Birgit Stampfl: Die männliche Beschneidung als religiöses Ritual und ihre Infragestellung

  • Ich hatte hier eine ausführliche Erwiderung auf dieses unterirdische Traktat geschrieben - aber dann, mal wieder - "Ihre Sitzung ist abgelaufen" alles futsch ;(

    Noch mal wühle ich mich nicht durch diesen Stuss:

    Birgit Stampfl "Die männliche Beschneidung als religiöses Ritual und ihre Infragestellung"

    Voll HOS-pflichtig, da wird nichts ausgelassen!

    http://jusguide.info/wp-content/upl…agestellung.pdf

    http://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/downl…alFilename=true

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Wenn ich auf Deinen Link klicke, bekomme ich die Meldung


    Zitat


    OOPS! THAT PAGE CAN’T BE FOUND.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Ich habe es gurchgelesen. Der gröste Teil ist religiöser Tand und beschreibt nur die Historie. Am Schluss kommen pseudorechtliche Aspekte und Politisches Geschacher. Die Betroffenen und erst recht die negativ Betroffenen werden mit keinem Wort erwähnt. Muss man also nicht lesen.
    Alfred

    Die Menschheit war schon immer bereit, Themen im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Wichtigkeit zu diskutieren. Je mehr eine Frage uns alle berührt, umso mehr gilt daher, dass selbst kluge Menschen behaupten, die Frage existiert überhaupt nicht.--Samuel Butler--

  • Mal wieder das übliche Geseier, dass es den BGM-Gegnern doch in Wahrheit gar nicht um den Schutz von Kindern, sondern um ganz was anderes geht. Kein Wunder,wenn man sich von den Heinz-Jürgen Voß, Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter und ihrer Hetze "mitnehmen" lässt. Wenn man schon fanatische Circumfetischisten wie Brian Morris und Jake Waskett als Beleg für etwas bringen muss, das ist der Offenbarungseid.

    Zitat

    In bekannt populistischem
    Ton äußert sich Holm Putzke

    Hallo? Ist das jetzt eine wissenschaftliche Arbeit oder ad hominem?


    Zitat

    Heinz-Jürgen Voß dazu:
    „Vielmehr findet die Debatte in einem Rahmen statt, der von normativen Setzungen und von
    Herrschaft geprägt ist. In diesem Rahmen haben nicht alle Menschen die gleichen
    Möglichkeiten zu sprechen. Beispielsweise fanden die jüdischen und muslimischen
    Jugendlichen aus Kreuzberg kaum Gehör, im Gegensatz zu einer finanzkräftigen Elite...

    Also hauptsächlich Gehör fanden Graumann, Kramer, Mazyek, Deusel, Latasch, die Zentralräte, diverse Rabbiner, sogar der Jona Metzger aus Israel, diverse Imane, Theologen, sowohl vorm Rechtsausschuss als im Ethikrat. Männer, die an den Folgen ihrer "Beschneidung" leiden kamen selten zu Wort, im Rechtsausschuss und im Ethikrat sowieso nicht. Dazu noch israelische, türkische, US-amerikanische Politiker...


    Holm Putzke wird dann auch noch als publicity-geil hingestellt:


    "Ein Interpretationskreis schloss sich" - was für ein Bumerang!

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Ich bin da nochmal drauf gestoßen: diese "Masterarbeit" von Birgit Stampfl ist wirklich erschütternd schlecht und einseitig.

    Aber klar, was soll man an einer Katholisch-Theologischen Fakultät schon schreiben wenn man nicht seinen akademischen Abschluss riskieren will?

    Ob Stampfl auch der Meinung ist, dass schwule Männer hinzurichten und Ehebrecherinnen zu steinigen sind? Steht auch alles im alten Testament!

    Zu Maimonides schreibt Stampfl lediglich:

    Zitat

    Nach Maimonides führt ein unbeschnittener Mann sein gesamtes Leben in Sünde, doch mit der Auslöschung wird er erst bei seinem Sterben bestraft.

    Aha. Wenn er tot ist wird er "ausgelöscht".

    Sie bringt nicht etwa diese Zitate:


    Similarly with regard to circumcision, one of the reasons for it is, in
    my opinion, the wish to bring about a decrease in sexual intercourse and a
    weakening of the organ in question, so that this activity be diminished and
    the organ be in as quiet a state as possible.

    Oder:

    Zitat von Maimonides

    The bodily pain caused to that member is the real purpose of circumcision

    Oder:

    Zitat von Maimonides

    The fact that circumcision weakens the faculty of sexual excitement and sometimes perhaps diminishes the pleasure is indubitable. For if at birth this member has
    been made to bleed and has had its covering taken away from it, it must
    indubitably be weakened.

    Weil - das hört sich ja nicht so nett an. Das passt ihr offenbar nicht ins Konzept. Rosinenpickerei.

    Auch nicht:

    Zitat von Maimonides

    It is hard for a woman with whom an uncircumcised man
    has had sexual intercourse to separate from him.

    Ei, warum das denn nur? Weil der intakte Penis für Frauen beim Sex angenehmer ist?


