In der Schweizer Wochenzeitung "Weltwoche" erschien vor einiger Zeit ein Artikel über das halb blinde Leben ohne Vorhaut und warum der Schriftsteller seinen Sohn nicht beschneiden lies.
So lebt sich ’ s ohne Vorhaut
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Danke für diesen Fund, noskin!
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Der Autor Thomas Meyer ist Jude aufgrund seiner Abstammung von einer jüdischen Mutter und ist aufgrund dessen beschnitten:
QuoteMeine Mutter hatte ihre Meinung gemacht: Ein Jude muss beschnitten sein, überdies sei es hygienischer.
Die Frauen, mit denen er zu tun hat, schätzen seinen beschnittenen Penis, weswegen er diesen zunächst als Vorteil sieht. Dennoch sieht er im Lauf der Jahre auch die Nachteile:QuoteMit der schützenden Vorhaut wird allerdings auch die Empfindsamkeit beschnitten. Das mag hinsichtlich der sexuellen Standhaftigkeit ein Vorteil sein; kommt es jedoch zum Einsatz von Kondomen, wird es ein Problem. Geschlechtsverkehr zeigt sich damit als regelrecht dumpf.
Seine anfängliche Überzeugung, einen eventuellen Sohn ebenfalls beschneiden zu lassen, ändert sich, als er schließlich tatsächlich Vater ist. Sein Vaterinstinkt siegt und er erkennt, dass sein Elternrecht, Entscheidungen für das eigene Kind zu fällen, an diesem Punkt endet:Quote...ein Kind zu haben, einen Sohn. Als er zum ersten Mal nackt vor mir lag, wusste ich: Ich werde es niemals zulassen, dass sich irgendjemand mit einem Messer diesem wunderbaren Wesen nähert. Seit ich Vater bin, empfinde ich die Beschneidung als Körperverletzung. Nicht zuletzt, weil der kleine Kerl keinerlei Möglichkeit hat, seine Meinung zu diesem Thema kundzutun. Denn auch das ist eine Form der Verletzung: prägende Lebensentscheidungen für jemanden zu fällen, ohne dessen möglichen Willen überhaupt einzubeziehen.
Diese Überzeugung setzt er gegen den Willen der Mutter des Kindes durch, die nach seinen Worten eine entschlossene Verfechterin der Beschneidung ist. Das Genital eines Kindes ist nach seiner Überzeugung nicht dazu da, den Eltern zu gefallen:
QuoteSeine nichtjüdische Mama argumentierte nicht mit der Thora, sondern mit der Ästhetik. Ich gab ihr recht, war aber der Meinung, es stehe ihr nicht zu, den Penis ihres Sohnes schön zu finden – und mir nicht, ihm zu wünschen, er möge Komplimente dafür erhalten. Sein Penis, fand ich, sei seine Privatsache. Nicht unsere.
Wie schlimm die Schmerzen bei seiner eigenen Beschneidung gewesen sein müssen, wird an dieser Äußerung seines Vaters deutlich:
QuoteAuch mein Vater befand lakonisch: «Es wird nicht an meinem Enkel herumgeschnippelt!» Er sagte auch: «Ich weiss noch, wie du gebrüllt hast.»
Grundsätzlich hat Thomas Meyer seinen Frieden mit seiner Vorhautamputation gemacht. Dennoch wird klar, wie sehr er in gewissen Momenten bedauert, dass ihm ein Teil seines Geschlechtsorgans abgeschnitten wurde und er niemals so empfinden wird, wie ein intakter Mann:
QuoteDie Überlegung andererseits, aufgrund der verminderten Empfindsamkeit gewissermaßen halb blind durch die Frauenwelt gewandelt zu sein, betrübt mich etwas. Ich wüsste nur zu gern, wie sich Sex mit einem Penis im Originalzustand anfühlt. Ich werde es nie herausfinden.
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1. Hier berichtet nun zum x-ten mal ein vorhautloser Mann, dass er Probleme mit Kondomen hat. Das sollte den ewigen HIV-Plärrern eigentlich zu denken geben. Aber OK, denen geht es ja nicht wirklich um HIV.
2. Was mich an dem Bericht stört, ist dass er z.T. wie Selbstverstümmelungspropaganda wirkt. Hoffentlich lassen sich daraufhin nicht junge Männer die Vorhaut amputieren, in der Hoffnung, dann mehr "Schlag" bei den Frauen zu haben. Da könnten sie sich täuschen, und ein Zurück gibt es nicht mehr. Mir scheint, der Autor übt sich da in Selbstbetrug.
