitetsten Methoden der Frauenbeschneidung, die es auch in Deutschland gibt. NGOs schätzten die Zahl der beschnittenen und von Beschneidung bedrohten Frauen in der Bundesrepublik vor sechs Jahren auf etwa 30.000. Sie steigt zusammen mit der Einwanderung aus Afrika, wo dieser Brauch vor allem nördlich des Kongo sehr verbreitet ist.

  • Genitalverstümmelung nicht nur begrifflich unklar, sondern – ungewollt - womöglich sogar missverständlich, irreführend und bagatellisierend. Bei der Beschneidung eines Knaben wird nur dessen Vorhaut entfernt; bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden hingegen die Genitalien abgeschnitten oder massiv verstümmelt.


    Bei der Beschneidung eines Knaben werden die Genitalien immer massiv verstümmelt, schon weil die abgetrennte Vorhaut, auseinandergefaltet, beim Erwachsenen die Größe einer Postkarte hat. Außerdem gibt es nicht nur bei der weiblichen Genitalverstümmelung die berühmte Prozedur mit der Glasscherbe im Busch, Genitalverstümmelungen von Jungen werden regional bedingt oft unter ähnlichen Bedingungen vollzogen wie ihr Pendant bei Mädchen. Darüber hinaus werden 3/4 aller Genitalverstümmelungen von Mädchen in Ägypten im Krankenhaus vogenommen.

    Bild: Genitalverstümmelung von Jungen.

  • Man beachte auch die Wortwahl im Kleinen:

    "..wird nur dessen Vorhaut entfernt..."

    "bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden hingegen die Genitalien abgeschnitten oder massiv verstümmelt."

    Klar, eine Vorhaut wird entfernt. Irgendwie weggezaubert, ganz sauber und rein.
    Aber es wird doch nichts abgeschnitten! Das geht bei Jungs gar nicht. Vorhäute sind nicht abschneidbar. Die sind nur entfernbar.

    Bei Mädchen hingegen muss man schon sagen, was Sache ist. Immer schön das Image aufrecht erhalten, da stünde in jedem Fall ein halbblinder schwarzer Mann im Busch und wedelt mit der Sense.
    Das es auch sehr viel klinisch astreine FGM-Fälle gibt, muss der Kulturimperialist im wahrsten Sinne des Wortes (er überhöht willkürlich einige Kulturen, in dem er ihre Handlungen und die Motivationen als sakrosankt darstellt, und erklärt Riten anderer Traditionen für barbarisch und unterstellt ihnen pauschal schädigende Absichten) Schramm nicht an die große Glocke hängen.
    Ich vermisse in seiner Stellungnahme auch den Hinweis auf zahlreiche Studien, die glasklar evident belegen, dass die "milden"-FGM-Formen zu Traumata und nachhaltigen sexuellen Störungen führen.
    Das indivuelle Leiden von Kindern zählt doch für Leute wie Schramm, Germann und Co nicht, haben sie Jungen gegenüber ja deutlich gezeigt.
    Auch in Karlsruhe hat Schramm sich darauf berufen, es gäbe angeblich keine Studien, dass VAs Schäden verursachen (dumm, wenn man sich nicht informiert oder Todesfälle offensichtlich nicht als Schaden betrachtet).
    Gegenfrage: wo ist die Studie: "Klitorisvorhautreduktion verursacht nachweislich lebenslanges Leid"?
    Herr "Professor", Sie sind doch Wissenschaftler!

  • Zitat

    Bei der Beschneidung eines Knaben wird nur dessen Vorhaut entfernt

    "nur"? Das sind bis zu 50% der Haut des männlichen Genitals, und außerdem noch ein grosser Teil der Schleimhaut.
    Außerdem schädigt die Vorhaut-Amputation die Penis-Eichel, die der Klitoris-Eichel entspricht. Das wird immer gerne unterschlagen. Und das Frenumlum wird auch meistens unterschlagen. Und manchmal wird auch die Penis-Eichel direkt verletzt/teilamputiert.

    Zitat

    Insofern entspricht nicht die Penisvorhaut-, sondern nur die Penisamputation in der Sache der weiblichen Genitalverstümmelung.

    Der Mann hat ja Null Ahnung von Anatomie! Nicht die Penis-Amputation, sondern die Amputation der Penis-Eichel entspräche der Amputation der Klitoris-Eichel.


