Ach ja, fast hätte ich vergessen, das Thema wieder zurück auf die oben erwähnte Untersuchung mit der Hautflora zu bringen. Diese Forscher - so wird nun behauptet - haben also endlich eine Erklärung für das Phänomen mit den sagenhaften "60% weniger HIV durch Beschneidung" gefunden. Wunderbar! Nur schade, dass es das Phänomen ja eigentlich gar nicht gibt ... Aber die Erklärung dafür ist trotzdem toll.
Spekulationen über Hautflora im Zusammenhang mit HIV
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Herzlich willkommen im Forum, Joeye!

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Wie ist das übrigens mit vaginalen Chlamydieninfektionen?
Zitat:
Chlamydien-Infektionen zählen heute zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Je nach Altersgruppe sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung mit Chlamydien (Chlamydia trachomatis) infiziert. Viele Frauen sind von dem Erreger befallen, ohne etwas davon zu merken (asymptomatische Infektion). Diese unerkannten Infektionen führen leicht zu weiteren Ansteckungen.
aus:Wissen: Chlamydien-Infektion NetDoktor.de
Wenn also die Autorin in ihrem Artikel (s.u.) den Eindruck erweckt, dass Chl.-Infektionen nur eine Folge der Existenz unhygienischer Vorhäute seien, dann sieht sie nur die eine Hälfte der Wahrheit. Bei Geschlechtskrankheiten handelt es sich bekanntlich um Ping-Pong-Infektionen, die beim gemischten Doppel (mindestens) oder beim gemischten Multipel lustvoll weitergereicht werden (ohne in jedem Fall Krankheitswert zu haben). Kein vernünftiger Mensch würde aus dem Fund von Chlamydien in der Vagina chirurgische Verstümmelungen bei Frauen nahe legen, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.
Studie: Beschneidung bei Männern reduziert Bakterien deutlich
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Nun, ich habe in meinem (Sexual-)Leben weibliche Genitalien "kennengelernt", die in etwa rochen wie der Müllheimer eines Fischlokals.
Und ich habe mich mehrmals an Vaginalpilzen angesteckt.
Wenn man sich dann noch vergegenwärtigt, dass mein Genital nach allen Regeln der Kunst entbakterifiziert und von perfekt reiner Natur ist, drängt sich doch der Schluss auf, dass weibliche Geschlechtsorgane ein ebenso großes Potential an Un-Hygiene, Bakterien, Viren und Pilzen haben wie die männlichen Pendants.
Vielleicht sollte ich mit Nachdruck dafür plädieren, im Interesse einer weltweit verbesserten Sexualhygiene von Frauen und dem Ziel, Männer vor der Unbill von Ansteckung und Geruchsbelästigung zu schützen, Mädchen so glatt und faltenfrei wie möglich zu beschneiden.
Oder... nein, doch nicht.
Ich bin doch nicht blöd! -
dass weibliche Geschlechtsorgane ein ebenso großes Potential an Un-Hygiene, Bakterien, Viren und Pilzen haben wie die männlichen Pendants.
Zitat"Was sich überhaupt sagen läßt, das kann man klar sagen; und wovon
man nicht reden kann, darüber muß man schweigen." (Ludwig Wittgenstein) -
Nun, ich habe in meinem (Sexual-)Leben weibliche Genitalien "kennengelernt", die in etwa rochen wie der Müllheimer eines Fischlokals.
[...] weibliche Geschlechtsorgane [haben] ein ebenso großes Potential an Un-Hygiene, Bakterien, Viren und Pilzen [...] wie die männlichen Pendants.Also man kann ja die Duftwirkung, die der Intimbereich einer Frau auf den liebestrunkenen, heterosexuellen Mann ausübt, nun wahrlich nicht mit dem üblen Gestank eines unbeschnittenen Penis vergleichen, der auf unangenehmste Weise das feministische Riechorgan penetriert. Das sind olfaktorisch ganz unterschiedliche Eingriffstiefen. Absolut nicht vergleichbar...

