Gyncast: Warum es noch Genitalverstümmelung gibt

  • Beim ersten Podcast hatte ich noch vermutet, die Beschneidungsverharmlosung wäre einfach auf fehlende Information und Gleichgültigkeit zurückzuführen. Einfach ein paar daher gesagte Dummheiten und Vorurteile, weil man das irgendwo schon mal gehört oder gelesen hat. Aber jetzt, nach dem erneuten Podcast, sieht das für mich anders aus. Jetzt denke ich, dass da mehr dahinter steckt.

    Diesen dreien scheint es tatsächlich darauf anzukommen, die Beschneidung zu verharmlosen.

  • Also wenn ich das so lese, bekomme ich den Eindruck, dass diese Podcasterinnen zur übelsten Sorte von Feministinnen gehören.
    Nämlich Feministinnen, denen es nicht um Gleichberechtigung geht, sondern die im Grunde Männer hassen. Das ist die einzige Erklärung, die ich im Moment habe.
    Den Eindruck hatte ich schon vor einigen Tagen als ich auf dem Intagramm-Account der Protagonistinnen gesehen hatte, dass der kritische Einwand eines Mannes mit einem tränenlachenden Smiley von einer der Damen beantwortet wurde.
    Dieser Dame fehlt ganz offensichtlich jedes Einfühlungsvermögen und jede Bereitschaft sich selbstkritisch mit den Einwänden zu befassen. Nennt man das Narzissmus?
    Ich bin der Meinung hier muss von offizieller Seite was unternommen werden - und zwar sollte direkt die Führungsebene des Tagesspiegels auf diese Verhöhnung und Falschdarstellung aufgmerksam gemacht werden. D.h. die müssten von Ihren eigenen Chefs/Auftraggebern Druck bekommen, damit so etwas künftig unterbleibt. Mogis und Intaktiv und ggf. der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte... Das kann man doch so nicht stehen lassen. Wir müssen eine Richtigstellung fordern.

    2 Mal editiert, zuletzt von Logo (26. März 2022 um 08:45)

  • Zitat

    Nur wer den eigenen Körper begreift, ist stark genug, die Zukunft der Gleichstellung zu gestalten.

    Wie soll man den Wert der Vorhaut begreifen wenn sie einem in frühester Kindheit geraubt wurde?

    Zitat

    Und lustig sind wir auch

    Sicher. Im Sinne von tragikomischer Realsatire

    There is no skin like foreskin

  • Die Gyncastfolge "Penis - alle harten Fakten" ("Fakten", von wegen) wurde nun auch auf Youte veröffentlicht:

    https://www.youtube.com/watch?v=urDHTK7JfAI&t=1342s

    Glücklicherweise ist die Kommentarfunktion (noch) geöffnet.

    In der Gefahr mich zu wiederholen zitiere ich erneut aus dieser Folge:

    "Vor allem kann sich unter dieser Vorhaut auch Smegma bilden [...] und dieses Smegma wiederum das ist so Nährboden für Bakterien Pilze und Viren auch und dort setzt sich zum Beispiel auch das HPV-Virus fest."
    "Und jetzt, wenn man weniger Smegma hat, wenn man keine Vorhaut hat, hat man auch weniger sexuell übertragbare Erkrankungen oder Infektionen z.B. weniger HIV, weniger Pilze, weniger Bakterien und weniger HPV. Und damit erniedrigt man also sein eigenes Erkrankungsrisiko."


    Nachfolgend wird dann die männliche Vorhaut weiter dafür verantwortlich gemacht, dass weltweit so viele Frauen an Gebärmutterhals sterben.

    "[...] und deswegen lohnt es sich schon darüber nachzudenken, wie wir also unsere Gesundheit als Gesellschaft erhöhen und das (die Beschneidung) könnte ein Aspekt davon sein."

  • Zitat

    Mit Dr. Mandy Mangler zeichnen wir eine Frau mit dem Berliner Frauenpreis aus, die sich in der Medizin für Gleichstellung einsetzt – sei es in Bezug auf Führungsmodelle, Nachwuchs- und Expertinnenförderung....

    Hört sich schwer nach "Geschlecht vor Qualifikation", also der Benachteiligung von Männern an.
    Aber wenn man schon beim Thema GM Jungen/Männer gegenüber Mädchen/Frauen benachteiligt wäre das ja auch nur ein konsequenter Schritt.

    Diese Sorte "Feministinnen" sind so was von selbstgerecht, die haben nie den leisesten Zweifel an dem, was sie anrichten.