    Zitat

    ...bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden hingegen die Genitalien abgeschnitten...

    Wie soll das denn gehen? Der allergrößte Teil der weiblichen Genitalien befindet sich innerhalb des Körpers.

    Zitat

    ...keine „Verstümmelung“ ... teilweise Beschneidung der Klitorisvorhaut.

    Ei, wieso das denn nicht? Weil eine so Verstümmelte noch GV haben kann? Ätsch, kann eine Frau nach ganz- oder teilweiser Amputation der Klitoris-Eichel auch noch!

    Weil eine so verstümmelte Frau noch einen Orgasmus haben kann? Ätsch, kann eine Frau nach ganz- oder teilweiser Amputation der Klitoris-Eichel auch noch!

    Weil viele verstümmelte Männer sich gar nicht verstümmelt fühlen? Ätsch, tun viele verstümmelte Frauen auch nicht!

    Weil viele verstümmelte Männer die ganze Diskussion über MGM lächerlich und kulturimperialistisch finden? Ätsch, das finden viele verstümmelte Frauen bzgl. FGM auch!

    Weil die Klitoris-Eichel so viele Nervenzellen hat? Ätsch, die Vorhaut hat noch mehr!

    Die ganz- oder teilweiser Amputation der Klitoris-Eichel mag eine schwerwiegendere Verstümmelung sein, darüber ist es müssig zu streiten - die Amputation von erogenem Gewebe von Kindern ist immer eine Verstümmelung, wenn sie nicht zwingend und akut medizinisch erforderlich ist.

    Dieser ganze Mist gehört mit rechtsstaatlichen Mitteln verfolgt, und so gut es geht eingedämmt. Bei Mädchen wie bei Jungen.

    There is no skin like foreskin

  • VroniPlag Wiki

    Zitat

    "Eine kritische Auseinandersetzung mit der Dissertation von Dr. Carmen Marie Gottwald: Die rechtliche Regulierung von SterbehilfegesellschaftenVorgelegt zur Erlangung der Doktorwürde der Juristischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Gutachter: Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf, PD Dr. Edward Schramm. Tag der mündlichen Prüfung: 17. März 2010. Veröffentlicht: Würzburg 2009. → Nachweis Deutsche Nationalbibliothek. → Download Uni Würzburg."

    http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Cmg

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Zitat

    Man beachte auch die Wortwahl im Kleinen:

    "..wird nur dessen Vorhaut entfernt..."

    "bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden hingegen die Genitalien abgeschnitten oder massiv verstümmelt."

    Sehr schön bemerkt, Pizarro!

    Richtig, man muss genau auf die sprachlichen Feinheiten achten, da wird manipuliert ohne Ende.

    Entfernt, das hört sich an, als ob die Vorhaut durch eine Steck- oder Schraubverbindung am Penisschaft angebracht wäre! :cursing: Dabei fließt gewiss kein Blut, da werden keine Nerven durchtrennt, da hört man kein Schmerzensgebrüll.
    Und: Was man entfernen kann, kann man ja problemlos später wieder anbringen! Alles wird gut!

    There is no skin like foreskin

  • Übrigens haben wir dem Professor Schramm auch ein kleine Fortbildung in Sachen "Geschichte der Sexualverstümmelung" zu verdanken.


    Zitat

    "Nur die wenigsten dürften wissen, dass solche Verstümmelungsakte im 19. Jahrhundert auch im deutschsprachigen Raum praktiziert wurden, um bei Mädchen und Frauen Masturbation, Hysterie und andere sog. „weibliche Störungen“ zu behandeln.Die weibliche Genitalverstümmelung „zielt auf die Kontrolle über die Sexualität der minderjährigen und später erwachsenen Frauen, die Verhinderung ihrer sexuellen Selbstbestimmung und ihrer freien Entwicklung."

