Posts by Mario Lichtenheldt

    Hallo Marion!

    Was sagt denn Dein Sohn selbst?

    Sind seine Probleme derartig, dass er selbst eine OP möchte?

    Wie geht er bisher mit dem Problem um?

    Ich denke, bei Prof. Stehr seid Ihr in guten Händen, aber auch er wird die letzte Entscheidung ganz sicher dem Jungen selbst überlassen. Und Prof. Stehr weiß ganz bestimmt auch, welche OP-Methode möglich wäre, ob man z.B. den narbigen Ring entfernen sollte oder ob evtl. eine Inzision möglich und sinnvoll wäre.

    Ich denke, der Arzt sollte dem Jungen die einzelnen Möglichkeiten altersgerecht erörtern, ihm auch sagen, ob es Sinn macht, noch abzuwarten - und dem Jungen letztendlich die Entscheidung überlassen, auch wenn bei einem 13-jährigen natürlich die Eltern zustimmen müssen.

    LG Mario

    Wenn ich das richtig sehe, dann ist der Artikel aus 2012. Ich denke, man wird da auch in Zukunft noch einige Stilblüten finden.

    Das erste Zitat könnte man ja noch "richtig herum" verstehen.

    Dann sagt er aber:


    Quote

    "Nun ist es im Falle der Jungensbeschneidung, also Vorhautbeschneidung, umstritten, medizinisch, ob das tatsächlich eine Beschädigung ist."


    Wenn jemand einer Personen einen (wenn auch noch so kleinen) Körperteil entfernt, ja sogar, wenn er einfach nur eine Blutprobe entnimmt, dann beschädigt er den Körper. Das stand nie zur Debatte. Jede OP ist eine Körperverletzung; sie verliert auch durch Zustimmung nicht diesen Charakter, sie wird unter bestimmten Bedingungen lediglich straffrei gestellt. Herr Nida-Rümelin redet von "Beschädigung", meint aber zweifelsfrei Körperverletzung. Umstritten ist allenfalls, ob sie durch eine wirksame Zustimmung straffrei gestellt ist, auch wenn keine medizinische Notwendigkeit vorliegt.

    "Beschneidung" ist für ihn dann OK, wenn sie nicht weh tut. Er reduziert also das Problem auf den Schmerz. Ethische oder juristische Überlegungen? Soweit kommt er gar nicht erst. Dabei verstößt - trotz § 1631 d BGB - der Eingriff, sofern nicht medizinisch indiziert, gleich gegen eine ganze Reihe nationaler und internationaler Gesetze und Übereinkommen. Das nimmt man seit 2012 wissentlich in Kauf. Man kann auch sagen: der Gesetzgeber hat sich am Nasenring der Religion(en) vorführen lassen, auch wenn er nach Kräften versucht hat, den religiösen Aspekt herauszuhalten (und damit nioch mehr Schaden angerichtet hat als anfänglich zu erwarten war).

    Das aber wusste Nida-Rümelin damals im Sommer 2012 noch nicht. Das wäre mal ein Fall gewesen, in dem sich die eigentlich theoretische Philosophie praktisch hätte bewähren können, aber leider ...

    Das ist eine verzwickte Situation.

    Ich würde Folgendes raten:

    Du sagst, der Ausfluss oder was immer es war, ist sehr selten und der Junge hat keine Schmerzen. Die Vorhaut ist wahrscheinlich noch mit der Eichel verklebt, aber nicht zu eng (sonst könnte er nicht normal pullern und man könnte auch die Eichel nicht sehen).

    Badet er oft?

    Das sollte er tun. Ich weiß nicht, ob man ihm raten kann, dabei seine Vorhaut ganz sanft zu bewegen, auch wenn sie noch nicht zurückgeht. Durch das warme Wasser wird die Haut weich und die Bewegungen helfen dabei, die Ablösung von der Eichel zu fördern. Mit 11 hat er aber noch Zeit. Wenn er auch das nicht mag, dann eben nur regelmäßig baden – ohne chemische Badezusätze. In der Drogerie oder Apotheke kannst Du nach hautpflegenden Bademitteln für Kinder mit empfindlicher Haut Fragen; bei Entzündungen gibst Du etwas Kamille ins Wasser.

