Hallo zusammen,
ich muss endlich meine seit über 25 Jahren unerzählte Geschichte loswerden.
Die Geschichte nahm im Alter alter von gerade einmal sechs Jahren recht unschuldig ihren Anfang. Ich saß damals mit meinem Vater in der Badewanne und stellte irgendeine alterstypische Frage. Woraufhin er etwas verwundert antwortete, ob ich denn "meine Haut" nicht zurückziehen könne, und ich antwortete verwundert mit "Nein". Daraufhin meine er dann müsse man das wahrscheinlich operieren. Was sich alles für mich sehr komisch abhörte, worum sollte man die Vorhaut zurückziehen können müssen und was sollte man da operieren? Als dann später meine Mutter rein kam, sagte er ihr das bald und worauf sie am Ende des Badens "probierte" und feststellte, dass sich die Vorhaut tatsächlich nicht zurückziehen ließ.
Daraufhin ist sie mit mir zum Hausarzt, der dann auch kurz "probierte" und dann gleich sagte: "Das muss operiert werden". Die unkritische Antwort meiner Mutter lautete: "Und wo?" Worauf hin er antwortete: "Bei Dr. K. in G."
Aufgrund meines guten Erinnerungsvermögens habe ich die Praxis von Dr. K., die mittlerweile von einem Nachfolger geführt wird, auch gleich auf Google Maps gefunden. Es handelt sich dabei um eine "Kinderchirurgie", somit war damit mein Schicksal schon besiegelt. Beim dortigen Termin traf ich auf eine Frau über deren Position ich mir unsicher bin, vermutlich war sie Assistenzärztin, sie hat mich jedenfalls halbwegs respektvoll behandelt. Sie "probierte" an mir etwas intensiver, wobei sie eine Position fand, die "etwas ging". Dennoch sagte auch sie: "Das muss man operieren." Worauf hin sie einen Zettel heraus kramte auf dem drei Penisse abgebildet waren: Einer unbeschnitten, einer sanft beschnitten und einer radikal beschnitten. Sie deute einmal auf den sanft beschnittenen Penis und sagte: "Ich bin der Meinung, dass es so besser ist." Dann deute einmal auf den radikal beschnittenen Penis und sagte: "Dr. K. ist aber der Meinung, dass es so besser ist."
Mein einziges Glück in diesem Unglück war, dass sich meine Mutter für die sanfte Variante entschieden hat. Ich jedenfalls verstand die Welt nicht mehr. Ich hatte doch keinerlei Probleme oder Beschwerden, was sollte also der Grund für diese Operation sein? Leider ist meine Mutter eher verklemmt, wenn eine Frage zu Sexualität kam, hat sie meist nur gekichert und sie hat mich und meine Geschwister auch nie aufgeklärt. Jedenfalls habe ich versucht sie zu stellen und zu fragen warum, das notwendig sei. Sie hat nur sehr ausweichend und nichtssagend geantwortet und hat am Ende den Zettel aus der Praxis heraus gekramt und hat auf die Abbildungen gezeigt und dabei gesagt, so sei das jetzt und so wird das nach der Operation sein. Mein Argument, dass es so wie es jetzt ist, doch viel schöner ist, hat sie nicht gelten lassen. Leider hatte ich kurz zuvor schon eine andere Operation gegen die ich opponiert habe und über deren Sinn oder Unsinn bzw. ob es Alternativen gegeben hätte mir heute nicht sicher bin. Jedenfalls wurde mir damit signalisiert: "Opponieren bringt nichts und über deinen Körper entscheidest nicht du!" Somit ergab ich mich meinem Schicksal, handelte aber raus, dass sie niemanden davon erzählen durfte. Am Ende wussten es aber natürlich meine Geschwister, worüber ich sehr wütend war und meine Mutter meinte nur, vor denen könne sie das nicht geheim halten.
