Ein neues Todesopfer

  • Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Tja, in manchen Fällen führt die Säuglingsbeschneidung nicht nur zu einem 100%igem Schutz vor HIV, Prostata- oder Peniskrebs, sondern vor sämtlichen Unbill des Lebens überhaupt. Ob Herr Prof Bornstein diese grandiosen Erfolge bereits in seine Studiensichtung miteinbezogen hat...?
    Tut mir leid, besser gehts nicht.

  • Wissenschaftliche Evidenzanalysen haben eindeutig festgestellt, dass die Komplikationsrate nach Beschneidungen gegen Null tendiert. Die Nachricht über den Tod eines Säuglings nach Beschneidung ist - wissenschaftlich gesehen - also eine Zeitungsente, es sei denn es würden 30 unabhängige Wissenschaftler in einer Metaanalyse den Tod des Kindes bestätigen. :whistling:

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Du sollst nicht töten ... ergo auch nicht weiterhin beschneiden.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Von amerikanischen Freunden wurde diese Frage auf Facebook gestellt.
    Kann jemand diesen von Weguer gefundenen Text komplett ins Deutsche übersetzen?
    Joseph4GI: CIRCUMCISION DEATH: Yet Another One (I Hate Writing These)


    Hier meine Übersetzung des ersten Textblocks:

    Das Update folgt morgen, oder möchte sonst noch jemand übersetzen?

    Einmal editiert, zuletzt von Pöser Pürger (10. März 2013 um 10:57)

  • Kann jemand diesen von Weguer gefundenen Text komplett ins Deutsche übersetzen?

    Bei fremdsprachigen Links kopiere ich immer die komplette Linkadresse in die Google Suchzeile und wähle bei Treffer "Diese Seite übersetzten". Natürlich sind diese automatischen Übersetzungen oft sehr fehlerhaft, aber man kann mit der Mouse auch die entsprechenden Sätze wieder anklicken und sieht dann den Originaltext.

    Hier mal den entsprechenden Link des Thread als Beispiel (incl. der Kommentare):
    Google Übersetzer

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Bei fremdsprachigen Links kopiere ich immer die komplette Linkadresse in die Google Suchzeile und wähle bei Treffer "Diese Seite übersetzten". Natürlich sind diese automatischen Übersetzungen oft sehr fehlerhaft, aber man kann mit der Mouse auch die entsprechenden Sätze wieder anklicken und sieht dann den Originaltext.


    Da kommt dann halt eine Sprache raus, wie man sie aus den Anleitungen chinesischer Billigimporte kennt.

    Josephs Amerikanisch ist nicht so einfach zu übersetzen. Wortwörtlich ist nicht immer möglich bzw. sinnvoll. Wer's besser kann - nur zu.

  • @ Pöser Pürger

    Die Übersetzungen sind da wirklich grauenhaft. Aber wenigstens habe ich jetzt kapiert, was dort abgeht. Der Großvater will offenbar verhindern, dass die Beschneidung für den Tod seines Enkels ursächlich sein soll. Wenn der Junge aber vorher schon krank war, hätten der Beschneider und die Eltern die Beschneidung verschieben müssen. Das ist ja selbst nach jüdischem "Recht" so vorgesehen.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Wenn der Junge aber vorher schon krank war, hätten der Beschneider und die Eltern die Beschneidung verschieben müssen. Das ist ja selbst nach jüdischem "Recht" so vorgesehen.


    So ist es. Ob es sich überhaupt um eine jüdische rituelle Beschneidung gehandelt hat, kann ich nirgendwo im Blog feststellen. Da aber der achte Tag ohnehin versäumt worden ist, hätte man die Beschneidung leicht verschieben können.

    Der Vorwurf des Intaktivisten Joseph richtet sich gegen die Unterschätzung der Risiken seitens der Ärzte und das Fehlverhalten der Familie durch Unterlassen rechtlicher Aufarbeitung wie z.B. eine Strafanzeige. Der Großvater bestätigt ihm weitgehend das, was er im Blog vorweg genommen hatte.

