Carolin Emcke, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

  • Frieden auf Kosten der Kinder- und Menschenrechte:

    http://hessenschau.de/kultur/buchmes…ideo-23440.html

    Siehe auch:

    "Es gibt andere Spielformen des Antisemitismus, die Jüdinnen und Juden beschädigen und ausgrenzen, ohne sich selbst als offen judenfeindlich zu erklären, ja, ohne Juden überhaupt zu erwähnen. Dafür reicht es schon, einzelne Praktiken zu stigmatisieren, die jüdische Gläubigkeit oder Identität markieren. Da wird dann einfach in Parteiprogrammen gegen die rituelle Beschneidung (die Brit Mila) agitiert oder mit Verbot gedroht.
    Ohne explizit zu machen, wem damit untersagt werden soll, seine eigenen Vorstellungen des guten und richtigen Lebens, seinen eigenen Glauben leben zu dürfen: eben Juden (und Muslimen). Diese Form des Ausgrenzens von Jüdinnen und Juden funktioniert gleichsam über Bande, indem sie nicht gegen das Judentum selbst hetzt, sondern nur Praktiken und Überzeugungen infrage stellt, die mit jüdischer Identität und jüdischem Leben unverbrüchlich verbunden sind. Kritik an dieser indirekten Judenfeindlichkeit wird gern abgewehrt mit dem Verweis darauf, es ginge angeblich gar nicht um das Judentum."

    http://www.sueddeutsche.de/politik/kolumn…orgen-1.2982253

    Der Zeitpunkt der Veröffentlichung legt nahe, dass sie die damalige kurze Diskussion in der AfD meinte.
    Den Einsatz für Jungen als gleichwertige Menschen in Deutschland auf die AfD-Episode zu beschränken ist aber manipulative Propaganda.
    Und falls sie von den 40 Organisationen des 7. Mai nichts weiß, hat sie nicht zehn Sekunden recherchiert. Aber Hauptsache einen ganzen Absatz in der SZ darüber schreiben, Menschen beleidigen und ihnen Übelstes unterstellen.
    Dass auch Jungen Menschen sind?
    Keine Voraussetzung für die Verleihung von Preisen - es wäre wohl eher ein Hindernis.

  • Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:

    Quote

    "Menschenrechte sind voraussetzungslos. Sie können und müssen nicht verdient werden. Es gibt keine Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit jemand als Mensch anerkannt und geschützt wird", betonte Emcke. "Zuneigung oder Abneigung, Zustimmung oder Abscheu zu individuellen Lebensentwürfen, sozialen Praktiken oder religiösen Überzeugungen dürfen keine Rolle spielen", verlangte sie. "Das ist der Kern einer liberalen, offenen, säkularen Gesellschaft."

    Das würde jeder einzelne hier denke ich sofort und ohne zu zögern unterschreiben. Nur warum hält sie sich nicht selbst an ihre Worte?

    Jungen haben Menschenrechte offenbar einfach nicht verdient, da müssen und können sie sich diese auch schlicht nicht verdienen.

  • Quote

    Das würde jeder einzelne hier denke ich sofort und ohne zu zögern unterschreiben. Nur warum hält sie sich nicht selbst an ihre Worte?

    Weil sie vielleicht zu den GUTEN gehören möchte? Es ist immer einfacher, einer Mode bzw. dem Zeitgeist nach dem Munde zu reden, als gegen Missstände anzugehen, auch wenn man dabei am Anfang ziemlich alleine ist. Als ich ihre Rede hörte (soweit sie in den Nachrichten gebracht wurde) habe ich mich gefragt, ob sie eigentlich selber weiß, was sie mit dem, was sie sagt, meint. Ein paar schöne Wörterchen hier, ein paar Floskelchen dort, Kuscheln mit dem Bundes-Opa, toll! Und dafür gibt’s dann einen Preis. Mich erinnert das immer wieder an die DDR. Wir hatten zwar keine "Kohle" und auch sonst lebten wir recht bescheiden, aber Orden und Ehrenzeichen gab's massenhaft - man musste immer nur brav nachplappern ...

    „Wer nichts weiß, muss alles glauben.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Den Artikel hatten wir schon, auch hier, wo er hingehört, in der Halle der Schande:

    Die SZ hat ein HoS-Abo

    Wenn man bedenkt, was alles für Bellezisten und Terroristen den "Friedensnobelpreis" bekommen haben - auf sogenannte "Friedenspreise" kann man überhaupt nichts geben.