    Und Maimonides gibt auch Gründe an, warum ein Junge als Baby verstümmelt werden soll, nicht später - ganz wie der Beschneidungspezialist Dr. Isik: Wenn die älter sind wollen die das nicht mehr. Die Selbstbestimmung des Mannes über seine Genitalien soll verunmöglicht werden.

    Babys wollen allerdings auch nicht, dass ihnen so nahe an ihren Hoden heftige Schmerzen zugefügt werden. Deswegen die Mimik und das Gebrüll.

    Zitat von Maimonides
    Code
    For this there are three wise  reasons. The first is that if the child were let alone until he grew up, he  would sometimes not perform it.

    Sometimes? Wohl eher: fast immer! Warum sollte ein Mann sich von etwas trennen was er schätzen gelernt hat?

    Zitat
    Code
    The second is that a child does not suffer 
    as much pain as a grown-up man....

    Längst widerlegter Quatsch. Für ein Baby ist das auch viel erschreckender weil es das nicht einordnen kann.

    Dann argumentiert M., dass es den Eltern bei einem Baby leichter fallen würde, weil sie ein Baby nicht so lieben wie ein einjähriges Kind.

    Zitat
    Code
    For the love of the father 
    and of the mother for the child when it has just been born is not like their 
    love for it when it is one year old...

    Wenn man schon Maimonides anführt, dann sollte man ruhig noch etwas mehr von ihm bringen, das rundet das Bild ab!

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
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    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Selbstbestimmung 30. Oktober 2026 um 18:32

    Hat den Titel des Themas von „Die Beschneidungsthematik im Religionsunterricht“ zu „Birgit Stampfl: Die männliche Beschneidung als religiöses Ritual und ihre Infragestellung“ geändert.
  • Zitat

    In der modernen Gesellschaft wird die Beschneidung häufig aus
    prophylaktischen Gründen vorgenommen, um beispielweise einer Vorhautverengung
    (Phimose) vorzubeugen.

    Bullshit! Nicht um einer Verengung vorzubeugen, sondern um eine solche Zu behandeln.

    Aber nach den neuen "modernen" Leitlinien nur, wenn es ernsthafte gesundheitliche Probleme durch die Verengung gibt und diesen nicht anders abgeholfen werden kann. Eine Verengung wächst sich in aller Regel bis zur Pubertät von selbst aus.

    Zitat

    Bei der Beschneidung im Kindesalter geht es primär um eine
    Vorbeugungsmaßnahme gegen Infektionen von Vorhaut und Eichel, Harnwegsinfektion,
    Phimose, Paraphimose oder Lichen sclerosus (eine Hauterkrankung).

    Nein, es geht überhaupt nicht um Vorbeugungsmaßnahmen. Es geht darum, dass der Sohn "so sein soll" wie der Vater. Dass der Vater sich nicht als Opfer fühlen muss. Und im weiblichen Fall, die Tochter so wie die Mutter. Doch sie werden nie so sein wie ihre Eltern.

    Der größte Risikofaktor für eine Genitalverstümmelung ist das, was mit Vater bzw Mutter gemacht wurde.

    Zitat

    Bei erwachsenen
    Männern soll durch diesen Eingriff die Gefahr gemindert werden, sich mit einer
    Geschlechtskrankheit anzustecken. Außerdem könne dadurch Karzinomen an Penis und Prostata vorgebeugt werden

    Dieser Unsinn wird ja leider ständig wiederholt. Komischerweise ist die Inzidenz von Geschlechtskrankheiten in den USA, wo zeitweise 90% der Jungen verstümmelt wurden weit höher als in Europa, wo die große Mehrheit der Männer genital vollständig ist.

    Der Peniskrebs ist eine eher seltene Krankheit alter Männer. Wer davor Angst hat kann sich selbstbestimmt zirkumzidieren lassen. Aber im Fall einer retrahierbaren Vorhaut ist diese Angst unbegründet, die Wahrscheinlichkeit extrem niedrig und nicht höher als bei vorhautlosen Männern. Das mit dem Prostatakrebs ist schlicht ein MÄRCHEN.

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Zitat

    Petra Schnüll formuliert es folgendermaßen: „Das
    anatomische Äquivalent zu „weiblicher Beschneidung“ wäre die teilweise oder komplette Amputation des Penis und nicht ʻlediglichʼ der Vorhaut“

    Petra Schnüll irrt.

    Von der Klitoris kann maximal 1/10 entfernt werden, der Rest ist intern. Es werden je nach Traditionsgemeinschaft z.T nur 1-2mm der Klitorisspitze entfernt. Eine Frau mit reduzierter Klitorisspitze ist in der Lage den Geschlechtsverkehr zu vollziehen, ein Mann ohne Penis ist das nicht. Es gibt Frauen, die nach Beschneidung der Klitorisspitze im Kindesalter von völlig zufriedenstellendem Sexualleben berichten. Genau wie im Kindesalter vorhautberaubte Männer haben sie keine Vergleichsmöglichkeit. Beide, Klitorisspitze und Vorhaut sind mit einer hohen Dichte von Nervenenden versehen. Beide sind wichtige Bestandteile des sexuellen Erregungssystems. Beide gehören dem Kind, nicht den Eltern und nicht der "Stammesgemeinschaft".

