FREITAG, 7. MAI 2021 UM 09:00 UTC+02 WORLDWIDE DAY OF GENITAL AUTONOMY

  • Das ist auch so ein unsinniger Argumentationsversuch. Wenn die männliche Genitalverstümmelung unter 18 ohne nachweisbare medizinische Indikation verboten wird, wäre doch so gut wie niemand verstümmelt. Demnach bestünde sogar viel weniger Gefahr wegen seines Geschlechtsteils gemobbt zu werden, weil dann schließlich jeder das Gleiche hat.

  • Das ist auch so ein unsinniger Argumentationsversuch. Wenn die männliche Genitalverstümmelung unter 18 ohne nachweisbare medizinische Indikation verboten wird, wäre doch so gut wie niemand verstümmelt. Demnach bestünde sogar viel weniger Gefahr wegen seines Geschlechtsteils gemobbt zu werden, weil dann schließlich jeder das Gleiche hat.

    So schaut es aus. Genau deswegen wird Beschneidung auch in der Kindheit aufgezwungen. Sie ist nämlich unter erwachsenen Männern ein absoluter Ladenhüter. Niemand will dann noch beschnitten sein, da man seine Vorhaut normalerweise zu schätzen lernt, wenn man ins sexuell aktive Alter kommt. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass sich gerade mal einer von 10.000 Männern im Erwachsenenalter beschneiden lässt.

    "The only thing necessary for the triumph of evil is for good men to do nothing"

  • Das ist auch so ein unsinniger Argumentationsversuch. Wenn die männliche Genitalverstümmelung unter 18 ohne nachweisbare medizinische Indikation verboten wird, wäre doch so gut wie niemand verstümmelt. Demnach bestünde sogar viel weniger Gefahr wegen seines Geschlechtsteils gemobbt zu werden, weil dann schließlich jeder das Gleiche hat.

    Genau richtig!

    Allerdings würde ich nie jemanden, der keine Vorhaut mehr hat als "verstümmelt" bezeichnen.
    Manche fühlen sich so, aber "man ist so verstümmelt, wie man sich fühlt".
    Der Vorgang der Genitalreduktion - bei gesunden Kindern gleich welchen Geschlechts - ist allerdings eine Verstümmelung - und ein Verbrechen.

    Man bezeichnet ja auch niemanden, der z.B. durch einen Unfall ein Bein verloren hat als "verstümmelt" oder "verkrüppelt".
    Das hat etwas herabsetzendes, selbst, wenn der Betroffene (ich habe das von einem gehört) sich als "Krüppel" bezeichnet.

    There is no skin like foreskin

  • Niemand will dann noch beschnitten sein

    Das ist leicht übertrieben, sagen wir - die allermeisten.
    Natürlich kommt es vor, dass erwachsene Männer sich zirkumzidieren lassen. Z.B. wenn der Leidensdruck durch Schmerzen beim Sex bei einer narbigen Phimose zu groß wird.

    Oder Männer werden durch die durch Indoktrination im Kindes- und Jugendalter bedingte Abneigung der Partnerin von der Partnerin zu Zirkumzision gedrängt - und bereuen die OP evtl. später.

    Denn was ist der Unterschied zwischen eine Beziehung und einer Zirkumzision?

    Die Zirkumzision bleibt. ;(

    Und dann gibt es noch die Körperfetischisten, die mit ihrem naturgegebenen Körper nicht zufrieden sind, die ihrem Körper unbedingt ihren Stempel aufdrücken wollen. Die sind nicht selten auch von oben bis unten tätowiert, multi-gepierced, oder hauen sich die Anabolika rein um monströse Knollen-Muskeln zu bekommen.

    There is no skin like foreskin

  • Allerdings würde ich nie jemanden, der keine Vorhaut mehr hat als "verstümmelt" bezeichnen.
    Manche fühlen sich so, aber "man ist so verstümmelt, wie man sich fühlt".
    Der Vorgang der Genitalreduktion - bei gesunden Kindern gleich welchen Geschlechts - ist allerdings eine Verstümmelung - und ein Verbrechen.

    Ich habe das Verstümmeltsein immer als physischen Zustand aufgefasst, der bei einer Beschneidung mMn vorliegt. Wenn es aber erwünscht ist, drücke ich mich in Zukunft diplomatischer aus.

  • Bahr: "...im Gegenteil, sie würden als nicht-beschnittene in ihren peer groups eher Stigmatisierung ausgesetzt."

    Also, ich finde es gut, dass sie hier so klar auf Stigmatisierungen hinweist. Sie zitiert nur, was Vertreter von religiösen Lobbies halt so erzählen.

    "Allerdings wurde sowohl vom Zentralrat der Juden als auch von muslimischer Seite 2012 bestritten, dass es ein solches Mobbing gäbe."

    Das Gegenteil ist richtig, man hat immer offenherzig kundgetan, dass vollständige Jungs offensichtlich ausgegrenzt werden. Das kümmerte nur nie jemanden, vielleicht weil es ja nur Jungs sind?

    Dr. Ilkilic schreibt im Katalog der Ausstellung “Haut ab!”:
    “Wenn man in diesem Zusammenhang von einem Kindeswohlbegriff im breiteren Sinne ausgeht, kann die Knabenbeschneidung nicht zwingend als eine medizinische Maßnahme bewertet werden, die notwendigerweise gegen das beste Interesse des Kindes ist. Im Gegenteil, das Kind würde innerhalb der eigenen Kultur- und Religionsgemeinschaft Diskriminierungen und Ausgrenzungen erleben.”