    There is no skin like foreskin

  • Zitat

    wie wir also unsere Gesundheit als Gesellschaft erhöhen und das (die Beschneidung) könnte ein Aspekt davon sein

    Durch Genitalverstümmelung würde sich die "Gesundheit der Gesellschaft" keinen Deut ändern. Dass Mangler so scharf auf die Jungenverstümmelung ist muss andere Ursachen haben. ?(

    Man könnte natürlich auch Mädchen die Brustdrüsen amputieren, denn jede 8.-10. Frau erkrankt an Brustkrebs - und viele sterben daran. Auch ich habe gute Freundinnen und Verwandte so verloren.
    Viele Frauen stillen eh nicht mehr (wegen der Figur). Und mit Silikon lässt sich die Form wieder herstellen.
    Macht man aber nicht, und das ist gut so.

    Cervixkarzinom ist in Deutschland weitaus seltener. Und jede Frau kann sich durch Impfung und safer Sex und Früherkennung von Vorstufen schützen. Und besser nicht Rauchen, was sowieso ein riesiger Vorteil ist.
    Die Inzidenz liegt in Finnland bei 3,6 und in Kolumbien bei 45 pro 100.000 Frauen pro Jahr. Diese enorme Diskrepanz kann nicht an "Zirkumzision" liegen, denn die ist in beiden Ländern niedrig und kaum verschieden.

    There is no skin like foreskin

  • Dieser Satz geht mir nicht aus dem Kopf und gibt mir schwer zu denken:

    Zitat

    wie wir also ... als Gesellschaft ...erhöhen... Beschneidung


    WTF soll das bedeuten? Ganz abgesehen davon, dass sich die Gesundheit kein iota erhöhen würde, wie will Mangler das "Erhöhen" der Zirkumzisionsrate bewerkstelligen?
    So, wie es Brian Morris vorschwebt? "Compulsory"? Dass widerspenstige Männer von der Polizei abgeholt und auf eine Pritsche geschnallt werden?
    Das würde erst mal real existierenden Faschismus voraussetzen.

    Durch Werbung für VA? Kaum ein erwachsener, vernunftbegabter Mann der mit seinem intakten Stück viel Wonnen und Spaß hat wird sich auch nur von einem Fitzelchens dieses Organs trennen, das ist doch völlig logisch.
    Deswegen war die Massenverstümmelungskampagne in Afrika trotz psychologisch höchst ausgeklügelter Werbung bei den Erwachsenen so wenig erfolgreich, dass man sich rasch über Kinder und Jugendliche hermachte.
    Vielleicht meint Mangler aber die Eltern von nicht einwilligungsfähigen Jungen massiv mit Fake-News zu bedrängen oder für die GM zu belohnen?

    Wäre wirklich mal interessant, was ihr da vorschwebt.

    There is no skin like foreskin

  • Ich finde es auch sehr interessant, wie eine der Autorinnen, Esther Kogelboom, auf Kritik (hier von Intaktiv) reagiert:


    Quelle

    Wie viele Fälle von Personen mit Vulva gibt es denn, die nach der Beschneidung der Klitorisvorhaut "keinerlei sexuelle Lust mehr empfinden empfinden konnten und bei der Penetration und Menstruation unsagbaren Schmerzen ausgesetzt waren?". Eigentlich müssten diese drei Frauen doch auch glühende Verfechterinnen der Amputation der Klitorisvorhaut sein. Ist schließlich auch nur eine "kleine Operation" und analog zum männlichen Geschlecht bildet sich unter der Klitorisvorhaut auch das böse Smega. Aber das würde ja das weibliche Geschlecht betreffen, das geht natürlich für die drei "Feministinnen" gar nicht.

    Sehr bemerkenswert ist auch, dass sie schreibt "Zirkumzision ist nicht unser Thema". Schließlich erschien die Folge "Penis - alle harten Fakten", die sich fast ausschließlich mit dem männlichen Genital und auch der Zirkumzision beschäftigt, knapp zwei Monate nach dieser Aussage. Ganz zu schweigen von der Folge "Warum es noch Genitalverstümmelungen gibt", in der die Zirkumzision ja breit thematisiert wird . Oder der Folge "HPV – die Geschlechtskrankheit, die wir alle haben": "Übrigens beschnittene Personen leiden deutlich seltener unter diesen Condylomen, also Feigwarzen". Scheint also doch ihr Thema zu sein? Und das obwohl es sich Gyncast doch eigentlich "[...] über alles, was für Mädchen und Frauen im Laufe ihres Lebens wichtig ist – wissenschaftlich eingeordnet, klischeefrei und voller Neugier auf den weiblichen Körper." (Quelle) gehen soll.