    Zitat

    Ursula Spuler-Stegemann spricht außerdem von dem
    „Phänomen, dass die [weibliche] Beschneidungen in manchen Gegenden des Sudan gerade unter Städterinnen und Akademikerinnen wieder ein Comeback feiern

    Ach, seltsam - es heißt doch immer Bildung würde gegen diese Tradition helfen!


    Zitat

    Warum sich Frauen FGM
    unterziehen bzw. FGM an Mädchen praktiziert wird, zeigt sich an den Gesellschaftsstrukturen in den diversen Ländern. FGM ist dort eng verbunden mit dem sozio-ökonomischen Status einer Frau.

    Frauen unterziehen sich in den seltensten Fällen einer "Beschneidung". Warum wird das vorangestellt? In aller Regel sind nicht einwilligungsfähige Mädchen betroffen.

    Sozio-ökonomischen Status?

    Das ist bei BGM nicht anders, siehe z.B. die Xhosa.

    Zitat von Nelson Mandela

    In meiner Tradition kann ein Unbeschnittener nicht die Güter
    seines Vaters erben, er kann nicht heiraten, er kann keine
    Stammesrituale leiten. … ein nichtbeschnittener Mann gilt
    überhaupt nicht als Mann, sondern als ein Knabe.

    Das ist ja eine "nette" Tradition!

    Zitat

    Zunächst ist hier jene Form der weiblichen Genitalverstümmelung zu nennen, die nicht sehr häufig praktiziert wird: die milde Sunna. Dabei versteht man das „Einstechen, Ritzen oder Entfernen der Vorhaut der Klitoris (vergleichbar der männlichen Vorhautbeschneidung)“

    Da versucht Stampfl diese Formen zu marginalisieren. "Nicht sehr häufig" ist falsch. Sie findet in Teilen Asiens zig-millionenfach statt.
    "vergleichbar der männlichen Vorhautbeschneidung" - findet Stampfl denn die Klitorisvorhautbeschneidung gerechtfertigt? Da KNEIFT sie.

    Zitat

    In den meisten Fällen erfolgt FGM vor dem Eintritt der Pubertät,
    im Alter von etwa vier bis zwölf Jahren.

    Ja, kiekste! In diesem Alter findet in den Regionen, wo GGM praktiziert wird auch BGM statt.

    Zitat

    Vermutlich wird der Eingriff deshalb in einem so
    frühen Alter durchgeführt, weil die Mädchen unter dem Gehorsam des Familienverbandes stehen, somit keinen Widerstand leisten und den Eingriff wahrscheinlich auch gar nicht erst infrage stellen

    Seltsam, genauso verhält es sich in Bezug auf Jungen!

    Zitat

    Im Qurʼān, dem Gesamtwerk der Offenbarungen an Muḥammad, wird die „weibliche Beschneidung“ mit keinem Wort erwähnt

    Und die Genitalverstümmelung von Jungen auch nicht. So what?

    Zitat

    Fachleute kritisieren an der FGM im Islam vor allem, dass hierbei das höchste Gebot der Scharia (das islamische Gesetz), nämlich die hurma, die „körperliche Unversehrtheit“, nicht gewahrt wird

    Soll man jetzt lachen oder weinen? Wird die „körperliche Unversehrtheit“ von Jungen denn gewahrt?

    Zitat

    Das wirkt sich besonders auf die Lebensgestaltung von Männern und Frauen aus und ist mitunter ein Grund, warum FGM in diesen Kulturen weiterhin existiert: ein Mädchen bzw. eine Frau, die sich FGM entzieht, wird aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Sie wird niemanden finden, der sie heiratet. Für eine Frau in Afrika bedeutet dies ein Scheitern ihrer Existenz

    Ja, schlimm. Bloß intakten Männern geht es in vielen "beschneidenden Kulturen" ebenso, s.o.. So what?


    Zitat

    Der Eingriff dient quasi der Reinigung. Hanny Lightfoot-Klein dazu: „Die Teile,
    die ihnen abgeschnitten werden, so erklärt man ihnen, sind übelriechende Unreinheiten, und wenn sie erst einmal die Beschneidung hinter sich haben, würden sie sauber und süß riechen, rein sein und sicherlich dem Mann gefallen, den sie dann heiraten werden“

    Ja, guck! Und auf die gleich Weise wird die Vorhaut dämonisiert.

    Zitat

    In vielen Ethnien ist man auch der Auffassung, dass sich FGM positiv auf den
    Gesundheitszustand einer Frau auswirke...

    Just diese Narrative halten sich gegenüber BGM auch hartnäckig, werden sogar von Stampfl selbst repetiert.
    Es gibt über die angebliche Schädlichkeit von Vorhaut und der Klitorisspitze jede Menge Aberglauben. Man muss ja Genitalverstümmelung irgendwie rechtfertigen.

    Bei dem länglichen Versuch, GGM als ganz total was anderes als BGM darzustellen legt Stampfl eine Bauchlandung nach der anderen hin.