    Ähnliches schilderte Stephan Kramer, damaliger Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, in seiner Stellungnahme für die Sitzung des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages am26.11.2012:
    “Konsequenzen bei Nichtdurchführung der Brit Milah
    Gesellschaftlich besteht die Gefahr, in der jüdischen peer group stigmatisiert und ausgegrenzt zu werden.”

  • Ja, zu dumm, wenn man nicht alle Zitate sofort so ablegt, dass man sie neun Jahre später schnell wieder findet!
    Ich erinnere mich schon deutlich, dass 2012 von prominenter jüdischer Seite bestritten wurde, dass ein intakter Jude daraus irgendwelchen Nachteile im Sinne von Diskriminierug hätte. An den Eingangstüren der Synagogen fände ja auch keine Genitalkontrolle statt (wäre ja auch noch schöner).

    (Immerhin soll ein großerTeil der männlichen Juden in Deutschland genital vollständig sein)

    Ich kann jetzt leider nicht stante pede Ross und Reiter nennen, und ich habe auch keine Lust, mich durch 1000 alte Artikel zu wühlen, und vielleicht fiel das auch in einer TV-Diskussion.

    Welches Wort fiel hunderttausendfach in der Debatte 2012 und auch noch danach?


    Toleranz!!!


    Religiöse Beschneidung – Im Zweifel für die Toleranz

    Urteil verstößt gegen Toleranzgebot


    Muss eine moderne Gesellschaft die religiös motivierte Beschneidung tolerieren? Ja. „Unsere Gesellschaft ist in all ihrer Unterschiedlichkeit auf ein hohes Maß an Toleranz ihrer Mitglieder angewiesen.

    Dass das Ziel der Vermeidung von Körperverletzung und Traumata bei diesem einfachen Eingriff als schwerwiegender angesehen wird als der Wert der Toleranz


    Toleranz und Hygiene sprechen für die Beschneidung von Knaben


    usw, usw, ad infinitum


    Und dann das:

    Wenn man in diesem Zusammenhang von einem Kindeswohlbegriff im breiteren Sinne ausgeht, kann die Knabenbeschneidung nicht zwingend als eine medizinische Maßnahme bewertet werden, die notwendigerweise gegen das beste Interesse des Kindes ist. Im Gegenteil, das Kind würde innerhalb der eigenen Kultur- und Religionsgemeinschaft Diskriminierungen und Ausgrenzungen erleben

    Konsequenzen bei Nichtdurchführung der Brit Milah
    Gesellschaftlich besteht die Gefahr, in der jüdischen peer group stigmatisiert und ausgegrenzt zu werden

    Es an Jungen auszulassen, dass ihre Eltern ihren naturgegebenen Genitalzustand toleriert, besser gesagt respektiert haben und dem Druck, dem sie von Seiten der "Community" ausgesetzt waren standgehalten haben - In einer "modernen Gesellschaft" - das wäre eine krasse Form von Intoleranz.

    Intoleranter geht kaum noch.
    Es wäre für eine solche Geneinschaft beschämend.

    Wie kann man so etwas überhaupt sagen, ohne rot zu werden?

    Und wie könnte der Staat, in seinem Wächteramt dieses Mobbing einfach achselzuckend ignorieren?
    Damit sogar noch pro-Genitalverstümmelung argumentieren?
    Wo doch sonst stets der Kampf gegen Ausgrenzung, Mobbing und Diskriminierung gefordert wird?


    Zitat

    Unsere Gesellschaft ist in all ihrer Unterschiedlichkeit auf ein hohes Maß an Toleranz ihrer Mitglieder angewiesen

    Dann müsste es doch auch Toleranz für genital vollständige Jungen geben, oder ist das nur eine hohle Phrase?

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  • WWDOGA 2021 - Film: „Wir bleiben am Ball!“

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    "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


    George Santayana (1863-1952)

  • WWDOGA 2021 - Statement - Partei der Humanisten

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  • WWDOGA 2021 - Landearbeitsgemeinschaft Jungen*- und Männer*arbeit Bayern e.V. 


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  • WWDOGA 2021 - Live-Talk Atheist Refugee Relief e.V.

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  • WWDOGA 2021 - Live-Talk Projekt 100% MENSCH with Holger Edmaier und Lucie Veith

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  • WWDOGA 2021 - Aktion Regen Wien: Interview with Rainworker

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  • WWDOGA 2021 - Intact Norden: Live News from the Nordic Countries

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  • WWDOGA 2021 - „None of us is here voluntarily“ – Live-Talk

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  • WWDOGA 2021 - Live-Talk 15 Square: „Legal affairs“

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  • WWDOGA 2021 - „Circumcision in Israel“ Ronit Tamir (KAHAL) and guests 

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  • WWDOGA 2021 - Anthony Losquadro on legislative advocacy to oppose circumcision

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    George Santayana (1863-1952)

  • Dieser "Betroffenentalk" gehört für mich zum Besten, was in dem Zusammenhang in den letzten Jahren veröffentlicht wurde.
    Meinen herzlichsten Dank an die vier Protagonisten! :love:

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • WWDOGA 2021 - News from Australia – Darbon Institute

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