Vorhautbeschneidung wegen Phimose in 2 Wochen

  • Hey,

    ich wende mich mit einigen Fragen zu meiner bevorstehenden Phimose-Operation an euch. Bei mir liegt eine ausgeprägte Phimose vor – laut meinem Urologen sogar die stärkste Ausprägung. In zwei Wochen soll ich unter Vollnarkose beschnitten werden. Ich habe dem Arzt ausdrücklich mitgeteilt, dass mir sehr daran gelegen ist, so viel Vorhaut wie möglich zu erhalten.

    Der behandelnde Arzt, Herr Dr. I. aus Bielefeld, genießt einen hervorragenden Ruf – nahezu 99 % positive Bewertungen. Er hat auf mich einen sehr kompetenten und sympathischen Eindruck gemacht. Wir haben uns auf eine Teilbeschneidung geeinigt. Meinen ursprünglichen Wunsch nach einer Triple-Inzision hat er mit guten Argumenten abgelehnt.

    Eine Sache hat mich jedoch etwas verunsichert: Als ich meine Sorge äußerte, dass durch die Entfernung zu viel Haut ernsthafte Einbußen der Sensibilität entstehen können, wirkte er, als höre er davon zum ersten Mal. Er fragte mich, woher ich diese Information habe. Ich berichtete ihm von einem Artikel in „Men’s Health“, Erfahrungsberichten in Beschneidungsforen und YouTube-Videos, in denen Männer von deutlichen Sensibilitätsverlusten und sogar depressiven Verstimmungen nach der Operation sprachen. Daraufhin meinte er lediglich, ich solle nicht alles glauben, was im Internet stehe, und dass alle seine Patienten sehr zufrieden seien.

    Gerade als erfahrener Facharzt müsste er diese Problematik doch kennen. Deshalb habe ich noch einige konkrete Fragen:

    1. Besteht bei einer Teilbeschneidung die Möglichkeit, dass während der Operation (z. B. bei starken Verklebungen) doch auf eine vollständige Beschneidung umgeschwenkt wird?
    2. Bleibt bei einer Teilbeschneidung das Frenulum (Bändchen) sowie das sensible innere Vorhautblatt weitgehend erhalten? Der Arzt sagte, im ungünstigsten Fall müsse ein Stück Vorhaut von etwa Daumenlänge entfernt werden. Das erscheint mir persönlich recht viel.

    Zusätzlich wäre mir eine lokale Betäubung deutlich lieber, doch der Arzt führt den Eingriff ausschließlich unter Vollnarkose durch. Damit könnte ich mich arrangieren, wenn es nicht anders geht. Ich leide seit etwa zwei Jahren unter starken Schmerzen beim Wasserlassen und bin daher froh, dass endlich Abhilfe geschaffen wird. Gleichzeitig habe ich jedoch große Angst, nach der Operation deutlich weniger empfinden zu können.

    Ich bin 36 Jahre alt und habe die Phimose seit etwa meinem 15. Lebensjahr. Bis vor zwei Jahren hat sie mir kaum Probleme bereitet.

    Ich wäre euch sehr dankbar für eure Einschätzungen und Ratschläge.

    Vielen Dank schon im Voraus! :saint::)


    noch eine kleine Ergänzung: Ich habe viel über die Urologen aus Münster gelesen. Die bieten Vorhauterhaltende, minimalinvasive Operationen an. Meine Beschwerden sind allerdings mittlerweile so stark, dass ich nicht so lange auf einen Termin warten kann. Bin etwas ratlos was ich nun genau tun soll.

  • Urologie an der Uniklinik oder Urologie am Ring (letztere war die Praxis wo ich beschnitten wurde).


    Warum auch immer Du gewartet hast, bis das Problem so akut wurde, aber zwei Anmerkungen von mir: Ja, eine Beschneidung ändert den Sex, aber sie muss nicht das Ende des aktiven Sexlebens bedeuten. Nicht mal des guten Sex. Insofern, wenn der Leidensdruck zu groß ist, sollte es die Hauptsache sein, die Schmerzen loszuwerden.


    Zum anderen: Wenn Du dir absolut unsicher bist, und dem Arzt nicht wirklich traust oder Du dich nicht ordentlich aufgeklärt und abgeholt fühlst, verschieb den Termin. Es gibt keinen OP-Zwang hierzulande.