    Zitat

    Es ist nochmals darauf hinzuweisen, dass der Eingriff keineswegs mit der männlichen Beschneidung gleichzusetzen ist.

    Das betont Stampfl laufend. Durch ständige Wiederholung soll der Leser eingelullt werden und das schließlich glauben.

    Es gibt allerdings viel mehr Parallelen als Unterschiede. Aber es kann nicht sein, was nicht sein darf!

    Was Stampfl seltsamerweise gar nicht auffällt: dass es GGM nur dort gibt, wo es auch BGM gibt. Wenn man gegen GGM vorgehen will muss man gegen beides vorgehen.

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Zitat von Birgit Stampfl

    Abraham war neunundneunzig Jahre
    alt, als er am Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde...

    Und für das gibt es natürlich verifizierbare, wissenschaftliche Beweise?

    "Beschnitten wurde"? Als er sich angeblich selbst beschnitten hat. Ohne Brille! Ein Wunder, dass er das überlebt hat! Dass von seinem Penis etwas übrig geblieben ist.
    Und dann hat er angeblich mit seiner 90-jährigen Frau ein Kind gezeugt. Noch ein Wunder!

    Glaubt Stampfl das ernsthaft?
    Glaubt sie auch, dass die Welt innerhalb von sieben Tagen entstanden ist, wie es auch in jenem Buch Genesis steht, wo auch die Geschichte von Abraham und Sarah steht? Was die Wissenschaft seit langem komplett anders sieht? Ja, wenn man Erzählungen wissenschaftlich überprüfen kann fallen sie oft in sich zusammen! Die römisch-katholiche Kirche hat ja auch 400 Jahre gebraucht um zu kapieren, dass die Sonne sich nicht um die Erde dreht...

    Und auch die "Sklaven" sollen verstümmelt werden - ob sie das wollen oder nicht. Ist Sklavenhaltung heute noch erlaubt? Nein, noch eine menschenfeindliche Tradition die abgeschafft wurde. Aber das zeugt aus welcher grausamen Zeit diese Vorschrift stammt. Als auch Homosexuelle und Ehebrecherinnen hingerichtet bzw ermordet wurden.


    Wohlgemerkt, wenn Menschen glauben, dass vor tausenden Jahren eine 90-Jährige Frau schwanger wurde und ein Kind gebar oder, dass die Welt an sieben Tagen entstand, dass der "erste" Mensch aus einem Klumpen Lehm entstand und die "erste" Frau aus einer Rippe - die meisten Menschen sehen das anders, aber so etwas zu glauben ist legitim. Genitalverstümmelung von Kindern aber ist nicht OK. Genauso wenig wie die Züchtigung von Kindern oder die Verweigerung von lebensrettenden Bluttransfusionen für Kinder.
    Kinder haben ein Recht darauf in der Schule die wissenschaftliche Sicht über die Welt- und Erdgeschichte und die Evolution zu erfahren.
    Auch, wenn das ihren religiösen Eltern nicht passt. Die Religionsfreiheit hat Grenzen. Aber das ist wohl an einer "Katholisch-Theologischen Fakultät" schwer vermittelbar.

    Stampfl geht auch auf die Beschneidungsdebatte im Judentum im 19. Jahrhundert ein. Wo sich die Reformer (im Sinne einer Abschaffung) leider nicht durchgesetzt hatten. Aber von Abraham Geiger - nix!

    Zitat von Abraham Geiger

    I am unable to support circumcision with any conviction, just because it has always been so highly regarded. It remains a barbaric, bloody act which fills the father with anxiety and subjects the mother to morbid stress. The idea of sacrifice which once consecrated the procedure has certainly vanished among us, as it should. It is a brutal practice that should not continue no matter how much religious sentiment may have clung to it in the past. Today, it is perpetuated only by custom and fear, to which we surely do not want to erect temples


    Interessant ist, wie Stampfl mit dem Thema "Schmerz" umgeht. Der Schmerz wird fast völlig ausgeblendet. Es gibt ein Unterkapitel "Schmerz, Psyche und Trauma" aber - da geht es nicht um den Schmerz während und nach dem Übergriff. Sondern um das "Schmerzgedächtnis".
    Und es schließt mit

    Zitat

    Außerdem ergab eine Studie aus dem Jahr
    2012, dass die jeweiligen kulturellen Gegebenheiten in jenem Land, in dem die beschnittenen Jungen aufwachsen, ausschlaggebend für eine gesunde Psyche sind – ist die Beschneidung in der jeweiligen Gesellschaft sozial bzw. kulturell verankert, wirkt sich dies positiv auf den psychischen Gesundheitszustand der betreffenden Jungen aus

    Und diese "Studie" ist, man ahnt es - von Morris und Waskett. Nicht wegen seines intakten Penis gemobbt zu werden wirkt sich positiv aus? Würde niemand verstümmelt gäbe es auch kein Hänseln und kein Mobbing!

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Zitat

    Die deutsche Vergangenheit...

