Theaterstück "Vorhaut"

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    "Meine Familie ist nicht religiös. Trotzdem habe ich als Kind selbst die Beschneidung gewollt, da ich es gut fand, einen Patenonkel zu bekommen”, sagt der Regisseur.

    Ich finde, dieser Satz drückt sehr gut aus, von welchem Irrsinn wir hier sprechen.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Aber wenn schon Kettensägenmassaker an Genitalien auf der Bühne, dann doch hoffentlich mit richtigen 7-10jährigen Jungen. Ausnahmegenehmigungen für etwas so kulturell Wertvolles erteilt die zuständige Berliner Behörde sicher gerne. (Vorausgesetzt, die Vorhäute sind bis 22 Uhr ab und die Jungs wieder im Bett ... wir sind schließlich in Deutschland).

    Während somit der Regisseur die Frage

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    Gehört das dem Jungen und späteren Mann, oder kann das ab?


    schon mit Letzterem beantwortet hat, tue ich selbiges in Bezug auf sein Bühnenstück mit der Frage

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    Ist das Kunst, oder kann das weg?

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    Ich sehe Deutschland noch nicht da, wo ich es gern hätte, aber wir sind auf einem guten Weg. Und ich denke, dass ich mit meiner Arbeit auch ein Stück weit dazu beitrage, neue Normen zu setzen

    ohne Worte...
    Das nennt man offen Türen auftreten, die es gar nicht gibt.

    • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
    • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Also ich habe meinen Patenonkel auch so bekommen.


    Und ich stelle mir gerade vor, wir hätten die Übernahme der Patenschaft für unsere Patenkinder (beides Jungs) daran geknüpft, dass man ihnen vorher ein Stück vom Genital abschneidet.

    (Ironie)
    Wenn man es so betrachtet, muss man Herrn Bezar zustimmen: Wahrlich eine schöne "neue Norm" ...

  • Mit der Kettensäge! HA-HA-HA!, der ist gut! *Brech*

    und als nächstes geht es dem Afro-Töchterchen mit der der rostigen Sense oder der Flex zu Leibe - es gibt vermutlich nichts, was manche nicht zu einem drolligen Schwank verwursten könnten.... *Kotz*

    Ich hatte sogar zwei nette und auch generöse Patenonkel! ^^
    Ohne dass mir auch nur ein Haar gekrümmt wurde.

    Patenonkel gegen Körperteil, das ist ja Organhandel!

    There is no skin like foreskin

  • noch hat ja keiner von uns das Stück gesehen.

    In der Darstellung gefällt mir schon die Kettensäge und das Blut. Das verdeutlicht auf jeden Fall, dass es hier nicht um Zauberei und "unblutige" Eingriffe geht und steht so in angenehmen Kontrast zu dem Gequatsche von Leuten wie Edward Schramm, Simone Schlindwein, Heiner Bielefeldt, Nikolaus Schneider u.a.
    Auch der Aussage, dass die Frage des Kindeswohls nicht hinreichend behandelt wurde, kann ich zustimmen und steht ebenfalls in Kontrast zu zahlreichen Aussagen von Verstümmelungsbefürwortern.

    In sofern wirft der Bericht interessante und wichtige Fragen auf, an die sich anknüpfen lässt.

  • noch hat ja keiner von uns das Stück gesehen.

    Was in dem Artikel steht lässt aber kaum noch Raum für Spekulationen über den Tenor des Stückes.

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    In der Darstellung gefällt mir schon die Kettensäge und das Blut.

    Damit sollen die dumpfen Vorurteile der "Kartoffeln" symbolisiert werden, was glaubst du denn?

    Was mit Kindeswohl gemeint ist, ist doch wohl klar: Geschenke und ein richtiger Patenonkel!

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    In Deutschland passiert es oft, dass eine Debatte angerissen wird und man dann komplett neben dem Thema landet. Bei der Diskussion zu Beschneidungen ging es ziemlich schnell um Religionen, und das Wohl des Kindes spielte kaum noch eine Rolle”

    Das ist eine sehr einseitige Betrachtung der Debatte. Religionsfreiheit!!!!, das haben immer die Befürworter repetiert, besonders die sogenannten christlichen. Rupprecht, Dörner, usw. die haben ganz klar das Kindeswohl im Fokus gehabt.

    There is no skin like foreskin

  • Das ist eine sehr einseitige Betrachtung der Debatte. Religionsfreiheit!!!!, das haben immer die Befürworter repetiert, besonders die sogenannten christlichen. Rupprecht, Dörner, usw. die haben ganz klar das Kindeswohl im Fokus gehabt.


    Hm. Also ich verstehe diesen Artikel anders. Hört sich dieser Satz

    "In Deutschland passiert es oft, dass eine Debatte angerissen wird und man dann komplett neben dem Thema landet. Bei der Diskussion zu Beschneidungen ging es ziemlich schnell um Religionen, und das Wohl des Kindes spielte kaum noch eine Rolle”


    für Dich nach dem Argument eines Befürworters an? Denkst Du, Graumann, Bielefeldt, Schneider oder Schwarzer würden so sprechen?
    Meiner Ansicht nach wird hier schon kritisch angesprochen und hinterfragt, ob die Diskussion 2012 in die richtige Richtung lief bzw. bis heute läuft. Die Betonung liegt hier meiner Meinung nach auf "neben dem Thema". Das ist doch eine sehr realistische Einschätzung, findest Du nicht?

