Aus Sicht der Frauen: beschnitten vs. intakt

  • Ich glaube, es gibt auch eine Menge un-beschnittener Männer, die Angst haben, irgendwas könnte mit ihrem Penis nicht "richtig" sein, man(n) könnte ausgelacht werden, könne die Frau nicht "zufrieden stellen" usw. Wenn Du beschnitten bist, denkst Du natürlich, DAS wäre der Grund. Kommt aber vielleicht ganz woanders her. Es gibt sicher Frauen, denen das wichtig ist, es gibt aber " genügend" andere, denen ganz andere Sachen VIEL wichtiger sind. Die Farbe des Kondoms z.B. :)

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • Zitat

    "Irgendwie kam natürlich schon mal ein kurzes Gespräch zustande. Aber so deutlich, wie ich es oben beschrieben habe, nein, das habe ich noch mit keiner Frau besprochen."


    Ey, Mann, Frauen beissen nicht! Man kann mit denen REDEN. Manche von denen tun es sogar GERNE :)

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  • Danke Werner, weiß ich :-). Mit meiner jetzigen Freundin war das halt nie so ein großes Thema. Aus ihrer Sicht ist das halt so, wir haben am Anfang auch mal darüber geredet, warum und wieso, obs einen Unterschied macht oder nicht usw,....was ich halt noch nie so richtig, jedenfalls nicht so deutlich wie oben, ausgesprochen hatte, war, was ich mir für einen Kopf vorher darüber gemacht hatte. Aber da ihre Reaktion ja ohnehin völlig unaufgeregt war, besteht ja auch kein Grund mehr, das jetzt unbedingt anzusprechen, es sei denn man kommt irgendwann wieder zufällig auf das Thema :)

  • @ picard 72

    Hm, vielleicht habe Dich nicht ganz richtig verstanden :(

    Ich dachte, Dir geht dauernd was im Kopf herum und und bedrückt Dich und Deine Freundin ahnt nichts davon. Das könnte ich gar nicht aushalten. Wenn das Thema nicht "dran" ist, muss man es ja nicht künstlich "herbeireden".

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  • Schon ok :) . Ich wollte einfach hier mal aussprechen, wie es war/ ist, wenn sich was anbahnt (e). Weil hier nunmal darüber gesprochen wird. Ist aber jetzt nichts Akutes. Bin ja derzeit ( und hoffentlich dauerhaft ) :) in festen Händen.

  • Ich habe auch stets erlebt, dass Frauen der Tatsache, dass ich (noch) vorhautlos bin, wenig Beachtung schenkten. Das beruhigt auf der einen Seite, aber irgendwie wünscht man sich doch auch als Mann gerade am Penis Beachtung durch Frauen...und dann müsste doch so etwas schon wichtig sein (ich meine jetzt nicht bewertend ).

    Mir wäre es sicher nicht gleichgültig, wäre ich mit einer Frau zusammen, deren Genital stark operativ verändert wäre.

  • Hmm, interessanter Aspekt, den Du da ansprichst, Pizarro... und wenn ich so darüber nachdenke, kann ich dem zustimmen...ja irgendwie würde man sich eine " stärkere" Reaktion wünschen, Neugier, Interesse, was auch immer, schon allein aus dem Grund, weil man sich selbst so stark damit beschäftigt.... die eher gleichgültigen Reaktionen sind dann doch irgendwie auf eine gewisse Weise enttäuschend...ist schon merkwürdig, welche psychologischen Facetten sich da auftun...

  • Wenn das nicht zu intim ist: welche ART von "Beachtung" meint Ihr? (verbale, visuelle, manuelle, orale usw.).Und ich wiederhole noch mal meine Frage von oben: muss der "Mangel an Beachtung" zwingend mit dem Beschnittensein zusammenhängen, oder kann es nicht auch andere Gründe haben? Das Gefühl, dass dem eigenen Penis zu wenig "Beachtung" geschenkt wird, kenne ich nämlich auch aus vielen Gesprächen mit un-beschnittenen Männern.

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  • den Wunsch, für den eigenen Penis eine größere Beachtung durch Frauen zu empfinden, haben ganz sicher viele und natürlich auch Männer mit Vorhaut!