Den Operationstermin habe ich heute noch in schlimmer Erinnerung, weil mir auch hier wieder niemand irgendwas erklärt hat. Mir wurde ohne Vorankündigung und ohne Erklärung die Maske mit dem Betäubungsgas auf das Gesicht gedrückt, woraufhin ich den Einwand hatte: "Das stinkt!" Die Anästhesistin sagte nur: "Das macht nichts, wenn es ein bisschen stinkt, blase es einfach weg." Was ich dann verzweifelt versuchte, aber nichts half und ich dann in Panik einschlief. Das erste was ich nach dem Aufwachen fragte: "Was das denn für ein stinkendes Zeug war?" Worauf meine Mutter antwortete: "Gas, aber kein giftiges." Ich erschrak beim Wort "Gas" und noch heute graut es mir vor so geriffelten Schläuchen, wie einer an der Maske befestigt war. Ich war dann sehr durstig, worauf hin meine Mutter mir Wasser organisierte, nachdem ich gleich den ganzen Krug getrunken habe, wurde mir unheimlich schlecht und ich musste mich übergeben. 
Die Retraktionsübungen, die meine Mutter nach der OP bei mir machen musste, habe ich als unangenehm in Erinnerung. Auch sehr unangenehm habe ich den Nachsorgetermin in Erinnerung. Zuerst schaute sich die selbe Frau, die mich schon die Voruntersuchung durchgeführt hatte, meinen Penis an. Sie meinte das schaue alles gut aus und sie gebe nur noch kurz Dr. K. Bescheid, dass er auch nochmal einen Blick darauf werfen kann. Der war weniger zufrieden damit. Mein inneres Vorhautblatt, von dem sie mir zum Glück noch ein Stück gelassen haben, war am hinteren Ende noch etwas mit dem Eichelkranz verklebt. Er meinte: "Das muss sich normalerweise noch bisschen weiter zurückziehen lassen." Woraufhin er mir die Vorhaut ohne Vorankündigung mit Gewalt zurück riss. Woraufhin sich die Verklebung unter einer leichten Blutung ein Stück weit löste. Nun war auch er zufrieden.
Ich weiß, dass andere hier viel schlimmere Erfahrungen gemacht haben und ich will auch kein Opfer sein. Ich habe in meinem Leben auch schon ein paar Dinge erreicht, jedoch habe ich noch ein paar Probleme in meinem Leben, die ich jetzt mit Anfang dreißig endlich angehen will. Ich habe in diesem Zug gewisse Verhaltensweisen von mir hinterfragt und bin zu den Schluss gekommen, dass das auch mit dieser Erfahrung zu tun haben kann. Dass man das heute nicht mehr Operieren würde und es Alternativen gibt, habe ich schon vooch ar ein paar Jahren aufgeschnappt. Als ich mich deshalb jetzt mit dem Thema intensiver beschäftigt habe, war ich geschockt und wütend gleichzeitig
. Ich frage mich: Wozu das alles?!
Ich hatte keinerlei Beschwerden. Es ist der Normalzustand, dass sich die Vorhaut im alter von sechs Jahren nicht zurückziehen lässt, sie löst sich erst mit der Pubertät und sollte es dabei Probleme geben, hat man mit einer Salbenbehandlung sehr gute Erfolgsaussichten. Ich wurde grundlos pathologisiert und völlig sinnlos Operiert, ohne dass mir irgendwas erklärt worden ist und ohne dass über Alternativen gesprochen worden ist. Es wurde über meinen Körper bestimmt, ohne dass ich gefragt worden bin. Mit mir wurde was gemacht was nicht notwendig war und ich auch nicht wollte. Ich bin in eine Maschinerie geraten, bei der mein Wohl ganz unten kam!
Ich denke, dass das alles nicht gut war für mich. Es hat mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein angegriffen. Ich hatte lange ein schlechtes Verhältnis zu mir selbst und zu meinem Körper und ich bin ersten letzten Jahren dazu gekommen das zu ändern.
Im Sitzen ist die Eichel zum Glück zum Großteil bedeckt, beim Gehen und vor allem bei Laufen zieht sich der Vorhautkranz jedoch häufig über die Eichel zurück, was mich tierisch nervt. Eventuell will ich deshalb und auch um wieder "Herr im Eigenen Haus" zu sein die Vorhaut wieder etwas vordehen. Was ich mir aber mühsam und unangenehm vorstelle. Vielleicht hat hierzu jemand von euch Tipps?