Graumann und die "demoskopische Hetze"

  • Tausendfachen Dank, Wakankar, für den Link! Da fliegt einem ja das Blech weg!

    Dass so eine billige Kinderkacke vor einer Institution, die sich feierlich "Deutscher Ethikrat" nennt ungestraft abgelassen werden kann, das sagt alles über jene Institution!

    Dieser Latasch will Arzt sein? Da fällt einem unwillkürlich Loriot ein: "Akademiker wollen sie sein?"

    Ich kannte diese Seite (und auch die "Simultanmitschrift" bislang gar nicht, ist das hier schon mal thematisiert worden? Sonst müsste man einen neuen Thread aufmachen.

    Allein was Latasch über den Peniskrebs schreibt ist fahrlässig, gemeingefährlich!
    Da jagt sich wohlmöglich ein Mann mit frisch diagnostizierten P. eine Kugel durch den Kopf: "Dr. Latasch sagt: "Nicht mehr therapierbar", ich müsste "versterben""!

    Erstmal gibt es verschiedene Formen des P. mit ganz unterschiedlicher Prognose, dann ist Peniskrebs, im Ggs. zu vielen anderen Krebsen schon im Frühstadium für den Betroffenen erkennbar, und wenn er dann zum Arzt geht ist die Prognose günstig. Im Frühstadium bleibt auch der Schaden für den Penis gering.

    Dass "wir wissen" dass die Vorhaut-Amputation "einen deutlichen Schutz" vor Peniskarzinom bietet ist entweder gelogen oder eine falsche Tatsachenbehauptung. Es gibt dafür keinen seriösen wissenschaftlichen Nachweis.
    Und es wird noch dreister: weil ja Peniskrebs ein Alterskrebs ist könnte ja jeder Mann, der fälschlicherweise meint eine solche Amputation könnte ihn vor jenem eh seltenen Krebs bewahren sich selbstbestimmt die Vorhaut abschneiden lassen.
    Aber das soll ja nicht! Deswegen wird noch einer draufgelegt (Edit: nicht an dieser Stelle von Latasch, dieses Argument kommt aber oft von jüdischer Seite): nur die Verstümmelung im Kindesalter soll schützen!
    Und seltsamerweise soll die VA im Erwachsenenalter das Risiko noch erhöhen.... was statistisch aber gar nicht nachweisbar ist, weil es eh schon (verständlicherweise) wenig Männer gibt, die sich amputieren lassen, und bei der allgemeinen Seltenheit von Peniskrebs gibt es dann einfach zu wenig Fälle, die dann auch zusätzlich noch Peniskrebs bekommen.
    Was man feststellen kann, ist das Peniskrebs in Europa und den USA selten und weiter rückläufig ist, in anderen Gebieten der Welt aber durchaus häufig, ohne dass die Genitalverstümmelung dafür eine Erklärung bietet.
    Ein bekannter Risikofaktor ist das Rauchen. Könnte man Kindern ein Körperteil wegschneiden, auf dass ihnen dadurch das Rauchen verunmöglicht würde, wäre das für die Gesundheit und Lebenserwartung der Kinder sicher ein großer Gewinn (aber nicht wegen Peniskrebs) - und es wäre total unethisch - denn jeder Mensch hat nun mal das Recht selbst zu entscheiden, ob er Rauchen und sich den damit verbundenen, erheblichen Risiken aussetzen möchte (sonst wäre Rauchen und Tabak längst verboten), und das Recht, selbst über seine körperliche Vollständigkeit zu entscheiden.

    Ansonsten ist der Latasch ja noch ein schlimmerer Demagoge als der Graumann. Unfassbar!

    There is no skin like foreskin

    2 Mal editiert, zuletzt von Selbstbestimmung (11. September 2013 um 20:45)

  • Bevor wir hier ein neues Thema aufmachen, sollte jeder von der Seite des Ethikrates mit der Sitzung vom 23. August einen Screenshot machen.

    Ich bin sehr gespannt, wie lange es dauern wird, bis diese Audiodatei plötzlich verschwunden ist.

    Wahrscheinlich mit dem Hinweis darauf, daß solche Zusatzdateien immer nach einem Jahr geschreddert werden ...

  • Ich habe alles sauber abgespeichert. Schön und sehr passend sind auch die Fotos von dem Ethikverrat.

