Theaterstück "Vorhaut"

  • das klingt ja fast so als würde sich hier so mancher darüber freuen, nach den Schilderungen des Radiointerviews "Recht" behalten zu haben... finde ich seltsam und unangemessen, aber das ist vielleicht nur meine Wahrnehmung.

    Also nach den Beschreibungen haben sich die Macher dieses Theaterstücks in dem Radiointerview ja ordentlich blamiert und die Redakteurin hat gute Arbeit geleistet, in dem sie genau überprüft hat, wie diese Leute ticken.

  • die Redakteurin hat gute Arbeit geleistet

    Das ist wohl wahr. Die hat zum einen nicht locker gelassen, und Kumpanei und Schmuserei kann man der mal nicht unterstellen. Professionelle Leistung.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Es bleibt uns wirklich nichts erspart.
    Ich hörte von den Protagonisten, neben dem Unsinn, vor Allem Überheblichkeit heraus.
    Und das ist ihrer Sache nicht dienlich, obschon sie das glauben.
    Mal sehen in welchen hintern die Kritik schlüpft.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Es hört sich fast so an, als wollte hier jemand jemandem etwas unterstellen. Finde ich seltsam und unangemessen, aber das ist vielleicht nur meine Wahrnehmung.

    Was soll das? Ich freue mich natürlich nicht, wenn sich eine Befürchtung von mir in Richtung Fakt entwickelt. Ich freue mich nicht, wenn Leute die Kritik an der Kindsverstümmelung ins Lächerliche ziehen, und das noch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

    Aber (zurück zum Thema)

    Zitat

    Dieses Stück bietet mit Sicherheit auch noch ganz andere Lacher als das kleinste Stück des Mannes...

    Was lernen wir?

    1. Die Vorhaut (also rund 50% seiner erogenen Oberfläche) ist "das kleinste Stück des Mannes".
    2. Die Vorhaut ist lächerlich, eine Lachnummer.

    Da haben wir es! Der Abspann von Cato!

    Zitat

    Ein gerupfter Spatz verspottet das Gefieder seiner Artgenossen.

    Wenn es mir nicht vergönnt ist, dann ist es lächerlich. Bei Kindern gibt es ganz ähnliche Effekte. Evi möchte furchtbar gerne die Puppe, die Susi hat. Evi bekommt diese Puppe aber nicht. Schwups, schon ist Susis Puppe "total doof!!!"

    Aber immerhin, es scheint wohl noch etwas Lächerlicheres als die Vorhaut des Mannes zu geben.
    Vielleicht "das kleinste Stück der Frau"? Was das wohl ist?

    There is no skin like foreskin

  • Zitat

    ..das ist eine Scheindebatte, die wird aufrecht erhalten, damit wir ...nicht über andere, wichtige Sachen nachdenken

    Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Das sind also die wahren Motive der "Beschneidungsgegner"! Das hat gar nicht mit Kindern zu tun. Sondern mit anderen, wichtigeren Sachen, über die die Leute nicht nachdenken sollen.
    Hm.
    Welche anderen wichtigen Sachen könnten das sein? Unser nächster Auslandsfeldzug? Oder der Ukraine-Schwindel? Oder der NSA-Skandal?
    Und wer steckt hinter den "Beschneidungsgegnern"? Die Regierung? Die CIA?
    Sind da nicht schon die ÖR effektiv genug? Wird das wirklich alles durch die "Beschneidungdebatte" verdrängt?

    Ich gehe mal davon aus, dass das Stück auf ähnlichem Niveau ist wie seine Macher...

    There is no skin like foreskin

  • Zitat

    Da kommen andere und sagen: was ist mit Ohrlöchern, was ist mit Impfungen mit seelischer Folter...
    also man streitet sich da über Dinge, die relativ wenig von Belang sind..

    Und was lernen wir noch?

    MGM ist so was ähnliches wie seelische Folter.
    Und seelische Folter ist etwas, was relativ wenig von Belang ist. *Brech*

    Das ist dann wohl die "neue Norm" die da jemand in Deutschland installieren möchte.

    There is no skin like foreskin

  • Die beiden Herren kommen mit der (mit ihrer) Beschneidung offensichtlich überhaupt nicht zurecht. Erst ist es todtraurig, aber doch auch wieder urwitzig und am Ende soll man, sprich die beiden Herren, aber vielleicht auch das Publikum einfach darüber lachen. In der Überzeichnung (siehe die Blutspritzer im Trailer) merkt man ihre Machtlosigkeit vor dem Erlebten.
    Wunderbar wie sie hier ihre Hilflosigkeit zur Schau tragen, vor allem in ihren Galgenhumorigen und verharmlosenden Bemerkungen.
    Wie sagt Tante Jay? Das hat was von Münchhausen by Proxy.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Als Schmankerl noch:

    Zitat

    ...gemeinnützige GmbH, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die interkulturelle Projektförderung des Landes Berlin.