    Die Wattestäbchen selbst zum Arzt bringen geht nicht. Der Arzt nutzt sterile Stäbchen, die erst unmittelbar vor dem Abstrich aus der Verpackung genommen werden.

    Mit dem beschnittenen Sohn solltest Du nicht über Nachteile reden, jedenfalls nicht so: „Komm mal her, ich muss mal mit dir reden!“. Eine Beschneidung KANN Komplikationen und langfristige Nachteile haben, muss es aber nicht. Er sollte, wenn er älter ist, darüber Bescheid wissen. Dazu kannst Du ihm z. B. entsprechende Literatur zugänglich machen (einfach hinlegen, lesen kann er selbst). Reden ist für die Jungs oft peinlich, aber es ist wichtig, dass sie Bescheid wissen. Wenn er fragt, kannst Du antworten, aber aufdrängen würde ich ihm das Thema nicht. Die Situation, in der Ihr vielleicht mal miteinander redet, muss passen, aber das spürst Du als Mutter.

    Ja, in Deutschland wird in den Krankenhäusern oft so beschnitten, dass nichts spannt, auch später nicht, wenn der Penis wächst. Loose bedeutet, die verbleibende Haut ist locker, beweglich, auch wenn sie die Eichel nicht mehr bedeckt. Das Gegenteil ist tight = straff, da bewegt sich nichts mehr und es spannt unter Umständen – sowas tut man einem Kind nicht an (Was ein erwachsener Mann für sich entscheidet, ist seine Sache.

    Liebe Grüße!

    Mario

    Hallo sorayara!

    Da bist Du ja in einer echt komplizierten Situation. Aber zunächst mal zu Deinem Sohn:

    Was das „Weiße“ ist, das er entdeckt hat, kann ich aus der Ferne natürlich nicht sagen.

    Eine Möglichkeit:

    Normal wäre in seinem Alter, dass es Smegma ist. Unter diesem Begriff werden allerdings 2 Dinge verstanden:

    Bei kleineren Jungen, auch noch bei 11-jährigen, sind es meist Gewebereste, die dadurch entstehen, dass sich die Vorhaut allmählich von der Eichel löst. Es sind meist kleine weiße Kügelchen oder Klümpchen, ungefährlich.

    Bei größeren Jungen und Männern (mit Vorhaut) bildet sich eine weiße schmierige Substanz unter der Vorhaut, die den Zweck hat, die Eichel und die Innenseite der Vorhaut feucht und empfindlich zu halten. Es ist eine Art Öl oder Salbe. Dieses Smegma sollte täglich entfernt werden. Es ist an sich nicht gefährlich, aber wenn man es nicht regelmäßig abwäscht, bildet es einen idealen Nährboden für Bakterien und Keime.

    Jungen, deren Vorhaut noch fest mit der Eichel verklebt ist, haben solches Smegma noch nicht.

    Wichtig:

    Wichtig ist erstmal die Frage: Kann Dein Sohn die Vorhaut gar nicht, ein Stückchen oder schon ganz zurückziehen, ohne dass es weh tut?

    Andere Möglichkeit:

    Du sprichst von Ausfluss. Ein Ausfluss kommt aus der Harnröhre. Ist das ganz sicher?

    Er kann unterschiedliche Ursachen haben, die aber fast immer durch a) einen Abstrich (Wattestäbchen) und/oder ein Blutbild (1-mal piksen) oder eine Urinprobe (in den Becher pullern) nachweisbar sind und dann gezielt behandelt werden können – ohne Beschneidung. DAS kann auch jeder Kinderarzt machen.

    Ich würde Dir also raten, einen einfühlsamen Kinderarzt aufzusuchen. Hier gibt es eine Kinderarztsuche, falls Du keinen weißt:

    https://www.kinderaerzte-im-netz.de/aerzte/suche.html

    Der 8. Tag

    Das kennt man aus der jüdischen Religion. Möglicherweise praktizieren es auch andere Religionen in der Heimat Deines Mannes. Es ist eine Sache des Glaubens – und wie das mit Glaubensdingen so ist: Sie fragen leider nicht nach rationalen Gründen; es steht so geschrieben oder man macht es schon immer so oder Gott will es so, darüber wird kaum diskutiert. Ich sage immer, das Wohl und das Glück des Kindes stehen im Vordergrund und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein liebender Gott das anders sieht, aber …

    Soweit ich informiert bin gibt es aber sogar in den jüdischen Glaubensvorschriften einen Passus, der regelt, dass eine Beschneidung nicht am 8. Tag stattfinden muss, wenn das Kind krank oder zu schwach ist. Weiß Deine Bekannte das nicht oder ist es eine andere Religion?