    Noch zwei anekdotische Berichte aus meinem Bekanntenkreis:

    Fall 1: kurzfristige Entzündung von Bändchen und Vorhaut mit Narbenbildung. OP im Krankenhaus. Mit dem Arzt wurde besprochen soviel innere Vorhaut wie möglich zu erhalten. Im Ergebnis hat er noch ca. 1cm innere Vorhaut (d.h. mehr als doppelt soviel wie normalerweise bei einer Standardzirkumzision bleibt) und wurde insgesamt relativ locker geschnitten mit reichlich Spiel bei Erektion. Er braucht länger als vorher zum kommen, ist aber pudelglücklich.


    Fall 2: langfristige Verengung mit starken Verklebungen, immer wieder Entzündungen. Hat sich Ewigkeiten gequält bis er sich zur Beschneidung durchgerungen hat. Hat es dann vor nicht allzu langer Zeit machen lassen. Auch hier war mit dem Arzt vereinbart worden, so viel innere Haut wie möglich zu erhalten. In diesem Fall stellte sich aber in der OP heraus, daß die innere Vorhaut schon so geschädigt war, daß es hier keine Alternative zur vollständigen Entfernung mehr gab. Das Ergebnis ist entsprechend "low" und relativ stramm, aber nach seiner Aussage hat sich sein Sexleben deutlich entspannt und verbessert.

    Gruß
    Hickhack

  • Und man gestatte mir noch ein Statement in eigener Sache:

    Wenn mit ü30 noch immer eine primäre Phimose besteht oder eine sekundäre Phimose anfängt sich zu entwickeln: KÜMMERT EUCH VERDAMMT NOCH MAL DARUM BEVOR(!!!) ES SO AKUT WIRD, DASS IHR KEINE ALTERNATIVEN MEHR HABT.


    Ja, auch eine High-Beschneidung ist eine Beschneidung, aber sie ist meiner Meinung nach, für den, der eigentlich nicht beschnitten werden will, immer noch die bessere Alternative.

    Gruß
    Hickhack

  • Vollnarkose finde ich übertrieben. Hast du es eigentlich schon mal mit dehnen probiert?

    Ich musste mich vor über 20 Jahren aufgrund einer vernarbten und entzündeten Phimose beschneiden lassen, dabei wurde nur das notwendigste entfernt. Habe noch ca. 2,5 cm innere Vorhaut und Frenulum, Eichel ist (schlaff) etwa zur Hälfte bedeckt (selten auch zwei Drittel), oft liegt sie aber auch im Wulst hinter der Eichel. Probleme mit Empfindung habe ich keine.

    Wenn mit ü30 noch immer eine primäre Phimose besteht oder eine sekundäre Phimose anfängt sich zu entwickeln: KÜMMERT EUCH VERDAMMT NOCH MAL DARUM BEVOR(!!!) ES SO AKUT WIRD, DASS IHR KEINE ALTERNATIVEN MEHR HABT.

    ich bin deiner Meinung, aber ich habe schon öfters - auch hier im Forum - den Tipp gelesen, dass man eine Phimose so lassen kann, wenn sie keine Problem macht und dass eine Beschneidung sinngemäß das Ende der Welt ist. 🤷

    Besteht bei einer Teilbeschneidung die Möglichkeit, dass während der Operation (z. B. bei starken Verklebungen) doch auf eine vollständige Beschneidung umgeschwenkt wird?

    ja, wenn diese geschädigter ist als ursprünglich angenommen

    Bleibt bei einer Teilbeschneidung das Frenulum (Bändchen) sowie das sensible innere Vorhautblatt weitgehend erhalten? Der Arzt sagte, im ungünstigsten Fall müsse ein Stück Vorhaut von etwa Daumenlänge entfernt werden. Das erscheint mir persönlich recht viel.

    Weitgehend ist vielleicht zu viel, es bleibt ein guter Teil erhalten. Dies am besten vorab klären und schriftlich festhalten.

  • ich bin deiner Meinung, aber ich habe schon öfters - auch hier im Forum - den Tipp gelesen, dass man eine Phimose so lassen kann, wenn sie keine Problem macht und dass eine Beschneidung sinngemäß das Ende der Welt ist. 🤷

    Grundsätzlich kann man eine Phimose natürlich so lassen - solange sie keine Probleme macht.

    Man muss sich eben nur im Klaren sein, daß es uU sehr schnell gehen muss und man dann eben keine Wahl mehr hat.