    Es scheint manchen Leuten nicht möglich, sachlich über das Abschneiden und Zerstören von hochsensiblem Gewebe von Kindergenitalien zu reden. Manche Leute haben nur die Platte "Antisemitismus, Antisemitismus, täterä!" drauf.

    "Antisemitismus über Bande" oder "Antisemitismus der zweiten Art" scheint zur Standard-Phrasiologie von jenen zu gehören, die meinen Kinder hätten kein Recht am eigenen Körper. Oder sagen wir: Jungen hätten das nicht.

    Bewaffnet auf einen Unbewaffneten, Wehrlosen loszugehen, seine schutzlose Situation auszunutzen, ihm Schmerzen zuzufügen, ihn zu verletzen, gar zu verstümmeln ist "nicht wirklich" friedlich. Es ist nicht mal besonders sportlich. Es ist auch unfair.

    Wenn Studenten in "schlagenden Verbindungen" mit dem scharfen Säbel auf einander eindreschen bis das Blut spritzt, wenn Männer ein einem "Fight Club" auf einander einprügeln bis die Schwarte kracht - ist auch nicht sehr friedlich. Aber - wer's halt braucht. Sie sind erwachsen, und es ist immerhin einverständlich.

    Interessant, dass eine Frau, die sich so viel mit Gewalt beschäftigt "Echoes of Violence" blind dafür ist, wenn Kindern Gewalt angetan wird. Und das Wort "beschädigen", das sie in den Mund nimmt, das ist ein auf-den-Kopf-stellen dessen wer wen beschädigt.

    Friedenspreis, so, so.
    Friede den Kindern! Friede den kindlichen Intimzonen! Die Waffen nieder! Auch die Messer.
    Und denen, die Frieden fordern unterstellt Carolin Emcke ausgerechnet Hetze. D.h. sie ist es, die hetzt.

    Frieden, Shalom!
    Brit Shalom, das ist ein schönes und sehr friedliches Familienfest. Ohne Blutvergießen. Ohne schmerzverzerrtes Babygesicht, ohne Schmerzenschreie. Ohne Kastrationsängste, völlig untraumatisch. Und ohne jede Komplikationsgefahr.
    Sind die, die das erfreulicherweise feiern auch Antisemiten über Bande?

    Und dann - Emcke schreibt, als ginge es in der Debatte ausschließlich um die Jungen jüdischer Eltern.
    Das ist doch Kappes. Es geht in der weit überwiegenden Mehrzahl um die Jungen muslimischer Eltern.
    Und es geht um noch viel mehr - denn durch den §1631d werden ALLE Jungen entrechtet. Wird ihnen alle das Recht auf körperliche Unversehrtheit genommen. Alle Eltern dürfen jetzt ihre Jungen verstümmeln lassen. Und dann ist da noch die riesige Zahl von Jungen, die aus pseudomedizinischen bzw. pekuniären Gründen verstümmelt werden, und dies ist auch ein Kollateralsschaden der durch die tradtionelle Jungenverstümmelung resultierenden Bagatellisierung der Vorhaut.
    Aber nein, sie schreibt als ginge es ausschließlich um die jüdische Variante.

    Jeder Mann, der gerne ohne Vorhaut leben und Sex haben möchte kann diese Amputation doch nachholen! "Seltsamerweise" legen die wenigsten intakten erwachsenen Männer da Wert drauf.

    Sich für Frieden einsetzen heißt nicht nur sich nur gegen das Töten, sondern auch gegen das Verletzen einzusetzen.

    Emcke mag ja ansonsten Verdienste haben, aber das war billigste Hetze.

    There is no skin like foreskin

  • Ich habe mir jetzt mal einiger Texte von jener Dame durchgelesen. Ich hätte ihr den Konfusions- und Selbstwiderspruchspreis verliehen.

    Gegen den Hass!
    Das ist doppelt negativ. "Gegen" und "Hass".

    Für die Liebe!

    Damit kann man keinen hinterm Ofen hervorlocken.
    Das hört sich ja so nach Friede, Freude, Eierkuchen und Ringelpietz an.

    Denn manche hassen doch so gerne. Natürlich nur politisch korrekt, den Hass. Und "Die Hassenden" gleich mit?