    Ich finde, man sollte Kinder, egal ob Junge oder Mädchen, überhaupt nicht „beschneiden“ oder verletzen. Wenn sie erwachsen sind, können sie das selbst entscheiden. Und medizinisch ist eine Beschneidung fast nie erforderlich – es gibt fast immer sanftere Möglichkeiten.

    Ich wünsche Deinem Sohn und Dir alles Gute! Schreib gerne wieder, wenn Du noch Fragen hast.

    LG Mario

    Was sagt der Junge denn selbst zu der ganzen Sache? Und was sagt Dein beschnittener Sohn?

    Na ja, Volker Beck und sein Gesäusel in der "Beschneidungsdebatte" sind doch ein ganz hervorragendes Beispiel für die Bedeutung des Wortes "postfaktisch"... Recht auf Beschneidung - was soll das denn sein? Ich dachte immer, Rechte sind Individualrechte - des Individuums, das betroffen ist. Na ja, als Bundestagsabgeordneter muss man das nicht so genau begriffen haben ...

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    Das würde jeder einzelne hier denke ich sofort und ohne zu zögern unterschreiben. Nur warum hält sie sich nicht selbst an ihre Worte?

    Weil sie vielleicht zu den GUTEN gehören möchte? Es ist immer einfacher, einer Mode bzw. dem Zeitgeist nach dem Munde zu reden, als gegen Missstände anzugehen, auch wenn man dabei am Anfang ziemlich alleine ist. Als ich ihre Rede hörte (soweit sie in den Nachrichten gebracht wurde) habe ich mich gefragt, ob sie eigentlich selber weiß, was sie mit dem, was sie sagt, meint. Ein paar schöne Wörterchen hier, ein paar Floskelchen dort, Kuscheln mit dem Bundes-Opa, toll! Und dafür gibt’s dann einen Preis. Mich erinnert das immer wieder an die DDR. Wir hatten zwar keine "Kohle" und auch sonst lebten wir recht bescheiden, aber Orden und Ehrenzeichen gab's massenhaft - man musste immer nur brav nachplappern ...

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    ein vom Justizministerium vorgelegtes Gesetz, das dem Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf Religionsfreiheit Rechnung trägt.


    Die Zerstörung eines gesunden Körperteils trägt der körperlichen Unversehrtheit Rechnung? Hat da jemand Drogen genommen? Überlegt sich jemand, der sowas schreibt eigentlich, dass er auch in 5, 10 oder 20 Jahren auf diesen geistigen Erguss festgenagelt wird? Wenn der Mann das wissenschaftliche Niveau seiner Universität repräsentiert, dann ist es um den Wissenschaftsbetrieb dort wohl nicht sonderlich gut bestellt.

    Das Gesetz trägt der Religionsfreiheit Rechnung? Wessen Religionsfreiheit? Besserer Vorschlag: Das Gesetz trägt der Narrenfreiheit Rechnung!

    Sexualwissenschaftler? Und hat keine Ahnung von den Funktionen des männlichen Genitale? Ist der Begriff „Sexualwissenschaftler“ eigentlich irgendwie geschützt? Oder ist das wie beim Unternehmensberater, als der sich jeder Depp bezeichnen darf, während etwa ein Steuerberater einige ziemlich heftige Prüfungen durchlaufen und bestehen muss, bevor er sie so nennen darf?

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    Statt einer Reflexion auf das historische kulturelle Gewordensein eines solchen breit geteilten Weltzugangs erwarten weiße Menschen von Menschen, die nicht in dieser Tradition stehen und anderen Weltsichten den Vorrang geben, stete Rechtfertigung.


    Kultur? Körperverletzung als Kultur?

    historisches Gewordensein - schwurbel, schwurbel ...

    Weltzugang - über den skalpierten Penis von Kindern?

