Essen, 24.09.16: "Beschneidung von Jungen und Mädchen – (K)ein Thema für den Kinderschutz? "

  • http://www.kinderschutzforum.de/programm.php?d=1474668001

    siehe auch:

    http://www.derwesten.de/staedte/essen/…id10906917.html

    There is no skin like foreskin

  • "kultursensibel"?

    Worum geht es?

    Um Kinderschutz?

    Oder um "Kultur"-schutz?

    Oder gar wieder mal um Religionsschutz?

    Was ist das für eine "Kultur", die Kindern Verletzungen zufügt? Wohl eher eine Unkultur!

    „Wer nichts weiß, muss alles glauben.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Das Wort ist mir auch sofort aufgefallen. Vielleicht heisst das, dass man "Beschneidung" statt Genitalverstümmelung sagen muss, usw.
    Aber immerhin scheint es an der Klinik doch kritische Geister zu geben, siehe 2. Link.

    Warum nicht "kindersensibel"? Wer ist wohl verletzlicher, Erwachsene oder Kinder?

    There is no skin like foreskin

  • Ach Leute... kultursensibel ist immer wichtig, wenn man Menschen erreichen will. Und um Kinderschutz zu erreichen muss man Erwachsene erreichen, denn die haben es (leider) in der Hand, ob ihre Kinder gewaltfrei aufwachsen dürfen oder nicht. Fragt mal Frauen, die in Afrika gegen FGM kämpfen. Wenn die da hingehen und ihr Vorgehen nicht auch "kultursensibel" reflektieren, können sie gleich zuhause in Europa bleiben.
    Darüber kann man sich mit Recht aufregen, aber es ist Fakt.
    Vielleicht freut Ihr Euch mal, dass das Thema geschlechtsübergreifend in einer Veranstaltung diskutiert wird? Passiert ja nun nicht sooooo oft.... und auch noch von einem Arzt angeboten, der sich sehr positiv in dieser Diskussion für die Rechte auch von Jungen geäußert hat?

  • Ich kann Pizarro nur zustimmen. Wenn wir immer auf alle ( selbst unserer Sache Aufgeschlossene ) einprügeln und alle verprellen , die nicht von vornherein die " reine Lehre" vertreten , können wir uns hier auch noch in 20 Jahren gegenseitig im sektiererischen Schulterklopfen üben. Auf gesellschaftlicher Ebene etwas erreichen werden wir damit nicht.

  • Wenn Kolja Eckert die Eindeutigkeit seines Kollegen Dr. Wolfgang Bühmann teilt, die sich hier beide (http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4903926) in einem Artikel äußern, dann kann "kultursensibel" sicher gern als zwar verständnisvolle aber kompromissfreie Diskussionseinladung verstanden werden.

    "Bühmann hält das allerdings für falsch „Wer eine medizinisch nicht indizierte, rituell motivierte Beschneidung durchführt, begeht eine körperliche und seelische Verletzung an einem nicht einwilligungsfähigen Kind. Das steht in krassem Widerspruch zur in den ersten Artikeln unseres Grundgesetzes garantierten Unantastbarkeit der Würde, zur körperlichen Unversehrtheit und zur Religionsfreiheit – eine solche Zuwiderhandlung gehört unter Strafe gestellt, wenn Vernunft und Respekt es nicht ohnehin gebieten.“"

    Kolja Eckert: "... wir machen schon Beschneidungen bei Jungen, aber eben nur, wenn diese medizinisch notwendig sind.“"

    In seiner Beschneidungspraxis scheint Eckert jedenfalls keinen Kompromiss einzugehen.

  • Einprügeln ist natürlich Unsinn, aber klare Kante muss schon sein. Faule Kompromisse gibt es schon genug, der oberfaulste nennt sich 1631d, der soll ja angeblich ein "ausgewogener Kompromiss" sein und Jungen schützen. Vor dem grossen bösen Wolf -äh Hinterzimmer.

    Und um Kinderschutz zu erreichen muss man Erwachsene erreichen

    Das ist richtig. Man muss sich aber eingestehen, dass man nicht alle Erwachsene mit blossem Reden erreichen kann. Manche wollen vielleicht auch gar nicht erreicht werden ("das ist unsere Sache, das geht euch gar nichts an!" - oft genug gehört). Und selbst wenn man sie "erreicht", heisst das nicht, dass sie ihr Verhalten ändern.

    ...muss man Erwachsene erreichen, denn die haben es (leider) in der Hand, ob ihre Kinder gewaltfrei aufwachsen dürfen oder nicht.

    Das hört sich nach ohnmächtigem Staat an. Der Staat hat aber Kinder gegenüber ganz klar ein Wächteramt.

    ...muss man Erwachsene erreichen, denn die haben es (leider) in der Hand, ob ihre Kinder gewaltfrei aufwachsen dürfen oder nicht.


    Tatsächlich? Die 12 Stämme haben das nicht mehr in der Hand.

    Fragt mal Frauen, die in Afrika gegen FGM kämpfen


    Wir sind hier in Mitteleuropa, in Deutschland, nicht in Afrika.


    Ich möchte einfach gerne wissen, was "kultursensibel" im Zusammenhang mit MGM konkret bedeuten soll. Vielleicht kann mir das jemand ohne Geschwurbel und Nebelkerzen erklären?

    War die Strafanzeige in Sachen Teichtal "kultursensibel"?
    Wäre eine Strafanzeige in Sachen Potsdam "kultursensibel"?

    Vielleicht freut Ihr Euch mal, dass das Thema geschlechtsübergreifend in einer Veranstaltung diskutiert wird?

    Das habe ich sofort positiv aufgenommen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob in der Veranstaltung nicht wieder das berühmte "ganz was anderes" kommt.
    Alles in allem knüpfe ich durchaus Hoffnungen an diese Diskussion.

    There is no skin like foreskin

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