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Das Olfaktorische ist vielleicht ein kultureller ( Weguer et.al.), aber offensichtlich kein Evolutionsvorteil, sonst hätte sich die Natur/Gott frühzeitig an Procter&Gamble gewandt. Das Gerede von der vorausschauenden Weisheit der Naturschöpfer, die rechtzeitig den bei der Schöpfung entstandenen olfaktorischen "Fehler" entdeckt haben und deshalb den Befehl zu Beschneidung "nachgeschoben" haben, ist nur Quatsch.
Um zum Ausgangspunkts des Threads zurückzukehren, sei noch der Hinweis erlaubt, dass die teilnehmenden Forscher sich im Gegensatz zur Öffentlichkeit durchaus der Doppelbödigkeit des antibakteriellen Kampfes bewusst sind. Während die Öffentlichkeit (vor allem die weibliche in den USA) bedenkenlos jede antibakterielle Kampfmassnahme unterschreibt, weisen die Forscher auf den Unterschied zwischen "guten" und "schlechten" Bakterien hin und warnen - wie bei der Diskussion über "flächendeckende" Antibiotikabomben - auf die Gefahr hin, dass bei einem Generalangriff auf die Penisbakterien auch die "guten" Bakterien mitvernichtet werden könnten.
"Dr. Cindy Liu, a co-lead author on the current study, suggests that it's not enough to just cut and run. "Eliminating harmful bacteria may be only half of the needed action," she said. "Ensuring that the niche left by pre-circumcision anaerobic bacteria are filled with 'good' bacteria will also be critical."
New Study Suggests How Circumcision Might Reduce HIV Infections
Die Forscher haben offensichtlich keinen blassen Dunst, welche Funktionen die entdeckten Bakterien haben. Nur so als Beispiel und ohne Garantie, weil ich kein Molekularbiologe bin: Staphylokokken sind bei Beschnittenen um 40% erhöht. Diese Bakterien können völlig harmlos sein, aber auch tödlich wirken. Dasselbe Forscherteam hat übrigens vor drei Jahren schon mal eine ähnliche Untersuchung durchgeführt und dabei merkwürdigerweise ganz andere Bakterien entdeckt.
Zur Bakterienfrage eine Buchempfehlung: "Pesthauch und Blütenduft". Allerdings angesichts der dort überaus anschaulichen geschilderten Zerfallsprozesse, die durch Bakterien hervorgerufen werden, nur für gefestigte Persönlichkeiten geeignet.
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Während die Öffentlichkeit (vor allem die weibliche in den USA) bedenkenlos jede antibakterielle Kampfmassnahme unterschreibt, weisen die Forscher auf den Unterschied zwischen "guten" und "schlechten" Bakterien hin und warnen - wie bei der Diskussion über "flächendeckende" Antibiotikabomben - auf die Gefahr hin, dass bei einem Generalangriff auf die Penisbakterien auch die "guten" Bakterien mitvernichtet werden könnten.
Dann hilft vielleicht, wenn man noch mehr wegschneidet??

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Dann hilft vielleicht, wenn man noch mehr wegschneidet??
Ganz genau. Kein Penis, keine Bakterien, kein Problem.

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Dann hilft vielleicht, wenn man noch mehr wegschneidet??
Nein, nein das Skalpell kann man sehr wahrscheinlich in Zukunft weglassen, wie am Ende des Artikels hoffnungsvoll stehtZitat(...)Theoretisch sei es durchaus denkbar, dass diese Veränderung auch die Immunreaktionen vor Ort beeinflussten. Gibt es beispielsweise sehr viele, zum Teil aggressive Bakterien auf einem Hautareal, löst der Körper eine leichte Entzündungsreaktion aus. Daran beteiligt sind meist die sogenannten Langerhans-Zellen, die durch die Entzündung aktiviert werden. Kommen sie mit einem Virus in Kontakt, schnappen sie sich diesen und präsentieren ihn den T-Zellen des Immunsystems – also exakt dem Zelltyp, der das Ziel von HIV ist. Ohne eine vorhergehende Entzündungsreaktion unterlassen die Langerhans-Zellen diese Präsentation dagegen. Sie nehmen die Viren vielmehr in ihr Inneres auf und zerlegen sie anschließend.
