Der größte Fehler meines Lebens... und wie gehe ich damit um?

  • "Verstümmeln" würde ich weglassen und die letzte Passage würde ich anders formulieren.

    Ich würde ihn nicht fragen ob er leidet. Das klingt so, als wenn du das denkst, das er leidet.
    Frag ihn einfach wie er über die Sache denkt. Wie er sich fühlt.

  • "Bitte lach jetzt nicht über mich, denn dieser Gedanke belastet mich schon seit über 10 Jahren und es bedeutet mir sehr viel, darüber zu reden.

    Als Du 6 Monate alt warst, habe ich dem Drängen Deines Vaters nachgegeben und Deiner Beschneidung zugestimmt. Mir war damals nicht bewusst, welch eventuellen Auswirkungen dies für Dich in der Zukunft haben könnte. Mich quält bis heute der Gedanke, Dir dein Selbstbestimmungsrecht in Sachen Sexualität genommen zu haben, sprich ich hab Dich verstümmeln lassen.

    Das, was ich Dir angetan habe, ist nicht mehr rückgängig zu machen. Ich hätte dem Drängen Deines Vaters Paroli bieten, mich mehr informieren müssen, aber ich war jung und naiv.

    Wenn ich Dich jetzt frage, leidest Du unter der Beschneidung? Und bitte sei ehrlich und beschönige nichts. Solltest Du Probleme haben, dann weiß ich wo es Hilfe gibt, wenn "alles" normal funktioniert, dann haben wir verdammt Glück gehabt."

    Ich würde das so sagen


    Zitat

    Bitte lach jetzt nicht über mich, denn dieser Gedanke belastet mich schon seit über 10 Jahren und es bedeutet mir sehr viel, darüber zu reden.
    Als Du 6 Monate alt warst, habe ich dem Drängen Deines Vaters nachgegeben und Deiner Beschneidung zugestimmt. Mir war damals nicht bewusst, welch eventuellen Auswirkungen dies für Dich in der Zukunft haben könnte. Mich quält bis heute der Gedanke, Dir dein Selbstbestimmungsrecht in Sachen Sexualität genommen zu haben, ich habe das Gefühl das ich zugestimmt habe, Dich zu verstümmeln ich mache mir die größten Vorwürfe.


    Das, was ich Dir angetan habe, ist nicht mehr rückgängig zu machen. Ich hätte dem Drängen Deines Vaters Paroli bieten, mich mehr informieren müssen, aber ich war jung und naiv.


    Wenn ich Dich jetzt frage, leidest Du unter der Beschneidung? oder Fühlst Du Dich gut damit? Und bitte sei ehrlich und beschönige nichts. Solltest Du Probleme haben, dann weiß ich wo es Hilfe gibt, wenn "alles" normal funktioniert, dann haben wir verdammt Glück gehabt."

    Ich denke aber das innerhalb des Gesprächs die Worte fließen werden und nur der Ansatz wichtig ist. Nicht zuviel Sorgen machen, das wird schon werden.

    "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


    George Santayana (1863-1952)

  • Bei einem unangenehmen vorsichtigen Gespräch mit einem Jugendlichen würde ich das Wort "verstümmeln" mit Sicherheit nicht abbringen.

    Bela2012, ich weis nicht was es dir gibt, zu jemand zu sagen nur weil er beschnitten ist, das er verstümmelt ist.
    Das ist wie wenn ich zu jemand mit einem leichten Gehfehler sagen würde, er ist ein Krüppel.

    Ändern kann das jetzt keiner mehr. Da muss man nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen.

  • Bei einem unangenehmen vorsichtigen Gespräch mit einem Jugendlichen würde ich das Wort "verstümmeln" mit Sicherheit nicht abbringen.

    Bela2012, ich weis nicht was es dir gibt, zu jemand zu sagen nur weil er beschnitten ist, das er verstümmelt ist.
    Das ist wie wenn ich zu jemand mit einem leichten Gehfehler sagen würde, er ist ein Krüppel.

    Ändern kann das jetzt keiner mehr. Da muss man nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen.

    Hab ich doch gar nicht


    Zitat von Bela

    ich habe das Gefühl das ich zugestimmt habe, Dich zu verstümmeln, ich mache mir die größten Vorwürfe.

    Das bedeutet , das es mein Empfinden ist, ich hätte es zugelassen das man mein Kind verstümmelt nicht das er tatsächlich verstümmelt ist. und dann frage ich mein Kind ob es sich so fühlt oder ob die Beschneidung für ihn in Ordnung ist.

    Ändern kann das jetzt keiner mehr. Da muss man nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen.