    Gruß
    Hickhack

  • Danke für die schnellen und ehrlichen Antworten! – das hilft wirklich. Ich möchte hier ausführlich auf eure Punkte eingehen und auch erklären, warum ich es bisher nicht habe machen lassen bzw. so lange gewartet habe. Vielleicht hilft das auch anderen, die in einer ähnlichen Situation stecken.

    Zu meiner Vorgeschichte und warum keine frühere OP

    Ich habe die Phimose tatsächlich schon seit ca. meinem 15. Lebensjahr. Über viele Jahre hat sie mir kaum Beschwerden gemacht – kein Brennen, keine wiederkehrenden Entzündungen, Sex war (mit etwas Vorsicht) möglich. Deshalb habe ich sie lange einfach so gelassen. Im Forum und anderswo liest man ja öfter: „Wenn sie keine Probleme macht, lass sie einfach“ – und genau das habe ich gemacht.


    Vor etwa einem Jahr wurde es dann langsam unangenehmer (vor allem beim Wasserlassen), und ich habe konsequent ein Jahr lang mit Kortison-Creme + regelmäßigem Dehnen versucht, es besser zu bekommen. Leider null Erfolg. Die Verengung war einfach zu stark.


    skynet1 & Hickhack – Ja, voll einverstanden. Im Nachhinein wäre es besser gewesen sich eher darum zu kümmern.

    Ich denke ich habe mich entschieden, die OP bei Dr. I. in Bielefeld zu machen. Der Arzt hat wirklich nur sehr gute Bewertungen und einen top Ruf, das gibt mir Sicherheit.

    Ich werde den Arzt nochmal anrufen und ein paar Fragen klären. Ich bin erstmal froh, dass er diese Art von Beschneidung überhaupt anbietet. Ein anderer Urologe bei dem ich war, wollte nur die komplette Beschneidung durchführen.


    Das schriftlich festzuhalten ist eine gute Idee, werde ich so machen.

    Vollnarkose finde ich übertrieben. Hast du es eigentlich schon mal mit dehnen probiert?

    Ich musste mich vor über 20 Jahren aufgrund einer vernarbten und entzündeten Phimose beschneiden lassen, dabei wurde nur das notwendigste entfernt. Habe noch ca. 2,5 cm innere Vorhaut und Frenulum, Eichel ist (schlaff) etwa zur Hälfte bedeckt (selten auch zwei Drittel), oft liegt sie aber auch im Wulst hinter der Eichel. Probleme mit Empfindung habe ich keine.

    ich bin deiner Meinung, aber ich habe schon öfters - auch hier im Forum - den Tipp gelesen, dass man eine Phimose so lassen kann, wenn sie keine Problem macht und dass eine Beschneidung sinngemäß das Ende der Welt ist. 🤷

    ja, wenn diese geschädigter ist als ursprünglich angenommen

    Weitgehend ist vielleicht zu viel, es bleibt ein guter Teil erhalten. Dies am besten vorab klären und schriftlich festhalten.

    Das ist beruhigend zu hören. Hoffentlich läuft das bei mir genau so ab. Ich danke euch erstmal für eure Antworten und ich werde mich melden wenn ich die OP hinter mir habe oder sich noch etwas anderes ergeben sollte :) Wird schon schiefgehen

  • Ich werde den Arzt nochmal anrufen und ein paar Fragen klären. Ich bin erstmal froh, dass er diese Art von Beschneidung überhaupt anbietet. Ein anderer Urologe bei dem ich war, wollte nur die komplette Beschneidung durchführen.

    Ich drücke die Daumen und was sonst noch so Glück bringt.

    Gruß
    Hickhack

  • Hallo Leute, jetzt muss ich euch mal als alter Sack von 69 Jahren ermutigen, den Schritt zum Leben ohne Vorhaut zu wagen. Obwohl ich früher noch nie eine massive Vorhautentzündung hatte, bestand diese Situation plötzlich im Älterwerden - die Vorhaut riss ein, vernarbte und verengte sich und ich wusste sofort, das wirst du nicht mehr los! Jetzt habe ich meine "high and tight"- Circumzision hinter mir und bin heilfroh, trotz der großen Umstellung im Empfinden. Zwei Monate nach der Beschneidung ist die Empfindlichkeit der Eichel gut erträglich, die erste Zeit war allerdings unangenehm im Alltag, aber das gibt sich. Mit einem länger bestehendem Wulst hinter der Eichel lebe auch ich, bis der Lymphstau verschwindet, braucht es Geduld. Vollnarkose ist nicht nötig, es gibt den sogenannten "Penisblock", bei dem man von der OP null mitkriegt.

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