    Gegen den Hass - sollte Carolin Emcke da nicht am besten bei sich selbst anfangen?

    Quote

    Wer Hass mit Hass beantwortet, lässt sich zu dem machen, was die Hassenden wollen, das man sei. Ich will mich nicht ethisch verstümmeln lassen, nur weil mich Menschen verachten oder hassen.


    Hehre Worte, Bravo! Aber ich will - das ist nur ein Vorsatz. Das heißt nicht: ich mache das nicht, ich hasse nicht.
    Und wenn das, auf das man antwortet gar kein Hass ist? Wenn man nur Hass sehen will, wo keiner ist?

    Hass wird von Emcke dargestellt als eine "Engführung der Wirklichkeit". Wer wutschnaubend von den Juden oder den Muslimen oder den Lesben spreche, richte seinen Blick nicht auf die Individualität des Einzelnen, sondern auf willkürlich bestimmte Gruppenmerkmale.

    Wenn man ihren eigenen Maßstab an sie selbst legt, dann hasst Emcke.

    Wer wutschnaubend von Kinderschützern spricht, wer sie als Antisemiten diffamiert, der richtet seinen Blick nicht auf die Individualität des Einzelnen, sondern auf das willkürlich bestimmte Gruppenmerkmal "MGM-Gegner".

    Quote

    Die Autorin berichtet darüber, dass sie "als Homosexuelle und als Publizistin" zu zwei derzeit "besonders verhassten gesellschaftlichen Gruppierungen" gehöre.

    Ja, derzeit besonders! 33-45 und Im Mittelalter, da war es ja liberal! Und im Iran und Saudi-Arabien ist es das heute noch! Eigentlich ist hier In "Kartoffeln-Land" ja alles immer nur schlimmer geworden. Schon immer.

    Mir kommt es so vor, als wäre ihre Betroffenheit und Empathie ziemlich selektiv.

    Quote from Carolin Emcke

    Eine freie, säkulare, demokratische Gesellschaft ist etwas, das wir lernen müssen.

    In einer freiheitlichen, säkularen, demokratischen Gesellschaft, die mehrheitlich Genitalverstümmelung ablehnt kann es ein grundgesetzwidriges religiöses Extrawurstgesetz wie den 1631d gar nicht geben.

    Quote from Adam Soboczynski

    Reinheits-, Natürlichkeits- und Homogenitätsvorstellungen begreift die Autorin als Hassgeneratoren...
    "Fanatiker der Reinheit"

    Das ist ja seltsam. Weil bei GM ja auch immer so viel von "Reinheit" und "Hygiene" die Rede ist. Ob es vielleicht auch eine "Homogenitätsvorstellung" ist, wenn eine Gruppe der Meinung ist, alle Jungen müssten vorhautlos sein? Oder alle Mädchen ohne Klitorisspitze? Bei Emcke ist so viel von der guten "Vielfalt" und der bösen "Normierung" die Rede.

    Vorhaut ist Vielfalt!
    Genau wie keine zwei Penisse gleich sind, sind auch keine zwei Vorhäute gleich. Die eine länger, die andere kürzer, die eine dicker, die andere dünner, die eine gekräuselter, die andere glatter. Die eine rutscht bei Erektion von selbst von der Eichel, die andere erst, wenn es vorübergehend in das nächste feuchte und warme Behältnis geht. ^^
    Genau wie bei Mädchen/Frauen keine Vulva wie die andere ist. Bei der einen sind Labien dicker, oder dünner, länger oder kürzer, die inneren Labien treten aus den äußeren hervor oder nicht, die eine Klitoris-Eichel ist größer als die nächste... .. und bei manchen wird schon als Kind einfach alles radikal abgeschnitten.
    Seit wann erhöht radikales Kaputtmachen die Vielfalt? Das ist doch gerade Normierung! :FP01

    Quote from Carolin Emcke

    Das wäre eine schöne Spur: sich zugehörig zu zählen zu einem Glauben oder einer Gemeinschaft, hieße: Ich bin für diese Gemeinschaft relevant, in ihr zähle ich als wichtiges Element....
    Nicht nur ich bin für diese Gemeinschaft wichtig, sondern auch der Glaube für mich. Jüdisch zu sein oder katholisch oder muslimisch, das macht etwas aus. Es strukturiert mein Denken, meine Gewohnheiten, meinen Tag.