    Denn weiter neben dem eigentlichen Kern der Sache konnte man doch wohl kaum liegen:
    Ein Kind wurde wegen der Komplikationen während eines illegalen Eingriffs in die Notaufnahme gebracht, was zur Folge hatte, dass dieser Eingriff anschließend per Gesetz legalisiert wurde.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

  • Da spricht eben ein Ungläubiger, bzw. Atheist. Der KANN sich logischerweise nicht auf Religion berufen. Deshalb MUSS es eben noch etwas anderes als Rechtfertigung geben, eben das "Kindeswohl". Er wollte nach eigenem Bekunden die VA selbst (gewiss in einem Alter, wo man einem Kind locker ein X für ein U vormachen kann, wenn es nur schöne Gegenleistungen gibt). Er fühlte sich also "wohl" damit. Und wenn man weiterhaken würde käme bestimmt noch mehr "Wohl", die Hygiene!!!, der Schutz vor Karposi,...
    Ich verabscheue diese Art von korrumpierenden Deals mit Kindern.

    There is no skin like foreskin

  • Was Du da hineininterpretierst, steht nicht im Artikel.

    Kein Wort davon, dass er sich damit "wohl" fühlt und es z.B. deshalb als Zwangsmaßnahme an alle Jungs empfiehlt oder bagatellisiert.

    Wir haben Zwangsbeschnittene im Facharbeitskreis, die auch ihre VA "wollten", zum damaligen Zeitpunkt, aufgrund der Manipulationen der Erwachsenen.

    Das ganze nicht aus Religionssicht zu betrachten, öffnet Räume für eine sachliche Diskussion. Die Religion war und ist stets das Totschlagargument, um sich einer wissenschaftlich basierten Debatte zu entziehen.

    Insofern finde ich hier interessante Ansätze.

    Ob es dann tatsächlich ein Fragen aufwerfendes Stück ist - keine Ahnung, das müsste man eben anschauen.

  • Im besten Fall kann ich dieser Vorankündigung und den Aussagen in Text und Bild eine gewisse Widersprüchlichkeit abgewinnen.

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    "Grosses Theater um kleines Stück Haut"
    "das Team [...] will unterhalten und nicht moralisieren"
    "Das kleinste Stück des Mannes auf die Bühne bringen und daraus einen riesigen Diskurs zu formen, ist absolut nicht unsere Haltung.”


    ... klingt für mich aber eher nach der Bagatellisierung, die wir nun schon zur Genüge kennen.

    Und literweise Kunstblut zu verspritzen kann einerseits heissen: "Beschneidung ist eine blutige Angelegenheit" oder es kann heissen "Wer denkt Beschneidung wäre blutig, übertreibt genau so maßlos, wie wir es jetzt gerade hier in unserem Bühnenstück tun".

    Ausserdem, die "neue Norm", die haben wir ja jetzt: Beschneidung von nichtzustimmungsfähigen minderjährigen Jungen ist jetzt Allgemeingut in Deutschland, eine valable Option für alle Eltern, egal aus welchen Gründen (da mögen sich Juristen noch so sehr bemühen, diese Norm jetzt wieder mit einem "religiösen Gesamtkonzept" "verfassungskonform auszulegen"). Nur begeistert annehmen mag sie die Bevölkerung noch nicht so recht, die "neue Norm".

    Wenn der Regisseur "Deutschland" (wohlgemerkt nicht die beschneidenden Bevölkerungsgruppen!) reichlich nebulös "noch nicht da sieht, wo er es gerne hätte" und daher "neue Normen setzen" möchten, kann ich ihn nur so interpretieren, wie es meine bisherigen Kommentare zu seinem Theaterstück nahelegen.

    Sicher: Ich kann mich irren. Es wäre vielleicht interessant, sich das Stück anzuschauen (man kann ja in der Pause gehen oder auch vorher, wenn es gar all zu unerträglich wird). Aber vor allem: meinen Dank an die Macher, dass sie das Thema mit ihrem Stück überhaupt auf der Tagesordnung behalten.

  • Ich bin mir nicht sicher, ob man dem Macher danken soll:

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    Das mit der Beschneidung ist wie mit allen Debatten. Ich sehe Deutschland noch nicht da, wo ich es gern hätte, aber wir sind auf einem guten Weg. Und ich denke, dass ich mit meiner Arbeit auch ein Stück weit dazu beitrage, neue Normen zu setzen

    Das hört sich in meinen Ohren nach "Multikulti über alles an".

    Die alte Norm in Deutschland war es, Kinder nicht zu verstümmeln. (Bei der pseudomedizinischen VA wurden/werden die Eltern ja verarscht, das kann man nicht "Norm" nennen)

    Ich fürchte, das ist nur wieder ein neues Häppchen Verharmlosungspropaganda.

    There is no skin like foreskin

  • Ich bin absolut bei Dir, Selbstbestimmung! Allerdings gebe ich auch Pizarro und Weguer recht: Wir sollten nicht nur in diesen Ankündigungstext hineininterpretieren, sondern das "fertige Produkt 'Bühnenstück' " abwarten.

    Ob - wie von mir befürchtet - das Ganze nur eine weitere Bagatellisierung, Nebelkerze, Propagandastückchen oder schlicht Zeitverschwendung wird, sieht man dann.

  • Quote from Tante Jay

    AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARGHS....


    AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
    AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
    AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARGHS....

  • sondern das "fertige Produkt 'Bühnenstück' " abwarten.

    Da braucht man nichts mehr abzuwarten!

    Moderatoren, bitte sofort in die Hall of Shame verschieben!

    Das Interview ist ja sowas von entlarvend! *Brech*

    Quote from Pizarro73

    Insofern finde ich hier interessante Ansätze.

    Hier hast du deine Ansätze:

    Klamauk versus Kinderrechte *Kotz*

    There is no skin like foreskin

  • Ok. Ich geb mich geschlagen. Das HÄTTE was werden können.

    Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
    Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
    Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
    https://tredition.de/autoren/clemen…aperback-44889/

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