    Solche Gespräche sind wichtig und zwar für beide Seiten. Ändern kann man eine Menge, man kann dem jungen Mann vermitteln das man einen Fehler einsieht, man kann als Eltern vermitteln das man Hilfestellung geben kann und man kann tatsächlich etwas tun, falls er sich unwohl fühlt oder unglücklich ist. Man kann ihn hierher verweisen, Man kann restoring ansprechen und und und

    Da wird kein Öl ins Feuer gegossen, sondern Umsorgt.

    "Those who cannot remember the past are condemned to repeat it"

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


    George Santayana (1863-1952)

  • Ich habe mir was zusammengeschrieben, was ich meinem Sohn in den nächsten Tagen sagen will. Findet ihr das gut


    Wie schon erwähnt, finde ich es klasse, dass Du hier von selbst aktiv wirst.

    Ob Du so ein Gespräch nach "Drehbuch" führen kannst, weiß ich nicht. Im Grund gibt es ja mindestens zwei Grundkonstellationen. Die eine wäre, dass Dein Sohn die Beschneidung bisher noch gar nicht negativ wahrgenommen hat und Du sogar im Zweifel schlafende Hunde weckst. Sollte dies der Fall sein würde ich ihm vorallem nur die Info geben, dass Du für ihn als Gesprächspartner da bist, wenn die Beschneidung für ihn irgendwann doch zum Problem wird.

    Sollte er seine Beschneidung bereits negativ wahrgenommen haben, kannst Du diesen unterschwelligen Konflikt mit ihm offen besprechen. Die Gradwanderung wird hier die Schuldfrage sein.

    Und hier sind wir auch bei dem Punkt, den ich besonders heikel finde. Nach dem Gespräch wird Deinem Sohn vermutlich mehr oder weniger bewusst werden, dass er auf Betreiben seines Vaters beschnitten wurde und diesen unter Umständen auch gezielt für die Folgen verantwortlich machen. Egal wie Du zum Vater Deines Sohnes stehst, würde ich aber auch versuchen Deinem Sohn zu erklären, dass der Vater nicht in böser Absicht gehandelt hatte bzw. es einfach auch nicht besser wusste. Dein Sohn ist noch relativ jung und wenn bei ihm Zweifel daran aufkommen, dass ihn sein Vater jemals geliebt hat, könnte dies auch noch heute seinem Selbstbewusstsein schaden zufügen.

    BTW, das Wort "verstümmeln" würde ich auch nicht verwenden. In Diskussionen mit stoischen Beschneidungsbefürwortern mag dieses Wort vielleicht noch angebracht sein, aber einem Menschen bzw. hier Deinem Sohn mitzuteilen, dass er aus Deiner Sicht "verstümmelt" ist, wird ihn mehr verletzen als helfen.

    Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)

  • Nein, mein Sohn wurde hier in Deutschland 1997 beschnitten. Ich weiß nicht mehr, wie der Arzt hieß, war ein Kinderchirurg und ich hab schon versucht ihn zu googeln, aber ich finde ihn nicht mehr. Würde ihn gerne fragen, welche Art von Beschneidung bei meinem Sohn durchgeführt wurde. Das ist halt schon fast 20 Jahre her, da erinnert man sich leider nicht mehr. Was glaubt ihr, welche Art von Beschneidung 1997 hier in D durchgeführt wurde?

    Vielen lieben Dank für Eure Tipps bzgl. des baldigen Gesprächs mit meinem Sohn. Hat mir sehr weiter geholfen.

    Kann mir jemand evtl. meine obige Frage beantworten?

  • Gespräch nach Drehbuch geht da glaub echt nicht gut. Ist zwar klar das dir da viel auf dem Herzen, im Argen liegt, aber es geht da mehr um deinen Sohn, ob er überhaupt ein Problem in seiner Beschneidung sieht. Ich würde vielleicht nur einfach anfangen "Du, dass wir dich damals beschneiden ließen tut mir leid, war unnötig" und schauen was sich entwickelt. Das Wort verstümmeln würde ich auf jeden Fall auch weglassen. Egal wie du es verpackst, es kommt nicht gut rüber...

    Kann mir jemand evtl. meine obige Frage beantworten?

    Ich glaube nicht. Was damals gemacht wurde, da müsstest du den Arzt fragen oder deinen Sohn direkt. Es ist glaub egal was gemacht wurde, wie invasiv. Einzig allein entscheidend ist wie dein Sohn damit klarkommt, er es empfindet.

    Die Gradwanderung wird hier die Schuldfrage sein.