    Was ist Frau Emcke denn nun? Katze aus dem Sack! Jüdisch, katholisch, muslimisch, oder nichts davon, oder von allem etwas? ?( Und Unreligiöse, Agnostiker, Atheisten, ist deren Denken unstrukturiert?
    Was strukturiert Emckes Tag? Der Glaube, dass Homosexualität Sünde ist? ;)

    Und mir wird langsam klar, wie das Welt- bzw. Feindbild von Emcke funktioniert:
    Identität, Zugehörigkeit ist ganz wichtig!
    Alle haben eine Identität, und ein Recht darauf sie zu schützen und zu bewahren.
    Nur nicht die Deutschen. Denn dann wird es "volkstümelnd" oder gar "völkisch" und das ist ganz schlimm. Andere dürfen sich als "Volk" fühlen, da ist das gut und wichtig.
    Wo man herkommt ist wichtig für die Identität, aber nicht, wo man ist und immer schon war, samt Vorfahren.
    Noch mehr gilt das bei deutschen, heterosexuellen, genital vollständigen Männern weißer Hautfarbe und ohne Geschlechtsumwandlungshintergrund oder wenigstens Migrationshintergrund (von Nordfriesland nach Oberbayern zählt nicht). Und wenn die dann auch noch unreligiös sind! Wohlmöglich noch keine Tätowierungen, keine Ringe durch Nase und Genitalien - was haben die schon vorzuweisen? Die haben doch keine Identität!
    Die mögen malochen, die mögen Kinder großziehen, Ihre kranken Eltern pflegen - aber - das ist doch nichts besonderes!
    Klar die müssen ja aggressiv sein, die haben ja nichts, was sie strukturiert!
    Die Aggression ist ja immer nur auf einer Seite, bzw. "die anderen, die haben angefangen!"
    Kinderkacke!

    There is no skin like foreskin

  • Quote

    Zur Zeit grassiert ein Klima des Fanatismus und der Gewalt in Europa. Pseudoreligiöse und nationalistische Dogmatiker propagieren die Lehre vom „homogenen Volk“, von einer „wahren“ Religion, einer „ursprünglichen“ Tradition, einer „natürlichen“ Familie und einer „authentischen“ Nation.

    Ja, ja, ja, gerade in Europa! Und besonders "natürlich" in Deutschland! Genau deswegen kommen die Flüchtlinge doch hierher, das ist denen in Afrika, im Nahen Osten, in der Türkei, in Afghanistan/Pakistan einfach viel zu friedlich und zu unfanatisch! :huh:
    Und die USA, die waren ja in Sachen Gewalt immer vorbildlich, was sich ja auch in den Statistiken niederschlägt, und die USA haben ja auch Millionen aus den von ihnen mit Gewalt verursachten Flüchtlingsströmen aufgenommen und ein internationalistischer Herr Trump möchte jetzt noch viel mehr Flüchtlinge in den USA aufnehmen! :wacko:
    Russland, China, Japan, - da geht es natürlich noch internationalistischer und undogmatischer zu.

    Und iIn Afrika, da werden sogar Europäer vorbildlich integriert, da geht es auch keineswegs ursprünglich oder authentisch zu:

    https://www.welt.de/vermischtes/ar…-der-Kuehe.html

    Was Emcke über die unsägliche AfD schreibt ist natürlich auch eine Verdrehung: nicht wegen der Juden, sondern wegen der Muslime ist der Passus von vermtl. einer Person in einen internen Entwurf geschrieben worden der dann irgendwie an die Presse geleaked wurde und prompt wieder rausgeflogen ist, nachdem sich wohl auch der AfD nahestehenden Juden (die sich wegen des Zustroms von Muslimen Sorgen machten) beschwert hatten. Aber Emcke benutzt die AfD ja auch nur als Aufhänger, um allgemein MGM-Gegner zu diffamieren.