    Weiß jemand, der sowas schreibt, eigentlich noch, WAS er da von sich gibt?

    Ich zumindest erwarte keine Rechtfertigung; ich erwarte, dass man sich in Deutschland ans Grundgesetz hält – und das erwarte ich selbstverständlich auch von der deutschen Regierung. § 1631 d BGB ist ein juristisches Husarenstück, über das man in ein paar Jahren hoffentlich nur noch mit dem Kopf schüttelt. Leider gibt es zu viele Pseudowissenschaftler, die mit derlei Wortsalat versuchen, das Grundgesetz nebst Menschen- und Kinderrechten rund und passend zu lutschen.

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    Internetforen, in denen gegen die Vorhautbeschneidung gestritten wird, kamen erst ab Juli 2012 auf. Ihre Betreiber rekrutieren sich interessanterweise nicht aus Selbstorganisationen, etwa agnostischer oder atheistischer Männer jüdischen oder muslimischen Elternhauses, sondern aus anderen Personenkreisen, mit eigenen Motiven.

    Phimsoe-info.de ging 2005 in Probebetrieb und ist meiner Erinnerung nach seit Januar 2006 permanent im Netz. Allerdings geht es dort zentral um (scheinbar) medizinisch indizierte Beschneidungen bzw. eben darum, die Dinge vom Kopf auf die Füße zu stellen, indem man zunächst einmal darüber aufklärt, was Phimose eigentlich ist, um dann Wege aufzuzeigen, wie man sie möglichst ohne OP behandelt, sofern sie überhaupt behandlungsbedürftig ist. Schon alleine dabei gilt es, eine Reihe unsinniger „Argumente“ aus dem Weg zu räumen, etwa, dass die Vorhaut bis zur Schuleinführung beweglich sein müsse – eigentlich ein auf den ersten Blick erkennbarer Blödsinn, aber, oft genug wiederholt, bleibt er eben im Hirn der Masse kleben – ein alter Propagandatrick. Von wem er stammt, verrate ich hier lieber nicht.

    Übrigens sehe ich die Hauptaufgabe auch bei beschneidungsforum.de mehr in der Aufklärung in Sachen medizinisch (scheinbar) relevanter Vorhautprobleme. Das Perfide an § 1631 d BGB ist aus meiner Sicht, dass man damit eine (religiöse) Tradition in Form einer ansonsten strafbewehrten Körperverletzung straffrei stellen wollte, aber zu feige war, das Kind beim Namen zu nennen und zu sagen: Wir machen ein Sondergesetz für bestimmte religiöse Gruppen. Auch das wäre hinsichtlich Artikel 2 GG schon inakzeptabel gewesen, aber mit der jetzigen Situation werden nicht nur ALLE Jungen in Bezug auf ihre Genitalien schutzlos gestellt, es wird zudem der Legenden- und Märchenbildung Tür und Tor geöffnet – und dabei kommt dann eben solcher Stuss heraus, wie oben zu lesen. Man hat ja § 1631 d BGB, da kann man nach Herzenslust drauflos fabulieren…

    Interessant immer wieder:

    Keiner dieser "Wissenschaftler" hat jemals negativ Betroffene gefragt. Auch die durchweg minderjährigen Jungen, um die es hier geht, werden nicht gefragt – nicht vor und nicht nach der OP. Menschlich, empathisch einfach jämmerlich …

    Phimose-info.de:

    Leider ist Phimose-info.de derzeit kaum aktiv; Mitstreiter sind dort also willkommen.

    Med1 (Vorhautprobleme) ist noch älter.

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    Während sich medizinisch ein deutlicher Vorteil der Vorhautbeschneidung bei Jungen zeigt,


    Ja, 60% geringeres Risiko, an HIV zu erkranken, basierend auf fragwürdigen Studien. Aber selbst wenn es stimmen würde: Kondome bieten 100 % Sicherheit, ohne OP! Eine Milchmädchenrechnung, aber für Sexualwissenschaftler offenbar zu anspruchsvoll.

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    Ihre Betreiber rekrutieren sich interessanterweise nicht aus Selbstorganisationen...