    Die Schuldfrage ist glaub nie wichtig, oder bringt sie uns weiter?

    Wer ist Schuld in diesem Fall hier? Steffi? Der Vater ihres Sohnes? Die Ärzte, die entgegen ihrem Eid, ihr Können nur zum Heilen und nie um zu zerstören einzusetzen, diesen Eingriff vornahmen? Oder der gute alte Dr. John Harvey Kellogg, der sexfeindliche und prominenteste Mitbegründer des amerikanischen Beschneidungskultes, der sich seine sexuelle Befriedigung anscheinend damit holte, sich einen Einlauf verpassen zu lassen?
    Oder sind Menschen Schuld, die es als ihre religiöse Pflicht ansehen ihre Kinder zu beschneiden? Oder sind am Ende sogar Beschnittene selber Schuld, die unendlich unter ihrer Beschneidung leiden, aber aus Scham, Verletztheit, und Angst vor Unverständnis schweigen?

    Die Suche nach der Schuld, schafft sie nicht nur neue Probleme, brauchen wir einen Sündenbock?

    Es passieren Fehler. Und die Annahme, dass die Vorhaut keine Funktion hat, ist ein Fehler. Fehler sind nicht schlimm, wenn man aus ihnen lernt.

    Eigentlich geht es doch immer und überall ums gleiche. Ums reden, zuhören, verstehen. Und dann schauen, was können wir wie besser machen...alles wäre so einfach...

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • BTW, das Wort "verstümmeln" würde ich auch nicht verwenden.


    Das würde ich auch nicht tun.
    Wichtig ist ihm zu vermitteln, dass die damaligen beste Absicht sich heute nicht als die Beste herausstellt.
    Dass Du dich um ihn sorgst dürfte ihm gut tun.
    Bedenke, dass 80% der beschnittenen Männer subjektiv damit kein Problem haben. Das würde ich auch ganz direkt betonen.
    Genau diese Hoffnung kannst du ja formulieren.
    Wenn das für ihn zutrifft, dann dürfte dieses Gespräch euch beiden gut tun.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Ich habe es getan!!! Ich hatte heute den Mut, meinen Sohn darauf anzusprechen, wie er mit seiner Beschneidung, die ich ihn vor 19 Jahren angetan habe, zurecht kommt.

    Heute früh gegen 9 Uhr, nahm ich all meinen Mut zusammen, klopfte an seine Zimmertür, er bat mich herein und ich setzte mich auf sein Bett.

    Hab ihm gesagt, dass mich „etwas“ schon seit langer langer Zeit belastet und er meine Gefühle darüber ernst nehmen und mir ganz ehrlich antworten soll.

    Er meinte, was immer ich auf dem Herzen habe, kann ich jederzeit mit ihm besprechen und er würde auch ehrlich antworten. Bei dieser Antwort kullerten mir die ersten Tränen übers Gesicht.

    Ich habe ihn auf seine Beschneidung angesprochen, ob diese in sexueller Hinsicht für ihn ein Problem darstellt und hab weder seinen Vater noch mich erstmals in die Diskussion mit eingebracht.

    Und dann die befreiende Antwort: „Mama, ich hab überhaupt kein Problem mit der Beschneidung, dachte die wird vollzogen wegen der Hygiene und mein „Partner da unten“ funktioniert so wie er soll. Ich kann mit einer Frau schlafen und habe nach ca. 20 Minuten, mal länger, mal kürzer, einen Orgasmus. Es ist alles im grünen Bereich, beruhig Dich mal wieder.

    Wir haben uns dann noch ein wenig weiter unterhalten und er wusste nicht, dass beschnittene Männer auch Probleme durch die Beschneidung haben können.

    Mein Sohn hat sich mit diesem Thema nie beschäftigt, da er glücklicherweise keine Probleme damit hat.

    All der Druck fällt von mir, die ganzen Jahre, mit denen ich mich mit Selbstvorwürfen gegeißelt habe, gehören ab heute der Vergangenheit an.

    Mein Sohn hat einfach Glück gehabt und ich werde mich in Zukunft nicht nur hier im Forum sondern auch anderweitig stark machen, dieser schrecklichen Verstümmelung Paroli zu bieten.

    Habe irgendwo gelesen, dass die Beschneidung in England im Mittelalter nur einen Zweck erfüllte: Die christliche Kirche verdammte die Selbstbefriedung. Durch die Beschneidung sollte es für die Kinder des Glaubens schwieriger bis unmöglich sein, SB durchzuführen, da dies unmoralisch und sittenwidrig sei.