    Emckes Diffamierungstirade gegen MGM-Gegner in der SZ (wo man vorsichtshalber keine Leserkommentare mehr zulässt, wo man zu feige ist sich Kritik zu stellen) ist aber wohl doch irgendwie nicht so gut angekommen, da hat sie bei ihrer Rede in der Paulskirche auf das unverfänglichere Kopftuch umdisponiert. Klar, Kopftücher tun nicht weh, und die kann frau jederzeit wieder ablegen. (Zumindest theoretisch, wenn frau das darf). In der Paulskirche, da vermeidet sie das schreckliche Wort "Beschneidung". Da transportiert sie ihre Message subtiler:,

    Quote

    Was heißt also angehören in Bezug auf den Glauben? Gehört mir mein Glaube oder gehöre ich dem, an den ich glaube?Damit ist noch nicht einmal berührt, ob diese Angehörigkeit etwas ist, zu dem es sich bewusst entscheiden lässt. Ab wann jemand zu einer Kirche oder Gemeinschaft gehört, das lässt sich festmachen an den jeweiligen Riten der Aufnahme

    Fragen stellen kann sie immer gut! In der Ich-Form. Warum beantwortet sie die Fragen, die sie offenbar an sich selbst stellt dem Leser nicht einfach mal? Ist das ganze ein Quiz?

    Und da haben wir auch gleich wieder versteckt: MGM ist doch genau nix anderes als "eure" Taufe!
    Babys können aber noch nicht an diesen komplizierten Bibel-Gott oder Koran-Allah glauben. Klappt hirntechnisch einfach noch nicht. Ein Baby glaubt wenn überhaupt an viel näherliegende Götter, so ähnlich wie in dem Cartoon mit dem Hund und der Katze: "Sie ernähren mich, sie legen mich trocken, sie streicheln und liebkosen mich - sie müssen Götter sein!" ^^

    Von daher ist die Aufnahme eines Babys in eine Religionsgemeinschaft eine formale Sache. Und Kinder wechseln die Religionsgemeinschaft manchmal später. Kenne ich auch ein paar Fälle. Dass die Kinder feststellen, dass die von ihren Eltern ihnen "verordnete" bzw. mehr oder weniger vorgelebte Religion nicht zu ihnen passt.

    Wenn Eltern sich auf den Standpunkt stellen: das Kind hat so zu sein, wie wir...
    Dass müsste Frau Emcke doch einleuchten: So wie wenn Eltern ihrem Kind verordnen, gefälligst heterosexuell zu sein. Und Kind stellt fest: das passt gar nicht zu mir!
    Und nun spinnen wir das mal fiktiv weiter: Nehmen wir mal an, die sexuelle Präferenz würde sich bei einem schon erkennen Baby durch eine "kleine" OP umpolen lassen.
    Würde Carolin Emcke es OK finden, wenn Eltern dann also ein Kind, das ohne OP homo- geworden wäre operativ in hetero- umwandeln lassen würden? Wenn so etwas vor 100 Jahren schon möglich gewesen wäre, gäbe es dann wohl heute noch Homosexualität?
    Müssen Jungen wirklich "so sein wie der Vater", und Töchter wie die Mutter? Sie sind es doch eh nie!

    Diese zunächst formale Aufnahme in eine Religionsgemeinschaft ist also keinesfalls etwas endgültiges. Endgültig ist allein der Verlust eines Körperteils. Der wächst nicht nach, wenn man die Religemeinschaft wechselt.

    Quote

    Das ist die soziale Pathologie unserer Zeit: dass sie uns einteilt und aufteilt, in Identität und Differenz sortiert, nach Begriffen und Hautfarben, nach Herkunft und Glauben, nach Sexualität und Körperlichkeiten spaltet, um damit Ausgrenzung und Gewalt zu rechtfertigen.

    Unserer Zeit? War das nicht früher noch viel, viel schlimmer? Haben wir nicht - zumindest in Teilen der Welt - enorme Fortschritte erzielt?

    Durch Körperlichkeiten aufspalten, genau das ist doch auch die Genitalverstümmelung. Das ist doch ein Abgrenzen, und damit auch Ausgrenzen. Den Claim abstecken. Und dann von "Wir" reden:

    Quote

    ...und die Sehnsucht, schreibend eben all diese Zugehörigkeiten zu überschreiten, die Codes und Kreise in Frage zu stellen und zu öffnen, die Perspektiven zu vervielfältigen und immer wieder ein universales Wir zu verteidigen.

    "Du gehörst nicht zu "allen", zum "wir alle", du gehörst zu uns - für immer - ob es dir passt oder nicht. Und du bist dadurch etwas besseres als die anderen! (als etwas schlechteres lässt es sich ja schlecht den Kindern erklären) Und du bist jetzt ein richtiger Mann, stehst jetzt über den Frauen...