    Nicht? Ich bin Mitglied bei intaktiv e. V. (https://intaktiv.de/) – das ist zwar keine „Selbstorganisation“ (wer Deutsch sprechen kann ist klar im Vorteil), aber (u. a.) eine Selbsthilfeorganisation. Und was ist mit MOGIS e. V.? Was ist mit MANNdat?

    Die Betreiber rekrutieren sich aber aus Betroffenen - und das ist eine Gruppe von Menschen, die für Leute wie Voss offenbar nicht existiert.

    Na ja, wir wissen schon; Pippi Langstrumpf-Prinzip …

    Und der BVKJ ist für Herrn Voss sicher auch nicht relevant:

    http://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/me…t-kinderrechte/

    Und der will Kinderschützer sein?

    Na Amen!

    Erst ist es eine Störung, die dann aber normal ist - und zur Einschulung gibt’s ne Beschneidung.

    Blödsinn.


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    In diesem Alter tritt das Kind in die genitale Phase eintritt und erkennt nun den Unterschied zwischen Jungen und Mädchen.

    Ah ja! WANN tritt ein Kind in die "genitale Phase" ein`? Und was ist das überhaupt? Kinder erkennen erst mit 5, dass es Jungen und Mädchen gibt? Oh je - für diese Leistung muss man wirklich studiert haben!


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    Der Junge würde eine Veränderung im Bereich seines Gliedes als eine Belastung empfinden und sich im Vergleich mit Gleichaltrigen benachteiligt fühlen.

    Ah ja! Und genau deshalb fügen wir ihm eine solche Veränderung zu? Oder fühlt er sich erst benachteiligt, wenn er älter ist? Das tut er doch aber auch, wenn er mit 5 beschnitten wird, oder? Mit 7 oder 10 oder 13 ist er dann nämlich immer noch beschnitten, sprich: anders. Oder nicht?


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    Die Einsichtsfähigkeit in das Tun des Arztes ist noch nicht gegeben und dem entsprechend würde eine örtliche Betäubung nicht toleriert werden.

    Ja, nachts ist es kälter als draußen! Wer hat denn das zusammengestottert? Sicher eine Werbeagentur aus Timbuktu, für die der Onkel bzw. die Tante Doktor viel Geld bezahlt hat.

    Ist an diesem kurzen Text eigentlich ÜBERHAUPT etwas richtig bzw. auch nur sinnvoll?

    Darf ich helfen?

    Hallo!

    Vielen Dank für diesen Bericht!

    Mit 10 Jahren ist der Junge auf jeden Fall alt genug, um zu verstehen, worum es geht und klar und deutlich zu sagen, was er möchte und was nicht. Braucht er aber eigentlich gar nicht, denn er hat ja eine tolle Mutter.

    Wie alt sind denn die anderen beiden Jungs?

    Die erste Frage, die ich stellen möchte, ist: Wie erlebt denn der Junge selbst diese „Problematisierung“ seines Penis?

    Wenn er balloniert, dann bedeutet das doch, dass nur die Vorhautöffnung noch eng ist. Die bei kleinen Jungen typische Verklebung mit der Eichel hat sich bereits teilweise oder ganz gelöst, sonst könnte kein Urin zwischen Vorhaut und Eichel gelangen.

    Natürlich kann er cremen und dabei die Vorhaut bewegen bzw. soweit es ohne Schmerz geht behutsam dehnen. Wenn es aber nicht gleich klappt, ist das auch nicht schlimm. 10 Jahre ist etwa das Durchschnittsalter, ab wann bei Jungs die Vorhaut zurückgeht, d. h. es kann auch viel früher oder auch später passieren.

    Wichtig ist, dass er weiß, dass er mit seiner Mam reden kann und sie ihn versteht.

    Ich hätte da etwas genau für dieses Alter; bitte verstehen Sie das aber nicht als Werbung; ich denke, die e-Books sind preislich selbst für Kids OK.

    etwa ab 7:

    https://tredition.de/autoren/mario-…e-e-book-40344/

    etwa ab 12, aber auch ab 10 ganz sicher verständlich:

    https://tredition.de/autoren/mario-…h-e-book-84070/

    Da kann er selbst und für sich allein lesen. Die kostenfreie Broschüre des BVKJ wurde ja oben schon genannt; sie ist eher etwas für Eltern.