    Die Religion spielt hier eine große Rolle. Jetzt will ich aber nicht mehr wirklich darauf eingehen, denn heute ist für mich ein Supertag....

    Liebe Grüße
    Steffi

  • Habe irgendwo gelesen, dass die Beschneidung in England im Mittelalter


    Im Mittelalter war man noch nicht so verklemmt.
    Erst die Viktorianische Zeit hat das erfunden (19. Jhd.) und da England über den mittleren Osten herrschte, so meint man heute, dass auch dieser Einfluss die ansonst bis dahin sexuell liberale muslimische Welt geprägt haben soll. So kommt man von ihrer kulturellen Blütezeit zur heutigen weit verbreiteten Prüderie und Verklemmtheit.
    Vielleicht lehne ich mich damit auch zu weit aus dem Fenster.

    So wie das heute mich deinem Sohn lief, so hatte ich mir das in etwa gedacht. Die Kuh ist von Eis. Gut gemacht.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Der "Onanie-Diskurs" fand erst um 1770 statt. Zu dieser Zeit war die Medizin zwar heiß darauf der bösen Selbstbefriedigung den Garaus zu machen - da wurden ein paar sehr interessante Geräte erfunden um Jungs am Spielen zu hindern. Aber ich wüsste nicht, daß die "Mediziner" damals schon auf die VA gekommen wären. Dafür wurde die SB als Ursache aller möglicher Krankheiten (Epilepsie, Blindheit, etc.) verkauft. Einige evangelische Kirchen (z.B. die anglikanische Kirche aber auch die haben damals ihre besondere Strenge und Prüderie entwickelt - daher kamen dann die Quäker und der Herr Kellog).
    Die Katholische Kirche hat bei dieser Gelegenheit auch gleich ihre Interpretation des 6. Gebots erweitert - und hat sich davon bis heute nicht erholt.
    War ja alles medizinisch unterfüttert...

    Gruß
    Hickhack

  • Nun, die meisten betroffenen Männer reagieren so. In der Regel haben sie sich noch nie mit dieser Frage auseinandergesetzt. Sie wissen nichts über die Anatomie der Vorhaut und ihre Bedeutung und Funktion. Solange alles "funktioniert" besteht kein Bedarf dazu. Sie kennen keinen Vergleich. Natürlich wird unbewusst auch alles abgewehrt, was das eigenen Genital, die eigene sexuelle Erlebnisfähigkeit in Frage stellen könnte. Das ist normal, man möchte sein "Mannsein" positiv besetzen. Man möchte die Eltern positiv besetzen, die dafür verantwortlich sind. Ich kenne das, lebte auch fast 40 Jahre in dem Zustand.
    Es müssen schon massive Zweifel aufkommen, um sich diesem ganzen Berg an Loyalitätskonflikten mit sich selbst und anderen auszusetzen. Um denen Aufmerksamkeit zu geben, die Problematisches schildern, und nicht denen, die propagieren, Vorhäute seien eh nutzlos und alles sei bestens. Warum sich das antun?
    Das ist übrigens bei allen Formen von Kontrollverlusten im Kindesalter so, besonders Sexualität betreffend.
    Dein Sohn ist noch jung. Wichtig ist, dass er die Information durch Dich hat. Wenn er will, kann er dem nachgehen, sich mit seinem Zustand beschäftigen. Besonders falls er mal Söhne haben sollte, wird er erfahren haben, dass Vorhautamputationen negative lebenslange Konsequenzen nach sich ziehen können. DAS ist besonders wichtig! Die eigene Ahnungslosigkeit führt nicht selten zur Weitergabe.

  • Genau, ein weiterer Grund ist, dass subjektiv (also nach eigenem Bekunden) 80% der Beschittenen mit Ihrem Zustand und Ihrer Sexualität zufrieden sind.
    ich finde, dass man einem beschnittenen nichts einreden braucht, wenn es ihm gut geht.
    Das käme dem gleich, jemandem ein Problem einzureden, das er nicht (bewusst) hat.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Hi Steffi,

    jemandem einreden das man ein Problem hat, oder zu haben hat bringt keinem was, sondern nur Konflikte...wenn einer sagt, ich bin zufrieden so wie es ist, alles bestens...

    aber du hast ja selbst schon mit 2 beschnittenen Männern, die aus deiner Sicht ihre Probleme mit ihrer Beschneidung hatten?

    Hättest du die darauf angesprochen, Probleme durch Beschneidung, was glaubst du hätten die geantwortet?

    Der Vater deines Sohnes bestand auf die Beschneidung? Was glaubst du, hätte er gesagt, wenn du nicht zugestimmt hättest?