    Quote from Adam Soboczynski

    ...werden althergebrachte Vorstellungen von Homogenität, Natürlichkeit, Ursprünglichkeit und Reinheit dekonstruiert, und mitunter fühlt man sich beim Lesen in die schöne alte Zeit von Proseminaren der achtziger und neunziger Jahre versetzt: Der Körper, heißt es, unterliege einer kulturellen Interpretation und sei nicht einfach natürlich.

    Wenn ich so etwas lese wird mir schlecht. Vor allem wenn behauptet wird der Körper eines Kindes sei nicht natürlich.
    Und "Interpretation" ist eine dämliche Worthülse. Damit ist nämlich nicht so etwas gemeint wie die Interpretation eines Gemäldes. Dass man staunend davor sitzt und sich fragt, was wohl vom Papa, von der Mama, vom Opa ist. Vielmehr eine künstliche, ungefragte körperliche Deziminerung.
    Was die sexuelle Präferenz angeht erwartet Emcke bestimmt von den Eltern, dass sie ihr Kind so akzeptieren wie es ist. Warum kann man dann das nicht auch bei den Sexualorganen erwarten?

    Quote

    ...als gehörten unsere Liebe und unsere Körper nicht uns, sondern denen, die sie ablehnen oder pathologisieren.


    Eben - und die Körper der Kinder gehören den Kindern, und nicht denen, die Teile davon ablehnen oder pathologisieren.

    Quote

    Nicht viel: etwas Haltung, etwas lachenden Mut und nicht zuletzt die Bereitschaft, die Blickrichtung zu ändern, damit es häufiger geschieht, daß wir alle sagen: wow. So sieht es also aus dieser Perspektive aus.

    Hört sich gut an!

    Wenn man dazu bereit ist kommt man vielleicht auch darauf, dass man Kindern gar nicht wehtun muss.
    Dass ein Junge oder ein Mädchen mit vollständigen Genitalien eigentlich völlig OK ist.
    Dass der Himmel gar nicht einstürzt, wenn man Kinder ganz lässt.
    Dass man auch mit Vorhaut oder Klitorisspitze eine ganz tolle "Identität" haben kann.
    Dass Kinder auch Rechte haben. Dass ihre Genitalien nicht für die Bedürfnisse Erwachsener da sind.
    Etwas mehr "lachenden Mut", etwas weniger verdrängen, dann lachen auch die Kinder und müssen nicht vor Schmerzen brüllen.

    PS: Hat sich die so selektiv betroffene Carolin Emcke eigentlich mal zur Thematik FGM geäußert? Weiß da jemand was? Würde mich mal interessieren. Ich habe gesucht, aber nichts gefunden.

    There is no skin like foreskin

  • Quote from Carolin Emcke

    Wird das zu Konflikten zwischen verschiedenen Praktiken und Überzeugungen kommen? Ja, gewiss. Wird es manchmal schwer sein, die jeweiligen religiösen Bezüge und die säkulare Grundordnung in eine gerechte Balance zu bringen? Absolut.

    Puh!

    Die Balance war ja gar nicht schwierig. Die religiösen Bezüge ganz nach oben, die "säkulare" Grundordnung ganz nach unten - schon ist die Waage im "Gleichgewicht".
    Und das ging extrem schnell.

    0% Recht auf körperliche Unversehrtheit (von Jungen)
    0% Recht auf Religions-freiheit (des Jungen)
    100% von Vorhaut und Frenulum dürfen amputiert werden
    100% Elterliches Recht auf Veranlassung einer nicht-indizierten Amputation (hat nichts mit Religionsfreiheit zu tun, ist unabhängig von der Religion der Eltern)

    Und für Jungen unter sechs Monaten:
    0% Anspruch auf Durchführung einer Operation durch einen Arzt.
    0% Anspruch auf eine tatsächlich angemessene Betäubung (es gibt auch keine)
    Dazu noch ein Eingriff in die grundgesetzlich freie Berufswahl

    Aber!

    100% Recht auf Schutz ihrer Genitalien für Mädchen und Frauen, mit hohen Strafen bewehrt.
    100% Arzt muss sein, wer an Mädchen operiert

    0% Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen

    "Eine gerechte Balance", das sagt ausgerechnet Carolin Emcke! Der zum Thema MGM anscheinend nichts anderes einfällt als sinngemäß: "Diese damischen Antisemiten!"
    Was für ein Geschwafel!
    Man sollte ihr den Orden der Scheinheiligkeit überreichen.
    So ein Geschleime...