    Noch kurz zu den „Argumenten“:

    Quote

    „Das ist so eng, dass das nie und nimmer von selber was wird.“


    Hellseherei?

    Quote

    „zum Beginn der Pubertät MUSS das erledigt sein, sonst zerrt das am Selbstbewusstsein.“


    Ein unnötig beschnittener Penis kann das auch tun. Hier hilft nur: mit dem Jungen reden, ihm zuhören und wenn nötig, gemeinsam mit ihm nach Wegen suchen.

    Quote

    „Teilbeschneidung war von vorneherein ausgeschlossen; das gäbe der Befund nicht her.“


    Von einer Teilbeschneidung würde ich auch abraten, weil hier 1. eine rund um den Penis reichende Wunde entsteht, die sich erneut verengen kann, wenn sie vernarbt und 2. verändert sich das kosmetische Ergebnis einer Teilbeschneidung durch das Peniswachstum in der Pubertät möglicherweise dahingehend, dass es dann von einer Radikalbeschneidung nicht mehr zu unterscheiden ist, d. h. mit 10 ist die Eichel nach der OP vielleicht noch zu 1/2 oder 2/3 bedeckt, mit 13 oder 14 liegt sie völlig frei.

    Wenn überhaupt OP, dann eine plastische OP, bei der die Vorhaut durch winzige Längseinschnitte geweitet wird, wobei aber kein Gewebe entfernt wird. Das steht aber bei Ihrem Sohn nicht auf der Tagesordnung; er hat noch Zeit und er kann cremen.

    Quote

    „Aus Hygienegründen sei das für alle künftigen Partnerinnen viel gesünder etc.“


    Das ist so ziemlich das dümmste und zynischste Argument, das man bringen kann. Es unterstellt, dass Jungs mit Vorhaut schmutzig sind und es betrachtet Jungen sozusagen als Verfügungsmasse, die man den Bedürfnissen der künftigen Partnerin entsprechend zurechtschneiden kann. Ein Arzt, der so argumentiert, ist vielleicht ein guter Handwerker (Chirurg heißt ja nichts anderes als Handwerker), steht aber ethisch auf einem katastrophal niedrigen Niveau.

    Viel Glück den drei Jungs und Ihnen!

    Mario

    Quote

    "Richterin Gaury Sastry führte in der Urteilsbegründung aber strafmildernd aus, der Angeklagte habe das Kind aus rituellen Gründen beschneiden lassen, nicht aber um ihm Schmerzen zuzufügen"

    Merke:

    Eine Straftat, die religiös motiviert ist, ist weniger schlimm als eine gleichartige Straftat, der dieses Merkmal fehlt. Jetzt ist der "arme" Papa sicher ganz doll in seinen religiösen Gefühlen verletzt. Armes Dotterchen ...

    Das Kind hat offenbar NEIN gesagt (oder signalisiert, was auch ausreichen würde), aber das "spezialisierte Institut" kann sowas natürlich nicht beeindrucken...

    Immerhin: Die hirnverbrannte Schnippelei geht nicht mehr "einfach so" durch - ein Anfang!

    Juristische Frage: Kann es sein, dass, wenn nur EIN Sorgeberechtigter unterschreibt, er zugleich versichert, mit Einverständnis des anderen zu handeln? Hier war zwar der "Vater" gar nicht sorgeberechtigt (dafür ziemlich dreist), aber auch wenn er es gewesen wäre und die Mutter nicht zugestimmt hätte ...?

    Wir haben es hier mit einer "Kultur" zu tun, in der die Frau nichts zu melden hat - das sollte man nie vergessen.

    Hallo Jungs!

    Hier kommt unser neuestes Werk(chen) – von uns für Euch!

    Mein freches Pimmelbuch –
    Gefühle, Zärtlichkeit, Beschneidung - Was Jungen wirklich wissen wollen

    Was ist denn nur mit Dennis los? Jedes Mal nach dem Baden im See verkriecht er sich ins Zelt. Als Jakob und Julius ihm einen Streich spielen, bemerken sie, dass Dennis beschnitten ist und sich deshalb schämt. Und ausgerechnet jetzt tauchen auch noch zwei Mädchen im Zelt auf.