  • " Esther Kogelboom" - was hat die wohl für einen familiären Zirkumzisions-Background?

    Sollte eigentlich jede(r) der/dem BGM total egal ist mal mit rausrücken

    "Viel Erfolg dabei" - das kaufe ich ihr nicht ab. Kein Stück. Ist aber nur ein "Bauchgefühl".

    There is no skin like foreskin

  • Esther Kogelboom ist bei einem Verein namens PROQUOTE gelisted. Dieser Verein wird bezeichnenderweise vom Ministerium für "alles außer Männer" unterstützt.
    Die Vorsitzende dieses Vereins, Edith Heitkämper schreibt:

    Zitat

    Ich bin für die Quote weil’s sonst viel zu lange dauert, bis die Welt gerechter wird


    Das wirft jetzt eine spannende Frage auf: ca. 99,999% aller in Deutschland stattfindenden nicht-indizierten genitalreduzierenden Eingriffe finden an Jungen statt.
    Wie soll eine solche Welt gerecht sein?
    Für die Jungen wird ein großes Fest ausgerichtet, sie bekommen ein feines Sultanskostüm und einen Zepter, sie stehen im Mittelpunkt, werden mit Geschenken und Geld überhäuft - und die Mädchen bekommen - NICHTS. ¡Nada!

    Muss denn da nicht dringend eine Mädchenquote her? Immerhin sind doch rund 50% der Kinder Mädchen! Denen könnte man doch wenigsten eine Klitorisvorhaut-Beschneidung gönnen, Frau Kogelboom hat da ja nicht das geringste Problem, wenn es die Penisvorhaut von Jungen betrifft.
    Oder vielleicht doch lieber eine Quote von 0% für beide Geschlechter? DAMIT DIE WELT GERECHTER WIRD!

    Bei so einer windelweichen Antwort und so viel "geschlechtsübergreifender Solidarität" könnte ich kotzen! *Brech*

    Für uns hier ist geschlechtsübergreifender Solidarität eine Selbstverständlichkeit, wir sind alle strikt gegen jegliche nicht-indizierte genitalreduzierende Eingriffe, bei Mädchen. Wir sind da gegen jede Legalisierung auch der geringsten Formen - aber die stehen ja auch gar nicht im Raum - das ist streng verboten.

    Ich will hier aber keineswegs auf "den Frauen" herumhacken! Im Bundestag haben deutlich mehr Frauen als Männer gegen den verdammten 1631d gestimmt, vermutlich gibt es bei Frauen im Durchschnitt einfach mehr Empathie für wehrlose Kinder.
    Mir fallen da spontan so viele Frauen ein, angefangen bei der legendären Marlene Rupprecht - die kann ich hier gar nicht alle aufzählen! Heißen Dank all jenen Frauen! :love:

    There is no skin like foreskin

  • Zitat von Intaktiv

    Die von ihnen angesprochenen Frauen in Malaysia haben die von ihnen genannte Probleme in der Regel auch nicht..

    Zitat von Kogelboom

    In der Regel? Wie meinen sie das Bei der Menstruation?

    Was bitteschön ist an "in der Regel" in diesem Zusammenhang missverständlich? Wer sagt überhaupt noch "Regel" statt "Periode" oder "Menstruation"? Hier stellt sich jemand dümmer als er ist.
    Das ist doch mit Verlaub: Kinderkacke

    There is no skin like foreskin

  • Frau Kogelboom kann ja dann eigentlich auch kein Problem damit haben, wenn sich solche Rechtsprechung auch in Deutschland durchsetzt:


    Court of Criminal Appeal in New South Wales in Australia overturning the conviction of three people accused of FGM. The court ruled that the traditional Dawoodi Bohra practice of 'khafz' (female circumcision) does not amount to FGM

    The WHO gives a unifying definition of FGM that covers the slightest nick to the most severe form of mutilation. It has been clearly defined that cutting any part of female genitals is FGM.Khafz involves cutting of the clitoral hood....


    Sayingkhafz is not FGM is clearly an attempt to obfuscate the main issue.

    There is no skin like foreskin

  • Mit Hinblick auf die Legalisierung der männlichen Beschneidung wäre das Urteil mit der Khafz leider ein logischer Schritt. Wahrscheinlich auch ein Grund warum z.B. Terres des Femmes auf unserer Seite ist und sich für alle Kinder einsetzt und gegen jede Art von Beschneidungen/Verstümmelungen an Kindern ist.

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