    Ayşe Demir, stellvertretende Bundesvorsitzende der Türkischen
    Gemeinde in Deutschland, erklärt in einem Interview mit dem ZDF, es sei fraglich, ob dieselben Maßnahmen seitens der Bundesregierung getroffen worden wären, würde die religiös motivierte Zirkumzision nur Muslime tangieren

    Was können die kleinen Jungen heute, zumeist Söhne muslimischer Eltern, für die "deutsche Vergangenheit"? Was haben die verbrochen, dass sie dafür durch eine schmerzhafte Genitalverstümmelung bestraft gehörten?


    Zitat

    Volker Zastrow, Journalist, bemerkte in einem Artikel der FAZ, die Legislative wolle
    die „Genitalverstümmelung von Jungen erlauben, weil es politisch opportun erscheint (…)“
    Damit macht er dem Gesetzgeber den schwerwiegenden Vorwurf, „er wolle eine Straftat (‚Genitalverstümmelung‘) legalisieren

    Genauso war es! Zastrows Mund tat Wahrheit kund.

    Danke, Volker Zastrow!

    Und der Kinderverrat, den die Bundestagsmehrheit 2012 beging wiegt in der Tat schwer.


    Zitat

    In bekannt populistischem Ton äußert sich Holm Putzke in einem Interview...

    Ausgerechnet Birgit Stampfl macht Holm Putzke tonale Vorwürfe. Wo ihre Arbeit vor "Religionspopulismus" trieft! Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!


    Zitat

    Im Laufe des öffentlichen und medial inszenierten Diskurses
    stellt sich die Frage, ob es dabei um mehr geht, als um das Kindeswohl und die körperliche Unversehrtheit.

    Ja, jetzt kommt diese Leier wieder! "Denen geht es doch um ganz was anderes!"

    Die Diffamierung derer, die sich einfach dafür einsetzen dass die Genitalien von Kindern - von allen Kindern, nicht nur Mädchen - in Frieden gelassen werden. Die Unterstellung unlauterer Motive.


    Zitat

    So hat eben auch die Beschneidungsdebatte gezeigt, dass Religion nicht reine
    „Privatsache“ ist....

    Doch, das ist Religion. Kann man glauben oder auch nicht. Aber die Genitalverstümmelung von Kindern ist keine "Privatsache" der Eltern. Wer selbstbestimmt sich aus religiösen Gründen von Teilen seines Körpers trennen möchte hat jedes Recht dazu. Das ist Privatsache.

    Und dann kommt länglich die Verwechselung vom elterlichen Erziehungsrecht (was natürlich religiöse Erziehung einschließt) und Körperverletzung. Körperverletzung, kaputt machen hat mit Er-ziehung nichts zu tun.


    Stampfl geißelt "Polemik" und zerfließt selbst vor Polemik und Diffamierung gegenüber jenen, die sich für Selbstbestimmung und genitale Autonomie einsetzen.


    Zitat

    Im Anhang verschiedener Online-Artikel zur Beschneidungsdebatte bzw. zum Kölner Urteil (von Zeitungen wie etwa der Zeit, der FAZ
    oder der Welt) finden sich oftmals mehrere hundert Leserkommentare.


    Das ist ja unerhört! Das ist ja geradezu Meinungsäußerung! :D

    Klappe halten, weitergehen!

    Zitat

    Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Frage, wer die eigentlichen Akteure dieser Debatte sind.
    Wer ist „die Öffentlichkeit“? Und wer ist in dieser Debatte überhaupt „berechtigt“,
    mitzusprechen?


    Ach, braucht man dafür einen "Berechtigungsschein"? :P


    Zitat

    So debattieren mehrheitlich Menschen über die Beschneidung,
    die von diesem Eingriff selbst in keiner Weise betroffen sind.

    Komisch, das ist bei der Debatte um die Mädchenverstümmelung in der westlichen Welt ganz genau so!

    Hierzulande sind halt ca. 90% der Männer und vermutlich 99% der Frauen genital vollständig. Und kennen die Vorzüge vollständiger Genitalien. Und die sollen nicht mitreden dürfen wenn es um das Kinderrecht auf unbeschädigte Genitalien geht?

    Und selbst so, Frau Stampfl? Intakt oder genitalreduziert?

    Aber mitreden bzw diffamieren möchten sie schon!

    Zitat

    Durch ein Urteil des Landgerichts Köln, welches die Zirkumzision eines muslimischen Jungen
    als Körperverletzung wertete, wurde eine heftige, medial inszenierte und emotional
    aufgeladene Debatte in der Öffentlichkeit ausgelöst.

    Medial inszeniert? Wie bitte?

    Der größte Teil der Medienberichte schlug sich auf die Seite der Jungenverstümmelung, z.T mit grotesker Polemik (Prantl, Bommarius, Zaimoglu u.v.a.) Praktisch kein Medienkommentar forderte einen konsequenten Schutz "auch sogar" von Jungen durch das Strafrecht. Da war erbärmlich!