    Picard nennt ja als einen Grund, dass man sich selbst sein Leben mit dem Verlust der Vorhaut irgendwie zumindest unterschwellig immer beschäftigt und DANN durch seinen Sexualpartner irgendeine Art der Beachtung dafür wünscht - vielleicht ein Interesse, eine Anteilnahme. Sexuelle Beachtung sowieso!!! :)

    Ich weiss aber auch, dass es für Frauen von Betroffenen sehr schwer sein kann - wie soll frau sich verhalten? Ich will nicht in deren Haut stecken! Will der Mann Mitleid? Oder Aufmunterung? Oder lieber gar nicht darauf ansprechen? Es kann jeweils genau das Falsche sein und furchtbar verletzen. Der Impuls muss immer von uns Betroffenen kommen - und bestenfalls dann so erwidert werden, dass man sich angenommen fühlt in dem Gefühl, das man zu diesem Zustand hat.

  • Pizarro73

    "zumindest unterschwellig immer beschäftigt"

    Ich frage mich, warum das anhält, obwohl man vielleicht ( hoffentlich ) die Erfahrung gemacht hat, dass Frauen einen "trotzdem" mögen und Spass im Bett haben. Und sogar viele und sogar sehr unterschiedliche Frauen. Warum können sich trotz dieser guten Erfahrungen die " alten" Traumen nicht einfach " verabschieden"?
    Mich würden Eure Meinungen darüber zum einen persönlich interessieren, und zum anderen würde ich es für dieses "Betroffenenforum" deshalb wichtig finden, weil die Frage der " Langzeitwirkung" von Beschneidungen eine bedeutende Rolle bei der ganzen Diskussion spielt.

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  • lieber Werner, ich wundere mich über diese Frage!

    Warum das nicht aufhört? Weil ich doch nicht nur dadurch existiere, anderen zu gefallen und Spass zu bereiten! (sicher, wenn ich anderen nicht gefiele, wäre es noch schlimmer...und das geht vielen Betroffenen so, an denen Frauen sich ewig abarbeiten müssen, weil sie nur noch so wenig empfinden können)

    Zu allererst muss ich MIR gefallen. Und es hört eben nicht auf, dass man trauert, nie das komplette Gefühlsspektrum gefühlt zu haben, was die Natur einem Mann zugedacht hat. Dass man wütend ist, dass es einem genommen wurde - völlig unnötig! Bei mir aus reiner schulmedizinischer Überheblichkeit! Wie soll ich vergessen, wie an mir herumgezerrt wurde? Wie ich festgehalten wurde, wenn ich mich gegen Untersuchungen wehrte?

    Bitte nicht missverstehen: dies beherrscht nicht mein ganzes Leben, aber es ist ein Teil meines Lebens, hineingebrannt wie manche Religionsführer es ja auch explizit mit einer Vorhautamputation beabsichtigen, denn sie trifft immer das Herz - den Penis - des Mannseins.

    Natürlich will ich das alles einmal hinter mich lassen. Dabei hilft mit die Wiederherstellung an erster Stelle, denn sie läßt mich AKTIV sein und befreit mich so aus dem Gefühl der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins - und sie schliesst optische, aber besonders auch fühlbare Wunden - durch die sich in Teilen wieder einstellende Resensibilisierung - eine unfassbare Erfahrung für mich! kehrt ein Teil von mir wieder zu mir zurück, den ich bisher nicht kennenlernen durfte. Das zu erleben ist ein Hammer mit fast 40 Jahren und bringt Frieden in mein Herz.

    Kannst Du nachvollziehen, warum es nicht damit, dass Frauen in der Regel nichts an einem auszusetzen haben, getan ist?

    Ich muss mir selbst helfen. Und man kann sich untereinander stärken. Empathie stärkt.

  • verletzt mich gar nicht! Ich finde es sehr wichtig, dass wir Männer über all diese auch sehr persönlichen Dinge endlich sprechen. Du hast eine Frage gestellt - und ich hoffe, dass Du mit meiner Antwort etwas anfangen kannst. Es hat ja jeder stets seine persönliche Geschichte mit der "Beschneidung" und es ist alles sehr subjektiv.

    Und vermutlich ist es bei Dir auch ziemlich anders, da Du wohl sonst nicht so gefragt hättest?