    Sarah und Laura jedoch finden es gar nicht lustig, was viele Erwachsene und sogar Ärzte, Erzieher, Lehrer und Eltern oftmals als „kleine harmlose Operation“ abtun. Durch Sarahs großen Bruder Frank, der zufällig Betreuer der Jungen im Ferienlager ist, erfahren die fünf Freunde viele neue, interessante, manchmal aber auch traurige Dinge über Beschneidung und Phimose, eine Krankheit, die eigentlich gar keine ist.

    Fast nebenbei erhalten die Teenager Antworten auf teils sehr intime Jungenfragen, Antworten, die selten in einem Biologiebuch zu finden sind. Dabei geht es um all die aufregenden körperlichen Veränderungen in der Pubertät ebenso, wie um starke Gefühle, die man sich selbst oder anderen schenkt – und um gegenseitige Achtung, Respekt und Liebe …

    Mario Lichtenheldt, Lukas Ryholec
    Ab 12 Jahren

    e-Book
    3,00 €
    ISBN: 978-3-7345-4759-1

    Paperback
    11,00 € (wegen der vielen Farbseiten)
    Seitenanzahl: 56
    ISBN: 978-3-7345-4757-7
    Größe: 14,8 cm x 21,0 cm (passt genau in einen Schulheftumschlag A 5 – warum wohl?)

    Lukas ist 18 und zeichnet u. a. für ein tschechisches Pendant von BVJ:

    http://www.strankyprokluky.cz/

    Er ist ein richtig netter Kerl und hatte Glück – ein verantwortungsvoller Arzt hat ihn, als er 14 war, vor unnötiger Schnippelei bewahrt.

    Viel Spaß beim Lesen!

    Du schreibst, der Arzt habe eine "narbige STELLE" am Schnürring entdeckt. Das Narbengewebe, falls es tatsächlich vorhanden ist, reicht also jedenfalls nicht um den Penis herum, bildet also keinen narbigen Ring?

    Wenn das so ist und angesichts der Tatsache, dass der Junge mit 11 am Beginn der Pubertät steht, wäre das jetzt m. E. DER Zeitpunkt, es nochmal konsequent mit einer kortison- oder östrogenhaltigen Salbe zu versuchen. Es wäre dann eine Unterstützung der ohnehin einsetzenden hormonellen Umstellung in der Pubertät. Der Junge weiß, worum es geht und wird vermutlich bemüht sein, da diszipliniert mitzuarbeiten, wenn ich das mal so sagen darf. Baden, cremen, BEHUTSAM bewegen ...

    Ansonsten gilt natürlich, dass alles Weitere, sofern nötig und vom Jungen gewollt, MIT IHM besprochen werden sollte - es ist sein Körper!

    Man befindet sich hier offenbar in einer Zwickmühle. Einerseits heißt es, die Vorhaut enthalte unheimlich viele Nervenzellen, was ja auch stimmt - und dann kommt der Hammer: Weshalb auch immer man Jungs die Vorhaut entfernt: Der Körper gewöhnt sich dran! Ein ziemlich offensichtlicher Widerspruch.

    Mal schauen, vielleicht sollte man mal freundlich darauf hinweisen? Der Ansatz ist ja gut gemeint, aber irgendwie kommen sie um die "Nicht-so-schlimm-Lüge" einfach nicht herum. Nun könnte man vermuten, sie wollen die jungen Zuschauer nicht verängstigen. Ist das aber eine Rechtfertigung dafür, den jungen Zuschauer nicht die Wahrheit zu sagen? Und wie ist es mit der Religion? Weil's "nicht schlimm" ist, darf man aus religiösen Gründen mal ein bisschen an kleinen Pimmelchen herum schneiden?

    Wer bestimmt denn, was "nicht so schlimm" ist?

    Quote

    Es handelt sich hier also lediglich um eine erste Einschätzung mit einem "sanften Hinweis"


    Aha! Ein "sanfter Hinweis", doch bitte schon mal die Kanone zu laden, um auf einen wahrscheinlich gar nicht vorhandenen Spatz zu schießen. Dazu muss man wirklich Medizin studiert haben.

    Dr. "Experte" hat sich mit seiner Antwort ziemlich blamiert - und sein Verein merkt es nicht mal! Die haben wahrscheinlich alle die gleiche Hilfsschule besucht.