    Bei Beschneidung von Jungen war das historisch natürlich ganz anders: einerseits ein Bund mit Gott und andererseits ein Nebenprodukt der Cornflakes-Forschung. Auf die absurde Idee, damit "männliche Störungen" zu behandeln, ist jedoch noch niemals keiner nicht gekommen. Deshalb kann die Historie der Hautlappenentfernung im Gegensatz zur Genitalzertrümmerung auch nicht als Hinweis auf mögliche böse Hintergedanken in heutiger Zeit herangezogen werden. ;)

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Zitat

    PD Dr. Edward Schramm
    Friedrich-Schiller-Universität Jena,
    Rechtswissenschaftliche Fakultät,
    Lehrstuhl für Deutsches und Internationales Straf- und Strafprozessrecht,
    insbesondere Wirtschaftsstrafrecht

    Wirtschaftsstrafrecht, LOL, das passt gut! Die Knabenverstümmelung ist ja auch ein sehr einträgliches Geschäft!
    Dann ist der Mann ja wirklich Experte! :thumbup:

    There is no skin like foreskin

  • Ich möchte darauf hingewiesen, dass Herr Schramm bislang kein Professor ist, sondern "nur" Privatdozent (so eine Art Professor auf Probe)  ;)

    Allerdings hindert uns das ja nicht daran, einen Beschwerdebrief etwa an die Universitätsleitung zu schreiben. Hierbei müssen die Unlauterkeiten Schramms einzeln und sehr sauber seziert und widerlegt werden. Es muss ganz deutlich werden, was dieser Mann eigentlich macht - und zwar so, dass es sich aus dem Sachverhalt selbst erschließt. Dass so jemand den Ruf einer ganzen Universität zu gefährden vermag, ist ein Rückschluss, den die Universitätsleitung letztlich selbst ziehen muss. Wichtig ist erst einmal, Feedback zu geben und zu zeigen, dass solche Unsäglichkeiten gesehen werden, dass man sie beobachtet und diskutiert.

    Es wäre auch klasse, wenn wir einige von Schramms Studenten darauf aufmerksam machen könnten, was er zu dem Thema schreibt. Einige Studis fänden dieses Engagement ihres Dozenten sicherlich bedenklich.

    Allerdings werden die meisten einfach nichts von dieser Haltung Schramms wissen. Das bekommen ja eigentlich nur Leute mit, die sich mit dem Thema "Beschneidung" vertieft beschäftigen.

  • Danke für Deine Informationen und Anregungen, MPV! Herzlich willkommen im Forum. (welcome)

    An die Studies hatte ich gar nicht gedacht, stimmt, an die kommt man sicherlich über die Studentenvertretungen dran. Und er ist kein Professor? Nicht einmal einer der Wichtigsten in Deutschland....? Wir haben wohl etwas gepennt in unseren Recherchen, aber ich grinse gerade ziemlich breit.... :D

  • Meiner Auffassung nach kann ein Mensch erst dann Jude, Moslem, Christ oder was auch immer werden wenn er in der Lage ist eine eigene und freie und unabhängige Willensbildung zu entfalten. Bei (Klein-)Kindern dürfte das keineswegs der Fall sein. Zuvor kann er nur in einer Glaubensrichtung unterrichtet werden nach preferenz der Eltern.

  • Irgendwo stand der Satz, dass er einen Ruf an die Uni Jena erhalten hat, aber nur AN einen Lehrstuhl, nicht AUF einen Lehrstuhl. Danke, MPV.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Vielen Dank für die freundliche Begrüßung :)
    (Kurz zu mir persönlich: Ich bin selbst beschnitten. Hatte seit letztem Herbst massive emotionale Probleme deswegen, und habe jetzt immer noch erhebliche. Ich lese seit ein paar Monaten unregelmäßig hier mit, habe aber erst jetzt die Kraft gefunden, mich auch selbst anzumelden. Ich werde sicher später noch ausführlich über meine eigene Situation schreiben.)

    Laut seinen Seiten sowohl bei der Fakultät Tübingen als auch in Jena ist Schramm "nur" PD:
    http://www.jura.uni-tuebingen.de/professoren_un…hrstuhl/schramm
    http://www.rewi.uni-jena.de/Prof_+Dr_+Denn…1801,70773.html


    Ähm, Studentenverbindungen sind überhaupt nicht meine Welt. Man könnte auch vielleicht noch gucken, ob das Thema jemanden bei der Fachschaft interessiert. Oder per Facebook direkt einzelne Studenten anschreiben. Wahrscheinlich kann man da sogar gezielt Leute suchen, die auch Vorlesungen bei Schramm hören. (Ich selbst nutze Facebook nicht, deswegen weis ich das nicht sicher)

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