ZitatEs sei durchaus denkbar, wenn auch bisher noch nicht experimentell bestätigt, dass dieser Mechanismus für das verringerte Ansteckungsrisiko mit HIV zumindest mitverantwortlich ist, erläutert das Team. Es will nun testen, ob die veränderte Penisflora tatsächlich mit einer geringeren Entzündungsaktivität an der Vorhaut einhergeht. Falls ja, könnte eine gezielte Hautflora-Veränderung etwa durch Anti- oder Probiotika eine echte Alternative zur Beschneidung sein, vor allem für Kulturen oder Gegenden, in denen dieser Eingriff nicht toleriert wird.
Das ist der Gabe von probiotischen Joghurts an Patienten deren Darmflora nach Antibiotika aus dem Gleichgewicht geraten ist und die Ansiedlung von "guten" Bakterien fördern soll sehr analog - auch wenn inzwischen erwiesen ist, dass diese probiotische Joghurts nichts bringen ausser den Herstellern eine Menge Kohle :D. Dafür aber gibt es eine andere Behandlungsmethode für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, wie z.B. Stuhltransplantion von einer anderen Person:
http://www.puls.sf.tv/Nachrichten/Ar…DarmentzuendungHelfen Pro- und Antbiotika bei der Bekämpfung der aggressiven Penisbakterien nicht oder unzureichend, so kann man von einem anderen intakten Mann ein wenig Smegma "stehlen", es aufarbeiten und auf die entzündete Penisspitze des anderen Patienten "transplantieren".
Die neue Methode würde analog heissen: "Smegmatransplantation".
und die Vorhaut bzw. der ganze Penis kann dran bleiben! -
Ich gebe Werner völlig recht, die Propagandamaschine setzt auf den Ekelfaktor.
Nur eine tote Bakterie ist eine gute Bakterie! Alles was Bakterien reduziert ist gut!Das blöde ist nur: sind alle Bakterien tot, geht es dem Menschen sehr schlecht.
Wer mal über einen längeren Zeitraum hochdosierte Hammer-Antibiotika nehmen musste, der weiß, was ich meine!
Man denkt, es zerreißt einen. Man kommt vom Klo gar nicht mehr herunter. Und das geht noch eine geraume Zeit nach dem Absetzen weiter.Ja ja, jeder Mensch schleppt kiloweise höchst nützliche Bakterien mit sich herum! Eine Symbiose! Sie helfen ihm, sie schützen ihn - z.B. auch vor Pilzinfektionen. (z.B. bekommen Frauen häufig einen Scheidenpilz nach Antibiotika). Opportunistische Keime schlagen sofort zu, wenn des Menschen Freunde und Helfer fehlen.
Das ist auch bei der Hautflora so, wenn sie durch scharfe Mittel oder Wasch-Fetischismus gestört wird.Das heißt nicht, das man sich nicht waschen und vor sich hinstinken soll!
Aber es gibt überhaupt nichts zu feiern, wenn ein natürliches, symbiotisches Ökosystem radikal verändert wird.
So gibt es auch Untersuchungen, die besagen dass verstümmelte Männer häufiger bakterielle Geschlechtskrankheiten haben als intakte.
Aber dass die Propagandafront sich heftig irgendwelche Erklärungen für einen Effekt (HIV) aus den Fingern saugt, den es gar nicht gibt - wen wundert es?
Bei normaler Körperpflege (und dazu gehört das tägliche Waschen des Penis inkl. Eichel) gibt es weder ein Hygiene-(Geruch- bzw. Smegma)-Problem, noch eine nennenswerte Wahrscheinlichkeit für ein Peniskarzinom. Egal ob der Penis verstümmelt oder intakt ist, gewaschen werden muss so oder so. Denn natürlich verbleiben nach dem Urinieren Urinreste an der Eichel, und wenn sich Urin an der Luft zersetzt, das riecht recht unangenehm, nach Pissoir halt.
Eltern müssen ihren Kindern dass beizeiten beibringen. Verstümmelung ist kein Erziehungsersatz.