Was soll eine Frau auch sagen, wenn der Mann die Hose herunterlässt? "Ach du Sch... du bist...dies - oder das!"?
Da fällt doch gleich alles zusammen. Da macht Frau halt ein Verlegenheitskompliment, falls "er" anders als erwartet/erhofft.
Jedenfalls gibt es Frauen, die Sex mit intakten Männern als den angenehmeren empfinden, und sicher gibt es welche, denen das prinzipiell egal ist und auf ganz andere Sachen ankommt.3. Irgendwie wirkt es ja paradox, dass hier der jüdische Vater kontra, und die nichtjüdische Mutter pro Zirkumzision argumentiert.
Bei ihm selbst war es umgekehrt, und nach langem hin und her hat der Vater doch zugestimmt. Von daher denke ich, der Sohnemann ist erst dann auf der sicheren Seite, wenn er "Nein" sagen kann, und sich notfalls auch wehren kann. Frauen können da sehr, sehr hartnäckig seinQuoteHätte ich keinen Sohn, würden die Vorteile
der Beschneidung für mich überwiegen.Sprach's und hatte nie eine Vergleichsmöglichkeit.

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Mir scheint, der Autor übt sich da in Selbstbetrug.
Ich kann ihm das verzeihen, da ich diese Reaktion für sehr menschlich halte. Einerseits stecken in ihm jahrtausende alte Denkmuster jüdischer Tradition. Ausserdem war er wohl hauptsächlich von Frauen umgeben, die - sei es nun tatsächlich oder vermeintlich - seinen Status gerne mochten. Wie schwer es ist, dieses Denken über Bord zu werfen, weiß ich nur zu gut.
Was soll eine Frau auch sagen, wenn der Mann die Hose herunterlässt?
Ganz genau. Meine Frau hatte vor Jahren mir gegenüber tatsächlich manchmal gesagt, dass sie meinen beschnittenen Penis gerne mochte, seine Ästhetik und Hygiene.
Nachdem ich "erwacht" war und beschloss, zu restoren, fragte ich sie, ob ihr das auch recht sei, da ihr ja mein beschnittener Zustand besser gefallen habe. Daraufhin meinte sie: "Was hätte ich denn sagen sollen? Hätte ich tatsächlich sagen sollen, dass ich deinen beschnittenen Penis gar nicht so toll finde und dass er mir manchmal Schmerzen bereitet? Was hätte es denn geändert? Ich hätte dich damit verletzt!" -
Ich bin mir nicht so sicher, ob dieser Autor das mit dem Schlag, den ihm die Beschneidung bei Frauen eingebracht habe, so ernst meint. Er wiederholt das Argument so oft, dass ich beim Lesen anfange mich zu fragen, ob mit den Frauen etwas nicht stimmt. Außerdem wird er ganz genau wissen, welche Erfolge er dem eigenen Charme verdankt. Er kommt mir auch nicht ganz konsequent vor gegen die Beschneidung seines Sohnes, aber wenn meine Theorie darüber stimmt, was er ernst meint und was nicht, dann gehört das Gefühl gegen die Beschneidung seines Sohnes zu den ernstgemeinten Aussagen. Er wollte die gesellschaftliche Aufklärung über Hintergründe und Probleme der Beschneidung vorantreiben, ohne seine Mutter anzugreifen.
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2. Was mich an dem Bericht stört, ist dass er z.T. wie
Selbstverstümmelungspropaganda wirkt. Hoffentlich lassen sich daraufhin
nicht junge Männer die Vorhaut amputieren, in der Hoffnung, dann mehr
"Schlag" bei den Frauen zu habenIch halte diesen Bericht für sehr gelungen, weil er auch all die beschnittenen Männer anspricht und miteinbezieht, die mit ihrem Zustand hochzufrieden sind (aus welchem Grund auch immer), ebenso Frauen, die einen beschnittenen Penis bevorzugen.
Er zeigt deutlich auf, dass die eventuelle chirurgische Ausgestaltung der Intimzone ganz allein die persönliche Sache des Betreffenden ist, unabhängig von den Vorlieben/ religiösen Bedürfnissen der Eltern oder sonstwem.
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