    Z.B.:

    http://www.ethikrat.org/dateien/bilder…view_fullscreen

    Die verbiesterten Gesichter passen irgendwie gut zu der kinderfeindlichen Gesinnung.
    Man beachte auch das Publikum. z.T. ganz- oder halb weggeknackt. So wird in Deutschland (auf) Ethik gemacht.
    Grauenhaft!

    There is no skin like foreskin

  • Bedauerlicherweise gibt's offensichtlich kein Foto von der Dame, die in Ohnmacht gefallen ist, als Prof. Latasch das Beschneidungsvideo zeigte. Ein paar weitere Zuschauer sollen den Saal verlassen haben, Gesichtsfarbe ins Grünliche spielend.

  • Das, was der da erzählt, ist einfach unglaublich. Und EMLA funktioniert jetzt eben auch nicht. Pech!
    Dieser Herr Latasch lügt an mehreren Stellen. Dabei ist unerheblich, ob er das aus Unwissenheit macht (denn dann ist er fachlich unfähig) oder bewusst und aus intellektueller Unehrlichkeit. Ich bin mal gnädig und tippe auf Letzteres.
    Seine gespielte Empörung ist auch bühnenreif. Wirklich fast so gut wie Herr Graumann.

  • Was Latasch übrigens nicht mehr zeigte, war, dass der Mohel anschliessend das Blut mit dem Mund absaugte.

    Das gehörte zur Verschleierungstaktik dazu.
    Der wusste genau, dass das kontraproduktiv gewesen wäre.
    Jedem, denn ich das heute erzähle, was eine Metzizah B'Peh ist, verzieht vor Ekel das Gesicht und schaut mich ganz ungläubig an, als würde ich scherzen.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Im Übrigen ist doch hier das Missbrauchs-potenzial des Nicht-nutritiven Saugens klar konkretisiert.

    Ich erinnere an das hier: Zuckerlösung als Anästhetikum: nichts als ein Fake? Jost Kaufmann und Zuckerlösung als brauchbare Betäubung / Anästhesie

    Herr Latasch beruft sich darauf und auf eine Studie aus 1997. Welche könnte er denn gemeint haben?

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Erst wird dem Baby extremer Schmerz am Genital zugefügt, dann wird mit dem Mund an seinem Penis gesaugt. Die Verbindung von Schmerz und Lust. Das dürften die klassischen Ingredienzien eines harten Kinderpornos sein.
    Wie sagte Zensursula noch damals, mit leuchtenden Augen: "Und alle gucken zu!"

    Hier könnt ihr auch alle mal zugucken, kostenlos, risikolos (vom Brechreiz abgesehen). Das youtube Video das zwischenzeitlich verschwunden war ist - garniert mit verherrlichenden Kommentaren wieder aufgetaucht. Es ist die ungekürzte Version dessen was Latasch gekürzt gezeigt hatte. Die Kommentarfunktion ist aktiviert, es sind aber nur positive Kommentare zugelassen.

    http://www.youtube.com/watch?v=xTxD6l-8ppw

    Es gibt Leute, die sind verrückt nach Verstümmelungsvideos. Die tauschen die unter ihresgleichen. Vermutlich macht sie das an, wenn einem Kind Schmerzen an den Genitalien zugefügt wird.
    Für die ist dieses Video vermutlich viel zu "weich". Bestimmt gibt es da noch viel "härtere".
    Und es ist anzunehmen, dass Latasch bzw. sein Beraterteam eine sorgfältige Vorauswahl getroffen haben und eine möglichst "softe" Verstümmelung (natürlich gekürzt um das Saugen) und ein stümperhaftes Ohrlochstechen an einem extrem schmerzempfindlichen Mädchen herausgepickt haben.
    Man weiß auch nicht, ob das Baby zuvor teil-sediert wurde. Man weiß vieles nicht bei diesem Video. Die Kamera schwenkt öfters weg, während das Baby heftig brüllt.
    Und trotzdem ist das Verstümmelungs-Video abstoßend genug.
    Sicher ist: bis 2:45, bis die Beine gespreizt und fixiert werden ist das Baby erstaunlich ruhig und friedlich, obwohl es hin und hergereicht/geschwenkt wird. Dann schreit und schreit es, solange sein Genital "bearbeitet" wird. Und als es schließlich nicht mehr schreit, da ist der Gesichtsausdruck überhaupt nicht entspannt. Wieviel Wein dem Baby eingeflößt wird ist nicht zu erkennen, das Baby wird immer wieder verdeckt. Ob dem Baby schon vor der Prozedur Wein eingeflößt wurde (wie das manche Mohel machen) - man weiß es nicht.
    Mir ist auch nicht klar, wann das innere Vorhautblatt von der Eichel gelöst wird bzw. die Reste von der Eichel geschabt werden, ist nicht zu erkennen.
    Eine Salbe (EMLA) scheint nicht verwendet zu werden, sondern eine ölige Flüssigkeit und ein gelbes Pulver.