    Aber war ja klar...

    There is no skin like foreskin

  • Und der ur-provinzielle Christian, aus Hintertupfingen, der noch nie eine Straßenbahn gesehen hat, engstirnig, rechthaberisch, typisch deutsch eben, eine lächerliche Figur, wird "ein Bisschen Unterdrückt". Weil es sonst ja andersrum läuft, gell?
    Und die Frau ist die Unterdrückerin aller Männer... jaja...

    Und die beiden Herren ändern Ihren Sinn. Was Theater so alles vermag...
    Zu Beginn waren Sie Intaktivisten und am Ende... na wir wissen es jetzt.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Klamauk, kein künstlerischer Mehrwert, Blut und Exkremente auf der Bühne.
    Potpourri der Religionsklischees. Grobe Komödie.
    Unsubtil, nicht feingeistig, mit der groben Nadel gestrickt.
    Aber... Gut gelauntes sich hinwegsetzen über die Kulturellen Klischees. Gute Laune, die mitreißt.
    Utopie des Abends: Theater über Theater.

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Dass ein Junge "unmittelbar nach der Geburt" verstümmelt wird, ist ja wohl schon mal ziemlich untypisch für den türkischen Kulturkreis. Aber mit einem sechsjährigen Jungen als Opfer-Darsteller, das wäre wohl rechtlich etwas heikel geworden...

    Zitat

    I: Das klingt aber doch, als würde da so ein Splatter-Boulevard draus werden, wenn eben diese doch ja gar nicht so komödientauglichen Themen da durch diese Mühle gedreht werden.

    Auf diese dankenswert kritische Frage der Moderatorin geht Andre Murmot "nicht wirklich" ein:

    Zitat


    M:Es wird am Ende tatsächlich eine Splatter-Komödie, es gibt Blut und Exkremente, aber es ist durch und durch liebenswert gestaltet... aber es ist schon so, dass das Thema durchdiskutiert wird..

    .

    Inwiefern? DAS wäre jetzt mal interessant, inwiefern das Thema MGM da "durchdiskutiert" wird. Aber - kein Wort dazu. Ich bezweifle das auch, wie sagte der Regisseur:

    Zitat

    Ein Stück über Beschneidung zu machen, und dann die Debatte neu aufzurollen, das interessiert MICH nicht und keinen der Beteiligten am Ballhaus.

    Derb, eine Krankenschwester die immer besoffener wird, eine Mutter, die ihre Kinder erpresst, aber "liebenswert gestaltet" Was ist am Kinderverstümmeln liebenswert?

    M: "Das sind diese ganzen kleinen Verhaltensweisen".
    Die Baby-Vorhaut ist ja klein, und sie dem Baby zu rauben ist demnach "eine kleine Verhaltensweise"

    M:

    Zitat

    Das was wirklich schön ist an diesem Abend...aber es ist dann doch sehr befreiend am Ende dann doch.

    Die Befreiung von einem funktionalen Körperteil!

    Zitat

    Die Religionen werden am Ende frei gewählt

    .

    Und das Baby? Hat das die Wahl?

    Zitat

    Man könnte damit doch eigentlich viel entspannter und lustiger damit umgehen

    Dem Baby süßen Wein einflößen, auf dass es "lustiger" wird?

    Zitat

    Christian Eichelmann - der Name spricht natürlich schon Bände...


    Soll das eine Anspielung auf "Eichmann" sein (ist ja "derb", das Stück!) oder warum nicht "Vorhautmann"?

    Alle drei abrahamitischen Religionen in einer Familie (hätte man nicht noch einen Yesiden, Aleviten, Drusen, Hindu, einen Nazi-Uropa, eine anorexische Tochter, einen vegan-frugetarischen Schwiegersohn und eine transsexuelle Tante einflechten können? Wäre doch noch brüllend komischer!

    Gibt es in Berlin keine Intaktivisten, die da mal für einen "derben" Eklat sorgen könnten?

    AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARGHS....

    Zitat von Joeye

    AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
    AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
    AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARGHS

    Ich hatte doch um eine Verschiebung in die "Hall of Shame" gebeten. Was in aller Welt spricht eigentlich dagegen?

    There is no skin like foreskin

    Einmal editiert, zuletzt von Selbstbestimmung (8. Oktober 2014 um 12:13)

  • Ich hatte doch um eine Verschiebung in die "Hall of Shame" gebeten. Was in aller Welt spricht eigentlich dagegen?