    Genauso könnte sich so eine Tragödie jetzt auch in Deutschland abspielen. Weil man in bestimmten Kreisen nicht bereit ist, über seinen Horizont zu blicken. Deshalb ist es wichtig, dass diese Ereignisse auch bei uns möglichst vorher zur Kenntnis genommen werden.

  • durch Unterlassen rechtlicher Aufarbeitung wie z.B. eine Strafanzeige

    Kann man damit rechnen, dass in Deutschland von Amts wegen ermittelt würde?
    Dabei dürfte eine Rolle spielen, wer den Totenschein ausstellt und welche Todesursache er einträgt.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Mir tut das Baby leid und natürlich auch seine Familie. Man muss sich nur vorstellen, wie sich jetzt alle auf sie stürzen.
    Allerdings wurde der Zusammenhang zwischen den starken Blutungen des Babys und der einen Tag zuvor durchgeführten Zirkumzision von der Familie selbst auf Facebook hergestellt.
    Siehe die Screenshots, die im Internet kursieren und die Diskussion darüber, z.B. auf dieser Seite:
    https://www.facebook.com/photo.php?fbid…&type=1&theater
    Nach allem was ich weiß, handelt es sich um eine christliche Familie und eine der in den USA weit verbreiteten "Routine"beschneidungen.
    DANKE an PöserPürger für die Übersetzung.

  • Hämophilie ist ja eine Erbkrankheit, deren Vorliegen in einer Familie in der Regel bekannt ist. Schlimmere Folgen bei Neugeborenen sind, wie die Krankeit überhaupt, sehr selten. Dass sie dann nicht beherrschbar ist, wie hier, dürfte noch seltener sein. Den Ärzten/Eltern wird man also juristisch keinen Vorwurf machen können. Im Totenschein wird Organversagen stehen.

    [wie ich erst jetzt sehe, schliesst der Grossvater Hämophilie aus. Er spricht von Gerinnungsstörung, die niemanden alarmiert haben, aufgrund einer noch unbekannten Infektion]

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Genauso könnte sich so eine Tragödie jetzt auch in Deutschland abspielen. Weil man in bestimmten Kreisen nicht bereit ist, über seinen Horizont zu blicken. Deshalb ist es wichtig, dass diese Ereignisse auch bei uns möglichst vorher zur Kenntnis genommen werden.


    Auch wenn es mir selbst schwer fällt, so kann ich dennoch erahnen, warum Eltern ihre Kinder beschneiden lassen. Es sind fast ausschließlich ideologische Grund, was Menschen derart verblendet. Falls es bei diesem Jungen keine religiöse Beschneidung war, kann hier die Ideologie, "der Sohn muss wie der Vater aussehen" oder eben der Irrglaube, dass Masturbation unbedingt verhindert werden muss, der Grund für die Beschneidung gewesen sein. Das Problem ist aber, dass solche Eltern nicht über den Horizont blicken können, weil ihnen die jeweilige Ideologie den Blick versperrt.

    Die wirkliche Schuld für diesen Todesfall liegt daher meiner Meinung nach subjektiv betrachtet beim Gesetzgeber, welcher Kinder der Willkür von Ärzten oder den verblendeten Eltern Preis gibt. Hätte sich der Fall in Deutschland ereignet, hätte man die Justizministerin, die Kanzlerin sowie den Bundespräsidenten stellvertretend und in allen drei Fällen auch persönlich für einen solchen Todesfalls moralisch betrachtet verantwortlich machen können.