    Zitat

    Ein deutsches Landgericht stellt plötzlich
    ein viertausend Jahre altes Ritual infrage, an dem sich zuvor niemand gestört hatte

    Das ist nicht wahr. Es gab schon etliche Jahre vor dem Kölner Urteil kritische Stimmen zur "Beschneidung" von Jungen. Es gab sogar in Kalifornien den Versuch, darüber eine Volksabstimmung durchzuführen, das wurde aber leider ganz undemokratisch vom Verfassungsgericht verboten. Das Kölner Urteil hätte ein Meilenstein in der Rechtsgeschichte der Kinderrechte sein können. Aber Angela Merkel, die ansonsten meint, dass Entscheidungen von unabhängigen Gerichten zu akzeptieren und auch umzusetzen sind....:evil:


    Zitat von Stampfl

    Obwohl man das Wohl des Kindes bzw. dessen physische und psychische Integrität zunächst in den Mittelpunkt der Debatte stellte, zeichnete sich nach und nach ab, dass es bei der Beschneidungsthematik doch um viel mehr geht, als um den Eingriff selbst.

    Es geht nur um den medizinisch nicht notwendigen Eingriff, nein, den Übergriff, die Körperverletzung, die Genitalreduzierung und deren Folgen - und sonst nichts!


    Zitat

    Bei der Beschneidungsdebatte stehen sich drei Grundrechte gegenüber...

    Es sind weitaus mehr. Und sie stehen sich in Wirklichkeit auch gar nicht gegenüber.

    Die Religionsfreiheit endet, wie Reinhard Merkel einmal richtig sagte an der Nase des anderen. Oder an seinem "Johannes".

    Zitat

    Ein Schritt in die richtige Richtung wäre ein
    Dialog zwischen säkularen und gläubigen Bürgerinnen und Bürgern...

    Der fand ja zum Teil statt, z.B. in Leserkommentaren. Aber das war ja Stampfl anscheinend auch nicht recht.


    Zitat

    Im Anhang verschiedener Online-Artikel zur Beschneidungsdebatte bzw. zum Kölner Urteil (von Zeitungen wie etwa der Zeit, der FAZ
    oder der Welt) finden sich oftmals mehrere hundert Leserkommentare.

    Dialog ist immer gut. Solange man sich nicht gegenseitig ins Gesicht steigt.

    Aaaber - der Satz ging ja noch weiter!

    Zitat

    Ein Schritt in die richtige Richtung wäre ein
    Dialog zwischen säkularen und gläubigen Bürgerinnen und Bürgern sowie gegenseitige Toleranz.

    Ei, und was bedeutet diese "gegenseitige Toleranz" jetzt konkret?

    Wir tolerieren, dass Jungen genitalverstümmelt werden und ihr toleriert bitteschön, dass wir unsere Söhne und Töchter mit ein paar Tropfen Wasser beträufeln oder "jugendweihen" oder auch gar nichts machen?


    Oder Toleranz gegenüber unserem Grundgesetz, gegenüber der körperlichen Unversehrtheit von Kindern? Toleranz für die Vorhaut!

    Auch Toleranz gegenüber der "Beschneidung" von Mädchen, gegenüber der Züchtigung von Kindern, gegenüber dem betäubungslosen Kehledurchscheiden bei Kälbchen, Lämmern usw...? Toleranz gegenüber dem, was man mit Wehrlosen macht? Wäre das fair?


    Zitat

    Das Toleranzverständnis von liberal verfassten
    pluralistischen Gesellschaften mutet nicht nur den Gläubigen im Umgang mit Ungläubigen und Andersgläubigen die Einsicht zu, dass sie vernünftigerweise mit dem Fortbestehen eines Dissenses zu rechnen haben.

    Der religiöse Dissens ist doch völlig OK. Die einen glauben an G'tt, die anderen an einen dreifaltigen Gott, die anderen an Allah, noch andere an Buddha...

    Es hat doch auch kaum jemand etwas dabei, dass Gläubige Gotteshäuser aufsuchen ob es nur Kirchen Moscheen oder Synagogen sind um dort zu beten. Dass manche Menschen meinen zu bestimmten Zeiten fasten zu müssen, oder Freitags kein Fleisch essen zu sollen oder kein Schweinefleisch, keine Blutwurst oder eine bestimmte Sehne. Oder täglich fünfmal in eine bestimmte Richtung beten zu müssen. Das ist den meisten Menschen egal.

    Hier geht es um eine Körperverletzung begangen an wehrlosen Kindern und das ist der großen Mehrheit nicht egal. Hier geht es um ein geschlechtlich diskriminierendes Extrawurst-Gesetz.


    Zitat

    Bezogen auf die Beschneidungsdebatte bedeutet dies, dass den nicht religiösen Bürgerinnen und Bürgern in diesem Punkt mehr zugemutet wird als ihren religiösen Mitmenschen, denn durch das im elterlichen Sorgerecht verankerte Beschneidungsgesetz hat die säkulare Seite keinen Anspruch darauf, die Religionsfreiheit der Juden und Muslime zu limitieren und sie
    strafrechtlich zu verfolgen.

    Wenn etwas limitiert wird dann sind es die Genitalien von Jungen. Man vergeht sich am Eigentum des Jungen. Strafrechtliche Verfolgung von Körperverletzung ist überhaupt nichts besonderes, wer sich an den Genitalien von Mädchen vergreift dem drohen bis zu 15 Jahre Haft.