    Dass das Baby schreit weil es Hunger hat ist der größte Witz überhaupt.

    Zitat

    Sie werden bald sehen, warum es in einer bestimmten Weise fixiert wird

    Das ist sonnenklar: damit es sich nicht wehren kann. Es würde sonst strampeln, wenn ihm an den Genitalien Schmerzen zugefügt werden. Es kann noch nicht viel, kein Judo und kein Karate, aber das kann es schon. Abwehrbewegungen, die darauf abzielen, dass der Körper intakt bleibt.

    There is no skin like foreskin

  • Bedauerlicherweise gibt's offensichtlich kein Foto von der Dame, die in Ohnmacht gefallen ist, als Prof. Latasch das Beschneidungsvideo zeigte.

    Jene Dame ist wohl nach dem zweiten, kurzen Video "Kylie’s ear piercing trauma":

    http://www.youtube.com/watch?v=pw6P02yAFlY&feature=fvwrel

    umgekippt. Es mag aber sehr wohl die summatorische Wirkung gewesen sein.

    Siehe auch:

    http://www.faz.net/aktuell/politi…g-11875890.html

    Deswegen wohl auch die Frage von Latasch: "Ist es was medizinisches?"

    Im Audioprotokoll hört man auch, wie stark das Verstümmelungsvideo gekürzt wurde. Man hört ja, dass mitten im Babybrüllen geschnitten wird. Niemand fragt: "Und wie geht das Video weiter???" Die wollen es offenbar alle gar nicht so genau wissen.

    Zitat

    Für die, die nicht geschaut haben: Der Eingriff hat ca. 12 Sekunden gedauert.

    Das ist massive Irreführung. Oder eine ganz neue Bedeutung des Wortes "circa" bzw. "Sekunden".
    Dass die eigentliche Prozedur , und das Geschrei (zumindest das, was im "ungekürzten" Video gezeigt wurde) Minuten dauert, dass soll offenbar niemand wissen.

    Auf alle Fälle hat Latasch mit seinen plumpen Manipulationen den "Ethikrat" simpelst hinters Licht geführt.
    Einen solchen Ethikrat braucht kein Mensch. Den brauchen nur Politiker, um sich ihre Lobby-Bedienung absegnen (bei all den Theologen ein sehr passender Begriff) zu lassen. Dafür ist jeder Cent an Steuergeldern zu schade.

    PS: Dass sich Piercing bei Kleinkindern nicht gehört, ist noch mal ein anderes Thema. Aber durch den 1631d ist man natürlich in dieser Sache zurückgeworfen, elterliche Rechte sind ja total überdehnt worden.

    There is no skin like foreskin

  • Die Studie von 1997, die Latasch erwähnt, ist auf seiner Präsentation des Vortrages im Ethikrat zu sehen (Seite 13). Diese Präsentation kann man direkt neben der Audiodatei runterladen und einsehen.
    Stevens, Yamada, Hospital for Sick Children, Toronto -- die üblichen Verdächtigen.

    Falls irgendjemand von mir erwartet, daß ich mir das Video ansehe:
    Vergeßt es einfach, mir geht das zu nahe.

    Ich würde das nur dann tun, wenn Ihr mich -- im Wissen, daß ich die Bilder anschließend nicht mehr los werde -- ausdrücklich darum bittet, zu einem medizinischen Sachverhalt etwas zu sagen.

  • Die Übersichtsarbeit "Pain relief for neonatal circumcision" von Barbara Fryer-Brady (Cochrane Database, 2009) bezieht zur Wirksamkeit von Betäubungsillusionen für den Fall der Neugeborenenbeschneidung klar Position: "Trials of oral acetaminophen, sugar solutions, pacifiers, music, and other environmental modifications to reduce circumcision pain did not prove them effective." -- siehe Anlage

  • Ich würde das nur dann tun, wenn Ihr mich -- im Wissen, daß ich die Bilder anschließend nicht mehr los werde -- ausdrücklich darum bittet, zu einem medizinischen Sachverhalt etwas zu sagen.