    Ist ja gut, ich fliege ja schon... ;)

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Danke!

    Um klarzustellen, wer diesen Mist finanziert: natürlich wir alle!

    Zitat

    Zur Förderung von Projekten gesamtstaatlicher Repräsentation in der Bundeshauptstadt wird der Hauptstadtkulturfonds weitergeführt. Der Bund stattet ihn mit jährlich 9,866 Mio. € aus.

    http://www.berlin.de/imperia/md/con…ertrag_2007.pdf

    Wenn dieser dumpfe, baby-empathielose Splatter-Verharmlosungmist unsere "gesamtstaatliche Repräsentation" ist, dann gute Nacht!

    There is no skin like foreskin

  • Zitat

    Knochenharte Gutmenschen und watteweiche Fundamentalisten wollen es wissen!

    Und wer ist wohl der "Gutmensch" in dem Stück? Jede Wette, es ist "der deutsche Mustervater Christian". Die Kartoffel, gewissermaßen.
    Gutmensch heißt nichts anderes als ein Depp, der es gut meint, der aber etwas schlechtes macht, oder bewirkt, oder versucht zu bewirken.
    Die Vorhaut, sie ist nicht nur lächerlich, sie ist schlecht...
    Mir auch! *Brech*

    There is no skin like foreskin

  • Und dann widerspricht sich der Typ noch stante pede:

    Zitat

    Ein Stück über Beschneidung zu machen, und dann die Debatte neu aufzurollen, das interessiert MICH nicht und keinen der Beteiligten am Ballhaus.

    Zitat

    „Wir haben Bilder gefunden, die dazu führen, dass man ernsthaft diskutieren kann, obwohl wir es auf der Bühne gerade nicht tun“, sagt er.

    Bevor Bezar seine "Bilder" (Kettensäge Blut Exkremente) endlich gefunden hatte, konnte wir gar nicht ernsthaft diskutieren!

    Wo ist die Pinnocchio-Nase? Hier: (Pino)

    Ernsthaft diskutieren heißt dann bei Miraz Bezar vermutlich: es gibt wichtigeres als solche relativ belanglosen Dinge wie z.B. auch Benzinpreise und seelische Folter, außerdem ist das ja wie Impfung, und viel hygienischer...
    Aber lasst das mal besser, es gibt viel wichtigere Themen! Aber welche, das verrate ich euch doch nicht. Ätsch-Bätsch!

    http://www.bild.de/regional/berli…39476.bild.html

    There is no skin like foreskin

  • Zitat

    Ségolène (Emilie Caen) heiratet den Chinesen Chao Pierre Paul Ling (Frederic Chau), Isabelle (Frederique Bel) den Muslim Rachid Abdoul Mohamed Benassem (Medi Sadoun) und Odile den jüdischen David Maurice Isaac Benichou (Ary Abittan). Von seinen Schwiegersöhnen ist Monsieur Claude entsprechend wenig begeistert. Die Beschneidung seines Enkels ist ihm mehr als suspekt..

    Zitat

    ..als der Schwiegerpapa, der so überhaupt nicht gern angeredet werden möchte, Beschneidungen für Barbarei erklärt und mit latenten Rassismen um sich wirft. Und auch die Schwiegersöhne erlauben sich gern die eine oder andere diskriminierende Entgleisung.

    http://www.moviemaster.de/archiv/film/fi…echter-2014.htm

    Zitat

    Dabei greift der Film auch kontroverse Themen wie die Beschneidung auf.

    "Die Muslime machen es mit sechs"
    "Ihr habt ihm die Vorhaut abgeschnitten", beschwert sich Monsieur Claude bei seinem jüdischen Schwiegersohn über die Beschneidung seines Enkels. "Es ist nicht, als wenn ihr ihm einen Lutscher gegeben hättet. Entschuldigung, David. Ich finde es geradezu barbarisch." Die Antwort von Schwiegersohn David: "Ich versichere Dir, Claude, mit acht Tagen ist das Nervensystem des Kindes noch nicht vollständig ausgeprägt. Deswegen machen es die Juden in diesem Alter. Nicht wie die Muslime. Die machen es mit sechs." Darüber ist der muslimische Schwiegersohn natürlich auch nicht begeistert - und der Streit geht weiter und weiter und weiter.

    Das kommt erst einmal witzig rüber, doch wieviel soziale Wirklichkeit steckt in dem Film?

    http://www.hr-online.de/website/rubrik…cument_52466743

    There is no skin like foreskin

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