Omid Nouripour: Kleines Lexikon für MiMiMis und Bio-Deutsche

  • Das Thema ist für ihn abgehakt.

    Für Nouripour. Für die Grünen. Für die im Bundestag vertretenen Parteien. Sie bilden sich ein, dass man das Thema unter den Teppich kehren könnte.
    Für zigtausend Kinder jährlich ist es überhaupt nicht abgehakt. Für Männer, die unter den Folgen ihrer Beschneidung leiden ist es nie abgehakt.

    Was unter dem Teppich ist, ist nicht weg. Und irgendwann stolpert man über die Beule im Teppich.

    There is no skin like foreskin

  • ja, es ist Praxis zweier Weltreligionen...ich will die nicht kriminalisieren...mir würde es reichen wenn es sachlich und ohne Maulkorb /denkverbote diskutiert wird, genau hingeschaut wird was da gemacht wird und welchen mit möglichen Folgen für Betroffene. ..

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • ich will die nicht kriminalisieren

    Das sagten auch Volker Beck, Renate Künast, Andrea Astrid Voßhoff (CDU/CSU), Christine Buchholz (DIE LINKE) - und haben für den §1631d BGB gestimmt.
    Es müsse Rechtssicherheit für die Eltern und die Verstümmler hergestellt werden. (meint Unrechtssicherheit für alle Jungen)

    ich will die nicht kriminalisieren

    Dann landest du automatisch beim §1631d oder so etwas ähnlichem. Und das heißt: es ist OK. Du kannst dich als Staat nicht hinstellen und sagen: "Das ist ganz schlimm, bitte, liebe Eltern lasst das!" und das gleichzeitig legalisieren. Das geht nicht. So hat man es bei den Mädchen auch nicht gehalten.
    Entweder, es ist OK, oder es ist nicht OK. Dazwischen ist nichts.

    Kann man einen Angriff mit einem Messer auf ein wehrloses Kind, das absichtliche Zufügen von Schmerzen und den Raub eines funktionalen und sensiblen Körperteils, einer erogenen Zone überhaupt kriminalisieren?
    Etwas Kriminelles kriminalisieren - tragikomisch!

    Genitalverstümmelung von Kindern zu legalisieren ist ein Systembruch, eine krasse Inkonsistenz im Rechtsgefüge. Es handelt sich um eine gefährliche Körperverletzung nach §224 StGB, wenn man sich mit einem Messer an den Genitalien eines gesunden Kindes zu schaffen macht. Egal, ob Mädchen oder Junge. Und um Kindesmissbrauch. Auch, wenn er nicht der sexuellen Befriedigung dient.
    Kinder werden benutzt.

    Den Vorhautraub zu legalisieren heißt, das Recht auf körperliche Unversehrtheit für Jungen auszuhebeln.

    Man kann alle kriminellen Handlungen "entkriminalisieren" bzw legalisieren. Dann landet man bei der Anarchie. Bei ungeschriebenen Gesetzen, Beim Recht des Stärkeren.
    Und genau das ist der §1631d: Die Absolution für das Recht des Stärkeren. Die Erwachsenen sind viel stärker, das Kind hat keine Chance seine Unversehrtheit zu verteidigen.
    Das staatliche Wächteramt - auf den Kopf gestellt.

    Denkverbote gibt es (noch) nicht, aber wer weiß, was noch kommt. Ich erinnere an Prof. Reinhard Böttcher.

    There is no skin like foreskin

  • Ich denke auch, dass es etwas anarchisches hat. Für mich passt sowas wie die Beschneidung eher zu einem Gottesstaat und nicht zu einem aufgeklärtem Rechtsstaat. Was sind wir für eine Gesellschaft, wenn wir uns nicht mal darauf einigen können, dass Gewalt gegen Kinder nicht erlaubt sein sollte?

  • Nouripour äußerte sich grundsätzlich besorgt über die innere Sicherheit. „Zunehmender Hass und Hetze führen dazu, dass sich Menschen nicht für die Gesellschaft engagieren“, sagte er beim Podiumsgespräch mit BKA-Präsident Holger Münch und THW-Chefin Sabine Lackner im Frankfurter Hotel Massif Central. Der Staat habe die Sicherheit von Leib und Leben, Eigentum und kritischer Infrastruktur zu gewährleisten. Größte Aufgabe bleibe natürlich der Schutz der Demokratie gegen ihre Feinde.

    Sicherheit von Leib und Leben - außer wenn es um die Vorhaut geht? Und ist das wirklich noch Demokratie oder schon eine Teil-Theokratie?

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