  • Pizarro73
    Um damit anzufangen: ich wurde in meiner Kindheit wegen Phimose unter Vollnarkose teil-beschnitten. Und: ja, die erste Frau, mit der ich geschlafen habe, hat mir meine (heftigen) "Schwellenängste" genommen.

    Ich habe durch meine Frage versucht, mein ehrliches Interesse auszudrücken, und es zu vermeiden anzugreifen nach der Methode: "Jetzt vergiss doch endlich mal Deine Vergangenheit, Du Dödel; Du siehst doch, dass es den Frauen nichts ausmacht!"

    Die "Reaktionen der Frauen" waren ja vorher das Thema, und darauf habe ich mich bezogen, aber natürlich gebe ich Dir recht, dass das "nicht Alles" ist. Das hast Du durch Dein Posting ja unmissverständlich klar gemacht.

    Ich finde meine Frage in Deinem Posting wieder: Was bringt "Frieden in mein Herz"? Und ich stimme Dir zu, dass es enorm wichtig ist, dass sich die "Betroffenen" darüber austauschen. Wir haben in diesem Forum zum Beispiel (!) ja auch schon intensiv über das Mittel der Psychotherapie diskutiert - auch da mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen und Einstellungen.

    Die Frage nach dem "Frieden im Herzen" betrifft ja nicht nur die Beschneidung, sondern ist eine generelle "Lebensfrage", die auch andere Bereiche betrifft; und die wir uns - jetzt werde ich mal fürchterlich altklug - wahrscheinlich bis an unser Lebensende immer wieder stellen werden (müssen).

    Mir kommt gelegentlich der Gedanke, dass, wenn wir aufhören würden zu kämpfen, wir den "Tätern" (Religionsvertreter, Ärzte usw.) ja nachträglich quasi "recht geben" würden mit ihrem Versuch, uns für den Rest des Lebens zu "brandmarken". Aber ich weiss nicht, ob das stimmt.

    In diesem Sinne: Peace :)

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • :) Ich glaube, dass ich mich wohl missverständlich ausgesdrückt hatte - das DU war nicht abwertend gemeint, sondern um Dein Wohlwollen wissend sorry!

    Ich hatte nie an etwas anderes als PEACE gedacht - und nur meine Empfindungen darstellen wollen, wohl so drastisch (aber so fühle ich wirklich), dass ich Du Dich angegriffen fühltest, was mir Leid tut. Deine Frage habe ich so empfunden, wie Du sie erklärt hast. Und lass uns gerne weiter sprechen über alles, was einen bewegt in diesen Fragen.

  • Ich habe den oberen Artikel gelesen, und ich bin so ziemlich geschockt, nach Jahrelangen Problemen, weiß ich endlich woran es liegt aber wie geht man mit diesem Wissen ohne dabei seinen Mann zu verletzten????

  • Hallo Theresa,

    Herzlich Willkommen im Forum!

    Ich bin sicher, Du wirst hier jemanden finden, der Dir antwortet!

    "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

  • wie geht man mit diesem Wissen ohne dabei seinen Mann zu verletzten

    Worum geht es denn genau, Liebe Theresa?
    Da du anscheinend auch betroffen bist, wenn auch indirekt, so poste doch unter "Zeugnisse Betroffener".
    Das wäre ein Novum. Bisher sind es nur unmittelbar Betroffene, die dort geschrieben haben.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Willkommen Theresa in unserem Forum. Du bist mit Deinen Fragen nicht allein. Bei uns gibt es noch einige Mitglieder, die das Problem kennen. Von denen hörst Du bestimmt.

    Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
    Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)

  • Ich habe den oberen Artikel gelesen, und ich bin so ziemlich geschockt, nach Jahrelangen Problemen, weiß ich endlich woran es liegt aber wie geht man mit diesem Wissen ohne dabei seinen Mann zu verletzten????

    Hallo Theresa,
    willkommen im Forum!
    Welche Probleme meinst Du denn genau? Wie ging es Dir denn? Meine Frau und ich hatte ebenfalls jahrelang die oben beschriebenen Probleme und wussten ebenfalls lange nicht, was der Grund dafür war.
    Wenn Du Dich hier im Forum nicht äußern willst, kannst Du mir gern eine PM schicken.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

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