    Dass das Gesetz eine Zumutung ist ist korrekt! Und zwar keineswegs nur für "nicht-religiöse" Menschen. Es ist die rechtsstaatliche Bankrotterklärung eines Staates, der das Recht auf körperliche Unversehrtheit für JEDEN, also auch für Jungen an zweiter Stelle seiner Verfassung führt.

    Stampfl tut so, als ginge es hier um "nicht religiöse" Menschen vs. religiöse Menschen. Das ist falsch. Das ist schon rein mathematisch falsch. Wenn 2012 bei einer Infratest-Umfrage 70% der Deutschen das Jungenverstümmelungsgesetz ablehnten bedeutet das, dass unter den ablehnenden Menschen auch viele religiöse Menschen gewesen sein müssen.

    Das Gesetz ist also für die große Mehrheit der Deutschen eine Zumutung. Aber 70% der Abgeordneten haben für dieses Gesetz gestimmt. Das ist keine repräsentative Demokratie (heißt ja Herrschaft des Volkes) sondern eine spiegelbildliche, antirepräsentative Demokratie. Demokratie "auf den Kopf gestellt".

    Zitat

    Um die Pluralität von Glaubens- und Wertvorstellungen innerhalb einer Gesellschaft überhaupt möglich zu machen, gilt es, Toleranz zu üben, denn „billiger ist eine solche Gesellschaft nicht zu haben

    Das läuft dann aber auf Züchtigung von Kindern und Ehefrauen, auf Kinderehen und Zwangsverheiratungen, "Beschneidung" von Mädchen, Körperstrafen, Ausschluss von Mädchen vom Schwimmunterricht, Verfolgung von Homosexuellen, Kinderverblutenlassen u.v.a heraus. Auf den allerkleinsten gemeinsamen Nenner (vielleicht gerade noch Mordverbot? Oder soll das bei "Ehrverletzung" auch erlaubt sein?) von Menschen- Frauen- und Kinderrechten heraus.

    Will Stampfl eine solche Gesellschaft wirklich?

    Das wäre nicht billig, das wäre zu teuer!

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Man kann natürlich einwenden: "Viel zu viel Aufwand für einen völlig verunglückte Master-Arbeit!"

    Ja, natürlich wird die kaum jemand lesen. Dass dieser SCHROTT immer noch online ist ist einfach nur peinlich für die Universität Graz.

    Eigentlich sagt der Schlusssatz dieses Pamphlets bereits alles über die Intention dieses Werkes:

    "..es gilt Toleranz zu üben.." - eben nur nicht gegenüber dem natürlichen Körper des Jungen.


    Allerdings maßt sich Frau Stampfl auch noch an zu befinden, wie das Thema in der Schule zu behandeln ist.

    Das soll an Hand eines Artikels von Karsten Polke-Majewski in der ZEIT den Schülern näher gebracht werden.


    Dort lernen die Schulkinder, dass die Amputation der Vorhaut "keine große Sache" sei.


    Zitat

    Der Streit, der hier ausgefochten wird, hat wenig mit dem konkreten Fall zu tun. Die Entfernung der männlichen Vorhaut ist keine große Sache (im Gegensatz zur weiblichen Beschneidung, bei der es sich allgemein anerkannt um eine Menschenrechtsverletzung handelt).

    Keine große Sache. Wo aber manchmal noch mehr schief geht als dass nur die Vorhaut kaputt gemacht wird. Wo es gelegentlich auch zu schwersten Verstümmelungen und sogar zu Todesfällen kommt. Aber - keine große Sache! Für Polke-Majewski.


    Unter medikalisierten Bedingungen und mit Anästhesie ist auch die Beschneidung der Klitorisspitze für den Arzt auch "keine große Sache". Auch nur "ein kleiner Schnitt" und dann die Wundversorgung. Wird z.B. bei Klitorshypertrophie aus ästhetischen Gründen gemacht. Aber dann ist das selbstbestimmt.

    Bei Kindern ist das was anderes.

    Zitat

    Durch die Beschneidung entsteht kein medizinischer oder körperlicher Nachteil...

    Ob Polke-Majewski seine Vorhaut noch hat? Wäre in dem Zusammenhang interessant zu wissen. Polke-Majewski weiß es also besser als die Evolution. er spricht der Vorhaut jeglichen Nutzen und jegliche Funktionen einfach ab.

    Aber das passt ja - auch Stampfl hat sich mit dem Wesen der Vorhaut nicht näher beschäftigt, ihre Funktionen und ihre Sensibiltät werden von ihr nicht erwähnt.

    Keine Nervenenden, keine Tastkörper, kein feucht und warm und geschützt halten der Eichel, keine Einführhilfe, keine Friktionsminderung, keine Sensibilät, kein gefurchtes Band kein Frenulum, kein schönes Spielzeug - das alles interessiert Stampfl offenbar nicht. Oder passt ihr nicht ins Konzept.


    Zitat

    ...und auch keine Stigmatisierung

    Ob Polke-Majewski die Bedeutung von "Stigma" kennt? Stigma bedeutet "Wundmal".

    Und dieses Wundmal bleibt lebenslang am Körper sichtbar.