    Für die Eltern wird der Todesfall sicherlich schmerzlich sein, aber die Eltern werden wohl in den USA weniger von den breiten Bevölkerungsmassen für den Todesfalls verantwortlich gemacht werden als dies in Deutschland der Fall gewesen wäre. Der Großvater hat die Situation bereits gut erkannt. Wenn der Fall größere Aufmerksamkeit findet, würde sein verstorbener Enkel der Mittelpunkt einer Diskussion über das Unrecht der Beschneidungen im Allgemeinen werden können. Und dies hätte wohl immer den Beigeschmack, dass man dann auch seinen Sohn irgendwo für mitschuldig halten würde.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Die wirkliche Schuld für diesen Todesfall liegt daher meiner Meinung nach subjektiv betrachtet beim Gesetzgeber, welcher Kinder der Willkür von Ärzten oder den verblendeten Eltern Preis gibt. Hätte sich der Fall in Deutschland ereignet, hätte man die Justizministerin, die Kanzlerin sowie den Bundespräsidenten stellvertretend und in allen drei Fällen auch persönlich für einen solchen Todesfalls moralisch betrachtet verantwortlich machen können.


    Kann ja sein, dass so ein Fall noch kommt, so sehr ich das nicht wünsche. Ich fürchte aber, es ist nur eine Frage der Zeit. Der Gesetzgeber hat daran auch schon gedacht, der Gesetzestext verrät das nämlich schon durch den Hinweis auf die potenzielle Gefährdung des Kindeswohls:

    "Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet wird."

    Damit wird man sich als Gesetzgeber aus der Verantwortung ziehen wollen. Darüber wird dann aber zu streiten sein. Im Gesetzestext wird der Sachverhalt in unzulässiger Weise verharmlost, indem lediglich die Gefährdung des Kindeswohls, nicht aber die Gefährdung der Gesundheit und des Lebens des Kindes in Betracht gezogen wird. Auch die Zulassung medizinischer Laien dient der Verharmlosung des Eingriffs. Ich hoffe nur, dass dann ggfs. die Unterzeichner des Gesetzes zur Rechenschaft gezogen werden und wenigstens ihre Ämter verlieren.

  • Ich sehe es genau so wie Nocut: Es ist der ganze gesetzliche Rahmen, der eigentlich vor ein Gericht gehört.

    Die Eltern unterschrieben schließlich vor der Operation, dass sie auch über äußerst seltene, fatale Komplikationen aufgeklärt und damit einverstanden sind (was man sich ja erst einmal auf der Zunge zergehen lassen muss: Du erklärst dich damit einverstanden, dass dein neugeborenes Kind an einer Operation ohne jeglichen unmittelbaren Nutzen im Extremfall stirbt - das macht sich natürlich niemand wirklich klar). Wenn sie dem Arzt keine Kunstfehler nachweisen können, ist da juristisch nichts (und auch den behandelnden Ärzten moralisch kein Vorwurf) zu machen.

  • Kann ja sein, dass so ein Fall noch kommt, so sehr ich das nicht wünsche. Ich fürchte aber, es ist nur eine Frage der Zeit.

    Statistisch gesehen kann dieser Fall sogar bereits mehrfach eingetreten sein, ohne dass davon etwas an die Öffentlichkeit gelangt wäre. Damit ein solcher Fall öffentlich wird und endlich ein Verfahren beim BVG eingeleitet werden kann, muss es unter den Beteiligten jedoch zum Streit kommen. Wenn sich alle einig sind, wird auch bei solchen traurigen Fällen der Teppich hochgehoben, alles darunter gekehrt und keiner spricht mehr davon.

    susanna
    Wir zeigen heute mit dem Zeigefinger auf diejenigen, welche im letzten Jahrhundert den Holocaust verübt haben. Damals waren die Menschen ideologisch verblendet. Bei den Beschneidungen ist es aber genau das selbe. Ohne eine Ideologie würde doch niemals ein Mensch seinem eigenen Kind so etwas antun oder es gar in Kauf nehmen, dass es an diesem grausamen Ritual sogar zu Tode kommen könnte. Die Ideologie ist aber wie eine Droge, welche hier die Sinne vernebelt. Selbst ein Aufklärungsfragebogen würde daher nicht wirklich zu den Eltern im vollen Umfang durchdringen können (ähnlich wie Hinweise auf Zigarettenpackungen).

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

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