"Selbstreinigend" ist ein verstümmelter Penis eben auch nicht, aber möglicherweise bilden sich einige verstümmelte Männer so etwas ein. Aber das gilt alles auch für Frauen, auch da bildet sich bei mangelnder Körperpflege Smegma und Geruch, und da ist alles noch viel "zerklüfteter".
Da könnte man vieles glätten oder einkürzen, aber es wäre genauso ein Blödsinn, und bei Kindern ist es einfach verbrecherisch. -
Hier das Transskript einer ganz hervorragenden Radiosendung u.a. über Sexualität und Ekel unter Mitwirkung von Prof. W. Menninghaus, einem der wichtigsten Forscher über Ekel, und einem recht treffenden Zitat aus dem Buch "Feuchtgebiete" von Charlotte Roche:
"In Wirklichkeit werden wir doch alle von Muschi-, Schwanz- und Schweißgerüchen geil. Die meisten sind nur entfremdet und denken, alles Natürliche stinkt und alles Künstliche duftet.
Wenn eine einparfümierte Frau an mir vorbeigeht, wird mir kotzübel. Egal, wie dezent es aufgetragen ist. Was hat sie zu verbergen? Frauen sprühen auch, nachdem sie gekackt haben, in öffentlichen Toiletten mit ihrem Parfüm rum. Sie denken, dann riecht alles wieder angenehm. Ich rieche aber immer die Kacke durch. Mir ist jeder alte Kacke- und Pissegeruch lieber als diese ganzen gekauften Ekelparfüms."
http://www.dradio.de/download/149149/ -
Eine entsprechende Studie zur Relevanz von Langerhanszellen, welche feststellt:
Langerin is a natural barrier to HIV-1 transmission by Langerhans cells. -
Zitat
Danke Ventus!
Und schon wieder bröselt ein Steinchen im Lügen-Mosaik weg...
Edit: Ulkig ist dieser Versuch schon, zu verklären wenn man mit der Kahlschlagwalze über ein eingespieltes Ökosystem hinwegefegt und ein Biotop zerstört.
Die Natur ist ja so blöd, produziert immer wieder mit viel Aufwand dieses schädliche Körperteil... nicht nur beim Menschen, bei fast allen Säugetieren. Müsste man da im Sinne des Tierschutzes nicht auch den geliebte Haustieren "helfen"?
Auch bei Hundi könnte man doch mal tabula rasa mit der natürlichen Schleimhautflora machen! -
Evtl. sollten wir mal ne Studie durchfûhren lassen die untersucht warum es in der Wüste so wenig Weldbrände gibt... Ob das damit zusammenhängen kann das in der Wüste so ein trockener Boden ist, oder liegt es am Sand der da überall rumliegt oder evtl. wird die schädliche Sonnenstrahlung, die mittels Wassertropfen wie ein Brennglas funktioniert durch den Kahlschlag ja verändert, oder es liegt evtl. an den verminderten Auftreten von Vögeln in der Wüste, die ja Feuer in ihrem Gefieder übertragen können... Auf Ergebnisse hierzu durch obige Forschergruppe bin ich gespannt, bis dahin können noch Vorschläge und Wetten abgegeben werden...
PS:
Ob die obige Forschergruppe auch mal herausfindet das durch keinen Sex das Übertragungsrisiko sinkt? Wir sind gespannt!
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Eine entsprechende Studie zur Relevanz von Langerhanszellen, welche feststellt:
Langerin is a natural barrier to HIV-1 transmission by Langerhans cells.Siehe auch:
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content…0500357_pf.html
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Danke Selbstbestimmung!
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Danke Ventus, muss ich das nicht selbst raussuchen.
Wisst ihr eigentlich, dass Bill Gates "neue" Kondome sucht, weil die alten offenbar zu dick sind und nicht wirklich angenommen werden? Die reduzieren zuviel die Empfindungen.
Er macht NICHT den Schluß, dass das nur für beschnittene gilt.
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ähem, auch Intakte finden es ohne besser... und jetzt, Tantchen?
Was BillyBoy nicht sehen will ist die Keratinisierung. -
Joah, nur:
Die Gründe, warum sie Kondome doof finden, unterscheiden sich doch ein wenig.
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