    Und genauso ist das auch gemeint: als unauslöschliche Markierung. Als Abgrenzung und Ausgrenzung. Und als ständige Ermahnung, dass man zum Sünder wird falls man vom Glauben abfällt.

    Zitat

    Die Richter folgten der rechtspositivistischen Tradition, nach der als Grundlage ihrer Entscheidung nur dasjenige Recht gelten kann, das der Staat gesetzt hat.

    So sollte es sein - in einem Rechtsstaat.

    Zitat

    Darin wird der Schnitt mit dem Skalpel ohne medizinische Indikation zur Körperverletzung.

    Der wird nicht, der ist eine Körperverletzung. Jeder blutige Schnitt ist eine Körperverletzung, das ist überhaupt nicht die Frage!


    Zitat

    Ähnlich argumentiert der Passauer Staatsrechtler Holm Putzke , auf dessen Gutachten sich das Gericht stützt. Muslime und Juden, die sich nun empören , weil das Urteil tief in ihr religiöses Selbstverständnis eingreife, könnten die Beschneidung doch einfach zeitlich verschieben und es bei einem symbolischen Ritus belassen, beispielsweise einem kleinen Stich.

    Ob Putzke etwas von einem "kleinen Stich" gesagt hat weiß ich nicht. Wäre auch eine Körperverletzung. Wozu einem Kind Schmerzen zufügen?

    Aber das symbolische Ritual gibt es, wird tatsächlich praktiziert, als Brit Shalom oder brit ben, brit chayim, brit tikkun, brit rechitzah. Ein schönes, friedliches Familienfest ohne Schmerzen, ohne Baby-Gebrüll "and they lived happily ever after".

    Das ist nicht hypothetisch. Aber alle Kinder haben ein Recht auf vollständige Genitalien.

    Zitat

    Die Kölner Richter schreiben in ihrer Urteilsbegründung: "Zudem wird der Körper des Kindes durch die Beschneidung dauerhaft und irreparabel verändert.

    Ja, stimmt das etwa nicht?

    Und natürlich pickt sich Polke-Majewski genau wie Stapfl die einzige Schwachstelle im Kölner Urteil heraus:

    Zitat

    Diese Veränderung läuft dem Interesse des Kindes später selbst über seine Religionszugehörigkeit entscheiden zu können zuwider.

    Es verunmöglicht eine solche Entscheidung nicht, aber eine Intention ist es, einen Abfall vom Glauben zu erschweren. Denn der Betroffene ist gezwungen, sein ganze Leben lang mit einer religiösen Markierung herumzulaufen. Und - würde er vom Glauben abfallen - dann wäre ja das Opfer zu dem er gezwungen wurde völlig sinnlos. Dann würde ihm vielleicht bewusst, dass er um etwas lustvolles und praktisches gebracht wurde - und das tut weh.

    Aber vor allem läuft es dem inherenten Interesse praktisch jedes Lebewesens zuwider(nicht nur des Menschen) intakt zu bleiben, von Schmerzen und Angst verschont zu bleiben. Wenn sich Kinder selbst verletzen ist das ein Zeichen einer gefährlichen psychischen Erkrankung.

    Zitat

    Aus diesem Dilemma gibt es keinen echten Ausweg.

    Aha! Da kann man nichts machen. Das muss so weiterlaufen.

    Das soll also den Schulkindern vermittelt werden.

    Doch! Es gibt einen einfachen und völlig ungefährlichen Ausweg: bleibe lasse!

    Und der Himmel stürzt nicht ein und zwei Generationen später trauert niemand mehr dieser blutigen Tradition nach und drei Generationen später kann sich niemand mehr vorstellen wie man Kindern so etwas antun konnte.


    Zitat

    „Menschenwürde – Menschenrechte – Menschenpflichten"

    Es geht wohl eher um vermeintliche "Kinderpflichten" - Opfer, die das Kind gefälligst zu erbringen hat.

    Zitat

    Ziel 9: „Der Religionsunterricht soll dazu beitragen, dass die Schülerinnen und Schüler
    die wichtigsten Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen
    kennen lernen und sich respektvoll und kritisch mit ihnen auseinander setzen

    Mit Genitalverstümmelung respektvoll und kritisch auseinandersetzen? Was denn nun - respektvoll oder kritisch? Und was kommt dabei heraus, wenn man sie zuvor mit dem schlagseitigen Artikel von Polke-Majewski gefüttert hat?


    Zitat

    Die Schülerinnen und Schüler erhalten Informationen zu ihrem Arbeitsauftrag:...

    Text 1:
    Informationen zu Beschneidung in Judentum und Islam

    Text 2: Artikel aus „Die Zeit“ vom 26.06.2012

    -
    Text 3: Artikel aus „Die Zeit“ vom 27.06.2012

    Ist ja so was von "ausgewogen und kritisch" :FP01

    Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision
    were confined to developing nations, it would by now have emerged as an in-
    ternational cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community. If routine medical
    circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.

    David Gollaher

  • Nicht nur das man zum „Sünder“ wird. In vielen islamischen Ländern gilt für den Austritt aus dem Islam die Todesstrafe.

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