Söhne sind in vielen muslimischen Familien ein begehrtes soziales Kapital, Mädchen hingegen nicht. Die Beschneidung ist ein Familienfest, bei dem der Penis völlig frei von Scham im Zentrum steht. Beginnt ein Mädchen zu menstruieren, geschieht das Gegenteil. Ihre körperliche Veränderung wird zum Geheimnis zwischen Mutter und Tochter, ohne Fest und Geschenke. Der Körper des Mädchens tritt in den Hintergrund, er wird als schützenswert erklärt und somit unsichtbar. Der männliche Körper hingegen wird zelebriert. Auch in diese Ungerechtigkeit wurde meine Tochter geboren.
Ja, die Welt ist schon ungerecht. Der Junge darf veredelt und gefeiert werden, Mädchen müssen sich verhüllen und verstecken. Aber wer weiß, was im Zuge künftiger Rechtsbeugungen noch so alles möglich sein wird?
<Ironieaus>
[Anmerkung: im ursprünglichen Artikel wird beim Wort "Beschneidung" auf den unsäglichen Artikel von Mohamed Amjahid verlinkt. Ich war so frei, dies zu korrigieren.]