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ein vom Justizministerium vorgelegtes Gesetz, das dem Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf Religionsfreiheit Rechnung trägt.
Die Zerstörung eines gesunden Körperteils trägt der körperlichen Unversehrtheit Rechnung? Hat da jemand Drogen genommen? Überlegt sich jemand, der sowas schreibt eigentlich, dass er auch in 5, 10 oder 20 Jahren auf diesen geistigen Erguss festgenagelt wird? Wenn der Mann das wissenschaftliche Niveau seiner Universität repräsentiert, dann ist es um den Wissenschaftsbetrieb dort wohl nicht sonderlich gut bestellt.
Das Gesetz trägt der Religionsfreiheit Rechnung? Wessen Religionsfreiheit? Besserer Vorschlag: Das Gesetz trägt der Narrenfreiheit Rechnung!
Sexualwissenschaftler? Und hat keine Ahnung von den Funktionen des männlichen Genitale? Ist der Begriff „Sexualwissenschaftler“ eigentlich irgendwie geschützt? Oder ist das wie beim Unternehmensberater, als der sich jeder Depp bezeichnen darf, während etwa ein Steuerberater einige ziemlich heftige Prüfungen durchlaufen und bestehen muss, bevor er sie so nennen darf?
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Statt einer Reflexion auf das historische kulturelle Gewordensein eines solchen breit geteilten Weltzugangs erwarten weiße Menschen von Menschen, die nicht in dieser Tradition stehen und anderen Weltsichten den Vorrang geben, stete Rechtfertigung.
Kultur? Körperverletzung als Kultur?
historisches Gewordensein - schwurbel, schwurbel ...
Weltzugang - über den skalpierten Penis von Kindern?
Weiß jemand, der sowas schreibt, eigentlich noch, WAS er da von sich gibt?
Ich zumindest erwarte keine Rechtfertigung; ich erwarte, dass man sich in Deutschland ans Grundgesetz hält – und das erwarte ich selbstverständlich auch von der deutschen Regierung. § 1631 d BGB ist ein juristisches Husarenstück, über das man in ein paar Jahren hoffentlich nur noch mit dem Kopf schüttelt. Leider gibt es zu viele Pseudowissenschaftler, die mit derlei Wortsalat versuchen, das Grundgesetz nebst Menschen- und Kinderrechten rund und passend zu lutschen.
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Internetforen, in denen gegen die Vorhautbeschneidung gestritten wird, kamen erst ab Juli 2012 auf. Ihre Betreiber rekrutieren sich interessanterweise nicht aus Selbstorganisationen, etwa agnostischer oder atheistischer Männer jüdischen oder muslimischen Elternhauses, sondern aus anderen Personenkreisen, mit eigenen Motiven.
Phimsoe-info.de ging 2005 in Probebetrieb und ist meiner Erinnerung nach seit Januar 2006 permanent im Netz. Allerdings geht es dort zentral um (scheinbar) medizinisch indizierte Beschneidungen bzw. eben darum, die Dinge vom Kopf auf die Füße zu stellen, indem man zunächst einmal darüber aufklärt, was Phimose eigentlich ist, um dann Wege aufzuzeigen, wie man sie möglichst ohne OP behandelt, sofern sie überhaupt behandlungsbedürftig ist. Schon alleine dabei gilt es, eine Reihe unsinniger „Argumente“ aus dem Weg zu räumen, etwa, dass die Vorhaut bis zur Schuleinführung beweglich sein müsse – eigentlich ein auf den ersten Blick erkennbarer Blödsinn, aber, oft genug wiederholt, bleibt er eben im Hirn der Masse kleben – ein alter Propagandatrick. Von wem er stammt, verrate ich hier lieber nicht.
Übrigens sehe ich die Hauptaufgabe auch bei beschneidungsforum.de mehr in der Aufklärung in Sachen medizinisch (scheinbar) relevanter Vorhautprobleme. Das Perfide an § 1631 d BGB ist aus meiner Sicht, dass man damit eine (religiöse) Tradition in Form einer ansonsten strafbewehrten Körperverletzung straffrei stellen wollte, aber zu feige war, das Kind beim Namen zu nennen und zu sagen: Wir machen ein Sondergesetz für bestimmte religiöse Gruppen. Auch das wäre hinsichtlich Artikel 2 GG schon inakzeptabel gewesen, aber mit der jetzigen Situation werden nicht nur ALLE Jungen in Bezug auf ihre Genitalien schutzlos gestellt, es wird zudem der Legenden- und Märchenbildung Tür und Tor geöffnet – und dabei kommt dann eben solcher Stuss heraus, wie oben zu lesen. Man hat ja § 1631 d BGB, da kann man nach Herzenslust drauflos fabulieren…
Interessant immer wieder:
Keiner dieser "Wissenschaftler" hat jemals negativ Betroffene gefragt. Auch die durchweg minderjährigen Jungen, um die es hier geht, werden nicht gefragt – nicht vor und nicht nach der OP. Menschlich, empathisch einfach jämmerlich …
Phimose-info.de:
Leider ist Phimose-info.de derzeit kaum aktiv; Mitstreiter sind dort also willkommen.
Med1 (Vorhautprobleme) ist noch älter.
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Während sich medizinisch ein deutlicher Vorteil der Vorhautbeschneidung bei Jungen zeigt,
Ja, 60% geringeres Risiko, an HIV zu erkranken, basierend auf fragwürdigen Studien. Aber selbst wenn es stimmen würde: Kondome bieten 100 % Sicherheit, ohne OP! Eine Milchmädchenrechnung, aber für Sexualwissenschaftler offenbar zu anspruchsvoll.
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Ihre Betreiber rekrutieren sich interessanterweise nicht aus Selbstorganisationen...
Nicht? Ich bin Mitglied bei intaktiv e. V. (https://intaktiv.de/) – das ist zwar keine „Selbstorganisation“ (wer Deutsch sprechen kann ist klar im Vorteil), aber (u. a.) eine Selbsthilfeorganisation. Und was ist mit MOGIS e. V.? Was ist mit MANNdat?
Die Betreiber rekrutieren sich aber aus Betroffenen - und das ist eine Gruppe von Menschen, die für Leute wie Voss offenbar nicht existiert.
Na ja, wir wissen schon; Pippi Langstrumpf-Prinzip …
Und der BVKJ ist für Herrn Voss sicher auch nicht relevant:
http://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/me…t-kinderrechte/
Und der will Kinderschützer sein?
Na Amen!