    Der Penis und der Bereich drumrum wird vom Mohel mit eine durchsichtigen klaren farblosen Flüssigkeit aus einen kleinen blauen Plastikflasche ohne Etikett kurz besprengt. Danach wird auf den Penis gelber Puder (Kreuzkümmel als Teil des Rituals?) gegeben, dass dann wieder bis auf eine dünne Schicht wieder weggewischt wird.

    Die beiden von mir angehängten Standbilder aus dem Film über diese Vorgänge sind harmlos.

  • Könnte Octenisept und Tannolact-Pulver sein. Das wird auch in der Broschüre "Familien Mentsch - das jüdische Elternmagazin - Oktober 2007" auf der Einkaufsliste für Eltern erwähnt.

    Octenisept ist ein Desinfektionsmittel.
    Tannolact ist ein Gerbstoff und wird als Badezusatz verwendet. Rezeptfrei erhältlich. Bei Schleimhautanwendung Brennen, Jucken, Hautrötung.

  • Könnte Octenisept und Tannolact-Pulver sein. Das wird auch in der Broschüre "Familien Mentsch - das jüdische Elternmagazin - Oktober 2007" auf der Einkaufsliste für Eltern erwähnt.

    Octenisept ist ein Desinfektionsmittel.
    Tannolact ist ein Gerbstoff und wird als Badezusatz verwendet. Rezeptfrei erhältlich. Bei Schleimhautanwendung Brennen, Jucken, Hautrötung.

    Laut "Familienmentsch" wird Tannolact in Wasser aufgelöst und Octenisept als Spray und beides postoperativ verwendet. Vielleicht doch was anderes auf dem Video?

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Das einzige Gelbpulverige, das mir sonst noch einfällt, ist Chinosol (apothekenpflichtig). Das sind Tabletten zur Wunddesinfektion, die aber für den Gebrauch auch aufgelöst werden.

    Vielleicht hat der Rabbi aber auch das Kleingedruckte der Gebrauchs- und Fachinformation nicht gelesen. Soll ja unter auch unter ärztlichen Medikamentenanwendern, sogar in führender Position im jüdischen Krankenhaus Berlin, vorkommen.

  • Ob die "Periah" in der "Langfassung" des "Jakob"-Videos überhaupt gezeigt wird?

    Das folgende bezieht sich auf die Teichtal-VA:

    Zitat

    Ein weiterer Grund warum ich die Anzeige stelle, ist die notwendige Klärung der Praxis der Periah. Es ist davon auszugehen, dass der Mohel, alleingelassen im Nebenzimmer, im Rahmen der "Wundnachsorge" eine radikale Vorhautamputation an dem Kind durchgeführt hat. Bei dieser Periah wird die noch verbliebene Vorhaut von der Eichel abgelöst (mit der sie bei Kleinkindern physiologisch - wie ein Fingernagel in seinem Bett - verklebt ist) um sie dann bis zum Eichelkranz zu entfernen. (https://www.realeyz.tv/de/its-a-boy.html)

    Diese Prozedur dauert länger als nur ein paar Sekunden, die Brit Milah die man in der Synagoge sieht ist dafür sozusagen nur der Auftakt. Mit diesem einzelnen Schnitt ließe sich ja (ohne Verletzung oder Amputation der Eichel) nicht das gesamte innere Vorhautblatt entfernen.

    Zu untersuchen wäre also, ob das innere Vorhautblatt bis zum Eichelkranz entfernt wurde und wenn dies der Fall ist, ob dies noch als Teil der Namensgebungszeremonie gelten kann oder schon eine nicht mehr von BGB 1631d gedeckte Körperverletzung darstellt.

    http://mogis-und-freunde.de/blog/circumcision-mendel-teichtal/

    There is no skin like foreskin

  • In der Langfassung kann man eindeutig sehen, dass der Mohel die Vorhaut mit dem Fingernagel ablöst, sie hochzieht und festklemmt. Orthodoxer Ablauf in Reinkultur.

    Wer sich dafür interessiert, kann ja mal nach der Synagoge googeln, in der die Beschneidung stattfand, und nach der Ausrichtung des Vaters von Jacob Chai googeln. Es passt alles zusammen.

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

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