    Für manche Männer ist das eine Ablehnung ihres Mannseins, fühlen sich dadurch verletzt und zurückgesetzt...

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Im Mittelalter war man noch nicht so verklemmt.
    Erst die Viktorianische Zeit hat das erfunden (19. Jhd.) und da England über den mittleren Osten herrschte, so meint man heute, dass auch dieser Einfluss die ansonst bis dahin sexuell liberale muslimische Welt geprägt haben soll. So kommt man von ihrer kulturellen Blütezeit zur heutigen weit verbreiteten Prüderie und Verklemmtheit.
    Vielleicht lehne ich mich damit auch zu weit aus dem Fenster.

    So wie das heute mich deinem Sohn lief, so hatte ich mir das in etwa gedacht. Die Kuh ist von Eis. Gut gemacht.

    Hättest du mal eine Quelle zur sexuell liberalen muslimischen Welt? Wenn es dafür Belege gibt, hab ich einen Knacks im Weltbild. Hoffe es ist nicht zu OT.

  • Habe irgendwo gelesen, dass die Beschneidung in England im Mittelalter nur einen Zweck erfüllte: Die christliche Kirche verdammte die Selbstbefriedung. Durch die Beschneidung sollte es für die Kinder des Glaubens schwieriger bis unmöglich sein, SB durchzuführen, da dies unmoralisch und sittenwidrig sei.

    Das die Beschneidung im England des Mittelalters gängig war ist mir nicht bekannt.
    Das aber schon:

    da wurden ein paar sehr interessante Geräte erfunden um Jungs am Spielen zu hindern

    Da gab es sogar Sachen, da war die Vorhaut notwendig. Die Vorhaut wurde quasi "gelocht" um ein Vorhängeschloss einzuhängen...

    Beschneidung verhindert Masturbation nicht, sie wird behindert, weniger lustvoll.

    Dr. Kelloggs schrieb doch

    "Ein Mittel gegen Masturbation, welches bei kleinen Jungen fast immer erfolgreich ist, ist die Beschneidung. Die Operation sollte von einem Arzt ohne Betäubung durchgeführt werden, weil der kurze Schmerz einen heilsamen Effekt hat, besonders, wenn er mit Gedanken an Strafe in Verbindung gebracht wird. Bei Mädchen, so hat der Autor herausgefunden, ist die Behandlung der Klitoris mit unverdünnter Karbolsäure hervorragend geeignet, die unnatürliche Erregung zu mindern"

    Kleine Jungen masturbieren doch nicht? Aber was eine Beschneidung verhindert, kleine Jungs spielen, ziehen, zerren doch bei jeder Gelegenheit wenn sie nackt sind da unten rum, aber an ihrer Vorhaut (meine Beobachtung an meinen Jungs, wichtig ist es sie machen zu lassen, so haben die zum Teil ihre physiologische Phimose behandelt). Machen das Beschnittene Jungs auch? Ich glaube nicht...

    Der Berliner Psychologe W. Albrecht schreibt doch auf seiner Website, dass Beschneidung die psychosexuelle Entwicklung und die Autonomieentwicklung hemmt? Die psychosexuelle Entwicklung fängt doch nicht erst mit der Pubertät an, sie fängt schon im Mutterleib an, schon dort fangen Ungeborene an, ihren Körper zu entdecken, sie ist ein stetiger Prozess. Aber man kann sie massiv stören....

    Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden. Dinge wurden erschaffen, um benutzt zu werden. Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet ist, weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden. -Dalai Lama

  • Hättest du die darauf angesprochen, Probleme durch Beschneidung, was glaubst du hätten die geantwortet?

    Habe beide Partner damals darauf angesprochen und beiden war sehr wohl bewusst, dass sie auf Grund ihrer Beschneidung beim "normalen" GV nicht kommen konnten. Da musste mann dann mit "härteren Geschützen" ans Werk. Ging dann oftmals in Richtung Fetisch/SM, Kopfkino... mit sehr viel Konzentration in Kombination mit bestimmten "Hilfsmitteln" war auch dann ein Orgasmus beim GV meines Partners möglich. Eine echte Herausforderung für eine Frau, die sich evtl. auf außergewöhnliche Pfade begeben muss/will, nicht jede Frau kann oder will das. Da muss man schon sehr offen für "andere" Sexualpraktiken sein. Was natürlich die Ausnahme darstellt.

    Aber diese "außergewöhnlichen Pfade" haben damals auch mein Sexualleben bereichert.

    Liebe Grüße
    Steffi

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