    There is no skin like foreskin

  • Das sollte die gute Frau Emcke aber auch lesen, zur Kenntnis nehmen...

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Das sollte die gute Frau Emcke aber auch lesen, zur Kenntnis nehmen...

    Das ist mir noch viel zu wenig: sie sollte darüber nachdenken, umdenken, das Brett vom Kopfe reißen und sich bei den von ihr Diffamierten entschuldigen.

    Übrigens, nachts habe ich noch wildere Träume... ^^ (Keinen Bange, nicht bezüglich Frau Emcke :P )

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  • Wer das liest und nicht anfängt nachzudenken...eh alles zu spät?

    Wer dann sagt "ich hatte keine Ahnung, war verblendet weil so verbreitet,usw...", wäre für mich alles in Butter...

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Na denn waren Ernst Moritz Arndt und Fichte eben auch Nazis.
    Ich verwende das Wort doch im Sinne eines Zitates. D.h. nicht ich verwende diesen Begriff, sondern andere meinen es im Sinne von "Nazi" auf alles was sich irgendwie wie "Nationalgefühl" oder "(deutsche) Identität anfühlt kleben zu müssen.

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  • Um noch mal auf die gaaaanz wichtige Frau Emcke zurückzukommen:

    Quote

    Die Autorin berichtet darüber, dass sie "als Homosexuelle und als Publizistin" zu zwei derzeit "besonders verhassten gesellschaftlichen Gruppierungen" gehöre.


    Sind Publizisten derzeit besonders verhasst? War das mit den Bücherverbrennungen nicht vor 83 Jahren?
    Ich kenne nun zufällig mehrere prominente Autoren schon länger persönlich - noch nie haben die sich beschwert sie wären verhasst. Dass Publizisten eine besonders verhasste Berufsgruppe wären - sollte sie vielleicht mal Polizisten oder Zöllner oder Mitarbeiter von Finanzämtern oder Inkassogesellschaften fragen. :D
    Meine Güte, was für eine Larmoyanz!

    Homosexuelle? Ja, ist leider so, dass Homosexualität z.T. immer noch auf Ressentiments trifft. Dagegen soll man angehen, richtig. Da ist Frau Emcke selbst betroffen. Da ist sie solidarisch, da hat sie Empathie.
    Völlig klar.
    Männlich ist sie nicht. Kind ist sie auch nicht mehr. Von Genitalverstümmelung bedroht ist sie daher nicht.
    Wer gibt ihr das Recht, gegen Menschen die sich für den Schutz von Jungen einsetzen und die z.T. selbst betroffen sind die Sau rauszulassen?

    There is no skin like foreskin

  • "Wer sich nicht mehr vorstellen kann, wie einzigartig … jeder einzelne schwarze Mensch ist, wer sich nicht vorstellen kann, wie ähnlich sie in ihrer grundsätzlichen Suche nach Glück und Würde sind,erkennt auch nicht ihre Verletzbarkeit als menschliche Wesen, sondern sieht nur das, was schon als Bild vorgefertigt ist"

    Man ersetze mal einfach probehalber "schwarzer Mensch" durch "kleine Junge".

    "Was schon als Bild vorgefertigt ist" - die trockengelegte, übererregte und schließlich desensibiliserte Eichel.

    Aber mit kleinen Jungen hat es Emcke nicht so.

    There is no skin like foreskin

  • Quote from Carolin Emcke

    [Vorher ein "hohes Lied" auf das Kopftuch..]
    Etwas anderes ist es aber, wenn Menschenrechtsverletzungen als vermeintlich religiös gebotene Praxis verklärt werden sollen. Bei solcher Art Konflikten muss der Rechtsstaat die Rechte der Einzelnen gegen die Ansprüche eines religiösen Kollektivs oder auch gegenüber der Familie der Betroffenen durchsetzen...
    ...ist ein solches Eingreifen des Staates - im Namen des Grundgesetzes nicht nur gestattet, sondern auch erforderlich. Ein kulturelles Gewohnheitsrecht kann und darf nicht die Menschenrechte aushebeln.

    Wow! Hört sich doch richtig gut an, oder? ;)

    Aus: "Gegen den Hass", S. 125

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